TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 13. August 2026, 20:20:32

Mordprozess um Eman E.

14. Sitzungstag am LG Traunstein: das Urteil – und eine Klatsche für StA Fiedler und seine Rosenheim Cops wegen verbotswidriger Trickserei und Täuschung.

Spoiler – hier klicken!

Was bisher geschah:
viewtopic.php?p=346414#p346414 (1. + 2. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=346563#p346563 (Einschätzung, Termine)
viewtopic.php?p=347071#p347071 (3. + 4. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=352607#p352607 (5. + 6. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=353653#p353653 (7. + 8. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=355505#p355505 (9. + 10. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=355905#p355905 (11. + 12. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=356355#p356355 (13. Sitzungstag)


14. Sitzungstag, 13.08.2026

Urteil:
• Verurteilung wegen Totschlags212 StGB)
• keine Mordmerkmale (§ 211 Abs. 2 Var. 4 und 5 StGB)
12 Jahre Freiheitsstrafe

Mündliche Begründung:

• Angekl. habe Eman E. am 11.11.2024 erschlagen
• zwischen 10 und 12 Uhr
• durch mindestens 2 Schläge mit hartem Gegenstand auf Kopf
• fataler Endpunkt eines Ehekonflikts
• nach der Tat habe Angekl. Leichnam weggeschafft
• nachmittags Anruf bei Jugendamt wg. alleinigen Sorgerechts

► Spaten + Handy aus Hausdurchsuchung im April 2025 + 1 Vernehmung des Angekl.:
• Durchsuchung lt. Polizei aufgrund Strafanzeige wg. Körperverletzung
→ leicht erkennbarer, vorgeschobener Vorwand der Polizei
• Tatverdacht gegen Angekl. durch Strafanzeige der Fam. von Eman E.
• keine Belehrung des Angekl. als Beschuldigter (§ 136 StPO)
• Angekl. sei getäuscht worden
Beweisverwertungsverbot136a StPO)

► kein Mord:
• Gericht könne StA Fiedler nicht folgen
• keine Tat mit kühlem Kopf aus niedrigen Beweggründen
• keine Heimtücke
• spontaner Streit nicht auszuschließen
• Tat bei einem Streit sogar wahrscheinlicher
→ kein Mordmerkmal, deshalb Totschlag

► Indizien:
• Obduktion → Gewaltdelikt → Tatverdacht gegen Angekl. → U-Haft
• kein Zweifel, dass Angekl. der Täter sei
„auch, wenn Fragen offen bleiben“
• unbekannter Alternativtäter komme nicht in Frage
• Decke + Gartenabfallsack wohl aus Whg. des Angekl.
• DNA an Sack: „Übertragung über 3 Ecken nicht nachvollziehbar“
• nur erklärbar mit Angekl. als Täter
• Angekl. habe ggüb. Bekanntem von „Katastrophe“ gesprochen
• Zeugenbeweis, Angekl. habe Eman E. am 28.08.2024 in Whg. gewürgt
• Angekl. habe Ätznatron gekauft
• Bruder des Angekl. habe bei Reinigung geholfen
→ Beseitigung von Blutspuren?
→ keinerlei biologische Spuren in Whg. gefunden

► Motiv unklar:
• Motivbündel
• Selbstbild des Angekl.
• Wut wegen mangelnder Unterordnung der Ehefrau
• aufgeschaukelte Konflikte
• Sorge um Verlust der Kinder naheliegend
• auch „geschlechtsspezifisches Motiv“ habe Rolle gespielt
• Femizid sei aber nicht per se Mord
• „kein Anlass, von einem Mord auszugehen“

► Strafzumessung:
• Mitte des oberen Drittels (von 5 bis 15 Jahren)
Tat und Vorgeschichte nicht 100%ig aufklärbar
• erhebl. Provokation durch Eman E. nicht auszuschließen
• dennoch kein minder schwerer Fall des Totschlags (§ 213 StGB)
• keine Strafmilderungsgründe


► Verteidiger Claus Erhard und Juliane Weber:
• keine Erklärung zum Urteil

► StA Wolfgang Fiedler:
• keine Erklärung zum Urteil

► Nebenklagevertreterin Betül Demir:
• hatte auf Mord plädiert (§ 211 StGB)
• mit besonderer Schwere der Schuld (§ 57a Abs. 1 Nr. 2 StGB)
• dennoch „erleichtert und zufrieden“
• Urteil sei „notwendig und richtig“

► Rechtsmittel:
• Revision zum BGH binnen 1 Woche möglich durch
• Verteidigung, StA und Nebenklage
• Entscheidung noch offen


► OVB am 13.08.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 41378.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 41378.html (ohne Paywall)

► Radio Charivari Rosenheim am 13.08.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... d-erwartet
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... verurteilt

► Bayernwelle Südost am 13.08.2026:
https://www.bayernwelle.de/urteil-im-mo ... et-253176/

► PNP am 13.08.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... t-21775940 (Paywall)
https://archive.ph/20260813170905/https ... t-21775940 (ohne Paywall)

► Regional-Fernsehen Oberbayern am 13.08.2026:
https://www.rfo.de/mediathek/video/urte ... -gefallen/

► Stern (AFP) am 14.08.2026:
https://www.stern.de/news/frau-wegen-tr ... 05310.html

► Regina Rick sei noch immer als Wahlverteidigerin mandatiert, sagten die beiden Pflichtverteidiger Claus Erhard und Juliane Weber gegenüber dem OVB am 27.07.2026 (Links mit Sprungmarke):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... _heading-0 (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... _heading-0 (ohne Paywall)

Anmerkungen:

Spoiler – hier klicken!

Bei den Eiskeller-Ermittlungen entlastende Beweismittel unterschlagen, im Eman-Fall den Beschuldigten verbotswidrig aufs Kreuz gelegt und wer weiß, was sonst noch alles nach Gutsherrenart und am Rechtsstaat vorbei gedeichselt wird. Wann gebietet der Bayerische Staatsminister des Inneren (Joachim Hermann, CSU), den Wild-West-Methoden der selbstherrlichen Rosenheim Cops endlich Einhalt?

Falls Abdelrehim M. die Tat begangen hat und das Urteil in Rechtskraft erwächst, hätte er Glück gehabt: Wenn seine Strafe nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt wird, könnte er nach 8 Jahren wieder frei sein – nach weniger als der Hälfte der rund 18 Jahre, die er bei lebenslanger Freiheitsstrafe wegen Mordes in Bayern hätte durchschnittlich verbüßen müssen.

Trotz verbotener Rosstäuscherei hatten es StA Fiedler und seine Rosenheim Cops nicht geschafft, eine lückenlose Indizienkette nebst Mordmerkmal(en) zu ermitteln. Dennoch wurden große Töne gespuckt. Wie wackelig der angeklagte Tatvorwurf in Wirklichkeit ist, offenbart, dass sich die Nebenklage trotz einer zeitigen Freiheitsstrafe von nur 12 Jahren „erleichtert und zufrieden“ zeigt, das Urteil sei „notwendig und richtig“ – obwohl bei Mord mit besonderer Schwere der Schuld (wie von der Nebenklage beantragt) in Bayern i. d. R. mindestens 23 Jahre abzusitzen wären.

Ob das Urteil und insbesondere die Beweiswürdigung des Gerichts einer Revision standhalten kann, lässt sich erst nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsgründe bewerten. Mit einer Veröffentlichung des heutigen Urteils rechne ich nicht. Falls einer oder mehrere der Prozessbeteiligen dagegen Revision einlegen sollten, käme es zu einer Entscheidung des BGH, die aller Voraussicht nach öffentlich zugänglich wäre.

Falls nur der Angeklagte Revision einlegt, darf die Strafe daraufhin nicht verschärft werden (Verbot der Verschlechterung, § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO). Dies gilt nicht, wenn zugleich StA oder Nebenklage Revision einlegen.

Wie werden StA Fiedler und seine Vorgesetzten entscheiden? Lieber den Spatz (Totschlag) in der Hand oder die Taube (Mord) auf dem Dach? Das Risiko für die StA: Aufhebung des Urteils durch den BGH und anschließend eine Verurteilung als nur minder schwerer Fall (§ 213 StGB) oder ein Freispruch. Zu welcher Entscheidung wird die Verteidigung dem Angeklagten raten? Um keine Chance zu verschenken, empfiehlt es sich, zunächst fristgerecht Revision einzulegen. Nach Vorliegen des schriftlichen Urteils kann das Rechtsmittel ggf. zurückgenommen werden. Ob der Angeklagte bereit ist, das damit verbundene Kostenrisiko zu tragen, steht auf einem anderen Blatt. Dem StA kann‘s egal sein, ihn tangiert der Kostenaspekt bei seiner Entscheidung nicht.

Die Frist zur Absetzung des schriftlichen Urteils endet am 29.10.2026 (bei 14 Verhandlungstagen nach 5 + 2 + 2 + 2 = 11 Wochen, § 275 Abs. 1 StPO), die Frist zur Einlegung der Revision am 20.08.2026341 Abs. 1 StPO), die Frist zur Begründung der Revision einen Monat nach Zustellung des schriftlichen Urteils (§ 345 Abs. 1 Satz 3 StPO).

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 12. August 2026, 13:34:28

Heckengäu hat geschrieben: Mittwoch, 12. August 2026, 07:24:41 Am besten weitgehend übersehen dann ist bald Ruhe im Karton
Wem dient es, wenn haltlose Mutmaßungen die Runde machen? Auf diese Weise nährt sich die Gerüchteküche und es wuchern aufs Neue Hass und Hetze.

Heckengäu hat geschrieben: Mittwoch, 12. August 2026, 07:24:41 Ein Fremdsprachler der per Übersetzter "arbeitet"
Ein apodiktischer Schnellschuss. Ähnlich wie ein „Sauschwob“ sich mit halbgarer Schwaben-KI ins Hochteudsche quält? ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Heckengäu » Mittwoch, 12. August 2026, 07:24:41

UUFGI hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 23:58:02 Wo ist auch bekegt..dass Hanna gleich dort in Bach geriet..und nicht spaeter dort hin verbracht wurde?
Er und "Gast" selbe Person. Ein Fremdsprachler der per Übersetzter "arbeitet"
"UF Genetics Institute (UFGI)" - Kommt vermutlich aus diesem Bereich. Oder auch nicht!
Hetzt nicht nur (Tanten) gegen Famile T. sondern auch Nachbarn und Freunde von H. W.
Am besten weitgehend übersehen dann ist bald Ruhe im Karton

PS

https://www.google.com/search?client=fi ... -e&q=UUFGI
Hfhiiu uufgi 🥹😘😢😘
Instagram Beitrag nicht verfügbar
Der Link ist möglicherweise defekt oder das Profil wurde entfernt.
Hindi hat geschrieben:दियों के मैं किनारों से होने लगा मुझ पे असर इन बाकी हवाओं का भी कदमों से ऐसे तुम्हें ...
Ich begann, mich langsam auf die Lampen zuzubewegen; auch der Einfluss der anderen Winde auf mich war so stark, dass ich auf dich zuging…
Mutmasslich aus einem asiatischen Filmwerk

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 12. August 2026, 01:22:02

Gast hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 22:59:07 Denke eher sie ist im Streit in den Bach/ Fluss gelangt..das Wasser tat dann seines...man ahnt nicht welche Kraefte Wasser hat
Streit mit wem? Wo sollte derjenige hergekommen sein? Bitte Fakten und Argumente!

Bereits hier hatte ich dargelegt, dass Hanna ihren Heimweg ohne Begleitung angetreten hatte:
viewtopic.php?p=336961#p336961

Gast hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 23:11:12 weshalb besuchte genau am naechsten Morgen Vater von Freund ...mit dem sie heim sollte und und Vater von venau diesem jungen Mann ist..due Familie Woerndl...warum benah er sich bei Gerichtsverhandlung so auffaellig...dieser Vater/ Nachbar/ Polizeibeamter?
Worin siehst Du einen Zusammenhang mit Hannas Tod? Bitte Fakten und Argumente!

Der Nachbar P. war zu dem Zeitpunkt, als Hanna in den Bärbach stürzte, nicht bei ihr.

Gast hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 23:11:12 ..und zu Taeterwissen..sieht man sich die Tanten vom Tatverdaechtigem in Reportage an..diese Damen haben ueberall ihre Ingformanten in so einer Gemeinde..haben viele Kontakte und bekommen immer frueher als alle andeen dort die neuesten Neiigkeiten mit
Welcher Tatverdächtige? Sebastian ist rechtskräftig freigesprochen! Es gibt keinen Beschuldigten (im Volksmund: Tatverdächtigen) mehr.

Sebastians Angehörigen obskure Informationsquellen zu unterstellen, ist müßig. Denn Täterwissen gab es bewiesenermaßen nie!

UUFGI hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 23:58:02 Wo ist auch bekegt..dass Hanna gleich dort in Bach geriet..und nicht spaeter dort hin verbracht wurde?
Hannas Handy: Temperatursturz (= Wasserkontakt) + Ghostcall in der südlichen Funkzelle (= südlich der Straße „Am Hofbichl“) um 2:31:25 Uhr. SMS empfangen um 2.40 Uhr in der nördlichen Funkzelle (= nördlich der Straße „Am Hofbichl“ = Bärbach stromabwärts in Richtung Mündung in die Prien).

Weitere Fakten und Argumente, die einen unfallbedingten Sturz beim Brückerl in den Bärbach untermauern, findest Du hier:
viewtopic.php?p=325737#p325737
viewtopic.php?p=326410#p326410

Falls Du etwas nicht verstehst, dann stelle bitte konkrete Fragen.

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 12. August 2026, 00:03:40 Kopfverletzungen..wenn man aufgrund von Stroemung etc.mehrmals an gleiche Stelle geshaut wirst...erklaert Verletzungen am Kopf
Richtig. Die Sechskantmuttern am Schütz der Oberprienmühle passen perfekt zu den Riss-Quetsch-Wunden am Kopf.

Kopfverletzung (Fotomontage):
https://d4wjb9ym4davpk.archive.ph/Nd94F ... bb355.webp
viewtopic.php?p=296239#p296239

Fotos der Muttern am Schütz der Oberprienmühle:
viewtopic.php?p=296214#p296214

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Mittwoch, 12. August 2026, 00:03:40

Kopfverletzungen..wenn man aufgrund von Stroemung etc.mehrmals an gleiche Stelle geshaut wirst...erklaert Verletzungen am Kopf

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von UUFGI » Dienstag, 11. August 2026, 23:58:02

Wo ist auch bekegt..dass Hanna gleich dort in Bach geriet..und nicht spaeter dort hin verbracht wurde?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 11. August 2026, 23:37:40

Gast hat geschrieben: Dienstag, 11. August 2026, 22:53:14 Sehe erneut Reportage..Tod nach Discco…ich bin nach wie vor ueberzeugt.. Verbindung mit Menschen im Freundeskreis im Club geschah etwas…
Dieses Thema kam am 13.05.2026 schon einmal auf:
viewtopic.php?p=336945#p336945 (und folgende Beiträge)

Darauf hatte ich ausführlich geantwortet:
viewtopic.php?p=336961#p336961

Fändest Du es nicht auch sinnvoller, sich auf Fakten zu stützen und auf Argumente einzugehen, als nur aus einem vagen Bauchgefühl heraus eine „Überzeugung“ gefunden haben zu wollen?

Welche Verbindung siehst Du zwischen den Eiskeller-Freunden Hannas und Hannas Tod? Bitte Fakten und Argumente. Danke!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Dienstag, 11. August 2026, 23:11:12

Bin auch kein Kriminalspezialist..diese Menschen haben ihren Beruf gelernt...aber frage mich immer noch..weshalb besuchte genau am naechsten Morgen Vater von Freund ...mit dem sie heim sollte und und Vater von venau diesem jungen Mann ist..due Familie Woerndl...warum benah er sich bei Gerichtsverhandlung so auffaellig...dieser Vater/ Nachbar/ Polizeibeamter?
..und zu Taeterwissen..sieht man sich die Tanten vom Tatverdaechtigem in Reportage an..diese Damen haben ueberall ihre Ingformanten in so einer Gemeinde..haben viele Kontakte und bekommen immer frueher als alle andeen dort die neuesten Neiigkeiten mit

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Dienstag, 11. August 2026, 22:59:07

Denke eher sie ist im Streit in den Bach/ Fluss gelangt..das Wasser tat dann seines...man ahnt nicht welche Kraefte Wasser hat

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast » Dienstag, 11. August 2026, 22:53:14

Sehe erneut Reportage..Tod nach Discco...ich bin nach wie vor ueberzeugt.. Verbindung mit Menschen im Freundeskreis im Club geschah etwas...

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 11. August 2026, 00:30:15

Tagesschau.de: Verzerrt „True Crime“ die Realität?

Über eine Studie der Universität Graz zu den Motiven für True-Crime-Konsum berichtet Tagesschau.de. Eine Kriminologin der Polizei-Fachhochschule in Köln warnt vor der Gefahr, dass durch True-Crime-Podcasts ein verzerrtes Bild der Realität entstehen könne – und prompt dichtet der tagesschlaue Journalist dem „brutalen“ Eiskeller-„Verbrechen“ eine Vergewaltigung an und wandelt die Prien zum Bärbach. :lol: :lol:

► „krankhafte Neugier“ nach bedrohlichen Situationen anderer
► 75 % wollen Psychologie hinter den Taten verstehen
► Bedürfnis, Unsicherheiten aufzulösen
► Gefühl, Bedrohung zu kennen und besser geschützt zu sein
► Konsum: Frauen 7 Std., Männer 4 Std. wöchentlich

Leider kein Wort über schlampig recherchierte, einseitige und manipulative True-Crime-Machwerke. Tagesschau.de berichtet:

Spoiler – hier klicken!
True-Crime-Formate
Verzerrt die Lust am Verbrechen die Realität?

True Crime, etwa in Podcasts, fasziniert viele Menschen und gibt ihnen das Gefühl, Gefahren besser einschätzen zu können. Doch bizarre Kriminalfälle können die Wahrnehmung von Risiken auch verzerren.

Nach einem Club-Besuch wird eine junge Frau mutmaßlich vergewaltigt, mitten in der Nacht auf dem Heimweg. Die Leiche wird in einem nahegelegenen Bach aufgefunden, im beschaulichen Aschau. Ein brutales Verbrechen, das sich im Oktober 2022 im 5.000-Seelendorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ereignet.

Es ist einer jener Fälle, die gleich mehrfach in True-Crime-Formaten nacherzählt werden. Dazu gehören die Podcasts „True Crime 187“ von Teubig.Media, „Verbrechen von Nebenan“ von RTL+ oder „Im Visier“ von rbb, die zahlreiche Fans begeistern.

Bild
Ort eines zuletzt in mehreren True-Crime-Podcasts erzählten Verbrechens: Der Musikclub „Eiskeller“ im oberbayerischen Aschau.

Die ARD/ZDF Podcaststudie 2024 führt unter den Befragten die Genres Comedy/Satire und True Crime als beliebteste Podcasts auf. Spätestens mit der Verfilmung der Geschichte rund um den US-amerikanischen Serienmörder Jeffrey Dahmer bei Netflix ist die Begeisterung für True Crime auch in der Filmbranche angekommen.

Das Bedürfnis, Risiken einzuschätzen

Doch was fasziniert an den grausamen Taten? Die Universität Graz hat 2025 ein Forschungsprojekt zu den Motiven für True-Crime-Konsum durchgeführt und dafür 600 Personen befragt [siehe hier]. Ein zentrales Motiv ist die menschliche Neugier nach gefährlichen oder bedrohlichen Situationen, die andere Menschen erlebt haben.

In der Studie ist dabei von „Morbid Curiosity“ die Rede, übersetzt also in etwa „morbide“ oder „krankhafte Neugier“. Wir interessieren uns demnach besonders für unangenehme Geschichten. Eine mögliche Erklärung: Das Gehirn versucht zu verstehen, in welchen Situationen Gefahr droht. Laut Studie der Uni Graz wollen 75 Prozent der Befragten die Psychologie hinter den Taten verstehen.

Das Forscherteam schlussfolgert, dass es um das Bedürfnis geht, Unsicherheiten aufzulösen. Wer einen True-Crime-Podcast hört, verfolgt zum Beispiel Schritt für Schritt, wie ein Täter oder eine Täterin das Verbrechen plant und ausführt. Hörende versuchen, diese Verbrechen zu verstehen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

True-Crime-Verbrechen selten repräsentativ

Kriminalgeschichten vermitteln das Gefühl, die Bedrohung zu kennen und damit im Alltag besser darauf vorbereitet zu sein. Man fühlt sich vor solchen Taten besser geschützt.

True-Crime-Formate erzählen dabei selten von Kavaliersdelikten, zum Beispiel von einem Wohnungseinbruch ohne körperlichen Angriff oder von einem Diebstahl im Supermarkt von nebenan. Als Vorlage für die Formate dienen eher Fälle, die empörend wirken, besonders schrecklich oder sogar kaum vorstellbar sind.

Diese Taten kommen in Deutschland aber eher selten vor, meint Prof. Gina Rosa Wollinger von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Der Konsum von True-Crime-Podcasts berge die Gefahr, dass wir uns ein verzerrtes Bild von der Realität machen.

Bild
Die Kriminologin und Soziologin Gina Rosa Wollinger von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW.

Gefahr scheint größer, als sie ist

Dabei legt der Name „True Crime“ („wahre Verbrechen“) nahe, dass es sich bei den erzählten Geschichten um Reales handelt. Das Genre suggeriert, dass es viele grausame Fälle gibt. Doch in der Kriminalitätsstatistik sind solche Fälle eher selten.

Die meisten Fälle von Mord und Totschlag ereignen sich nicht nachts im Stadtpark, sondern in den eigenen vier Wänden, meint Kriminologin Wollinger. Selten sei der Täter ein Fremder, viel öfter der eigene Partner. Aber auch Verbrechen dieser Art kämen im Vergleich zu anderen Straftaten eher selten vor.

True Crime besonders bei Frauen beliebt

Studien deuten darauf hin, dass vor allem Frauen fasziniert von True Crime sind, sagt Wollinger. Das liege vor allem daran, dass sich Frauen im Allgemeinen mehr für psychologische Themen interessieren und sie die Motive von Kriminellen verstehen wollen.

An diese Erkenntnis knüpft auch die Studie der Uni Graz an: Demnach konsumieren Frauen im Durchschnitt sieben Stunden in der Woche True-Crime-Formate; Männer lediglich vier.


Im Fall Kusel – Die letzte Jagd

Autor Lukas Baumann ist selbst True-Crime-Journalist und Host des ARD Podcasts „Im Fall Kusel – Die letzte Jagd“ [siehe hier]. Zusammen mit seiner Co-Host Nadine Thielen beleuchtet er Tathergang und gesellschaftlichen Zusammenhang des Polizistenmordes von Kusel aus dem Jahr 2022, bei dem zwei Polizisten von einem Wilderer brutal ermordet wurden.

Tagesschau.de am 10.08.2026
https://www.tagesschau.de/kultur/true-c ... n-100.html


Nachtrag

Erreichten Beschwerden die Tagesschau-Redaktion? Inzwischen wurden die „Vergewaltigung“ Hannas und das „brutale Verbrechen“ aus dem Text entfernt. Die Prien bei Kaltenbach (12 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt!) hält der Redakteur jedoch weiterhin für einen „nahegelegenen Bach“. Ergänzt wurden der Freispruch „nach einem zweiten Verfahren“ sowie der Hinweis, die Ereignisse seien „nach wie vor ungeklärt“ und „die Ermittlungen auch nach dem Prozess weitergegangen“ – in der gebotenen Kürze immerhin nicht ganz falsch. Einen Aktualisierungshinweis enthält der Artikel nicht.

Spoiler – hier klicken!

Originalfassung vom 10.08.2026:

Nach einem Club-Besuch wird eine junge Frau mutmaßlich vergewaltigt, mitten in der Nacht auf dem Heimweg. Die Leiche wird in einem nahegelegenen Bach aufgefunden, im beschaulichen Aschau. Ein brutales Verbrechen, das sich im Oktober 2022 im 5.000-Seelendorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ereignet.

Es ist einer jener Fälle, die gleich mehrfach in True-Crime-Formaten nacherzählt werden. Dazu gehören die Podcasts „True Crime 187“ von Teubig.Media, „Verbrechen von Nebenan“ von RTL+ oder „Im Visier“ von rbb, die zahlreiche Fans begeistern.

Halbwegs korrigierte Fassung vom 11.08.2026:

Nach einem Club-Besuch kommt eine junge Frau ums Leben, mitten in der Nacht auf dem Heimweg. Im Oktober 2022 wird die Leiche in einem nahegelegenen Bach aufgefunden, im beschaulichen Aschau, einem 5.000-Seelendorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Ein Verbrechen?

Nach einem zweiten Verfahren wird ein 23-Jähriger vom Tatvorwurf freigesprochen. Im ersten Prozess war er wegen Mordes verurteilt worden. Nach wie vor sind die Ereignisse ungeklärt, die Ermittlungen gingen auch nach dem Prozess weiter. Es ist einer jener Fälle, die gleich mehrfach in True-Crime-Formaten nacherzählt werden.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 05. August 2026, 19:41:00

„Die Zeit“: Regina Rick, die Rottweilerin – ein Porträt

Ein bemerkenswertes Porträt mit Einblicken in ihre Persönlichkeit und Familiengeschichte zeichnet Sabine Rückert („Die Zeit“) von RAin Regina Rick. Kritik wird laut an der bayerischen Strafjustiz, den Staatsanwälten und der Polizei. Für ein erneutes Aufeinandertreffen mit StA Fiedler und einem Rechtsmediziner der Münchener LMU sorgt der Prozess um den Tod von Eman E. Auch Neuigkeiten über Sebastian gibt es:

► Sebastian in Ausbildung zum Förster
► „irgendwo in Deutschland“
► Chiemgau noch immer vergiftet
► Stimmungsmache durch Lokalpresse, StA, Polizei
► Verleumdungen

► bayer. Polizei mächtiger als in anderen Bundesländern
► bayer. Strafjustiz autoritärer, Widerspruch nicht gewohnt
► ungesunde Nähe zwischen StAen und Richtern in Bayern
► Richter und Ermittler in den Kantinen per Du
► Selbstherrlichkeit und Verwilderung der Sitten
► Strafjustiz nicht erfreut über Korrektur von Fehlern
► Gesichtsverlust für Justiz schwerer erträglich als Unrecht

► schon als Studentin Entschädigung für Schwester erkämpft
► kein fremdbestimmtes Leben in Großkanzlei vorstellbar

Herausragenden Persönlichkeiten des Rechts widmet „Die Zeit“ die Artikelserie „Meine Helden des Rechts“. Vertreten sind große Namen, etwa Cicero, Egon Erwin Kisch, Theodor Lessing und Hans Litten, der sogar Hitler als Zeugen vor die Schranken des Gerichts zitiert hatte. Ihren Platz hat dort nun auch Regina Rick gefunden:

Spoiler – hier klicken!
Justiz
Die Rottweilerin

Bild
Regina Rick ist 58 Jahre alt. Sie sagt, das Aktenstudium sei für sie eine Art Meditation. © Daniel Delang für DIE ZEIT

Die Rechtsanwältin Regina Rick hat mehrere unschuldig verurteilte Menschen aus dem Gefängnis geholt und musste dabei erbitterte Kämpfe mit der bayerischen Justiz ausfechten.

Im oberbayerischen Aschau sitzen fünf oder sechs Frauen um einen Tisch und können nicht aufhören, über das Schreckliche zu reden: wie es war, als der Sebastian verhaftet wurde. Als das Haus wieder und wieder durchsucht wurde. Als er gefesselt im Gericht saß und von der Vorsitzenden Richterin angefahren wurde. Als sie alle von den Aschauern gemieden wurden und die Nachbarn die Straßenseite wechselten. Und als Sebastian schließlich mit 21 Jahren wegen Mordes verurteilt wurde. Ohne Beweise. Die Mutter, die Tanten und die Cousinen des Justizopfers sind noch immer gefangen im bösen Bann des Fehlurteils, obwohl Sebastian doch schon vor vielen Monaten – im November 2025 – in einem zweiten Prozess freigesprochen worden ist, weil nichts auf seine Täterschaft hinwies.

Im Kreise der aufgebrachten Frauen bleibt nur eine ruhig, es ist die Strafverteidigerin Regina Rick. Ihr ist es zu verdanken, dass Sebastian T. heute ein freies Leben führen kann. Sie hatte erkannt, dass das erste Urteil des Landgerichts Traunstein nichts taugte, und sie war es, die in einem zweiten Urteil die Freisprechung dieses Mandanten erreichte. Wie oft mag sie schon im Traumakarussell dieser Angehörigen mitgefahren sein?

Der Freigesprochene selbst lebt nicht mehr in Aschau. Sebastian macht irgendwo in Deutschland eine Ausbildung zum Förster. Er könnte auch nicht mehr hier leben, das ländliche Chiemgau ist immer noch vergiftet von der Stimmungsmache der Staatsanwälte und Kriminalbeamten, dem anhaltenden Raunen der Lokaljournalisten und den Verleumdungen durch alle, die den jungen Mann einst als Täter gebrandmarkt hatten und nun irgendwie doch noch recht behalten wollen.

Im zweiten Prozess gegen T. … hatte Rick die Unterstützung eines weiteren Verteidigers: Der junge Hamburger Rechtsanwalt Yves Georg hatte schon 2023 mitgeholfen, vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein brandneues Gesetz zu kippen, das eine Wiederaufnahme von Mordermittlungen gegen rechtskräftig Freigesprochene erleichtern sollte. Hier in Aschau kann man sehen und hören, welch katastrophale Folgen ein solches Gesetz für das Leben von Menschen wie Sebastian T. gehabt hätte, der zwar von aller Schuld freigesprochen ist, dessen Ruf aber von interessierten Kreisen heimlich weiter beschädigt wird. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat gleich nach dem Freispruch angekündigt, weiter nach einem Täter zu suchen. Man kann sich vorstellen, wie eine solche Suche im Schutze jenes neuen Gesetzes ausgesehen hätte. Doch niemand dürfe dauerhaft der Angst ausgesetzt sein, trotz rechtskräftigen Freispruchs nachträglich ein zweites Mal in derselben Sache verurteilt zu werden, verkündeten die Bundesverfassungsrichter im Oktober 2023 – und schafften das Gesetz aus der Welt.

Die Rechtsanwältin Regina Rick hat der bayerischen Strafjustiz mit dem Freispruch von T. einen heftigen Schlag versetzt – und es war nicht der erste. Schon 2011 beschämte sie Staatsanwälte und Richter durch eine erfolgreiche Wiederaufnahme in der Sache Rudolf Rupp: Der oberbayerische Bauer sollte nach Ansicht der Ingolstädter Strafverfolger von seiner Familie ermordet und an die Hofhunde verfüttert worden sein. Eine Leiche gab es nicht. Die Ehefrau Rupp, ihre Töchter und ein Schwiegersohn in spe wurden verurteilt und eingesperrt – bis man das Skelett des Bauern überraschend vollständig und in seinem Mercedes sitzend am Grunde der Donau fand. Er hatte sich suizidiert.

Auch der Hausmeister Manfred … [G.[ saß wegen eines angeblichen Raubmordes an einer Rentnerin 13 Jahre lang unschuldig im Gefängnis, bis ihn Regina Rick nach einem erschöpfenden Kampf gegen die Münchner Strafjustiz mithilfe eines neuen Gutachtens rehabilitieren konnte. 2023 wurde auch er unter großer öffentlicher Anteilnahme freigesprochen. Der Staatsanwalt habe über das neue Gutachten, das den Tod der alten Dame als Unfallgeschehen einstufte, zunächst bloß gelacht, erzählte Rick damals der Süddeutschen Zeitung. Da habe sie sich geschworen: „Du wirst verlieren.“ So etwas nimmt sie persönlich. Vielleicht muss ein Verteidiger von kalter Wut getragen sein, um bis ans Ende seiner Kräfte zu gehen und über Jahre alles andere diesem einen Ziel unterzuordnen.

Bayern hat eine Polizei, die selbstbewusster und mächtiger daherkommt als die in anderen Bundesländern, und eine Strafjustiz, die Widerspruch nicht gewohnt ist. Das berühmte Gefälle-Phänomen, wonach bei vergleichbaren Taten die Richtermilde deutlich absinkt und das Strafmaß erheblich ansteigt, je weiter südöstlich in Deutschland ein Urteil fällt, ist empirisch belegt. In Bayern versuchen viele Strafverteidiger daher immer noch, Gerichte gnädig zu stimmen oder für den Mandanten durch Geständnis einen Deal zu erreichen. Den offenen Krach riskiert hier kaum einer. Die Kämpfer unter den Strafverteidigern finden sich vor allem im Norden der Republik.

Das Schicksal ihrer Schwester hat sie das Kämpfen gelehrt

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„Ich muss gemein sein, und ich muss Gemeinheiten aushalten.“ © Daniel Delang für DIE ZEIT

Nur die widerspenstige Rick stört die bayerische Gemütlichkeit der Richter und Staatsanwälte. Regina Rick ist eine Ausnahmeerscheinung, nicht nur in Bayern. Die 58-jährige Rechtsanwältin gehört zu den herausragenden Verteidigern Deutschlands. Das Auffälligste an ihr ist eine derart detaillierte Kenntnis der Ermittlungsakten, wie sie bei anderen Verteidigern kaum zu beobachten ist. Rick weiß alles, egal, ob die Akte 10.000 oder 30.000 Seiten umfasst. Unentwegt korrigiert sie die Prozessbeteiligten in der Hauptverhandlung. Sie hat im Kopf, wer wann und wo was gesagt hat und welche Seite fehlt. Sie kennt die Sachverständigengutachten und deren Schwachstellen. Sie will wissen, wie diese Expertisen zustande gekommen sind, egal ob es Gutachten über Genspuren sind, über Handydaten oder über Thermodynamik. „Mir macht es nichts aus, wenn eine Akte dick ist“, sagt sie. Das Aktenstudium sei für sie eine Art Meditation, sie versinke in einem Flow und tauche Tage später fast immer mit einem interessanten Fund wieder auf. Auch im Fall Sebastian T. war Rick in einer unscheinbaren Nebenakte auf eine intrigante E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Staatsanwalt und der Vorsitzenden Richterin gestoßen, dieser Fund brachte in der Revision schließlich das Mordurteil zu Fall. Derart aktenfest zu sein, ist Ricks größter Vorsprung vor allen anderen im Raum und eine große Fleiß- und Gehirnleistung. Als klar war, dass es nach dem gemeinsamen Erfolg vor dem Bundesgerichtshof (Yves Georg war schon bei der Revision dabei) einen zweiten Prozess in der Sache T. geben würde, sagte sie zu ihrem Mitverteidiger: „Jetzt lerne ich die Akten auswendig.“

Regina Rick macht kein Aufheben um sich. Die narzisstische Bugwelle, die viele Starverteidiger vor sich herschieben, fehlt bei ihr. Trotzdem wird es oft still, wenn sie einen Gerichtssaal betritt. Der Zuschauer erlebt eine Frau, die unbeeindruckt wirkt vom Auftreten und von der Selbstgewissheit der Richter und von der Feindschaft der Staatsanwälte. Sie weicht keinem Ärger aus, bleibt aber sachlich. „Ich gehe nicht in den Gerichtssaal, um Freunde zu finden, sondern um meinen Mandanten zu retten“, sagt sie. „Ich muss gemein sein, und ich muss Gemeinheiten aushalten.“ Es mache ihr schon lange nichts mehr aus, gehasst und angegriffen zu werden. Schon als Kind sei sie von ihrem Vater herabgesetzt und missachtet worden. Die bayerische Strafjustiz ist nicht etwa erfreut, dass jemand ihre schlimmsten Fehlleistungen korrigiert und Unschuldige vor dem Untergang bewahrt. Im Gegenteil: Sie nimmt es übel. Der Gesichtsverlust ist für viele Justizjuristen offenbar schwerer erträglich als das Unrecht.

Keiner der von der ZEIT angesprochenen Richter und Staatsanwälte wollte sich zu Regina Rick äußern.

Kürzlich traf Rick als Verteidigerin in einem anderen Mordprozess vor dem Landgericht Traunstein wieder auf jenen für die katastrophale Ermittlung gegen Sebastian T. zuständigen Staatsanwalt, der sie seinerzeit angeschrien, ihre Beiträge als „Quatsch“ bezeichnet und die verhängnisvolle E-Mail an die Vorsitzende geschrieben hatte. Und daneben saß ein Sachverständiger aus der Gerichtsmedizin München, die für das erste Fehlurteil gegen den unschuldigen T. mitverantwortlich war. Doch Rick lässt sich nichts anmerken. Sie beträgt sich höflich und unbefangen gegen die beiden, als sei nichts gewesen. Sie weiß, mit wem sie es zu tun hat, aber die Karten sind jetzt neu gemischt. Dies ist ein neues Spiel.

Allein gegen ein ungerechtes System

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Regina Rick gehört zu den herausragenden Verteidigern Deutschlands. © Daniel Delang für DIE ZEIT

Regina Rick ist in München geboren, hier hat sie ihre Kanzlei. Sie hat früh gelernt, dass man sich am besten nur auf sich selbst verlässt. Ihr Vater, ein Mann mit vielen akademischen Abschlüssen und vielen Frauenbekanntschaften, verließ die Mutter, nachdem Ricks ältere Schwester durch eine Pockenschutzimpfung eine schwere geistige Behinderung erlitten hatte. Später, als Jura-Studentin, setzte die junge Regina in jahrelangen Prozessen vor dem Landessozialgericht durch, dass der Impfschaden vom Freistaat Bayern anerkannt wurde. Zwar hatte sie da selbst noch keine Zulassung, doch sie saß ihrer Sozialrechtsanwältin im Nacken und ließ nicht locker, als diese aufgeben wollte. „Wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren“, sagte sie damals. Seither ist sie die gesetzliche Betreuerin ihrer Schwester, die in einem Heim lebt.

Ricks Ex-Mann – Ralf Rick, ebenfalls Jurist – erinnert sich noch gut daran, wie die junge Regina sich weigerte aufzugeben, selbst als der Sachverständige in der ersten Instanz behauptete, Impfschäden gebe es gar nicht. „Sie war der Motor dieser Prozesse“, sagt er. In der zweiten Instanz bekam die Schwester schließlich recht und wurde mit einer erheblichen Summe abgefunden: „Ich bin jetzt die Reichste am Tisch“, sagte die Geschädigte danach beim Mittagessen. Damals kannte noch niemand den Namen Regina Rick. Heute wird Ralf Rick darauf angesprochen, ob er mit dieser bekannten Rechtsanwältin verwandt sei. „Nein“, antwortet er dann, „aber wir waren mal verheiratet.“

Als er sie 1995 beim Public Viewing in einem Wirtshaus kennenlernte, war sie Mitte zwanzig. „Eher unsicher“ saß sie in einer Gruppe von Freundinnen. Rick weiß noch, dass sein FC Bayern seinerzeit 2 : 5 gegen Ajax Amsterdam verloren hat. Vielleicht ein schlechtes Omen. Man heiratete, bekam zwei Kinder, irgendwann wurde es Regina in der Ehe zu eng. Sie hat nie wieder geheiratet und lebt heute allein mit ihrem Rottweiler Momo. Ein Hund, der sei wie sie selbst, sagt sie. Freundlich, aber gefährlich. Diszipliniert und im richtigen Moment zupackend.

Ricks alter Schulfreund Christoph Maier ist Rechtsanwalt in München. Er hat Regina am Münchner Karlsgymnasium erlebt und mit ihr den ersten Schieber getanzt, „aber es ist nichts aus uns geworden“. Sehr lieb sei sie gewesen und „von einer Ernsthaftigkeit, von der ich nicht wusste, woher die kommt“. Er hat noch Fotos aus jener Zeit, die ein sehr junges und sehr schönes Duo zeigen. Regina war schon damals besonders – „fähig zur letztgültigen Einsamkeit“, sagt Maier, das habe man der 17-Jährigen angemerkt. Sie sei es gewohnt gewesen, in schweren Lagen allein dazustehen. So was habe oft mit der Kindheit zu tun: „Man hat viele einsame Erlebnisse.“ Wenn man lernt, dass niemand da ist, der hilft, geht man entweder zugrunde – oder man kämpft sich durch. Eine gute Voraussetzung für einen Strafverteidiger, findet Maier. Er selbst sei in seiner Familie verletzt und angegriffen worden. „Es gibt nicht viele, mit denen ich so verbunden bin wie mit Regina“, sagt er. „Ich glaube, es ist die große Einsamkeit und der brennende Wunsch, nicht mehr einsam zu sein.“

So ganz allein scheint Rick aber doch nicht zu sein, denn um sie hat sich ein Netzwerk an Menschen gebildet, das ihre Arbeit schätzt und unterstützt. Immer wieder findet sie Mäzene, die Gutachten finanzieren, und treibt mit Charme und Freundlichkeit Wissenschaftler auf, die sie fragen und mit denen sie sich beraten kann.

Regina Rick hatte von Anfang an eine eigene Kanzlei, sie arbeitet allein. Jeder Strafprozess ist für sie nicht nur ein Kampf um den Mandanten, sondern immer auch um die Existenz. Nur wer gut ist und Erfolg hat, verdient gut, jedenfalls wenn er nicht mit der Strafjustiz in Bayern gemeinsame Sache macht. Auf Pflichtmandate, die von Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht vermittelt werden, kann sie nicht hoffen. Die Strafjustiz hier zieht Verteidiger vor, mit denen sie „arbeiten“ kann, keine Störenfriede, die die Aburteilung behindern und alle noch durch öffentlich ausgesprochene Wahrheiten in Verlegenheit bringen. „Mir geht es gut mit meinen Pflichtverteidigern“, sagte ein Vorsitzender Richter zu ihr, als sie ihn nach Pflichtmandaten fragte, „warum sollte ich mir eine Rick ins Boot holen?“ Die Szene schildert nicht Rick selbst, sondern ein Kollege.

Die bayerische Strafjustiz ist autoritärer als in anderen Bundesländern

Staatsanwältin zu werden, kam für Rick nie infrage („Ich möchte kein Beamter sein, der für jeden Bleistift einen Antrag schreiben muss“), und auch das Richteramt strebte sie nie an („Ich will niemanden ins Gefängnis schicken, auch wenn ich finde, dass manche Leute dort gut aufgehoben sind“). Doch auch das fremdbestimmte Leben in einer Großkanzlei war für sie unvorstellbar, noch dazu mit zwei kleinen Kindern. Als Berufsanfängerin schwamm sie daher zunächst im Kielwasser des Ingolstädter Rechtsanwalts Klaus Wittmann, von dem sie fast alles über Verteidigung gelernt hat. Durch ihn kam sie an die Wiederaufnahme im Fall des Bauern Rupp, der ihr erster öffentlich wahrgenommener Erfolg wurde.

Dass die Strafjustiz in Bayern autoritärer ist als in anderen Bundesländern, führt Wittmann auf die ungesunde Nähe zwischen Staatsanwälten und Richtern zurück. Die Besonderheit, dass Beamte hier zwischen Staatsanwaltschaft und Gericht hin- und herwechseln, führe zu einer Verwischung der Grenzen. Richter und Ermittler säßen in den Kantinen zusammen und duzten sich, sagt er. „Da ist es nicht leicht, sich als Verteidiger Respekt zu verschaffen.“

Dazu kommt, darf man hinzufügen, dass der für die bayerischen Urteile zuständige Erste Strafsenat des Bundesgerichtshofs über viele Jahre seine Kontrollpflicht vernachlässigt hat. Unter dem elf Jahre währenden Vorsitz des Bundesrichters Armin Nack zog er sich in Juristenkreisen den Spitznamen „Olli-Kahn-Senat“ zu, der „alles hält“. Die Revisionen der Angeklagten hatten besonders wenig Erfolg. 2013 ging Nack in den Ruhestand, doch die Selbstherrlichkeit der Richter und die Verwilderung der Sitten an bayerischen Gerichten – zu beobachten etwa im ersten Prozess gegen Sebastian T. – scheinen immer noch nicht ausgemerzt. Es ist eine feindliche Welt, in die Regina Rick täglich hinauszieht.

„Den hochgemuten, voreiligen Griff nach der Wahrheit hemmen will der Kritizismus des Verteidigers.“ Dieser Satz des berühmtesten aller Strafverteidiger, Max Alsberg, der 1933 von den Nationalsozialisten in den Suizid getrieben wurde, findet sich fast auf jeder zweiten Website von Strafverteidigerbüros. Doch es gibt nicht viele, die ihn wirklich einlösen. Eine davon ist Regina Rick.

Zeit online am 05.08.2026, „Die Zeit“ Nr. 34/2026
https://www.zeit.de/2026/34/justiz-stra ... egina-rick
ohne Paywall:
https://archive.ph/20260805153037/https ... egina-rick

Die Leserkommentare dazu:
https://www.zeit.de/2026/34/justiz-stra ... k#comments

Anmerkung: Zu den im Artikel erwähnten Fällen des Bauern Rupp und dem Badewannen-Fall gibt es mehrteilige ARD-Dokus, siehe hier. Eiskeller-Doku der ARD siehe hier.


Rosenheimer Club-Raub abgeurteilt

Spoiler – hier klicken!

Nachdem der 24-jährige Angeklagte freigesprochen wurde (siehe hier im 2. Spoiler, Verteidiger: RA Baumgärtl), berief sich der 27-jährige Angeklagte (Verteidigerin: RAin Rick) auf „Dummheit“ als Tatmotiv. Die Erste Jugendkammer des LG Traunstein unter dem Vorsitz von Heike Will verurteilte nun Ricks Mandanten wegen einfacher und gefährlicher Körperverletzung (§§ 223 , 224 StGB) zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Von Raub (§§ 249, 250 StGB), wie angeklagt, ist plötzlich keine Rede mehr.

► Traunsteiner Tagblatt am 09.07.2026:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/st ... 05606.html (Paywall)

► Radio Charivari Rosenheim am 04.08.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... eht-weiter

► Radio Charivari Rosenheim am 05.08.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... ungsstrafe

OVB, PNP und das Presseportal des LG Traunstein schweigen bislang.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Montag, 03. August 2026, 20:59:01

Mordprozess um Eman E.

13. Sitzungstag am LG Traunstein: Plädoyers. Kommt es zu einer Verurteilung?

Spoiler – hier klicken!

Was bisher geschah:
viewtopic.php?p=346414#p346414 (1. + 2. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=346563#p346563 (Einschätzung, Termine)
viewtopic.php?p=347071#p347071 (3. + 4. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=352607#p352607 (5. + 6. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=353653#p353653 (7. + 8. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=355505#p355505 (9. + 10. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=355905#p355905 (11. + 12. Sitzungstag)


12. Sitzungstag, 28.07.2026 – Nachtrag

► OVB am 30.07.2026:
https://www.ovb-online.de/rosenheim/bad ... 21661.html (Paywall)
https://web.archive.org/web/20260731042 ... 21661.html (ohne Paywall)


13. Sitzungstag, 03.08.2026

Ortstermin am 31.07.2026 in Bad Aibling:
• 8.00–8.05 Uhr, Sonnenstand vertikal 20°, Himmelsrichtung 84°
• Standpunkt: Fußweg an der Wohnanlage, auf Straßenniveau
• Streitszene in Wohnung nachgestellt
→ Zeugin habe Streit + Attacke beobachten können

Beweisanträge der Verteidigung:
• 5 Anträge von Kammer abgelehnt
• 1 Antrag von Verteidigung zurückgenommen (Lichtexperte)

Plädoyer der StA (StA Wolfgang Fiedler):
• Tatzeit: am 11.11.2024
• Eskalation nach Streit über Kinder [lt. OVB-Ticker: über Kindergeld]
• mehrmals Schläge auf Kopf von Eman E.
• mit massivem, rundem Gegenstand, ∅ 2 cm
→ Tod von Eman E.
→ lt. Rechtsmediziner Gewaltverbrechen, kein Sturz
• niemand habe nach 11.11.2024 Kontakt zu Eman E. gehabt
• kein Anfangsverdacht gegen Angekl. bei Durchsuchung der Whg.
• Annahme vorerst plausibel, Eman E. habe Ehemann verlassen
→ kein Beweisverwertungsverbot
• „massive häusliche Gewalt“ gegen Eman E., seelisch + körperlich
• Angekl. habe Eman E. „kleinhalten“ wollen
• Todesdrohungen gegen Eman E.
• gekränkter Stolz
• Angst, nach Scheidung Zugriff auf Kinder zu verlieren
• spontane Eskalation nicht ausschließbar, aber
• massive Gewalt + vielfache Drohungen → Vorsatz
• Aussagen vieler Zeugen
• DNA des Abgekl. am Verschlussband des Gartenabfallsacks
• Decke vom Fundort identisch mit Decke aus Whg.
• Angekl. lt. Zeugen gewalttätig + herrschsüchtig
• Alternativtäter undenkbar
→ lückenlose Indizienkette
Mord aus niedrigen Beweggründen211 Abs. 2 Var. 4 StGB)
→ lebenslange Freiheitsstrafe

Plädoyer der Nebenklage (RAin Betül Demir):
• „Streit, Gewalt, Kontrolle und Drohungen“
• Mord als „grausames Ende eines Leidenswegs“
• Beweiswürdigung wie StA
→ lebenslange Haft wegen Mordes
besondere Schwere der Schuld57a Abs. 1 Nr. 2 StGB)

Plädoyer der Verteidigung (RAin Juliane Weber):
• Polizei habe „einseitig belastend“ ermittelt
• „Verfolgungsinteresse“ der Polizei gegen den Angekl.
• vielen Spuren sei nicht nachgegangen worden
• Spur Visitenkarte in der Wohnung nicht verfolgt
• Spur Zeltplatz nahe Leichenfundort nicht verfolgt
• Spuren von Eman E. nach Rumänien + Österreich nicht verfolgt
• Tatverdacht schon bei Durchsuchung der Whg.
• warum Spaten mitgenommen, wenn noch kein Tatverdacht?
→ Beweisverwertungsverbot
• Festnahme des Zeugen sei unverhältnismäßg + rechtswidrig
• Aussagen über Aggressivität des Angekl. aus „Gerüchteküche“
• keine Eingrenzung des Verletzungszeitpunkts durch Rechtsmedizin
• „Tatort und Tatzeit unklar“
• „zuhause keine Blutspuren gefunden“
• DNA-Mischspur am Gartenabfallsack vom Angekl. + 2 Unbekannten
• Gutachten zu Decke + Spaten.nicht aussagekräftig
• Decke am Leichenfundort könne „von woanders herstammen“
• Alternatives Tatgeschehen: Whg. freiwillig verlassen, Decke mitgenommen, durch Unbekannten getötet
• auch Unfall nicht auszuschließen
→ viele Lücken in der Indizienkette
Freispruch + Haftentschädigung

Verteidiger Claus Erhard und der Angeklagte schließen sich an.

→ Gericht scheint lt. OVB-Ticker nachdenklich geworden zu sein.

Vorsitzender:
• morgiger Sitzungstag entfällt
• morgen Beratung der Kammer

Weiter geht‘s am 13.08.2026 um 10.30 Uhr mit Verkündung des Urteils.

Anm.: Vage Einschätzungen der Gutachter zur Decke und zu Erdanhaftungen am Spaten mutieren in Fiedlers Plädoyer plötzlich zu absoluter Sicherheit. Wie erklärt sich das Fehlen der Decke im Haushalt der Eheleute, falls die Decke am Leichenfundort nicht aus der Wohnung stammt? Warum wurde zur Decke kein Fasergutachten eingeholt? Befinden sich Fasern aus der Wohnung (beispielsweise vom Sofa) auf der bei der Leiche gefundenen Decke? Warum wurde zu den Erdanhaftungen am Spaten kein biologisches Gutachten (Pollen, Sporen, DNA) eingeholt? Was genau beweist die DNA-Mischspur am Verschlussband des Gartenabfallsacks? Als Zeitungsente entpuppt sich die Meldung der Bild-Zeitung, ein Kassenbon beweise, der Angeklagte habe am Tattag die Decke bei Lidl nachgekauft (siehe hier im 2. Spoiler). Wodurch sieht StA Fiedler das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe (§ 211 Abs. 2 Var. 4 StGB) als bewiesen, wenn er gleichzeitig eine Affekttat („spontane Eskalation“) nicht ausschließt? Ist nur die Berichterstattung so löchrig oder auch die Beweislage? Für eine Verurteilung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, also mindestens 4 der 5 Stimmen (§ 263 Abs. 1 StPO). Der Vorsitzende gibt seine Stimme zuletzt ab (§ 197 GVG). Beratung und Abstimmung sind geheim.


► OVB am 03.08.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 26030.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 26030.html (ohne Paywall)

► Radio Charivari Rosenheim am 03.08.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... plaedoyers
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... -um-eman-e
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... ende-woche

► PNP am 03.08.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... t-21706331 (Paywall)
https://archive.ph/20260803171550/https ... t-21706331 (ohne Paywall)

► OVB am 03.08.2026:
https://www.ovb-online.de/rosenheim/chi ... 27337.html (Paywall)
https://archive.ph/20260803192157/https ... 27337.html (ohne Paywall)

► Regional-Fernsehen Oberbayern am 04.08.2026:
https://www.rfo.de/mediathek/video/mord ... itsstrafe/

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 01. August 2026, 23:33:18

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Hier noch das Urteil dazu:
https://dejure.org/ext/be2cd66fd3a97cfae463a6da8fd779f7 [PDF]
Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 19:52:37 Nachtrag, weil oben falsch bezeichnet: Es ist der BGH-Beschluss
Danke!

Der kleine, aber wesentliche Unterschied zwichen Beschluss und Urteil: Ein Beschluss ergeht einstimmig349 Abs. 4 StPO). Weicht nur einer der fünf BGH-Richter ab, kommt es zur Verhandlung vor dem BGH und anschließend zu einem Urteil. (In puncto Aßbichler folgten die BGH-Richter schon im Eiskeller-Fall einstimmig derselben Auffassung. Auch dort erging die Entscheidung durch Beschluss.)

Erstaunlich ist, dass die Entscheidung aus dem März (!) 2026 erst jetzt ins Licht der Öffentlichkeit rückt – noch dazu zuerst auf Radio Charivari, dessen kurze Meldungen oft der Aktualität um einen Tag hinterherhinken. Zaghaft gefolgt vom OVB. Mussten RA Dürr und das OVB erst eine die Öffentlichkeit schonende Strategie entwickeln? Eisern schweigt die Pressestelle des LG Traunstein bis heute. Hätte der BGH die Revision verworfen, wären Gericht und StA wohl umgehend vom OVB gefeiert worden (vgl. hier).

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Lustig, dass gerade Peter Dürr die Revision eingereicht hat.
Vielleicht auf Druck des Mandanten. Alternative: Beendigung des Mandats. Wäre dann ein Kollege mit der Revision durchgedrungen, hätte es geheißen: warum nicht Dürr? Dürr hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Dem regelmäßigen Leser sollte der 19.3. bekannt vorkommen…
Der einstige Jubeltag der Aßbichler-Fans mutiert zu Aßbichlers Waterloo-Gedenktag. :lol:

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Wer jetzt immer noch denkt, dass der BGH das erste Eiskeller-Urteil ohne die E-Mail nicht aufgehoben hätte, ist vielleicht selbst nicht in der Lage, logische Schlüsse zu ziehen.
Oder bösen Willens, das Volk für dumm zu verkaufen?

Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 19:08:30 Link linkt nicht und ruft Fehler
Funktioniert bei mir prima. Hier findest Du den BGH-Beschluss im Volltext auf einer HTML-Seite:
https://www.hrr-strafrecht.de/1/26/1-37-26.php
https://openjur.de/u/2545635.html
Direkt-Link zum PDF des BGH:
https://www.bundesgerichtshof.de/Shared ... onFile&v=1

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Meine persönliche Lieblingsstelle: …
Bingo! Ein wahrer Leckerbissen! (Nachzulesen bei Rdnr. 12.)

Falsch zitiert das OVB den BGH (siehe hier im Spoiler, fett). Nicht der BGH, wie das OVB behauptet, sondern bereits der Generalbundesanwalt (also der Gegner des Revisionsführers!) sagte in seiner Antragsschrift (Rdnr. 2, 3): „Dem Rechtsmittel wird der Erfolg nicht versagt werden können, da die Verurteilung des Angeklagten einer tragfähigen Beweiswürdigung entbehrt.“ Eine besonders herbe Klatsche!

Zuguterletzt moniert der BGH, Aßbichler habe verpennt, den Tatbestand des erpresserischen Menschenraubs (§ 239a StGB) zu prüfen (Rdnr. 24). Macht Verurteilungsfanatismus rechtsblind?

Die rechtlich relevanten Kernaussagen des BGH sind besonders erkenntnisreich für Anhänger des volkstümlichen Irrglaubens, ein Gericht sei in seiner sogenannten freien richterlichen Beweiswürdigung (§ 261 StPO) frei wie ein Vogel:

Spoiler – hier klicken!
[…]

I. Die Beweiswürdigung ist Sache des Tatgerichts. Die revisionsgerichtliche Prüfung beschränkt sich darauf, ob ihm Rechtsfehler unterlaufen sind. Das ist in sachlich-rechtlicher Hinsicht der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist oder gegen ein Denkgesetz oder einen gesicherten Erfahrungssatz verstößt […]. Lückenhaft ist die Beweiswürdigung, wenn sich das Tatgericht nicht mit allen wesentlichen, den Angeklagten belastenden und entlastenden Indizien auseinandergesetzt hat. Die Urteilsgründe müssen erkennen lassen, dass das Tatgericht die für den Schuldspruch bedeutsamen Beweise erschöpfend gewürdigt, die entscheidungserheblichen Umstände erkannt, in seine Überlegungen einbezogen und in eine umfassende Gesamtwürdigung eingestellt hat; eine Beweiswürdigung, die Feststellungen nicht in Betracht zieht, welche geeignet sind, die Entscheidung zu beeinflussen, oder naheliegende Schlussfolgerungen nicht erörtert, ist rechtsfehlerhaft […]. In Fällen, in denen – wie hier – Aussage gegen Aussage steht und die Entscheidung allein davon abhängt, welchen Angaben das Gericht folgt, müssen die Urteilsgründe erkennen lassen, dass der Tatrichter alle Umstände erkannt und in seine Überlegungen einbezogen hat, die die Entscheidung zu Gunsten oder zu Lasten des Angeklagten beeinflussen können […].

[…]

II. Diesen Maßstäben wird die tatrichterliche Beweiswürdigung in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht.

[…]

BGH, Beschluss vom 19.03.2026, 1 StR 37/26, Rdnr. 3, 4 (Vorinstanz: LG Traunstein, Urteil vom 30.09.2025, 2 KLs 150 Js 40583/24)
https://www.hrr-strafrecht.de/1/26/1-37-26.php
https://openjur.de/u/2545635.html
PDF: https://www.bundesgerichtshof.de/Shared ... onFile&v=1

In vergleichbarer Weise hätte der BGH Aßbichlers Eiskeller-Urteil abserviert, wäre nicht bereits wegen Befangenheit „Game over“ gewesen. Die von @Gast1234(5) oben zitierte Lieblingsstelle hätte dabei besonders häufig Verwendung gefunden. ;-)

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 19:52:37 ich glaube, letztere [das LG Traunstein] hüten sich mittlerweile, ihre Urteile zu veröffentlichen…
Diesen Eindruck teile ich. Im Portal „Bayern-Recht“ sind bislang nur vier (!) strafrechtliche Entscheidungen des LG Traunstein aus dem Jahr 2025 veröffentlicht, darunter Aßbichlers Beschlagnahmungs-Panne, die das BVerfG auf die Palme brachte (siehe hier im 3. Spoiler). Nicht dabei sind der Eiskeller-Freispruch und das neuerdings vom BGH kassierte Urteil.

https://www.gesetze-bayern.de/
Navigation: Ordentliche Gerichtsbarkeit → Landgerichte → LG Traunstein → 2025

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast1234(5) » Samstag, 01. August 2026, 19:52:37

Nachtrag, weil oben falsch bezeichnet: Es ist der BGH-Beschluss, nicht das (Traunstein-)Urteil. ich glaube, letztere hüten sich mittlerweile, ihre Urteile zu veröffentlichen...

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast1234(5) » Samstag, 01. August 2026, 19:43:40

Oh, sorry. Ist ein PDF (Download-Objekt).
Aber so sollte es auch klappen:

https://dejure.org/dienste/vernetzung/r ... tR%2037/26

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Heckengäu » Samstag, 01. August 2026, 19:08:30

Gast1234(5) hat geschrieben: Samstag, 01. August 2026, 17:45:54 Hier noch das Urteil dazu:

https://dejure.org/ext/be2cd66fd3a97cfae463a6da8fd779f7
Link linkt nicht und ruft Fehler

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Gast1234(5) » Samstag, 01. August 2026, 17:45:54

Hier noch das Urteil dazu:

https://dejure.org/ext/be2cd66fd3a97cfae463a6da8fd779f7

Man beachte das Datum: Dem regelmäßigen Leser sollte der 19.3. bekannt vorkommen... 😀

Meine persönliche Lieblingsstelle:
Hierdurch hat sie indes in bedenklicher Weise einen Umstand herangezogen, der gegen die Möglichkeit einer zuverlässigen Täteridentifizierung spricht, um damit nachfolgend die gegenteilige Schlussfolgerung zu begründen.
Aßbichler-typischer geht es kaum.
Wer jetzt immer noch denkt, dass der BHG das erste Eiskeller-Urteil ohne die E-Mail nicht aufgehoben hätte, ist vielleicht selbst nicht in der Lage, logische Schlüsse zu ziehen.

Lustig, dass gerade Peter Dürr die Revision eingereicht hat. Eventuell sieht er die ehemalige Vorsitzende mittlerweile mit ganz neuen Augen...

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 30. Juli 2026, 16:50:07

Erneut Pleite für Aßbichler

Ergänzung zum obigen Beitrag:

Spoiler – hier klicken!

In der Tatsacheninstanz sowie in der Revision verteidigt wird der betroffene Angeklagte von RA Peter Dürr aus Rosenheim (Fachanwalt für Strafrecht). Mit RA Dürr sprach das OVB:
Spektakulärer Entführungsfall in Rosenheim: BGH hebt Urteil gegen Kolbermoorer (21) auf

Bild
Ein Urteil der Zweiten Jugendkammer unter Vorsitz von Richterin Jacqueline Aßbichler wurde aufgehoben. Verteidiger Peter Dürr hatte Revision beim BGH eingelegt. © Huber/Privat



… Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen den damals 21-Jährigen aufgehoben. Somit wird der Fall neu verhandelt. Doch warum hat der BGH so entschieden? Es geht um die Urteilsbegründung. Unter anderem um die Wahllichtbildvorlage. „Die Anforderungen an die Verwertung einer Wahllichtbildvorlage sind relativ hoch“, erklärt Dürr gegenüber dem OVB. „Wie diese Wahllichtbildvorlage genau abgelaufen ist und der angebliche Identifizierungsvorgang erfolgt ist, wurde im Urteil nicht ausreichend dargestellt, moniert der BGH.“

BGH bemängelt fehlende „tragfähige Beweiswürdigung“

Im Beschluss des BGH heißt es wörtlich: „Dem Rechtsmittel wird der Erfolg nicht versagt werden können, da die Verurteilung des Angeklagten einer tragfähigen Beweiswürdigung entbehrt.“ Bedeutet also: Dem BGH fehlte es in der Urteilsbegründung an Beweisen. „Man muss also nachvollziehbar begründen und darstellen können, wie man darauf kommt, dass er der Täter war. Fotos, Videos, DNA oder andere objektive Beweise gibt es nicht und auch die Mitangeklagten haben zu seiner Täterschaft nichts gesagt“, betont Dürr.

Vor Gericht habe der Geschädigte den 21-Jährigen zwar identifiziert. Das sei aber „aus psychologischer Sicht schwierig“, so Dürr. „Kein Zeuge geht davon aus, dass nach umfangreichen Ermittlungen ein Unschuldiger beziehungsweise eine falsche Person auf der Anklagebank sitzt.“ Man spreche von der sogenannten Suggestibilität der Identifizierungssituation. Insgesamt begründet der BGH seine Entscheidung auf sieben Seiten.

Gleiche Strafkammer wie im Eiskeller-Fall

Dass die Revision Dürrs erfolgreich war, war aber nicht selbstverständlich. „Die Erfolgsaussichten einer Revision sind in der Praxis an sich sehr gering“, weiß auch der Verteidiger. Und ergänzt: „Das nunmehr aufgehobene Urteil stammt von der gleichen Strafkammer, die auch den sogenannten Aschau-Fall im ersten Durchlauf verhandelt hat.“ Der BGH prüfe das Urteil dabei lediglich auf Rechtsfehler – er nehme keine eigene Beweiswürdigung vor. „In diesem Fall sind aber die Mängel an der Urteilsdarstellung so groß, dass eben neu verhandelt werden muss.“



So funktioniert eine Wahllichtbildvorlage

Eine Wahllichtbildvorlage ist eine Gegenüberstellung mehrerer Fotos, aus denen eine Zeugin oder ein Zeuge eine verdächtige Person wiedererkennen soll. Sie dient dazu, einen möglichen Täter zu identifizieren oder einen Verdacht auszuschließen. Damit das Ergebnis möglichst fair und brauchbar ist, müssen die Vergleichspersonen ähnlich aussehen und die Auswahl darf nicht suggestiv sein. Eine Wahllichtbildvorlage ist nur ein Ermittlungsinstrument und kein Beweis für sich allein.

OVB am 30.07.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 11382.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 11382.html (ohne Paywall)
Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... d-Comments

Eine Pressemitteilung gibt es bislang weder vom BGH noch vom LG Traunstein:
https://www.bundesgerichtshof.de/DE/Pre ... _node.html
https://www.justiz.bayern.de/gerichte-u ... presse.php


Erst wurde Aßbichles „Traunsteiner Logik“ von Ex-BGH-Richter Thomas Fischer in der LTO zurechtgestutzt (siehe hier), nun auch vom 1. Strafsenat des BGH. Höchste Zeit, nochmal den Grundkurs im Strafprozessrecht zu belegen! Mitten ins Gesicht und von höchster Stelle fliegt der Dreck zu ihr zurück, mit dem sie ihre Gegenspieler bewirft (siehe Abendzeitung hier im 2. Spoiler und hier in der 2. Zitatbox sowie zusammenfassend hier). Grund genug für den Bayerischen Staatsminister der Justiz, endlich über disziplinarische Schritte nachzudenken? Auch in der bayerischen Justizverwaltung gibt es dem Dienstgrad einer Richterin entsprechende Posten zu besetzen. Vielleicht als Chefin des Zentraleinkaufs für bayerische Justizgärten mit Buchsbaumzünslerbefall? :lol: :lol: :lol:


Bild: Podcast-Teaser zum Eiskeller-Fall

Unter dem Titel „Im Einsatz“ startet die Bild-Zeitung einen neuen, wöchentlichen Podcast mit Gastgeber Kai Feldhaus. Eine der ersten Folgen wird den Eiskeller-Fall behandeln, wie heute der Teaser verrät.

Vom Saulus zum Paulus wandelte sich Reporter Andreas Bachner, der anfangs noch vom „Killer aus Aschau“ berichtete und später von einem „Skandalurteil“ Aßbichlers spricht. Ab Min. 1:40 gibt der Teaser einen siebenminütigen Vorgeschmack auf die bevorstehende Eiskeller-Folge:

https://youtu.be/nmVAJ-6jcOY&t=1m40s (Link mit Sprungmarke)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 28. Juli 2026, 19:47:38

Mordprozess um Eman E.

11. und 12. Sitzungstag am LG Traunstein: Au-pair-Mädchen, Materialgutachten, Beweisanträge. Plädoyers am kommenden Montag?

Spoiler – hier klicken!

Was bisher geschah:
viewtopic.php?p=346414#p346414 (1. + 2. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=346563#p346563 (Einschätzung, Termine)
viewtopic.php?p=347071#p347071 (3. + 4. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=352607#p352607 (5. + 6. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=353653#p353653 (7. + 8. Sitzungstag)
viewtopic.php?p=355505#p355505 (9. + 10. Sitzungstag)


11. Sitzungstag, 27.07.2026

Au-pair-Mädchen (27) als Zeugin:
• Arbeitsbeginn im Januar 2025
• gut zwei Monate im Haushalt des Angekl.
• Angekl. habe gesagt, Frau liege im Krankenhaus
• Angekl. soll kurz vor Arbeitsbeginn Wohnung gestrichen haben
• habe in Schränkchen altes Handy von Eman E. gefunden
• Sohn des Angekl. habe Handy-PIN gekannt
• Angekl. habe korrigiert, Ehefrau liege nicht im Krankenhaus
• sie sei zusammen mit ihrem Freund „abgehauen“
• noch viele Kleidungsstücke im Kleiderschrank
• Angekl. habe einmal nachts Waschmaschine eingeschaltet
• habe nie Flecken an Boden und Wänden gesehen
• wisse nichts von Decke mit Leopardenmuster

Zeugin (57) aus Syrien:
• Ehefrau des wg. Falschaussage vorl. festgenommenen Zeugen (64)
• Mann habe berichtet, bis auf Unterwäsche ausgezogen in Zelle
• aber mit Respekt und freundlich behandelt worden
• „psychische Gewalt“ des Angekl. gegen Eman E.
• bestätigt Todesdrohung gegen Eman E.
• nicht viele Gedanken gemacht, so spreche halt ein Mann
• in Heimat des Angekl. (Oberägypten) habe Mann „das Sagen“
• Eman E. sei über alles informiert gewesen
• Eman E. habe von „inhaltlosen Stimmen“ gesprochen

Verteidigung + StA:
• Disput über Zeugenbeinflussung

Kriminalbeamtin als Zeugin:
• erneut über herrenloses Kinderfahrrad
• voll verschleierte Frau mit Kind auf Fahrrad:
• Vollverschleierung passe nicht zu Eman E.
• jemand aus Flüchtlingsunterkunft?
• Spur nicht mehr weiterverfolgt, weil nicht zielführend

Materialgutachten (Verlesung durch Vorsitzenden):
• Spuren eines Tatwerkzeugs am Schädel des Opfers?
→ jein
• winzigste Partikel bei Fraktur an Schläfe
• lassen auf Lack schließen
• wie bei metallenen Werkzeugen oder ähnl. Gegenständen
• Besitz des Angekl.: Fäustelhammer, Schraubenschlüssel, Hantel u. a.
→ keiner dieser Gegenstände auszuschließen
→ keiner dieser Gegenstände zu belegen
→ gewisse Übereinstimmung an Hammer, aber nicht sicher

4 Beweisanträge der Verteidigung:
• Ziel: Erschütterung von Zeugenaussagen
• Austausch + Absprachen im Umfeld von Eman E.?
• Austausch + Absprachen der Schwestern von Eman E.?
• Absprachen zum Aufenthaltsort von Eman E. nach dem 11.11.2024?
Zeugen wollen Eman E. nach dem 11.11.2024 noch gesehen haben
• Streit mit Würgen von Straße durch Fenster erkennbar?
→ Gutachten für Lichttechnik beantragt


► OVB am 27.07.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 15929.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 15929.html (ohne Paywall)

► PNP am 27.07.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... n-21654344 (Paywall)
https://archive.ph/20260727170556/https ... n-21654344 (ohne Paywall)

► OVB am 28.07.2026:
https://www.ovb-online.de/rosenheim/bad ... 18446.html (Paywall)
https://removepaywalls.com/https://www. ... 18446.html (ohne Paywall)

► Radio Charivari Rosenheim am 27.07.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... ad-aibling


12. Sitzungstag, 28.07.2026

StA:
• tritt Beweisanträgen der Verteidigung entgegen

Verteidigung:
• beantragt Übersetzung der Handy-Auswertung des Bruders von Eman E.
• Beweisantrag zu einer Visitenkarte
→ Verbindung zu einem Unbekannten?

Vorsitzender:
• Streit mit Würgen von Straße durch Fenster erkennbar?
→ Prüfung der Sichtverhältnisse
→ anhand Wetterdaten
→ + damaliger Webcam-Aufnahme aus wenige km entfernter Klinik
→ + Ortstermin zur Inaugenscheinnahme
• Entscheidung über Beweisanträge am 03.08.2026
• Entscheidung über Verwertungsverbote im Urteil
• Plädoyers am nächsten Sitzungstag?

Ortstermin:
• nichtöffentlich
• mit Gericht, Kripo, StA, Nebenklagevertreterin, Verteidigung

Weiter geht‘s am 03. und 04.08.2026, jeweils um 8.30 Uhr (und evtl. am 13.08.2026 um 9 Uhr).


► OVB am 28.07.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 17579.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 17579.html (ohne Paywall)

► PNP am 28.07.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... e-21662405 (Paywall)
https://archive.ph/20260728170307/https ... e-21662405 (ohne Paywall)

► Radio Charivari Rosenheim am 28.07.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... -am-montag


Erneut Pleite für Aßbichler

BGH hebt Traunsteiner Urteil im Rosenheimer Drogenprozess auf:

Spoiler – hier klicken!

Die Beweiswürdigung des LG Traunstein weise erhebliche Mängel auf, so der BGH. Hinsichtlich eines der drei Angeklagten stütze sich Aßbichlers Urteil auf Zeugenaussagen und Wiedererkennungen, die nicht ausreichend nachvollziehbar begründet seien. Wesentliche Angaben zu Lichtbildvorlagen und zur Identifizierung des Angeklagten fehlen.

Im Fall des 21-jährigen Angeklagten hebt der BGH das Urteil auf und verweist die Sache zur Neuverhandl8ng zurück an eine andere Jugendkammer des LG Traunstein. Voraussichtlich im Herbst 2025 wird vor der Ersten Jugendkammer unter Vorsitz von Heike Will neu verhandelt.

► Radio Charivari Rosenheim am 28.07.2026:
https://radio-charivari.de/nachrichten- ... rozess-auf

► OVB am 28.07.2026:
https://www.ovb-heimatzeitungen.de/s-lo ... en-auf.ovb (Paywall)
https://removepaywalls.com/https://www. ... en-auf.ovb (ohne Paywall)


Kurzen Prozess gemacht hatte die Zweite Jugendkammer am LG Traunstein im September 2025, damals noch unter dem Vorsitz von Jacqueline Aßbichler:

► PNP am 18.09.2025:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... e-19515422 (Paywall)
https://archive.ph/20260728152838/https ... e-19515422 (ohne Paywall)

► OVB am 19.09.2025:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 42453.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 42453.html (ohne Paywall)

► OVB am 23.09.2025:
https://www.ovb-online.de/rosenheim/ros ... 49972.html (Paywall)
https://removepaywalls.com/https://www. ... 49972.html (ohne Paywall)

► PNP am 24.09.2025:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... n-19553576 (Paywall)
https://archive.ph/20260728153659/https ... n-19553576 (ohne Paywall)

► PNP am 30.09.2025:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... n-19610783 (Paywall)
https://archive.ph/20260728154322/https ... n-19610783 (ohne Paywall)

► OVB am 01.10.2025:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... 63394.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 63394.html (ohne Paywall)

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