VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Ungeklärte Fälle: Martin Bach, Tabita Cirvele, Heidi Dannhäuser, Anna E. (Herrieden), Sergej Enns, Nancy Förster, Denis Franke, Helga Frings, Monika Frischholz, Inga Gehricke, Leonie Gritzka, Jascha Hardenberg, Karl Erivan Haub, Felix Heger, Ines Heider, Ina K. (Gorleben), Anett Carolin Kaiser, Baris Karabulut, Elke Kerll, Inka Köntges, Katrin Konert, Ralf Kottmann, Leitner/Baumgartner, Monika Liebl, Wolfgang Loh, Danuta Lysien, Jennifer M. (Bühl/Bremen), Alexandra May, Maddie McCann, Lars Mittank, Tanja Mühlinghaus, Mandy Müller, Mine O. (Duisburg), Harald Oelschläger, Alexandra R. (Nürnberg), Birgit Rösing (gen. Storck), Petra Schetters, Dirk Schiller, Émile Soleil, Rosi Strohfus, Anton Thanner, Hartmut Weiske

Geklärte Fälle: Vera B. (Datteln), Liam Colgan, Fritz Hagedorn, Kevin Hantl, Maria Henselmann, Rondk Kaniwar, Birgit Keller, Malina Klaar, Timo Kraus, Mike Mansholt, Marc Otto, Rainer Schaller, Sophie Sherpa, Jeannette Stehr, Annika T. (Seelze-Lohnde), Lars Wunder
Heckengäu
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Heckengäu »

Das halte ich für absolut unwahrscheinlich:

- Die Onkel & Tanten des Kleinen sind von 6 Jahren aufwärts; die meisten noch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende
- Er wurde von Nachbarn gesehen. In einem 125 Einwohner Ort ist es unmöglich dass sich Zeugen irren, zumal das Kleinkind erst am Tag zuvor von den Eltern zum Feriendomizil der Grosseltern von Mutter Marie (26) gebracht wurde.

In einer 3/4 Stunde können 10 Anwesende die Umgebung leicht absuchen, zumal der Kleine erst um 17 Uhr aus seinem Mittagsschlaf erwachte und die Grosseltern ein Automobil für einen nahen Ausflug beluden.

An dem mit Sicherheit nicht alle 10 der anwesenden Familienmitglieder teilnehmen konnten.
Ausser es wären 2 Wagen gewesen, von den Grosseltern oder einem der 8 Enkel/innen chauffiert.

Darüber hinaus gab es im Departmente 38 Isère in der Vergangenheit 12 verschwundene Kinder.
Von denen 9 spurlos bis zum heutigen Tag verschwunden blieben und nur 3 Fälle aufgeklärt werden konnten.
Mit 2 Tätern, von denen einer den ersten Mord im Alter von 15 Jahren beging, mit 20 Jahren den zweiten.

https://en.wikipedia.org/wiki/Disparus_ ... re#Victims

Vor diesem Hintergrund ist es vollkommen nachvollziehbar, dass sofort die Gendarmerie gerufen wurde.

Es ist für mich daher überhaupt nicht verständlich, wie vehement diese 10 Familienmitglieder eines schweren Kapitalverbrechens beschuldigt werden, auch weil die Suchhunde - mit den besten Nasen der Welt - nur eine kurze Spur auf der Strasse finden konnten, spricht alles für eine gewaltsame Mitnahme und folgedem Entführung des Kleinen.
Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Dieser Darstellung nach dürfte es Haus Nr. 6 sein, wo die Hunde eine Spur von Emile aufgenommen haben (blaue Markierung). Also 2 Häuser entfernt vom Haus der Großeltern (Haus Nr. 10). Laut Maps sind das allerdings 57 m und keine 20 m vom Haus NR.10.

Bild

Sieht man sich jetzt mal den Bericht von BRISANT und einige französische Nachrichtensender auf YouTube an, wird bezüglich des Gartens der Großeltern auf folgenden Bereich gezeigt.

Bild

Das dürfte dann dieser Bereich (rot umrandet) sein.:

Bild

Es ist also gut möglich, dass sich der Garten der Großeltern nicht direkt neben oder hinter dem Haus der Gr. befand. Von da ungefähr bis zur Hundespur sind es wirklich ca. 20 m. Wenn man sich den Garten dann mal anguckt, wo er sich zuletzt aufgehalten haben soll (genau an der Straße, keine richtige Umzäunung an allen Stellen) ist klar, warum er leicht entwischen konnte.
Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Heckengäu hat geschrieben: Mittwoch, 19. Juli 2023, 22:10:00 ... auch weil die Suchhunde - mit den besten Nasen der Welt - nur eine kurze Spur auf der Strasse finden konnten, spricht alles für eine gewaltsame Mitnahme und folgedem Entführung des Kleinen.

Im Grunde bleiben dann auch nur 2 Möglichkeiten. Entweder eine Entführung an der Stelle, wo die Hunde geschnüffelt haben oder was rein hypothetisch eine Seite vorher angedeutet wurde

Er ist also nicht in den Bergen verunglückt und an das Märchen vom bösen Wolf oder dem Riesenadler glaubt auch keiner.

-------------------------------------------
Hier mal noch was zu den Hunden:
Der Experte zählt die verschiedenen Hypothesen auf. Selbst wenn Emile in ein Loch gefallen wäre, wäre der Hund bis an den Rand des Lochs gelangt. Dasselbe gilt, wenn dieser zum Zeitpunkt der Suche tot gewesen wäre.

Wenn er das Kind wittert, egal ob es tot ist oder weniger als vier Tagen am Leben ist, wird der Hund es trotzdem finden, betont er.
Quelle: https://www.bfmtv.com/police-justice/di ... Vg1CJCwCFo
Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Eben ist mir noch eingefallen, dass Nachbarn Emile und andere Kinder Vormittags in dem Garten spielen gesehen haben. Zu der Zeit kann er doch auch schon durch den ziemlich offenen Zaun gelaufen sein und wieder zurück. Habe die Hunde vielleicht seine Spur vom Vormittag aufgenommen? Wäre zumindest eine Möglichkeit.
z3001x
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von z3001x »

@Heckengäu
also die 125 Einwohner gehören zum Hauptort Le Vernet, für Haut-Vernet wurden 25 Einwohner bzw. an diesem 8 Juli Anwesende genannt. ( https://www.youtube.com/watch?v=lYhUg0YUCvQ bei 1:33 )
Was diese Morde an Kindern und Jugendlichen vor 30 bis 40 Jahren im Department Isère angeht, ich weiß nicht recht, was das besagen soll, außer dass die stattfanden und dass es pädophile Mörder eben gab und gibt. Einen konkreten Bezug seh ich da nicht, das ist nicht nur Jahrzehnte her, es waren auch mehrere unabhängige Täter (bei den beiden aufgeklärten Fällen), und es ist auch recht weit von Le Vernet. Der nächste Tatort ~170 km der weiteste fast 300 km. Und eben die im Schnitt 35 Jahre Zeit, die verging seitdem.

Dass die Tanten&Onkels überwiegend jugendlich Heranwachsende oder junge Erwachsene sind, scheint ja richtig, aber das macht doch nicht die Möglichkeit eines Unfalls, wo jemand fahrlässig schuldig war, weniger wahrscheinlich als wenn es ältere Erwachsene wären, oder versteh’ ich das falsch?

Ich seh es auch als bestätigt sicher an, dass der Junge sich tatsächlich vom Freitagabend bis Samstag da aufhielt, und am Samstag verschwand. Diese Zeugensichtung, wie er die Straße hinabging mag stimmen - oder unrichtig sein.
Bei der Hunde-"Spur" hab ich das Problem, dass in den widersprüchlichen Berichten, die ich gelesen hab, der überwiegende Tenor war, dass sie nur Orte markiert haben, wo der Junge nachweislich vorher (in Begleitung Verwandter aufhielt), aber, nicht dass eine spezielle Stelle auf der Straße ("Rue de Four") nahe der Hauptkreuzung des Ortes "markiert" worden wäre.
Hat jemand eine Quelle, die besagt, die Hunde hätten da tatsächlich positiv "angeschlagen"? Und dass der Ort eine neue Spur und keine bekannte alte (in Verwandschaftbegleitung) ist?

Wenn die Hunde nur alte Spuren finden, heißt das für mich schon, dass es die Spur von Emiles Verschwinden in der Form evtl. gar nicht gibt - also dass er lebend irgendwo nach der angeblichen Siesta am Nachmittag durch den Ort marschierte und dann entweder in der Natur verschwand oder von einem Gewalttäter entführt wurde.

Es könnte schon sein, auch wenn es nicht nett gegenüber der Familie ist, dass diese Version eben aufgetischt wurde.

Das Problematische an der Version im Detail ist ja eben, dass er angeblich hinter dem Haus im Garten gespielt hätte und dann auf die Straße gelaufen sei, wo ihn die Nachbarn gesehen hätten. Da hätte er jedenfalls an dem Auto, das entweder seitlich des Hauses oder davor stehen muss (eher aber seitlich, sonst "verstopft" es die Straße) und das der Großvater und ggf. Helfer belud(en), vorbei kommen müssen.
Wenn das Auto vor dem Haus stand hätte der Großvater et al auch auf die schmale Straße hinabblicken können, in der Emile angeblich hinabspazierte. Es ist nicht auszuschließen, dass er ein Moment erwischte, wo gerade niemand am Auto bzw. vor dem Haus war, aber es nicht wahrscheinlich.

Wenn man die Hundespuren so liest, dass sie eben gar nichts Neues gefunden haben (und der Procureur drückte sich dahingehend aus, dass sie keinen Mehrgewinn an Erkenntnis zum Verbleib erbracht hätten), ist eben ein Geschehen im Haus, oder aber eines, was zeitlich deutlich früher und einem de bekannten aufgesuchten Orte, z.b. bei der Hütte im Wald, stattfand, mit anschließendem Wegbringen des (toten (sic!)) Kinds schon die "logischste" Lösung. Das kann wie es sprichwörtlich heißt, in den besten Familien vorkommen. Das hieße keineswegs, dass die schlechte Menschen wären. Und es könnte durchaus sein, dass man es dann vorgezogen hat, es lieber wie ein durch äußere Gewalt verursachtes unerklärliches Verschwinden aussehen zu lassen, um den inneren Frieden in der Familie, speziell was die Gefühle der Mutter angeht, nicht zu zerstören. Wie würde eine junge Mutter damit zurechtkommen, wenn sie wüsste, mein Bruder ist Schuld am Tod meines Kindes (oder gar mein Vater)? Das ist verdammt hart und niederschmetternd. Auch für die schuldige Person. Da wäre die Version, dass es entführt oder weggelaufen ist, sozusagen sozialverträglicher.
Und wie gesagt es kann ja auch sein, dass jemand sein ganzes Ansehen verliert oder Gefängnis droht, wenn es fahrlässige Tötung war(?).
Man weiß nicht wie sich jemand in der kurzen Zeit, die er hat, entscheidet in der Ausnahmesituation ...

Ich halte eine Entführung durch z.B. einen Pädophilen subjektiv für sehr unwahrscheinlich - aus dem banalen Grund, dass der Ort in der Tat sehr abgelegen ist und sich für solche Leute gar nicht eignet, sondern eigentlich in fast jeder Hinsicht negativ für ihr Vorhaben ist. Die Wahrscheinlichkeit "Beute zu machen" ist gering (bei 25 Anwesenden) und die Wahrscheinlichkeit aufzufallen oder gar dass man inflagranti erwischt wird und es misslingt sehr hoch.
Ideale Orte sind Ferienorte am Strand, wo es von Familien wimmelt und schnell mal jemand im Durcheinander entwitscht.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von AngRa »

@z3001x

Es gibt zu den Hundespuren einige Berichte.

Da ist zunächst folgender Bericht:
Les chiens ont repéré sa trace à deux endroits, dans un rayon de 20 mètres autour de la maison, puis plus rien. "Ça peut vouloir dire qu’à ce moment-là l’enfant est monté dans un véhicule", indique le général Jacques-Charles Fombonne, ancien directeur du Centre national de formation de la police judiciaire. Pour le procureur, aucune piste n’est exclue ni privilégiée.
Übersetzt heißt das:

Die Hunde entdeckten seine Spuren an zwei Stellen, im Umkreis von 20 Metern um das Haus, dann nichts mehr. „Es könnte bedeuten, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt in ein Fahrzeug gestiegen ist“, sagte General Jacques-Charles Fombonne, ehemaliger Direktor des Nationalen Ausbildungszentrums für die Kriminalpolizei. Für den Staatsanwalt ist keine Richtung (?) ausgeschlossen oder privilegiert.


https://www.francetvinfo.fr/faits-diver ... 57843.html

Demnach haben die Hunde an zwei Stellen Spuren von Émile entdeckt. Da ist zwar nichts zu lesen, dass es sich um Stellen handelt, wo der Kleine früher zusammen mit anderen Angehörigen war, aber gut denkbar wäre diese Möglichkeit.

In anderen Berichten wird beklagt, dass die Hunde keine Spuren entdeckt haben.

Malgré la spécialisation de ces chiens dans les travaux de recherches, aucune piste probante n'a été trouvée autour du hameau du Haut-Vernet. Un échec qui ouvre la voie à plusieurs autres hypothèses.
Übersetzt heißt das

Trotz der Spezialisierung dieser Hunde auf "Forschungsarbeiten" konnte rund um den Weiler Haut-Vernet keine überzeugende Spur gefunden werden. Ein Misserfolg, der den Weg für mehrere andere Hypothesen öffnet.

https://www.bfmtv.com/police-justice/di ... 8o5mF3hes8

Ich interpretiere diese Berichte so, dass im weiteren Umkreis keine Spuren gefunden werden konnten. Das könnte bedeuten, dass der Kleine das Grundstück und den nächsten Umkreis nie richtig verlassen hat.

Die anwesenden Angehörigen von Émile sind sicher schon alle vernommen worden. Vielleicht gibt es nun aber nach Einleitung der gerichtlichen Untersuchung die Möglichkeit intensivere Befragungen durchzuführen.
Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

AngRa hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 04:49:17

Ich interpretiere diese Berichte so, dass im weiteren Umkreis keine Spuren gefunden werden konnten. Das könnte bedeuten, dass der Kleine das Grundstück und den nächsten Umkreis nie richtig verlassen hat.

Die anwesenden Angehörigen von Émile sind sicher schon alle vernommen worden. Vielleicht gibt es nun aber nach Einleitung der gerichtlichen Untersuchung die Möglichkeit intensivere Befragungen durchzuführen.
Es heißt nicht, dass er das Grundstück der Großeltern nicht verlassen hat, vielmehr wird gesagt, dass es außerhalb des Weilers in Haut-Vernet keine überzeugende Spur gefunden wurde. Ein Misserfolg, der den Weg für mehrere andere Hypothesen ebnet.

Manche sehen die Angehörigen gedanklich schon sinngemäß am Galgen baumeln.

Es wohnt nicht nur die Familie von Emile in dem kleinen Ort. Unmittelbare Nachbarn z.B......

Besonders die Familie wurde doch nun auch genau unter die Lupe genommen, was in solchen Fällen normal ist. Ein Nachbar, der sich zum Tatzeitpunkt oder kurz danach mobil entfernt hätte, fällt weniger auf. Das Gedächtnis der Nachbarn ist aber auf den unmittelbaren sozialen Umkreis des kleinen Emile (da es sich um das Opfer handelt) gerichtet.
Widasedumi
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ich lese hier ein bisschen mit, aber nicht intensiv, weil ich mich zeitlich nicht in alle Fälle vertiefen möchte.
Wo das Mysterium hier liegt, habe ich absolut keine Ahnung. Einen vergleichbaren Fall mit einem kleinen Kind kenne ich nicht.
Aber Mysterien verstecken sich manchmal auch in Familien. Damit will ich gar nichts andeuten oder behaupten.
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Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Widasedumi hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 06:08:55 I
Aber Mysterien verstecken sich manchmal auch in Familien.
Natürlich, sehr viele sogar. Eine Statistik ist aber noch lange kein Beweis für die Schuld dieser Familie. Aus dem Grund nehme ich mir die Freiheit in mehrere Richtungen zu denken.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Phil Durchblick hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 06:56:15 Natürlich, sehr viele sogar. Eine Statistik ist aber noch lange kein Beweis für die Schuld dieser Familie. Aus dem Grund nehme ich mir die Freiheit in mehrere Richtungen zu denken.
Das ist richtig. Zuerst hat es doch auch den Gedanken gegeben, dass ein Verbrechen aus einer politischen Ecke motiviert gewesen sein könnte?
Das halte ich nicht für abwegig. Dorthin gehen meine Gedanken immer wieder. Trotzdem! Wenn alles nichts bringt, muss die Polizei von innen nach außen ermitteln. Bei Sonja Engelbrecht hat die Polizei sogar den Garten der Fam. Engelbrecht oder der Tochter umgegraben. Das war aus der Rückschau für die Familie zum Verschwinden eine unbeschreibliche Leidpotenzierung.
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Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Widasedumi hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 07:16:20 Das ist richtig. Zuerst hat es doch auch den Gedanken gegeben, dass ein Verbrechen aus einer politischen Ecke motiviert gewesen sein könnte?
Das halte ich nicht für abwegig. Dorthin gehen meine Gedanken immer wieder. Trotzdem! Wenn alles nichts bringt, muss die Polizei von innen nach außen ermitteln. Bei Sonja Engelbrecht hat die Polizei sogar den Garten der Fam. Engelbrecht oder der Tochter umgegraben. Das war aus der Rückschau für die Familie zum Verschwinden eine unbeschreibliche Leidpotenzierung.
Genau das meine ich. So wie ich in diesem Fall informiert bin, wurde auch schon der Kühlschrank und alles erdenklich mögliche der Familie untersucht. Egal was hier passiert ist, es muss eine ungeheure Belastung auf der Familie liegen. Ich werde mich an dieser Stelle auch hier ausklinken und hoffe, dass man Gewissheit über das Schicksal von Emile erlangen wird.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Heckengäu »

Phil Durchblick hat geschrieben: Mittwoch, 19. Juli 2023, 23:50:11 Sieht man sich jetzt mal den Bericht von BRISANT und einige französische Nachrichtensender auf YouTube an, wird bezüglich des Gartens der Großeltern auf folgenden Bereich gezeigt.

Bild

Das dürfte dann dieser Bereich (rot umrandet) sein.:

Bild
Nein, das ist unmöglich.
Fixpunkt sind die beiden Dächer, Ziegelrot und Hellgrau, sowie die Bäume.
Der erwähnte Garten liegt diesen beiden Häusern auf dem Scheibenschuss aus dem Video 'optisch' gegenüber, ist folgedem einiges weiter unten:
lhv1.jpg
lhv1.jpg (365.25 KiB) 6764 mal betrachtet
Genau an diesem, von Strassen und Wegen umschlossenen, grob Rechtwinkligen Areal, kann ein Fahrzeug optimal wenden.

Zur Uhrzeit des nahezu spurenlosen Verschwinden des 2-jährigen Kleinkindes war es noch sehr warm, nahe 30°C.
Da sind Roll- und Fensterläden an den Wohnhäusern geschlossen nach Süden und Westen, dazu wenige Menschen auf den Gassen, eventuell noch auf beschatteten Terrassen mit Blick nach Süden.
Phil Durchblick

Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Phil Durchblick »

Heckengäu hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 07:43:34 Nein, das ist unmöglich.
Fixpunkt sind die beiden Dächer, Ziegelrot und Hellgrau, sowie die Bäume.
Der erwähnte Garten liegt diesen beiden Häusern auf dem Scheibenschuss aus dem Video 'optisch' gegenüber, ist folgedem einiges weiter unten:lhv1.jpg
Genau an diesem, von Strassen und Wegen umschlossenen, grob Rechtwinkligen Areal, kann ein Fahrzeug optimal wenden.

Zur Uhrzeit des nahezu spurenlosen Verschwinden des 2-jährigen Kleinkindes war es noch sehr warm, nahe 30°C.
Da sind Roll- und Fensterläden an den Wohnhäusern geschlossen nach Süden und Westen, dazu wenige Menschen auf den Gassen, eventuell noch auf beschatteten Terrassen mit Blick nach Süden.
Lieber Heckengäu, deiner Meinung nach liegt der Garten dann ja noch viel weiter weg vom Haus der Großeltern als in meiner Darstellung. Im Grunde bestätigt, dass einfach mehr meine Theorie, wie leicht er sich aus dem Garten entfernen konnte. Egal, ich bin jetzt zu müde dafür. Ich vertraue dir dann einfach. Wollte mich aus dem Thema eh ausklinken. Man sieht sich. LG Phil
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Coco »

Danke @ Kantara für die Info! (viewtopic.php?p=228703#p228703)

z3001x hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 00:53:58 Wenn man die Hundespuren so liest, dass sie eben gar nichts Neues gefunden haben (und der Procureur drückte sich dahingehend aus, dass sie keinen Mehrgewinn an Erkenntnis zum Verbleib erbracht hätten), ist eben ein Geschehen im Haus, oder aber eines, was zeitlich deutlich früher und einem de bekannten aufgesuchten Orte, z.b. bei der Hütte im Wald, stattfand, mit anschließendem Wegbringen des (toten (sic!)) Kinds schon die "logischste" Lösung. Das kann wie es sprichwörtlich heißt, in den besten Familien vorkommen. Das hieße keineswegs, dass die schlechte Menschen wären. Und es könnte durchaus sein, dass man es dann vorgezogen hat, es lieber wie ein durch äußere Gewalt verursachtes unerklärliches Verschwinden aussehen zu lassen, um den inneren Frieden in der Familie, speziell was die Gefühle der Mutter angeht, nicht zu zerstören. Wie würde eine junge Mutter damit zurechtkommen, wenn sie wüsste, mein Bruder ist Schuld am Tod meines Kindes (oder gar mein Vater)? Das ist verdammt hart und niederschmetternd. Auch für die schuldige Person. Da wäre die Version, dass es entführt oder weggelaufen ist, sozusagen sozialverträglicher.
Und wie gesagt es kann ja auch sein, dass jemand sein ganzes Ansehen verliert oder Gefängnis droht, wenn es fahrlässige Tötung war(?).
Man weiß nicht wie sich jemand in der kurzen Zeit, die er hat, entscheidet in der Ausnahmesituation ...
Wenn man sich in die Lage der aufsichtspflichtigen Großeltern versetzt, die ja selbst noch ein kleineres Kind haben, ist dies ein wahres Horrorszenario. Die Gründe, die du für einen evtl. abgesprochenen Ablauf schilderst, sind absolut nachvollziehbar. Wenn Emile "nur" verletzt gewesen wäre, hätte die Familie sicher einen Notarzt gerufen.
In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie der Vater von Emile reagiert hätte. Die Medien haben ja versucht, ein bestimmtes Bild von ihm zu zeichnen... Oder wäre er zeitnah eingeweiht worden und würde die Entscheidung der Großfamilie mittragen?

z3001x hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 00:53:58 Ich halte eine Entführung durch z.B. einen Pädophilen subjektiv für sehr unwahrscheinlich - aus dem banalen Grund, dass der Ort in der Tat sehr abgelegen ist und sich für solche Leute gar nicht eignet, sondern eigentlich in fast jeder Hinsicht negativ für ihr Vorhaben ist. Die Wahrscheinlichkeit "Beute zu machen" ist gering (bei 25 Anwesenden) und die Wahrscheinlichkeit aufzufallen oder gar dass man inflagranti erwischt wird und es misslingt sehr hoch.
Ideale Orte sind Ferienorte am Strand, wo es von Familien wimmelt und schnell mal jemand im Durcheinander entwitscht.
Die neue Info, dass Emile bereits am Freitag bei den Großeltern abgeliefert wurde, finde ich interessant.
Spekulatius:
Möglicherweise hatten Emiles Eltern tags darauf geplant etwas vor, wo sie den Kleinen nicht mitnehmen konnten/wollten.
Über das Outfit des Vaters, (Stoffhose/Rollkragenpullover [bei den Temperaturen evtl. Übersetzungsfehler] habe ich in Erinnerung) bei der Suche nach Emile, haben sich lt. Berichten wohl einige Suchbeteiligte gewundert.
Es könnte sein, dass der Hilferuf der Großeltern wg. der Vermissung die Eltern bei eben diesem Event erreicht hat.
Denkt man an eine Entführung, wäre es deshab möglich, dass Anderen (Gästen/Freunden/Feinden) durchaus auch schon am Freitag bekannt war, wo sich Emile während der Abwesenheit der Eltern aufhalten wird.
Ein kidnapping könnte auch eine Auftragsarbeit von jemandem gewesen sein, welcher der Familie Soleil nicht wohlgesonnen ist. Politik?
Eine Person, die Emile abgegriffen habe könnte, muss auch nicht zwingend ein Mann (und pädophil) sein.

Aber ich gebe dir Recht z3001, dass ein solches "Projekt" an diesem Ort schwierig durchführbar ist. Unmöglich aber nicht.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Gast A »

Für mich stinkt der Fall zum Himmel.

Marie und ihre Geschwister wurden zu Hause unterrichtet und besuchten keine Schule.

Die Dorfbewohner gaben an, dass sie die Famiie nur vom sehen kannten, weil sie sehr diskret ist.

Mir kommt das sehr weltfremd und eigenartig vor.

Eine "Art Familientreffen" - was könnte man darunter verstehen?

https://de.euronews.com/2023/07/19/verm ... eisse-spur
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Gast »

Gast A hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 14:24:32 Eine "Art Familientreffen" - was könnte man darunter verstehen?
Schlicht und einfach der traditionelle Beginn der 2-monatigen Sommerferien am 08.07. - 03.09. in Franks Reich.
Die Zusammenkunft der ganzen Familie, wie jedes Jahr im Ferienhaus der Eltern und Grosseltern.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von Gast A »

Gast hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 15:53:19 Schlicht und einfach der traditionelle Beginn der 2-monatigen Sommerferien am 08.07. - 03.09. in Franks Reich.
Die Zusammenkunft der ganzen Familie, wie jedes Jahr im Ferienhaus der Eltern und Grosseltern.
Mag sein, ich war nur verwundert, weil in dem von mir verlinkten Artikel steht, dass die Kinder keine Schule besuchten.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von AngRa »

In Frankreich besteht eine Bildungspflicht, die auch durch Hausunterricht erfüllt werden kann.
Bildungspflicht und Ganztagsschule
Die Schulpflicht wurde in Frankreich am 28. März 1882 eingeführt. Heute sind durch die Bildungspflicht auch Hausunterricht und Unschooling möglich, (teilweise non-scolarisation genannt). Möchte ein Kind im Einvernehmen mit den Eltern nicht zur Schule gehen, melden die Eltern dies der Stadt, die in diesem Falle in regelmäßigen Abständen die familiären Bedingungen, die Gesundheit und die Lernfortschritte des Kindes überprüft. Etwa 30.000 Kinder in Frankreich besuchen keine Schule
https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungss ... Frankreich

Ich nehme an, dass die Kinder der Familie allesamt zu Hause unterrichtet worden sind und dann am Schuljahresende amtliche Prüfungen abgelegt haben.

In Deutschland gilt seit 1938 Schulpflicht, d.h. die Schulpflichtigen müssen eine anerkannte Schule besuchen.. Heimunterricht ist nicht möglich.
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Die Familie von Emilie (also seine Mutter Marie, sein Vater Columban, er und seine kleine Baby-Schwester) sind wohl nur in dem Ort, wo sie unterm Jahr wohnen, als junge Kleinfamilie wenig bekannt, weil sie da eben neu, seit erst einem Jahr wohnen. Vorher lebten wohl direkt in Marseille. Und zwar ist das der Ort La Bouilladisse. Da wohnen auch die Großeltern unterm Jahr. Es ist etwas nordöstlich von Marseille und hat so 6.000 Einwohner.
Der Großvater sei da Physiotherapeut bzw. Osteopath. Die Ur-Großmutter sei Lehrerin des halben Ortes gewesen. Das ist sozusagen der Stammsitz der Großfamilie mütterlicherseits (deren Familien-Name ich immer noch nicht kenne).
In Haut-Vernet und Le Vernet organisieren diese Groß-Familie z.B. Gottesdienste und andere kirchliche Anlässe mit, speziell wenn es um Kirchenmusik geht. Da sind sie wohlbekannt. Es soll ja schon der Ur-Großvater der Sippe da ein Haus gehabt haben.
https://www.laprovence.com/article/fait ... l-ancienne (und durch deepl jagen https://deepl.com )

Bevor man sich übers Homeschooling aufregt und die von der Presse intendierte Echauffierungsgeiferreaktion zeigt, sollte man sicher erst einmal mit dem französischen Bildungssystem auseinandersetzen, wo das nicht so unüblich ist. Etwa 40.000 solcher Schüler gab es bis 2019. Jetzt macht Macron wohl Front dagegen. Wenn ich mir die Bildungslücken heutiger deutscher Schüler anschaue, die oft weder Grundrechenarten noch korrekte Rechtschreibung beherrschen, weiß ich, dass das jedenfalls nicht das Gelbe sein muss, wenn es Vater Staat mit viel Steuergeld organisiert und die Kontrolle darüber hat. Es ist nicht per se zum Wohl der Schüler und Eltern. Aber das steht alles auf einem anderen Blatt.

In dem oben verlinkten Artikel wird es so formuliert als ob sich das Homeschooling nur auf die Grundschulphase bezogen habe, laut einem dortigen Anwohner. Muss natürlich nicht 100% stimmen.
Denn in La Bouilladisse kennt jeder die Familie von Émile. "Seine Urgroßmutter war die Lehrerin des halben Dorfes - sehr streng, aber respektiert", schmunzelt ein ehemaliger Schüler. Sein Großvater ist Physiotherapeut - auch sehr beliebt. Und ihre Mutter ist die älteste von zehn Geschwistern". Eine bekannte Großfamilie, aber weit entfernt vom Festkomitee, die als "sehr tradi" beschrieben wird, ein strenger und religiöser "Clan", dessen Kinder nicht die Grundschule besuchten. "In der heutigen Gesellschaft gilt man als Außerirdischer, wenn man zehn Kinder hat und zu Hause zur Schule geht", sagt ein Verwandter. Sie zogen die lateinische Messe in der Kirche Saint-Charles in Marseille oder sogar in Aix der normalen Liturgie in der örtlichen Gemeinde vor, wo sie manchmal, wie in Le Vernet, Konzerte mit geistlicher Musik gaben. Gesänge, die auch in Émiles Zuhause erklangen, der als für sein Alter sehr aufgeweckt beschrieben wird. Er sprach gut und konnte gut laufen", berichtet ein Nachbar. Ich sah ihn sogar mehrmals kurz die Treppe hinunterlaufen. Da dachte ich, er sei weggelaufen."
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Re: VERMISSTENFALL ÉMILE (2), LE VERNET (FRANKREICH), 2023

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Coco hat geschrieben: Donnerstag, 20. Juli 2023, 09:34:36 In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie der Vater von Emile reagiert hätte. Die Medien haben ja versucht, ein bestimmtes Bild von ihm zu zeichnen... Oder wäre er zeitnah eingeweiht worden und würde die Entscheidung der Großfamilie mittragen?
(...)
Denkt man an eine Entführung, wäre es deshab möglich, dass Anderen (Gästen/Freunden/Feinden) durchaus auch schon am Freitag bekannt war, wo sich Emile während der Abwesenheit der Eltern aufhalten wird.
Ein kidnapping könnte auch eine Auftragsarbeit von jemandem gewesen sein, welcher der Familie Soleil nicht wohlgesonnen ist. Politik?
Eine Person, die Emile abgegriffen habe könnte, muss auch nicht zwingend ein Mann (und pädophil) sein.
(...)
Aber ich gebe dir Recht z3001, dass ein solches "Projekt" an diesem Ort schwierig durchführbar ist. Unmöglich aber nicht.
Also möglich ist es schon. Bei Politik würde der Gegner ja vermutlich aus der Umgebung kommen, wo der Vater politisch aktiv ist oder war, also aus dem Raum Marseille. Würde der sich nicht eher auf den Lebensmittelpunkt des Vaters konzentrieren und auskundschaften, wie er den Sohn da entführen kann, wo der Vater und normalerweise der Sohn eben lebt? Das wäre 160 km weiter südlich von Le Vernet, bei Bouilladisse / Marseille. Dass derjenige dann die Ferienreise mitmacht, wäre ja eine totale Verkomplizierung seines Vorhabens. Und dazu müsste er seinen Feind ja regelrecht 24/7 beschatten. Vorort müsste er sich ja auf neues Terrain und unbekannte Situationen und Leute einlassen. Sag nie nie okay, aber es ist sozusagen Anti-Ockham.
Wenn es wirklich eine gezielte Entführung ist, wo Emile das vorher ausgesuchte Opfer ist und nicht ein Zufallsopfer, würde es schon auf Insiderkenntnisse des Täters schließen lassen, was die Lebensplanung der Soleils angeht. Das würde eher für einen Vertrauten oder Angehörigen sprechen - wenn das des Rätsels Lösung wäre.
Was halt merkwürdig ist, ist, dass bei so einer gezielten Entführung die Täter ja nicht ahnen können, dass das Kind um 17:15 eben mal die Straße runterspazieren kommt. Sie würden ihn eher hinter oder am Haus, wo sie ahnen können, dass er sich aufhalten wird, entführen. Und dass das dann alles geräuschlos und unbemerkt vonstattengeht, wenn sich im oder am Haus potenziell 10 Menschen aufhalten - da muss man schon versiert im Entführen sein, schon fast SEK- oder SWAT-Niveau. Was anderes wäre es selbstredend, wenn er mit jemand mitgeht, dem er vertraut und wo niemand es komisch findet, wenn er beide zusammen sieht.

Also, auch wenn es nur eine belanglose Einzeleinschätzung ist, ich seh eine Entführung als nicht so wahrscheinlich an.
Die Hundespuren sind laut den frz Zeitungsberichten eig gar keine. Die sagen eben nicht, dass er bis zu dieser Kneipe "Chez les Ringuous" bzw. der Saint-Martin-Kirche an diesem zentralen Dorf-Platz an der Kreuzung lief und sie dann abrupt abbrechen. Sondern die Hunde haben nicht wirklich eine Fährte aufgenommen, die den Namen verdient.
D.h. die Hundespuren und Nachbarsichtung widersprechen sich, eine von beiden stimmt nicht ganz - oder sogar beide ;).

Für mich ist der Angelpunkt die These, dass Emile nach dem Mittagsschlaf erst hinten im Garten gespielt hätte und ihm jemand schon die Wanderschuhe angezogen hätte, und er dann unbemerkt nach vorne auf die Straße gelaufen wäre, wo er am Auto, das gerade beladen wurde, vorbeigekommen wäre. Das ist unrealistisch - nicht ganz unmöglich, aber wenn man es sich konkret vorstellt, dann ist es schwer vorstellbar, weil ja auch die Straße, die er angeblich hinabging, noch im Sichtbereich der Autobelader wäre. Und daher glaub ich, dass das so nicht war und eine Schutzbehauptung ist. Es hieß, die Jugendlichen sollten eingehender befragt werden - und Jugendliche würden am schnellsten einknicken. Ich könnte mir vorstellen, dass falls das so durchgeführt wird, es neue Erkenntnisse bringen wird.
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