VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT<<

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Ungeklärte Fälle: Carolin Schmidt (NEU), Martin Bach, Tabita Cirvele, Heidi Dannhäuser, Sergej Enns, Nancy Förster, Denis Franke, Helga Frings, Monika Frischholz, Inga Gehricke, Leonie Gritzka, Jascha Hardenberg, Karl Erivan Haub, Felix Heger, Ines Heider, Vanessa Huber, Anett Carolin Kaiser, Baris Karabulut, Elke Kerll, Inka Köntges, Katrin Konert, Ralf Kottmann, Leitner/Baumgartner, Monika Liebl, Danuta Lysien, Jennifer M. (Bühl/Bremen), Alexandra May, Maddie McCann, Lars Mittank, Tanja Mühlinghaus, Mandy Müller, Mine O. (Duisburg), Harald Oelschläger, Birgit Rösing (gen. Storck), Scarlett Salice, Petra Schetters, Dirk Schiller, Rosi Strohfus, Anton Thanner, Hartmut Weiske

Geklärte Fälle: Vera B. (Datteln), Liam Colgan, Anna E. (Herrieden), Fritz Hagedorn, Kevin Hantl, Maria Henselmann, Rondk Kaniwar, Birgit Keller, Malina Klaar, Timo Kraus, Wolfgang Loh, Mike Mansholt, Marc Otto, Rainer Schaller, Sophie Sherpa, Jeannette Stehr, Annika T. (Seelze-Lohnde), Lars Wunder
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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Rückblick

Im Jahr 2011 nahm Bernhard H. Chatkontakt mit der damals elfjährigen, mit ihm weder verwandten noch persönlich bekannten Schülerin Maria H. aus Freiburg auf.

Spätestens Anfang 2013 fanden laut Staatsanwaltschaft dann Treffen in Freiburg statt, bei denen es zu "sexuellen Kontakten bis zum Geschlechtsverkehr" kam. Der Kontakt flog auf, Treffen wurden untersagt. Die Polizei hielt eine "Gefährderansprache". Ein Verfahren wurde eingestellt.

Am 4. Mai 2013 kam Maria nicht nach Hause.

Im Visier der Fahnder: der Elektriker aus Blomberg.

Trotz großer Polizeifahndung und einer eigenen Suchaktion der Mutter in Sozialen Netzwerken blieben die beiden verschwunden.

Nur einmal, im Juli 2013, gab es noch eine Spur aus Polen. Danach gab es keine konkreten Hinweise mehr. Bis sich Maria H., inzwischen volljährig, Ende August 2018 völlig überraschend aus Mailand bei ihrer Familie meldete und nach 1944 Tagen nach Freiburg zurückkehrte.

Bernhard H. wurde Anfang September auf Sizilien, wo die beiden nach außen als Vater und Tochter gelebt hatten, festgenommen und bald darauf nach Deutschland ausgeliefert.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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Vorschau

Der Prozess vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Freiburg gegen den 58 Jahre alten Bernhard H. aus dem nordrhein-westfälischen Blomberg beginnt am Mittwoch, 8. Mai, 9 Uhr. Dabei geht es unter anderem um die Entziehung und den mutmaßlich schweren sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen in etwa 100 Fällen.

Am zweiten Verhandlungstag (13. Mai) soll die heute 19-Jährige – wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit – aussagen; sie und ihre Mutter treten im Prozess auch als Nebenklägerinnen auf.

Ein psychiatrischer Gutachter wird sich der Frage widmen, ob eine Sicherungsverwahrung in Frage kommt.

Terminiert sind vorerst sieben Verhandlungstage. Gehört werden sollen 15 Zeugen.

Ein Urteil könnte es demnach Ende Juni geben.

Bei Kindesentzug drohen dem Angeklagten laut Strafgesetzbuch bis zu fünf Jahre Haft, in schweren Fällen bis zu zehn Jahre.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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9.15 Uhr: Das Interesse am Prozessauftakt gegen Bernhard H. ist groß.

Medienvertreter aus ganz Deutschland haben sich in Saal IV des Freiburger Landgerichts versammelt.
Auch die Besucherplätze sind voll besetzt. Die Fernsehkameras im Gerichtssaal sind auf den Eingang gerichtet. Es bildeten sich diesmal aber keine Warteschlangen wie bei den vergangenen bundesweit beachteten Prozessen.

Durch den Eingang tritt um kurz vor 9 Uhr die inzwischen 19-jährige Maria H. Sie wird begleitet von ihrem juristischen Beistand. Nach wenigen Minuten verlässt sie den Saal wieder.

Soeben dringt die Nachricht durch, dass der Angeklagte im Stau stünde. Das ist der Grund, warum sich der Beginn der Verhandlung verzögert.
9.30 Uhr: Mit 25 Minuten Verspätung beginnt der erste Verhandlungstag im Prozess gegen Bernhard H.

Der Angeklagte schützt sich beim Betreten des Saales mit einem aufgeklappten Aktenordner, den er sich vor das Gesicht hält. Auf dem Klappdeckel klebt eine Postkarte, auf der zwei Hände ein Herz bilden.

Zudem trägt Bernhard H. eine Kapuze. Ein Dutzend Fernsehkameras und Fotoapparate sind auf ihn gerichtet. An seiner Seite sitzt Verteidiger Stephan Althaus.

Nun kehrt auch Maria H. wieder mit ihren Begleiterinnen zurück, darunter auch ihre Mutter. Sie sitzt dem Angeklagten gegenüber, der sich nach wie vor hinter dem Ordner verbirgt. Maria H. macht einen gefassten Eindruck. Im Gespräch mit ihrer juristischen Vertreterin lächelt sie sogar kurz.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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9.45 Uhr: Bernhard H.s Verteidiger Stephan Althaus beantragt den Ausschluss der Öffentlichkeit, sowohl für die Verlesung der Anklage als auch die Befragung des Angeklagten.

Richter Arne Wiemann bittet die Medienvertreter und Besucher daraufhin, den Saal zu verlassen, um sich mit seinen Nebenrichtern zu beraten.

Dieses Vorgehen ist eher unüblich. In 30 Minuten will er seine Entscheidung verkünden.
10.15 Uhr: Der Richter hat entschieden und verkündet seine Beschlüsse:

Die Öffentlichkeit wird während der Vernehmung des Angeklagten ausgeschlossen.

Die Verlesung der Anklage bleibt hingegen öffentlich.
Die Anklage enthalte keine intimen Angaben, die es zu schützen gelte.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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11.00 Uhr: Staatsanwältin Nikola Novak verliest die Anklageschrift.

Sie beschreibt die Vorgeschichte, wie Bernhard H. in einem Chat Kontakt mit der minderjährigen Maria H. aufgenommen habe. Ihm sei das Alter des Mädchens damals bekannt gewesen.

Die Frau des Angeklagten hatte ihren Mann, als sie den Chat entdeckte, angezeigt. Trotz Ermahnung der Polizei habe dieser den Kontakt aber heimlich fortgeführt.

Seit 2012 kam es zu heimlichen Treffen der beiden in Freiburg.

Seit 2013 kam es zu weiterreichenden sexuellen Kontakten, so Novak. Weil ihnen die Mutter von Maria H. auf die Schliche gekommen war, beschlossen sie die Flucht nach Polen, wo sie sich einen Monat aufhielten.

Im Juli 2013 fuhren sie über die Slowakei nach Ungarn. In Italien fuhren sie über Land bis nach Sizilien. Im Mai 2015 seien sie aus Angst vor den Fahndern weitergezogen.

Bernhard H. war die einzige Bezugsperson von Maria H. Sie ist wegen einer Erkrankung auf Medikamente angewiesen, die ihr der Angeklagte nicht besorgt habe.

Ohne Wissen des Angeklagten nahm sie im vergangenen Jahr Kontakt zur ihrer Familie auf und vereinbarte ein Treffen, um sich abholen zu lassen.

Marias Mutter hatte während der Zeit über soziale Medien und TV-Auftritte nach ihr gesucht. Sie leidet heute unter einer Depression.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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Dem Angeklagten wird zudem vorgehalten, Maria H. im Chat sexuell genötigt zu haben. Er sandte ihr Nacktbilder und forderte sie zu sexuellen Handlungen auf. Bei den Treffen in Freiburg übernachtete der Angeklagte in seinem Auto und später in einem Hotel.

Die Staatsanwältin beschreibt im Detail die sexuellen Übergriffe, die der Angeklagte an Maria H. vornahm. Bernhard H. habe den Wunsch geäußert, dass das minderjährige Mädchen von ihm schwanger werde. Sämtliche sexuellen Übergriffe seien ungeschützt erfolgt.

Maria H. habe immer wieder erklärt, dass sie sich vor den sexuellen Übergriffen fürchte. Das habe den Angeklagten zusätzlich gereizt, sagt Novak. Maria H. habe bereits mit einer anderen Person schlechte Erfahrungen. In Bernhard H. habe sie eine Art Schutzperson gesehen.

Als sie fünfzehn wurde, kam es zu keinen sexuellen Handlungen mehr. Die Beziehung der beiden sei zunehmend von Konflikten geprägt gewesen.

Der Angeklagte wird beschuldigt, das Kind in 98 Fällen sexuell missbraucht zu haben, seelische und körperliche Schäden bewusst in Kauf nehmend. Novak spricht von schwerem Missbrauch. Sie sieht die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung als gegeben.

Der Angeklagte folgt den Ausführungen ungerührt. Der Richter weist ihn auf sein Aussageverweigerungsrecht hin. H. erklärt, dass er Angaben machen wolle. Seine Angaben zur Person darf die Öffentlichkeit noch verfolgen.

H. erzählt von seiner Kindheit. Sie hätten keine Heizung gehabt. Mit drei Jahren habe sich seine Mutter vom Vater getrennt. Sie seien zur Großmutter geflüchtet, wo sie im Keller gelebt hätten.

Beim Baden habe ihn seine Tante unsittlich berührt. Er sei ungefähr sechs Jahre alt gewesen. H. beschreibt detailliert die Wohnsituation bei der Großmutter mit Onkel und Tante.

Der Onkel habe "einen Schaden" gehabt, er habe ihn "geprügelt bis zum geht nicht mehr". H. fängt an zu weinen, als er erzählt, wie er aus Angst im Hühnerstall übernachtet habe.

Von der Mutter habe er keinen Schutz erhalten. In der Schule sei er ein Außenseiter gewesen. Die Mutter, die in einer urchristlichen Sekte war, habe Kontakte mit anderen Kindern unterbunden. Noch mit 13 habe er regelmäßig vom Onkel Prügel bezogen.

Von einem Bekannten sei er einmal sexuell missbraucht worden. Als H. das erzählt, bricht ihm die Stimme beinahe weg, doch er fängt sich wieder.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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Er machte eine Lehre zum Tischler. Er erzählt von mehreren Unfällen am Arbeitsplatz. Einmal sei eine Heizung explodiert, wobei er sich schwere Verbrennung in Gesicht und am Körper zugezogen habe. Nach einem weiteren schweren Unfall habe er die Tischlerlehre abgebrochen. Das war 1978.

Seine Mutter hat in der Zwischenzeit wieder geheiratet. H. hat einen Bruder, der in Peru lebte. Er sei wohl ermordet worden, sagt H. Sein Vater, erwähnt er, habe sich erhängt.

Auf Zwischenfragen gibt H. eifrig Auskunft. Er präsentiert sich insgesamt sehr gesprächsbereit. Während er spricht, streicht er mit seinem Finger oft durch den weißen Kinnbart.

Es gibt noch eine Schwester, zu der er keinen Kontakt pflegt. Nach der abgebrochenen Lehre zog er nach Bielefeld zu seiner Mutter und dem neuen Stiefvater. Mit 18 zog er aus, ohne sich von seiner Mutter zu verabschieden, sagt er. Er arbeitete in einer Lederwarenfabrik.

Anfang 1979 begegnete er zwei Mädchen, die von zuhause abhauen wollten. Eine davon, erzählt er, sei wenig später in Frankreich vergewaltigt und umgebracht worden.

Der Richter fragt nach Beziehungen zu Frauen. Mit siebzehn habe er seine erste Freundin gehabt. Die habe sich einmal "einfach vor mir entblößt", erzählt H. Er erwähnt eine weitere Freundin. Mit dieser habe es aber keine sexuellen Kontakte gegeben.

Später lernte er eine Französin kennen. Deren Mutter habe ihn "geschnappt", die habe etwas von ihm gewollt, sagt H. Er kichert.

Er lebte in Frankreich in einer WG. Der Richter fragt nach Drogen. "Niemals", sagt H. Nur "ganz minimal" Cannabis, sagt er. Wegen Haschisch war er einmal verurteil worden. "Keine große Geschichte", sagt er.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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11.40 Uhr:
Seit einer halben Stunde macht der Angeklagte nun Angaben zu seiner Person. Wir sind immer noch in den 70ern.

Bernhard H. berichtet von guten Noten in seiner Ausbildung. Trotzdem wurde er zwischenzeitlich arbeitslos und lebte ein halbes Jahr im Zelt. "Das war kein Problem", sagt er.

Er ging zur Abendschule und wollte Abitur machen. Nebenbei jobbte er bei einem Hersteller von Laborgeräten. Dort arbeitete er von 1986 bis 2013. Man sei dort sehr zufrieden mit ihm gewesen. Er sei in den Betriebsrat gewählt worden.

Er erzählt von seiner On-Off-Beziehung mit einer Frau namens Monika, die er in Lemgo wieder getroffen habe.

Diese hatte aus einer anderen Beziehung drei Kinder mitgebracht. Weil sie knapp bei Kasse war, habe er sie finanziell unterstützt. Monika und er heirateten 1991, im darauffolgenden Jahr kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Während der Ehe habe er stets gearbeitet. Für Hobbys sein keine Zeit gewesen. Er wurde Hausverwalter und habe Ärger mit Kurden bekommen. Er habe sich bedroht gefühlt und sah sich zu einem Umzug veranlasst.

Daraufhin habe er sich den Republikanern angeschlossen. Er wurde zum Kreisvorsitzenden und wurde sogar in den Landesvorstand gewählt. Nach sechs Jahren hatte er genug. In der rechtsradikalen Partei seien "krumme Sachen" gelaufen, sagt er, das habe er nicht mehr mitmachen wollen.

Um 2000 erwarb er ein Haus in Blomberg. "Renoviert ohne Ende, Fußbodenheizung eingebaut und so weiter", sagt er. Die Beziehung zu seiner Frau sei zu der Zeit schon "kaputt" gewesen.

Er beklagt mangelnde Wertschätzung. Seine Freizeit verbrachte er vor dem Computer. "Manchmal tippte ich einfach so rum wie ein Geisteskranker", sagt er, "um abzuschalten".

Trotz gelegentlichen Streits mit seiner Frau, sei er nie handgreiflich geworden. Er habe sein ganzes Leben nie jemanden geschlagen, beteuert Bernhard H.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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Der Richter macht einen Sprung zum 6. September 2018, dem Tag, an dem H. in Italien verhaftet wurde. Im Oktober wurde er aus Freiburg in die JVA Karlsruhe verlegt. Es gab Gerüchte, dass es Insassen im Freiburger Gefängnis auf ihn abgesehen hätten, weil er ein Kinderschänder sei.

"Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?" Er habe Kontakt zu einem Kloster in Italien aufgenommen. "Die beten dort jeden Tag für mich", sagt H. und weint. Als Maria aus Italien abgehauen sei, sei er durch die Stadt geirrt und habe herumgeschrien.

Bernhard H. erklärt: "Ich weiß nicht, wie es mit Maria weiter geht. Ich werde die Arme immer für sie offen halten." Maria folgt den Äußerungen regungslos. In Deutschland kann sich H. keine Zukunft mehr vorstellen. Er gelte hier ja als Kinderschänder.
Der Richter bricht den öffentlichen Teil der Verhandlung ab.

Wir beenden damit für heute die Live-Berichterstattung aus dem Gerichtssaal.

Der nächste Prozesstag ist für kommenden Montag (13. Mai) angesetzt.
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Vielen Dank Badische Zeitung
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Re: VERMISSTENFALL MARIA H., FREIBURG, 2013. >>GEKLÄRT

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11.40 Uhr:
Um 2000 erwarb er ein Haus in Blomberg. "Renoviert ohne Ende, Fußbodenheizung eingebaut und so weiter", sagt er. Die Beziehung zu seiner Frau sei zu der Zeit schon "kaputt" gewesen.

Er beklagt mangelnde Wertschätzung. Seine Freizeit verbrachte er vor dem Computer. "Manchmal tippte ich einfach so rum wie ein Geisteskranker", sagt er, "um abzuschalten".

Trotz gelegentlichen Streits mit seiner Frau, sei er nie handgreiflich geworden. Er habe sein ganzes Leben nie jemanden geschlagen, beteuert Bernhard H.

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Blomberg iiegt bei Lügde und Nieheim und nicht sehr weit von Bosseborn.
Sehr nette Gegend. Die Leute sind kinder- und tierlieb und kümmern sich umeinander.
Sogar die Polizisten machen mit.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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Im Prozess um ihr Verschwinden sagt Maria H. selbst aus – unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Freiburg/Die Öffentlichkeit ist nicht zugelassen:

Im Prozess um die jahrelang verschwundene Maria H. hört das Landgericht Freiburg die heute 19-Jährige - die zur Tatzeit minderjährig war.


Maria H. ist Gerichtsangaben zufolge die Hauptzeugin und neben ihrer Mutter Nebenklägerin in dem Strafprozess, der am vergangenen Mittwoch begonnen hat.

Ihre Vernehmung kann laut Gericht den ganzen Tag dauern.

Erwartungsgemäß wurde die Öffentlichkeit am zweiten Verhandlungstag ausgeschlossen – zum Schutz der Intimsphäre des zur Tatzeit minderjährigen Opfers.

Maria H. wird im Beisein einer psychosozialen Betreuerin der Opferschutz-Einrichtung Wildwasser aussagen.

Angeklagt ist der 58 Jahre alte Bernhard H. aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen. Ihm werden Kindesentführung und sexueller Missbrauch zur Last gelegt.
https://www.badische-zeitung.de/im-proz ... ntlichkeit
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

Ungelesener Beitrag von talida »

Am zweiten Tag der Verhandlung gegen den 58 Jahre alten Bernhard H. aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen, der wegen Entführung und 108-fachen sexuellen Missbrauchs der minderjährigen Maria H. aus Freiburg angeklagt wird, hat am Montag das inzwischen 18 Jahre alte Opfer ausgesagt. Dieses tritt ebenso wie seine Mutter als Nebenklägerin auf.


Über den Inhalt der Aussage wurde nichts bekannt, da auf Antrag von Maria H.s Anwältin Claudia Meng die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Es kämen Umstände aus der Intimsphäre der Schülerin zur Sprache, deren schutzwürdige Interessen in Anwesenheit von Publikum und Medien verletzt würden, sagte der Vorsitzende Richter Arne Wiemann.

Auch Marias Mutter Monika B., die am kommenden Freitag als Zeugin aussagen soll, verließ den Gerichtssaal, als ihre Tochter aussagte. Maria habe darum gebeten, sagte sie.

Maria erzählt vor Gericht "konzentriert und sehr umfassend", sagt die Staatsanwältin

Laut einem Sprecher des Gerichts äußerte sich Maria H. zur Person und zu den in der Anklage erhobenen Vorwürfen gegen den 40 Jahre älteren Bernhard H., mit dem sie von Mai 2013 bis August 2018 in verschiedenen europäischen Ländern untergetaucht war.

Maria äußere sich vor Gericht "konzentriert und sehr umfassend", sagte Staatsanwältin Nikola Novak.
Sie gebe den Prozessbeteiligten so die Möglichkeit, sich ein besseres Bild zu machen. Auch der Angeklagte, der am vergangenen Mittwoch zu den Vorwürfen nicht-öffentlich ausgesagt hat, habe umfassend über die Taten gesprochen.

Maria habe sich bewusst zur Teilnahme an allen Verhandlungstagen entschieden, sie leide bis heute unter den Taten, sagte ihre Anwältin Claudia Meng:

"Für sie ist es wichtig, aufarbeiten zu können, was ihr widerfahren ist."

Am 17. Mai wird die Verhandlung am Landgericht Freiburg fortgesetzt. Neben Marias Mutter soll Bernhard H. s Ex-Ehefrau aussagen.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Ein Bericht aus der Zeit zu Beginn der Flucht. Es hat ja alles Ursache und Wirkung.
https://www.welt.de/vermischtes/article ... -sein.html
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

Ungelesener Beitrag von talida »

3. Prozesstag vom 17.05.2019
9 Uhr:
Der dritte Prozesstag beginnt mit der Aussage von Maria H.s Mutter Monika B.. Für ihre Vernehmung bleibt B. auf ihrem Platz auf der Nebenklägerbank sitzen.

Die Familie sei 2012 eine normale Familie gewesen, erzählt B., als im Frühsommer die Kripo ins Haus gekommen sei. Dass Maria mit einem älteren Mann in Kontakt stand, habe sie nicht gewusst oder bemerkt.

Bernhard H. habe Maria angewiesen, Chatverläufe zu löschen. Sie habe ihrer Tochter Telefon und Internet weggenommen und gedacht, damit sei die Sache erledigt und ihr bald wieder erlaubt, bei Freundinnen zu übernachten. B. schildert dann das Verschwinden ihrer Tochter an einem Wochenende Anfang Mai 2013.

Maria habe angegeben, bei einer Freundin zu übernachten, doch beim Anrufen bei deren Eltern entpuppte sich das als gelogen. Sie habe immer wieder mit ihrer Tochter telefoniert, und versucht, sie dazu zu bewegen, nach Hause zu kommen, sie angewiesen, ein Taxi zu rufen. Doch die Familie habe vergeblich auf sie gewartet. Dann habe sie die Kripo alarmiert.

Dass Berhard H. involviert sei, habe sie zunächst nicht für möglich gehalten. Am nächsten Tag hätten Freundinnen Maria gesucht. Am Mittag sei dann die Freundin M. gekommen und habe gesagt: "Der H. hat Maria."

In den folgenden Tagen habe die Freundin M. immer wieder unterschiedliche Angaben gemacht, bis sie schließlich Passwörter und Logins verraten hätte und die Familie daraufhin alle Chats und E-Mails gelesen hätte.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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Monika B. spricht leise, schnell, gefasst und mit weichem badischem Dialekt. Maria H. sitzt neben ihrer Mutter, als diese über die Suche nach ihr spricht, den privaten Facebook-Fahndungsaufruf, den Verlauf der polizeilichen Ermittlungen.

Immer wieder habe sie Bilder bekommen, von Menschen, die meinten Maria, gesehen zu haben, etwa auf Bermuda.

"Und dann gucke ich die Bilder so lange an, bis es Maria ist", sagt sie.

Alle Familienmitglieder hätten unter dem Verschwinden der Tochter gelitten. Die Hoffnung, dass die Tochter zurückkäme, habe sie nicht aufgegeben. Nie gedacht, ihre Tochter sei tot. "Vielleicht habe ich mir das auch verboten."

Dann kommt Monika B. auf den 31. August 2018 zu sprechen – den Tag der Rückkehr. In der Nacht habe erst das Handy geklingelt und sie habe es ignoriert, dann habe es an der Tür geklingelt.

Eine Frau habe an der Tür gestanden und gesagt: "Die Maria ist im Auto." Das Wiedersehen sei herzlich gewesen, die Erleichterung groß.

Maria habe die ganze Nacht erzählt, sie habe ihr alles geglaubt. "Das ist schon eine Nummer, nach fünf Jahren wieder nach Hause zu kommen, ich hatte das Gefühl, das war eine Erleichterung", sagt die Mutter.

"Ich glaube, das war ein Fluchtreflex. Es wäre dann ja alles rausgekommen."

"Was waren die Gründe, mit Herrn H. mitzugehen?", fragt Richter Arne Wiemann.
"Ich glaube, das war ein Fluchtreflex", sagt die Mutter. "Es wäre dann ja alles rausgekommen."

Es sei eine Kurzschlussreaktion gewesen, ohne Geld und Ausweis abzuhauen. Sanft aber bestimmt fragt Wiemann nach, warum die Abwesenheit so lange gedauert habe. "Sie hat sich in Verantwortung gefühlt", sagt die Mutter. "Sie wollte flüchten, er ist mitgegangen."

Das Verantwortungsgefühl habe Maria auch jetzt noch nicht abgelegt, lange für ihn gelogen, auch gesagt, dass sie nicht aussagen müsse, wenn sie behaupte, mit ihm verlobt zu sein. "Jetzt meint sie, das sei alles ihre Schuld."
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

Ungelesener Beitrag von talida »

Bernhard H., in Jogginghose und Kapuzenpulli, hört auf der Anklagebank aufmerksam der Aussage der Mutter zu, macht sich Notizen.


Dann befragt Staatsanwältin Nikola Novak Monika B.. Sie will wissen, wie die Mutter 2012 reagiert habe, als die Kripo sie über Bernhard H. informiert habe. Man habe Kontakt mit einer Beratungsstelle in Freiburg aufgenommen und Maria habe gesagt, sie habe ihn einfach mal sehen wollen, aber "der ist ganz alt und hat einen ganz dicken Bauch", sie habe danach keinen Funken eines Verdachts mehr gehabt.

Dann kommt Novak auf die Rückkehr von Maria zu sprechen. Die Mutter erzählt, man habe versucht, ihr schnell Routinen zu verschaffen, aber es sei nicht einfach gewesen.

Die erste Woche habe Maria gelogen, ein Leben in Mailand erfunden und behauptet, der Kontakt mit H. sei schon in Polen abgebrochen. Erst als Bernhard H. festgenommen worden sei, habe Maria begonnen, die Wahrheit zu erzählen.

Das Wiedereingewöhnen sei durch eine Art nachgeholte Pubertät geprägt gewesen, der Tochter fehlten soziale Kompetenzen. "Da ist sie wie eine 13-Jährige, ihr fehlt die Erfahrung." Vor ihrem Verschwinden sei Maria zurückhaltend gewesen, habe Angst gehabt, Leuten "auf den Schlips zu treten".

Novak will wissen, ob Maria noch immer meine, sie trage die Schuld am Verschwinden mit Bernhard H.. Die Mutter erzählt, dass Maria vor einigen Wochen den Tatort geschaut habe, der auf ihrem Fall basiert. "Da habe ich das Gefühl gehabt, es hat angefangen, sich zu drehen", sagt B.; Maria habe Flashbacks gehabt, sei außer sich gewesen. "Das so von Außen zu betrachten, hat was bei ihr verändert."
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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Marias Anwältin will von der Mutter mehr über Marias Schuldverständnis wissen – ob sie etwa wisse, dass sie ein Kind gewesen sei, Bernhard H. aber ein Erwachsener. Die Mutter sagt, dem sei noch immer nicht so. Nach der Rückkehr sei Maria etwa verwundert gewesen, dass sie nicht von der Polizei mitgenommen wurde, so Monika B., sie sei doch schuld.

Mit Verweis auf Marias Aussage fragt Novak die Mutter über Marias Essverhalten: "Es gab meist nur Wasser und Brot, manchmal mit Wein vermischt", sagt die Staatsanwältin. "Wie ist es jetzt mit dem Essen?" Das sei noch schwierig, sagt B., Marias Verhalten ähnele dem von B.s Großmutter, die den Krieg erlebt habe. "Sie kann nichts wegwerfen, und man muss sie abhalten, schlecht gewordenes Essen noch zu essen."

In Bezug auf ihren eigenen psychischen Zustand sagt Monika B., sie habe erwartet, dass alles leichter würde, wenn die Tochter wieder da sei, aber jetzt komme alles erst recht hoch. Belastend gewesen sei auch, dass ihre Töchter mit einem Blogger gesprochen und behauptet hätten, es habe interfamiliäre Konflikte gegeben. Gegen den Blogger liege ein Urteil des Amtsgerichts vor.

Stephan Althaus, Verteidiger von Bernhard H., stellt Fragen zur Situation der Familie, spricht das Sorgerecht, Heimaufenthalte von Marias Geschwistern an und deren Verhalten während Marias Abwesenheit. Eine Schwester "habe sich einreden müssen, dass es zuhause so schlimm sei,", sagt Monika B. "Anders habe sie sich nicht erklären können, warum Maria weg sei."

Auch Bernhard H. will Fragen stellen. "Nur Fragen, Herr H., keine Erklärungen", ermahnt der Vorsitzende Richter den Angeklagten. "Haben Sie den Hund aus Sizilien bei sich aufgenommen?", will er wissen. "Ja." "Danke", sagt Bernhard H.
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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11.10 Uhr :
Zweite Zeugin ist M., die 2012 nach eigener Einschätzung Marias beste Freundin war. "Sie wollte damals weg von zuhause", sagt die heute 19-Jährige, sie habe viel Zeit woanders verbracht.

Der Vorsitzende Richter Arne Wiemann will wissen, wann sie vom Kontakt zwischen Maria und Bernhard H. erfahren habe. M. antwortet, das sei gewesen, als Maria 11 war.

Der Kontakt sei durch Marias Mutter unterbunden, aber ein Jahr später wieder aufgenommen worden. Dass die Polizei involviert war, wusste M. nicht.

Sie habe gewusst, dass Maria und Bernhard H. chatteten und sich trafen. Ihr sei Bernhard H. auch "ein oder zwei Mal" begegnet. Die Beziehung sei "krass" gewesen.

"Sie hat ihn vielleicht auch als Vaterfigur gesehen", sagt M., auch wenn die Freundinnen darüber nicht gesprochen hätten. "Mir kam Bernhard H. nicht so vor, als würde er sie bedrängen." Die Mädchen hätten im Gespräch Bernhard H. damals "der Lisa" oder "der Ella" genannt.

Der Vorsitzende Richter trägt der Zeugin ihre Aussage aus dem Jahr 2012 vor. Damals hatte sie ausgesagt, Bernhard H. habe Maria seine Liebe gestanden, sie hingegen würde ihn nur mögen. Viele Antworten für den Richter hat die Zeugin nicht.

An Details der Treffen erinnert sie sich nicht, weder an Orte, noch an deren Ablauf oder daran, ob Bernhard H. und Maria Körperkontakt hatten. "Ich will nichts Falsches sagen", sagt sie mehrfach.

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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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Dann geht es um den Tag des Verschwindens.

"Ich wusste, dass sie weg war, als sie weg war", sagt die Zeugin.

Gegen 23 Uhr hätten sie Nachrichten ausgetauscht. "Ich bin weg", hätte Maria geschrieben.

Kontakt hätten die Mädchen während der Abwesenheit nicht gehabt. Auch heute hätten sie keinen Kontakt mehr.

Nach dem Verschwinden hätte M. der Mutter von Maria gesagt, dass Maria mit Bernhard H. abgehauen sei. "Ich hatte Angst, dass man mich mitbeschuldigt", sagt die junge Frau. "Ich wollte nicht, dass man mir vorwirft, ich hätte das unterstützt."

In den Tagen vor dem Verschwinden habe Maria im Hotel in Freiburg bei Bernhard H. übernachtet. Über Details der Übernachtungen habe Maria nicht geredet.

Ein, zwei Monate zuvor hätte sie allerdings einmal mit Maria einen Schwangerschaftstest gekauft und durchgeführt. Warum dieser notwendig gewesen sei, hätten die Mädchen nicht besprochen, beziehungsweise M. könne sich nicht erinnern.

Sie hätte nicht wirklich darüber nachgedacht, dass die Beziehung auch eine sexuelle Komponente haben könne.

Zuhause habe Maria sich nicht wohl gefühlt. Die Mutter sei streng gewesen, habe Sachen verboten, sagt die Zeugin. "Heute würde man sagen: vielleicht auch berechtigt."
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Re: VERMISSTENFALL MARIA HENSELMANN, FREIBURG, 2013. >>GEKLÄ

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Richter Teubner appelliert an ihr Erinnerungsvermögen. "Das war aber doch sicher auch für Sie damals etwas besonders", sagt der Richter. "Das klingt zwar hart, aber mein Leben ist seitdem weitergegangen", sagt die Zeugin.

Bei Nachfragen von Monikas H.s Anwalt Winfried Jörissen geht es noch mal darum, ob die Zeugin wusste, das es eine sexuelle Beziehung gab. Er spricht an, dass die Zeugin über Übernachtungsbesuche log, damit Bernhard H. und Maria sich treffen konnten. "Mir war nicht klar, dass sie Sex mit ihm hatte", sagt sie. "Aber der Gedanke war schon da."

Verteidiger Stefan Althaus will mehr über die Situation in der Familie wissen. "Wir haben Freizeit zusammen verbracht, zu dritt", sagt Bernhard H..

Dann unterbricht ihn Richter Wiemann. "Fragen, Herr H.!" "Sie haben Maria so megahübsch die Haare frisiert, als wir in die Weinberge gefahren sind", sagt der Angeklagte. "Das können Sie nicht vergessen haben!"

Vor der Mittagspause informiert Richter Wiemann, dass für die für den Nachmittag geplanten Aussagen der Ex-Frau des Angeklagten und seiner Tochter Anträge auf Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt worden sind. Ex-Frau und Tochter würden bei einer öffentlichen Aussage von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.

Die Kammer zieht sich für die Beratung kurz zurück, kommt nach wenigen Minuten wieder in den Saal: Für beide Aussagen wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Im Fall der Ex-Ehefrau werde die Aussage möglicherweise höchstpersönliche Lebensbereiche tangieren. Im Falle der Tochter werde es auch um einen möglichen sexuellen Übergriff im Kindesalter durch den Angeklagten gehen.
Öffentlich wird die Sitzung erst wieder gegen 15 Uhr, wenn der Stiefsohn des Angeklagten aussagen soll.
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