VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

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Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Dienstag, 12. August 2025, 02:06:09

wo das mit dem radfahrer und den 300metern war, weiß ich nicht mehr. habs auch nicht mehr gefunden.
irgendwie hab ich ein bild von dem franz staatsanwalt vor augen, der das am tisch sitzend sagt. aber.. sorry..
vielleicht auch falsch in erinnerung

der motorradfahrer ist für mich komplett aussen vor. aber 100,0%.
mit einem derart schweren, auffälligen motorrad + auffälligem helm zu einem mord tuckern..
dann auch noch verfahren, visier auf und mit waldarbeitern rumquatschen.. weiß nicht.
um unauffällig da wegzukommen, hätte es wohl bessere wege gegeben. die er dann gewusst hätte.

was bei diesem motorradfahrer leider und merkwürdigerweise unklar ist, ob er den al-hillis entgegengekommen ist.
weil.. auf der schmalen straße mit dem dicken motorrad + großer packsack + dicker mercedes .. das wäre blöd gewesen.
..ob er sowas nach all den jahren noch wusste? man verfährt sich so oft mit motorrad auf tour, also eigentlich orientierungslos und fährt einfach drauf los. so wie der. da weiß man hinterher nicht mehr, auf welcher straße einem wer oder was entgegenkam.

brett martin, mein top-verdächtiger, hat ihn ja gesehen.
interessanterweise beschreibt er das "armour" des motorradfahrers.
klar, schutzkleidung, aber dass er das so erwähnt.. wie.. brauch ich mit dem alten ding gar nicht draufschießen, geht nicht durch?

motiv
geld. schweizer nummernkonto und das familie-al-hilli-haus in UK. plus evtl noch mehr.

das schweizer nummernkonto soll ein "saddam-konto" gewesen sein, und das hätte der deutsche geheimdienst ermittelt.
dazu passt, dass es offensichtlich nicht zugänglich war für die brüder.
vater al-hilli hatte ja in den nächsten tagen einen termin bei der bank in genf/zürich?
allerdings hätte er keinen zugriff gehabt, meine ich gelesen zu haben. also man hätte ihm nichts ausbezahlt.

der schlimmste streit ging wohl um das haus in UK.
das, in dem die ermordeten lebten. es war das elternhaus der brüder al-hilli.
man hatte sich nach dem tod der mutter und wegzug vom vater darauf geeinigt, dass vater-al-hilli mit seiner familie dort einzieht.
nun verlangte der ältere bruder, dass vater-al-hilli ihn ausbezahlt. also die hälfte des hauswertes an ihn zahlt. durchaus normal.
vater-al-hilli konnte das allerdings nicht bezahlen.
seine frau durfte ja offensichtlich nicht arbeiten und er selbst hatte auch nur einen gelegentlichen freelance-job.
vielleicht wollte vater-al-hilli deshalb es doch bei der schweizer bank versuchen, denn mit seinem anteil an dem nummernkonto hätte er den bruder lässig ausbezahlen können (weiß grad nicht 400.000 irgendwas oder 1 mio waren auf diesem konto).

jedenfalls: wenn jemand ein erbschafts-mord-motiv hatte, dann - mMn - eher vater-al-hilli.
der bruder wollte das geld aus der haushälfte und darum gab es viel streit. so berichtete vater-al-hilli.
er hatte das geld aber nicht. d.h. die brüder hätten das haus verkaufen müssen.
das wäre dem älteren bruder wurscht gewesen, vater-al-hilli aber ganz und gar nicht. wohnten ja mietfrei da.

silvain mollier
- wurde (von hinten?) in den rücken geschossen, in gebeugter haltung :!:
- wurde als 1ter getroffen von kugel (lt journalisten, nicht polizei)
- lief offensichtlich von seinem fahrrad noch richtung parkplatz/wald/al-hillis?
- sein fahrrad lag auf dem weg (fallengelassen?)
- seine kette soll abgesprungen gewesen sein (mMn SEHR unklar, ob das stimmt, vielleicht nur eine annahme von journalist/filmmacher?)

dass er als 1ter getroffen worden sein soll, kann lt polizei nicht ermittelt werden. reihenfolge festlegen sei grundsätzlich unmöglich.
vielleicht nimmt man wegen der gebückten haltung an, er hatte sich über sein fahrrad gebeugt - wegen einer evtl abgesprungenen kette.
dann könnte man auch annehmen, dass er als 1ter erschossen wurde (und sich nicht noch zur kette gebückt hat, während täter rumballert)

auf bildern liegt die tropfende wasserflasche auf dem weg. vielleicht hatte er sich runtergebeugt, um die flasche rauszunehmen.

mega-interessant - molliers blut
- molliers blut war an vater-al-hillis jeans am BEIN HINTEN :!:

wie könnte das dahinkommen?
das konnte nur die person an den händen haben, die mollier durch die gegend gezogen hat.
brett martin.
hätte vater-al-hilli 1te hilfe geleistet und wäre zur mitte des parkplatzes gerannt, währenddem ein irrer mit pistole dort steht?
laut zainab-7 ging sofort der ruf durch, alle ins auto. und vater-al-hilli ist auf den fahrersitz mit größter wahrscheinlichkeit.

der täter hat den tatort "gestaged". präpariert.
lt polizei soll der täter ja noch geraume zeit dort verbracht haben.
vielleicht hat er hülsen aufgehoben, vielleicht welche umdeponiert. plus anderes..

auto hat sich festgefahren
..und sie hätten es fast noch geschafft.. so der tune..
ich glaube nicht mehr, dass vater-al-hilli sich festgefahren hatte.
vielleicht gehörte diese sache mit den durchdrehenden reifen und dem laufenden fahrzeug zum staging von brett martin.
vater-al-hilli muss (mMn, glaube ist auch so berichtet) von vorne durch die windschutzscheibe per kopfschuss erschossen worden sein.
dann vermutlich beim rückwartsfahren.
aber dann erschlaffen sofort die muskeln und der fuss bleibt sicher nicht durchgetreten auf dem gaspedal.
ist doch undenkbar, oder?

.. sehr viele infos in dem fall, aus unterschiedlichsten jahren ..

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von unknown » Donnerstag, 17. Juli 2025, 03:11:29

Er wollte ja oder war Gleitschirmfliegen.
Dafür hätte er ja einen Mordsrucksack dabeihaben müssen auf dem Motorrad , der nicht gerade leicht ist .
Und eventuell auch Packtaschen hinten.
Das müsste doch aufgefallen sein, hat aber keiner erwähnt.

Und unten im Ort hat der „Hausrenovierer „ den roten Bmw beim Durchfahren gesehen , hat er dann auch die anderen bemerkt :?:
den Kastenwagen der Wandertruppe, die Fahrräder, das Motorrad :?:

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von unknown » Donnerstag, 17. Juli 2025, 02:59:47

https://www.welt.de/vermischtes/article ... assen.html

das war übrigens ein Ex - Polizist

Damals war das ja auch in den Medien , kann man da nicht selbst auf die Idee kommen , sich zu melden oder hatte der so viel auf dem Kerbholz.
Hätte ihn eine Zeugenaussage belastet?
Oder hatte der einfach keinen Bock .
Egal , wurde ja trotzdem verhaftet :lol:

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von z3001x » Donnerstag, 17. Juli 2025, 00:37:06

gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 frage:
annahme: motorradfahrer nicht der täter
dem motorradfahrer war lt ermittlern nicht klar, dass er genau am tatort vorbeigekommen und er der gesuchte ist.
(schon merkwürdig, weil ja auch nach dem auffälligen helm gefragt wurde und er ja genau so einen hat)

der motorradfahrer (wollte paragliden) fuhr zunächst am parkplatz vorbei,
und weiter auf dem weg hinter dem "durchfahrt verboten"-schild, das neben dem parkplatz steht (foto 2 oben)
dort wurde er von den forstarbeitern zurückgeschickt


der motorradfahrer muss VOR der tat am parkplatz vorbei sein.
er muss VOR der tat auf dem rückweg gewesen sein.
er muss also VOR der tat auf wbm getroffen sein.
und mollier muss er auch irgendwo gesehen haben, denn der lag ja noch nicht tot auf dem parkplatz.
wbm will dem motorradfahrer entgegengekommen sein, auf dem weg zum parkplatz.
Theoretisch könnte der Motorradfahrer (MF) auch am Parkplatz vorbei gekommen sein, vor der Tat und bevor die al-Hillis, Mollier und der Täter dort ankamen.
Dann kurz nachdem er am Parkplatz vorbei war, trafen alle drei ein (bzw. der Täter kam aus dem Versteck) und die Tat wurde ausgeführt, erst danach traf der MF auf WBM.
Glaubwürdig ist es aber nicht.
Insbesondere ist es nicht glaubwürdig, dass er nichts von diesem Massaker mitbekommen hat, das ging ja nachrichtentechnisch um die ganze Welt. Lyon ist 100 km von Annecy, sozusagen dasselbe Bundesland (Auvergne-Rhône-Alpes). Und wenn er da gleitschirmfliegt, dann interessiert er sich auch für die Gegend. Kein f**ckender Weg, dass er das Attentat nicht mitbekommen hat.
Und außerdem wäre er in dem Fall, dass er nicht der Täter ist und vor der Tat am Parkplatz vorbeikam, dennoch den Al-Hillis und Sylvian Mollier entgegengekommen und hätte damit sehr wichtig Aussagen zum Mikroablauf der Tat geben können.
Er konnte im ersten Jahr auch nicht wissen, dass er als wichtiger Zeuge gesucht wird - weil er ja gar nicht gesucht wurde, also nicht öffentlich, nichts von ihm wurde ja bekanntgegeben. BBC Panorama war die Premiere was die Bekanntgabe des Motorradfahrers angeht, im Oktober 2013 - 13 Monate nach den Morden. Von daher musste er nicht die (an sich nicht unberechtigte) Furcht haben, in den Ermittlungen zum Verdächtigen zu werden, weil er zeit-räumlich so nah zur Tat war.

Diese Darstellung mit dem Motorradfahrer hat für mich einen starkes Geschmäckle.
Ich vermute manchmal, dass der Mann erfunden wurde und dass er gar nicht existiert. Sondern dass man damit die Spur zum Motorradfahrer, der vermutlich der Täter ist, sozusagen ersticken oder neutralisieren will. Ist natürlich VT.
Aber die Aussagen der drei OFN und von WBM machen es quasi unmöglich, dass der MF nichts mitbekommen hat.
Er hätte zumindest als er von dem Blutbad in den Nachrichten erfuhr, verstehen müssen, nachträglich, dass er zum fraglichen Zeitpunkt am fraglichen Ort war :!: :idea: :?:
gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 wäre der motorradfahrer NACH der tat den "verbotenen weg" zurückgefahren und erneut am parkplatz vorbei gekommen,
dann hätte ihm zumindest silvain molliers fahrrad auf dem weg auffallen müssen.
Wäre er nach der Tat am Parkplatz vorbei, hätte der die halbtote, schwerverwundete Zainab und den bereits toten, überrollten Mollier sowie das in den Seitenfenstern zerschossene Auto mit rotierendem Hinterrad sehen und hören müssen.
Man kann da nicht "heizen" und er soll ja "abnormal langsam" gefahren sein (laut WBM). Unmöglich das zu übersehen.
Er hätte höchstens an den Leichen vorbeigefahren sein können und sich gesagt haben "och jo, geht mich ja nichts an, gut dass es nicht mich erwischt hat". Realistisch?
Die anderen Zeugen Brett Martin, Philippe Didierjean waren auch nur Zufallszeugen (jedenfalls offiziell). Die sind aber nicht abgehauen sondern haben geholfen und sich engagiert. Das würden die meisten so machen. Die wurden auch zunächst verdächtgt und auf links gedreht.
Der Motorradfahrer fällt in allem aus dem Verhaltens-Raster.
gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 was hat der motorradmann gesehen?
ein rad auf dem weg? einen fahrenden sylvain mollier :?:
wo waren die radfahrer auf dem berg positioniert ?
Welche Radfahrer meinst du?
gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 an anderer stelle wurde geschrieben, dass brett martin (wbm) sich lt ermittler um 300m vertan hätte bezüglich seines zusammentreffens mit dem motorradfahrer.
Weisst du noch wo? Wenn man sich die kaum bewältigende Aufgabe stellt, ein reales Weg-Zeit-Diagramm für alle Beteiligten zu machen, spielen solche "Kleinigkeiten" ja eine große Rolle ...
gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 beim gespräch mit den forstarbeitern öffnet er sein visier
mit ihrer sehr guten beschreibung wurde ein phantombild angefertigt
das damals allerdings nicht gleich veröffentlicht wurde (grund: um den motorradfahrer nicht zu verschrecken, meine ich verstanden zu haben)
Richtig verstanden.
Um so mehr verwunderlich, dass er sich nicht gemeldet hat.
Man kann natürlich verstehen, wenn sich einer denkt, ich kann da eh nur verlieren. Jemand, der so nah zur Tat war, wie der MF, bekommt in jedem Fall Probleme und seien es auch "nur" stundenlange Verhöre und Durchsuchungen von Haus, Auto und Beschlagnahme von elektronischer Gerätschaft und Papierdokumenten, ggf Besuch beim Arbeitgeber, privatem Umfeld usw. Vll hat er das geahnt.
gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 annahme:
er war wohl mit einer ziemlich schweren und teuren bmw unterwegs.
der hatte doch mit sicherheit(...) ein navi :!: dabei.
wenn er in 2015 bereits das 1te mal verhaftet wurde, hätte er evtl das motorrad und navi noch haben können?
wenn auch die wege nicht auf den karten waren, eventuell, hätte man doch zeiten und andere gps-registrierungen auslesen können?

identifiziert wurde der motorradmann schließlich durch funkmasten-auswertungen - mit seinem handy.
es wurden wohl knapp 5000 handy-nummern überprüft.
erkannt hatte ihn wohl niemand.
Vll ist das alles auch ein Märchen. Dass man den Namen des Mannes nicht nennt, und auch kaum wirkliche weitere Daten zu seiner Person (anhand derer er identifizierbar wäre) ist natürlich löblich. Persönlichkeitsschutz und so (das ist der Kripo ja immer am wichtigsten, wichtiger als Aufklärung, Sarkasmus aus).
Bei den anderen Verdächtigen, mindestens drei an der Zahl, war man allerdings viel weniger zimperlich, von allen wurden entweder ermittlerseits die Namen direkt genannt oder sehr schnell durchgestochen und auch alle möglichen, teilweise verheerenden Details aus ihrem Privatleben.
Sowohl beim Fremdenlegionär PM, als auch beim Bruder ZaH, als auch bei dem Ex-Polizisten ED.
Nur bei dem wichtigsten "Zeugen" verfährt man mehr als 100% nach Ethikvorschriften. Und die Presse die sonst so neugierig und hemmungslos ist, schweigt mit. Wie kommt das?

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von z3001x » Mittwoch, 16. Juli 2025, 23:06:24

gastxyz..me hat geschrieben: Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05 BBC Panorama - Murder In The Alps
diverse infos aus u.a. https://vimeo.com/356287856
Zum gleich hier angucken:



https://vimeo.com/356287856

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Mittwoch, 16. Juli 2025, 21:03:05

BBC Panorama - Murder In The Alps
diverse infos aus u.a. https://vimeo.com/356287856

motorradfahrer
- 2x verhaftet 2015 und 2022
- genannt pierre c (pseudonym, nicht sein name)
- aus lyon
- ehemaliger polizist
- sein auffälliger helm ist eigentlich für die franz polizei gefertigt
- wurde 2x verhaftet
- würde evtl gut zur zainab7-aussage passen: schwarze lederjacke, dunkle hose

"one bad man" (sagt zainab in 2012, unmittelbar nach der tat)
sie hat ihn nicht wirklich gesehen, sagt franz staatsanwalt
sie erinnert sich an angst, terror, die schüsse, ihren vater schreien
(für die ermittler ist klar: es war nur 1 täter vor ort)

frage:
annahme: motorradfahrer nicht der täter
dem motorradfahrer war lt ermittlern nicht klar, dass er genau am tatort vorbeigekommen und er der gesuchte ist.
(schon merkwürdig, weil ja auch nach dem auffälligen helm gefragt wurde und er ja genau so einen hat)

der motorradfahrer (wollte paragliden) fuhr zunächst am parkplatz vorbei,
und weiter auf dem weg hinter dem "durchfahrt verboten"-schild, das neben dem parkplatz steht (foto 2 oben)
dort wurde er von den forstarbeitern zurückgeschickt


der motorradfahrer muss VOR der tat am parkplatz vorbei sein.
er muss VOR der tat auf dem rückweg gewesen sein.
er muss also VOR der tat auf wbm getroffen sein.
und mollier muss er auch irgendwo gesehen haben, denn der lag ja noch nicht tot auf dem parkplatz.
wbm will dem motorradfahrer entgegengekommen sein, auf dem weg zum parkplatz.

wäre der motorradfahrer NACH der tat den "verbotenen weg" zurückgefahren und erneut am parkplatz vorbei gekommen,
dann hätte ihm zumindest silvain molliers fahrrad auf dem weg auffallen müssen.

was hat der motorradmann gesehen?
ein rad auf dem weg? einen fahrenden sylvain mollier :?:
wo waren die radfahrer auf dem berg positioniert ?
an anderer stelle wurde geschrieben, dass brett martin (wbm) sich lt ermittler um 300m vertan hätte bezüglich seines zusammentreffens mit dem motorradfahrer.

beim gespräch mit den forstarbeitern öffnet er sein visier
mit ihrer sehr guten beschreibung wurde ein phantombild angefertigt
das damals allerdings nicht gleich veröffentlicht wurde (grund: um den motorradfahrer nicht zu verschrecken, meine ich verstanden zu haben)

annahme:
er war wohl mit einer ziemlich schweren und teuren bmw unterwegs.
der hatte doch mit sicherheit(...) ein navi :!: dabei.
wenn er in 2015 bereits das 1te mal verhaftet wurde, hätte er evtl das motorrad und navi noch haben können?
wenn auch die wege nicht auf den karten waren, eventuell, hätte man doch zeiten und andere gps-registrierungen auslesen können?

identifiziert wurde der motorradmann schließlich durch funkmasten-auswertungen - mit seinem handy.
es wurden wohl knapp 5000 handy-nummern überprüft.
erkannt hatte ihn wohl niemand.
.
Screenshot 2025-07-15 234804_klein.png
Screenshot 2025-07-15 234804_klein.png (87.47 KiB) 5409 mal betrachtet

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Mittwoch, 16. Juli 2025, 20:23:12

Brett Martin - einer der lügt ?
BBC Interview von 2013 (vermutlich)

.. eine komische art zu erzählen, mMn. was und wie er es sagt .. oder :?:

dass es kein unfall war, macht er zunächst an den fehlenden schürfwunden des sylvain mollier fest.
fällt ihm nicht auf, dass das mollier fahrrad keine schäden hatte. und das hat er ja als 1tes gesehen, als er ankam.
auch auto keinerlei schäden ausser gecrackten scheiben; das stand front zu ihm.

allerdings.. das fahrrad ..
es lag wohl auf dem weg und eine geöffnete trinkflasche daneben. als hätte er das fahrrad fluchtartig verlassen.
wurde auch er zunächst nur angeschossen (auf seinem fahrrad, auf der straße) und konnte noch ein stück richtung auto flüchten?
nach neuesten erkenntnissen wurde mollier zuerst erschossen.

.
AUFKLAPPEN - deutsche übersetzung TRANSKRIPT
0:00 Als ich mich dem Unfallort näherte,
0:02 sah ich als Erstes ein Fahrrad draußen.
0:04 Und
0:04 Ähm, ich hatte den Radfahrer schon viel früher vor mir gesehen,
0:06 also dachte ich, er würde sich nur ausruhen,
0:09 als ich etwas näher kam.
0:11
0:12 Ein sehr kleines Kind stolperte auf die Straße.
0:15 Zuerst dachte ich, es würde
0:17 eigentlich nur
0:17 mit einem Geschwisterchen spielen, ähm, weil es
0:21 irgendwie
0:22 von weitem so aussah, als wäre es das,
0:24 das Schicksal,
0:25 umzufallen und herumzualbern wie ein Kind.
0:27
0:28 Aber als ich mich ihr näherte, war es
0:31 offensichtlich, dass sie
0:32 ähm ziemlich schwer verletzt war und
0:34 viel Blut an ihr war.
0:36 Und als ich noch näher kam, sah ich dann
0:39 das Auto
0:40 mit aufheulendem Motor und durchdrehenden Rädern, also wurde es offensichtlich,
0:44 es schien in diesem Moment
0:46 ein schrecklicher Autounfall gewesen zu sein,
0:48 also war es erstaunlich, dass ich
0:51 diese erste
0:52 Art von Erstversorgungsaktivität
0:55 durchführte, die hauptsächlich dazu führte,
0:58 dass ich mich zuerst dem Mädchen zuwandte.
1:00 Sie lag auf dem Bauch auf der Straße,
1:02 stöhnte, war halb bewusstlos,
1:05 und sie lag in einer Position,
1:07 vor dem Auto, mit dem durchdrehenden Rad,
1:09 also dachte ich sofort, sie müsse
1:12 weggebracht werden, falls das Auto
1:14 nach vorne schlingern und
1:14 sie überfahren sollte oder so,
1:17 also wartete ich vorsichtig,
1:19 bis ich sie in eine Position brachte,
1:23 weg vom Fahrzeug Könnte
1:24 möglicherweise von der Straße abkommen.
1:26 Sie war sehr schwer verletzt, weil
1:29 sie immer wieder das Bewusstsein verlor.
1:31 Tatsachen.
1:31 Nach ein paar Minuten, als ich
1:33 andere Dinge tat
1:34 und nur einen Blick auf sie warf, war sie
1:36 bewusstlos.
1:38 Also, äh, und sie hatte ziemlich viel Blut
1:41 und einige sehr offensichtliche
1:42 ähm, ziemlich schlimme Kopfverletzungen, also schien es,
1:47 äh, das Beste, was man für
1:49 sie im Moment tun konnte,
1:50 war, wenn sie gut genug atmete.
1:54 Und sie einfach in die, ich glaube, die Leute
1:56 nennen das allgemein die stabile Seitenlage.
1:58 ähm, und ich sah, wie sie überprüfte, dass sie nicht
1:59 stark blutete oder irgendetwas, das
2:01 gestoppt werden musste.
2:02 und dann, ähm, ging ich zu den anderen Leuten.
2:05 Zuerst dachte ich Es gab einen
2:07 schrecklichen Unfall zwischen einem Radfahrer
2:09 und einem Auto, weil der Radfahrer
2:11 mehr oder weniger vor dem Auto auf dem Boden lag,
2:12 aber
2:15 einige Dinge nicht ganz zusammenpassten,
2:17 denn das Fahrrad des Radfahrers stand nicht
2:18 neben ihm, er wurde nicht gestreift,
2:22 wie man es von einem Radfahrer erwarten würde,
2:23 denn
2:23 da ich Radfahrer bin, bin ich in der Vergangenheit schon einmal vom Fahrrad gefallen
2:25 und habe mir einen sogenannten Schürfwunden zugezogen,
2:27 und man erwartet ja
2:29 solche Verletzungen, also
2:32 habe ich die Arbeit aufgegeben,
2:35 und im Laufe der Minuten
2:38 begann ich plötzlich, meine
2:41 Meinung darüber zu ändern,
2:41 ob es ein Autounfall war oder
2:43 etwas anderes,
2:45 Es schien mir, als wäre er wahrscheinlich tot. Ich konnte seinen Puls nicht fühlen und das Auffälligste war der völlig leblose Körper. Also ging ich um das Auto herum zur Fahrerseite. Ich musste das Fenster einschlagen, um einzusteigen, aber das Fenster war sowieso schon kaputt. Ich bemerkte Löcher und dachte, als ich das Fenster einschlug. Es war ein Einschussloch. Es wurde ziemlich offensichtlich, dass die Verletzungen der Insassen nicht mit dem übereinstimmten, was man sich bei einem Autounfall auf einem Parkplatz vorstellt. Dann ging ich um das Auto herum zur anderen Seite und schaute nach hinten. Ich hatte noch nie zuvor Menschen gesehen, die angeschossen worden waren. echt
3:31 eher Hollywood-Zeug, aber eigentlich
3:34 kam es mir
3:35 wie eine Hollywood-Szene vor, und wenn
3:37 jemand „Schnitt“ gesagt hätte und alle aufgestanden und weggegangen wären,
3:41 wäre es das gewesen.
3:44 Aber leider war es das echte Leben.
3:46 Wenn Sie so etwas wie
3:47 CSI Miami gesehen haben, war es ziemlich genau so, wie Sie sich
3:50 ein Set von CSI und Miami
3:52 vorstellen würden.
3:53 Es gab viel Blut und
3:57 äh, Köpfe mit Einschusslöchern.
3:59 Jetzt wurde mir ziemlich klar,
4:01 dass es sich um ein Waffenverbrechen handelte.
4:06 Jetzt wurde ich etwas unruhig,
4:08 weil ich dachte, vielleicht ist da einfach
4:09 irgendein Verrückter im Wald.
4:11 Weil das ganze Gebiet bewaldet ist, ist das
4:13 ein kleiner Parkplatz in einem Waldstück
4:14 und ich begann dann,
4:18 den Wald abzusuchen, um zu sehen, ob da irgendein (wohl mit den augen "scanning")
4:20 Verrückter oder wer weiß was mit einer Waffe war, und
4:22 ich wäre der Nächste, der erschossen würde.
4:24 War es ein
4:25 Jäger mit einem Hochleistungsgewehr, der aus der Ferne schoss oder so?
4:30 Also
4:34 sah ich mich schnell um und es gab
4:35 keinen unmittelbaren Grund wegzulaufen, dachte ich
4:36 also, ich hole mein
4:37 Handy raus und versuche, den Rettungsdienst zu rufen
4:40 und ausgerechnet dann
4:44 kein Empfang auf dem Handy zu haben,
4:46 das war’s. Ich stand dann vor einem
4:48 Dilemma, was ich mit dem junges
4:51 Mädchen, weil
4:53 eine Möglichkeit war, sie zurückzulassen, und die
4:55 andere, sie mitzunehmen.
4:57 Sie war sehr leicht, also hätte ich
4:59 eine Art Feuerwehrlift machen und sie
5:01 auf meinem Fahrrad herunterbringen können.
5:02 Aber sie hatte viele Verletzungen, und es
5:05 scheint
5:05 aufgrund meiner sehr schlechten medizinischen
5:08 Ausbildung über die Jahre
5:10 dass, wenn das Risiko innerer
5:12 Blutungen und Wunden oder Ähnliches besteht,
5:13 dass
5:14 dich wie eine Stoffpuppe
5:15 über meine Schulter zu ziehen,
5:17 sie vielleicht gestorben wäre, also
5:20 war die klügste Entscheidung,
5:22 sie einfach in der Seitenlage zu lassen
5:24 und dann so schnell wie möglich mit meinem Fahrrad Hilfe zu holen
.
AUFKLAPPEN - englisches original TRANSKRIPT
0:00 as i sort of approached the scene the
0:02 first thing i saw was a bike and outside
0:04 and
0:04 um i'd seen the cyclist ahead of me much
0:06 earlier so i thought he was just
0:09 having a rest as i got a little bit
0:11 closer
0:12 a very young child stumbled out onto the
0:15 road and at first i thought she was
0:17 actually just
0:17 playing with a sibling um because she
0:21 sort of
0:22 looked from a distance like she was you
0:24 know sort of
0:25 falling over larking about like a child
0:27 would
0:28 however as i approached her um it was
0:31 obvious that she was
0:32 um quite badly injured and there was a
0:34 lot of blood on her
0:36 and as i got even closer i then saw the
0:39 the car
0:40 with its engine revving and wheel
0:41 spinning so it became evident
0:44 well it seemed like at that moment in
0:46 time it had been a terrible car accident
0:48 so it was amazing a case of um doing
0:51 that first
0:52 sort of first attendance type of
0:55 activities which primarily resulted in
0:58 me paying some attention to the girl first
1:00 she was prone on the road
1:02 um moaning sort of semi-conscious
1:05 and she was lying in a position that was
1:07 in front of this car with this wheel
1:09 spinning
1:09 so my immediate thought was she needed
1:12 to be moved in case the car lurched
1:14 forward and
1:14 you know should run her over or anything
1:17 so um i sort of gently
1:19 attended to a moved her into a position
1:23 clear of where the vehicle could
1:24 possibly go clear of the road
1:26 she was very severely injured because
1:29 she was in and out of consciousness in
1:31 fact
1:31 after a few minutes when i was doing
1:33 other things
1:34 and just glanced back at her she'd
1:36 become unconscious
1:38 so uh and she had quite a lot of blood
1:41 and some very obvious
1:42 um quite bad head injuries so it seemed
1:47 uh that the best thing to be done for
1:49 her at the moment the moment
1:50 was if she was breathing well enough
1:54 and just to put her into i think people
1:56 commonly call the recovery position
1:58 um and i saw a check that she wasn't
1:59 profusely bleeding or anything that
2:01 needed to be stopped
2:02 and then um moved on to the other people
2:05 at first i thought there's been a
2:07 terrible accident between a cyclist
2:09 and a car because there was a cyclist on
2:11 the ground
2:12 more or less in front of the car but
2:15 there were
2:15 things that didn't quite match because
2:17 the cyclist's bike wasn't
2:18 beside him he wasn't grazed like you'd
2:22 think you'd see a cyclist with it
2:23 because
2:23 being a cyclist i've fallen off my bike
2:25 and got what they call road rash in the
2:27 past you'd sort of expect to see
2:29 that type of injury so things didn't
2:32 quite work um uh
2:35 so as as the minutes went on
2:38 i suddenly you know started to change my
2:41 opinion about
2:41 whether it was a car accident or
2:43 something else it
2:45 seemed to me like he was probably dead i
2:47 couldn't feel a pulse and
2:48 the most obvious thing was the totally
2:51 inanimate body
2:52 so i went around to the driver's side
2:56 and as i i needed to break the window to
3:00 get in but the window was already star
3:02 crazed anyway
3:03 and i noticed there were some holes and
3:05 i was starting to think
3:06 is that a bullet hole as i was breaking
3:08 the window
3:09 and it became fairly evident that
3:12 the injuries of the people inside didn't
3:15 match what one would think
3:17 people would be like from a car accident
3:18 in a car park
3:20 and then i moved around to the other
3:23 side looked
3:24 into the rear and it
3:27 i've never seen people who've been shot
3:29 before for real
3:31 more the hollywood stuff but actually it
3:34 seemed to me
3:35 just like a hollywood scene and if
3:37 someone had said
3:38 cut and everybody got up and walked away
3:41 that would have been it
3:44 but unfortunately it was real life well
3:46 if you've seen sort of
3:47 uh csi miami it was pretty much what you
3:50 would imagine a set from csi and miami
3:52 would be like
3:53 there was a a lot of blood and
3:57 uh heads with bullet holes in them it
3:59 became quite obvious now
4:01 taking stock that it was a gun crime
4:06 now i was getting a little bit anxious
4:08 because i thought maybe there's just
4:09 some crazy person in the woods
4:11 because the whole area is wooded that's
4:13 a little car park in a wooded
4:14 area and i was i then started scanning
4:18 the woods to see whether there was some
4:20 nutter or who knows what with a gun and
4:22 i was going to be the next person shot
4:24 was it a
4:25 some sort of hunter with a high-powered
4:26 rifle shooting from a distance or what
4:30 so having
4:34 done a quick look around and there was
4:35 no immediate need to run away i thought
4:36 right pull out my
4:37 mobile phone try and call the rescue
4:40 services
4:42 and of all the moments in the world to
4:44 have no signal on your mobile phone
4:46 that was it i was then faced with a bit
4:48 of a
4:49 dilemma about what to do with the young
4:51 girl because
4:53 one choice was to leave her and the
4:55 other choice was to take her with me
4:57 she was very light so i could have done
4:59 a sort of fireman's lift and taken her
5:01 down on my bike
5:02 but she had a lot of injuries and it
5:05 seems
5:05 from the very low level of medical
5:08 training that i've had over the years
5:10 that if there's a risk of internal
5:12 bleeding and wounds things like that
5:13 that
5:14 sort of dragging you like a rag doll
5:15 over my shoulder
5:17 might have perhaps killed her so
5:20 the prudent thing decision really was
5:22 just to leave her in the recovery
5:24 position and then go for help on my bike
5:25 as soon as fast as i could
.

Brett Martin tells how he discovered the scene of the Alps massascre
EbumPranks / 297 Aufrufe 24.06.2013
https://www.youtube.com/watch?v=oi_Q7X-fa_c

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von unknown » Montag, 14. Juli 2025, 22:04:35

..das wären so ca. 3km und ca. 10 min. einfache Strecke je nach Verkehrslage

Mann,Mann , das sind ja keine Campingplätze , das sind Campingstädte :o :o

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von unknown » Montag, 14. Juli 2025, 21:14:52

..auf dem Solitaire waren sie ja schon 2 mal davor , sie waren ja dort registriert und normal bucht man das ja eh im voraus.
..es war vielleicht gebucht und man hat trotzdem 2 Tage auf einem anderen Platz eingecheckt ,Kurzfristplätze gibts ja immer.

Mit Absicht vielleicht :?:
..das würde eventuell auch das mehrmalige kurzfristige Verlassen erklären.
..wollte er das Umfeld dort sichten :?:
..zu unterschiedlichen Zeiten , das würde Sinn machen.
..weiss gar nicht , wie lange sie eigentlich Urlaub machen wollten, in England waren die Schulferien um zu dem Zeitpunkt.

sonst wurde der 1 Platz meines Wissens nirgends erwähnt

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von z3001x » Montag, 14. Juli 2025, 17:48:18

unknown hat geschrieben: Montag, 14. Juli 2025, 16:35:56 Seltsames Verhalten des Vaters, ungewöhnliche Person auf dem Campingplatz, es gab wohl auch ein hitziges Streitgespräch und der Campingplatz wurde gewechselt.

https://www.tagesanzeiger.ch/warum-verl ... 1569482232
Das Wechseln des Campingplatzes hat mglweise damit zu tun gehabt, dass sie den zweiten eigentlich bevorzugt hatten, weil sie den schon aus dem Vorjahr kannten, aber bei Ankunft keinen Platz bekommen hatten - meine ich mich zu erinnern, dass das von einem Zeugen so berichtet wurde, evtl. dem Campingplatz-Besitzer des zweiten ("Le Solitaire du Lac"). Aber es ist auch nur so aus der Erinnerung ausgegraben.

Am meisten hatten mich diese häufigen 20- bis 30-minütigen alleinigen Kurztripps irritiert:
Zudem sei er vier- oder fünfmal täglich ohne seine Familie mit dem Auto aus dem Campingplatz gefahren und jeweils 20 oder 30 Minuten später wieder zurückgekehrt.
Am ehesten passt dazu: in Ruhe unbeobachtet ohne Mitzuhörer telefonieren.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von unknown » Montag, 14. Juli 2025, 16:35:56

Seltsames Verhalten des Vaters, ungewöhnliche Person auf dem Campingplatz, es gab wohl auch ein hitziges Streitgespräch und der Campingplatz wurde gewechselt.

https://www.tagesanzeiger.ch/warum-verl ... 1569482232

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 06:45:30

parkplatz le martinet + flucht

von oben betrachtet bild 1

- auto war VORWÄRTS rechts eingeparkt, so wie im bild 2 unten (rechts an der straße das verbotsschild weiterfahrt)
- zur flucht fuhr vater-al-hilli fuhr dann rückwärts in die LINKE ecke des parkplatzes (bild 1)
- man sieht auf bild 1 ansatzweise diesen bogen
- ist dabei teilweise über sylvain mollier (rennradler) gefahren
- und zu weit rückwärts, das auto hing fest, da wo es in bild 1 steht
.
112636811_fr_333658b.jpg
112636811_fr_333658b.jpg (157.08 KiB) 5723 mal betrachtet
.
VW-Martinet.jpg
VW-Martinet.jpg (317.45 KiB) 5723 mal betrachtet

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 05:10:06

waffenreste + hülsen am tatort
.. null dna oder fingerabdrücke ..

- griff-plastikteile am tatort identifizieren die waffe
- wo blieb der rest der waffe :?:
- hätte WBM william brett martin die mitnehmen und vor seiner anschließenden durchsuchung verstecken können?
- hat er die unterwegs entsorgt .. als er das auto den berg hochfahren hört?
- und die waffe vielleicht tage später geholt?
- er wollte freitag zurück nach UK, am mittwoch war die tat
- am folgetag (donnerstag) war der tatort glaube ich schon wieder freigegeben, jedenfalls sehr schnell

- wbm trug fahrradhandschuhe
- deshalb hatte man keine schmauchspuren gefunden?
- vielleicht hatte er als ausgebildeter einzelkämpfer, vielleicht gelegentlicher junge-männer-killer, auch noch andere dinge dabei, handschuhe, wasserdichter pack für die waffe o.ä.

merkwürdig:
- an plastikschalen der waffe, an hülsen
- keine DNA gefunden ?
- keine fingerabdrücke ?
- würde mich wundern, wenn nicht mind 1 erwachsener die radfahrer für die kinder kommentiert hätte
:arrow: obwohl zainab-7 männerhände-OHNE-handschuhe gesehen haben will ?

zainab-7 hat gesehen
- sylvain mollier lebend
- schüsse gehört
- mann, hände weiße haut greifen sie von hinten
- lederjacke
- lange hosen (kein biker-outfit)

zainab-7 auf beifahrersitz
- also linker sitz in der front
- unterwegs hätte sie wbm william brett martin und sylvain mollier auf den fahrrädern sehen müssen :!:
- straße recht eng, langsamer fahren und schauen, bei radfahrern
- zudem einsame strecke - da fallen doch leute (radfahrer) auf

- sylvain mollier scheint sie aber erst auf dem parkplatz gesehen zu haben, als sie ausstieg(?)
- vom 2ten radfahrer wbm ist keine rede

aussteigen, radfahrer-mollier, schüsse
- die schüsse sind sehr schnell gefallen, nachdem sie ausgestiegen war
- so schnell, dass die beiden frauen auf der rückbank erst gar nicht rauskamen (keine bodenspuren an den schuhen)
- dann müssten sie mollier vielleicht 1 minute maximal(?) vorher mit dem auto überholt haben
.. bisschen unklar vielleicht aus der berichterstattung ..

ein weiteres auto (bmw x5 oder ähnlich) hat sie offensichtlich nicht gesehen.
das hätte unmittelbar vorfahren müssen - oder x5 war schon vor ort?
a) das vorfahrende auto hätte straße blockiert, sicht versperrt, schatten geworfen, türen gehen auf, jemand schiesst.
b) es stand bereits auf dem parkplatz; dann hätte al-hilli bei der flucht drum herum zirkeln müssen (unwahrscheinlich), er wäre dann eher anders rückwärts raus
c) der x5 stand genau in dem abschnitt, ab dem man nicht mehr weiterfahren darf auf dem weg (das wäre dem kind sicher aufgefallen, denn sie wären unmittelbar vor dem auto auf den parkplatz); sie beschreibt aber nur, dass sie an der "edge" von einem weg auf den parkplatz sind


dass jemand den al-hillis aufgelauert hat, erscheint mir sehr unwahrscheinlich.
das war insgesamt zu vage, ob und wann die da aufkreuzen...
jemand auf dem campingplatz hätte den täter abtippen müssen.

ganz sicher gabs in 2012 bereits tracker, die an fahrzeugen angebracht wurden.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 02:23:50

warum auch immer sie getötet wurden..
.. täter"profil" passt perfekt auf brett martin mMn ..

profi at work
- die schüsse der "alps killings" (al-hilli) waren profi-arbeit (lt ermittler, engl wiki unten)
- brett martin ist für genau sowas ausgebildet (raf pilot)
- der täter hat solche morde vielleicht schon öfter begangen (z.b. fall Xavier Baligant, engl wiki unten; das passierte in der nähe, oder er wohnte ferientechnisch auch ganz in der nähe..)
faik: piloten + fallschirmspringer sind immer auch ausgebildete killer, nahkampf, einzelkämpfer

vielleicht war es so..
- annahme: brett martin raf ist ein idiot
- eine art AMOKtäter; der aus "spontaner" großer wut agiert
- er streitet unterwegs mit sylvain mollier
- mollier will entkommen, gibt gas und fährt den berg hoch
- trifft dort auf die gerade ausgestiegenen al-hillis
- sagt, sie sollen weiterfahren, ein idiot im anmarsch
- brett martin trifft ein
- erschiesst sylvain mollier (7 schüsse: 6 davon körper, 1 zwischen die augen)
- schiesst dem flüchtenden vater-al-hilli in den rücken
- magazin leer (8 patronen)
- vater-al-hilli versucht zu drehen, mit der verletzung im rücken, man ruft das zainab-7-kind
- derweil brett martin lädt 8 patronen nach
- erschiesst dann in großer ruhe die insassen (fahrzeug hat sich festgefahren)
- schiesst zainab-7 in den rücken und zerschlägt ihr den kopf
- das kleine kind zeena im fußraum hat er nicht gewusst, nicht gesehen als das al-hilli-auto vorbeifuhr. nur deshalb lebt sie noch

brett martin kommt am tatort an (seine schilderung)
- zieht mollier leiche vom laufenden auto weg
- zieht zainab-7 vom auto weg (legt sie auf den bauch, war das gut oder sollte er das als ex-raf besser können?)
- schlägt fahrerscheibe ein, auto wohl zentralverriegelt
- dreht zündschlüssel, macht auto aus
- hat keinen handyempfang für notruf
- fährt bergab, hält auto mit 3 personen an; die fahren zum tatort

der bmw x5 (british rechtsfahrer) - wer hat den tatsächlich gesehen?
- nur brett martin ?
- warum sollte der forstarbeiter aus der vimeo-doku angst um seine gesundheit haben, wenn er die aussage macht
- denn es sollten ja weitere forstarbeiter das fahrzeug gesehen haben - wenn das überhaupt stimmt

wenn .. es da einen bmw x5 gab
- der fährt zum tatort
- bringt 4 leute um
- und "vergisst" den radfahrer (brett martin), der jeden moment dort eintreffen kann?
- der x5-fahrer muss davon ausgehen
--- dass Brett martin ihn gesehen hat, ihn beschreiben kann
--- dass BM das nummernschild gesehen hat
- war aber wohl alles nicht schlimm... ? naja, weiß nicht..


tat wohl 18. auf 19. juli 2011 - Xavier_Baligant
https://en.wikipedia.org/wiki/2012_Alps ... nked_leads
google translate

Mord an Xavier Baligant und Hinweise
Die Einheit aus Nanterre untersuchte mögliche Verbindungen zwischen den Morden und dem ungeklärten Mord an Xavier Baligant im Jahr 2011. Der 29-jährige Belgier wurde auf einer Raststätte in der Nähe von Malvaux in der Region Meurthe-et-Moselle erschossen.[40] Baligant hatte auf der Rückfahrt aus dem Urlaub kurz an der Autobahn A31 angehalten, begleitet von seinen beiden schlafenden Kindern. Er wurde fünfmal angeschossen, darunter ein letzter Kopfschuss aus tiefem Sturzfeuer, ähnlich der Ausführung im Fall Chevaline.[41] Am Tatort gab es keine brauchbaren Überwachungsaufnahmen oder Augenzeugenberichte.[41][40]

Die ballistische Analyse ergab, dass Baligant mit einem Schmidt-Rubin K31-Gewehr getötet wurde, einer Schweizer Militärwaffe aus den 1950er Jahren, die in Seltenheit und Herkunft der im Fall Chevaline verwendeten Schweizer Luger-Pistole ähnelt.[41][40] Die Ermittler stellten weitere Ähnlichkeiten zwischen den beiden Fällen fest, darunter die abgelegenen Mordorte, das fehlende klare Motiv und die Verwendung präziser Sammlerwaffen.[41] Ein Softwareabgleich beider Akten führte dazu, dass die Behörden einen belgischen Waffensammler identifizierten, der mit beiden Waffentypen in Verbindung stand. Er wurde vernommen und von jeglicher Beteiligung freigesprochen.[40]

Die Ermittler konzentrierten sich außerdem auf den Dänen Bjarne N., der kurz vor den Morden in der Nähe beider Tatorte gezeltet hatte.[42] Laut Handyaufzeichnungen hielt er sich in der Nacht, in der Baligant getötet wurde, auf einem Campingplatz in Villey-le-Sec auf, etwa 20 km vom Rastplatz Malvaux entfernt. Später traf er am 3. September 2012 auf dem Campingplatz Europa in Saint-Jorioz in der Nähe des Lac d'Annecy ein und verließ diesen am 5. September, dem Tag des Angriffs von Chevaline.[40][42]

Einige Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass Sylvain Mollier das Hauptziel des Angriffs gewesen sein könnte.[42] RTL stellte fest, dass Molliers Anwesenheit auf der Forststraße ungeplant war, was darauf schließen lässt, dass der Schütze möglicherweise in der umgebenden Vegetation versteckt auf ihn gewartet hat.[42] Eine Untersuchung von Molliers Hintergrund brachte keinen relevanten Durchbruch in dem Fall.[42] Nach einer möglichen Übereinstimmung mit einem österreichischen Staatsbürger wurde bei den österreichischen Behörden ein Antrag auf DNA- und Fingerabdruckvergleich gestellt, der bisher zu keinem nennenswerten Ergebnis geführt hat.[43][44]

Ballistic analysis and profiling
In 2023, judicial military and firearms experts in the French Army concluded that the killer likely had specialized military training, citing the use of close-range headshots to the victims, including shots fired from inside the vehicle, as evidence of advanced skill and composure under stress.
https://en.wikipedia.org/wiki/2012_Alps ... _profiling

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 01:47:58

Bullet Path website - Andrew Rigsby
mit interessanten infos, nicht überall zu lesen
HIGHLIGHTS
- bodenproben an den schuhen beweisen, dass vater-al-hilli + zainab ausgestiegen waren
- zainab saß auf beifahrersitz ? alleine oder mit oma (mutter von ihrer mutter) ?
- vater al-hilli wird in den unteren rücken geschossen
- zainab in die schulter

- sylvain mollier wurde vom al-hilli-bmw angefahren
- sylvain mollier kugel aus nächster nähe zwischen die augen
- andere opfer schüsse kopf und oberkörper
DIE MORDE VON ANNECY – Neuauflage Oktober 2019
von admin | 7. Februar 2025 | Schießereien | 3 Kommentare
http://bulletpath.co.uk/annecy-revisted-2019/

googletranslate, gelbe anmerkungen von mir - AUFKLAPPEN !

Die feigen Ermordeten

Am 14. Oktober 2019, genau vier Jahre nach meinem ersten Besuch am Tatort Le Martinet, begleitete mich mein langjähriger Freund und professioneller Fotograf Chris Powell. Das Wetter war herrlich, die Sonne verbreitete angenehme Herbstwärme entlang der Combe d'Ire von Chevaline. Der Waldweg war von roten, grünen, goldenen und gelben Blättern gesäumt, die zu beiden Seiten und über uns eine bunte Decke bildeten. Die Asphaltdecke hatte sich seit meinem letzten Besuch verschlechtert.

Unser Ziel bestand darin, den Tatort erneut zu fotografieren, den Standort des durch Kugeln beschädigten Gebäudes zu untersuchen, das seit 2012 von den Forensikteams und Besuchern übersehen wurde, und die gefahrenen Routen von Saad al-Hillis 5er BMW Tourer zu rekonstruieren, als er sich dem Parkplatz Le Martinet näherte und dort ankam und von wo aus er am 5. September 2012 verzweifelt versuchte, seinem Angreifer zu entkommen.



Das von Kugeln beschädigte Gebäude, das ich 2015 nur 30 Meter vom Tatort entfernt gefunden hatte, wurde von der französischen Polizei nur wenige Tage, nachdem ich es über das Ermittlungsteam der Polizei von Surrey gemeldet hatte, entfernt. Offenbar wurde es an ein forensisches Labor in Paris geschickt, wo man feststellte, dass die darin noch vorhandenen Kugelreste nicht mit den vom Angreifer abgefeuerten Kugeln übereinstimmten. Das überraschte mich nicht, denn ich hatte nie einen direkten Zusammenhang zwischen dem Gebäude und dem Fall gesehen. Was mich faszinierte, war die Tatsache, dass Dutzende von Fachleuten es übersehen hatten. Was wäre, wenn es einen Zusammenhang gegeben hätte?

Die Frage ist damals wie heute, was zum Zeitpunkt der Morde sonst noch übersehen wurde. Die Entdeckung dieses Bauwerks und seine Entfernung sowie Einzelheiten zur forensischen Untersuchung wurden von den französischen und britischen Polizeibehörden nie an die Presse weitergegeben.



Ich hatte am Flughafen Genf einen VW Passat Kombi gemietet. Saad al-Hilli besaß einen BMW 5er Tourer (Kombi). Wir fuhren zum genauen Ort und rekonstruierten (filmten und fotografierten) Saads anfänglich ruhiges Herannahen und seinen verzweifelten Fluchtversuch.

.. erdspuren an den schuhen ..
Wir konnten das Szenario auch aus der Perspektive des Täters untersuchen und seine mögliche Position abschätzen. Die Ermittler wissen, dass Saad al-Hilli mit dem Gesicht nach oben auf dem obersten Parkplatz parkte (da es zwei davon gab). Bis hierhin durften öffentliche Fahrzeuge fahren, und die Abgrenzung ist deutlich ausgeschildert. Die Ermittler wussten, dass sowohl Saad als auch seine Tochter Zainab aus dem Auto stiegen, da sie Bodenproben an ihren Schuhen gefunden hatten. Diese Aktion war naheliegend, da sich rechts von ihnen eine Informationstafel mit einer Karte befand. Es wird angenommen, dass Sylvain Mollier in dieser Phase mit seinem Fahrrad eintraf und der Angreifer zuschlug.


.. zainab auf beifahrersitz ..
Niemand weiß genau, wo sich der Angreifer befand, als Saad al-Hilli eintraf. Ich vermute, dass er versteckt im unteren Teil des oberen Parkplatzes stand, ungesehen von einem herannahenden Fahrzeug, und damit rechnete, dass ein Auto direkt vor ihm parken würde. Die meisten Autofahrer parken mit dem Gesicht nach vorne. Auch der Angreifer rechnete damit, dass der Fahrer direkt vor ihm stehen würde. Als Saad al-Hilli mit seinem BMW auf den Parkplatz bog, ging der Plan sofort schief; der BMW hatte Rechtslenkung. Als die siebenjährige Zainab direkt vor ihm vom Beifahrersitz aufsprang, zögerte der Angreifer. Saad und Zainab stiegen einfach aus dem Auto, um sich das Informationsgebäude rechts neben ihnen anzusehen.

Nehmen wir an, der Angreifer war bereit, einen willkürlichen Angriff auf eine solche Familie zu verüben; nun war er wütend über seinen Fehler. Er stürzte sich nach vorne, um hinter dem Auto vorbeizukommen, gerade als der Radfahrer Sylvain Mollier eintraf. Er wurde dann für eine unschuldige Besuchergruppe sichtbar, mit einer schockierenden Absicht, die plötzlich deutlich wurde, als er das Feuer eröffnete. Es ist nicht sicher, wen er zuerst erschoss, aber vielleicht war Mollier am nächsten und wurde das erste Opfer.

Sylvain Mollier, ein fitter Radfahrer, stellte wohl die größte Bedrohung für den Angreifer dar. Als er erkannte, dass Saad al-Hilli seine Kinder und Familie bei sich hatte, versuchte er tapfer, sie zu schützen. Was auch immer zunächst geschah, alarmierte Saad ausreichend, denn er wurde in den unteren Rücken geschossen, als er zu seinem Auto rannte. Zainab, zweifellos betäubt vor Überraschung und Schock, erstarrte vielleicht einfach und wurde in die Schulter geschossen. Saad al-Hilli war nun voller Adrenalin und Angst und konnte nicht mehr klar denken. Auch der Angreifer geriet in Panik und hatte die Kontrolle verloren; sein Plan scheiterte völlig.

.. weil der täter auf dem weg stand - da wo man nicht weiterfahren darf ? ..
Nachdem es ihm gelungen war, wieder in sein Auto zu steigen, entschied sich Saad al-Hilli, einen Bogen nach links zurückzufahren. Dies könnte eine natürliche Fluchtreaktion gewesen sein; er spürte, dass er sich vom Angreifer entfernte. Es wäre einfacher gewesen, nach rechts zurückzufahren und dann in der Lage zu sein, direkt den Hügel hinunter zu fliehen. Dadurch hätte er das Schussfeld für den hinter ihm befindlichen Angreifer geschlossen. Möglicherweise hätte er ihn sogar mit seinem Auto getroffen oder ihn zumindest gezwungen, wegzufahren und das Feuer einzustellen. Wir wissen, dass Zainab sich außerhalb des Autos befand und wahrscheinlich hinter ihm und rechts von ihm auf dem Boden lag. Vielleicht hatte er Angst, sie zu treffen, vielleicht hatte er gesehen, wie auf sie geschossen wurde. Sein gewählter Bogen nach links traf Sylvain Mollier, der ausgestreckt am Boden und in seinem Weg lag. Das Untersuchungsteam kam zu dem Schluss, dass Mollier von der linken Seite des zurücksetzenden BMW getroffen wurde. Saad al-Hilli verschätzte sich dann bei seinem 180-Grad-Ausweichmanöver und fuhr zu weit zurück, wobei er seinen BMW in den losen Erdwall rammte.

Der BMW hatte Heckantrieb und die Antriebsräder blieben im weichen Sandboden stecken. Dies verschaffte dem Angreifer eine Atempause und eine weitere Chance und öffnete sein Schussfeld.



Über die professionelle Vorgehensweise bei diesem Angriff wurde viel geschrieben. Vielleicht war er aber auch gar nicht professionell. Der Angreifer befand sich möglicherweise auf der falschen Seite. Von wo auch immer er seinen Angriff startete, es gelang ihm nicht, Saad al-Hilli daran zu hindern, wieder in sein Auto zu steigen und davonzufahren. Hätte Saad ihn nicht außer Gefecht gesetzt, hätte er fliehen können. Er könnte Zainab für tot gehalten und, selbst verwundet, versucht haben, den Rest seiner Familie zu retten. Man kann ihm diesen Versuch nicht vorwerfen; er war bereits angeschossen worden, er geriet in Panik, seine älteste Tochter war außerhalb des Autos, er litt unter starken Schmerzen und Angst, der Rest seiner Familie war mit ihm im Auto und schrie möglicherweise, sein Urteilsvermögen war beeinträchtigt.

Er war nicht im Ausweichmanöver ausgebildet. Diese Fahrtechnik erfordert viel Aufmerksamkeit und Übung, und wenn man nicht gut trainiert und sehr überlegt ist, werden Fluchtversuche scheitern. Henry Paul, der Fahrer von Mohammed Fahid, scheiterte 1997 in Paris bei seinem lächerlichen und amateurhaften Fluchtversuch vor Paparazzi, bei dem Prinzessin Diana ums Leben kam.

Ich spekuliere nicht nur. In den letzten 35 Jahren habe ich in der Fahrsicherheits- und Performance-Fahrerausbildung gearbeitet. Ich habe Ausweichmanöver unterrichtet. Das Wichtigste, was jeder Schüler dieses Fachs lernen kann, ist, sich nie in einen Hinterhalt zu begeben, denn wenn man erst einmal drin ist, sind die Chancen, zu entkommen, gering.

Die meisten Erwachsenen fahren Auto, und wir bilden uns selbstgefällig ein, wir würden uns unter solchen Umständen in Jason Bourne oder James Bond verwandeln. Doch das tun wir nicht, denn unser Urteilsvermögen lässt kläglich zu wünschen übrig. Die dafür erforderlichen Fähigkeiten und das erforderliche Verständnis der Fahrzeugdynamik liegen außerhalb unseres Kompetenzbereichs.

.. hatte eine kugel im rücken ..
Es war interessant, Saad al-Hillis Bewegungen zu rekonstruieren. Zuerst fuhr ich den Linksbogen sehr langsam, dann filmten wir ihn mit hoher Geschwindigkeit. Es war nicht schwierig, die Orientierung zu behalten und die Position der Böschung hinter mir nach Abschluss des Manövers einzuschätzen. Man könnte das Manöver beenden und das Fahrzeug ein oder zwei Meter vor der Böschung anhalten, den Vorwärtsgang einlegen, beschleunigen und rechts abbiegen. Ich konnte jedoch nachvollziehen, dass Saads Urteilsvermögen und Orientierung beeinträchtigt waren. Betrachtet man jedoch die hektischen, unüberlegten und unprofessionellen Aktionen des Angreifers mit dem natürlichen, aber plumpen Fluchtversuch von Saad al-Hilli, ergibt sich eine Situation, in der die Fehler und das schlechte Urteilsvermögen der Angreifer durch Glück und Position ausgeglichen werden. Der Angreifer hatte die Waffe. Die überwältigende Übermacht und die verpassten und verpatzten Fluchtmöglichkeiten besiegelten al-Hillis Schicksal. Ich muss betonen, dass Saad al-Hilli beinahe entkommen wäre.

.. kopfschuss sylvain mollier..
Es wurde beschrieben, wie der Angreifer seinen Opfern in Oberkörper und Kopf schoss und Sylvain Mollier sogar aus nächster Nähe zwischen die Augen traf. Diese Aktionen haben einige Autoren und Forscher zu dem Schluss veranlasst, der Angreifer sei ein „Profikiller“ gewesen. Sogar die Polizei hat dem zugestimmt. Ich bin bestürzt über diese Befürchtung. Wie um alles in der Welt können wir davon ausgehen, dass dieser Angreifer ein „Profikiller“ war. Seine Taten waren chaotisch, ein rasender, getriebener, kaltblütiger Killer mit einem vagen Plan, eine zufällige Gruppe niederzumetzeln. Sein anfängliches Vorgehen ging völlig schief. Sein letztendlicher Erfolg bestand darin, dass er unbewaffneten Erwachsenen und Kindern gegenüberstand, die sich nicht in Verteidigungshaltung befanden. Er war darauf vorbereitet, andere Menschen aus nächster Nähe zu töten; Professionalität spielt dabei keine Rolle. Sylvain Mollier war von Anfang an dem Untergang geweiht. Saad al-Hilli war der Flucht sogar sehr nahe. Er und seine Familie betraten zusammen mit Sylvain Mollier eine böse Dimension an einem wunderschönen Ort. Genau wie Sue Godfrey, die 1987 den Savernake Forest betrat, stolperten sie in eine persönliche Hölle.



Auf dem Holzpfosten, der die Karte der Region stützt, ist ein wirres Testament gekritzelt. Jemand hat mit Filzstift „(September) – 09/2014“ geschrieben , ein Kruzifix und die Zahl „ 5 Pax“ gezeichnet . Offenbar hat jemand die Jahreszahl korrigiert, indem er die 4 durchgestrichen und eine 2 geschrieben und die Zahl des Todesopfers von 5 auf 4 geändert hat . Es handelt sich um einen unpassenden Verweis auf die Morde der Al-Hillis und Molliers. Die interessanteste Aussage ist der Begriff „Lachement Assassine“ , was übersetzt „feiger Mörder“ bedeutet . Darunter steht das Wort „Bravo“.

Der französische Staatsanwalt Eric Maillaud behauptete einst, die Ursache der Morde von Annecy liege in Großbritannien. Vor und seit 2012 kam es in der Region zu mehreren Morden (darunter auch Schusswaffenmorde) und Verschleppungen. Dieser schöne Teil Frankreichs ist nicht ohne einen düsteren Ruf. 2015 fand ich am Tatort Schussschäden. Kugelsplitter steckten noch in einer Struktur und ein sauberes Loch, das von einem Schrotgeschoss herrührte. Dies wurde verantwortungslosen Jägern zugeschrieben. Das könnte durchaus der Fall sein, wurde aber von den Ermittlern übersehen.

Die Jagd ist in der Region eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Erklärt dies jedoch die Tat des Schützen, der ein Schrotgeschoss durch das Wegweiserschild an der nahegelegenen D109 schoss? Dies geschah in Richtung eines VW-Händlers und eines Privathauses. Und der Schütze, der eine 9-mm-Kugel durch ein Wegweiserschild zwischen Sythenex und Fort Tamie schoss. Ich fand beide Orte 2015 in der Nähe von Chevaline und der Combe d'Ire. 2019 waren sie noch dort.

Als diese Morde geschahen, ging man zunächst davon aus, dass der Täter über die asphaltierte Straße von Chevaline zum Tötungsort gelangte und auf demselben Weg floh. Warum sollte er das tun und möglicherweise gesehen, gefangen und gefasst werden? Es gibt Routen über den Berg im Süden, die zu Fuß oder mit dem Mountainbike befahrbar sind. Mountainbiken ist in der Gegend tatsächlich sehr beliebt. Ein Mörder auf einem Mountainbike würde einfach untertauchen und keinerlei Aufmerksamkeit erregen. In solchen Situationen sollte man sich nicht nur auf Logik und Vernunft verlassen. Es ist sinnlos, einen konkreten Grund für die Morde zu suchen. Wir klammern uns an die Vorstellung, dass es ein Motiv gab. Wir können Zufall und Glück nicht akzeptieren. Wir tun den Opfern keinen Gefallen, wenn wir versuchen, Gründe für ihren vorzeitigen Tod zu erfinden. Es geht um Fakten, und die müssen keinen Sinn ergeben.


.. fluchtrouten des täters ..
Auf dieser Reise untersuchten wir zwei dieser vermuteten Routen, die der Mörder von Annecy vom Tatort aus genommen haben könnte. Tatsächlich könnte er sich aus derselben Richtung genähert haben. Die französische Polizei untersuchte sie damals. Eine davon führt vom Dorf Percherel, wo es einen Parkplatz für Wanderer und Radfahrer gibt. Der Anfang des Weges ist deutlich markiert und gut sichtbar.



Die andere ist eine abgelegenere, drei Kilometer lange, von Bäumen gesäumte, asphaltierte Straße am Flusslauf entlang zu den Parkplätzen von Nant Fourchu. Diese führt den Verkehr von der Hauptstraße weg und in sanfter Steigung am Ufer entlang bergauf. Die Straße erstrahlte in einer Pracht herbstlicher Farben, wirklich ansprechend und schön. Dies ist das Gegenteil seines düsteren Alter Egos, einer schockierenden, von Kugeln durchsiebten Schießbahn. Wenn man bedenkt, dass die typischen Besucher – Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer – friedliche Einzelpersonen und Familiengruppen sind, genau wie Sylvain Mollier und die Al-Hillis, ist das ehrlich gesagt entsetzlich. Ich erkannte, dass mindestens vier verschiedene Waffen eingesetzt worden waren, um Löcher zu sprengen und Hinweisschilder entlang der Strecke zu zerstören: Hochgeschwindigkeitsgewehre, .17HMR, .308, 9-mm-Pistolen und Schrotladungen und Geschosse. Die meisten Leute werden diese Signaturen nicht bemerken, obwohl die Täter sie gut sichtbar hinterlassen haben.

Was sollen sie bedeuten? Sind sie tatsächlich eine Art unheilvolles Zeichen, ein Gruß oder eine Anerkennung? Was auch immer sie sind und wer auch immer sie begangen hat, sie haben ein unheilvolles, gefährliches und düsteres Bild dieser wunderschönen Region hinterlassen.

Wir haben einen mysteriösen, brutalen Tatort in Le Martinet, doch der Ort ist von diesen gewalttätigen Schießereien umgeben. Vielleicht Zufall. Der Mord bleibt ein Rätsel, und Hobbydetektive spekulieren weiterhin über die Verschwörungstheorien. Gehen Sie hin und überzeugen Sie sich selbst.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 01:47:32

Bullet Path website - Andrew Rigsby
mit interessanten infos, nicht überall zu lesen
HIGHLIGHTS
- bodenproben an den schuhen beweisen, dass vater-al-hilli + zainab ausgestiegen waren
- zainab saß auf beifahrersitz ? alleine oder mit oma (mutter von ihrer mutter) ?
- vater al-hilli wird in den unteren rücken geschossen
- zainab in die schulter

- sylvain mollier wurde vom al-hilli-bmw angefahren
- sylvain mollier kugel aus nächster nähe zwischen die augen
- andere opfer schüsse kopf und oberkörper
DIE MORDE VON ANNECY – Neuauflage Oktober 2019
von admin | 7. Februar 2025 | Schießereien | 3 Kommentare
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Die feigen Ermordeten

Am 14. Oktober 2019, genau vier Jahre nach meinem ersten Besuch am Tatort Le Martinet, begleitete mich mein langjähriger Freund und professioneller Fotograf Chris Powell. Das Wetter war herrlich, die Sonne verbreitete angenehme Herbstwärme entlang der Combe d'Ire von Chevaline. Der Waldweg war von roten, grünen, goldenen und gelben Blättern gesäumt, die zu beiden Seiten und über uns eine bunte Decke bildeten. Die Asphaltdecke hatte sich seit meinem letzten Besuch verschlechtert.

Unser Ziel bestand darin, den Tatort erneut zu fotografieren, den Standort des durch Kugeln beschädigten Gebäudes zu untersuchen, das seit 2012 von den Forensikteams und Besuchern übersehen wurde, und die gefahrenen Routen von Saad al-Hillis 5er BMW Tourer zu rekonstruieren, als er sich dem Parkplatz Le Martinet näherte und dort ankam und von wo aus er am 5. September 2012 verzweifelt versuchte, seinem Angreifer zu entkommen.



Das von Kugeln beschädigte Gebäude, das ich 2015 nur 30 Meter vom Tatort entfernt gefunden hatte, wurde von der französischen Polizei nur wenige Tage, nachdem ich es über das Ermittlungsteam der Polizei von Surrey gemeldet hatte, entfernt. Offenbar wurde es an ein forensisches Labor in Paris geschickt, wo man feststellte, dass die darin noch vorhandenen Kugelreste nicht mit den vom Angreifer abgefeuerten Kugeln übereinstimmten. Das überraschte mich nicht, denn ich hatte nie einen direkten Zusammenhang zwischen dem Gebäude und dem Fall gesehen. Was mich faszinierte, war die Tatsache, dass Dutzende von Fachleuten es übersehen hatten. Was wäre, wenn es einen Zusammenhang gegeben hätte?

Die Frage ist damals wie heute, was zum Zeitpunkt der Morde sonst noch übersehen wurde. Die Entdeckung dieses Bauwerks und seine Entfernung sowie Einzelheiten zur forensischen Untersuchung wurden von den französischen und britischen Polizeibehörden nie an die Presse weitergegeben.



Ich hatte am Flughafen Genf einen VW Passat Kombi gemietet. Saad al-Hilli besaß einen BMW 5er Tourer (Kombi). Wir fuhren zum genauen Ort und rekonstruierten (filmten und fotografierten) Saads anfänglich ruhiges Herannahen und seinen verzweifelten Fluchtversuch.

.. erdspuren an den schuhen ..
Wir konnten das Szenario auch aus der Perspektive des Täters untersuchen und seine mögliche Position abschätzen. Die Ermittler wissen, dass Saad al-Hilli mit dem Gesicht nach oben auf dem obersten Parkplatz parkte (da es zwei davon gab). Bis hierhin durften öffentliche Fahrzeuge fahren, und die Abgrenzung ist deutlich ausgeschildert. Die Ermittler wussten, dass sowohl Saad als auch seine Tochter Zainab aus dem Auto stiegen, da sie Bodenproben an ihren Schuhen gefunden hatten. Diese Aktion war naheliegend, da sich rechts von ihnen eine Informationstafel mit einer Karte befand. Es wird angenommen, dass Sylvain Mollier in dieser Phase mit seinem Fahrrad eintraf und der Angreifer zuschlug.


.. zainab auf beifahrersitz ..
Niemand weiß genau, wo sich der Angreifer befand, als Saad al-Hilli eintraf. Ich vermute, dass er versteckt im unteren Teil des oberen Parkplatzes stand, ungesehen von einem herannahenden Fahrzeug, und damit rechnete, dass ein Auto direkt vor ihm parken würde. Die meisten Autofahrer parken mit dem Gesicht nach vorne. Auch der Angreifer rechnete damit, dass der Fahrer direkt vor ihm stehen würde. Als Saad al-Hilli mit seinem BMW auf den Parkplatz bog, ging der Plan sofort schief; der BMW hatte Rechtslenkung. Als die siebenjährige Zainab direkt vor ihm vom Beifahrersitz aufsprang, zögerte der Angreifer. Saad und Zainab stiegen einfach aus dem Auto, um sich das Informationsgebäude rechts neben ihnen anzusehen.

Nehmen wir an, der Angreifer war bereit, einen willkürlichen Angriff auf eine solche Familie zu verüben; nun war er wütend über seinen Fehler. Er stürzte sich nach vorne, um hinter dem Auto vorbeizukommen, gerade als der Radfahrer Sylvain Mollier eintraf. Er wurde dann für eine unschuldige Besuchergruppe sichtbar, mit einer schockierenden Absicht, die plötzlich deutlich wurde, als er das Feuer eröffnete. Es ist nicht sicher, wen er zuerst erschoss, aber vielleicht war Mollier am nächsten und wurde das erste Opfer.

Sylvain Mollier, ein fitter Radfahrer, stellte wohl die größte Bedrohung für den Angreifer dar. Als er erkannte, dass Saad al-Hilli seine Kinder und Familie bei sich hatte, versuchte er tapfer, sie zu schützen. Was auch immer zunächst geschah, alarmierte Saad ausreichend, denn er wurde in den unteren Rücken geschossen, als er zu seinem Auto rannte. Zainab, zweifellos betäubt vor Überraschung und Schock, erstarrte vielleicht einfach und wurde in die Schulter geschossen. Saad al-Hilli war nun voller Adrenalin und Angst und konnte nicht mehr klar denken. Auch der Angreifer geriet in Panik und hatte die Kontrolle verloren; sein Plan scheiterte völlig.

.. weil der täter auf dem weg stand - da wo man nicht weiterfahren darf ? ..
Nachdem es ihm gelungen war, wieder in sein Auto zu steigen, entschied sich Saad al-Hilli, einen Bogen nach links zurückzufahren. Dies könnte eine natürliche Fluchtreaktion gewesen sein; er spürte, dass er sich vom Angreifer entfernte. Es wäre einfacher gewesen, nach rechts zurückzufahren und dann in der Lage zu sein, direkt den Hügel hinunter zu fliehen. Dadurch hätte er das Schussfeld für den hinter ihm befindlichen Angreifer geschlossen. Möglicherweise hätte er ihn sogar mit seinem Auto getroffen oder ihn zumindest gezwungen, wegzufahren und das Feuer einzustellen. Wir wissen, dass Zainab sich außerhalb des Autos befand und wahrscheinlich hinter ihm und rechts von ihm auf dem Boden lag. Vielleicht hatte er Angst, sie zu treffen, vielleicht hatte er gesehen, wie auf sie geschossen wurde. Sein gewählter Bogen nach links traf Sylvain Mollier, der ausgestreckt am Boden und in seinem Weg lag. Das Untersuchungsteam kam zu dem Schluss, dass Mollier von der linken Seite des zurücksetzenden BMW getroffen wurde. Saad al-Hilli verschätzte sich dann bei seinem 180-Grad-Ausweichmanöver und fuhr zu weit zurück, wobei er seinen BMW in den losen Erdwall rammte.

Der BMW hatte Heckantrieb und die Antriebsräder blieben im weichen Sandboden stecken. Dies verschaffte dem Angreifer eine Atempause und eine weitere Chance und öffnete sein Schussfeld.



Über die professionelle Vorgehensweise bei diesem Angriff wurde viel geschrieben. Vielleicht war er aber auch gar nicht professionell. Der Angreifer befand sich möglicherweise auf der falschen Seite. Von wo auch immer er seinen Angriff startete, es gelang ihm nicht, Saad al-Hilli daran zu hindern, wieder in sein Auto zu steigen und davonzufahren. Hätte Saad ihn nicht außer Gefecht gesetzt, hätte er fliehen können. Er könnte Zainab für tot gehalten und, selbst verwundet, versucht haben, den Rest seiner Familie zu retten. Man kann ihm diesen Versuch nicht vorwerfen; er war bereits angeschossen worden, er geriet in Panik, seine älteste Tochter war außerhalb des Autos, er litt unter starken Schmerzen und Angst, der Rest seiner Familie war mit ihm im Auto und schrie möglicherweise, sein Urteilsvermögen war beeinträchtigt.

Er war nicht im Ausweichmanöver ausgebildet. Diese Fahrtechnik erfordert viel Aufmerksamkeit und Übung, und wenn man nicht gut trainiert und sehr überlegt ist, werden Fluchtversuche scheitern. Henry Paul, der Fahrer von Mohammed Fahid, scheiterte 1997 in Paris bei seinem lächerlichen und amateurhaften Fluchtversuch vor Paparazzi, bei dem Prinzessin Diana ums Leben kam.

Ich spekuliere nicht nur. In den letzten 35 Jahren habe ich in der Fahrsicherheits- und Performance-Fahrerausbildung gearbeitet. Ich habe Ausweichmanöver unterrichtet. Das Wichtigste, was jeder Schüler dieses Fachs lernen kann, ist, sich nie in einen Hinterhalt zu begeben, denn wenn man erst einmal drin ist, sind die Chancen, zu entkommen, gering.

Die meisten Erwachsenen fahren Auto, und wir bilden uns selbstgefällig ein, wir würden uns unter solchen Umständen in Jason Bourne oder James Bond verwandeln. Doch das tun wir nicht, denn unser Urteilsvermögen lässt kläglich zu wünschen übrig. Die dafür erforderlichen Fähigkeiten und das erforderliche Verständnis der Fahrzeugdynamik liegen außerhalb unseres Kompetenzbereichs.

.. hatte eine kugel im rücken ..
Es war interessant, Saad al-Hillis Bewegungen zu rekonstruieren. Zuerst fuhr ich den Linksbogen sehr langsam, dann filmten wir ihn mit hoher Geschwindigkeit. Es war nicht schwierig, die Orientierung zu behalten und die Position der Böschung hinter mir nach Abschluss des Manövers einzuschätzen. Man könnte das Manöver beenden und das Fahrzeug ein oder zwei Meter vor der Böschung anhalten, den Vorwärtsgang einlegen, beschleunigen und rechts abbiegen. Ich konnte jedoch nachvollziehen, dass Saads Urteilsvermögen und Orientierung beeinträchtigt waren. Betrachtet man jedoch die hektischen, unüberlegten und unprofessionellen Aktionen des Angreifers mit dem natürlichen, aber plumpen Fluchtversuch von Saad al-Hilli, ergibt sich eine Situation, in der die Fehler und das schlechte Urteilsvermögen der Angreifer durch Glück und Position ausgeglichen werden. Der Angreifer hatte die Waffe. Die überwältigende Übermacht und die verpassten und verpatzten Fluchtmöglichkeiten besiegelten al-Hillis Schicksal. Ich muss betonen, dass Saad al-Hilli beinahe entkommen wäre.

.. kopfschuss sylvain mollier..
Es wurde beschrieben, wie der Angreifer seinen Opfern in Oberkörper und Kopf schoss und Sylvain Mollier sogar aus nächster Nähe zwischen die Augen traf. Diese Aktionen haben einige Autoren und Forscher zu dem Schluss veranlasst, der Angreifer sei ein „Profikiller“ gewesen. Sogar die Polizei hat dem zugestimmt. Ich bin bestürzt über diese Befürchtung. Wie um alles in der Welt können wir davon ausgehen, dass dieser Angreifer ein „Profikiller“ war. Seine Taten waren chaotisch, ein rasender, getriebener, kaltblütiger Killer mit einem vagen Plan, eine zufällige Gruppe niederzumetzeln. Sein anfängliches Vorgehen ging völlig schief. Sein letztendlicher Erfolg bestand darin, dass er unbewaffneten Erwachsenen und Kindern gegenüberstand, die sich nicht in Verteidigungshaltung befanden. Er war darauf vorbereitet, andere Menschen aus nächster Nähe zu töten; Professionalität spielt dabei keine Rolle. Sylvain Mollier war von Anfang an dem Untergang geweiht. Saad al-Hilli war der Flucht sogar sehr nahe. Er und seine Familie betraten zusammen mit Sylvain Mollier eine böse Dimension an einem wunderschönen Ort. Genau wie Sue Godfrey, die 1987 den Savernake Forest betrat, stolperten sie in eine persönliche Hölle.



Auf dem Holzpfosten, der die Karte der Region stützt, ist ein wirres Testament gekritzelt. Jemand hat mit Filzstift „(September) – 09/2014“ geschrieben , ein Kruzifix und die Zahl „ 5 Pax“ gezeichnet . Offenbar hat jemand die Jahreszahl korrigiert, indem er die 4 durchgestrichen und eine 2 geschrieben und die Zahl des Todesopfers von 5 auf 4 geändert hat . Es handelt sich um einen unpassenden Verweis auf die Morde der Al-Hillis und Molliers. Die interessanteste Aussage ist der Begriff „Lachement Assassine“ , was übersetzt „feiger Mörder“ bedeutet . Darunter steht das Wort „Bravo“.

Der französische Staatsanwalt Eric Maillaud behauptete einst, die Ursache der Morde von Annecy liege in Großbritannien. Vor und seit 2012 kam es in der Region zu mehreren Morden (darunter auch Schusswaffenmorde) und Verschleppungen. Dieser schöne Teil Frankreichs ist nicht ohne einen düsteren Ruf. 2015 fand ich am Tatort Schussschäden. Kugelsplitter steckten noch in einer Struktur und ein sauberes Loch, das von einem Schrotgeschoss herrührte. Dies wurde verantwortungslosen Jägern zugeschrieben. Das könnte durchaus der Fall sein, wurde aber von den Ermittlern übersehen.

Die Jagd ist in der Region eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Erklärt dies jedoch die Tat des Schützen, der ein Schrotgeschoss durch das Wegweiserschild an der nahegelegenen D109 schoss? Dies geschah in Richtung eines VW-Händlers und eines Privathauses. Und der Schütze, der eine 9-mm-Kugel durch ein Wegweiserschild zwischen Sythenex und Fort Tamie schoss. Ich fand beide Orte 2015 in der Nähe von Chevaline und der Combe d'Ire. 2019 waren sie noch dort.

Als diese Morde geschahen, ging man zunächst davon aus, dass der Täter über die asphaltierte Straße von Chevaline zum Tötungsort gelangte und auf demselben Weg floh. Warum sollte er das tun und möglicherweise gesehen, gefangen und gefasst werden? Es gibt Routen über den Berg im Süden, die zu Fuß oder mit dem Mountainbike befahrbar sind. Mountainbiken ist in der Gegend tatsächlich sehr beliebt. Ein Mörder auf einem Mountainbike würde einfach untertauchen und keinerlei Aufmerksamkeit erregen. In solchen Situationen sollte man sich nicht nur auf Logik und Vernunft verlassen. Es ist sinnlos, einen konkreten Grund für die Morde zu suchen. Wir klammern uns an die Vorstellung, dass es ein Motiv gab. Wir können Zufall und Glück nicht akzeptieren. Wir tun den Opfern keinen Gefallen, wenn wir versuchen, Gründe für ihren vorzeitigen Tod zu erfinden. Es geht um Fakten, und die müssen keinen Sinn ergeben.


.. fluchtrouten des täters ..
Auf dieser Reise untersuchten wir zwei dieser vermuteten Routen, die der Mörder von Annecy vom Tatort aus genommen haben könnte. Tatsächlich könnte er sich aus derselben Richtung genähert haben. Die französische Polizei untersuchte sie damals. Eine davon führt vom Dorf Percherel, wo es einen Parkplatz für Wanderer und Radfahrer gibt. Der Anfang des Weges ist deutlich markiert und gut sichtbar.



Die andere ist eine abgelegenere, drei Kilometer lange, von Bäumen gesäumte, asphaltierte Straße am Flusslauf entlang zu den Parkplätzen von Nant Fourchu. Diese führt den Verkehr von der Hauptstraße weg und in sanfter Steigung am Ufer entlang bergauf. Die Straße erstrahlte in einer Pracht herbstlicher Farben, wirklich ansprechend und schön. Dies ist das Gegenteil seines düsteren Alter Egos, einer schockierenden, von Kugeln durchsiebten Schießbahn. Wenn man bedenkt, dass die typischen Besucher – Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer – friedliche Einzelpersonen und Familiengruppen sind, genau wie Sylvain Mollier und die Al-Hillis, ist das ehrlich gesagt entsetzlich. Ich erkannte, dass mindestens vier verschiedene Waffen eingesetzt worden waren, um Löcher zu sprengen und Hinweisschilder entlang der Strecke zu zerstören: Hochgeschwindigkeitsgewehre, .17HMR, .308, 9-mm-Pistolen und Schrotladungen und Geschosse. Die meisten Leute werden diese Signaturen nicht bemerken, obwohl die Täter sie gut sichtbar hinterlassen haben.

Was sollen sie bedeuten? Sind sie tatsächlich eine Art unheilvolles Zeichen, ein Gruß oder eine Anerkennung? Was auch immer sie sind und wer auch immer sie begangen hat, sie haben ein unheilvolles, gefährliches und düsteres Bild dieser wunderschönen Region hinterlassen.

Wir haben einen mysteriösen, brutalen Tatort in Le Martinet, doch der Ort ist von diesen gewalttätigen Schießereien umgeben. Vielleicht Zufall. Der Mord bleibt ein Rätsel, und Hobbydetektive spekulieren weiterhin über die Verschwörungstheorien. Gehen Sie hin und überzeugen Sie sich selbst.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von z3001x » Montag, 14. Juli 2025, 01:06:14

Paar Infohappen:
  • Saad Al-Hilli hatte zuvor den Iran besucht als Pilger nach Qums (Ghum in Neudeutsch).
  • Seine Frau Iqbal wurde im Iran geboren und wuchs in Schweden auf.
  • Iqbal nannte sich bei ihrer ersten Hochzeit 1999 mit dem Amerikaner James Thomson mit Vornamen "Kelly" und zwar in einem offiziellen Dokument, nicht mit Spitznamen. Wie geht das?
  • In die schwedischen Wohnung des Mordopfers Suheila al-Allaf (Iqbals Muter) wurde nach ihrem Tod (oder als sie bereits in UK oder F war) eingebrochen und u.a. ihre Computer und Dokumente gestohlen.
  • Die Reisepässe von Saad und Iqbal, die sie zwingend dabei haben mussten, um vom UK nach Frankreich einzureisen, wurden nie und nirgends gefunden. Nicht im Auto, nicht ihrem Camping-Zelt oder -Karavan.
  • Saad wurde während und vor des Irakskriegs permanent/täglich von Beamten des "Special Branch" der "Metropolitan Police" überwacht bzw. observiert.
  • Saad war u.a. als "sa3d07" laut Aussagen wohlmeinender Freunde durchaus (verbal) extremistisch aktiv und rührig gegen die militärischen Aktivitäten der USA nach 9/11 und gegen Israel. Also in bestimmten Foren ähnlich Gesinnter.
  • Saad soll, bevor er v.a. für die Satellitentechnologiefirma SSTL gearbeitet hat, als Ingenieur im Nuklearbereich gearbeitet haben.
  • Die Firma, bei der das frz Opfer Sylvian Mollier arbeitete, Cezus/Arvea, war in den 80ern am Bau von Nuklearanlagen im Iran beteiligt.
  • Die Ermordung iranische Nuklearwissenschaftler durch den israelischen Mossad datiert v.a. auf das Jahr 2011. Einige wurden von Tätern auf dem Motorrad ermordet. Einige wurden mit ihrer ganzen Familie ermordet.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Montag, 14. Juli 2025, 01:03:04

Bullet Path website - Andrew Rigsby
mit interessanten infos, nicht überall zu lesen
HIGHLIGHTS
- Campingplatz Le Solataire du Lac
- der weg zum tatort 10 minuten (unklar, wo er gestartet ist..)
- rückfahrt (berg runter) 11 minuten mit auto
- vollgas 5 minuten mit auto
- al-hillis starten kurz nach 14 uhr
- 15km vom campingplatz zum tatort
- brett martin + mollier trafen VOR dem beginn der route aufeinander
- sylvain mollier von anfang an vor ihm; soll ihn NICHT auf der strecke überholt haben
- auf halber strecke überholt al-hilli den brett martin
- al-hillis fahren gegen 14 uhr vom campingplatz ab
- tat gegen 15:45
- tatwaffe 7,65 mm PO6 Luger, eine sehr effiziente halbautomatische Pistole mit einem 8-Schuss-Magazin
- 25 schüsse wurden abgefeuert (wiki https://en.wikipedia.org/wiki/2012_Alps_killings)

test radfahrer zeiten
- 26,5 minuten: erreicht ein vergleichs-rennradfahrer den parkplatz le martinet
- 33,5 minuten: erreicht ein mountainbiker den parkplatz in le martinet
- schüsse vermutlich nur 300m weit zu hören

offen:
- was ist mit dem bmw x5, der brett martin bei seiner auffahrt entgegengekommen sein soll; der konnte nie ermittelt werden; auch dieses fahrzeug hatte RECHTSLENKUNG, britisch
- inwiefern hat brett martin den Pierre C (komischer helm/motorradfahrer/gleitschirmflieger/geschäftsmann) aus lyon falsch verortet? wird so in den kommentaren behauptet, dass das von den ermittlern festgestellt wurde.
DIE MORDE VON ANNECY – der umfassendere Blick 2022
von admin | 7. Februar 2025 | Schießereien | 11 Kommentare
http://bulletpath.co.uk/the-annecy-murd ... view-2022/

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DIE MORDE VON ANNECY – 10 Jahre

Die bis heute ungeklärten Morde von Annecy wurden am 5. September 2012 strafrechtlich verfolgt. Die brutalen Morde ereigneten sich in der alpinen Region Haute-Savoie im Südosten Frankreichs. Dieser Beitrag ist das Ergebnis meines dritten Besuchs vor Ort im Juli 2022 und spiegelt meine Beteiligung an der dreiteiligen Dokumentation „Mord in den Alpen“ wider, die von Blast Films für Channel 4 produziert und im Juni 2022 erstmals ausgestrahlt wurde.

Das Hauptziel der Channel 4-Dokumentation bestand darin, eine Reaktion von allen zu erreichen, die etwas wissen, was noch nicht ans Licht gekommen ist. Der Täter war bekannt, sein Verhalten vor und nach dem Vorfall könnte Unbehagen ausgelöst haben. Wir werden es nie erfahren, solange es keine positive Reaktion gibt, und mit der Zeit könnte dies leider unwahrscheinlicher werden.

Mein Ziel ist es nicht, einfach nur zu wiederholen, wohin diese Ermittlungen in den letzten zwölf Jahren geführt haben, wie uns die Channel-4- Dokumentation „Mord in den Alpen“ in Erinnerung rief; und Sie haben das alles schon einmal gehört. Die Geschichte ist von einer tief verwurzelten Obsession mit der Nationalität der Opfer, ihrem Privatleben und ihren Arbeitsstätten geprägt und den darauf folgenden Versuchen, sie mit Familienfehden, Geldstreitigkeiten, Beziehungsproblemen und sogar globaler Spionage in Verbindung zu bringen. Dies hat die allgemeine Ansicht geweckt, es habe sich um einen geplanten direkten Angriff auf die Familie al-Hilli, Sylvain Mollier oder sogar auf beide gehandelt.

Mein Ziel ist es, Ihre Aufmerksamkeit auf Elemente der Geschichte und der Untersuchung zu lenken, die die Presse nicht dazu veranlasst haben, darüber zu berichten oder darüber zu senden, und einen umfassenderen Blick auf die Region zu werfen, in der sich der Vorfall ereignete. In meinen früheren Blogs habe ich einige Details zur Geschichte dargelegt.

.. britischer psychologie: es war ein amokläufer ..
Die jüngste professionelle Analyse stammt von einem britischen Psychologen, der vom französischen Ermittlungsteam hinzugezogen wurde. Dieser Experte kam zu dem Schluss, dass es sich bei dem Täter im Wesentlichen um einen Amokläufer handelte, männlich, aus der Gegend und zwischen 30 und 40 Jahre alt. Diese Schlussfolgerung, die Theorie des „einsamen Psychopathen“, existiert bereits seit elf Jahren.

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass es sich um einen geplanten Mord handelte und entweder die Familie al-Hilli oder Sylvain Mollier (oder beide) das beabsichtigte Ziel waren, dürfen Sie natürlich Ihre eigene Meinung äußern. In diesem Beitrag nehme ich Sie mit auf eine Reise. Gemeinsam untersuchen wir die Fakten, die Umstände, den Tatort oberhalb des Dorfes Chevaline und weitere Suchaktionen in der näheren Umgebung.

In meinen vorherigen Blogs habe ich zusammengefasst, was ich 2015 und 2019 am Tatort und in der näheren Umgebung gefunden habe. Der erste Beitrag – Die Morde von Annecy, 5. September 2012 – bietet Ihnen einen vergleichbaren Überblick über ähnliche Ereignisse und einige spezifische und relevante Aspekte der Kriminalgeschichte in diesem Teil Frankreichs.

Ich möchte Sie lediglich auf Fakten, historische Vergleiche und Trends aufmerksam machen. Die Morde von Annecy sind voll davon. Diese brutalen, sinnlosen und feigen Morde waren in ihrer Art und Weise nicht einzigartig. Solche Waffenmorde gab es schon früher, und es gibt zahlreiche Beispiele. Es gab alle Anzeichen eines Amoklaufs und nicht eines gezielten Mordes.

Ich möchte Sie dazu ermutigen, die Werke des True-Crime-Forschers und Autors Christopher Berry-Dee zu lesen. Insbesondere sein neuestes Buch „ Mass Murderers and Spree Killers“ . Ich kenne Berry-Dee, er ist ein faszinierender, sachlicher und ehrlicher Forscher. Als Autor hat er mehr inhaftierte Mörder persönlich getroffen als jeder andere und sagt, was wirklich passiert. Die Morde von Annecy haben alle grotesken Merkmale eines willkürlichen Amoklaufs.

Mein begleitender Spezialist bei dieser Gelegenheit im Juli 2022 war mein jüngster Sohn, Sam Rigsby, ein sehr fitter und fähiger Radfahrer.

DAS DETAIL

Die erste Reaktion auf diese vier Morde und ein schwer verletztes 7-jähriges Kind war vorbildlich. Als Erster traf der Radfahrer Brett Martin, ein 54-jähriger Neuseeländer, am Tatort ein. Brett und seine Frau besaßen ein Ferienhaus im nahegelegenen Dorf Lathuile, aber er ist auch britischer Staatsbürger, und das Paar lebt in Brighton. Bei dieser Gelegenheit war Brett allein in Frankreich. Er arbeitet in der Luftfahrtbranche und war Verkehrspilot, Ausbildungskapitän und Crew-Trainingsspezialist. Zuvor hatte er als Düsenjetpilot bei der RAF gedient. Brett war viel mehr als nur die erste Person am Tatort, wie mein Interview mit ihm im Jahr 2020 ergab. Er war ein sehr guter Beobachter mit einem ausgeprägten Auge fürs Detail. Siehe Hauptzeuge 2020.

Wenige Minuten nach Bretts Eintreffen am Unfallort traf eine Gruppe dreier junger Fußgänger – ein Mann und zwei Frauen – in einem Auto ein. Sie und Brett halfen dem verletzten Kind und alarmierten den Notdienst. Sanitäter waren als Erste vor Ort, und Brett beschrieb ihre Leistung als beeindruckend. Als die Polizei eintraf (nachdem die Sanitäter bereits eingegriffen hatten), entwickelte sich der wichtige Ermittlungsprozess schnell zu einem führungslosen, unkoordinierten Chaos. Als der Prozess etabliert war und der örtliche Staatsanwalt eingeschaltet wurde, wichen die Ermittlungen bald von den örtlichen Fakten ab und wurden zu einer personenzentrierten Schauvorführung.

Staatsanwalt Eric Maillaud wies sofort darauf hin, dass die al-Hillis trotz der Einbürgerung ihrer Familie in Großbritannien seit 1973 irakischer Herkunft waren. Seine Betonung dieses Punktes führte dazu, dass die Ermittlungen vom Tatort abschweiften. Seine frühe Einschätzung der Morde prägte den Fokus auf die Annahme, dass es sich um einen finsteren britischen Ursprung handelte. Dies reichte aus und war eindringlich genug, um die Weltpresse zu beeinflussen. Dieser absurde Diskurs überlagert die Ermittlungen seitdem.

Das französische Justizsystem verlangt, dass die Grundlagen der Ermittlungen geheim bleiben. Das kann man Maillaud nicht vorwerfen, aber es führte zu einem Nachrichtenvakuum. Verschwörungstheorien manifestieren sich normalerweise erst im Laufe eines Ermittlungsverfahrens, der 11. September ist ein gutes Beispiel. Eric Maillaud sägte von Anfang an eine Verschwörungstheorie, weil er Großbritannien anklagend vertrat. Er hätte es nicht tun sollen. Vielleicht war es nicht seine Absicht, aber genau das ist ihm gelungen.

Betrachten wir den Unterschied zwischen einer Amoklauf-/Serien- und einer gezielten Schießerei. Ich habe auch die Beschreibung eines spontanen Schusswaffenangriffs beigefügt. Ich war 1975 in Spanien Opfer eines solchen Vorfalls und hatte Glück, unverletzt zu bleiben. Daher bin ich vielleicht berechtigt, über dieses Thema zu schreiben. Ich weiß, wie schockierend und panisch es ist, wenn ein völlig Fremder plötzlich anfängt, auf einen zu schießen.

Amoklauf/Serienmord

Ein Amokläufer tötet seine Opfer auf einmal, ohne eine Bedenkzeit. Ein Serienmörder metzelt Opfer oder Opfergruppen bei mehreren Gelegenheiten nieder. Amokläufer verüben ihre Taten normalerweise bei Tageslicht an einem öffentlichen Ort. Serienmörder gehen heimlicher vor. Ihre Opfer sind geistesabwesend, ahnungslos und völlig wehrlos. Sie werden wahllos niedergestreckt. Diese Aspekte sind für diese Art von Mördern sehr wichtig, da sie eine perverse „Mission“ oder „Tat“ erfüllen. Sie sind in Wirklichkeit charakterlos und wollen während des Angriffs vor jeglichem Widerstand geschützt werden. Ein Amokläufer kann nach einem Angriff Selbstmord begehen oder getötet werden, wenn der Polizeieinsatz eskaliert. Ein Fluchtweg kann geplant sein, muss es aber nicht. Es gibt keine pauschale Antwort, die Situationen sind unterschiedlich.

Gezielter Mord

Tag und Nacht. Der Anschlag wird an einem bestimmten Ort verübt, an den das Opfer gelockt wird oder den es laut einer Studie häufig besucht oder bald besuchen wird. Obwohl es sich um einen öffentlichen Ort handeln kann, wird darauf geachtet, das Opfer zu treffen. Das Opfer könnte geistesabwesend, ahnungslos und defensiv sein wie John Lennon 1980 oder unter VIP-Schutz wie JFK 1963. Der Täter könnte zwar unter der gleichen narzisstischen Wahnvorstellung wie der Amokläufer leiden, hat aber ein vorab identifiziertes Ziel. Er wird Widerstand riskieren.

SPONTANER ANGRIFF

Tag und Nacht. Der Täter wird an einem bestimmten Ort verübt, an dem sich der Täter durch eine oder mehrere identifizierte oder unbekannte Personen bedroht fühlt. Das Opfer ist besorgt, ahnungslos und wehrlos. Der Täter verhält sich unauffällig und rücksichtslos und ist bereit, mit überwältigender Gewalt gegen einen Unbekannten vorzugehen, der versehentlich in seinen Bereich eingedrungen ist und diesen möglicherweise aus kriminellen Gründen vehement bewacht.

DIE FAKTEN

Die Region um den Lac d’Annecy ist ein alpines Paradies. Das türkisfarbene und tiefblaue Wasser des Sees ist auf drei Seiten von steilen, bewaldeten Berggipfeln umgeben. Senkrechte Granitfelsen erheben sich von der Baumgrenze. Rund um den See fügen sich Dörfer und kleine Städte in die Landschaft ein und bieten Besuchern Unterkunft in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen. Die gesamte Region ist makellos sauber und einladend. Es ist wirklich ein wunderbarer Ort für einen Besuch. Die Gegend bietet Möglichkeiten für Wassersport auf dem See, Paragliding in den Höhenlagen und Radfahren. Die Franzosen lieben das Radfahren und bieten ausgedehnte, gut ausgebaute asphaltierte Radwege abseits der Straßen.


.. Campingplatz Le Solataire du Lac
Die Familie al-Hilli war auf einem Camping- und Wohnwagenstellplatz in St. Jorioz direkt am See von Annecy untergebracht. Es handelte sich um den Campingplatz Le Solataire du Lac, einen sauberen, gut organisierten Campingplatz mit eigenem Privatstrand am See. An diesem Tag hatte Saad al-Hilli seine siebenjährige Tochter Zainab beiläufig gefragt, was sie am Nachmittag gerne machen möchte. Vielleicht ein Einkaufsbummel in Annecy oder ein Nachmittagsspaziergang irgendwo in der Nähe. Sie entschied sich für einen Spaziergang. Saad al-Hilli unterhielt sich mit einem Mitarbeiter des Platzes über eine Möglichkeit. Es handelte sich um die Route Forestiere Domaniale de la Combe d'lère. Die Route ist eine 3,3 km lange asphaltierte Straße, die in den Wald südlich des Dorfes Chevaline hinaufführt. Sie ist leicht zu finden und ab einer scharfen Kurve gut ausgeschildert. Die Waldroute schlängelt sich bergauf und folgt dem Lauf des Flusses d'Ire, den sie in Abständen auf 11 schmalen Brücken überquert.

Die Route wird von Autofahrern, Wanderern und Radfahrern viel genutzt. Sie liegt angenehm abgeschieden, aber nicht abgelegen. Die für den Autoverkehr freigegebene Route endet am Parkplatz Le Martinet . Damals waren es links oben zwei grob behauene Schotterflächen. Von hier aus führt die asphaltierte Strecke weiter bergauf, ist aber nur für motorisierten Forstverkehr, Wanderer und Radfahrer freigegeben. Diese ist deutlich gekennzeichnet.

ZEITPLAN UND REGION DES WIEDERAUFBAUS

Sam und ich kamen am 7. Juli 2022 in der Region an. Wir hatten einen Zeltplatz am Solitaire du Lac. Mein Plan war, die Martin/Mollier-Radroute genau so nachzufahren, wie sie es am Tag zuvor getan hatten, und die Zeiten und den Trennungsprozess zu dokumentieren. Außerdem wollten wir einen Geräuschtest durchführen. Es wurde gefragt, warum Brett Martin trotz seiner Nähe zum Tatort keinen der 25 Schüsse gehört hatte. Ich wollte auch die Fahrzeiten auf und ab der Combe de I'ré bestätigen. Zurück auf den Rädern wollte ich dann die gesamte 14 km lange Strecke über den Parkplatz am Tatort hinaus und Richtung Süden bis zum Col de Cherel zurücklegen, um den anderen wichtigen Zufahrts- und Fluchtweg von und nach Precherel und Jarsy zu untersuchen. Keine andere Dokumentation oder Kommentar geht darauf ein.


.. 10 minuten mit dem auto ..
Die Testfahrt mit dem Auto die Strecke zum Tatort am 08.07.22 hinauf dauerte 10 Minuten. Dabei wurde das Tempo gleichmäßig gehalten und die beschädigten Asphaltabschnitte vermieden oder überspannt. Es gibt einen laufenden Reparaturplan, der diesen Aspekt berücksichtigt. Die Schäden am Asphalt sowie die Abnutzung werden wahrscheinlich durch die Eisausbreitung während der Wintermonate verursacht. Bei meinen Besuchen 2015 und 2019 war der Zustand der Strecke exakt derselbe, nur die Schäden waren anders. Die vorsorgliche Abfahrt dauerte tatsächlich 11 Minuten. Mit Vollgas und ohne Rücksicht auf den Untergrund konnte der Anstieg in weniger als 5 Minuten bewältigt werden. Brett Martin erinnert sich, wie der al-Hilli BMW ihn ruhig überholte. Ich schätze, dass dieser Punkt irgendwo zwischen Brücke 4 (der Halbzeit) und der Kreuzung bei Kilometer 2,8 gelegen haben muss. Die Kreuzung ist eine große und markante Linkskurve.

Die al-Hillis brachen kurz nach 14:00 Uhr auf. Der Start der Combe d'Ire-Route lag nur 15 km von St. Jorioz entfernt. Zainab al-Hilli saß auf dem Beifahrersitz, da sie unter Reisekrankheit litt. Sylvain Mollier war mit seinem neuen Rennrad von Ugine aus aufgebrochen, das 21 km entfernt war. Brett Martin brach etwas später auf, war aber nur 3 km entfernt. Es gab keine Verbindung zwischen diesen drei Gruppen, es waren lediglich drei Personen, die mit dem Fahrrad oder Auto zum selben Ziel fuhren.

Lassen Sie mich eines klarstellen: Man kann nicht versehentlich auf die Combe d'Ire-Route abbiegen oder sich zufällig dort befinden. Die Zufahrt ist deutlich erkennbar, asphaltiert und gut ausgeschildert. Die Medien haben in der Vergangenheit mit der Vorstellung gespielt, die Beteiligten seien irrtümlich dorthin gelangt. Offensichtlich wird diese Meinung von Leuten vertreten, die noch nie dort waren.

Saad al-Hilli und seine Familie hatten zunächst im hübschen Dorf Doussard, nur zwei Kilometer vom Startpunkt der Route entfernt, Halt gemacht. Hier machten sie Familienfotos, die nach den Morden in der Presse abgedruckt wurden. Gegen 15:30 Uhr begannen sie mit dem Aufstieg.

.. vor auffahrt (schmale straße) treffen mollier + brett martin aufeinander ..
Zu diesem Zeitpunkt lagen Brett Martin und Sylvain Mollier vor ihnen und hatten sich bereits auf der Combe d’Ire-Route etabliert. Vor dem Beginn der Route trafen Mollier und Martin aufeinander. Sylvain Mollier kam von links auf der Route du Moulin über das Dorf Arnaud, Brett Martin von rechts auf La Grande Combe über Chevaline. Sie kamen gleichzeitig an, aber Mollier war Brett knapp voraus, als sie mit dem Anstieg begannen.

In meinem Interview mit Brett erklärte er, dass sein anfänglicher Wettbewerbsinstinkt ihm dabei geholfen habe, Mollier als Tempomacher zu nutzen und zu versuchen, mit ihm Schritt zu halten. Er kam bald zu dem Schluss, dass Mollier schneller war (er war jünger, wahrscheinlich altersmäßig fitter und fuhr ein Rennrad). Das Bild unten zeigt die Ansicht, die Brett Martin gesehen haben muss, mit Sylvain Mollier direkt vor ihm.


.. sylvain mollier überholte brett martin NICHT ..
Brett war mit einem Mountainbike unterwegs. Nach ein paar hundert Metern gab er die Verfolgung auf und verlangsamte sein gewohntes Bergtempo; Mollier zog langsam davon. Sylvain Mollier überholte Brett Martin nicht zu Beginn des Anstiegs; diese Beschreibung ist ungenau; er lag von Anfang an vorne, wie man auf dem Bild sehen kann. Es rettete Bretts Leben, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte, was passieren würde. Etwa auf halber Strecke, aber nicht weit dahinter, überholte der al-Hilli BMW Brett Martin. Schätzungsweise begann der Schusswaffenangriff gegen 15:45 Uhr.

Am 9. Juli 2022 stellten Sam und ich bei ähnlichen Wetterbedingungen wie 2012, trocken und warm, diesen Teil der Veranstaltung nach. Sam war zwar auf einem vollgefederten Enduro-Mountainbike unterwegs, ist aber fitter als ich. Er spielte die Rolle von Sylvain Mollier. Ich war auf einem Standard-Hardtail-Mountainbike unterwegs und übernahm die Rolle von Brett Martin. Ich hielt die Übung mit dem kombinierten Fahrradanflug für einen angemessenen Vergleich und war gespannt, wie groß unser Abstand sein würde, wenn Sam Le Martinet erreichte. Wir standen per Funk in Verbindung. Sam startete 50 Meter vor mir und zog langsam davon, verschwand aber nach 300 Metern außer Sichtweite, genau wie Brett Martin es für Sylvain Mollier beschrieben hatte. Er erreichte Le Martinet in 26,5 Minuten und rief mich über Funk an. Ich erreichte den Ort 7 Minuten nach ihm in 33,5 Minuten.

Es ist natürlich unmöglich, genau festzustellen, wo sich Brett Martin auf der Route befand, als die Schießerei begann, aber wir wissen, dass ihn nichts darauf aufmerksam machte und er die Schüsse nicht hörte. Oben angekommen, führten wir einen einfachen Hörtest durch. Ich benutzte eine Pfeife. Das würde zwar nicht exakt einen Pistolenschuss mit 165 dB nachahmen, aber bei einem ersten Test auf einer offenen Almwiese bei Windstille konnte der Zuhörer aus 600 Metern Entfernung einen 120 dB lauten Pfiff hören. Ich war gespannt, was hier passieren würde.

Wie weit ein Schuss zu hören ist, hängt von der Munition, der Waffe, der Schussrichtung, der Umgebung und der Lufttemperatur ab. Bei niedrigeren Temperaturen breitet sich der Schall schneller aus. Vom Parkplatz Le Martinet machte sich Sam, ein junger Mann mit perfektem Gehör, auf den Rückweg. Nach nur 300 Metern hörte er nichts mehr. Die akustische Ablenkung und die Absorption des dichten Waldes waren deutlich zu erkennen. Unseren Berechnungen zufolge lag Brett Martin fünf bis sieben Minuten hinter Sylvain Mollier, der zum Zeitpunkt des Schusses zwischen 600 und 900 Metern entfernt gewesen sein muss. Tatsächlich war er viel weiter entfernt, als wir annehmen.

Aufgrund des Medieneinflusses ist die Vorstellung, dass entweder die al-Hillis, Mollier oder beide als Zielscheibe gedacht waren, in den Augen der Öffentlichkeit fast schon zur Obsession geworden. Nun, wenn dem so war, war der Hinterhalt in Le Martinet der denkbar schlechteste Ort.

Dort war die Wahrscheinlichkeit, dass man es beobachten konnte, deutlich größer, da es sich um einen natürlichen Rastplatz handelte, an dem Menschen parkten, sich versammelten oder herumlungerten. Hier befinden sich die Parkkarten und Informationsschilder.

Wenn es sich tatsächlich um einen gezielten Mordanschlag handelte, gibt es weitaus bessere Orte für einen ungehinderten Angriff. Ein sogenannter „Profi“ hätte auf dieser Route viele Möglichkeiten, einen Hinterhalt zu legen.

MOLLIER

Überall in der Region, die Mollier bekanntermaßen häufig besuchte. An dem Tag, als er allein mit seinem Fahrrad losfuhr, fuhr er den 1 km langen Waldabschnitt der Nebenstraße Route de Moulin vom Dorf Arnaud bis zum Beginn der Combe d'Ire. Das Maquis/Resistance-Kriegsdenkmal befand sich 500 Meter weiter oben. Die Nebenhaltestellen erstreckten sich über den nächsten Kilometer, und nach 2,5 Kilometern kam die Kreuzung.

DIE al-HILLIs

Irgendwo in Großbritannien, bevor sie überhaupt losfuhren. An diesem Tag brach die Familie mit ihrem BMW auf und fuhr die sehr ruhige, 600 Meter lange Waldstraße La Grande Combe vom Dorf Chevaline bis zum Beginn der Abzweigung Combe d'Ire. Das Maquis/Resistance-Kriegsdenkmal befand sich 500 Meter den Anstieg hinauf. Die kleinen Haltebuchten für den nächsten Kilometer und die Kreuzung nach 2,5 Kilometern.

An diesen Orten war die Gefahr, dass Zeugen und andere Besucher stehen blieben oder herumlungerten, deutlich geringer. Außerdem boten sich bessere Möglichkeiten für eine schnelle Flucht. Der Parkplatz Le Martinet war die denkbar schlechteste Wahl.



Was geschah und was nicht, liefert den Schlüssel. Der Täter hatte den Angriff zweifellos geplant, einschließlich der Vorgehensweise, des genauen Ortes, der Waffe sowie der Fluchtwege und -richtung. Er war bereit, das Risiko einzugehen, von Zeugen gesehen und später identifiziert zu werden (das wären potenzielle Opfer gewesen, die er nicht töten konnte oder nicht sah). Die Wahrscheinlichkeit dafür war sehr hoch. Diese Art von Amokläufer kann ein schlummerndes Monster sein. Er braucht kein Vorstrafenregister, das man einsehen oder auf das man zurückgreifen könnte, und er ist auch nicht jemand, der gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurde, wie so naiv behauptet wurde. Er ist der unberechenbarste Albtraum.

Es gibt zahlreiche Beispiele für diese grotesken Menschen, die oft eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen in sich tragen. Extreme Fantasie und narzisstische Tendenzen, überwältigende Wut, Schizophrenie. Michael Ryan (Hungerford 1987), Thomas Hamilton (Dunblane 1996) und Thomas Dillon (Eastern Ohio 1989–1992) sind nur drei Beispiele. Dillon war nicht unbedingt wütend, sondern hatte einfach eine Leidenschaft dafür, Fremde mit einem Jagdgewehr zu töten.

Die überwiegende Mehrheit der Amokläufer warnt kaum oder gar nicht vor einem Angriff und weist auf nichts hin, worauf sie sich beziehen könnten. Unser Täter wollte hier offensichtlich einen Ort finden, der für ihn schwieriger zu erreichen war, und wählte möglicherweise einen der schwierigeren Zugänge oder Fluchtwege. Möglicherweise handelte es sich um einen militärischen Phantasten, der einen Angriff im Stil einer „Operation“ durchführte, ähnlich wie Michael Ryan 1987 im Savernake Forest.

Der Mörder hatte zwar einen Plan, den er möglicherweise einstudiert hatte, doch seine Ziele waren zufällig. Die Opfer wurden nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vernichtet. Trotz seiner etwas abgelegenen Lage war Le Martinet ein Risiko, da es zentral und ein wichtiger Knotenpunkt war. Es könnte von einer Schar vorbeikommender Besucher aus verschiedenen Richtungen überfallen werden. Doch genau das könnte den Mörder, der möglicherweise ein hohes Risiko einging, gereizt haben.

.. warum steigen sie aus, wenn angreifer vor ort ? ..
Sein Angriff war feige (der Attentäter von Le Lachage); angeklagt wurden eine wehrlose Familie und ein einzelner Radfahrer. Der einzige Widerstand, auf den er kurz stieß, war der von Sylvain Mollier, der als Erster begriff, was passieren würde. Vielleicht waren es Molliers verzweifeltes und mutiges Handeln, vielleicht sogar sein Versuch, sich auf den Täter zu stürzen, die den Zorn und die Wut des Schützen provozierten, und so wurde er siebenmal angeschossen. Ich halte es für wahrscheinlich, dass Sylvain Mollier versuchte, Saad al-Hilli zu schützen, der nun begriff, was geschah, und verzweifelt versuchte, in sein Fahrzeug zurückzukehren, um seine Familie, darunter zwei kleine Kinder, zu retten.

Wie schafften es Saad al-Hilli und seine Tochter Zainab überhaupt, aus dem Auto zu steigen und zur Informationstafel zu gehen, bevor das Feuer eröffnet wurde? Vielleicht befand sich der Mörder in einer natürlichen Position, um ein Auto mit Linkslenkung anzugreifen (und zuerst den Fahrer auszuschalten). Als die Al-Hillis ihren Rechtslenkerwagen parkten, war er einen Moment lang verwirrt und wütend über seinen Fehler und rannte um das Heck des Wagens herum, um seinen Angriff zu starten.

Molliers Aktion vereitelte den Angreifer vorübergehend, doch dem Mörder gelang es, Saad al-Hilli mit einem Schuss in den Rücken zu verletzen, als er nach der Tür griff. Wieder am Steuer, wäre Saad beinahe entkommen. Der Angreifer war kein Profi (oder wenn er früher einer war, dann litt er unter akutem Fähigkeitsverlust); seine Taten waren eine wahre Schande. Er wäre der Letzte, den ich für ein Team zur Fahrzeugattacke auswählen würde. Er war nur erfolgreich, weil er eine Waffe hatte und völlig unbewaffneten und schutzlosen Opfern gegenüberstand. Er war das schlimmste Beispiel eines Amokläufers, er war sogar bereit, Kinder zu töten. Ein Psychopath, ein glückloser Einzelgänger, gequält in seinem eigenen wahnsinnigen Geist. Stimmen flehten ihn an, schutzlose Bürger zu vernichten, die in seiner schwärenden, gequetschten grauen Masse als seine „Feinde“ dargestellt wurden.

DIE FLUCHT

.. amokläufer wartet geduldig auf potenzielle opfer am parkplatz-arsch-der-welt ..
Die offiziellen Ermittlungen konnten nie klären, welche alternative Route der Mörder benutzte, um nach Le Martinet zu gelangen, und auf welchem Weg er entkam. Die logische Schlussfolgerung war, dass er die 3,3 km lange Strecke hinauffuhr, auf seine Opfer wartete, sie erschoss, dann wieder hinunterfuhr und verschwand.

.. brett martin begegnet bei fahrt auf den berg weiteren bmw x5 - auch ein britenfahrzeug..
Brett Martin erwähnte in einem seiner Verhöre, dass ein Fahrzeug die Straße herunterkam und ihn zum Ausweichen zwang. Verdächtig? Vielleicht, aber kein Beweis oder eindeutiger Zusammenhang; unschuldige Autofahrer tun dumme Dinge. Es wurde ein rechtsgelenkter BMW X5 erwähnt, der die Straße herunterkam, aber er konnte nie zurückverfolgt werden. Nur weil ein Fahrzeug die Route herunterkommt – ob heute oder im Jahr 2012 – bedeutet das nicht, dass es den Parkplatz von Le Martinet erreicht hat oder hatte und dort wendete. Es gibt Stellen weiter oben auf der Route, an denen man anhalten, parken und wenden kann. Niemand ist verpflichtet, den Gipfel zu erreichen.

War das der einzige Weg, um zum Tatort zu gelangen? Keineswegs. 2015 machte ich mich zu Fuß vom Rand des Golfplatzes bei Giez Richtung Osten auf und stieg durch den Wald zu einem Ort oberhalb von Le Martinet hinauf. Der Weg war steil und beschwerlich, und der Wald ist nicht gut ausgebaut und sehr dicht, aber es war eine Möglichkeit.

Nach 2,5 km auf der Asphaltstraße kommt die „Kreuzung“, die nach Osten abzweigt und dann nach Süden abbiegt und auf die Routen trifft, die nach Süden nach Jarsy führen. BILD UNTEN. Sam und ich haben uns zu einer Erkundungstour den Anfang dieser Schotterweg-Option abseits der 3,3 km langen Asphaltstraße angesehen. Dann kehrten wir zur Hauptroute zurück und radelten die restlichen 0,8 km nach Le Martinet hinauf. Anschließend fuhren wir die restlichen 6 km der Haarnadelkurve zum Col de Cherel hinauf. Es war ein harter Anstieg bei großer Hitze, die ersten 3 km waren noch asphaltiert und der Rest des Anstiegs war Schotter. Der Weg vom Col hinunter nach Precherel und Jarsy ist eine einfache, 3 km lange Schotterweg-Abfahrt.



Am nächsten Tag fuhren wir zum Parkplatz im Dorf Precherel und gingen die drei Kilometer den Weg zum Pass hinauf. Es stellt sich die Frage, warum der Mörder in einem Auto unterwegs sein sollte, er würde mit seinem Mountainbike perfekt unter der Masse verschwinden. Auf seiner Flucht beschloss er möglicherweise, seine beschädigte Luger auseinanderzunehmen und die Teile in den dichten Bergwald zu werfen, da ihm klar wurde, dass sie nun ein eindeutiges Beweismittel darstellte und möglicherweise schwer zu reparieren war, ohne Verdacht zu erregen.



DAS DETAIL

Wer diesen Fall studiert hat, weiß, dass es sich um eine gemeinsame Untersuchung eines Teams der Surrey Police und der französischen Polizei handelte. Die Franzosen leiteten natürlich den Prozess und deckten, sehr zum Ärger des britischen Teams, von Anfang an Ermittlungsmängel auf. Wir wissen, dass es ihnen zunächst nicht gelang, die vierjährige Zeena al-Hilli zu finden; sie blieb acht Stunden lang im Auto versteckt. Der Tatort wurde nur für 72 Stunden abgesperrt, und nach dieser kurzen Zeit wurde er von Medien und Öffentlichkeit intensiv untersucht.

Die „fehlenden“ Pässe, die sich noch in al-Hillis Kleidertaschen befanden und nach den Autopsien gefunden wurden. Sie erinnern sich vielleicht an die ersten Pressekonferenzen des örtlichen Staatsanwalts und seinen frühen Einfluss, der Ermittlungsteams dazu veranlasste, Zaid al-Hilli in Großbritannien und seine Verbindungen im Irak, Rumänien, der Schweiz und den USA zu untersuchen. Zaid al-Hilli wurde schließlich 2013 verhaftet und bis 2014 auf Kaution freigelassen. Brett Martin wurde trotz ausführlicher Befragung, Fingerabdruck- und DNA-Tests seine blutbefleckte Radlerkleidung nicht ausgezogen.

Bei meinem ersten Besuch 2015 fand ich in einer teilweise verdeckten Stahlschildkonstruktion in der Nähe des Tatorts Schusswunden und Kugelreste, die von den Forensikern völlig übersehen worden waren. Ich meldete dies der Polizei von Surrey, die die Information an die Franzosen weiterleitete, die sofort zum Tatort fuhren und die Überreste entfernten. Die Konstruktion wurde in einem Pariser Labor analysiert, und man kam schnell zu dem Schluss, dass sie nichts mit den Morden zu tun hatte. Das überraschte mich nicht, denn ich hatte nie daran gedacht. Es war eine Tatsache, dass sie etwas so potenziell Bedeutsames übersehen hatten. Der Presse gegenüber wurde dies nicht erwähnt.



Was haben sie sonst noch verpasst?

Natürlich muss man den Franzosen gegenüber fairerweise sagen, dass sie die Option eines Amoklaufs immer ernsthaft in Erwägung gezogen haben, aber sie haben die Denkweise davon abgebracht.

Als Jill Dando im April 1999 in Fulham ermordet wurde, fanden umfangreiche Ermittlungen schließlich den Täter: den Einheimischen Barry George. Er wurde 2001 verurteilt, aber 2007 nach einem Justizirrtum wieder freigelassen. Seitdem kursieren Theorien über kriminelle Auftragsmörder aus der Unterwelt und serbische Attentäter. Sie sind lächerlich und ohne Beweise. Die Beharrlichkeit der Medien hält sie jedoch aufrecht.

.. vermutet: anschlag auf sylvain mollier (vom "amokläufer"?) ..
Die Channel 4-Dokumentation konnte die Beteiligung von Zaid al-Hilli trotz ihrer langen Ansprache letztlich effektiv verwerfen. Sie lenkte den Verdacht jedoch auf einen Anschlag auf Sylvain Mollier, was sogar von DCI Mark Preston, dem inzwischen pensionierten Leiter des Surrey-Ermittlungsteams, unterstützt wurde. Ich finde, er hat für die Dokumentation großartige Arbeit geleistet; er war präsent, wortgewandt und eine naheliegende Wahl für die Moderation. Die subtile Anspielung auf Sylvain Mollier ist sehr schade, denn sie hat den Fokus der Aufmerksamkeit erneut eingeengt, anstatt ihn zu erweitern. Jeder, mit dem ich seitdem gesprochen habe, hat darauf Bezug genommen, und viele sind nun absolut überzeugt. Die Familien Mollier und Schultz weigerten sich, mit der Presse zu sprechen und erschienen nicht in der Dokumentation. Leider hat das den Verdacht noch verstärkt.

Am 10. Juli haben wir eine regionale Kampagne abgeschlossen. Waffenbesitz und Jagd sind in Frankreich weit verbreitet und weit verbreitet, weit mehr als in Großbritannien. Bei ähnlicher Bevölkerungsgröße verzeichnet Großbritannien jährlich 30 bis 40 Todesfälle durch Schusswaffen; Unfälle, Morde, Selbstmorde und Polizeieinsätze sind die Folge. In Frankreich sind es jährlich über 2.000.

Handfeuerwaffen wurden in Großbritannien nach Dunblane 1996 verboten, obwohl eine unbekannte Anzahl illegaler Waffen existiert und weiterhin ins Land gelangt. In Frankreich ist der Besitz von Handfeuerwaffen legal und erfordert eine Genehmigung. Die Tatwaffe wurde anhand der 7,65-mm-Patronenhülsen und des abgebrochenen Griffs identifiziert, die am Tatort zurückgelassen wurden.

Der Täter schoss der siebenjährigen Zainab al-Hilli in die Schulter und schlug anschließend mit der Pistole auf sie ein, wobei ihr der Schädel gebrochen wurde. Es wurde vermutet, dass dabei ein Teil des Griffs abgebrochen war. Bei der Waffe handelte es sich um eine 7,65 mm PO6 Luger, eine sehr effiziente halbautomatische Pistole mit einem 8-Schuss-Magazin. Dieses Modell wurde ab 1901 gebaut. Es wurde vom Schweizer Militär bevorzugt und bis in die 1960er Jahre an die Schweizer Armee und die Schweizer Heimatverteidigung ausgegeben. Die Schweizer Grenze liegt nur 30 km nördlich der Region um den Lac d’Annecy. Daher ist es nicht verwunderlich, dass diese Waffen – ob legal oder nicht – ihren Weg in die Benutzersysteme gefunden haben.

Wir sind uns bewusst, dass die USA ein sehr hartnäckiges Verhältnis zu Schusswaffen pflegen. Wir sprechen von einer „Waffenkultur“, die die Amerikaner fest im Griff hat. Das stimmt zwar, beschreibt aber nicht das gesamte Bild. Nur 40 % der Amerikaner besitzen legal Waffen. Das größte Problem für die US-Bevölkerung ist die Verfügbarkeit. Ich bin nicht gegen Waffen; die Menschen, mit denen ich meine Schießerei-Interessen teile, sind anständige, gesetzestreue und verantwortungsbewusste Bürger. Großbritannien hat sehr strenge Waffengesetze und Lizenzbestimmungen, Frankreich ist etwas weniger restriktiv. In den USA gibt es kaum welche, und sie zahlen den Preis dafür.

Eine schlechte Waffenkultur ist eine unheilvolle und bedrohliche Subkultur, die in einem legalen, willfährigen und legitimen Umfeld existiert. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine große Gruppe, sondern auch um isolierte Individuen. Sie verstecken sich unter sich. Es können lautstarke, sogar exzentrische Charaktere sein, die sich zu abscheulichen, kompromisslosen Waffenkillern entwickeln, wie Albert Dryden 1991 oder John Cooper 1985–1998. Es können auch leise hinterhältige Außenseiter sein, wie Michael Ryan (1987) und Derrick Bird (2010). Ein hoher Anteil dieser bösen Menschen kann erst dann zum Vorschein kommen, wenn ihnen Schusswaffen zur Verfügung stehen (ob legal oder illegal). Deshalb gibt es in den USA so viele Todesfälle durch Schusswaffen (in südamerikanischen Ländern sind sie sogar noch höher).

Gefährliche Personen, die sich inmitten legitimer Waffenbefürworter in der Gesellschaft aufhalten und die volle Absicht oder Neigung haben, Drohungen zu verfolgen oder Schaden anzurichten, fühlen sich wesentlich wohler, getarnter und sicherer, wenn sie von legitimen und unerwünschten Waffenbenutzern jeglicher Art umgeben sind.

Es kann überall passieren und wird auch weiterhin passieren. Es kommt auf die Proportionen und die Verfügbarkeit von Schusswaffen an. Kurz gesagt: Wenn böse Menschen an Schusswaffen gelangen, haben sie keine Kontrolle darüber, was sie damit tun. Die Beschreibung psychotischer Amokläufer als Einzeltäter als extrem selten bedeutet nicht, dass es sie überhaupt gibt – überall.

Seit den Morden von Annecy 2012 kam es weltweit zu zahlreichen Schusswaffenmorden und Massenerschießungen; in den USA gab es über 2000 Amokläufe. In Frankreich sind die Zahlen deutlich höher als in Großbritannien. Die legale Jagd mit Schusswaffen ist in Frankreich ein beliebter Sport. Obwohl sie streng lizenziert und kontrolliert wird, ist Frankreich für seine zahlreichen Jagdunfälle bekannt. Dies ist zum Teil auf etablierte Traditionen zurückzuführen, die sich mit der zunehmenden Zahl von Menschen vermischen, die anderen Outdoor-Aktivitäten nachgehen.

Am 13. Oktober 2018 wurde ein britischer Radfahrer, der eigentlich mit seiner Partnerin in der Region Haute-Savoie lebte, versehentlich von einem 22-Jährigen auf der Wildschweinjagd erschossen. Der 34-jährige Marc Sutton wurde von einem Gewehrschuss mit vollem Kaliber in die Brust getroffen. Er war mit einem Mountainbike unterwegs, hell gekleidet und auf einem bekannten Wanderweg. Dies geschah östlich der Kleinstadt Montriond, nur 65 km nordöstlich des Lac d'Annecy. Im Oktober 2024 traf ich einen britischen Auswanderer, der in Montriond lebt, Marc Sutton und seine Partnerin kannte und ein Grundstück in der Nähe des Hauses der Familie des Täters besitzt.

Diese besondere Familiengruppe bestand aus sehr eifrigen Jägern und galt in der Gegend als besonders eifrig. Das junge Familienmitglied, das Marc Sutton tötete, während es unter Schock stand und von seiner Tat betroffen war, saß ein Jahr in Untersuchungshaft und erhielt ein zehnjähriges Jagdverbot. Andere Mitglieder der Gruppe erhielten Bewährungsstrafen. Eine eingehende Untersuchung ergab, dass er und seine Jagdgesellschaft unverantwortlich gehandelt hatten, und der Vorfall wäre natürlich völlig vermeidbar gewesen. Obwohl es sich keineswegs um einen Mord durch Erschießen handelte, handelte es sich zweifellos um eine fahrlässige Tat (schwerer Totschlag). Dies trägt zum Gesamtbild bei.

1982 veröffentlichten die beiden amerikanischen Sozialwissenschaftler James Q. Wilson und George L. Kelling einen Artikel, in dem sie ihre „Broken Window Theory“ (BWT) begründeten. In der Kriminologie besagt diese Theorie, dass sichtbare Anzeichen von Kriminalität, Graffiti, Feuer- und Gebäudeschäden, Vandalismus, Fahrzeugschäden usw. ein Umfeld schaffen, das weitere Verbrechen begünstigt.

In den USA und Südamerika, wo die Zahl der Todesfälle durch Schusswaffen und die Zahl der Waffenkriminalität weltweit um ein Vielfaches höher ist, gibt es zahlreiche Beweise für den Waffenbesitz in Form von Schusswaffenschäden am Straßenrand. Es handelt sich um eine Form gewalttätiger und bedrohlicher Symbolik, die proportional zum Umfang des Zugangs zu Waffen – legal und illegal –, der Waffenkriminalität und der Zahl der Todesfälle durch Schusswaffen ist. Dabei handelt es sich um von Schüssen getroffene und durchbohrte Verkehrsschilder aus Stahl oder Legierung.

Wir haben es in Großbritannien, aber in Frankreich gibt es noch mehr. Nach langer Recherche veröffentlichte ich 2012 ein Buch zu diesem Thema mit dem Titel „Gunfire Graffiti“, herausgegeben vom Kriminalspezialisten Waterside Press. Die Region Haute-Savoie in der Nähe des Tatorts ist, wie ich es beschrieben habe, ein alpines Paradies, aber hier lauert das Gegenteil, denn diese Symbolik existiert hier und sie sieht überhaupt nicht richtig aus. 2015 fand ich problemlos drei Orte, einen am Tatort, einen Einschlag eines 18-mm-Schrotgeschosses, Einschläge einer Pistole und Geschosstrümmer. Einen Einschlag eines 18-mm-Schrotgeschosses auf der D1508 bei Doussard und einen Einschlag eines 9-mm-Geschosses bei Seythenex im Osten.



2019 entdeckte ich weitere sieben Standorte südlich des Nationalparks bei Jarsy. Auf dieser Reise im Jahr 2022 entdeckten wir weitere fünf Standorte. Einer davon südwestlich von Fort de Tamie war sehr frisch: Zwei 18-mm-Geschosse (12 Kaliber) durchschlugen eine Schilderkonstruktion, wobei ein Projektil auch den Stahlpfosten durchschlug. Ein 18-mm-Schrotgeschoss ist ein schweres, mächtiges und sehr zerstörerisches Geschütz. Ein weiteres Gebäude (oben), das von vier Handfeuerwaffengeschossen durchschlagen wurde, befand sich außerhalb von Grundstücken im Dorf Samuaz.



Wie würde Staatsanwalt Maillaud das erklären? Nun, meiner Erfahrung nach blicken Beamte ungläubig und starren einen verständnislos an. Ich vermute, Eric würde mit den Achseln zucken und behaupten, es habe nichts mit der Sache zu tun.

In der Region gibt es eine bedrohliche Waffensubkultur. Wer die Haute-Savoie besucht, um die Berggipfel und Waldparks, die Almen, die saubere Natur und die schöne Architektur zu bewundern, wird sie nicht bemerken – warum auch? Bei genauerem Hinsehen ist sie da: eine Schießerei, und wie die Morde von Annecy und all die anderen Morde und Verschwundenen in der Region scheint sie nicht in die Umgebung zu passen. Ich kann es nicht erklären, ich finde es einfach. Hat das etwas mit den Morden von Annecy zu tun? Ich weiß es nicht, aber es passt einfach nicht zu mir.

Das unten abgebildete Bauwerk befindet sich an einer Nebenstraße, die eine Almwiese nur wenige Kilometer südwestlich des Col de Cherel überquert. Der eigentliche Pass ist unten rechts im Bild zu sehen. Die Einschusslöcher stehen seltsamerweise für die Morde vom September 2012 am gegenüberliegenden Hang dieses Passes, nämlich für die drei Opfer.



Ich bin weder Kriminologe noch Detektiv, aber ich finde Dinge, die vielen Menschen entgehen oder die sie übersehen. Die Medien sind nur am Tatort umhergestapft und haben in die Bäume gestarrt. Es gibt noch viel mehr zu entdecken, wenn man nur hinschaut. Einen Teil meiner Militärkarriere habe ich der detaillierten Aufklärung und Überwachung von Anti-Terror-Operationen gewidmet. Auch abseits des Militärs weiß ich, wie es ist, plötzlich mit einer Schusswaffe bedroht und beschossen zu werden. Was auch immer man von den Morden in Annecy hält, man hat nie die ganze Geschichte erfahren. Die Medien haben es nie geschafft, das große Ganze zu betrachten. Die Herdenberichterstattung verharrt im Gras. Die feineren Details waren immer für alle sichtbar.




..11 Kommentare..

Fluglotse am 9. August 2022 um 15:59 Uhr
Guten Tag

Abgesehen davon, dass ich sicher bin, dass es sich um einen Amokläufer handelt und die französischen Ermittler nichts taugen, welche Argumente stützen Ihre Hypothese?
Ich hoffe, Sie werden mehr Details über Ihre verschiedenen Fahrten und Wanderungen schreiben, da dies interessant sein kann, um besser zu verstehen, was passiert sein könnte.

Antwort Administrator am 26. Juli 2023 um 7:34 Uhr
Meine Argumentation basiert ausschließlich auf meinen Erkenntnissen. Diese Medienfallstudie hat nie das Gesamtbild der Region enthüllt. Ich empfehle Interessierten immer, einfach dorthin zu gehen. Ich erwarte nicht, dass jemand mir oder meinen Hypothesen zustimmt. Meine Meinung ist irrelevant. Mich interessieren nur Fakten.

Finola am 14. Dezember 2022 um 12:30 Uhr
Sie liefern hier wirklich interessante Einblicke in den Fall – vielen Dank! Ich habe mich gefragt, ob Sie offizielle Berichte oder Dokumente zu diesem Fall und den darauffolgenden Ermittlungen kennen. Ich schreibe gerade einen Universitätsbericht über die Ermittlungsfehler in diesem Fall und habe Schwierigkeiten, offizielle Dokumente zu finden, die meine Arbeit stützen – möglicherweise, weil sie auf Französisch verfasst sind. Wenn Sie Berichte kennen, die mir helfen könnten, lassen Sie es mich bitte wissen!

Hercule Poirot am 18. Januar 2023 um 16:08 Uhr
Manche Menschen, wie dieser Autor und viele Briten, sind überzeugt, dass die Franzosen entscheidende Fehler gemacht haben und deshalb den Mörder nicht identifizieren konnten. Zwar war, wie überall sonst auch (warum wartete die britische Polizei beispielsweise neun Monate lang mit der Untersuchung von Zaad Al Hili?), nicht alles perfekt, doch gibt es keine faktischen Anhaltspunkte dafür.

Teilweise gut am 13. Februar 2023 um 19:01 Uhr
@HerculePoirot

Keine Fakten? Du trollst vielleicht, aber ich werde zubeißen.

Wenn Sie den offiziellen Zeugenaufruf der Gendarmen kurz nach den tragischen Morden im Original finden, werden Sie überrascht feststellen, dass er sich ausschließlich auf die SAH-Partei konzentriert. Es gab keinerlei Aufruf zur Zeugenaussage von Sylvain Mollier.

Es war also von Anfang an klar, dass SM nicht als Zielperson galt und dass etwaige Interaktionen mit anderen Personen während seiner Fahrt von zu Hause zur Schlucht unerheblich und nicht untersuchungswürdig waren. Vergleichen Sie dies mit dem Aufwand, um festzustellen, ob SAH vom Campingplatz zur Schlucht verfolgt wurde.

Tatsächlich haben die Gendarmen nie ein Foto von Sylvain Mollier herausgegeben, daher wäre ein Aufruf sinnlos. Woher sollte ein Anwohner des Faverges-Tals wissen, wie SM aussah?

Teilweise gut am 13. Februar 2023 um 19:52 Uhr
@Administrator

Sie haben in Ihrem obigen Artikel geschrieben:-

Vor dem Start der Route war Mollier von links auf der Route du Moulin über das Dorf Arnaud gekommen, Brett von rechts auf La Grande Combe über Chevaline. Sie kamen gleichzeitig an, aber Mollier war Brett beim Beginn des Anstiegs knapp voraus. In meinem Interview mit Brett erklärte er, sein erster Gedanke sei gewesen, Mollier als Tempomacher zu nutzen und zu versuchen, mit ihm Schritt zu halten. Bald kam er zu dem Schluss, dass Mollier schneller war (er war jünger, wahrscheinlich fitter und fuhr ein Rennrad).

Die Information, dass „Mollier von links auf der Route du Moulin über das Dorf Arnaud gekommen sei“, stammt vermutlich von Brett Martin selbst aus Ihrem Interview. Ich bin an einer Bestätigung interessiert, da frühere Fernsehdokumentationen die Sichtung von SM durch WBM an einer anderen Kreuzung etwa 550 m nördlich in der Nähe der Kirche im Dorfzentrum von Chevaline gezeigt haben.

Für die Zeitlinie macht es keinen Unterschied, aber es würde ändern, wer wen bei der Annäherung an die Schlucht gesehen hat.

Danke.

Administrator am 26. Juli 2023 um 7:28 Uhr
Vielen Dank für Ihre Kommentare und Hinweise. Ja, wie mir Brett Martin berichtet hat. Logisch, wenn man bedenkt, woher beide aufgebrochen waren. Wenn sie sich tatsächlich zum ersten Mal in Chevaline gesehen hätten, welchen Unterschied hätte das gemacht?

Teilweise gut am 2. Oktober 2023 um 18:16 Uhr
Vielen Dank für die Antwort und ja, es ist logisch, wie Sie sagen.

Obwohl ich wusste, dass Panorama sich in einigen Punkten irrte, vertraute ich ihrer Rekonstruktion in gewisser Weise, da WBM für die Sendung interviewt worden war und hoffentlich an der Rekonstruktion beteiligt war. Aber vermutlich nicht.

Was die Frage „Wer hat wen gesehen?“ betrifft, so ist Arnand betroffen. Da bestätigt wurde, dass SM aus Arnand stammt, ist klar, dass sich die drei Hauptbeteiligten – SM, die SAH-Gruppe und der Mörder – in Arnand gesehen haben könnten (und dies wahrscheinlich auch getan haben).

Spielt das eine Rolle? Nun, manche Szenarien sind plausibel, manche weniger. Der Mörder hätte die Schlucht auch auf einem anderen Weg betreten können, aber er wählte den, den SM wahrscheinlich normalerweise benutzte. Scheint so, als ob er das Opfer überholt hätte, um die Identität zu bestätigen und als Kontrollpunkt zu dienen.

Alternativ könnte es sich um eine Art Interaktion auf der Route de Arnand handeln, schließlich sind alle dort. Claude Antoine, ein 25-jähriger Polizist, der tatsächlich auch dort lebte, vermutete, dass das Motiv Raub war.

Beachten Sie, dass ich davon ausgehe, dass es sich bei dem Mörder wahrscheinlich um eines der beiden Mopeds handelte, die Claude Antoine zuvor in der Schlucht gesehen hatte.

Danke noch einmal

AL am 13. März 2024 um 13:40 Uhr
@Administrator

Toller Text – aber ich wollte ein paar Punkte und Fragen klarstellen, die ich habe …

– Was ist aus der Behauptung von BM geworden, er sei von einem grau-silbernen BMW überholt worden, als er die Straße hinauf geradelt sei, kurz vor dem Parkplatz? Sollen wir auch davon ausgehen, dass es sich wahrscheinlich um dasselbe handelte, weil die Förster es auch oben in der Nähe des Parkplatzes gesehen haben? Ich frage – weil diese Information in einigen der frühen Berichte steht, aber aus den späteren und den Zusammenfassungen zu verschwinden scheint. Ich freue mich über Ihre Meinung dazu.
– Können Sie die Motorräder und ‚Scooter‘ bestätigen, die von Zeugen auf der Straße hinauf zum Parkplatz gesehen wurden? Wir hören von der Person mit dem Motorrad/Helm, bei der es sich angeblich um ‚Pierre C‘ handelt, den Geschäftsmann aus Lyon, der auf der Suche nach einem Ort zum Gleitschirmfliegen war – meines Wissens wurde er schließlich verhört, dann 2022 verhaftet – und nach weiteren Verhören wieder freigelassen. Können Sie Licht ins Dunkel bringen?

Teilweise gut am 28. Dezember 2024 um 16:56 Uhr
@Administrator

Weiß Brett Martin Bescheid?

Das heißt: Weiß er, dass die Gendarmen entschieden haben, er habe in seiner Aussage einen „Fehler“ gemacht? Und stimmt er dem zu? Schließlich war an der Festnahme und dem Verhör von LMC, die zu dieser Schlussfolgerung führten, WBM nicht beteiligt.

Siehe unten:-

„Sofern uns keine neuen Informationen vorliegen, ist dieser Gedankengang endgültig abgeschlossen“, heißt es in dem Bericht abschließend. Die neuen Szenarien, die die Ermittler entwickelt haben, halten nun an derselben Hypothese fest: Der neuseeländische Radfahrer hat in seiner Aussage einen Fehler gemacht und den Motorradfahrer viel weiter vom Parkplatz entfernt, 1,3 Kilometer vom Tatort, verortet.

übersetzt von:- https://www.rtl.fr/actu/justice-faits-d ... 7900389190

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gendarmen LMC (den Motorradfahrer aus Lyon) verhafteten und freisprachen, weil WBM den LMC 1,3 km vom Parkplatz Le Martinet entfernt überquert hatte. WBM behauptete nicht, er hätte einen MC (den er meines Wissens nicht als LMC identifiziert hatte) 200 bis 300 Meter vom Parkplatz entfernt überquert.

Könnten Sie bitte Ihre Gesprächsnotizen mit WBM überprüfen, um festzustellen, ob er relevante Kommentare zu dem MC abgegeben hat, den er gesehen hat, bevor er am Le Martinet Parking ankam.

Danke.

Toto am 16. Februar 2025 um 10:17 Uhr
Hallo,

Vielen Dank für Ihre sehr interessante Arbeit über die Chevaline-Morde.
Viele Ihrer Anmerkungen haben meine Aufmerksamkeit erregt, insbesondere aber eine: Die Gravelbike-Strecke.

Ich frage mich, ob die Aktivität „Gravelbike“ im Jahr 2012 bereits existierte und, falls ja, ob die Combe d’Ire-Rundstrecke bereits in verschiedenen Dokumenten erwähnt wurde.

Sie sprechen von einem Amokläufer. Das mag sein. Ich würde eher von einem Serienmörder sprechen, der seine Verbrechen dadurch besiegelt, dass er Ort, Datum und schließlich auch seine Opfer anhand ihrer Namen auswählt. Wenn schließlich nur mindestens eines der Opfer ins Visier genommen wurde, warum wählte er dann diesen Ort? Auf den ersten Blick ergibt das keinen Sinn.

Ein Verbrechen mit Unterschrift. Ähnlich wie der „Zodiac“, der seine Verbrechen mit verschlüsselten Botschaften unterzeichnete.

Nein, das ist schwer zu sagen, aber der Ort und insbesondere das Datum, das für dieses Massaker gewählt wurde, könnten wichtiger sein als alles andere.

Das Wort „Schotter“ kann dann auch seine Bedeutung haben.

Klingt das kompliziert? Dann möchte ich Ihnen vom Fall Xavier Baligant erzählen. Sein Name kommt einem bekannt vor, nicht wahr? Vor allem, wenn man sich den Namen des Dorfes ansieht, in dem er, seine Kinder und seine Eltern Urlaub machten.

Grüße,
Toto

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von z3001x » Montag, 14. Juli 2025, 00:47:57

Der Umstand, dass Zeena erst nach 8 Stunden entdeckt wurde, hat ja mit dem Umstand zu tun, dass ein irgendwie extrem wichtiges forensisches Polizei-Team aus Paris erst nach 7 Stunden, ggn 23 Uhr, am Tatort eintraf. Die sind 6 Stundenlang mit dem Auto nach Chevaline gefahren.
Ist das normal, dass solche Verzögerungen konstruiert werden, weil man nur Personal aus der weit entfernten Hauptstadt einsetzen will oder kann?
Ein paar Verfahrensweise in dem Fall riechen ein bisschen nach bewusster Verschleppung, Verzögerung, um die gewagte Vokabel "Vertuschung" zu vermeiden.

Merkwürdig auch, dass nicht sofort öffentlich nach dem Motorradfahrer - dem mutmaßlichen Täter, jedenfalls aus damaliger Sicht - gefahndet wurde. WBM, der erste Zeuge hatte den ja schon von Anfang beschrieben. Mind. drei Waldarbeiter ebenso,wobei ich nicht weiß ab wann die als zeugen zur Verfügung standen, sie müssten aber eig in der Gegend gewesen sein, als die Polzei kam.

Noch merkwürdiger, dass der andere britische BMW, der hell bis grau metallisch schimmernde 4x4, vermutlich Modell X5, quasi komplett hinten runtergefallen ist in der Berichterstattung.
Der soll laut einem der Waldarbeiter - der u.a. auch den Motorradfahrer sah, wie er am Tatort-Parkplatz einparkte - mit recht hoher Geschwindigkeit entgegengekommen und die Talstrasse hochgefahren sein. Der Waldarbeiter sah auch den Fahrer dieses BMWs ungenau.
Siehe : https://vimeo.com/356287856#t=1549 (25:49 bis 30:50)
Der Wagen fuhr aber nicht mehr denselben Weg hinab. Müsste folglich über den Col de Cherel geflohen sein.
Auch den Wagen hätte man eig direkt am Beginn der Ermittlungen, noch am Nachmittag/Abend des 5.9.12 suchen sollen. Aber dazu kam rein gar nicht von der frz Polizei.

Auffällig dabei einmal mehr das Britische. Es soll angeblich auch zahlreich britisches Botschaftspersonal und irgendwelche britischen Spezialpolizisten oder Secret Service am Ort gewesen sein, noch vor oder jedenfalls mit den ersten Polizisten. Wurde aber auch nur ganz am Anfang dazu berichtet.

Re: VIERFACHMORD IN ANNECY, FRANKREICH, 2012

von gastxyz..me » Sonntag, 13. Juli 2025, 23:34:52

Bullet Path website - Andrew Rigsby
mit interessanten infos, nicht überall zu lesen
HIGHLIGHTS
- tatzeit Mittwochnachmittag, dem 5. September 2012
- interview September 2020 Brett Martin in seinem Haus in Brighton
- parkplatz an der asphaltierten Waldstraße Route Forestière Domaniale de la Combe d'Ire, südlich von Chevaline
- al-hillis lebten in Claygate, Surrey
- sind briten, schwiegermutter hat schwedischen pass
- sylvain mollier (45) war französischer staatsbürger

- wohnwagen-Stellplatz in Saint-Jerioz, in der Nähe des Lac d'Annecy
- al-hillis waren schon einmal in der gegend
- vater-al-hilli soll zainab gefragt haben, ob sie lieber einkaufen oder spazieren gehen an diesem tag
- campingplatzbesitzer empfiehlt die waldroute Combe d'Ire
- fotostop im Dorf Doussard, das ganz in der Nähe von Chevaline liegt.

- strecke ist gut befahrbar, auch mit rennrad noch ok
- brett martin (geboren 06/1959 in auckland nordseeland) startet in seinem Dorf Lathuile, nördlich von chevaline mit mountainbike
- sylvain mollier startet in seinem dorf Ugine, südlich von chevaline mit seinem rennrad

- brett martin + sylvain mollier treffen sich an einer "Straßenkreuzung in Chevaline kurz vor Beginn der Waldroute"
- mollier war schneller als er, allererster am tatort sozusagen
- mollier war ermittlungen nach noch nie auf dem combe d'ire
- brett martin wollte am parkplatz umdrehen und zurückfahren

- auf halber höhe zum parkplatz fahren al-hillis an brett martin vorbei
- sylvain mollier + al-hillis könnten gleichzeitig auf dem parkplatz eingetroffen sein

brett martin fährt bergauf
1. sylvain mollier überholt ihn auf rennrad
2. al-hillis fahren an ihm vorbei
3. motorradfahrer (pseudonym Pierre C.) mit dem komischen helm kommt ihm entgegen, fährt bergab, fährt seehr langsam an ihm vorbei
(siehe ein kommentar: die forstarbeiter haben angeblich gegen 15 uhr den motorradfahrer weggeschickt,
brett martin müsste ihn ca 15:35 gesehen haben; um ca 15:45 soll geschossen worden sein; gab es einen weiteren motorradfahrer?; aber was ist mit dem komischen helm, der jedem auffiel ?)

brett martin am tatort
- brett martin hört keine schüsse
- molliers rennrad liegt mitten auf der straße
- vor dem auto der al-hillis
- zainab-7 kommt auf den weg gestolpert

- legt zainab auf den bauch, entfernt vom auto
- zieht sylvain mollier vom auto weg
- sieht einschusslöcher in der windschutzscheibe und seitenscheiben
- trägt fahrradhandschuhe
- schlägt fahrerscheibe ein, macht auto aus

brett martin holt hilfe
- will mit handy notruf absetzen, kein empfang
- legt zainab in stabile seitenlage, bevor er den berg runterfährt (weil kein empfang)
- auf der fahrt den berg runter hält er das erste auto an
- eine frau aus dem fahrzeug wählt notruf
- auf dem berg runter begegnet ihm ein weiterer radfahrer (den warnt er)
- sieht einen übergewichtigen radfahrer, der sein fahrrad den berg runterschiebt

brett martin plant rückkehr nach UK am freitag (mittwoch = tattag)
- wäscht kleidung
- soll in UK nicht mit der presse sprechen
- am kommenden dienstag wird er nach frankreich gebracht; am gleichen tag zurück nach UK

im auto saßen
- vater-al-hilli auf dem fahrersitz (rechts)
- zainab-7 auf dem beifahrersitz allein
- mutter-al-hilli und ihre mutter (schwiegermutter, oma) auf dem rücksitz

- jobs von mollier und al-hilli wurden als sicherheitstechnisch unkritisch erachtet
- 24. juni 2013 wird der ältere bruder zaid al-hilli verhaftet (und später freigelassen)
- mutter-al-hilli heiratet in 1999 den Amerikaner James Thompson ("vernunftehe")
- mutter-al-hilli geschieden in 2000
- james thomposon (60) stirbt am tattag in den USA (herzinfarkt)
DIE MORDE VON ANNECY – Brett Martin, der Kronzeuge. Interview 2020.
von admin | 7. Februar 2025 | Schießereien | 29 Kommentare
googletranslate, gelbe anmerkungen von mir - AUFKLAPPEN !
Die Morde von Annecy ereigneten sich am Mittwochnachmittag, dem 5. September 2012, in der Region Haute-Savoie im Südosten Frankreichs. Vier Menschen wurden erschossen und ein Kind schwer verletzt, und zwar in einem zugänglichen Waldstück nahe dem Dorf Chevaline. Der Täter wurde nie gefasst oder eindeutig identifiziert. Dies war der dritte Teil meiner persönlichen Untersuchung dieser Morde, die in meinem Buch „Bullet Path“ erscheinen wird.

Diese Sammlung von vier Blogs beschreibt meine drei Besuche vor Ort und wie das Ereignis mit anderen brutalen Beispielen in Verbindung gebracht werden kann. Vielleicht mögen Sie Spekulationen und Verschwörungen, und davon gibt es in diesem Fall reichlich. Wenn Sie lieber nur Fakten sehen, hoffe ich, dass meine Recherchen Ihr Interesse wecken.

Der erste Mensch, der buchstäblich Minuten nach den Schüssen am Tatort eintraf, war ein Mann aus Großbritannien, Brett Martin. Er besaß ein Ferienhaus in der Nähe und ist ein begeisterter Radfahrer.

Im September 2020 interviewte ich Brett in seinem Haus in Brighton. Er schilderte mir klar und offen seine Erkenntnisse an diesem Nachmittag und lieferte wertvolle Einblicke aus erster Hand in die Ereignisse, die ihn in die unmittelbaren Ermittlungen einbezogen. Ich bin ihm sehr dankbar. Mein Dank gilt auch dem ursprünglichen Ermittlungsteam der Surrey Police unter der Leitung von DCI Mark Preston, Zaid al-Hilli, dem Journalisten Tom Parry und dem Fotografen Chris Powell.

Polizeiermittler betonen immer, dass die wichtigste Phase einer Mordermittlung die Zeit unmittelbar nach Begehung eines Verbrechens ist: Tatort, Opfer, Zeugen, Sichtungen/Audioaufnahmen, Waffen, Material wie mögliche DNA, Fingerabdrücke usw.

Der Tatort eines gewalttätigen Angriffs kann durch Rettungskräfte, die sich auf die Rettung von Menschenleben konzentrieren, zunächst unbeabsichtigt gefährdet werden. Der Tatort in Annecy bildete da keine Ausnahme.

Vier der Opfer waren Mitglieder einer zu Besuch weilenden Familie aus Großbritannien, das fünfte war ein einheimischer französischer Staatsbürger. Vier Menschen wurden getötet und einer schwer verletzt auf einem kleinen Parkplatz neben der schmalen, asphaltierten Waldstraße Route Forestière Domaniale de la Combe d'Ire, südlich von Chevaline.

Die Opfer waren der im Irak geborene Saad al-Hilli (50) und seine Frau Iqbal (47), die beide mit ihren beiden Töchtern in Claygate, Surrey, lebten. Sie waren britische Staatsbürger. Iqbals Mutter Suhaila al-Allaf (74) (mit schwedischem Pass) und der französische Radrennfahrer Sylvain Mollier (45) waren ebenfalls Opfer des Angriffs. Die beiden Töchter der al-Hillis, Zainab (7) und Zeena (4), überlebten den Angriff, Zainab al-Hilli wurde jedoch schwer verletzt.

Die französische Polizei und die Ermittler gerieten unmittelbar danach in die Kritik. Hier sind die Fakten über die Zeit unmittelbar vor und nach diesen Morden.


.. einkaufen oder spazieren ? ..
Die Familie al-Hilli machte Wohnwagenurlaub und hatte die Region schon einmal besucht. Ihr Wohnwagen stand auf einem Stellplatz in Saint-Jerioz, in der Nähe des Lac d'Annecy. Saad al-Hilli hatte seine älteste Tochter, die siebenjährige Zainab, scherzhaft gefragt, ob sie an diesem Nachmittag einkaufen oder spazieren gehen wolle. Es war ein wunderschöner Tag, und die Kleine schlug einen Familienspaziergang vor.

.. campingplatzbesitzer empfiehlt die route ..
Saad al-Hilli unterhielt sich mit dem Besitzer des Campingplatzes, der die nahegelegene Waldroute Combe d'Ire als Option vorschlug. Saad al-Hilli fand heraus, wo die Route war, und fand das eine gute Idee. Die Gruppe machte sich im kastanienbraunen BMW Tourer der Familienreihe auf den Weg. Unterwegs machten sie einen Zwischenstopp für Familienfotos im Dorf Doussard, das ganz in der Nähe von Chevaline liegt.

Der Beginn der Waldroute ist nach einer scharfen Kurve durch ein Schild in Französisch, Englisch und Deutsch deutlich gekennzeichnet. Die Straße ist schmal, aber asphaltiert und stellenweise etwas beschädigt, aber mit einem normalen Straßenfahrzeug oder Mountainbike gut befahrbar und mit etwas Vorsicht auch mit einem empfindlicheren Rennrad möglich. Es ist keine Route, die man irrtümlich einschlägt, und auch keine Strecke, auf die man sich beschränken muss. Es gibt Möglichkeiten zum Umkehren. Die Straße liegt angenehm abgelegen, aber nicht abgelegen. Sie hat nichts Ungewöhnliches oder Unheimliches an sich.

Ein kurzes Stück weiter oben befindet sich auf der linken Seite ein Denkmal für die französische Résistance aus Kriegszeiten. Die Straße führt ansteigend über neun Steinbrücken, die den Fluss d'Ire überqueren. Ein Großteil der Strecke verläuft parallel zum Fluss. Die Straße ist drei Kilometer lang und endet vor einer Reihe deutlich erkennbarer Markierungen und Informationsstrukturen. Links befinden sich zwei grob behauene Parkplätze, die als „Le Martinet“ bezeichnet werden.

Von hier aus können Besucher auf einem Labyrinth aus Wegen und Pfaden radeln oder wandern, die weiter ansteigen und schließlich absteigen, bis sie zu den Dörfern Precherel und Jarsy im Süden führen. Die asphaltierte Straße führt zwar noch ein kurzes Stück weiter, Besucher werden jedoch deutlich darauf hingewiesen, dass ab hier nur noch Forstfahrzeuge Zufahrt haben. Hier trifft man sowohl Gelegenheitswanderer als auch ambitionierte Trekker, Mountainbiker und Rennradfahrer. Die Gegend ist beliebt, schön und wird viel genutzt. In der entsprechenden Saison wird die Gegend auch von Jägern besucht.


..brett martin wollte den combe d'ire besteigen (hochfahren vermutlich) ..
Unbekannt und ohne Verbindung zur al-Hilli-Gruppe und zueinander starteten zwei begeisterte Radfahrer aus der Gegend bei schönem Wetter ihre Solotouren. Brett Martin startete von seinem Ferienhaus im nahegelegenen Dorf Lathuile nördlich von Chevaline. Er fuhr mit seinem Mountainbike los, um nach Chevaline zu fahren und den Combe d'Ire zu besteigen; er war schon einmal dort gewesen und kannte die Route. Weiter südöstlich startete ein Franzose namens Sylvain Mollier von seinem Zuhause in Ugine mit seinem Rennrad. Auch Mollier nahm an diesem Tag den Chevaline in seine Route auf, aber soweit man feststellen konnte, war er den Combe d'Ire noch nie bestiegen.

.. brett martin trifft auf sylvain mollier ..
Martins und Molliers Routen trafen sich an einer Straßenkreuzung in Chevaline kurz vor Beginn der Waldroute; Mollier lag in Führung. Brett Martin sah ihn zunächst als Tempomacher und bemühte sich, mit ihm Schritt zu halten. Bald merkte er, dass Mollier möglicherweise jünger und fitter war und ein leichteres Rennrad fuhr, ließ die Verfolgung nach und Mollier zog weiter. Der drei Kilometer lange Anstieg mit dem Fahrrad erfordert einiges an Anstrengung, deshalb fahren ihn einheimische und auswärtige Radfahrer einfach hinauf, um mit dem Erreichen des Gipfels belohnt zu werden. Brett Martin wollte den Gipfel bei den Parkplätzen erreichen und dann umkehren und die Abfahrt genießen. Wir können nur vermuten, dass Mollier mit dem Rennrad dasselbe getan hätte.

.. typo: sollte heissen "erreichten auto und rennrad" ..
Auf halber Höhe des Anstiegs überholte der Al-Hilli BMW Brett Martin. Er erinnert sich daran, aber damals hatte es keine Bedeutung, ein vorbeifahrendes Fahrzeug war ein erwartetes Ereignis. Man kann nur erraten, ob sie Mollier überholten. Falls nicht, erreichten Auto und Motorrad etwa gleichzeitig den Parkplatz Le Martinet.

.. brett martin: wird überholt von sylvain mollier, dann von al-hillis, dann kommt motorradfahrer entgegen ..
.. und dann hats gelangt ? ..
Nachdem al-Hillis Auto ihn passiert hatte, erinnerte sich Brett Martin an ein großes Motorrad, das ihm entgegenkam. Der Fahrer bremste so stark ab, dass er fast mit dem Fuß anhalten musste, da er fast neben Brett stand. Er hielt jedoch nicht an, und die beiden fuhren weiter in ihre jeweilige Richtung. Der Motorradfahrer trug einen auffälligen Helm und fuhr ein großes Adventure-Bike. Der Biker spielte eine Schlüsselrolle bei den ersten Ermittlungen. Er wurde schließlich zu seinem Wohnort in Lyon zurückverfolgt, und nach der Befragung schloss die Polizei ihn aus den Ermittlungen aus.

Brett Martin sollte kurz nach der Schießerei als Erster am Tatort eintreffen; es dauerte nur wenige Minuten. Obwohl er sich nur Hunderte Meter unterhalb des Tatorts befand, hatte er keine Schüsse gehört. Aus akustischer Sicht war das merkwürdig, aber durchaus verständlich; man nennt das den anisotropen Effekt, die richtungsabhängigen Eigenschaften, die bestimmen, ob wir etwas hören oder nicht. In diesem Fall waren die Höhe des Tatorts und seine Position in den Bäumen darunter entscheidend. Sein Fokus lag zu diesem Zeitpunkt auf der körperlichen Anstrengung, die ihn den Aufstieg kosten würde. Er nahm sein eigenes Atmen und seine Anstrengungen wahr, sein Fahrrad auf der unebenen Strecke und das Plätschern und Gurgeln des Flusses neben ihm.



Als Brett Martin den Anstieg zum Parkplatz Le Martinet hinauffuhr, bemerkte er überhaupt nicht, was passiert war. Auf dem letzten Stück des Anstiegs wurde die Straße gerade, und etwa 200 Meter weiter bemerkte er ein Fahrrad mitten auf der Straße neben dem Parkplatz links. Er wusste, dass dies der Abschnitt der Straße für motorisierte Fahrzeuge war.

.. sylvain mollier liegt auf dem rücken, mit ausgestreckten armen ..
Er fand es seltsam, dass ein Radfahrer sein Fahrrad einfach auf die Straße legte, anstatt es seitlich abzustützen. Dann sah er ein Kind von links in sein Blickfeld stolpern, aber sie sah aus, als würde sie schauspielern, was für ein kleines Kind nicht untypisch ist. Dann fiel sie auf die Straße. Als er näher kam, kam der in Großbritannien zugelassene BMW, der ihn überholt hatte, in Sicht; er kam vom Parkplatz zu seiner Linken. Direkt vor dem Auto lag ein ausgestreckter Körper, ein Mann auf dem Rücken mit ausgestreckten Armen. Brett Martin war auf ein ziemlich seltsames und surreales Szenario gestoßen und hatte zunächst angenommen, es habe eine Art Kollision zwischen dem Auto und dem Radfahrer gegeben. Als er das Kind erreichte, war es offensichtlich schwer verletzt. Ihr Oberkörper war blutig, sie hatte eine Kopfwunde und schien halb bewusstlos. Er brachte sie von dem bedrohlichen Auto hinter ihr weg und ließ sie auf dem Bauch liegen.

.. brett martin zieht zainab + mollier vom auto weg ..
Er hörte den Motor laufen und beschloss, auch den Mann wegzuziehen. Es war der Radfahrer Sylvain Mollier, den er nun als den Fahrer erkannte, den er zuvor vor sich gesehen hatte. Brett packte Mollier unter den Achseln und zog ihn vom Auto weg. Sein schlaffer Körper zeigte kein Lebenszeichen; er war mehrfach angeschossen worden. Er tastete nach seinem Puls, aber da war nichts.

.. brett martin trägt fahrradhandschuhe ..
Brett wandte seine Aufmerksamkeit dem Wagen zu. Er erkannte nun Einschusslöcher in der Windschutzscheibe und den Seitenfenstern. Im Wageninneren lagen drei Leichen, alle, soweit er es mit Sicherheit beurteilen konnte, tot und eindeutig erschossen. Der Fahrer auf dem rechten Sitz war Saad al-Hilli, seine Frau und Schwiegermutter saßen auf dem Rücksitz. Die Wagentüren waren verschlossen. Mit Fahrradhandschuhen schlug er die verbliebene Glasscheibe aus dem Fenster der Fahrertür, griff hinein und stellte den Motor ab. Die angetriebenen Hinterräder steckten im weichen Sandboden am Fuße eines Walls direkt hinter dem Wagen. Brett erinnerte sich an den charakteristischen Geruch eines heißen Motors und Getriebes. Die nun unheimliche Stille war das genaue Gegenteil des bizarren Grauens vor ihm.

Er versuchte, den Notdienst mit seinem Handy anzurufen, hatte aber keinen Empfang. Ihm wurde klar, dass er den Weg hinunterradeln musste, um durchzukommen. Er überlegte, das verletzte Mädchen hinunterzutragen. Sie war sehr klein und zierlich, aber er befürchtete, dass dies ihre Verletzungen verschlimmern könnte. Es war die siebenjährige Zainab al-Hilli. Er beschloss, sie zurückzulassen, legte sie aber vorsichtig in die stabile Seitenlage am Wegesrand ab. Er befürchtete, der Täter sei noch in der Nähe und beobachte ihn vielleicht. Sein einziger Gedanke: Wenn er als zusätzliches Ziel in Frage käme, würde es hoffentlich nicht wehtun. Er begann, den Hügel hinunterzuradeln.

Nur ein paar hundert Meter weiter kam ihm ein Auto entgegen, das ihm arglos entgegenkam. Er blockierte den Weg und hielt den Fahrer an. Es war ein Franzose namens Phillipe Dedier (Name geändert) mit zwei Begleiterinnen. Sie hatten vor, einen Tag in den Bergen zu wandern. Brett Martin versuchte auf Französisch zu erklären, was er gefunden hatte, und suchte nach den passenden Worten. Eine der Frauen empfing ein Handysignal und rief den Notruf.

Phillippe wollte unbedingt zum Unfallort weiterfahren, doch Brett versuchte, ihn davon abzubringen. Das Trio fuhr mit dem Auto weiter, Brett folgte ihm auf seinem Motorrad. Phillippe Dedier war ausgestiegen, nachdem er das Auto zuvor bergabwärts gewendet hatte, als Brett eintraf. Nachdem er den Unfallort begutachtet hatte, bemerkte Phillippe das britische Kennzeichen des BMW und nahm an, dass Brett ebenfalls aus Großbritannien stammte. Natürlich dachte er zunächst über eine mögliche Verbindung nach. Brett flehte ihn an und versuchte verzweifelt, den Franzosen davon zu überzeugen, dass er nur der erste Zeuge war. Zainab al-Hilli lag noch immer regungslos dort, wo Brett sie zurückgelassen hatte.

Zufrieden mit dem Einsatz der Rettungskräfte machte sich die gesamte Gruppe auf den Weg, um sie zu treffen. Unten angekommen, traf Brett einen anderen Radfahrer und riet ihm, nicht den Berg hinaufzufahren. Außerdem begegnete er einem anderen Radfahrer, der ungewöhnlich übergewichtig war und sein Rad den Berg hinunterschob. Unten angekommen, überholte ihn ein SMUR (Mobiler Notfall- und Reanimationsdienst) und fuhr direkt den Weg hinauf. Es handelte sich um Ersthelfer. Sie gehören zum SAMU (Urgent Medical Aid Service).

Es folgten zwei Feuerwehr- und Rettungswagen. Kurz darauf folgten zwei Gendarmeriefahrzeuge. Brett war überrascht und beeindruckt, dass die SAMU-Einheit zuerst vorrückte, da ihre Priorität auf den Verletzten lag. Sie warteten nicht auf den Schutz bewaffneter Gendarmen. Der zweite Gendarmeriewagen hielt an, und Brett erklärte, er habe den Tatort gefunden. Er wurde gebeten, den Polizisten zurück zum Tatort zu begleiten, und sein Fahrrad wurde hinten in das Polizeifahrzeug geladen.

Als er ankam, stieg er aus und beobachtete die Ankunft weiterer Einsatzkräfte. Ihm fiel auf, wie die Sanitäter Zainab al-Hilli eifrig versorgten.

„Ich bin kein Polizist, Andy“, rief er bescheiden aus.

„Aber ich war überrascht über die Art und Weise, wie die französische Polizei und die Ermittler das Verfahren begannen.“

Als Zeuge des ersten Tatorts in Annecy und der ersten Ermittlungen war Brett Martin ein scharfsinniger Beobachter. Ich fand es immer merkwürdig, wie er damals von den Medien beschrieben wurde: „Der ehemalige RAF-Pilot“. Sollte das das Bild eines furchtlosen Fliegers heraufbeschwören, der sich in den Tatort stürzte, als würde er Kameraden aus einem abgestürzten Flugzeug ziehen? Was auch immer wir uns vorstellen sollten, er war viel besser. Brett Martin ist ein sehr aufmerksamer und wortgewandter Gentleman mit einem Auge fürs Detail. Das war sein Leben.

William Brett Martin wurde im Juni 1959 in Auckland auf der Nordinsel Neuseelands geboren. 1977 trat er im Alter von 18 Jahren als Offizier in die Royal New Zealand Air Force ein und absolvierte eine sechsmonatige Ausbildung, die die Auswahl des Flugpersonals und eine Grundausbildung als Flugpilot umfasste. Er meldete sich freiwillig für das Commonwealth-Programm der Streitkräfte und wurde ausgewählt, nach Großbritannien zu kommen, um zur Royal Air Force zu wechseln. Seine persönliche Begründung war einfach: mehr Möglichkeiten. Er kam nach Großbritannien, nachdem er aus der RNZAF entlassen und zur RAF versetzt worden war (eine simple Übung mit Papierkram). Er schloss seine Offiziers- und Grundausbildung als Flugpilot auf der RAF Cranwell ab und wurde zum Fliegen von Schnellflugzeugen ernannt. Später flog er die McDonnell Phantom F4. Seine Rolle als Militärpilot war sehr analytisch, präzise und verfahrensorientiert.

Brett verließ die RAF 1989 und wechselte als Pilot in die Luftfahrtindustrie. Bis 2012 war er freiberuflich als Ausbilder und Prüfer für synthetische Flugbesatzungen mit Musterberechtigung für Boeing tätig. Zu diesem Zeitpunkt hatte die gesamte Luftfahrtindustrie, sowohl zivile als auch militärische, das Konzept und die Bedeutung menschlicher Faktoren und des Crew Resource Management (CRM) besser verstanden. Diese Neuerungen sollten das Konzept der Flugsicherheit und -effizienz radikal verändern und weiter verbessern. Verfahren und Detailgenauigkeit waren ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit und blieben dies während seiner gesamten Flugkarriere.

Brett Martin war an einem katastrophalen und beispiellosen Tatort eingetroffen: vier Leichen, ein schwer verletztes Kind und keinerlei Spur von einem Täter. Als die Polizeiermittler eintrafen, bemerkte er, dass einzelne Personen und ihre Assistenten in zunehmendem Dienstalter auftauchten. Während ein Ermittler sorgfältig gelbe Markierungen neben ausgeworfenen Patronenhülsen platzierte, die überall verstreut herumlagen, schienen andere uniformierte Polizeibeamte ziellos am Tatort umherzuirren und durch die zerbrochenen Fenster des BMW auf die Leiche von Sylvain Mollier hinabzublicken. Ihm schien kein geordneter Ablauf am Tatort zu herrschen. Obwohl die höheren Dienstgrade hervorstachen, schien es keinen abgeordneten Beamten zu geben, der offensichtlich die Verantwortung für den Tatort trug.



Niemand sprach Brett an, und keiner der Ermittler fragte, warum er in seiner blutverschmierten Radlerkleidung da stand. Keiner der Sanitäter ging zu ihm, um nachzusehen, ob alles in Ordnung sei; offenbar hatte ihnen niemand gesagt, wer er war. Als erster Zeuge war er körperlich verletzt, doch psychisch könnte er enorm belastet und traumatisiert gewesen sein. Abgesehen von den medizinischen Prioritäten gab es offenbar keinen Ermittlungsablauf. Brett hatte immer noch kein Handysignal, also fragte er einen Beamten, ob er sich sein Gerät ausleihen könne, um seine Frau zu Hause in Großbritannien anzurufen. Er erreichte seine Frau Theresa in Brighton und erklärte ihr kurz, was er gesehen hatte, damit sie auf die unvermeidlichen Nachforschungen vorbereitet war. Niemand unterbrach ihn oder fragte, warum er am Tatort telefonierte.

Er war beeindruckt von der medizinischen Versorgung. Zainab al-Hilli wurde von einem Ambulanzhubschrauber gerettet. Die Maschine landete über dem Flugzeug und schwebte über der Lichtung zwischen Straße und Parkplatz. Sie wurde sorgfältig auf einer Trage festgeschnallt und vorsichtig in das Flugzeug gezogen. Dies war eine bewährte Methode zur Evakuierung von Verletzten in dieser bergigen Region. Sie wurde in ein Krankenhaus in Grenoble gebracht.


.. spuren sichern an den zeugen ..
Nach etwa zwei Stunden wurde er vom Tatort zurückgebracht und zur Gendarmeriewache im nahegelegenen Faverge gefahren. Phillipe Dedier und seine Freunde waren bereits vor Ort. Hier wurden seine Hände auf Schussspuren untersucht und seine Habseligkeiten inventarisiert. Er behielt jedoch seine Kleidung an, die noch blutbefleckt war. Er wurde nicht aufgefordert, sie auszuziehen.

Aus französischer Sicht wurde eine mögliche Verbindung zwischen Brett und den Opfern natürlich übersehen, da er und die Familie al-Hilli zufällig aus Großbritannien stammten. Seine Befragung erfolgte auf Französisch. Brett verfügte zwar über angemessene Kenntnisse, sprach aber nicht fließend, und das Verfahren stellte seine Fähigkeiten auf eine harte Probe. Er erwartete, dass die Franzosen einen Englisch sprechenden Mann besorgen würden (wie es in Großbritannien vorrangig der Fall wäre), um eine absolut genaue Zusammenfassung der Ereignisse zu erhalten, doch dies geschah nicht. Sie waren offenbar mit seiner Beschreibung zufrieden, und er wollte nur helfen. Vier Stunden später wurde er zusammen mit seinem Fahrrad in einem Polizeiwagen zu seinem Ferienhaus gebracht. Die Beamten kamen herein, um seinen Pass zu sehen und seine Identität zu bestätigen. Er hatte den Eindruck, dass sie froh waren, dass er in Frankreich lebte und ihm trotz der Angaben in Faverge keine Beschränkungen hinsichtlich seiner Rückreise nach Großbritannien auferlegt wurden.

Die vierjährige Zeena al-Hilli versteckte sich noch immer im Familienauto, kauerte im hinteren Fußraum unter ihrer Mutter und Großmutter, während die Ermittler nachdenklich auf das Eintreffen der Forensiker warteten. Erst nach einem Gespräch mit den Mitarbeitern des Campingplatzes der Familie al-Hilli wurde ihnen klar, dass sie Zeena al-Hilli übersehen hatten, die unverletzt war.

.. wäscht blutige kleidung ..
Brett Martin beschloss, am Freitag nach Hause zu fliegen und bereitete sich und seine Familie auf die bevorstehenden Etappen vor. Er wusch seine schmutzige Wäsche; niemand hatte ihm verboten, dies zu tun. Die britischen Medien konzentrierten sich auf die Ergebnisse der Internationalen Paralympischen Spiele. Am nächsten Tag, Samstag, dem 8. September, waren die Morde von Annecy auf den Titelseiten aller Zeitungen.

Das Außenministerium kontaktierte Brett und informierte ihn und seine Familie über den weiteren Verlauf der Ereignisse sowie darüber, dass er zu weiteren Befragungen herangezogen werden müsse. Die regionalen französischen Behörden und die Polizei von Surrey hatten eine gemeinsame Untersuchung eingeleitet (da die Familie al-Hilli aus Claygate stammte). Brett wurde darüber informiert, dass er nach Frankreich zurückgebracht werden würde, um die laufenden Ermittlungen zu unterstützen. Er wurde außerdem vor dem Medieninteresse gewarnt und sollte in diesem frühen Stadium nicht mit ihnen sprechen, wenn man ihn ansprach. Am nächsten Tag klopfte es an der Tür. Dort stand Tom Symonds von der BBC mit einem Kameramann. Brett bat ihn nicht herein, sondern informierte Tom Symonds höflich über die Anweisung. Der Korrespondent gab ihm daraufhin seine Karte und stellte keine weiteren Fragen. Er schlug jedoch vor, dass Brett zu gegebener Zeit ein einmaliges Exklusivinterview geben könnte, um so der Möglichkeit einer Falschzitierung durch mehrere Behörden vorzubeugen.

.. am dienstag befragung in frankreich ..
Brett wurde von der Polizei in Surrey informiert, dass er sich am folgenden Dienstag bereithalten sollte, um innerhalb eines Tages nach Frankreich und zurück zu reisen. Er würde abgeholt, transportiert, betreut, beschützt und wieder zurückgebracht werden. Er benötigte lediglich seinen Reisepass. Und tatsächlich holten ihn am Dienstag zwei sehr schlanke und aufmerksam wirkende Personen ab und fuhren ihn zum Flughafen Gatwick. Er betrat den Flughafen direkt im Sicherheitsbereich. Nach einer kurzen Wartezeit in einer komfortablen Lounge wurde er schnell abgefertigt und in ein Flugzeug nach Genf begleitet.

Er ging das Erlebnis noch einmal mit den nun gemeinsamen Ermittlungsteams durch. Als er zum Tatort zurückkehrte, erhielt er eine kugelsichere Weste. Man ging vernünftigerweise davon aus, dass sich der Täter noch in der Nähe aufhalten und befürchten könnte, Brett Martin habe ihn gesehen (was natürlich nicht der Fall war) oder könne den Ermittlungen wertvolle Informationen liefern. Er erinnerte sich an die surreale Erfahrung, den Tatort erneut zu untersuchen, diesmal jedoch umgeben von bewaffneten Aufsehern.

Brett rief seine Frau am späten Nachmittag an, und sie teilte ihm mit, dass die kurze Straße, in der sie wohnen, voller Pressewagen, Journalisten und Kameraleute sei. Die Nachbarn der Martins blieben loyal und weigerten sich, mit den Journalisten zu sprechen, die sie angesprochen hatten. Theresa Martin weigerte sich jedenfalls, mit ihnen zu sprechen. Zudem hatten weder die Nachbarn noch die Pressetruppe eine Ahnung, wo Brett sich an diesem Tag aufhielt. Als er Frankreich verließ, um nach Großbritannien zurückzukehren, bereitete er sich darauf vor, eine Nacht fern von zu Hause zu verbringen. Es gab keinen Grund zur Beunruhigung, die Entourage hatte sich am frühen Abend bereits aufgelöst. Brett kam nach Hause, die Straße war wieder normal.

.. echt ..
Erst über eine Woche nach dem Vorfall fühlte sich Brett Martin von allen Verdächtigungen befreit, insbesondere aus französischer Sicht. Die Tatsache, dass die meisten Opfer aus Großbritannien stammten, in einem in Großbritannien zugelassenen Fahrzeug ermordet und von einem britischen Staatsbürger mitten in Frankreich gefunden worden waren, musste Besorgnis erregen. Er akzeptierte das.

Die französischen Behörden öffneten den Tatort nur wenige Tage nach den Morden. Dies galt nach den Maßstäben ihrer britischen Kollegen als ungewöhnlich. Gelegenheitsbesucher, Journalisten und sogar makabre Voyeure erhielten freien Zugang. Alle weiteren Hinweise, die in den wichtigen Anfangsphasen übersehen wurden, waren möglicherweise für immer gefährdet.

Der gesamte Mordfall erlangte internationales Ansehen, obwohl die Umstände und Beweise darauf hindeuteten, dass es sich um ein lokales Ereignis handelte. Die Tatsache, dass drei der Opfer Iraker waren, weckte sofort Assoziationen zu ihrem Heimatland, sogar zu Saddam Hussein und dem israelischen Geheimdienst. Die Arbeitsorte von Saad al-Hilli und Sylvain Mollier wurden als relevant erachtet, obwohl keiner von beiden an sensiblen Themen oder Materialien im Zusammenhang mit der internationalen Sicherheit gearbeitet hatte.

.. 24. juni 2013 - bruder wird verhaftet ..
Familieninterne Streitigkeiten zwischen Saad al-Hilli und seinem älteren Bruder Zaid, einem Buchhalter, der in Chessington lebte, um geerbtes Geld und Eigentum wurden Gegenstand der Ermittlungen. Dies führte am 24. Juni 2013 zu Zaid al-Hillis Festnahme und Vernehmung durch die Polizei von Surrey. Es entstand die Theorie, Zaid al-Hilli könnte einen Auftragsmord organisiert haben. Zaid al-Hilli stritt wütend jede Beteiligung ab. Er gab zu, dass es Differenzen zwischen ihm und seinem Bruder gab, und mochte dies realistischerweise nicht mit Streit und Meinungsverschiedenheiten in jeder Familie. Er musste den Verlust von Familienmitgliedern verkraften und die Sorge um seine schwer verletzte siebenjährige verwaiste Nichte ertragen. Es gab keine Beweise, die ihn belasteten, und er wurde im Januar 2014 aus den Mietbedingungen entlassen.

Zaid hegt seitdem ein starkes Misstrauen gegenüber den Ermittlungen, insbesondere gegenüber den französischen Behörden. Aus Angst vor einer Festnahme hat er Frankreich seit den Morden nie wieder besucht.

Es stellte sich heraus, dass Iqbal al-Hilli verheiratet war, bevor sie Saad al-Hilli kennenlernte. 1999 heiratete sie den Amerikaner James Thompson. Es war eine Vernunftehe, die 2000 einvernehmlich geschieden wurde. Thompson, 60, starb zufällig am Steuer seines Autos in Mississippi, genau am Tag der Morde in Frankreich. Er erlitt während der Fahrt einen Herzinfarkt. Sein Lebensstil, sein Rauchverhalten und seine Ernährung hatten die Ärzte dazu veranlasst, ihn vor den Risiken zu warnen; sein Gesundheitszustand war schlecht. Trotzdem goss dies natürlich Öl ins Feuer der Verschwörung.

Einige Einheimische im nahegelegenen Chevaline waren Berichten zufolge von der internationalen Ablenkung und Aufmerksamkeit etwas erleichtert. Vielleicht hatten sie ein eher naives Selbstbild und empfanden es als ungerecht, dass ihre Region als gefährliches Gebiet galt, das Menschen mit Mordabsichten beherbergte oder anzog.

Die Realität sah etwas anders aus. Die Region ist in der Tat wunderschön, und es wäre unfair und unrealistisch, sie als gefährlich zu bezeichnen. Dennoch gab es auch hier zahlreiche brutale Morde und Verschwundene. Es gab bereits Fälle vor den Morden von Annecy, und auch danach gab es zahlreiche weitere.

Der Motorradfahrer, der Brett Martin auf der Waldstraße traf, trug den seltenen Helm, den die Polizei unbedingt finden wollte. Die Presse berichtete damals viel darüber, und schließlich wurde er in Lyon aufgespürt. Er war zuvor von Forstbeamten angehalten worden, weil er die Verbotsschilder in Le Martinet überfahren hatte. Nach einer Befragung wurde er bald von den Ermittlungen ausgeschlossen. Er hatte der Polizei gegenüber bemerkt, dass er sich der Geschehnisse vor der Ansprache überhaupt nicht bewusst gewesen sei.

In der Nähe von Chevaline sind zwei Männer, die nichts miteinander zu tun haben, verschwunden und vermutlich tot, nachdem sie ein jährliches Rockfestival im nur acht Kilometer entfernten Fort de Tamie verlassen hatten. Ahmed Hamadou, 45, traf am 8. September 2012 mit einem Freund im Auto beim Festival ein, nur drei Tage nach den Morden in Annecy. Er reiste allein ab und machte sich auf den Weg nach Chambéry, um dort per Anhalter nach Hause zu fahren. Er wurde seitdem nie wieder gesehen. Jean-Christophe Morin, 22, verließ dasselbe Festival im Jahr zuvor, um am 10. September 2011 per Anhalter nach Hause zu fahren. Auch er wurde nie wieder gesehen.

Im November 2013 drangen zwei maskierte Männer in das Haus eines Ehepaares ein, die einen beliebten Campingplatz im Dorf Lathuile besaßen. Das Dorf lag nur drei Kilometer nördlich von Chevaline. Sie erschossen die Frau und misshandelten ihren Mann schwer. Vier Männer wurden später festgenommen. Trotz der mörderischen Brutalität dieses Angriffs war die Polizei überzeugt, dass die Angreifer nicht für die Morde in Annecy verantwortlich waren.

Im Februar 2014 verhaftete die Polizei den 48-jährigen Eric Devouasoux aus dem nahegelegenen Lathuile. Er war im Juni 2013 aus der Stadtpolizei entlassen worden. Ihm wurde der illegale Handel mit Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg vorgeworfen. Obwohl er aus der Gegend stammte und von Interesse war, lieferte er zum Zeitpunkt der Morde ein stichhaltiges Alibi.

Im April 2014 kontaktierten französische Ermittler Patrice Menegaldo, einen pensionierten Soldaten der französischen Fremdenlegion aus Ugine, der an einer psychischen Erkrankung litt. Er wurde nicht als Verdächtiger vernommen, beging jedoch im Juni 2014 Selbstmord und hinterließ ein langes Schreiben, in dem er seine Scham darüber beschrieb, dass er sich überhaupt angesprochen fühlte. Dies veranlasste die Polizei zu der Annahme, dass Menegaldo aufgrund seines Selbstmordes als Hauptverdächtiger gilt.

Im Oktober 2014 wurde der 47-jährige Jean-Francois Hauteville erschossen, als er in seinem Lieferwagen an einer ruhigen Straße in der Nähe von Neuvecelle, 100 Kilometer nordöstlich von Chevaline, saß. Ein Komplize war in den Vorfall verwickelt, erhängte sich jedoch in Polizeigewahrsam.



Die Morde von Annecy wurden mit der „Dominici-Affäre“ verglichen, einem dreifachen Mord, der sich im August 1952 in Frankreich ereignete und hauptsächlich aus Schusswaffen bestand. Der Tatort liegt 250 km südlich von Chevaline in der Nähe der Kleinstadt Lurs an der Route 96 (heute D4096). Sir Jack Drummond und seine Frau Lady Anne wurden am Straßenrand erschossen. Ihre zehnjährige Tochter Elizabeth wurde mit der Tatwaffe, einem amerikanischen Gewehrkarabiner Kaliber .30 M1 aus Kriegsbeständen, zu Tode geprügelt. Die Drummonds waren ebenfalls auf Campingurlaub, und der Ort, an dem sie Halt machten und umkamen, war zufällig gewählt. Die Umstände weisen gewisse Ähnlichkeiten mit den Morden in Annecy auf. Der Tatort am Straßenrand und der nahe gelegene Bauernhof sind praktisch unverändert.



Kurz nach der BBC-Panorama-Dokumentation im Jahr 2012 wurde Brett erneut von der französischen Polizei vernommen. Sie stellten das Fernsehinterview in der französischen Fassung mit Untertiteln bereit. Sie stoppten bei dem Bild, in dem Brett erklärte, was er ursprünglich am Tatort gesehen hatte, und wiesen auf den Untertitel hin, in dem „ Radfahrer“ stand. Sie unterstellten, er habe seine Aussage im Film möglicherweise geändert, entgegen seiner Aussage in der ersten polizeilichen Vernehmung ( cyclisere ist das französische Wort für Radfahrer). Er hatte nichts dergleichen getan.

Es gab eine offensichtliche Verwechslung bei der Übersetzung (obwohl die französischen und englischen Wörter fast identisch waren); der Untertitel hätte „ Bicyclette“ lauten müssen. Brett Martin hatte stets erklärt, das Erste, was er gesehen habe, sei ein „Fahrrad“ gewesen, nicht ein Radfahrer . Die französischen Ermittler waren sofort enttäuscht und etwas verlegen.

2017, nur fünf Jahre später, kam es zu einem Wechsel der Ermittlungsteams. Dies ist bei ungelösten Verbrechen üblich und soll eine neue Perspektive eröffnen. In der Presse wurde dies als Wiederaufnahme des Falles bezeichnet. Das war jedoch unzutreffend, der Fall wurde nie abgeschlossen. Brett wurde gebeten, an einer Vernehmung an einem Ort in der Nähe von Hove teilzunehmen. Das neue Team versammelte sich hier.

Über diese schockierenden Morde wurde viel geschrieben. Da kein Täter gefasst wurde, kursieren Spekulationen und Verschwörungen. Bei dieser Art sinnloser Tötungen wird oft das Motiv ignoriert. Was war das Motiv des Mörders? Nur der Täter versteht das, von uns sollte man das nicht erwarten. Wenn es ein willkürlicher Mord war, hatte der Mörder sicherlich ein Motiv – Hass, Rache, Vergeltung, eine blinde und verzweifelte Abrechnung. Wer sind wir, um die Gedanken eines solchen Menschen zu verstehen?

War der Stil dieser brutalen Tat einzigartig? Ganz sicher nicht. Im Juli 2022 kehrte ich mit meinem Sohn an den Tatort zurück. Wir sind beide begeisterte Radfahrer und stellten die Martin/Mollier-Anfahrt zum Tatort nach und notierten uns die wichtigen Zeitangaben. Wir untersuchten auch die Route jenseits des Parkplatzes Le Martinet bis zum Col de Cherel und die Abfahrt nach Jarsy. Der nächste Blogbeitrag beschreibt dies ausführlich.

..einige kommentare..

Teilweise gut am 11. Oktober 2023 um 18:13 Uhr
Andrew Rigsby

Sie schrieben oben: „Nachdem al-Hillis Auto ihn passiert hatte, erinnerte sich Brett Martin an ein großes Motorrad, das ihm entgegenkam. Der Biker bremste so stark ab, dass er fast mit dem Fuß anhalten musste, da er fast neben Brett stand. Er hielt jedoch nicht an, und die beiden fuhren weiter in ihre jeweilige Richtung. Der Motorradfahrer trug einen auffälligen Helm und fuhr ein großes Adventure-Bike. Der Biker war der Schlüssel zu den ersten Ermittlungen. Er wurde schließlich zu seinem Wohnort in Lyon zurückverfolgt, und nach der Befragung schloss die Polizei ihn von ihren Ermittlungen aus.“

Bei allem Respekt, ich glaube, Sie (und vielleicht auch Brett Martin selbst) irren sich, wenn Sie annehmen, dass Brett Martin dem Motorradfahrer aus Lyon (LMC, von den französischen Medien jetzt Pierre C. genannt) begegnet sei, als er sich dem Martinet-Parkplatz näherte.

Die beiden ONF-Mitarbeiter stoppten Pierre C. in der zweiten Haarnadelkurve oberhalb von Le Martinet gegen 15:00 Uhr, während die Begegnung mit einem MC von Brett Martin gegen 15:35 Uhr stattfand.

Meiner Meinung nach kreuzten sich die Wege von Brett Martin und dem jugendlichen Trailbike-Fahrer (TBR), der von den französischen Medien als „jeune collosus“ und in den britischen Medien als „sanfter Riese“ bezeichnet wurde. Seinen richtigen Namen nennen wir hier besser nicht, da er minderjährig war.

Eric Maillard bemerkte, dass der TBR einen Großraumroller fuhr.

Teilweise gut am 11. Oktober 2023 um 18:33 Uhr
Andrew Rigsby


Brett Martin erklärte in einem weiteren Interview: „Etwa 200 oder 300 Meter vom Unfallort entfernt kam ein Motorrad sehr langsam an mir vorbei. Es war ein schwarz gekleideter Motorradfahrer mit Integralhelm und einem Transalpine-Motorrad. Ich konnte sein Gesicht nicht erkennen und nicht einmal sagen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte.“

„Als sie deutlich langsamer wurden, dachte ich, sie würden anhalten und mit mir reden, aber dann schienen sie ihre Meinung zu ändern.

„Wenn man darüber nachdenkt, denkt man: Das ist interessant, denn zumindest wäre er oder sie am Tatort vorbeigekommen.“

Seine Beschreibung des Motorrads als „Trans-Alpine-Bike“ entspricht dem Typ Semi-Offroad-Trailbike, das TBR wahrscheinlich tatsächlich fuhr.

Brett Martin geht offensichtlich davon aus, dass der Fahrer am Tatort vorbeigekommen sein muss. Das ist jedoch nicht unbedingt der Fall, da er wahrscheinlich gerade von einem Nebenweg, der zum Mont Benoit führt, auf die Hauptstrecke zurückgekehrt war. In seinem einzigen Interview behauptete er, dort gefahren zu sein. Er könnte jedoch etwa 10 Minuten zuvor am Parkplatz Le Martinet vorbeigekommen sein und ist ein wichtiger Zeuge, der meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient.

Teilweise gut am 20. Oktober 2023 um 18:08 Uhr
Eine kurze Korrektur zu meinem letzten Beitrag oben.

Der Trailbiker ist wahrscheinlich von einem Seitenweg aus dem Gebiet Boz du Droz auf der Ostseite der Schlucht wieder auf die Hauptstrecke gelangt. Dieser unbenannte Seitenweg befindet sich meiner Ansicht nach etwa 560 m unterhalb des Parkplatzes Le Martinet. Sein Eingang ist in der Straßenansicht sichtbar, scheint aber auf den meisten Karten nicht explizit eingezeichnet zu sein. Sein Verlauf ist jedoch auf Karten von Forstparzellen einsehbar.

Anschließend ritt er wahrscheinlich kurz auf der Combe d'Ire selbst und überquerte sie dann zur Westseite des Tals, wo er angeblich die Schüsse hörte. Auch hier hat der Weg keinen Namen, führt aber in das Gebiet, das als Mont Benoit bekannt ist.

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