MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Miss_Erfolg
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Miss_Erfolg »

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 17:15:01 Aber um den Hals trug sie es wohl an diesem Abend nicht.
Also könnte es nur in ihrer Hosentasche gewesen sein.(?)
Scheich Manfred hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 16:53:32 Es existieren Bilder von Frauke im Netz, da trägt sie dieses Kreuz meistens nicht.
Ok, danke.
Ich habe überlegt, ob die Tatperson das Kreuz vielleicht schon länger in Besitz hatte, aber darauf deutet dann nichts hin.
TeleKira

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von TeleKira »

Ich bin bei dir Scheich Manfred. Und zwar mit jedem Wort. Der Username rutsch mir manchmal durch, entschudige bitte. Wie gesagt: Verhaltenspsychologie, Kriminalpsychologie, Psychologie. Damit kann man schon einiges anstellen. Es gibt sehr aussagekräftige Literatur über Tätergruppen. Da ist wirklich viel beschrieben. Da kann man die Tätergruppe schon eingrenzen. Du hast trotzdem recht: Es bleiben Hypothesen. Aber einige sind halt wahrscheinlicher als andere. Auch bei männlich oder weiblich: Wir wissen es nicht. Statistisch eindeutig: Männlich. Alter wissen wir nicht. Aus der angesprochenen Literatur: 20-45. Alles keine Evidenzen. Aber so kann man die ganzen Fragen die einem so kommen abarbeiten. Mehr haben wir nicht zur Verfügung. Deswegen bin ich immer vorsichtig mit Tathergang, obwohl ich da auch Lieblinge habe.
Und richtig: Kein Lösegeld. Das ist doch was. Deutet das auf geplant oder ungeplant hin? Und: Keine weitere Kontaktaufnahme nach dem Tod: Kein Sadist. Das ist auch was. Und ich glaube, das diese kleinen Nuancen dazu führen eine Struktur in das Verbrechen zu bringen.
Mann kann ja auch weiter gehen: Typischerweise ist der Ablageort in einem bekannten Gebiet. Höchstwahrscheinlich 5km. Hohe Wahrscheinlichkeit: 15km. Wahrscheinlich 30km. Ok also Kreise um den Ablageort. Dann nimmt man die erste Funkzelle: Südlich 120° und zeichnet das drüber. In der Überlagerung hätte man eine statistische Wahrscheinlichkeit für das Versteck. möglicherweise Wohnort. Da könnte man mit Google Earth von 2006 ja mal schauen, ob da was raussticht. Oder es weiß jemand was. Auch das ein gültiger Ansatz.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 18:38:38 Ok, danke.
Ich habe überlegt, ob die Tatperson das Kreuz vielleicht schon länger in Besitz hatte, aber darauf deutet dann nichts hin.
Wirklich 100 Prozent kann man ja nichts ausschließen...
Shadow
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Shadow »

Aber um den Hals trug sie es wohl an diesem Abend nicht.
Also könnte es nur in ihrer Hosentasche gewesen sein.(?)

Da Frauke an den Abend wohl nicht mehr zuhause war...
Wo sollte es sonst her kommen?
@ Gast,

Option Nummer 3 gäbe es da noch.
Das Kreuz könnte vom Täter stammen , ohne das es Frauke am Tag des Verschwindens am Hals getragen oder mitgeführt haben müsste.
Also ich vermute es gab eine Vorgeschichte.

Er könnte ihr das Kreuz zuvor geschenkt haben als Freundschaftszeichen.
Sie trug es mindestens einmal ( Foto) , danach könnte es zum Bruch gekommen sein, mit Rückgabe des Kreuzes.
Somit könnte das ( sein?) Kreuz ,dann erst wieder in der Gefangenschaft zu ihr gelangt sein ,um zu ihrem Kreuz zu werden.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Shadow hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 18:55:32 @ Gast,

Option Nummer 3 gäbe es da noch.
Das Kreuz könnte vom Täter stammen , ohne das es Frauke am Tag des Verschwindens am Hals getragen oder mitgeführt haben müsste.
Also ich vermute es gab eine Vorgeschichte.

Er könnte ihr das Kreuz zuvor geschenkt haben als Freundschaftszeichen.
Sie trug es mindestens einmal ( Foto) , danach könnte es zum Bruch gekommen sein, mit Rückgabe des Kreuzes.
Somit könnte das ( sein?) Kreuz ,dann erst wieder in der Gefangenschaft zu ihr gelangt sein ,um zu ihrem Kreuz zu werden.
Ja interessante Theorie!

Ist dieses Foto öffentlich?
Shadow
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Shadow »

@ Gast

Das Foto kann man nicht öffentlich finden , only privat.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

EIN LETZTES MAL jetzt noch zu dem KREUZ:

Es war Fraukes Kreuz. Sie trug es an dem Abend sehr unter ihrem T-Shirt. Sie trug ihr T-Shirt ziemlich hochgeschlossen. Fraukes T-Shirt hatte Druckknöpfe, sie konnte den Ausschnitt also offen tragen oder schließen.
Generell trug Frauke damals häufiger Kreuzketten. Das war der totale Trend zu der Zeit und hatte nichts mit Gläubigkeit zu tun. Es war einfach in.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Shadow
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Shadow »

Ja, es war Fraukes Kreuz da sind sich alle einig.
Es ging um dem möglichen Ursprung.
Um das der Täter ihr Kreuz , wieder mit gegeben haben könnte.
Du schreibst das ihr Shirt Druckknöpfe hatte am Ausschnitt dabei könnte die Halskette unter dem Shirt verrutscht sein.
Nur war es keine Halskette sondern ein Lederhalsband mit Anhänger.
Und Lederhalsbänder trägt man soweit ich weiß enganliegend mittig um den Hals.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Trodat5203 hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 20:09:27 EIN LETZTES MAL jetzt noch zu dem KREUZ:

Es war Fraukes Kreuz. Sie trug es an dem Abend sehr unter ihrem T-Shirt. Sie trug ihr T-Shirt ziemlich hochgeschlossen. Fraukes T-Shirt hatte Druckknöpfe, sie konnte den Ausschnitt also offen tragen oder schließen.
Generell trug Frauke damals häufiger Kreuzketten. Das war der totale Trend zu der Zeit und hatte nichts mit Gläubigkeit zu tun. Es war einfach in.
Warum regst du dich so auf? LAUT Aktenzeichen XY war das Kreuz damals bicht eindeutig Feauke zuzuordnen.
Ausserdem waren Reste auf ein Ledervand festzustellen.

Hat ha. Nichts mut Christlichkeit demnach zu tun. Aber wäre ein guter Hinweis. Warum sollte sich niemand aus Fraukes Freundes und Familienkreis bis zur Ausstrahlung der Sendung an das Kreuz erinnern?
Vermutet sogar,dass es vom Täter stammen könnte.

Ja eben Kreuzketten waren, ...sind modern.
Um so wichtiger wäre es wohl, ob es sich genau um denjenigen Anhänger handelte.

Meinst du dieses Foto?
Screenshot_20251203_203244_Chrome.jpg
Screenshot_20251203_203244_Chrome.jpg (862.04 KiB) 3255 mal betrachtet
Ich mein ich erkenne da eine Silberkette.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Trodat5203 hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 20:09:27

Es war Fraukes Kreuz. Sie trug es an dem Abend sehr unter ihrem T-Shirt. Sie trug ihr T-Shirt ziemlich hochgeschlossen. Fraukes T-Shirt hatte Druckknöpfe, sie konnte den Ausschnitt also offen tragen oder schließen.
Woher weißt du,dass sie ihr T-Shirt den ganzen Abend geschlossen trug?? Warst du mit im Pub?
Scheich Manfred
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Scheich Manfred »

TeleKira hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 18:40:10 Ich bin bei dir Scheich Manfred. Und zwar mit jedem Wort. Der Username rutsch mir manchmal durch, entschudige bitte. Wie gesagt: Verhaltenspsychologie, Kriminalpsychologie, Psychologie. Damit kann man schon einiges anstellen. Es gibt sehr aussagekräftige Literatur über Tätergruppen. Da ist wirklich viel beschrieben. Da kann man die Tätergruppe schon eingrenzen. Du hast trotzdem recht: Es bleiben Hypothesen. Aber einige sind halt wahrscheinlicher als andere. Auch bei männlich oder weiblich: Wir wissen es nicht. Statistisch eindeutig: Männlich. Alter wissen wir nicht. Aus der angesprochenen Literatur: 20-45. Alles keine Evidenzen. Aber so kann man die ganzen Fragen die einem so kommen abarbeiten. Mehr haben wir nicht zur Verfügung. Deswegen bin ich immer vorsichtig mit Tathergang, obwohl ich da auch Lieblinge habe.
Und richtig: Kein Lösegeld. Das ist doch was. Deutet das auf geplant oder ungeplant hin? Und: Keine weitere Kontaktaufnahme nach dem Tod: Kein Sadist. Das ist auch was. Und ich glaube, das diese kleinen Nuancen dazu führen eine Struktur in das Verbrechen zu bringen.
Mann kann ja auch weiter gehen: Typischerweise ist der Ablageort in einem bekannten Gebiet. Höchstwahrscheinlich 5km. Hohe Wahrscheinlichkeit: 15km. Wahrscheinlich 30km. Ok also Kreise um den Ablageort. Dann nimmt man die erste Funkzelle: Südlich 120° und zeichnet das drüber. In der Überlagerung hätte man eine statistische Wahrscheinlichkeit für das Versteck. möglicherweise Wohnort. Da könnte man mit Google Earth von 2006 ja mal schauen, ob da was raussticht. Oder es weiß jemand was. Auch das ein gültiger Ansatz.
Du stellst wichtige Fragen. Leider lassen sich diese nicht zur Zufriedenheit klären.
Das Psychologielehrbuch auf Seite zu legen ist natürlich keine Option, man würde auf ein bewährtes Hilfsmittel verzichten. Nur stelle ich für mich persönlich fest, dass in etlichen ungeklärten Fällen die Statistiken nicht verlässlich zu sein scheinen. Klar, kenn es sein, dass Fraukes Mörder schon verstorben ist, darin könnte u.U. der Grund zu finden sein, weshalb dieser Fall seit Jahren ins Stocken geraten ist. Andere Mitforisten glauben hingegen, dass sich Fraukes Mörder hier im Forum mitgeschrieben hat. Kennst du vielleicht den Fall Cindy Koch aus Oberhausen? Im August 1997 besuchte eine junge Frau eine Grossraumdisco in Oberhausen, lernte dort jemanden kennen, den sie mit zu sich nach Hause nahm und wurde von ihrem Begleiter mit zahlreichen Messerstichen getötet. Der Fall ist bis heute nicht geklärt trotz Vorliegens einer Täter-DNA. Auch hier äusserten die EB die Möglichkeit, der Täter könnte mittlerweile verstorben sein. Über das Tatmotiv wurden im anderen Forum teils sehr hitzige Diskussionen geführt, zumal einige Aspekte auch eine religiöse Komponente aufwiesen. Nebenbei gesagt ist dies auch der Grund weshalb ich mich an weitergehenden Diskussionen zur Bedeutung des Kreuzes nicht beteiligen mag, es führt zu schnell zu Differenzen.
Die EB haben sich bzgl. Ablageort klar geäussert, leider lässt dies keinerlei Rückschlüsse auf den Tatort zu, sie könnte an ihrem Festhalteort getötet worden sein oder auch dem Weg zum Ablageort.
Irgendwann muss man aber damit beginnen, sich Gedanken über einen möglichen Tathergang zu machen. Persönlich stosse ich dabei auf sehr grosse Probleme, die auch früh beginnen, schon im Pub selbst. Die EB und wohl auch die meisten hier sehen ein freiwilliges Einsteigen in ein Auto als das wahrscheinlichste an, aber ob der Frage einer geplanten oder ungeplanten Tat scheiden sich die Geister. Selbst ein vollkommen Unbekannter hätte eine solche Tat planen können und dann landen wir zwangsläufig wieder bei den Wahrscheinlichkeiten. Ich denke schon, dass Fraukes Mörder in ihrem Umfeld gesucht werden muss/sollte. Im Fall Georgine hat man einen verdeckten Ermittler eingesetzt, aber es gab da eine Person bei der man ermittlerisch ansetzen konnte, bei Frauke sehe ich diese Möglichkeit nicht als gegeben an, weil es keine Verdächtigen mehr gibt und es wäre nach fast zwanzig Jahren eh fraglich, ob diese Massnahme zum Erfolg führen könnte.
Du erwähntest noch die Funkzellen und mögliche Aktionsradien. Gute Überlegung, aber wir wissen dass der Täter mobil war und Frauke für die Telefonate an die später festgestellten Orte gefahren hat und mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erst dort das Handy einschaltete. Leider lässt sich bei dieser Konstellation nicht sagen von wo aus er gestartet ist, kann im dümmsten Fall eine richtig grosse Strecke gewesen oder auch eben nicht. Schwierig alles..
KI 1

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von KI 1 »

Also Frauke wurde das letzte mal am 20.6.2006 lebrnd gesehen...

Am 21.06.2006 hat sich Frauke oder der Täter nicht gemeldet, aber an diesem Tag
wurde medial bekannt, dass Fraukes Handy in der Nacht in Nieheim eingeloggt war.

Was folgte am Tag danach??

Frauke meldete sich kündigte an nachhause zu kommen und in Paderborn zu sein!

Hm? Was könnte man daraus schließen?

Die Tat war niemals geplant und auch nicht die Sms,Anrufe.

Sonst hätte sich der (sadistische oder statistische) Täter schon am 21. gemeldet.

Der Täter...Uppsala musste aber von Nieheim ablenken und brauchte auch noch ein Alibi.

Als ihm das gelang, hörte man nie wieder von Frauke.
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

Scheich Manfred hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 18:15:41 [...]
Alles Tathergangshypothesen und mögliche Motive in diesem Fall sind hochspekulativ. Es bleibt ja nichts anderes übrig als mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. [...]
Das stimmt. Uns bleibt nur die Erörterung von Wahrscheinlichkeiten , aber das ist nach meiner Ansicht nicht so wenig.

Ich glaube keineswegs, dass es uns hier im Forum gelingt, den Täter zu ermitteln.
Aber vielleicht tragen wir dazu bei, das öffentliche Interesse an dem Fall Frauke Liebs wachzuhalten – was dann vielleicht die Polizei bewegen könnte, Ermittlungen wiederaufzunehmen.
Ich fürchte, bei manchen hat sich die Überzeugung festgesetzt, dem Täter sei es gelungen, keine Spuren zu hinterlassen - der Täter sei also nicht polizeilich zu ermitteln, und man könne nur hoffen, dass er oder ein Mitwisser endlich zur Preisgabe ihrer Informationen bereit seien. Nach meiner Überzeugung liegt es aber nicht an der Überlegenheit des Täters, sondern an Versäumnissen der Polizei, dass er bisher nicht gefasst wurde.
Trodat5203 hat geschrieben: Dienstag, 02. Dezember 2025, 13:27:15 Die 1.OFA war laut Frau Liebs eine Katastrophe, deshalb hat sie vor ein paar Jahren um eine weitere Analyse zum Fall gebeten.
Was ich mir aber in Bezug auf die 1. OFA sehr gut vorstellen kann ist, dass man sich dadurch zu sehr auf einen Täter aus Nieheim einschoss. Dadurch ging evtl. der Blick auf andere Personen und der Antrieb diese zu überprüfen, verloren...
Ich glaube auch, dass die Ermittlungen viel zu einseitig geführt wurden. Die 1. OFA, die den gesamten Ermittlungen unter Östermann zugrunde lag, ging ja davon aus, dass Frauke freiwillig mit nach Nieheim gefahren und dort "etwas aus dem Ruder gelaufen" war.
Das führte zu den Annahmen, dass
1. Frauke (zumindest zunächst) in Nieheim festgehalten, und
2. der Täter zu Fraukes Freundes- und engerem Bekanntenkreis gehören müsse.

Folglich konzentrierten sich die Ermittlungen auf Nieheim und außerdem auf Fraukes Bekanntenkreis (u. a. Handydaten).Aber diese - aufwendigen - Ermittlungen blieben vollständig erfolglos.
Ich halte es für sehr bedauerlich, dass Östermann nicht aus seinem Scheitern die (zumindest nach meiner Ansicht naheliegende) Konsequenz gezogen hat, dass die Ergebnisse der OFA schlicht falsch sein könnten und auch ein anderer Ansatz eingehend berücksichtigt werden müsste. Aber auch nach dem Ende der Ermittlungen hielt Östermann an jener Auffassung fest, für die er auch nach fast einjähriger Ermittlung keinen Beleg finden konnte.
Übrigens, so las ich mal in einer kriminologischen Studie, ist die Fehlerquote bei solchen Fallanalysen erstaunlich hoch.

Ich gehe davon aus, dass es durchaus Spuren gibt, die zum Täter führen - die aber bei den Ermittlungen unter Östermann nicht beachtet wurden.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Vielleicht sollten wir die Nieheim-Ortung mal außen vor lassen. Selbst die Polizei glaubt ja mittlerweile auch nicht mehr daran, dass Nieheim eine so große Rolle spielte.

Überlegen wir doch Mal zu den Gewerbegebieten die er gewählt hat und warum er überhaupt Gewerbegebiete als Kontaktorte wählte.

Für mich ist relativ klar, dass das Gebiet Dören/Benhauser Feld eine besondere Rolle spielte. Entweder kennt der Täter sich dort am Besten aus oder es lag nicht weit vom Festhalteort entfernt. Ggf. lag der Festhalteort sogar mittendrin. Nicht nur dass er dieses Gebiet gleich 3x benutzte, er ließ Frauke dort auch den Anruf vom Bruder annehmen. Er hätte sie ja aber für eine SMS gar nicht dabei haben müssen.

Kommen wir zum 1. Kontakt aus Sennelager: eigentlich ist es für Täter eher typisch zu Beginn einen Tatort zu wählen, der in Nähe ihres Wohnortes liegt oder zumindest einem wichtigen Ankerpunkt. Bezieht man jetzt die Wahrscheinlichkeitsrechnung ein, würde dies bedeuten der Täter hatte Wohnsitz oder Arbeitsstelle in der Nähe des 1. Anrufortes.

Meiner Meinung nach benutzte er diesen kein zweites Mal, weil es entweder zu sehr in seine Richtung gewunken hätte oder weil es genau gegenteilig ist und dieser Ort am weitesten von seinem Versteck weg war. Was sagt denn die Fachliteratur dazu?
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 20:52:35
Meinst du dieses Foto?
Screenshot_20251203_203244_Chrome.jpg

Ich mein ich erkenne da eine Silberkette.
Nein, das meine ich nicht. Das auf den Foto ist nicht das Shirt das sie trug.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Für mich steht ausser Frage, dass der Täter nur auf den 21.6. Hinweis der Polizei reagierte.

Wem würde man nich in einem Industriegebiet wahrnehmen?

Vielleicht einen Fußgänger!?

Der Fraukes Handy dabei hatte. Das Handy dann anmache...sich Nachrichten durchliest. Und dann wieder ausstellt.

Nun mal ehrlich 30 Sekunden war das Handy eingeloggt am Freitag?, als Frauke die Sms schrieb und dann noch der Anruf von Frank?? Wie soll sich das ausgehen?

Ich denke,das Handy war immer nur eingeloggt um Nachrichten nachzulesen gegebenenfalls eine Sms abzuschicken. Sonst geht sich das doch zeitlich gar nicht aus. Mmn
TeleKira

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von TeleKira »

Ich will nochmal auf die Radien kommen, weil das statistisch bewiesen ist 5-30km um den Ablageort. 30 ist mir zu weit und 5 zu klein. Also 15. Dann die Funkzelle. Das Ergebnis ist eigentlich überraschend und gar nicht mal so schlecht. Ich mag die Theorie meiner Vorredner über die Anruforte eigentlich. Plausibel und valide. Ich gehe aber von einem mehr improvisierenden Täter aus gewissermaßen chaotisch strukturiert.
Und es ist gar nicht sichergestellt, das es nur ein Festhalte Ort gab. Aber der erste Ort könnte halt schon Notgedrungen genommen worden sein. Die Wahrscheinlichkeit ist da gar nicht so niedrig.
Schaut man sich die Anrufe an, wird der Ort um Nierheim oder das Radius Gedöns unwahrscheinlicher. Und es fällt auch auf der erste Anruf Sennelager. Hohe Wahrscheinlichkeit wie bei der SMS, der Täter sah sich zu einer Reaktion gezwungen. Warum auch immer. Möglichkeit Auszukundschaften keine. Er wählte einen Ort, den er gut kannte. Ein Ort der Kontrolle und Sicherheit. Ein Anker. Aber auf Dauer zuviel Risiko. Genau wie der Erstwurf des Verstecks. Anpassung war erfolgreich.
Die Gewerbegebiete waren sicher näher am Versteck oder Risikoloser zu erreichen. Und im Gegensatz zu Sennelager sind sie stark strukturiert. Mit Parkplätzen Licht und Straßen. Nicht soviel Wald wie Sennelager . Möglich, das er diese Struktur brauchte und unbewusst wählte. Aber die Orte waren alle definitiv bekannt. Sennelager aber mehr als die anderen Gebiete.
So ein Verhalten ist gut dokumentiert. Aber ihr habt ja Recht die Trefferquote ist nicht 100%. Da gibt es schon Nuancen. Aber wenn man nur auf die Mechanik schaut, ist es irrelevant ob die Hypothesen stimmen. Es geht einzig und allein um das gezeigte Verhalten. Warum werden wir nie wissen.
Nochmal zu tot: Da gibt es Studien zu. Die sagen eine Mortalität von bis zu 60% vorraus. Ich nehme den höchsten Wert, ich halte den Täter für labil. Also noch Chancen, das er lebt. Und ja, er ließt hier mit oder tat es. Vielleicht postete er auch.
Die Tat verjährt demnächst. Es sprechen immer alle von Mörder. Aber ich wäre da vorsichtig. Ich glaube tatsächlich eher an Unfall, Fahrlässigkeit sowas. Das entschuldigt gar nichts. Er bleibt schuldig. Aber wir haben dann Entführung mit Todesfolge: 20 Jahre. Und ich hoffe, das er in den nächsten Jahren spricht. Und wenn er es tut, er wird es hier machen.
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

TeleKira hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 15:30:49 [...]
Aber ich komme zur der Einschätzung aus 3 Kategorien:
1. Sozialpsychologisch: Bystander Effekt, Diffusion of Responsibility, Threshold Modelle.
Literatur: Darley & Latene, Latene & Nida, Mark Granovetter
2. Gedenkkultur spontaneous Shines: improviseirtes Gedenken, wer sie initiert, welche Dynamiken entstehen
Literatur: Jack Santino, Margy & Sanchez-Carreto, Erika Doss
3. Varhaltensökonomie: Kosten-Nutzen-Modelle
Literatur: Fehr & Gächer, Daniel Kahnemann
Es gibt wie gesagt keine konkreten Zahlen, die man für diesen Fall anwenden könnte. Was ich anwendete:
- allgemeine Empirische Muster
- bekannte Verhaltenskurven aus der Gruppenpsychologie
- Initiator/Nachfolger Aufteilungen
- Reale Hürden: Fahrt, Koordination, Aufwand.
So entstehen gewissermaßen Spannbreiten, die in fast allen vergleichbaren sozialen Situationen realistisch sind.
Mir ist beim besten Willen nicht klar, was Du mit dieser Aufzählung belegen willst.

Du kannst völlig beliebig 1000 psychologische Studien aufführen und es ließe sich dann nicht ausschließen, dass sie vielleicht irgendeinen Aspekt des Verhaltens des Täters betreffen.

Aber wo gibt es bei den von Dir genannten Studien einen fundierten Bezug zu dem Verbrechen an Frauke Liebs?
Von welchen "allgemeinen empirischen Mustern" sprichst Du? Zweifellos handelt es sich bei dem Täter um ein menschliches Wesen, und demzufolge lassen sich bei ihm sicher menschliche Verhaltensweisen finden.
Aber inwiefern lassen sich die Ergebnisse der von Dir genannten Studien konkret und spezifisch für die Bestimmung eines Täterprofils nutzen?
Was bringen verhaltensökonomische Kosten-Nutzen-Modelle, wenn wir die konkrete Situation des Täters nicht kennen und daher auch nicht wissen, wie hoch er das Risiko und den Gewinn bei seinen einzelnen Aktionen veranschlagte?

Aber vielleicht rede ich an Dir vorbei. Wenn wir Wahrscheinlichkeiten diskutieren, spielt natürlich auch die psychologische Stimmigkeit eine Rolle. Ich sehe nur nicht, dass wir mit Hilfe der Psychologie der bloßen Wahrscheinlichkeit entrinnen können.
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

TeleKira hat geschrieben: Mittwoch, 03. Dezember 2025, 22:56:58 [...]
Nochmal zu tot: Da gibt es Studien zu. Die sagen eine Mortalität von bis zu 60% vorraus. [...]
Auf welche Taten beziehen sich diese Studien?
TeleKira

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von TeleKira »

Hey Hamburger, ich glaube das ist eher ein Missverständnis. Ich wurde gefragt wie auf die Wahrscheinlichkeit komme, das der Täter den Tatort wieder besucht. Da gibt es aber nicht viel. Also habe ich gewissermaßen die Schwergewichte der Sozialpsychologie hergenommen. Fundiwrtesr Bezug auf diesen Fall keiner. Bezug auf Täter Verhalten keiner. Habe ich auch nicht behauptet. Und es gibt nun mal empirische Verhaktensweisen. Und es gibt die Verhaltenskurven. Ser Täter ist ein menschliches Wesen und den kann man dann auch in Strukturen einfassen. Und man muss daa nicht vollständig lesen, sondern nur die relevanten Teile. Oder die ich dafür halte. Es ist also keine wissenschaftliche Arbeit. Es ist meine Arbeit und meine Einschätzung . Ob man das anwenden kann, ich habe keine Ahnung. Ob man das anwenden sollte, ich habe keine Ahnung. Aber es ist das beste was es zu ählich gelagerten Dynamiken gibt. Und Du hast Recht, wir kennen die Situation nicht. Ich habe ja schon geschrieben, was ich voraussetze. Ich veranschlage alles für den Täter. Darauf beruht das natürlich. Der Wahrscheinlichkeit entrinnen tue ich ja auch gar nicht. Gewisse Muster folgen gewissen Strukturen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Und dann lande ich dort. Es ging mir auch lediglich darum, ob andere diese Möglichkeit auch so sehen und ob jemand in der Richtung was unternommen hat.
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