Scheich Manfred hat geschrieben: ↑Mittwoch, 03. Dezember 2025, 18:15:41
[...]
Alles Tathergangshypothesen und mögliche Motive in diesem Fall sind hochspekulativ. Es bleibt ja nichts anderes übrig als mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. [...]
Das stimmt. Uns bleibt nur die Erörterung von Wahrscheinlichkeiten , aber das ist nach meiner Ansicht nicht so wenig.
Ich glaube keineswegs, dass es uns hier im Forum gelingt, den Täter zu ermitteln.
Aber vielleicht tragen wir dazu bei, das öffentliche Interesse an dem Fall Frauke Liebs wachzuhalten – was dann vielleicht die Polizei bewegen könnte, Ermittlungen wiederaufzunehmen.
Ich fürchte, bei manchen hat sich die Überzeugung festgesetzt, dem Täter sei es gelungen, keine Spuren zu hinterlassen - der Täter sei also nicht polizeilich zu ermitteln, und man könne nur hoffen, dass er oder ein Mitwisser endlich zur Preisgabe ihrer Informationen bereit seien. Nach meiner Überzeugung liegt es aber nicht an der Überlegenheit des Täters, sondern an Versäumnissen der Polizei, dass er bisher nicht gefasst wurde.
Trodat5203 hat geschrieben: ↑Dienstag, 02. Dezember 2025, 13:27:15
Die 1.OFA war laut Frau Liebs eine Katastrophe, deshalb hat sie vor ein paar Jahren um eine weitere Analyse zum Fall gebeten.
Was ich mir aber in Bezug auf die 1. OFA sehr gut vorstellen kann ist, dass man sich dadurch zu sehr auf einen Täter aus Nieheim einschoss. Dadurch ging evtl. der Blick auf andere Personen und der Antrieb diese zu überprüfen, verloren...
Ich glaube auch, dass die Ermittlungen viel zu einseitig geführt wurden. Die 1. OFA, die den gesamten Ermittlungen unter Östermann zugrunde lag, ging ja davon aus, dass Frauke freiwillig mit nach Nieheim gefahren und dort "etwas aus dem Ruder gelaufen" war.
Das führte zu den Annahmen, dass
1. Frauke (zumindest zunächst) in Nieheim festgehalten, und
2. der Täter zu Fraukes Freundes- und engerem Bekanntenkreis gehören müsse.
Folglich konzentrierten sich die Ermittlungen auf Nieheim und außerdem auf Fraukes Bekanntenkreis (u. a. Handydaten).Aber diese - aufwendigen - Ermittlungen blieben vollständig erfolglos.
Ich halte es für sehr bedauerlich, dass Östermann nicht aus seinem Scheitern die (zumindest nach meiner Ansicht naheliegende) Konsequenz gezogen hat, dass die Ergebnisse der OFA schlicht falsch sein könnten und auch ein anderer Ansatz eingehend berücksichtigt werden müsste. Aber auch nach dem Ende der Ermittlungen hielt Östermann an jener Auffassung fest, für die er auch nach fast einjähriger Ermittlung keinen Beleg finden konnte.
Übrigens, so las ich mal in einer kriminologischen Studie, ist die Fehlerquote bei solchen Fallanalysen erstaunlich hoch.
Ich gehe davon aus, dass es durchaus Spuren gibt, die zum Täter führen - die aber bei den Ermittlungen unter Östermann nicht beachtet wurden.