MORDFALL LIEBS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Mister Mason

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Mister Mason »

Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 17:50:43 Das wusste die Familie zu diesem Zeitpunkt doch nicht.
Frau Liebs suchte bereits am Mi. 21.06. zur Mittagszeit die Polizeiwache in Bad Driburg auf um Fra6ke als vermisst zu melden.
Man verfährt doch nicht auf diese Weise wenn keine Gefahr im Verzug ist.
Fraukes vermeintliche Blessuren gehören wahrscheinlich ins Reich der Fantasie und wurden durch die Erzählungen eines anonymen Schreibers befeuert.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Was man hätte anders machen können (am Telefon den Täter im Hintergrund ansprechen) oder ob man in der damaligen Situation zum Abiball gegangen wäre oder nicht, das ist doch müßig zu diskutieren. Hocuspocus, evereybody focus...

Telefonzellen gab es 2006 schon noch vereinzelt ein paar. Aber soweit ich mich erinnere, praktisch nur noch welche für so Telefonkarten mit Guthaben, die man bei der Post kaufen konnte. Münztelefone gab es schon zum Ende der D-Mark nur noch vereinzelt, mit der Umstellung auf Euro im Bargeldverkehr (1.1.2002) sind da praktisch keine auf die neue Währung umgebaut worden. Da wurde vielmehr viel abgebaut, weil eh längst die allermeisten ein Handy hatten und nutzten. Die Telefonkarten hatten übrigens lange ein Verfallsdatum von ich glaube drei Jahren, gab da Gerichtsentscheidungen meine ich, ob Restguthaben ausbezahlt werden müssen, müsste vor 2006 gewesen sein.
MMn sehr unwahrscheinlich, dass Frauke eine funktionierende Telefon-Guthabenkarte dabei hatte, das war 2006 längst durch.

Ja, das Capitol lag auf einer möglichen Heimwegroute von Frauke, und zwar der, die sie vermutlich am ehesten eingeschlagen hatte/hätte (Widukindstraße).
Aber wenn sie da noch vorbeigeschaut hätte, auf der Suche nach einem bekannten Gesicht, gar ihr bekannte Türsteher oder Barkeeper angequatscht und einen Drink geschnorrt hätte - da hätte es doch auch Zeugenmeldungen dieser Kontakte bzw. Sichtungen vor Ort gegeben. Gesucht wurde in der Stadt mit Flyern mit ihrem Foto bereits am übernächsten Tag - und bestimmt auch beim Capitol, das an einem möglichen Heimweg liegt und wo viele Leute unterwegs sind, von denen nicht wenige sie auch vom Sehen kannten. Dass sich da keiner erinnern oder den Tag nicht mehr hätte zuordnen können, nach so kurzer Zeit kein Argument.

Aber grundsätzlich, dass Frauke statt dem direkten Heimweg noch initiativ einen Abstecher gemacht und irgendwo oder bei jemandem vorbeigeschaut hätte, ist natürlich grundsätzlich denkbar - ob nun spontan, lose oder fest verabredet. Es muss nicht zwangsläufig so gewesen sein, dass sie tatsächlich zufällig auf jemanden getroffen, jemand ihr scheinbar zufällig aufgelauert oder sie einfach von der Straße abgegriffen worden sein muss.
Eberhoferin hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 10:02:16
Wenn es so war: Was glaubst du, könnte einer Freilassung/Heimkehr in diesem Fall im Weg gestanden haben? Von den Funzellen her war das ja der Anruf, der am nächsten an ihrer Wohnung war. Was könnte sie oder sen Täter gehindert haben, dass sie wirklich kommt?
Die Wohnortnähe ist da ja nicht nur die Luftlinie, sondern auch die Route: Wann man (plausibel) über die B64 anfährt, fährt man da raus und biegt dann nicht nach links auf die Borchener Richtung Stadtmitte ab (wo nach wenigen hundert Metern Fraukes Zuhause lag), sondern nach rechts, wo man dann praktisch unmittelbar in besagtem Industriegebiet ist, nach hundert Metern der Abzweig links, wo Samstag Nachmittag "Tote Hose" ist. Natürlich rein spekulativ, aber das würde sich doch damit decken, sie nach Hause fahren zu wollen und kurz vorher (eine Minute...) nochmal wo ungestört anhalten zu wollen. Würde ich ja ohne weiteres als geografischen Zufall einordnen, wenn da nicht auch die ungewöhnliche Zeit und die Ankündigung explizit zeitnaher Heimkehr Freitagnacht und eben bei jenem Samstagtelefonat wäre. Wie gesagt, Frauke erscheint mir bei den Telefonaten bis Sonntag nicht wie jemand, der eh sicher ist, nicht freigelassen zu werden, im Gegenteil. Und auch aus Täterperspektive macht die Ankündigung sehr zeitnaher Heimkehr ohne jede entsprechende Absicht keinerlei Sinn, sofern man das nicht als provokantes Kasperletheater fürs Publikum ansieht (was ich für recht absurd halte).

Gut, wenn es so war...
In dem Szenario, wo man Frauke festhielt, weil sie ansonsten etwas mit erheblichen Folgen für den/die Täter berichten/anzeigen könnte, geht es nicht darum Frauke festzuhalten, um an ihr Straftaten zu begehen (sexuelles Motiv, Sadismus, Rache...) sondern um die Vermeidung von juristischen/sozialen/beruflichen Folgen, wenn sie "plaudert". Ihr Tod ist da als weit schwerwiegendere Tat zunächst(!) keine "Lösung", die irgendwie im Raum stehen würde, weder für Täter noch für Frauke selbst. Es ist zunächst klar, dass es irgendwie mit ihrer Freilassung enden muss.
Das heißt, Frauke und Täter wollen im Grunde dasselbe, sie wird soweit ordentlich behandelt (keine sexuelle/körperliche oder über das Festhalten als solches hinaus psychische Gewalt) und hat allen Grund, mit kooperativem Verhalten auf eine möglichst baldige und (zunächst alternativlos/selbstverständlich erscheinende) Freilassung mit hinzuwirken. Was es braucht, ist eine Vereinbarung ihres Stillschweigens, welcher der Täter vertrauen kann. Natürlich will sie ihn davon überzeugen, ist deshalb kooperativ. Aber auch er will ja so eine Lösung, hat kein Interesse, Frauke unnötig weiter gegen sich aufzubringen und ihr Grund zu geben, ihn nach einer Freilassung verraten zu wollen. Deshalb glaube ich da an "gute Behandlung". Art und Inhalt der Anrufe sowie Fraukes Auftreten bei den Anrufen passen weit besser zu so einem Rahmen als zu irgendwelchen Szenarien mit wunder weiß wie durchdachtem Täterhandeln in bösartiger Absicht im Rahmen eines Verbrechens, bei dem ihr Tod von vornherein feststeht.
Nur, es kommt zu keiner solchen Vereinbarung, die für ihn hinreichend vertrauenswürdig wäre, sein könnte. Vielleicht ist das Misstrauen gegenüber Frauke zu groß, wahrscheinlich aber vor allem die Ängste vor den Folgen, falls sie doch "plaudert".
Erschwerend kommt hinzu, dass ihr Verschwinden ab Donnerstag öffentlich und polizeilich als mögliche Entführung kommuniziert wird. Aus (auch unserer) Umfeld-Sicht und im Nachgang ist das zwar folgerichtig und erscheint selbstverständlich, aber aus damaliger situativer Sicht von Täter und Frauke nicht unbedingt die Eskalation, die man auf dem Schirm gehabt hatte, wenn eine Erwachsene mal zwei Tage nicht Zuhause ist. Der Fokus war da zunächst klar auf Frauke/Täter/Anlass, nicht auf dem Gesamtbild von außen. Auf einmal ist er also mutmaßlicher Entführer, es geht plötzlich nicht mehr nur darum, dass Frauke über den Anlass der Situation Stillschweigen bewahren soll, sie würde sich nach einer Heimkehr erklären müssen, ohne dass es dabei einen "Entführer" gibt. In dem Sinne kommt es zu den Anrufen, um den Entführungsverdacht zu entkräften und einer Heimkehr den Boden zu bereiten, die ohne Offenlegung der tatsächlichen Umstände auskommen kann.
Der Täter will sie freilassen können, Frauke (obwohl von ihm festgehalten, am Gehen gehindert) da vielleicht sogar diejenige von ihnen, die sortierter ist, während er zunehmend verzweifelt, sich nicht auf das Risiko einlassen kann, sie gehen zu lassen. Aber so genau will ich das gar nicht modellieren, kann man nicht wissen und ist an der Stelle auch nicht von Bedeutung.
Jedenfalls realisiert man, dass es so nicht geht, dass Fraukes tagelanges Fernbleiben die Situation weit größer gemacht hat, als sie anfangs war, dass eine Heimkehr ohne Folgen für ihn utopisch ist, gar zusätzliche Folgen für die Freiheitsberaubung im Grunde unvermeidbar sind - weil Frauke bei allem möglicherweise von ihr vorgebrachten Verständnis nicht wirklich Grund hat, nichts zu erzählen, dem Wissen-Wollen des Umfelds (und der Polizei?) standzuhalten.
Ob Frauke zu der Erkenntnis kommt, dass ohne Freilassung nur ihr Tod am Ende stehen kann, oder ob der Täter drauf kommt und es ausspricht - spielt keine Rolle. Jedenfalls passiert genau das nach dem Sonntag-Anruf, vielleicht erst am Montag, ist aber wohl der Grund, warum am Montag keine Frauke anruft und ihr Sprüchlein von der Heimkehr aufsagt.

Die Motivation hinter dem Dienstag-Anruf ist fraglich. Man könnte ein zugestandenes Abschieds-Telefonat annehmen, aber da stellt sich natürlich die Frage, warum Frauke da nichts Zielführendes "ausgeplaudert" hat. Sie konnte da lange und augenscheinlich ungehindert reden und war ja durchaus in der Verfassung für Spontanäußerungen, brüchige Selbstkontrolle.
Ich würde da im Kontext doch eher einen "letzten verzweifelten Versuch" annehmen. Frauke ist zwar völlig hinüber, rechnet mit ihrem Tod, bemüht sich aber dennoch, sich an die "Regeln" zu halten, nichts über ihre Situation verlauten zu lassen. Das verzweifelte Festhalten am Narrativ der möglichen (und eigentlich von beiden gewünschten) Freilassung als letzter Strohhalm der Hoffnung, so etwa. Was genau da vorher zwischen den beiden wie kommuniziert worden war, weiß man natürlich nicht. Aber ich sehe da eine Situation, in der der Täter viel eher ebenfalls maximal aufgewühlt, überfordert war - nur dass der den Schlüssel zu ihrem Käfig hatte (bildhaft) und in ihrem Tod nicht das Ende, sondern die Lösung für seine Verzweiflung erkannt hatte.

In meinen Augen passt die oben umrissene Dynamik der Situation auch im zeitlichen Rahmen sehr gut.
Ein Anlass, weswegen er Frauke nicht gehen lässt. Zunächst ist er vielleicht sehr dominant, übt viel Druck aus, lässt seinen Stress mit der Situation ihr gegenüber aus. Hält sie fest, ohne dass weiter viel passiert. In dem Sinne auch beim ersten Anruf Frauke vom Stress erschöpft, übernächtigt, verängstigt, vielleicht auch mit involvierten Substanzen. Ihr Text da augenscheinlich vorgegeben, von ihr vorgetragen, "ich wollte sagen, dass...".
Man erkennt, so kommt man nicht weiter. Frauke erkennt, dass sein Vertrauen in sie der Schlüssel ist und kooperiert, er erkennt, dass eine (im Rahmen des möglichen) ihm möglichst wohlgesonnene, zumindest verständnisbereite Frauke nötig ist. Man kooperiert auf ein gemeinsames Ziel hin, drei Tage bis Sonntag, es scheitert immer wieder an seiner Angst und vielleicht Misstrauen, jeden Tag.
Es geht in die nächste Kalenderwoche, kein Fortschritt in Sicht, vielleicht geht es Frauke gesundheitlich nicht gut (Hygiene, Versorgung, Stress...), vielleicht bringt die neue Woche ihm berufsbedingt Schwierigkeiten, die Festhaltesituation weiter aufrecht erhalten zu können.
Wie gesagt, die Zeiträume/Abstände von jeweils 2-3 Tagen bis zu einem "Paradigmenwechsel" erscheinen mir für so ein Szenario passend, erwartbar.
Dem gegenüber steht natürlich die Frage, bei welchen völlig anderen Tatumständen/Motiven wäre denn ein Überleben von etwa einer Woche und Anrufe mit so in "Schritten" erkennbarer Entwicklungsdynamik plausibel?

Ja, und zu deiner ursprünglichen Frage: Falls die Samstags-Fahrt auch den Sinn einer möglichen Freilassung ebenda gehabt haben sollte, könnte das ganz im obigen Sinne sehr kurzfristig, quasi unmittelbar daran gescheitert sein, dass der Täter sich doch nicht dazu durchringen konnte, "noch etwas Zeit brauchte" - weswegen Frauke dann am Telefon von "heute, nicht so spät" sprach.
Miss_Erfolg
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Miss_Erfolg »

Mister Mason hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 21:26:35 Frau Liebs suchte bereits am Mi. 21.06. zur Mittagszeit die Polizeiwache in Bad Driburg auf um Fra6ke als vermisst zu melden.
Man verfährt doch nicht auf diese Weise wenn keine Gefahr im Verzug ist.
Fraukes vermeintliche Blessuren gehören wahrscheinlich ins Reich der Fantasie und wurden durch die Erzählungen eines anonymen Schreibers befeuert.
Hast du den Beitrag gelesen, auf den ich mich bezog?
Mister Mason

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 22:37:10 Hast du den Beitrag gelesen, auf den ich mich bezog?
Ja.
Was verstehst du an meiner Antwort nicht? präzisiere bitte deine Anmerkung.
Isabella, Christos und Mutter Liebs wussten schon am Mittwoch daß Frauke sich in Gefahr befindet.
Gaston

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gaston »

Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 22:29:39 Wie gesagt, Frauke erscheint mir bei den Telefonaten bis Sonntag nicht wie jemand, der eh sicher ist, nicht freigelassen zu werden, im Gegenteil. Und auch aus Täterperspektive macht die Ankündigung sehr zeitnaher Heimkehr ohne jede entsprechende Absicht keinerlei Sinn, sofern man das nicht als provokantes Kasperletheater fürs Publikum ansieht (was ich für recht absurd halte).
Naja aus Tätersicht kann das alles nur Scheisse labern lassen gewesen sein. Aufs Stillhalten abzielend..
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 22:29:39 Gut, wenn es so war...
In dem Szenario, wo man Frauke festhielt, weil sie ansonsten etwas mit erheblichen Folgen für den/die Täter berichten/anzeigen könnte, geht es nicht darum Frauke festzuhalten, um an ihr Straftaten zu begehen (sexuelles Motiv, Sadismus, Rache...) sondern um die Vermeidung von juristischen/sozialen/beruflichen Folgen, wenn sie "plaudert". Ihr Tod ist da als weit schwerwiegendere Tat zunächst(!) keine "Lösung", die irgendwie im Raum stehen würde, weder für Täter noch für Frauke selbst. Es ist zunächst klar, dass es irgendwie mit ihrer Freilassung enden muss.
Das heißt, Frauke und Täter wollen im Grunde dasselbe, sie wird soweit ordentlich behandelt (keine sexuelle/körperliche oder über das Festhalten als solches hinaus psychische Gewalt) und hat allen Grund, mit kooperativem Verhalten auf eine möglichst baldige und (zunächst alternativlos/selbstverständlich erscheinende) Freilassung mit hinzuwirken. Was es braucht, ist eine Vereinbarung ihres Stillschweigens, welcher der Täter vertrauen kann. Natürlich will sie ihn davon überzeugen, ist deshalb kooperativ.
Ich tu mich schwer damit zu sagen, der Täter war da in etwas hinein gestolpert, aus dem er nicht mehr unbescholten raus kam, im Grunde war ja alles nur ein großes Versehen. Da es sich in diesem Fall um eine klassische Entführung handelte, ohne Erpressungsversuch, fällt kleinkriminelle Gier schon mal weg.
Dass die aber dasselbe wollten, auch ab einem gewissen Punkt, halte ich für gewagt gesprochen, in Anbetracht der groben Freiheitsberaubung. Wie gesagt, wenn man sich den Kerl als Lebensmüden vorstellen mag, kann er Frauke mit seinem Suizid und ihrem sicheren Tod bedroht haben. Spieltheoretisch hätte sie so immer mehr zu verlieren gehabt, und er wäre am längeren Hebel gesessen, hätte ihr die Freiheit in Aussicht stellen können.

Der Täter stellt ja auch erst die Situation her und hört dann still mit.
Für mich ist es eher so dass da schon ein Engel aus dem Jenseits anruft, der ohne jede echte Chance auf ein Happy-End blieb.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gaston hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 03:22:48 Naja aus Tätersicht kann das alles nur Scheisse labern lassen gewesen sein. Aufs Stillhalten abzielend..
Naja, wenn der Täter da irgendwie Interesse daran gehabt hätte was sie sagt (außer dass sie nichts "ausplaudert", natürlich), dann wäre doch eine Ankündigung mit größerem Zeitrahmen (bald, in ein paar Tagen, nächste Woche) doch weit sinnhafter gewesen, wenn damit Stillhalten/Beruhigung beabsichtigt gewesen wäre - etwa so, wie es beim ersten Anruf den Anschein hat (vorgegebener Inhalt, Ankündigung nur "bald"). Völlig egal, ob man dann trotzdem täglich anruft oder nicht.
Und wenn er sie einfach hat labern lassen, warum sollte dann Frauke so konkrete zeitnahe Ankündigungen machen?
Man muss sich halt überlegen - ein Täter, der sie mit einer Tatabsicht initiativ abgegriffen und (notwendigerweise) in irgendeiner Weise zur Motiverfüllung missbraucht hätte (fortgesetzt, sonst wäre sie nicht so lang am Leben geblieben), der hätte ihr doch nicht glaubhaft vermitteln können, dass sie "danach" wieder freikommen würde. Ich meine, Frauke war doch nicht dumm, naiv oder nicht in der Lage, Menschen nach ihrem Tun und Lassen einschätzen zu können. Klar mag sich ein Opfer in so einer Situation auch verzweifelt an die Hoffnung eines irgendwie guten Ausgangs klammern wollen, aber das ist dann doch ganz dünnes Eis an der Oberfläche maximaler Verzweiflung. ME völlig unwahrscheinlich, dass Frauke da tagelang bis Sonntag in der Lage gewesen wäre zu telefonieren, ohne dass Chris (und Frank) etwas von Verzweiflung, Panik, Todesangst in ihrem Auftreten mitbekommen hätten, ihr "komme heim" wie eine Ankündigung und nicht wie der beschwörende Ausdruck verzweifelter Hoffnung geklungen hätte. Eine Frauke in so einem mentalen Zustand haben wir durchaus, aber eben erst am Dienstag. Bezeichnenderweise macht sie DA keine Ankündigung einer Heimkehr mehr - weil (nach meiner Hypothese) sie da auch nicht mehr hinreichend zuversichtlich davon ausgeht. Das "Klammern daran als letzte Hoffnung" in meinen Augen der Grund, warum sie dennoch durchgehend versucht, die Regel "nichts verraten" aufrecht zu erhalten, die Ausrutscher und der völlig anderweitige Gesamteindruck da ihrer schlechten psychischen Verfassung geschuldet. Eine Frauke in einem Tatszenario mit fortgesetzter Misshandlung (welcher Art auch immer) zur Motiverfüllung und ohne plausible Aussicht auf Freilassung wäre mMn bereits ab dem ersten, maximal zweiten Anruf so derangiert aufgetreten, hätte keinesfalls noch nach fünf Tagen einen hinreichend sortierten und großenteils unauffälligen Eindruck am Telefon gemacht.
Gaston hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 03:22:48 Ich tu mich schwer damit zu sagen, der Täter war da in etwas hinein gestolpert, aus dem er nicht mehr unbescholten raus kam, im Grunde war ja alles nur ein großes Versehen. Da es sich in diesem Fall um eine klassische Entführung handelte, ohne Erpressungsversuch, fällt kleinkriminelle Gier schon mal weg.
Dass die aber dasselbe wollten, auch ab einem gewissen Punkt, halte ich für gewagt gesprochen, in Anbetracht der groben Freiheitsberaubung. Wie gesagt, wenn man sich den Kerl als Lebensmüden vorstellen mag, kann er Frauke mit seinem Suizid und ihrem sicheren Tod bedroht haben. Spieltheoretisch hätte sie so immer mehr zu verlieren gehabt, und er wäre am längeren Hebel gesessen, hätte ihr die Freiheit in Aussicht stellen können.

Der Täter stellt ja auch erst die Situation her und hört dann still mit.
Für mich ist es eher so dass da schon ein Engel aus dem Jenseits anruft, der ohne jede echte Chance auf ein Happy-End blieb.
Betrachtet man das im Nachhinein mit bekanntem Ausgang und in einer wertenden Außenperspektive, erscheinen solche Handlungsentscheidungen und postulierte Situationswahrnehmungen als deren Grundlage recht wahnwitzig, klar. Aber aus der Sicht eines solchen Täters in der Situation, der den Ausgang selbst noch nicht kennt? Jemand baut Scheiße, eine andere Person ist betroffen/involviert/Zeuge und wird es aller Voraussicht nach umgehend weitererzählen/anzeigen. Die hindert man spontan erstmal am Gehen, versucht die Sache irgendwie zu "klären". Und wenn da jetzt große Angst oder gar Panik vor den Folgen handlungsleitend ist, wird das zur Einbahnstraße. Dann kommt nach kurzer Zeit noch der Entführungsvorwurf und die diesbezüglich drohende Strafverfolgung hinzu.
Natürlich ist das extrem, aber eine "menschlich plausible" Genese, die sich mit den Anrufen letztlich weit besser deckt als alles andere, was ich hierzu bisher gehört/gelesen habe.

"Dasselbe wollen" natürlich nicht im Sinne eines partnerschaftlichen Handelns auf Augenhöhe. Aber in meiner Hypothese haben beide zunächst den gleichen Ausgang der Situation im Blick, Fraukes Freilassung. Abgesehen von der Freiheitsberaubung findet kein aktives motivbezogenes Tathandeln gegen Frauke statt, das man ansonsten doch voraussetzen müsste.
Hybla_Valley

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 08:35:08 Abgesehen von der Freiheitsberaubung findet kein aktives motivbezogenes Tathandeln gegen Frauke statt, das man ansonsten doch voraussetzen müsste.
Wie ist denn die Freiheitsberaubung deiner Meinung nach anfangs überhaupt entstanden ?
Warum kommt es überhaupt zur Freiheitsberaubung - wenn sexuelle Übergriffe nicht der Grund gewesen wären ?
Was danach passiert sein könnte, hast du ja sehr nachvollziehbar geschildert ....
Gaston

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Ich denke wir sind uns einig, dass jemand bei ihr war, als sie telefonierte. Dieser Jemand war sich sicher genug,
a) nicht verraten zu werden
b) sich nicht zu verraten.
Sie war also nie alleine, und es war wichtig nichts falsches zu sagen. Das Richtige, so wie sie es sagen sollte, waren die aneinander gereihten leeren Versprechungen/Beschwichtigungen und ansonsten sollte sie alles rigoros überhören oder verneinen.

Ihr Bruder war sicherlich eine Art väterliche Figur für Frauke. Als er anrief, hat sie sich ihm nicht anvertraut. Sie muss in großer Angst gewesen sein. Und war somit loyal dem Begleiter gegenüber, vielleicht deshalb tags darauf ein Freilassversuch, der aber abgebrochen wird. Na möglich wär's.
Man wünscht sich ja geradezu dass in so einer Situation der große Bruder nach einem hört, und dann sitzt man aber dermaßen tief in der Patsche, dass man sich nicht helfen lassen kann. Das war am Freitag um 23 Uhr.

Der erste Anruf klingt wie der Auftakt eines unfreiwilligen Fortbleibens, nur dass es nicht explizit ausgesprochen wird, oder? Man ist aber zurecht alarmiert. Die weiteren Botschaften lauten sie sind in Paderborn, 3x das, sie kommt heute nach Hause. Das ist entweder nur Mist, den sie wiederholt aussenden soll, um Zeit zu schinden oder warum sonst soll es all die Abende/Tage nicht geklappt haben, sie zurück zu bringen? Das wäre doch der einfachere Part dieser Übung gewesen. Der Täter kann sich dieser Masche bedient haben, das Eigentliche nur in Aussicht zu stellen. Durch den telefonischen Kontakt fühlte es sich ganz nahe und real an, war aber nie der Plan.


Und sie klingt während beinahe all dieser Telefonate auch schwach bzw benommen und instruiert. Eben, man begreift den reinen Zweck schwer, sind die Transkripte nun botschaftsfrei und die Gespräche dienten rein als Lebenszeichen und tun nur so als ob oder enthalten sie doch Hinweise? 3x Paderborn Standortdurchgabe, 3x Mama, sie kann etwas erklären, wenn sie nicht zu spät nach Hause kommt...
Was hätte denn geschehen müssen, dass sie nach Hause durfte? Am besten noch heute, um 22-23 Uhr...
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 10:47:20 Wie ist denn die Freiheitsberaubung deiner Meinung nach anfangs überhaupt entstanden ?
Warum kommt es überhaupt zur Freiheitsberaubung - wenn sexuelle Übergriffe nicht der Grund gewesen wären ?
Was danach passiert sein könnte, hast du ja sehr nachvollziehbar geschildert ....
Eine "Meinung" habe ich dazu nicht.
Zu dem Schluss, dass ich eine derartige Konstellation und Motivlage für klar wahrscheinlich halte, komme ich beim Blick auf die Anrufe im Gesamten wie im Detail. Die Auseinandersetzung mit anderen Hypothesen (eigene wie auch viele von anderen) hat da "keine würdige Konkurrenz" geliefert, könnte man sagen. Aber das ist auch nur meine Wahrnehmung - die ich halt versuche, nachvollziehbar darzulegen und da Evidenz aufzuzeigen, wo ich welche sehe.

Über die Art des Anlasses (unter Annahme dieses Szenarios) sagen die Anrufe nichts aus. Die Ablagesituation zeigt in diesem Punkt nur, dass Frauke keiner ernsthaften körperlichen Gewalt ausgesetzt war und sich auch an keiner Stelle massiv körperlich gewehrt hat (etwa auch der unbedingte Versuch, aus einer Fesselung herauszukommen). Sowas hinterlässt Spuren an Knochen, Gelenkknorpel und Sehnenansätzen die bestehen bleiben, wenn die Person wenige Tage darauf stirbt und kein weiterer Heilungsprozess stattfindet. Allein der fehlende Zahn, aber darauf lässt sich nichts bauen. Der kann gut auch etwa beim Einladen der Leiche in den Kofferraum oder so ausgeschlagen worden sein. Die Kleidung war an der Leiche, und abgesehen vom stattgefundenen Tierfraß (anzunehmend Schwarzwild) scheint sie nicht erkennbar beschädigt gewesen zu sein, zumindest gibt es keine derartige Information.
Und außer Anrufen und Ablage haben wir nichts.

Also wie gesagt, da habe ich keine "Meinung" zum Anlass, weil ich nichts habe, was darauf Rückschlüsse zuließe. Natürlich kann ich Möglichkeiten umreißen, die mir in den Sinn kommen, ohne abschließend sagen zu können, dass es dann auch eine davon gewesen sein müsste.

Die Story vom "Pünktchenmann" (die so auch vorher schon als Hypothese existierte, natürlich) fällt da natürlich als erstes ein. Annäherungsversuch, sie lehnt ab, zeigt dabei vielleicht auch etwas Belustigung oder so, vielleicht auch nicht. Er jedenfalls frustriert, enttäuscht, vielleicht gekränkt, ist vielleicht auch enttäuscht und fühlt sich erniedrigt, weil er vorher einen guten, zwanglosen Umgang mit ihr hatte (Arbeitskollege?) und sich echt Hoffnung gemacht hatte, dass da bei der freundlichen und unkompliziert wirkenden Frauke mehr drin sein könnte. Wie auch immer, ihm zieht ihre Ablehnung den Stecker, er reagiert spontan aggressiv, schlägt sie ins Gesicht, vielleicht verliert sie sogar da ihren Schneidezahn.
Ihm ist der "Klärungsbedarf" sofort klar, bevor sie wieder gehen kann. Und Frauke? Viele Menschen und gerade Frauen berichten davon, dass sie nach einer unvermittelten Gewalterfahrung gegen sich erstmal handlungsunfähig, überfordert, wie gelähmt waren. Fassungslosigkeit und unmittelbarer Verarbeitungsbedarf, der aber unter Schock nicht unmittelbar geleistet werden kann. Ob der Täter da, wie es der "Pünktchenmann" erzählt hat, los- und umhergefahren ist (Raum Nieheim...) "um nachzudenken" und sie natürlich für die Klärung mitgenommen hat, oder ob da bereits das länger als nur unmittelbare nicht Gehenlassen die Zielsetzung war, unerheblich. Und war man dann erstmal in der Pampa (Raum Nieheim, mal auf der Karte anschauen...), dann ist das zwar nur einige Minuten Fahrt aus PB raus, gleichzeitig aber für Frauke schon faktische Gefangenschaft - nachts, Handy leer (sowieso stellenweise dort kein empfang, bis heute), und er ist derjenige mit dem Auto.

Die Geschichte könnte sich aber auch von vornherein "da draußen" abgespielt haben. Man beschließt, noch schnell zum Mecces in Bad Driburg zu fahren, er fährt eine Strecke "durch die Pampa" (über Altenbeken) und hält irgendwo unterwegs an einer unfrequentierten Stelle praktisch im Nirgendwo an für einen Annäherungsversuch in der Hoffnung, dass sie drauf eingeht. Dann bräuchte es das Losfahren mit ihr nach dem Schlag ins Gesicht oÄ erstmal gar nicht.

Alternativ könnte Frauke auch auf einen Bekannten getroffen sein, und dann kam wer vorbei und hat den angequatscht so dass z.B. ihr klar wurde, dass der Drogen vertickt. Mal abgesehen von der eigentlichen Strafbarkeit, für jemanden im medizinischen oder sozialen Arbeitsfeld bedeutet eine BtmG-Verurteilung praktisch ein Berufsverbot.

Oder er war ein ganz Schlauer, hat Frauke irgendwas von seinen kriminellen Machenschaften (Drogen, Medikamentendiebstahl, oder auch ganz was anderes) erzählt um bei ihr Eindruck zu schinden. Als sie negativ und vorwurfsvoll reagiert, vielleicht sogar mit Anzeige droht, haben wir wieder die Schlüsselsituation. Selbst wenn er bei seiner Angeberei übertrieben haben sollte, eine Meldung beim Arbeitgeber (KH, wenn Arbeitskollege) oder auch "kleinere Brötchen", die bei einer Ermittlung zutage kämen, würden als Grund reichen.

Oder man ist zu Mecces oder sonstwo hingefahren, hat wen angefahren und Fahrerflucht begangen. Da war im Nachgang nichts Passendes zu finden, aber über 15 Jahre danach sind da auch nur noch die schweren Unfälle auffindbar, und auch die wohl nicht vollständig.


Die Geschichte mit dem gescheiterten Annäherungsversuch erzählt sich natürlich recht gut und ist auch zuvor schon recht gut erzählt worden, deswegen steht die ganz oben und hat den längsten Text. Aber wie gesagt, da gibt es keine Anhaltspunkte genau dieses für zutreffend und jenes für unplausibel zu halten.

Was einem noch auffallen kann:
Nicht wenige der hier vorgebrachten Hypothesen beginnen mit dem Tatverdacht gegen eine konkrete Person, meist aus dem Reigen der allseits bekannten (teils weiteren, mittelbaren) Umfeldpersonen. Dann folgt eine umfangreiche Geschichte, die in aller Regel nicht ohne erhebliche Zuschreibungen und Unterstellungen auskommt, um ein hinreichendes Motiv zu konstruieren und die entweder mit Mühe oder aber viel Phantasie im Bezug auf plausibles Täterhandeln die Anrufe irgendwie plausibel einzubinden versuchen.
Festzuhalten ist, dass das ein völlig anderer Ansatz, eine andere Herangehensweise ist. Ich gehe nicht von einem Tatverdacht gegen eine bestimmte Person aus und versuche dann, die Tat argumentativ "nachzuweisen". Ich schaue stattdessen auf das, was da ist, und mache mir einen Reim drauf - wenn dabei am Ende keine Person und keine Beweisbarkeit rauskommt, dann ist das so. Mein Ansatz mag vor einer Lösung (oder Lösbarkeit) enden, aber mal so gesagt, alle anderen Ansätze haben in den letzten 20 Jahren nun auch nicht mehr erreicht.

Im Grunde nehme ich die Anrufe als das, was sie vordergründig(!) waren:
Wenn Frauke in soweit unauffälligem Auftreten Fr/Sa/So (jedenfalls scheint es da keinen anderen bemerkenswerten Eindruck gegeben zu haben) und anscheinend selbst formulierend ihre baldige Heimkehr ankündigt, dann ist plausibel, dass sie auch genau davon zumindest als Möglichkeit/Perspektive ausging.
Wenn die täglichen Anrufe das Umfeld irgendwie beruhigten (mehr als wenn man nichts von ihr gehört hätte jedenfalls), dann war das vielleicht ein Motiv für die Anrufe: Die anderen (v.a. Familie, Chris) sollten sich keine so großen Sorgen machen. Wäre für eine Frauke, die ein paar Tage weg ist und weiß, dass erheblich nach ihr gesucht wird, jedenfalls Grund genug, sich melden zu wollen.
Und dass das Umfeld während dem "Wegsein" beruhigt wurde, wäre doch im Falle einer Rückkehr ohne Absicht, die genauen Umstände zu erklären, ausgesprochen hilfreich. In wieweit dagegen das Anruf-Bohei sinnhaft gewesen wäre, wenn sie eh nicht zurückkommt, da brauchts dann wieder jede Menge annahmen und Spekulationen, um das irgendwie zu motivieren.
Gaston

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gaston »

Gast hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 12:27:54 Die Geschichte mit dem gescheiterten Annäherungsversuch erzählt sich natürlich recht gut und ist auch zuvor schon recht gut erzählt worden, deswegen steht die ganz oben und hat den längsten Text. Aber wie gesagt, da gibt es keine Anhaltspunkte genau dieses für zutreffend und jenes für unplausibel zu halten.
"Date" sagt aber ab, und ansonsten bleibt die Information jene, dass sie müde war, kein Geld, kein Akku hatte, es 23 Uhr war, sie tags darauf raus musste, wie immer.
Was anderes wäre es gewesen, wenn sie mitten beim Ausgehen vielleicht am Wochenende Annäherungsversuche verweigerte oder erwiderte. Dann wären plausiblere Anhaltspunkte möglich, so wollte sie de facto einfach nur nach Hause. Nur kam sie nicht bis dorthin bzw. wir wissen es nicht.
SAFIA
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von SAFIA »

Es ist menschlich verständlich, dass man an " eine aus dem Ruder gelaufene Situation " als Ursache für die Ermordung von F. annimmt.
Aber die vermutlich häufigste Ursache einer Sexualstraftat ist eiskalte Berechnung und/oder eine sexuelle Perversion. Selbst wenn F. die Identität des Täters nicht gekannt hätte, wäre eine Freilassung für den Täter zu riskant gewesen und deshalb wurde sie ermordet. Ungewöhnlich ist nur, dass er F. so lange leben liess.
Unter der Annahme, dass F. denTäter gekannt hat (wie allgemein angenommen wird), wäre nach einer Freilassung eine Identifikation sicher gewesen und das galt es zu verhindern.
Warum das lange Überleben von F.? Vermutlich nicht Empathie ,wie man gerne annimmt ,sondern vielleicht ist beim Täter nur ein "Zeitfenster" (Urlaub, Nachdienstkompenstion,Krankheit,etc.) vorhanden gewesen ,in dem er seine Phantasien (eventuell sogar geplant )hat ausleben können, wohl wissend ,dass am Ende F. getötet wird, weil er wieder in sein soziales Umfeld zurückkehren muss.
Beispielhaft wie solche Täter "ticken" ist Philipp G., ein Assistenzarzt, welcher sich im Klinikum Bethel ( in Bielefeld ) über eine längere Zeit unter einem Vorwand in der Nacht zu Patientinnen begeben hat, sie mit Propofol betäubt und vergewaltigt hat. Zudem wurden die Übergriffe jeweils noch gefilmt.
Erst das Auffinden einer leeren Propofolflasche im Bett einer Patientin , hat zur Überführung und Festnahme des Täters geführt, welcher sich in der Haft dann suizidiert hat.
Da wir aber rein gar nichts über den Täter wissen, bleibt alles nur reine Spekulation.
Hybla_Valley

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hybla_Valley »

SAFIA hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 13:28:43 Beispielhaft wie solche Täter "ticken" ist Philipp G., ein Assistenzarzt, welcher sich im Klinikum Bethel ( in Bielefeld ) über eine längere Zeit unter einem Vorwand in der Nacht zu Patientinnen begeben hat, sie mit Propofol betäubt und vergewaltigt hat. Zudem wurden die Übergriffe jeweils noch gefilmt.
Erst das Auffinden einer leeren Propofolflasche im Bett einer Patientin , hat zur Überführung und Festnahme des Täters geführt, welcher sich in der Haft dann suizidiert hat.
Da wir aber rein gar nichts über den Täter wissen, bleibt alles nur reine Spekulation.
"Mich kriegt man nicht mehr ins Krankenhaus (...) ... weil ich sehe, dass das alles nur noch unter den Teppich gekehrt werden soll."
(ein Opfer von Philipp G., Assistenzarzt in der Neurologie)

Die Tagesschau berichtete im September 2025 über die Anklageerhebung gegen den Chefarzt, einen ehemaligen Oberarzt
und den Pflegedienstleiter des Klinikums wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen,
da Hinweise auf unindizierte Sedierungen ignoriert worden sein sollen.

Vielleicht wird im Fall Frauke Liebs ja auch 'etwas ignoriert' und unter den Teppich gekehrt ....
Gaston

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 14:16:53
Vielleicht wird im Fall Frauke Liebs ja auch 'etwas ignoriert' und unter den Teppich gekehrt ....
Ja wenn man die Google-Ki zum Beispiel bezüglich stationierter Soldaten in Paderborn ausquetscht, könnte man meinen, die Lage war angespannt. Um die Zeit als das Spiel endete mussten die Soldaten zB alle zeitig zurück in die Kasernen, interessant bezüglich Mitnahmemöglichkeit. Auch die britische Militärpolizei war auf den Strassen.
Da die Telefonate aus wechselnden Regionen kamen (u.a. Nieheim), die perfekt zu den Bewegungsmustern und Übungsgebieten von Soldaten passten, prüfte die Polizei auch britische Staatsbürger und Angehörige der Streitkräfte.
Hybla_Valley

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gaston hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 15:47:07 Ja wenn man die Google-Ki zum Beispiel bezüglich stationierter Soldaten in Paderborn ausquetscht, könnte man meinen, die Lage war angespannt. Um die Zeit als das Spiel endete mussten die Soldaten zB alle zeitig zurück in die Kasernen, interessant bezüglich Mitnahmemöglichkeit.
Und wie soll man in einer Kaserne unbemerkt eine Person eine Woche lang festhalten ?
Nicht sehr plausibel, oder ?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 16:02:56 Und wie soll man in einer Kaserne unbemerkt eine Person eine Woche lang festhalten ?
Nicht sehr plausibel, oder ?
Das. Und einfach so eingestiegen wäre sie bei dem doch auch nicht.
Es muss Irland gewesen sein, den mindestens kannte.
Gaston

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 16:02:56
Und wie soll man in einer Kaserne unbemerkt eine Person eine Woche lang festhalten ?
Nicht sehr plausibel, oder ?
Nicht in der Kaserne, keine Ahnung, in Verstecken oder im Fahrzeug, in einer Wohnung in Nieheim, abgelegenes von der Armee (un)genutztes Areal. Warum denn keine Briten, wie kommst du zu deinem Schluss, was spricht noch dagegen? Findest du nicht auch zum Beispiel dass die Vorgehensweise auf militärische Vorkenntnisse und eine betriebsame Mobilität hinweisen könnte? Der Pub war fest in englischer Hand.

Ich halte das dreimalige Mama und bin in Paderborn evt. für Hinweise auf die 3 Kasernen, aber weiss man nicht.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 16:02:56 Und wie soll man in einer Kaserne unbemerkt eine Person eine Woche lang festhalten ?
Nicht sehr plausibel, oder ?
Nicht in einer Kaserne.
Soldaten, die sich länger verpflichtet hatten, lebten teilweise außerhalb der Kasernen in der sog. "englischen Siedlung" im Bereich der Raabestraße, Arndtstraße, Uhlandstraße, alles Seitenstraßen der Benhauser Straße.
Dort gab es Reihenhaussiedlungen für die britischen Soldaten aber für die höheren Dienstgrade auch einzelstehende Häuser.
Hybla_Valley

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gaston hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 17:16:03 Warum denn keine Briten, wie kommst du zu deinem Schluss, was spricht noch dagegen?
Weil sie wahrscheinlich nicht zu Fremden ins Fahrzeug gestiegen wäre ...
Und weil der Täter - meiner Meinung nach - die Stelle, wo Frauke gefunden wurde, gut kannte.
Ausserdem glaube ich kaum, dass es beim Britischen Militär für so eine Tat genug freie Zeit gäbe.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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SAFIA hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 13:28:43 Es ist menschlich verständlich, dass man an " eine aus dem Ruder gelaufene Situation " als Ursache für die Ermordung von F. annimmt.
Aber die vermutlich häufigste Ursache einer Sexualstraftat ist eiskalte Berechnung und/oder eine sexuelle Perversion. (...)
Wer redet von einer Sexualstraftat?

Klar, wenn einer Frauke als junge Frau gezielt abgegriffen/festgesetzt hätte, um dann erst gemäß gegebenenm Motiv "in Aktion" zu treten, dann sind sexuelle Handlungen bzw. in sexuellen Handlungen ausgedrückte Machtausübung ein statistisch sehr nahe liegendes Motiv. Und da stimme ich dir voll zu, da wäre mit berechnendem Handeln und ihrem von vornherein eingeplanten Tod jedenfalls zu rechnen.

Aber wenn wir von der Möglichkeit reden, dass der überhaupt keine sexuell übergriffige Absicht hatte, jedenfalls nicht in strafrechtlichem Rahmen, sondern auf eine Ablehnung bei einem Annäherungsversuch spontan aggressiv reagiert hat und dann aus Angst vor den Folgen sie erstmal nicht gehen lässt, sondern das erst mit ihr "klären" will - dann reden wir bei dem Festhalten und dem sich in diesem Szenario entwickelnden Verlauf doch gar nicht von einer Sexualstraftat.
Der Anlass könnte da gut so etwas gewesen sein, die Erzählung ist eingängig. Aber für das, worüber man anhand Telefonaten (und Ablage) an der Stelle wirklich nachdenken und reden kann, spielt es im Grunde gar keine Rolle, ob es nun dieser oder jener Anlass gewesen wäre.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Samstag, 07. November 2026, 18:12:12 Ausserdem glaube ich kaum, dass es beim Britischen Militär für so eine Tat genug freie Zeit gäbe.
Auch beim Militär gibt es Feierabend, Wochenende und Urlaubstage.
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