MORDFALL LIEBS -- Diskussion
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Trucrime89
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit ihr im Wohnmobil unterwegs war. Mit dem Wohnmobil die Leiche zum Totengrund zu bringen, wäre zu riskant gewesen.
Wenn ich als Täter meine Gelüste in einem solchen Ausmaß ausleben wollte, würde ich mir keine selbstbewusste 21-Jährige als Geisel nehmen.
Es bleibt also nur noch ein persönliches Motiv übrig. Und ich denke sogar was sehr traurig für die Polizei wäre, dass jemand von hier, der von Anfang an dabei war, durch gezielte Fragen ihn ins Wanken hätte bringen können.
Wenn ich das richtig verstanden habe, wird N. Alibi durch A. bestätigt, der lediglich fünf bis zehn Minuten von der Polizei vernommen wurde?!?
Quelle: Stern – der neue Bekannte.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass A. wirklich glaubt, er sei an diesem Tag mit N. unterwegs gewesen, obwohl es in Wirklichkeit ein anderer Tag war.
Wenn ich als Täter meine Gelüste in einem solchen Ausmaß ausleben wollte, würde ich mir keine selbstbewusste 21-Jährige als Geisel nehmen.
Es bleibt also nur noch ein persönliches Motiv übrig. Und ich denke sogar was sehr traurig für die Polizei wäre, dass jemand von hier, der von Anfang an dabei war, durch gezielte Fragen ihn ins Wanken hätte bringen können.
Wenn ich das richtig verstanden habe, wird N. Alibi durch A. bestätigt, der lediglich fünf bis zehn Minuten von der Polizei vernommen wurde?!?
Quelle: Stern – der neue Bekannte.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass A. wirklich glaubt, er sei an diesem Tag mit N. unterwegs gewesen, obwohl es in Wirklichkeit ein anderer Tag war.
Wann wird er kommen, der gesetzliche Feiertag "Tag der Befreiung von rechter Ideologie"?
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Trucrime89
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“
A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.
Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.
Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
Wann wird er kommen, der gesetzliche Feiertag "Tag der Befreiung von rechter Ideologie"?
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Gast_
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Andy erzählt nur von den damaligen Ereignissen ( kann man glauben oder nicht glauben). jeden ausgesprochenen Satz überinterpretieren damit es in eine Täterschaft von Nils reinpaßt ist Vorverurteilung. Stell bitte deine persönlichen Mutmaßungen nicht als Tatsachen dar, das führt schnell zu Mißverständissen.Trucrime89 hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. März 2026, 09:37:27 A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“
A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.
Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
Warum wird in diesem Forum das Anprangern von Nils neuerdings geduldet? Der Ermittlungsstand ist seit Jahren unverändert. Die ehemaligen Verdächtigen Chris, Nils und Andy sind außen vor. Möchte mir das jemand näher erklären?
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Miwei
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Im näheren Umfeld gäbe es auch noch weibliche Personen,die mit entsprechender Mithilfe (männlich) aus Eifersucht als Tatmotiv die Entführung und Tod von F.L
verursacht haben.
verursacht haben.
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Trodat5203
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ich finde das ebenfalls merkwürdig. "egal wer da vor der tür steht" das zeugt von hoher Loyalität, andererseits schwächt er im nächsten Satz diese absolute Aussage wieder ab, indem er sagt " ich bin quasi der Zeuge"Trucrime89 hat geschrieben: ↑Sonntag, 01. März 2026, 09:37:27 A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“
A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.
Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
sɹǝpuɐ lɐɯ ǝƃuıp ǝıp ǝʇɥɔɐɹʇǝq
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Gast7469
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Hier noch mal ein paar weitere Gedanken von mir in gewohnter Ausführlichkeit u.a. zu den Kontaktaufnahmen.
Ein paar dutzend Seiten zuvor hatte sich ein User gewundert, wieso alle gleich so alarmiert waren, nur weil Frauke nicht nach Hause gekommen war, und fand das ungewöhnlich, bis hin zu verdächtig, im Sinne von vielleicht hatte Frauke zuvor Probleme (z.B. psychischer Art) geäußert und alle hatten Angst, sie würde sich was antun. Das glaube ich nicht, aber ungewöhnlich finde ich die schnelle Reaktion auch. Wäre ich mit 21 so urplötzlich verschwunden wie Frauke, wäre das entweder niemandem aufgefallen oder es wäre jemandem aufgefallen, aber es hätte niemandem sonderlich gejuckt. Selbst meine Mutter hätte sich wahrscheinlich erst nach einer Woche gewundert, warum ich mich nicht mehr melde, und erst noch ne Woche wäre sie vielleicht zur Polizei und mitnichten wäre sie so hartnäckig gewesen wie Fraukes Mutter- aber gut vielleicht tue ihr da auch unrecht.
Wie die Suche nach Frauke begonnen hat, alle in Alarmstimmung - Frauke ist nicht nach Hause gekommen letzte Nacht, niemand weiß wo sie ist, - das Rumtelefonieren, der zeitige Gang zur Polizei, die Suchplakate - das ist beispielhaft, so sollte das immer ablaufen. Aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden normal, denn nicht jeder ist so beliebt wie Frauke, hat so viele gute Freunde, so eine enge Bindung zur Mutter. Für jemanden, der nicht so ist und lebt wie Frauke, ist das eine andere Welt.
Ich glaube, dass auch der Täter jemand war, der ganz anders war als Frauke, der nicht damit gerechnet hat, dass auf Fraukes Verschwinden schon so zeitig so eine enorme, für ihn unverhältnismäßige Aufruhr erfolgte. Für mich ist sicher, dass er vor allem durch die öffentlichen Meldungen im Radio und im Internet aufgeschreckt wurde, dass die Polizei bereits informiert ist und sucht, und ihm schlagartig bewusst wurde, dass er hier ein Verbrechen begeht, welches für ihn nicht ohne Strafe bleiben wird, gesellschaftliche Ächtung inklusive.
Dass er nicht damit gerechnet hat, ist für mich ein Indiz dafür, dass der Täter Frauke nicht kannte. Wenn er sie kannte, oder überhaupt schon mal mit ihr Kontakt hatte, hätte er schon durch ihr Verhalten -extrovertiert, gesprächig, gut vernetzt, viele Kontakte, geht gern aus - gemerkt, dass sie niemand ist, deren Verschwinden lange unbemerkt bleiben würde. Aber ich schließe eine geplante Tat eh nahezu aus.
Dasselbe gilt für Frau Liebs. Ja, es geht um ihre Tochter, dennoch finde ich Frau Liebs überdurchschnittlich hartnäckig, interessiert engagiert und das ist sie im Fall ihrer ermordeten Tochter ja auch bis heute. Den Dingen auf den Grund gehen, nicht passiv bleiben, sich nicht abwimmeln oder einschüchtern lassen - diese Charakterzüge wird sie nicht erst mit dem Verschwinden ihrer Tochter gezeigt haben. Ich glaube, dass der Täter auch Frau Liebs nicht kannte bzw, wenn er von ihr gehört hat (immerhin war sie Schuldirektorin des Gymnasiums in Bad Driburg) wusste er zum Zeitpunkt des Zustiegs in sein Auto nicht, dass Frauke ihre Tochter ist. Es gibt ja Leute, die glauben, die "Entführung" von Frauke zielte hauptsächlich darauf ab, Frau Liebs zu treffen, an ihr Rache zu nehmen. Das glaube ich nicht.
Ich schrieb schon einmal, dass beide - Frauke und der Täter- sich auf den Plan geeinigt haben könnten, dass Frauke freigelassen wird unter der Bedingung, dass sie keine Anzeige stellt und Stillschweigen über die Identität des Täters bewahrt, damit dieser unbehelligt davon kommt.
Frauke hätte allen Zuhause sagen können: Ich war die ganze Zeit in Paderborn. Ich war nicht freiwillig weg, aber ich habe das geklärt mit demjenigen. In Nieheim und Umgebung war ich definitiv nie, ich war die ganze Zeit in Paderborn.
Der Täter hatte nur Fraukes Wort, aber er hatte keine Sicherheit. Er musste befürchten, dass sie einknicken würde vor ihren Eltern und Freunden. Jemand wie Fraukes Mutter hätte sehr wahrscheinlich darauf bestanden, dass Frauke nicht den Täter schützt, sondern zur Polizei geht, den Täter anzeigt und mithilft, dass die Polizei ihn findet.
Auch die Polizei hätte sagen können: Sorry, wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der junge Frauen tagelang festhält. Aber ein erfolgreiches Ergreifen wäre von Fraukes Unterstützung abhängig gewesen. Ohne Frauke als überlebende Zeugin hätte die Polizei den Täter nicht gefunden. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Denn Frauke hat nicht überlebt, konnte nicht erzählen und der Täter läuft bis heute frei rum.
Der Täter wird gut aufgepasst haben, dass Frauke, während er sie gefangenhielt, nichts Relevantes über ihn erfuhr. Zwar wird Frauke eine Menge anhand seines Verhaltens und Auftretens über ihn erfahren haben, dennoch bin ich sicher, dass sie nicht seinen Nachnamen wusste, wo er arbeitet und wo genau er wohnte Straße Hausnummer und Ort bzw wo er sie gefangenhielt. Mit Fraukes Hilfe wäre die Polizei aber sehr wahrscheinlich auf ihn gekommen.
Ich glaube, dass der Täter zusätzliche Sicherheit forderte. Bevor er Frauke freilässt, wollte und brauchte er die öffentliche Meldung, dass die Polizei Nieheim und Umgebung als Festhalteort ausschließt und sich die Suche jetzt allein auf Paderborn konzentriert. Deswegen wurden gezielt Fahrten in mehrere Funkzellen Paderborns unternommen, aus denen Frauke C anrufen sollte. Mögliche Gründe, warum sie nur C kontaktierte, wurden ja schon in sämtlichen Interviews genannt u.a. weil er fast immer erreichbar war. Und ich glaube, er wurde auch deshalb kontaktiert, weil der Täter am Beispiel der SMS, die 0.49 Uhr aus der Funkzelle Nieheim Entrup raus ging, sehen konnte, wie gut die Informationsweitergabe funktionierte. Anhand einer harmlose SMS an C konnte die Polizei in Erfahrung bringen, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Versendens befunden hat, und diese Information gelangte von der Polizei ins Internet und ins Radio. Und diesen Informationsweg wollte man schließlich noch einmal nutzen. C war nur der, an den die Informationen herangetragen wurden, der sie weitergeben sollte.
Desweiteren glaube ich, dass der Täter spätestens ab Donnerstagabend mit der Radiomeldung es nicht mehr wagte, Fraukes Handy anzuschalten. Nicht nur aus Sorge, dass gerade in dem Moment Anrufe und SMSen eingehen könnten. Ich glaube, was ihm am meisten Angst machte, war, ob die Polizei noch zu ganz anderen Dingen fähig war, z.B die Möglichkeit hatte, das Handy sobald es an war, direkt zu orten oder nachträglich zu orten. Die meiste Panik hatte er mMn davor, dass jeden Moment eine Einsatzgruppe sein Wohnhaus stürmen könnte. Die Ungewissheit, was macht die Polizei, was wird im Hintergrund vorbereitet, dürfte ihm sehr zu schaffen gemacht haben. Ich glaube, nach dem Anruf am Donnerstag wurde Fraukes Handy erst wieder zum Freitagabend-Anruf an Ort und Stelle in Paderborn angeschaltet, um die SMS an C abzusenden. Danach blieb es noch ein paar Minuten an, so dass F kurz darauf anzurufen konnte. Danach würde es wieder ausgeschaltet. Der Täter hatte gar nicht die Möglichkeit länger ins Handy zu schauen und zu überlegen, wen man statt C sonst anrufen könnte.
Als Donnerstagabend das Radio meldet, dass Frauke vermisst wird und die erste SMS aus der Funkzelle Nieheim Entrup gesendet wurde, und der Schock erst mal verdaut war, überlegten beide, was man tun könnte. Erst einmal galt es ein Lebenszeichen zu senden, Eltern und Freunde zu beruhigen damit die Suchbemühungen sich nicht weiter ausweiten und die Polizei noch anfängt bestimmte Orte rund um/Nieheim zu filzen. Noch in derselben Nacht fuhr der Täter mit Frauke nach Paderborn, aber weit weg von der Innenstadt, Funkzelle Sennelager OT Dreihausen.
Frauke: „Hallo C, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und den anderen Bescheid."
Warum nicht nur Mama und Papa, die für die Vermisstenanzeige bei der Polizei verantwortlich sein dürften, sondern auch "den anderen"? Weil die anderen wahrscheinlich maßgeblich am Verteilen der Suchplakate beteiligt sein düften. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Täter diese Plakate gesehen hat.
Dass sie aus Paderborn anrief, erwähnte sie nicht. Ich glaube, dass es dahingehend auch keinen Druck vom Täter gegeben hat, da ich glaube, beide davon ausgingen, dass die Polizei ohnehin durch die Funkzellenauswertung erfährt, von wo aus sie anruft.
Man muss sich mal in die Situation hineinversetzen. Wir wissen, dass sie Polizei erst im Nachhinein aktiv die Daten anfordern muss. So etwas geht nicht sofort und von selbst. Aber ich glaube der Täter wusste das nicht. Und auch Frauke dürfte das nicht gewusst haben. Beide mussten davon ausgehen, dass die Polizei sofort oder sehr zeitnah erfährt, wenn ein Anruf oder eine SMS von Fraukes Handy abgesetzt wird und sofort weiß, aus welcher Funkzelle angerufen wurde. Alleine schon weil sie ein Interesse haben sollten, eine Vermisste zu finden und ein Verbrechen aufzuklären. Die Polizei hatte nur den Kontakt aus Nieheim Entrup öffentlich am Donnerstagabend im Radio, in der Zeitung und im Internet kommuniziert. Die Kontakte Donnerstag und Freitag wurden erst nach dem Wochenende der Familie/ Frau Liebs mitgeteilt. Die anderen bis einschließlich Dienstag erst Wochen später.
Frauke wird alles andere als überrascht gewesen sein, dass ihre Eltern die Polizei verständigt und ihre Freunden eine Suchaktion gestartet hatten. Nachdem sie und der Täter Donnerstagabend aus dem Radio erfuhren, das sie als vermisst gemeldet wurde und die Polizei nach ihr sucht, wird sie und auch der Täter geglaubt haben, dass die Polizei intensiv ermittelt (selbst wenn sie Lebenszeichen sendet), und weitere Meldungen zu ihrem Verschwinden und den Kontaktaufnahme von ihrem Handy aus im Radio, in der Zeitung und im Internet folgen würden. Gut möglich, dass auch falsche Vorstellungen zur Polizeiarbeit aus Film und Fernsehen da mit rein spielten. Nie wurden Lügen erzählt wie Ich nehme eine Auszeit, ich bin freiwillig weg, ich möchte nicht dass ihr mich sucht. Vielleicht weil beide wussten, dass niemand das glauben würde und weil es ja auch keine Option war. Frauke sollte ja gar nicht weg/ beim Täter bleiben, sie sollte zurück noch Hause, bloß der Täter sollte davonkommem.
Nach dem Anruf am Donnerstag wartet der Täter also den ganzen Freitag darauf, dass wie am Donnerstagabend im Radio oder Internet die Meldung kommt, dass die Vermisste aus einer Funkzelle in Paderborn angerufen hat. Da die Funkzellenauswertung nur eine einmalige Sache war, erfuhren weder die Polizei noch C und damit alle anderen, dass Frauke aus Paderborn angerufen hatte. Für den Kontakt am Freitag traute sich der Täter dann direkt nach Paderborn, vielleicht weil ihm tagsüber nirgends Polizeipräsenz aufgefallen war. Dieses Mal bekam Frauke die Anweisung in der SMS an C explizit zu erwähnen, dass sie sich in Paderborn befindet.
Ich komme heute nach Hause. Bin in Paderborn
Auch als ihr Bruder anrief, erwähnte sie Paderborn: Ich bin in Paderborn frag nicht ich komme nach Hause
Wenn es für den Täter wirklich eine Option war, Frauke Samstagabend freizulassen, dann wäre ein Anruf am Samstagnachmittag nicht mehr notwendig gewesen, sondern nur unnötig riskant. Entweder er hat nie beabsichtigt, Frauke an diesem Abend gehen zu lassen und sie nur anrufen lassen, um den Schein ihr gegenüber zu wahren, oder es gab einen anderen Grund für den Anruf.
Was ist, wenn der Täter (und auch Frauke) den ganzen Samstag darauf gewartet hatten, dass im Radio oder im Internet die Meldung kommt, dass die letzten 3 Kontaktaufnahmen aus Paderborn stammen, und bestenfalls die Polizei Nieheim als Aufenthaltsort abhakt und sich jetzt voll auf Paderborn konzentriert? Vielleicht auch ein freiwilliges Verschwinden nicht ausschließt.
Was ist, wenn der Tag verging und bis Mittag kam nichts, und der Täter und auch Frauke aber unbedingt bis zum Abend die Meldung der Polizei "brauchten", dass Nieheim raus ist, damit der Täter sich sicher fühlte und ihr Plan aufgeht? Ein weiterer Anruf war notwendig und der Täter gestattete Frauke diesen am Samstagnachmittag 14.23 Uhr, damit sie noch einmal ihre Heimkehr am Abend und mit Nachdruck Paderborn erwähnte. MMn war das der Grund für den Anruf, abweichend von den anderen Uhrzeiten - nicht die Arbeit oder weil er wo abends Fußball schauen wollte.
Frauke: „Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: „Bist du verletzt?"
Frauke: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."
Doch auch am Samstagabend blieb die ersehnte Meldung um Radio aus. Der Plan ging nicht auf und Frauke kam nicht frei.
Dann Sonntagnacht ein weiterer Anruf an C, neuer Versuch für Montag, aber der Täter machte nicht mehr mit.
Und wenn jetzt einer denkt, dann müssen der Täter und auch Frauke ja ziemlich ahnungslos und blöd gewesen sein. Ja vielleicht waren die ahnungslos, aber so zu Denken ist nicht blöd, sondern menschlich. Jemand, der nicht vom Fach ist oder sich beliest/ informiert, der weiß nicht, wie die Polizei arbeitet, wann sie Vermisstgemeldete sucht und wann nicht, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Die meisten Leute dürften Polizeiarbeit nur aus Film und Fernsehen kennen und aus Spannungsgründen werden da nicht die Hände in den Schoß gelegt.
Fur mich ist sicher, der Täter ist niemand, der die Kontaktaufnahmen genossen hat. Er hat sie nicht veranstaltet, um Frauke und ihre Angehörigen zu quälen, Macht auszuüben, zu dominieren oder allein aus Spaß an der Freude. Wären die Anrufe selbst und das Quälen Fraukes oder der Angehörigen das Ziel gewesen, der eigentliche Sinn von allem, dann hätte der Täter alle Register ziehen können, ganz andere Sachen veranstalten können.
Ich glaube, dass der Täter sich sehr wenig mit Frauke beschäftigt hat, sehr wenig mit ihr geredet hat. Samstagnachmittag wiederholte Frauke nur das wenige was der Täter ihr Freitagabend gesagt hatte, heute Abend kommst du nach Hause, auch nicht so spät. Ich glaube, dass war der bisher einzige Kontakt zwischen ihr und dem Täter an diesem Tag. Bei dem Anruf soll sie laut Podcast langsam gesprochen haben, schwach geklungen haben. Ich glaube sie war die ganze Zeit ohne Frischluft, Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne Gespräche, ohne Zeitvertreib, kaum Flüssigkeit, sicher hat sie an dem Tag viel geschlafen, um die Zeit rumzukriegen bis zum Abend, wo sie hoffte, freigelassen zu werden. Ich denke nicht, dass betäubende Substanzen/ Medikamente nötig waren damit sie so klang wie von C beschrieben.
Ich würde nie sagen, dass wenn das Radio das und das gemeldet hätte, und die Angehörigen das und dies nicht getan hätten, dann wäre Frauke freigelassen worden. Ich tendiere eher zu nein, der Täter hätte sie auch dann nicht freigelassen.
Aber ich frage mich, was passiert wäre, hätte die Polizei ernsthaft ermittelt und alle Funkzellen sofort ermitteln können. Vielleicht hätte man sich dann Samstagnachmittag gedacht: Mhm die letzten 3 Kontaktaufnahmen kamen aus Paderborn. Vielleicht wird die junge Frau gezwungen aus diesen anzurufen. Gut möglich, dass die Erwähnung von Nieheim den Täter aufgeschreckt hat. Wir geben eine öffentliche Mitteilung raus. Das Radio soll melden, dass Nieheim als Aufenthaltsort raus ist, die Meldung ein Irrtum war und jetzt Paderborn im Fokus steht und wir weder ein Verbrechen noch Freiwilligkeit ausschließen konnen. Mal schauen, was passiert.
Manche glauben ja, der Täter hatte Ahnung von Funkzellen oder hatte Kontakte zu Polizei, wo er aus erster Hand Information bekam. Das glaube ich nicht. Er musste keine bestimmte Funkzelle anfahren, nur irgendeinen Ort in Paderborn, der sich eignet, menschenleer ist.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter mit dem nahen Umfeld von Frauke bekannt war und jemanden hatte, der, ohne es zu Wissen, Informationen an ihn weitergab. Der Täter hatte keine Ahnung, was die Polizei machte oder nicht machte oder was die Angehörigen und Fraukes nahes Umfeld um C etc wussten. Und die Polizei tat nichts und nichts gelangte mehr an die Öffentlichkeit. Das war das Problem.
Ein paar dutzend Seiten zuvor hatte sich ein User gewundert, wieso alle gleich so alarmiert waren, nur weil Frauke nicht nach Hause gekommen war, und fand das ungewöhnlich, bis hin zu verdächtig, im Sinne von vielleicht hatte Frauke zuvor Probleme (z.B. psychischer Art) geäußert und alle hatten Angst, sie würde sich was antun. Das glaube ich nicht, aber ungewöhnlich finde ich die schnelle Reaktion auch. Wäre ich mit 21 so urplötzlich verschwunden wie Frauke, wäre das entweder niemandem aufgefallen oder es wäre jemandem aufgefallen, aber es hätte niemandem sonderlich gejuckt. Selbst meine Mutter hätte sich wahrscheinlich erst nach einer Woche gewundert, warum ich mich nicht mehr melde, und erst noch ne Woche wäre sie vielleicht zur Polizei und mitnichten wäre sie so hartnäckig gewesen wie Fraukes Mutter- aber gut vielleicht tue ihr da auch unrecht.
Wie die Suche nach Frauke begonnen hat, alle in Alarmstimmung - Frauke ist nicht nach Hause gekommen letzte Nacht, niemand weiß wo sie ist, - das Rumtelefonieren, der zeitige Gang zur Polizei, die Suchplakate - das ist beispielhaft, so sollte das immer ablaufen. Aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden normal, denn nicht jeder ist so beliebt wie Frauke, hat so viele gute Freunde, so eine enge Bindung zur Mutter. Für jemanden, der nicht so ist und lebt wie Frauke, ist das eine andere Welt.
Ich glaube, dass auch der Täter jemand war, der ganz anders war als Frauke, der nicht damit gerechnet hat, dass auf Fraukes Verschwinden schon so zeitig so eine enorme, für ihn unverhältnismäßige Aufruhr erfolgte. Für mich ist sicher, dass er vor allem durch die öffentlichen Meldungen im Radio und im Internet aufgeschreckt wurde, dass die Polizei bereits informiert ist und sucht, und ihm schlagartig bewusst wurde, dass er hier ein Verbrechen begeht, welches für ihn nicht ohne Strafe bleiben wird, gesellschaftliche Ächtung inklusive.
Dass er nicht damit gerechnet hat, ist für mich ein Indiz dafür, dass der Täter Frauke nicht kannte. Wenn er sie kannte, oder überhaupt schon mal mit ihr Kontakt hatte, hätte er schon durch ihr Verhalten -extrovertiert, gesprächig, gut vernetzt, viele Kontakte, geht gern aus - gemerkt, dass sie niemand ist, deren Verschwinden lange unbemerkt bleiben würde. Aber ich schließe eine geplante Tat eh nahezu aus.
Dasselbe gilt für Frau Liebs. Ja, es geht um ihre Tochter, dennoch finde ich Frau Liebs überdurchschnittlich hartnäckig, interessiert engagiert und das ist sie im Fall ihrer ermordeten Tochter ja auch bis heute. Den Dingen auf den Grund gehen, nicht passiv bleiben, sich nicht abwimmeln oder einschüchtern lassen - diese Charakterzüge wird sie nicht erst mit dem Verschwinden ihrer Tochter gezeigt haben. Ich glaube, dass der Täter auch Frau Liebs nicht kannte bzw, wenn er von ihr gehört hat (immerhin war sie Schuldirektorin des Gymnasiums in Bad Driburg) wusste er zum Zeitpunkt des Zustiegs in sein Auto nicht, dass Frauke ihre Tochter ist. Es gibt ja Leute, die glauben, die "Entführung" von Frauke zielte hauptsächlich darauf ab, Frau Liebs zu treffen, an ihr Rache zu nehmen. Das glaube ich nicht.
Ich schrieb schon einmal, dass beide - Frauke und der Täter- sich auf den Plan geeinigt haben könnten, dass Frauke freigelassen wird unter der Bedingung, dass sie keine Anzeige stellt und Stillschweigen über die Identität des Täters bewahrt, damit dieser unbehelligt davon kommt.
Frauke hätte allen Zuhause sagen können: Ich war die ganze Zeit in Paderborn. Ich war nicht freiwillig weg, aber ich habe das geklärt mit demjenigen. In Nieheim und Umgebung war ich definitiv nie, ich war die ganze Zeit in Paderborn.
Der Täter hatte nur Fraukes Wort, aber er hatte keine Sicherheit. Er musste befürchten, dass sie einknicken würde vor ihren Eltern und Freunden. Jemand wie Fraukes Mutter hätte sehr wahrscheinlich darauf bestanden, dass Frauke nicht den Täter schützt, sondern zur Polizei geht, den Täter anzeigt und mithilft, dass die Polizei ihn findet.
Auch die Polizei hätte sagen können: Sorry, wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der junge Frauen tagelang festhält. Aber ein erfolgreiches Ergreifen wäre von Fraukes Unterstützung abhängig gewesen. Ohne Frauke als überlebende Zeugin hätte die Polizei den Täter nicht gefunden. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Denn Frauke hat nicht überlebt, konnte nicht erzählen und der Täter läuft bis heute frei rum.
Der Täter wird gut aufgepasst haben, dass Frauke, während er sie gefangenhielt, nichts Relevantes über ihn erfuhr. Zwar wird Frauke eine Menge anhand seines Verhaltens und Auftretens über ihn erfahren haben, dennoch bin ich sicher, dass sie nicht seinen Nachnamen wusste, wo er arbeitet und wo genau er wohnte Straße Hausnummer und Ort bzw wo er sie gefangenhielt. Mit Fraukes Hilfe wäre die Polizei aber sehr wahrscheinlich auf ihn gekommen.
Ich glaube, dass der Täter zusätzliche Sicherheit forderte. Bevor er Frauke freilässt, wollte und brauchte er die öffentliche Meldung, dass die Polizei Nieheim und Umgebung als Festhalteort ausschließt und sich die Suche jetzt allein auf Paderborn konzentriert. Deswegen wurden gezielt Fahrten in mehrere Funkzellen Paderborns unternommen, aus denen Frauke C anrufen sollte. Mögliche Gründe, warum sie nur C kontaktierte, wurden ja schon in sämtlichen Interviews genannt u.a. weil er fast immer erreichbar war. Und ich glaube, er wurde auch deshalb kontaktiert, weil der Täter am Beispiel der SMS, die 0.49 Uhr aus der Funkzelle Nieheim Entrup raus ging, sehen konnte, wie gut die Informationsweitergabe funktionierte. Anhand einer harmlose SMS an C konnte die Polizei in Erfahrung bringen, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Versendens befunden hat, und diese Information gelangte von der Polizei ins Internet und ins Radio. Und diesen Informationsweg wollte man schließlich noch einmal nutzen. C war nur der, an den die Informationen herangetragen wurden, der sie weitergeben sollte.
Desweiteren glaube ich, dass der Täter spätestens ab Donnerstagabend mit der Radiomeldung es nicht mehr wagte, Fraukes Handy anzuschalten. Nicht nur aus Sorge, dass gerade in dem Moment Anrufe und SMSen eingehen könnten. Ich glaube, was ihm am meisten Angst machte, war, ob die Polizei noch zu ganz anderen Dingen fähig war, z.B die Möglichkeit hatte, das Handy sobald es an war, direkt zu orten oder nachträglich zu orten. Die meiste Panik hatte er mMn davor, dass jeden Moment eine Einsatzgruppe sein Wohnhaus stürmen könnte. Die Ungewissheit, was macht die Polizei, was wird im Hintergrund vorbereitet, dürfte ihm sehr zu schaffen gemacht haben. Ich glaube, nach dem Anruf am Donnerstag wurde Fraukes Handy erst wieder zum Freitagabend-Anruf an Ort und Stelle in Paderborn angeschaltet, um die SMS an C abzusenden. Danach blieb es noch ein paar Minuten an, so dass F kurz darauf anzurufen konnte. Danach würde es wieder ausgeschaltet. Der Täter hatte gar nicht die Möglichkeit länger ins Handy zu schauen und zu überlegen, wen man statt C sonst anrufen könnte.
Als Donnerstagabend das Radio meldet, dass Frauke vermisst wird und die erste SMS aus der Funkzelle Nieheim Entrup gesendet wurde, und der Schock erst mal verdaut war, überlegten beide, was man tun könnte. Erst einmal galt es ein Lebenszeichen zu senden, Eltern und Freunde zu beruhigen damit die Suchbemühungen sich nicht weiter ausweiten und die Polizei noch anfängt bestimmte Orte rund um/Nieheim zu filzen. Noch in derselben Nacht fuhr der Täter mit Frauke nach Paderborn, aber weit weg von der Innenstadt, Funkzelle Sennelager OT Dreihausen.
Frauke: „Hallo C, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und den anderen Bescheid."
Warum nicht nur Mama und Papa, die für die Vermisstenanzeige bei der Polizei verantwortlich sein dürften, sondern auch "den anderen"? Weil die anderen wahrscheinlich maßgeblich am Verteilen der Suchplakate beteiligt sein düften. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Täter diese Plakate gesehen hat.
Dass sie aus Paderborn anrief, erwähnte sie nicht. Ich glaube, dass es dahingehend auch keinen Druck vom Täter gegeben hat, da ich glaube, beide davon ausgingen, dass die Polizei ohnehin durch die Funkzellenauswertung erfährt, von wo aus sie anruft.
Man muss sich mal in die Situation hineinversetzen. Wir wissen, dass sie Polizei erst im Nachhinein aktiv die Daten anfordern muss. So etwas geht nicht sofort und von selbst. Aber ich glaube der Täter wusste das nicht. Und auch Frauke dürfte das nicht gewusst haben. Beide mussten davon ausgehen, dass die Polizei sofort oder sehr zeitnah erfährt, wenn ein Anruf oder eine SMS von Fraukes Handy abgesetzt wird und sofort weiß, aus welcher Funkzelle angerufen wurde. Alleine schon weil sie ein Interesse haben sollten, eine Vermisste zu finden und ein Verbrechen aufzuklären. Die Polizei hatte nur den Kontakt aus Nieheim Entrup öffentlich am Donnerstagabend im Radio, in der Zeitung und im Internet kommuniziert. Die Kontakte Donnerstag und Freitag wurden erst nach dem Wochenende der Familie/ Frau Liebs mitgeteilt. Die anderen bis einschließlich Dienstag erst Wochen später.
Frauke wird alles andere als überrascht gewesen sein, dass ihre Eltern die Polizei verständigt und ihre Freunden eine Suchaktion gestartet hatten. Nachdem sie und der Täter Donnerstagabend aus dem Radio erfuhren, das sie als vermisst gemeldet wurde und die Polizei nach ihr sucht, wird sie und auch der Täter geglaubt haben, dass die Polizei intensiv ermittelt (selbst wenn sie Lebenszeichen sendet), und weitere Meldungen zu ihrem Verschwinden und den Kontaktaufnahme von ihrem Handy aus im Radio, in der Zeitung und im Internet folgen würden. Gut möglich, dass auch falsche Vorstellungen zur Polizeiarbeit aus Film und Fernsehen da mit rein spielten. Nie wurden Lügen erzählt wie Ich nehme eine Auszeit, ich bin freiwillig weg, ich möchte nicht dass ihr mich sucht. Vielleicht weil beide wussten, dass niemand das glauben würde und weil es ja auch keine Option war. Frauke sollte ja gar nicht weg/ beim Täter bleiben, sie sollte zurück noch Hause, bloß der Täter sollte davonkommem.
Nach dem Anruf am Donnerstag wartet der Täter also den ganzen Freitag darauf, dass wie am Donnerstagabend im Radio oder Internet die Meldung kommt, dass die Vermisste aus einer Funkzelle in Paderborn angerufen hat. Da die Funkzellenauswertung nur eine einmalige Sache war, erfuhren weder die Polizei noch C und damit alle anderen, dass Frauke aus Paderborn angerufen hatte. Für den Kontakt am Freitag traute sich der Täter dann direkt nach Paderborn, vielleicht weil ihm tagsüber nirgends Polizeipräsenz aufgefallen war. Dieses Mal bekam Frauke die Anweisung in der SMS an C explizit zu erwähnen, dass sie sich in Paderborn befindet.
Ich komme heute nach Hause. Bin in Paderborn
Auch als ihr Bruder anrief, erwähnte sie Paderborn: Ich bin in Paderborn frag nicht ich komme nach Hause
Wenn es für den Täter wirklich eine Option war, Frauke Samstagabend freizulassen, dann wäre ein Anruf am Samstagnachmittag nicht mehr notwendig gewesen, sondern nur unnötig riskant. Entweder er hat nie beabsichtigt, Frauke an diesem Abend gehen zu lassen und sie nur anrufen lassen, um den Schein ihr gegenüber zu wahren, oder es gab einen anderen Grund für den Anruf.
Was ist, wenn der Täter (und auch Frauke) den ganzen Samstag darauf gewartet hatten, dass im Radio oder im Internet die Meldung kommt, dass die letzten 3 Kontaktaufnahmen aus Paderborn stammen, und bestenfalls die Polizei Nieheim als Aufenthaltsort abhakt und sich jetzt voll auf Paderborn konzentriert? Vielleicht auch ein freiwilliges Verschwinden nicht ausschließt.
Was ist, wenn der Tag verging und bis Mittag kam nichts, und der Täter und auch Frauke aber unbedingt bis zum Abend die Meldung der Polizei "brauchten", dass Nieheim raus ist, damit der Täter sich sicher fühlte und ihr Plan aufgeht? Ein weiterer Anruf war notwendig und der Täter gestattete Frauke diesen am Samstagnachmittag 14.23 Uhr, damit sie noch einmal ihre Heimkehr am Abend und mit Nachdruck Paderborn erwähnte. MMn war das der Grund für den Anruf, abweichend von den anderen Uhrzeiten - nicht die Arbeit oder weil er wo abends Fußball schauen wollte.
Frauke: „Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: „Bist du verletzt?"
Frauke: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."
Doch auch am Samstagabend blieb die ersehnte Meldung um Radio aus. Der Plan ging nicht auf und Frauke kam nicht frei.
Dann Sonntagnacht ein weiterer Anruf an C, neuer Versuch für Montag, aber der Täter machte nicht mehr mit.
Und wenn jetzt einer denkt, dann müssen der Täter und auch Frauke ja ziemlich ahnungslos und blöd gewesen sein. Ja vielleicht waren die ahnungslos, aber so zu Denken ist nicht blöd, sondern menschlich. Jemand, der nicht vom Fach ist oder sich beliest/ informiert, der weiß nicht, wie die Polizei arbeitet, wann sie Vermisstgemeldete sucht und wann nicht, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Die meisten Leute dürften Polizeiarbeit nur aus Film und Fernsehen kennen und aus Spannungsgründen werden da nicht die Hände in den Schoß gelegt.
Fur mich ist sicher, der Täter ist niemand, der die Kontaktaufnahmen genossen hat. Er hat sie nicht veranstaltet, um Frauke und ihre Angehörigen zu quälen, Macht auszuüben, zu dominieren oder allein aus Spaß an der Freude. Wären die Anrufe selbst und das Quälen Fraukes oder der Angehörigen das Ziel gewesen, der eigentliche Sinn von allem, dann hätte der Täter alle Register ziehen können, ganz andere Sachen veranstalten können.
Ich glaube, dass der Täter sich sehr wenig mit Frauke beschäftigt hat, sehr wenig mit ihr geredet hat. Samstagnachmittag wiederholte Frauke nur das wenige was der Täter ihr Freitagabend gesagt hatte, heute Abend kommst du nach Hause, auch nicht so spät. Ich glaube, dass war der bisher einzige Kontakt zwischen ihr und dem Täter an diesem Tag. Bei dem Anruf soll sie laut Podcast langsam gesprochen haben, schwach geklungen haben. Ich glaube sie war die ganze Zeit ohne Frischluft, Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne Gespräche, ohne Zeitvertreib, kaum Flüssigkeit, sicher hat sie an dem Tag viel geschlafen, um die Zeit rumzukriegen bis zum Abend, wo sie hoffte, freigelassen zu werden. Ich denke nicht, dass betäubende Substanzen/ Medikamente nötig waren damit sie so klang wie von C beschrieben.
Ich würde nie sagen, dass wenn das Radio das und das gemeldet hätte, und die Angehörigen das und dies nicht getan hätten, dann wäre Frauke freigelassen worden. Ich tendiere eher zu nein, der Täter hätte sie auch dann nicht freigelassen.
Aber ich frage mich, was passiert wäre, hätte die Polizei ernsthaft ermittelt und alle Funkzellen sofort ermitteln können. Vielleicht hätte man sich dann Samstagnachmittag gedacht: Mhm die letzten 3 Kontaktaufnahmen kamen aus Paderborn. Vielleicht wird die junge Frau gezwungen aus diesen anzurufen. Gut möglich, dass die Erwähnung von Nieheim den Täter aufgeschreckt hat. Wir geben eine öffentliche Mitteilung raus. Das Radio soll melden, dass Nieheim als Aufenthaltsort raus ist, die Meldung ein Irrtum war und jetzt Paderborn im Fokus steht und wir weder ein Verbrechen noch Freiwilligkeit ausschließen konnen. Mal schauen, was passiert.
Manche glauben ja, der Täter hatte Ahnung von Funkzellen oder hatte Kontakte zu Polizei, wo er aus erster Hand Information bekam. Das glaube ich nicht. Er musste keine bestimmte Funkzelle anfahren, nur irgendeinen Ort in Paderborn, der sich eignet, menschenleer ist.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter mit dem nahen Umfeld von Frauke bekannt war und jemanden hatte, der, ohne es zu Wissen, Informationen an ihn weitergab. Der Täter hatte keine Ahnung, was die Polizei machte oder nicht machte oder was die Angehörigen und Fraukes nahes Umfeld um C etc wussten. Und die Polizei tat nichts und nichts gelangte mehr an die Öffentlichkeit. Das war das Problem.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Interessante Gedanken @Gast7469
Vor einer Weile hatte ich ebenfalls die Vermutung, die Anrufe von Frauke dienten - nach ihrer ersten SMS - rein der Tatsache, dass Nieheim als Tat-/Verwahrort von der Bildfläche verschwinden sollte. Nur deswegen sollte sie immer wieder Paderborn erwähnen, nur deswegen sollte sie noch einige Tage lang anrufen, immer wieder aus Paderborn als würde sie sich dort tatsächlich herum treiben.
Die Anrufe selbst, da stimme ich dir ebenfalls zu, folgen überhaupt keinem Schema. Sie sollte nicht einmal sagen, dass sie ihre Ruhe will, dass sie mal Abstand braucht und die Leute ihr mal nicht auf den Zeiger gehen sollen. Logisch, das würde ihr ja auch sonst keiner glauben. Es könnte sein, dass Frauke gleich dem Täter sagte "Du, das glaubt mir aber eh keiner von meinen Leuten, die wissen, dass ich so nicht bin". Es könnte sein, dass der Täter ziemlich sicher auch wusste, dass das unglaubwürdig gewesen wäre, weil er sie und ihre Freunde/Familie genau kannte.
Aber wenn man sich mal genauer fragt, WOZU sollte sie denn eigentlich anrufen, dann fällt einem ja nur ein, dass sie das sollte, weil Nieheim in den Fokus gerückt war und da raus sollte.
Bleibt aber dennoch die Frage, weshalb sie überhaupt noch lebte beim 1. Anruf. Dann plante der Täter meiner Meinung nach doch gar nicht ihren Tod. Denn dann hätte er sie ja gleich töten können. Wieso verbrachte er überhaupt noch, bis zur Radiomeldung meine ich, so viel Zeit mit ihr und wozu überhaupt? Welchen zweck verfolgte er denn im Allgemeinen? Wäre sie ein zufälliges Sexualgewaltopfer gewesen, so hätte er sie bestimmt nicht als Ballast noch lebend bis zur Radiomeldung mit sich herum gefahren oder bei sich zu Hause versteckt. Das passt einfach nicht zur Begegnung eines Zufallsopfers mit einem Täter. Später wurde die Leiche nicht einmal sorgfältig versteckt. Auch da stellt sich die Frage: Weshalb hat er sich so wenig Mühe gegeben? Er hatte sie irgendwo unterbringen können die gesamte Woche, wo sie nie gefunden wurde, weshalb ich denke, dass er alleine wohnte und sehr methodisch und planvoll vorgegangen sein muss, sonst hätte Frauke flüchten können oder wäre entdeckt worden. Aber ihre Leiche wiederum hat er relativ achtlos abgelegt, fast stümperhaft.
Was sein könnte: Dass der Täter mit dem Aufbewahren von Opfern, lebend und später nicht mehr lebend, durchaus Erfahrungen hatte aus der Vergangenheit. Aber mit dem Ablegen oder Vergraben/Verschwinden einer Leiche überfordert war und es zum 1. Mal gemacht hat. Wieso er dann aber Frauke nicht auch dort belassen konnte, wo sie bereits war, darüber kann man ja auch nur wild spekulieren. Leichenspürhunde hätten bei einer Hausdurchsuchung bestimmt auch angeschlagen, ob sie nun woanders hin transportiert worden wäre oder nicht, bleibt dahingestellt.
Aber hat sich mal jemand gefragt, ob Frauke ggf. an ihrem späteren Auffindeort womöglich noch lebend abgelegt wurde? Schon stark dehydriert und kaum noch bewegungsfähig, aber (noch nicht) tot. So würde für mich einleuchten, wieso er sie dort einfach wie schlafend abgelegt hatte und keine weiteren Maßnahmen ergriffen hat.
In seiner Gedankenwelt kam das ja fast einem "Freilassen" gleich und er sieht keine Schuld bei sich, schließlich war sie ja selbst Schuld, dass sie keine Kraft mehr hatte um Hilfe zu rufen. Möglich, dass er da noch mehrmals nach ihr gesehen hat und sich dann nach einigen wenigen Tagen sicher sein konnte, dass sie keine Hilfe mehr gerufen hat und sie niemand fand.
Vor einer Weile hatte ich ebenfalls die Vermutung, die Anrufe von Frauke dienten - nach ihrer ersten SMS - rein der Tatsache, dass Nieheim als Tat-/Verwahrort von der Bildfläche verschwinden sollte. Nur deswegen sollte sie immer wieder Paderborn erwähnen, nur deswegen sollte sie noch einige Tage lang anrufen, immer wieder aus Paderborn als würde sie sich dort tatsächlich herum treiben.
Die Anrufe selbst, da stimme ich dir ebenfalls zu, folgen überhaupt keinem Schema. Sie sollte nicht einmal sagen, dass sie ihre Ruhe will, dass sie mal Abstand braucht und die Leute ihr mal nicht auf den Zeiger gehen sollen. Logisch, das würde ihr ja auch sonst keiner glauben. Es könnte sein, dass Frauke gleich dem Täter sagte "Du, das glaubt mir aber eh keiner von meinen Leuten, die wissen, dass ich so nicht bin". Es könnte sein, dass der Täter ziemlich sicher auch wusste, dass das unglaubwürdig gewesen wäre, weil er sie und ihre Freunde/Familie genau kannte.
Aber wenn man sich mal genauer fragt, WOZU sollte sie denn eigentlich anrufen, dann fällt einem ja nur ein, dass sie das sollte, weil Nieheim in den Fokus gerückt war und da raus sollte.
Bleibt aber dennoch die Frage, weshalb sie überhaupt noch lebte beim 1. Anruf. Dann plante der Täter meiner Meinung nach doch gar nicht ihren Tod. Denn dann hätte er sie ja gleich töten können. Wieso verbrachte er überhaupt noch, bis zur Radiomeldung meine ich, so viel Zeit mit ihr und wozu überhaupt? Welchen zweck verfolgte er denn im Allgemeinen? Wäre sie ein zufälliges Sexualgewaltopfer gewesen, so hätte er sie bestimmt nicht als Ballast noch lebend bis zur Radiomeldung mit sich herum gefahren oder bei sich zu Hause versteckt. Das passt einfach nicht zur Begegnung eines Zufallsopfers mit einem Täter. Später wurde die Leiche nicht einmal sorgfältig versteckt. Auch da stellt sich die Frage: Weshalb hat er sich so wenig Mühe gegeben? Er hatte sie irgendwo unterbringen können die gesamte Woche, wo sie nie gefunden wurde, weshalb ich denke, dass er alleine wohnte und sehr methodisch und planvoll vorgegangen sein muss, sonst hätte Frauke flüchten können oder wäre entdeckt worden. Aber ihre Leiche wiederum hat er relativ achtlos abgelegt, fast stümperhaft.
Was sein könnte: Dass der Täter mit dem Aufbewahren von Opfern, lebend und später nicht mehr lebend, durchaus Erfahrungen hatte aus der Vergangenheit. Aber mit dem Ablegen oder Vergraben/Verschwinden einer Leiche überfordert war und es zum 1. Mal gemacht hat. Wieso er dann aber Frauke nicht auch dort belassen konnte, wo sie bereits war, darüber kann man ja auch nur wild spekulieren. Leichenspürhunde hätten bei einer Hausdurchsuchung bestimmt auch angeschlagen, ob sie nun woanders hin transportiert worden wäre oder nicht, bleibt dahingestellt.
Aber hat sich mal jemand gefragt, ob Frauke ggf. an ihrem späteren Auffindeort womöglich noch lebend abgelegt wurde? Schon stark dehydriert und kaum noch bewegungsfähig, aber (noch nicht) tot. So würde für mich einleuchten, wieso er sie dort einfach wie schlafend abgelegt hatte und keine weiteren Maßnahmen ergriffen hat.
In seiner Gedankenwelt kam das ja fast einem "Freilassen" gleich und er sieht keine Schuld bei sich, schließlich war sie ja selbst Schuld, dass sie keine Kraft mehr hatte um Hilfe zu rufen. Möglich, dass er da noch mehrmals nach ihr gesehen hat und sich dann nach einigen wenigen Tagen sicher sein konnte, dass sie keine Hilfe mehr gerufen hat und sie niemand fand.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Sehr komplex und ja, sicherlich auch alle möglich.Gast7469 hat geschrieben: ↑Montag, 02. März 2026, 11:05:19 Hier noch mal ein paar weitere Gedanken von mir in gewohnter Ausführlichkeit u.a. zu den Kontaktaufnahmen.
Ein paar dutzend Seiten zuvor hatte sich ein User gewundert, wieso alle gleich so alarmiert waren, nur weil Frauke nicht nach Hause gekommen war, und fand das ungewöhnlich, bis hin zu verdächtig, im Sinne von vielleicht hatte Frauke zuvor Probleme (z.B. psychischer Art) geäußert und alle hatten Angst, sie würde sich was antun. Das glaube ich nicht, aber ungewöhnlich finde ich die schnelle Reaktion auch. Wäre ich mit 21 so urplötzlich verschwunden wie Frauke, wäre das entweder niemandem aufgefallen oder es wäre jemandem aufgefallen, aber es hätte niemandem sonderlich gejuckt. Selbst meine Mutter hätte sich wahrscheinlich erst nach einer Woche gewundert, warum ich mich nicht mehr melde, und erst noch ne Woche wäre sie vielleicht zur Polizei und mitnichten wäre sie so hartnäckig gewesen wie Fraukes Mutter- aber gut vielleicht tue ihr da auch unrecht.
Wie die Suche nach Frauke begonnen hat, alle in Alarmstimmung - Frauke ist nicht nach Hause gekommen letzte Nacht, niemand weiß wo sie ist, - das Rumtelefonieren, der zeitige Gang zur Polizei, die Suchplakate - das ist beispielhaft, so sollte das immer ablaufen. Aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden normal, denn nicht jeder ist so beliebt wie Frauke, hat so viele gute Freunde, so eine enge Bindung zur Mutter. Für jemanden, der nicht so ist und lebt wie Frauke, ist das eine andere Welt.
Ich glaube, dass auch der Täter jemand war, der ganz anders war als Frauke, der nicht damit gerechnet hat, dass auf Fraukes Verschwinden schon so zeitig so eine enorme, für ihn unverhältnismäßige Aufruhr erfolgte. Für mich ist sicher, dass er vor allem durch die öffentlichen Meldungen im Radio und im Internet aufgeschreckt wurde, dass die Polizei bereits informiert ist und sucht, und ihm schlagartig bewusst wurde, dass er hier ein Verbrechen begeht, welches für ihn nicht ohne Strafe bleiben wird, gesellschaftliche Ächtung inklusive.
Dass er nicht damit gerechnet hat, ist für mich ein Indiz dafür, dass der Täter Frauke nicht kannte. Wenn er sie kannte, oder überhaupt schon mal mit ihr Kontakt hatte, hätte er schon durch ihr Verhalten -extrovertiert, gesprächig, gut vernetzt, viele Kontakte, geht gern aus - gemerkt, dass sie niemand ist, deren Verschwinden lange unbemerkt bleiben würde. Aber ich schließe eine geplante Tat eh nahezu aus.
Dasselbe gilt für Frau Liebs. Ja, es geht um ihre Tochter, dennoch finde ich Frau Liebs überdurchschnittlich hartnäckig, interessiert engagiert und das ist sie im Fall ihrer ermordeten Tochter ja auch bis heute. Den Dingen auf den Grund gehen, nicht passiv bleiben, sich nicht abwimmeln oder einschüchtern lassen - diese Charakterzüge wird sie nicht erst mit dem Verschwinden ihrer Tochter gezeigt haben. Ich glaube, dass der Täter auch Frau Liebs nicht kannte bzw, wenn er von ihr gehört hat (immerhin war sie Schuldirektorin des Gymnasiums in Bad Driburg) wusste er zum Zeitpunkt des Zustiegs in sein Auto nicht, dass Frauke ihre Tochter ist. Es gibt ja Leute, die glauben, die "Entführung" von Frauke zielte hauptsächlich darauf ab, Frau Liebs zu treffen, an ihr Rache zu nehmen. Das glaube ich nicht.
Ich schrieb schon einmal, dass beide - Frauke und der Täter- sich auf den Plan geeinigt haben könnten, dass Frauke freigelassen wird unter der Bedingung, dass sie keine Anzeige stellt und Stillschweigen über die Identität des Täters bewahrt, damit dieser unbehelligt davon kommt.
Frauke hätte allen Zuhause sagen können: Ich war die ganze Zeit in Paderborn. Ich war nicht freiwillig weg, aber ich habe das geklärt mit demjenigen. In Nieheim und Umgebung war ich definitiv nie, ich war die ganze Zeit in Paderborn.
Der Täter hatte nur Fraukes Wort, aber er hatte keine Sicherheit. Er musste befürchten, dass sie einknicken würde vor ihren Eltern und Freunden. Jemand wie Fraukes Mutter hätte sehr wahrscheinlich darauf bestanden, dass Frauke nicht den Täter schützt, sondern zur Polizei geht, den Täter anzeigt und mithilft, dass die Polizei ihn findet.
Auch die Polizei hätte sagen können: Sorry, wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der junge Frauen tagelang festhält. Aber ein erfolgreiches Ergreifen wäre von Fraukes Unterstützung abhängig gewesen. Ohne Frauke als überlebende Zeugin hätte die Polizei den Täter nicht gefunden. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Denn Frauke hat nicht überlebt, konnte nicht erzählen und der Täter läuft bis heute frei rum.
Der Täter wird gut aufgepasst haben, dass Frauke, während er sie gefangenhielt, nichts Relevantes über ihn erfuhr. Zwar wird Frauke eine Menge anhand seines Verhaltens und Auftretens über ihn erfahren haben, dennoch bin ich sicher, dass sie nicht seinen Nachnamen wusste, wo er arbeitet und wo genau er wohnte Straße Hausnummer und Ort bzw wo er sie gefangenhielt. Mit Fraukes Hilfe wäre die Polizei aber sehr wahrscheinlich auf ihn gekommen.
Ich glaube, dass der Täter zusätzliche Sicherheit forderte. Bevor er Frauke freilässt, wollte und brauchte er die öffentliche Meldung, dass die Polizei Nieheim und Umgebung als Festhalteort ausschließt und sich die Suche jetzt allein auf Paderborn konzentriert. Deswegen wurden gezielt Fahrten in mehrere Funkzellen Paderborns unternommen, aus denen Frauke C anrufen sollte. Mögliche Gründe, warum sie nur C kontaktierte, wurden ja schon in sämtlichen Interviews genannt u.a. weil er fast immer erreichbar war. Und ich glaube, er wurde auch deshalb kontaktiert, weil der Täter am Beispiel der SMS, die 0.49 Uhr aus der Funkzelle Nieheim Entrup raus ging, sehen konnte, wie gut die Informationsweitergabe funktionierte. Anhand einer harmlose SMS an C konnte die Polizei in Erfahrung bringen, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Versendens befunden hat, und diese Information gelangte von der Polizei ins Internet und ins Radio. Und diesen Informationsweg wollte man schließlich noch einmal nutzen. C war nur der, an den die Informationen herangetragen wurden, der sie weitergeben sollte.
Desweiteren glaube ich, dass der Täter spätestens ab Donnerstagabend mit der Radiomeldung es nicht mehr wagte, Fraukes Handy anzuschalten. Nicht nur aus Sorge, dass gerade in dem Moment Anrufe und SMSen eingehen könnten. Ich glaube, was ihm am meisten Angst machte, war, ob die Polizei noch zu ganz anderen Dingen fähig war, z.B die Möglichkeit hatte, das Handy sobald es an war, direkt zu orten oder nachträglich zu orten. Die meiste Panik hatte er mMn davor, dass jeden Moment eine Einsatzgruppe sein Wohnhaus stürmen könnte. Die Ungewissheit, was macht die Polizei, was wird im Hintergrund vorbereitet, dürfte ihm sehr zu schaffen gemacht haben. Ich glaube, nach dem Anruf am Donnerstag wurde Fraukes Handy erst wieder zum Freitagabend-Anruf an Ort und Stelle in Paderborn angeschaltet, um die SMS an C abzusenden. Danach blieb es noch ein paar Minuten an, so dass F kurz darauf anzurufen konnte. Danach würde es wieder ausgeschaltet. Der Täter hatte gar nicht die Möglichkeit länger ins Handy zu schauen und zu überlegen, wen man statt C sonst anrufen könnte.
Als Donnerstagabend das Radio meldet, dass Frauke vermisst wird und die erste SMS aus der Funkzelle Nieheim Entrup gesendet wurde, und der Schock erst mal verdaut war, überlegten beide, was man tun könnte. Erst einmal galt es ein Lebenszeichen zu senden, Eltern und Freunde zu beruhigen damit die Suchbemühungen sich nicht weiter ausweiten und die Polizei noch anfängt bestimmte Orte rund um/Nieheim zu filzen. Noch in derselben Nacht fuhr der Täter mit Frauke nach Paderborn, aber weit weg von der Innenstadt, Funkzelle Sennelager OT Dreihausen.
Frauke: „Hallo C, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und den anderen Bescheid."
Warum nicht nur Mama und Papa, die für die Vermisstenanzeige bei der Polizei verantwortlich sein dürften, sondern auch "den anderen"? Weil die anderen wahrscheinlich maßgeblich am Verteilen der Suchplakate beteiligt sein düften. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Täter diese Plakate gesehen hat.
Dass sie aus Paderborn anrief, erwähnte sie nicht. Ich glaube, dass es dahingehend auch keinen Druck vom Täter gegeben hat, da ich glaube, beide davon ausgingen, dass die Polizei ohnehin durch die Funkzellenauswertung erfährt, von wo aus sie anruft.
Man muss sich mal in die Situation hineinversetzen. Wir wissen, dass sie Polizei erst im Nachhinein aktiv die Daten anfordern muss. So etwas geht nicht sofort und von selbst. Aber ich glaube der Täter wusste das nicht. Und auch Frauke dürfte das nicht gewusst haben. Beide mussten davon ausgehen, dass die Polizei sofort oder sehr zeitnah erfährt, wenn ein Anruf oder eine SMS von Fraukes Handy abgesetzt wird und sofort weiß, aus welcher Funkzelle angerufen wurde. Alleine schon weil sie ein Interesse haben sollten, eine Vermisste zu finden und ein Verbrechen aufzuklären. Die Polizei hatte nur den Kontakt aus Nieheim Entrup öffentlich am Donnerstagabend im Radio, in der Zeitung und im Internet kommuniziert. Die Kontakte Donnerstag und Freitag wurden erst nach dem Wochenende der Familie/ Frau Liebs mitgeteilt. Die anderen bis einschließlich Dienstag erst Wochen später.
Frauke wird alles andere als überrascht gewesen sein, dass ihre Eltern die Polizei verständigt und ihre Freunden eine Suchaktion gestartet hatten. Nachdem sie und der Täter Donnerstagabend aus dem Radio erfuhren, das sie als vermisst gemeldet wurde und die Polizei nach ihr sucht, wird sie und auch der Täter geglaubt haben, dass die Polizei intensiv ermittelt (selbst wenn sie Lebenszeichen sendet), und weitere Meldungen zu ihrem Verschwinden und den Kontaktaufnahme von ihrem Handy aus im Radio, in der Zeitung und im Internet folgen würden. Gut möglich, dass auch falsche Vorstellungen zur Polizeiarbeit aus Film und Fernsehen da mit rein spielten. Nie wurden Lügen erzählt wie Ich nehme eine Auszeit, ich bin freiwillig weg, ich möchte nicht dass ihr mich sucht. Vielleicht weil beide wussten, dass niemand das glauben würde und weil es ja auch keine Option war. Frauke sollte ja gar nicht weg/ beim Täter bleiben, sie sollte zurück noch Hause, bloß der Täter sollte davonkommem.
Nach dem Anruf am Donnerstag wartet der Täter also den ganzen Freitag darauf, dass wie am Donnerstagabend im Radio oder Internet die Meldung kommt, dass die Vermisste aus einer Funkzelle in Paderborn angerufen hat. Da die Funkzellenauswertung nur eine einmalige Sache war, erfuhren weder die Polizei noch C und damit alle anderen, dass Frauke aus Paderborn angerufen hatte. Für den Kontakt am Freitag traute sich der Täter dann direkt nach Paderborn, vielleicht weil ihm tagsüber nirgends Polizeipräsenz aufgefallen war. Dieses Mal bekam Frauke die Anweisung in der SMS an C explizit zu erwähnen, dass sie sich in Paderborn befindet.
Ich komme heute nach Hause. Bin in Paderborn
Auch als ihr Bruder anrief, erwähnte sie Paderborn: Ich bin in Paderborn frag nicht ich komme nach Hause
Wenn es für den Täter wirklich eine Option war, Frauke Samstagabend freizulassen, dann wäre ein Anruf am Samstagnachmittag nicht mehr notwendig gewesen, sondern nur unnötig riskant. Entweder er hat nie beabsichtigt, Frauke an diesem Abend gehen zu lassen und sie nur anrufen lassen, um den Schein ihr gegenüber zu wahren, oder es gab einen anderen Grund für den Anruf.
Was ist, wenn der Täter (und auch Frauke) den ganzen Samstag darauf gewartet hatten, dass im Radio oder im Internet die Meldung kommt, dass die letzten 3 Kontaktaufnahmen aus Paderborn stammen, und bestenfalls die Polizei Nieheim als Aufenthaltsort abhakt und sich jetzt voll auf Paderborn konzentriert? Vielleicht auch ein freiwilliges Verschwinden nicht ausschließt.
Was ist, wenn der Tag verging und bis Mittag kam nichts, und der Täter und auch Frauke aber unbedingt bis zum Abend die Meldung der Polizei "brauchten", dass Nieheim raus ist, damit der Täter sich sicher fühlte und ihr Plan aufgeht? Ein weiterer Anruf war notwendig und der Täter gestattete Frauke diesen am Samstagnachmittag 14.23 Uhr, damit sie noch einmal ihre Heimkehr am Abend und mit Nachdruck Paderborn erwähnte. MMn war das der Grund für den Anruf, abweichend von den anderen Uhrzeiten - nicht die Arbeit oder weil er wo abends Fußball schauen wollte.
Frauke: „Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: „Bist du verletzt?"
Frauke: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."
Doch auch am Samstagabend blieb die ersehnte Meldung um Radio aus. Der Plan ging nicht auf und Frauke kam nicht frei.
Dann Sonntagnacht ein weiterer Anruf an C, neuer Versuch für Montag, aber der Täter machte nicht mehr mit.
Und wenn jetzt einer denkt, dann müssen der Täter und auch Frauke ja ziemlich ahnungslos und blöd gewesen sein. Ja vielleicht waren die ahnungslos, aber so zu Denken ist nicht blöd, sondern menschlich. Jemand, der nicht vom Fach ist oder sich beliest/ informiert, der weiß nicht, wie die Polizei arbeitet, wann sie Vermisstgemeldete sucht und wann nicht, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Die meisten Leute dürften Polizeiarbeit nur aus Film und Fernsehen kennen und aus Spannungsgründen werden da nicht die Hände in den Schoß gelegt.
Fur mich ist sicher, der Täter ist niemand, der die Kontaktaufnahmen genossen hat. Er hat sie nicht veranstaltet, um Frauke und ihre Angehörigen zu quälen, Macht auszuüben, zu dominieren oder allein aus Spaß an der Freude. Wären die Anrufe selbst und das Quälen Fraukes oder der Angehörigen das Ziel gewesen, der eigentliche Sinn von allem, dann hätte der Täter alle Register ziehen können, ganz andere Sachen veranstalten können.
Ich glaube, dass der Täter sich sehr wenig mit Frauke beschäftigt hat, sehr wenig mit ihr geredet hat. Samstagnachmittag wiederholte Frauke nur das wenige was der Täter ihr Freitagabend gesagt hatte, heute Abend kommst du nach Hause, auch nicht so spät. Ich glaube, dass war der bisher einzige Kontakt zwischen ihr und dem Täter an diesem Tag. Bei dem Anruf soll sie laut Podcast langsam gesprochen haben, schwach geklungen haben. Ich glaube sie war die ganze Zeit ohne Frischluft, Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne Gespräche, ohne Zeitvertreib, kaum Flüssigkeit, sicher hat sie an dem Tag viel geschlafen, um die Zeit rumzukriegen bis zum Abend, wo sie hoffte, freigelassen zu werden. Ich denke nicht, dass betäubende Substanzen/ Medikamente nötig waren damit sie so klang wie von C beschrieben.
Ich würde nie sagen, dass wenn das Radio das und das gemeldet hätte, und die Angehörigen das und dies nicht getan hätten, dann wäre Frauke freigelassen worden. Ich tendiere eher zu nein, der Täter hätte sie auch dann nicht freigelassen.
Aber ich frage mich, was passiert wäre, hätte die Polizei ernsthaft ermittelt und alle Funkzellen sofort ermitteln können. Vielleicht hätte man sich dann Samstagnachmittag gedacht: Mhm die letzten 3 Kontaktaufnahmen kamen aus Paderborn. Vielleicht wird die junge Frau gezwungen aus diesen anzurufen. Gut möglich, dass die Erwähnung von Nieheim den Täter aufgeschreckt hat. Wir geben eine öffentliche Mitteilung raus. Das Radio soll melden, dass Nieheim als Aufenthaltsort raus ist, die Meldung ein Irrtum war und jetzt Paderborn im Fokus steht und wir weder ein Verbrechen noch Freiwilligkeit ausschließen konnen. Mal schauen, was passiert.
Manche glauben ja, der Täter hatte Ahnung von Funkzellen oder hatte Kontakte zu Polizei, wo er aus erster Hand Information bekam. Das glaube ich nicht. Er musste keine bestimmte Funkzelle anfahren, nur irgendeinen Ort in Paderborn, der sich eignet, menschenleer ist.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter mit dem nahen Umfeld von Frauke bekannt war und jemanden hatte, der, ohne es zu Wissen, Informationen an ihn weitergab. Der Täter hatte keine Ahnung, was die Polizei machte oder nicht machte oder was die Angehörigen und Fraukes nahes Umfeld um C etc wussten. Und die Polizei tat nichts und nichts gelangte mehr an die Öffentlichkeit. Das war das Problem.
Aber insgesamt tendierst du ja zu einem fremden Täter, richtig?
Das halt ich mittlerweile für absolut ausgeschlossen.
Viel zu viele Fakten und dahingehend auch Theorien sprechen für mich eine eindeutige Sprache: es muss eine Beziehungstat gewesen sein, jemand den sie kannte.
Was für mich in allen Theorien komplett zu kurz gekommen ist bzw. sind:
-> die Ex-Freunde von Frauke. Da gibt es ja zwischen Chris und dem Anbandeln mit N. zwei Personen, über die nichts, überhaupt nichts, bekannt ist.
Einzig die - aus dem Medien entnommene Tatsache - das es da einen Freund bei Schwalenberg (müsste dann bei Schieder sein?!) gab, zu dem die Beziehung nur wenige Wochen endete...
Ich bleibe dabei: Chris spielt eine vehement wichtige Figur in diesem Fall - als zusätzliches "Opfer". Derjenige wusste genau um die Vergangenheit und auch anhaltende Konstellation zu Chris. Nur so lassen sich die Kontaktaufnahmen erklären.
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Wiesenblume
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Warum hat der Täter Frauke nicht am Donnerstag, dem 22.6.2006, frei gelassen ? Darauf gibt es für mich nur vier mögliche Antworten. 1. Frauke war schon tot und konnte somit nicht mehr frei gelassen werden. 2. Frauke war schwer körperlich misshandelt worden. Und die Zeichen der Misshandlung trug sie auch für jeden sichtbar. 3. Frauke war dabei ein "Geheimnis" des Täters zu entlarven, was der Täter auf jeden Fall verhindern wollte. Der Täter wusste innerlich, dass Frauke nicht schweigen würde. 4. Der Täter war vorbestraft.--Wenn der Täter Frauke nur zwei Tage ihrer Freiheit beraubt hätte, hätte er sie nach der öffentlichen Suchmeldung einfach gehen lassen können.
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