MORDFALL LIEBS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 09:30:47 Ich würde gerne auf die Punkte eingehen.

1. Was du beschreibst, bedeutet aber z. B. auch mehr Präsenz von Polizei, Sicherheitspersonal und Rettungsdiensten. Außerdem Menschen, die in Wohnungen zusammen Fußball schauen und plötzlich aus Hauseingängen kommen …
Zudem war es kein Deutschlandspiel, also vielleicht nicht ganz so euphorisch und partylastig. Ich halte das nach wie vor für eine aus Tätersicht unkontrollierbare Situation. Aber wir waren beide nicht dabei, deine Überlegungen können natürlich zutreffend sein. Zumindest verstehe ich deine Gedankengänge jetzt besser.

2. Dem würde ich widersprechen. Es gibt sehr viel, was seitens der Polizei nicht gut lief. Und ich halte es für den fatalsten Fehler, dass sie wegen der Anrufe ihre Maßnahmen wieder herunterfuhren. Aber reagiert haben sie durchaus. Bedenkt man die Volljährigkeit von Frauke, eigentlich sogar ziemlich schnell.

Wie gehen deine Überlegungen denn weiter? Warum wollte der Täter irgendeine beliebige Frau abgreifen?
Zu Deinem ersten Satz: Mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten stimmt. Aber man muss bedenken, dass Sicherheitskräfte und Polizei sich dann vor allem mit der Kontrolle der Sicherheit der Spiele, von Ausländern, Fan-Zonen beschäftigen, eine Menschenmenge überwachen, und nicht mit einzelnen Straßenereignissen. Denn, wie ich gesagt habe, während der WM-Atmosphäre hat man ein wenig das Gefühl, als hätten Verbrechen Urlaub gemacht.

Das ist eine gute Frage, ich werde später ausführlicher darauf eingehen. Aber ich sehe den Täter als jemanden, der seine sadistischen und sexuellen Fantasien erfüllen wollte, die darin bestehen, die volle Kontrolle über eine Frau zu haben. Psychopathische Neigungen, Ungeschick im persönlichen Leben, aber ziemlich hohe Intelligenz, eine Art nerdhafte Fähigkeit zu planen und auf verschiedene Handlungen der Umgebung zu reagieren.
Jolu65
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Nun die Theorie mit dem "Bestattungsgewerbe" ließe sich ja leicht ausermitteln.
Aber der Hinweis- ich bin noch am Leben könnte schon in die Richtung weisen. Selbstverständlich sind Leichenwagen eher unauffällig und laden nicht zu einer Polizeikontrollen ein - schon aus Pietätsgründen.
Es geht dann Anknüpfungspunkte, die ja bei einer Tätigkeit im Krankenhaus zum Bestattergewerbe in gewissem Maß auch gegeben sind.
Also ich finde die Idee nicht abwegig.
JohnLemon
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von JohnLemon »

Jolu65 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 11:29:58 Nun die Theorie mit dem "Bestattungsgewerbe" ließe sich ja leicht ausermitteln.
Aber der Hinweis- ich bin noch am Leben könnte schon in die Richtung weisen. Selbstverständlich sind Leichenwagen eher unauffällig und laden nicht zu einer Polizeikontrollen ein - schon aus Pietätsgründen.
Es geht dann Anknüpfungspunkte, die ja bei einer Tätigkeit im Krankenhaus zum Bestattergewerbe in gewissem Maß auch gegeben sind.
Also ich finde die Idee nicht abwegig.
Abwegiges gibt es in diesem Fall kaum, alles ist (fast) möglich. Der Grundsatzgedanke, dass es sich um einen Täter aus ihrem (beruflichen) Umfeld handelt, ist aus meiner Sicht absolut plausibel, das kann aber auch in alle anderen Richtungen gedacht werden.
HHmoin

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HHmoin »

@Detectiv Bartec

Verbrechen hatte Urlaub.. ja die WM hat abgelenkt .. Party halt.

..kann man ja mal ins Rotlicht gehen und fragen wie die Prostituierten die Zeit empfanden.
Laut Medien haben die Bordellbetreiber und Zuhälter fett abkassieren wollen und es wurde ein riesen Andrang in den Bordellen vermutet welcher ja anscheinend nicht wirklich eintraf.. also die Herren investierten in Frauen aus allen möglichen Ländern aber das fette Geld kommt nicht richtig rüber.... ich frag mich wer das möglicherweise verlorene Geld wieder rein holen musste.. und auf welche Art und Weise? Ob sich da jemand um den Arbeitsschutz der Frauen gekümmert hat?

Und wenn auf dem Hof am Strang in der Zeit wirklich ein Pferd verkauft wurde würde ich gern mal wissen ob das wirklich ein pferd war..
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Iven
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Iven »

Gast2 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 04:06:57 Ja, tendenziell eher der zweite Satz.
Es sind eher einzelne Buchstaben, die etwas ergeben, wenn man sie richtig zusammensetzt.

Okay, aber dann meine ich doch etwas anderes.
Wann wird er kommen, der gesetzliche Feiertag "Tag der Befreiung von linker Ideologie"?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von caro »

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 10:52:12 @HP1
Du gehst immer davon aus, dass die Telefonate eine Reaktion des Täters auf den Beginn der Ermittlungen waren und dass das einer der Kernpunkte deiner Argumentation ist – dass er „versuchte, einen Brand zu löschen, den er selbst gelegt hat“.
Aber was, wenn nicht? So wie ich es vermute: Was, wenn die Telefonate vielmehr eine Manifestation der vollständigen Kontrolle des Täters über die Situation waren?
Ich würde nicht zu 100% annehmen, dass die Telefonate schon seit langer Zeit Teil seines Plans waren – aber vielleicht gefiel ihm das Chaos, das die SMS ausgelöst hatte, so sehr, dass er beschloss, auf diese Weise mit der Familie und der Polizei zu spielen, weil es seine tiefsten Bedürfnisse nach Dominanz erfüllte.
Er fühlte sich dabei auch jedem psychologisch überlegen, als hätte er Macht über jeden.
Ich sehe diese Telefonate anders als du.
Nicht die SMS hat das Chaos ausgelöst, sondern Fraukes Fehlen.

Und das Ausbleiben eines Anrufes am Mittwoch wird vielfach so gedeutet, dass er für die Anruffahrten noch gar nicht vorbereitet gewesen war.
Die erste Anruf kam Donnerstagabend, nachdem am Mittwoch und am selbigen Tag öffentlich nach Frauke gesucht wurde.

Wenn die Anrufe weiterhin ausgeblieben wären, wäre die Polizei von einem schweren Verbrechen ausgegangen und hätte zeitnah sämtliche Kameraaufnahmen im öffentlichen Raum (Tankstellen, Bankautomaten etc.) gesichtet.
So gesehen waren die Anrufe für den Täter der Wahrscheinlichkeit nach notwendig (und nicht nur blos ein "Kick"), um nicht schon früh gefasst zu werden.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von caro »

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 03:07:54 Ich habe mich auch mit dieser Möglichkeit beschäftigt, scheitere aber immer an folgenden Punkten (führe jetzt nicht alle auf):

1.
Welcher Ort hätte das sein können?
Meine Bedenken mit dem eigenen Zuhause des Täters habe ich eben geschildert.

Was bleibt noch für ein vom Täter geplantes Rendez-vous?

Das Auto - als Festhalteort für eine Woche nach meiner Ansicht vollkommen ungeeignet.

Irgendeine Wiese, ein Waldstück – kein abschließbarer Ort.

Ein Schuppen, eine Jagdhütte – wenn für den Täter zugänglich, dann auch für andere.
Zudem war Sommer, Jugendliche sind abenteuerlustig, eine Menge Leute gingen mit ihren Hunden spazieren, wanderten, fuhren Rad.

Und je entlegener der Ort, um so auffälliger die Autofahrt zu ihm.
Die Alternative, Frauke geknebelt und an den Händen gefesselt mehrere Hundert Meter durch einen Wald laufen zu lassen, wäre auch nicht besser gewesen.

2.
Welchen Sinn hätte es für den Täter gehabt, Frauke eine ganze Woche festzuhalten?
Wenn er gehofft hätte, sie beruhigen und von einer Anzeige abbringen zu können:
Es ist doch sehr anzunehmen, dass Frauke zum Schein darauf eingegangen wäre. Natürlich ist es naheliegend, dass dem Täter aufgegangen wäre, sich darauf nicht verlassen zu können. Aber für diese Erkenntnis soll der Täter eine Woche gebraucht haben? Zumal ihm nicht entgangen sein dürfte, dass Frauke sich in der Gefangenschaft nicht gerade erholte.

3.
Wozu die Anrufe (Plural)?
Frauke war bereits zwei Tage in seiner Gewalt, als sie das erste Mal anrief.
Warum ließ er sie nicht früher frei oder wenigstens bald nach diesem Anruf?

4.
Nach meiner Ansicht spricht das Verhalten des Täters klar für seine Skrupellosigkeit und Nervenstärke. – und gegen die Annahme eines panisch agierenden und überforderten Täters.

1.
Welcher Ort hätte das sein können?
Einfamilienhaus, (Bauern-)Hof, Wohnwagen.

Prinzipiell eine Frage, die man sich auch bei einem planenden Täter stellen muss.

2.
Z.B. Spuren einer Verletzung (blaues Auge, geschwollene Lippe) die erst abklingen sollten.
Dann an einer Geschichte basteln. Zuerst wie Frauke am glaubwürdigsten einen gescheiterten Annäherungsversuch/Übergriff ihren Umfeld erklären sollte.
Dann, als die Tage verstrichen, eine die ihr tagelanges Fehlen erklären sollte.

Vielleicht kann man das sich das auch wie bei einem Streit vorstellen. Der ist auch nicht nach einem Tag gelöst.
Es brauchte Zeit, Überzeugungskraft und Vertrauen, die man nach so einem gravierenden Vorfall in dieser kurzen Zeit noch nicht herstellen konnte.

3.
Wozu die Anrufe (Plural)?
Um die Ermittlungen einzudämmen und Zeit zu gewinnen.

Warum ließ er sie nicht früher frei oder wenigstens bald nach diesem Anruf?
Siehe Punkt 2

4.
Warum fährt er dann, fast ausschliesslich, nur im Dunkeln, wie eine kleine feige Ratte in einsame Gegenden?
Warum, wenn er so verwegen und nervenstark gewesen sein soll, mal nicht direkt vor ihrer Haustür?

Und wenn er die Situation so unter Kontrolle hatte und sie genoss, warum sind die Anrufe dann nur so kurz?
Warum immer nur einmalig bei Chris? Wenn er doch - weil er angeblich wusste, dass die Polizei ihn nicht mehr orten würde - Frauke im Anschluss noch bei weiteren Personen hätte anrufen lassen können.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

HHmoin hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 11:49:58 @Detectiv Bartec

Verbrechen hatte Urlaub.. ja die WM hat abgelenkt .. Party halt.

..kann man ja mal ins Rotlicht gehen und fragen wie die Prostituierten die Zeit empfanden.
Laut Medien haben die Bordellbetreiber und Zuhälter fett abkassieren wollen und es wurde ein riesen Andrang in den Bordellen vermutet welcher ja anscheinend nicht wirklich eintraf.. also die Herren investierten in Frauen aus allen möglichen Ländern aber das fette Geld kommt nicht richtig rüber.... ich frag mich wer das möglicherweise verlorene Geld wieder rein holen musste.. und auf welche Art und Weise? Ob sich da jemand um den Arbeitsschutz der Frauen gekümmert hat?

Und wenn auf dem Hof am Strang in der Zeit wirklich ein Pferd verkauft wurde würde ich gern mal wissen ob das wirklich ein pferd war..
Von welchem Pferdeverkauf ist die Rede?
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

caro hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 15:02:36 Nicht die SMS hat das Chaos ausgelöst, sondern Fraukes Fehlen.

Und das Ausbleiben eines Anrufes am Mittwoch wird vielfach so gedeutet, dass er für die Anruffahrten noch gar nicht vorbereitet gewesen war.
Die erste Anruf kam Donnerstagabend, nachdem am Mittwoch und am selbigen Tag öffentlich nach Frauke gesucht wurde.

Wenn die Anrufe weiterhin ausgeblieben wären, wäre die Polizei von einem schweren Verbrechen ausgegangen und hätte zeitnah sämtliche Kameraaufnahmen im öffentlichen Raum (Tankstellen, Bankautomaten etc.) gesichtet.
So gesehen waren die Anrufe für den Täter der Wahrscheinlichkeit nach notwendig (und nicht nur blos ein "Kick"), um nicht schon früh gefasst zu werden.
Ich habe nirgendwo geschrieben, dass die SMS von Frauke das Chaos ausgelöst habe.
Ich habe mehrfach geschrieben, dass der Täter bereits mit dem Verfassen der SMS vom Frauke-Handy begann, Zeit zu gewinnen und damit anfing, sein Modus Operandi anzuwenden, den er anschließend mit den Telefonanrufen fortsetzte.

Es ist zudem wichtig, daran zu erinnern, dass Frauke in dem Moment, als sie den Anruf von Frank entgegennahm, auch eine SMS an Chris schickte.
Der Täter setzte diese Taktik also auch später erneut per SMS fort.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

caro hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 16:22:24 1.
Welcher Ort hätte das sein können?
Einfamilienhaus, (Bauern-)Hof, Wohnwagen.

Prinzipiell eine Frage, die man sich auch bei einem planenden Täter stellen muss.

2.
Z.B. Spuren einer Verletzung (blaues Auge, geschwollene Lippe) die erst abklingen sollten.
Dann an einer Geschichte basteln. Zuerst wie Frauke am glaubwürdigsten einen gescheiterten Annäherungsversuch/Übergriff ihren Umfeld erklären sollte.
Dann, als die Tage verstrichen, eine die ihr tagelanges Fehlen erklären sollte.

Vielleicht kann man das sich das auch wie bei einem Streit vorstellen. Der ist auch nicht nach einem Tag gelöst.
Es brauchte Zeit, Überzeugungskraft und Vertrauen, die man nach so einem gravierenden Vorfall in dieser kurzen Zeit noch nicht herstellen konnte.

3.
Wozu die Anrufe (Plural)?
Um die Ermittlungen einzudämmen und Zeit zu gewinnen.

Warum ließ er sie nicht früher frei oder wenigstens bald nach diesem Anruf?
Siehe Punkt 2

4.
Warum fährt er dann, fast ausschliesslich, nur im Dunkeln, wie eine kleine feige Ratte in einsame Gegenden?
Warum, wenn er so verwegen und nervenstark gewesen sein soll, mal nicht direkt vor ihrer Haustür?

Und wenn er die Situation so unter Kontrolle hatte und sie genoss, warum sind die Anrufe dann nur so kurz?
Warum immer nur einmalig bei Chris? Wenn er doch - weil er angeblich wusste, dass die Polizei ihn nicht mehr orten würde - Frauke im Anschluss noch bei weiteren Personen hätte anrufen lassen können.
Der Täter beschränkte sich nicht nur auf kurze Telefonate – der letzte Anruf war lang.
Zudem zeigte der Täter eine große Flexibilität: Er erlaubte Frauke sogar, einen Anruf ihres Bruders entgegenzunehmen.

Der Täter fuhr nicht durch irgendwelche Dörfer, um die Anrufe von Frauke zu ermöglichen – er fuhr direkt nach Paderborn, also genau dorthin, wo sie gesucht wurde und wo sie lebte, wie man so sagt: in die Höhle des Löwen.
Er wagte es sogar, Frauke am Nachmittag aus Paderborn heraus anrufen zu lassen.

Ich sehe darin keinen feigen Jungen, sondern einen Täter, der genau wusste, was er tat, der alles geplant hatte und dabei zudem große Kühnheit und Entschlossenheit zeigte.
Nancy

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Nancy »

Wie gesagt die Videos ..ein Mann ist auch darauf der Frauke kannte und der vom Horrorhaus Paar bedroht wurde.
Diese Frau hat sich nicht irgendwie dumm verhalten. Es hätte jeden Treffen können. Sie wurde während ihrer Pause bei der Arbeit unter Drogen gesetzt. Dementsprechend kam auch der Fall im Chemiewerk als Vermutung noch dazu. Muss nicht. Ist nur etwas ähnlich, nur das es da Gift war. Bei ihr wohl aber Drogen.

Und wann hat N Geburtstag und wann war der angebliche Selbstmord von N Kumpel?

Zufällig nach Auffinden der Leiche von Frauke, erschießt sich urplötzlich ein Jäger ausversehen selbst im Kreis Paderborn. Vielleicht hatte der Jäger ja W im Wald gesehen und dachte, er wäre jetzt schon verrückt geworden und hatte es abgespalten. Nur W wusste das z.b mal angenommen und folgt ihn unauffällig. Zufälle über Zufälle

Also die Frau traf auch auf N z.B ab Mai 2006

Daher ist ja entscheidend, 2 Männer die ihr Motorrad von W reparieren ließen, kennen 2 unterschiedliche Frauen

Plus wichtig Drogendealer security Araber oder so
Die womöglich Funk der Polizei abhörten
Trodat5203
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 08:47:24 Genau. Es geht hier vor allem um diese psychologisch positive Atmosphäre: das Gefühl, dass wir alle ein Volk sind, dass wir uns über ein großes Turnier freuen. Dadurch steigt das Vertrauen, während die Wachsamkeit sinkt. Das hat Frauke ganz sicher auch so empfunden – sie lebte dieses Turnier, ging zu den Spielen und kleidete sich in den Nationalfarben.

Ein Täter, der einen Plan hatte und sie in dieser positiven Stimmung ansprach, hätte sie meiner Meinung nach durchaus zu etwas überreden können. Und wie du richtig sagst: Es könnte auch freiwillig gewesen sein – dann hätte es erst recht keine Zeugen gegeben, die auf irgendetwas aufmerksam geworden wären.
Womit hätte er Frauke denn überreden können?
Es war mitten in der Woche, am nächsten Tag war morgens früh Schule. Frauke war nicht betrunken, nicht Mal angetrunken und auch nicht in Partylaune, sondern müde, vllt etwas enttäuscht über Niels' Absage und wollte nach Hause. Unter der Woche dürften sich auch nicht groß Gelegenheiten zum weiteren Feiern angeboten haben. Also wenn Frauke in ein Fahrzeug stieg, dann wohl eher um zu reden. Reden, weil derjenige mit ihr reden wollte. Vllt bräuchte er ihren Rat. Vllt wollte man sich näher Kennenlernen oder einfach so nen bisschen im Auto durch die Gegend cruisen und dabei noch ein wenig plaudern.
Somit hätte die Tat durch Kommunikation begonnen und mEn würde sie auch so weiter geführt. Ich ordne das Telefon in diesem Fall als Tatwerkzeug ein. Es wurde nach außen kommuniziert. MMn ist es daher auch sehr wahrscheinlich, dass der Täter auch Frauke gegenüber Sprache als Druckmittel benutzte. Die eher gewaltarme Tötung passt für mich ebenso nicht in das Bild eines Täters, der sadistisch ist und gefallen daran findet sein Opfer zu quälen. Die vermeintliche Sedierung passt ebenso nicht zu einem Sadisten, der eher möchte, dass das Opfer die Qualen in vollem Bewusstsein und Umfang erlebt.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 01:23:48 Wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt, ist auch ein Keller nicht sehr geeignet.
Andere Mieter könnten im Keller Geräusche hören und benutzen die Garage ebenfalls. Wer besitzt mit 25 oder 30 ein eigenes Haus? Und auch im Alter darüber ist es nach meinem Eindruck unter Alleinstehenden (es sei denn, sie sind geschieden oder verwitwet) eher üblich, in einer Wohnung zu leben als sich den Aufwand von Haus und Garten zuzumuten, wenn man als Berufstätiger ohnehin nicht viel davon hat.

Einem Täter, der keine Entführung plante, hätte es nichts genutzt, wenn Kabelbinder und Seile zu Hause in seinem Keller liegen. Er musste Frauke an Ort und Stelle überwältigen.

Er hätte sie, körperliche Stärke vorausgesetzt, zwar niederringen, aber nicht gleichzeitig Auto fahren können. Nach meinem - allerdings unzulänglichen - Wissensstand ist es keineswegs so einfach, jemanden bewusstlos zu schlagen. Ein paar brutale Ohrfeigen reichen in der Regel nicht, und bei einer stärkeren Gewalteinwirkung auf den Schädel hätten sich später davon doch noch wahrscheinlich Spuren finden lassen?

Wenn es dem Täter gelungen wäre, Frauke zu sich nach Hause zu locken, hätte er im Fall einer Wohnung die oben geschilderten Probleme gehabt. Abgesehen von der Gefahr, dass Frauke Wohnungsnachbarn auf sich hätte aufmerksam können, hätte der Täter sie für die Anrufe fünfmal zu seinem Auto und mindestens viermal zurückbringen müssen – und zwar in einem nicht bewusstlosen Zustand, denn sie musste ja telefonieren.

In einem Mehrfamilienhaus hätte er sie auf dem Weg zur Garage also knebeln müssen, und viele solcher Häuser haben keinen direkten Zugang zu einer Garage. Frauke hätte sich, eine Übelkeit oder eine Verletzung vortäuschend, fallen lassen können, etc.
Das Einkaufen wäre wirklich kein Problem gewesen, aber vieles andere schon.
Ja aber moment mal .. du schreibst, eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus beispielsweise wäre nicht gegangen ...geb ich dir Recht! Aber siehst du, da sind wir doch wieder bei den Möglichkeiten.

Nimm einen planenden Täter, lass ihn einen Spitzenplan entwerfen und dann lebt er aber nun Mal leider mitten in der Stadt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Kann er seinen Plan dann einfach umsetzen? Nein. Dann benötigt er andere Optionen die er sich beschaffen muss. Er muss also ein Wohnmobil mieten (falls er keins besitzt) oder er muss eine Halle anmieten (falls er keine hat). Macht das jemand extra für eine Woche, für ein einziges Opfer??? Halte ich für eher unwahrscheinlich.

Und jetzt kommen wir zum Punkt der Opferbeschaffung: wenn er das genauso für diese Woche geplant hatte, dann muss er an dem Abend auf Beutezug gewesen sein. Dann dürfte Frauke eher ein Zufallsopfer gewesen sein oder? Denn für sie lief der Abend nicht nach Plan. Woher konnte denn der Täter wissen wann Frauke wo sein wird und dass sich eine Gelegenheit für ihn ergibt?

Ich bleibe dabei: WENN der Täter die Möglichkeiten dazu hat jemanden zu transportieren, jemanden gesichert irgendwo festzuhalten und Ortskenntnis besitzt, dann kann er diese Tat durchführen und dann ist es auch ohne Plan möglich.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Frauke durfte während des letzten Telefonts ziemlich frei sprechen. Sie hätte womöglich noch deutlich länger telefoniert, hätte Chris das Telefonat nicht beendet.
Würde ein Täter, der sadistisch ist und die volle Kontrolle will, Frauke sowas überhaupt zugestehen? Sie durfte sogar aktiv nach Karen fragen und entscheiden, dass sie jetzt nicht nur mit Chris, sondern auch mit ihrer Schwester im Raum telefonieren darf ("Gib mir Karen!"). Stellt euch das mal vor. Sie war so frei, dass sie das einfach durfte, ohne Sorge, dass das nicht der Vorgabe entspricht. Der Täter hätte ihr sonst zu verstehen gegeben, dass sie auflegen soll. Weshalb hat er das zugelassen?
Natürlich kann auch sein, dass das Fraukes "Fehler" und ihr Todesurteil war, dass sie da eigensinnig agierte, ihrer Schwester vermittelte, sie würde sich verabschieden und man spätestens nach diesem Telefonat ja auch klar wusste, dass sie nicht freiwillig weg war.

Ich glaube aber, dass das nicht der Grund war, weshalb sie danach starb. Ich glaube, jemand wollte all das Chris anhängen, von Anfang an hat es jemand auf ihn abgesehen, wollte er ihm diese Entführung und den späteren Mord anhängen. Doch - es gab plötzlich mit Karen im Raum noch eine Zeugin für die Telefonate. Plötzlich lief das so gar nicht mehr, denn Karen konnte bezeugen, dass sie dieses Telefonat auch führte, dass es Frauke war und sie war mit Chris in einem Raum. Das Risiko hatte der Täter nicht als der Bruder anrief - hätte dennoch Chris sein können. Aber es wurde so gedreht, dass die Anrufe folgten, wenn er alleine war. Dass Karen da war, wusste der Täter nicht, sein Plan war dahin und Frauke musste sterben.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

Gast hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 20:10:47 Frauke durfte während des letzten Telefonts ziemlich frei sprechen. Sie hätte womöglich noch deutlich länger telefoniert, hätte Chris das Telefonat nicht beendet.
Würde ein Täter, der sadistisch ist und die volle Kontrolle will, Frauke sowas überhaupt zugestehen? Sie durfte sogar aktiv nach Karen fragen und entscheiden, dass sie jetzt nicht nur mit Chris, sondern auch mit ihrer Schwester im Raum telefonieren darf ("Gib mir Karen!"). Stellt euch das mal vor. Sie war so frei, dass sie das einfach durfte, ohne Sorge, dass das nicht der Vorgabe entspricht. Der Täter hätte ihr sonst zu verstehen gegeben, dass sie auflegen soll. Weshalb hat er das zugelassen?
Natürlich kann auch sein, dass das Fraukes "Fehler" und ihr Todesurteil war, dass sie da eigensinnig agierte, ihrer Schwester vermittelte, sie würde sich verabschieden und man spätestens nach diesem Telefonat ja auch klar wusste, dass sie nicht freiwillig weg war.

Ich glaube aber, dass das nicht der Grund war, weshalb sie danach starb. Ich glaube, jemand wollte all das Chris anhängen, von Anfang an hat es jemand auf ihn abgesehen, wollte er ihm diese Entführung und den späteren Mord anhängen. Doch - es gab plötzlich mit Karen im Raum noch eine Zeugin für die Telefonate. Plötzlich lief das so gar nicht mehr, denn Karen konnte bezeugen, dass sie dieses Telefonat auch führte, dass es Frauke war und sie war mit Chris in einem Raum. Das Risiko hatte der Täter nicht als der Bruder anrief - hätte dennoch Chris sein können. Aber es wurde so gedreht, dass die Anrufe folgten, wenn er alleine war. Dass Karen da war, wusste der Täter nicht, sein Plan war dahin und Frauke musste sterben.
Ich bin der Meinung, dass Frauke bereits vor dem Gespräch wusste, dass es ihr letztes Gespräch mit der Familie sein würde. Der Täter hatte sie darüber informiert, dass er ihr die Möglichkeit gebe, sich zu verabschieden. Und deshalb erlaubte er auch, dieses Gespräch zu verlängern. Frauke war psychisch von Beginn dieses Gesprächs an völlig zerstört. Ich denke, der Täter lebte dabei seine makabren Fetische aus, indem er sich wie der Herrscher über Leben und Tod fühlte, als er Frauke gnädigerweise ein letztes Abschiednehmen vor ihrem Tod gestattete. Viele Experten sind der Ansicht, dass sie kurz nach diesem Gespräch getötet wurde – alles passt zusammen.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Oliver Cromwell »

Alles dreht sich seit Jahren immer wieder um die Anrufe, bzw. deren Inhalte. Sie geben verschiedenste Möglichkeiten zur Interpretation.

Ich würde mich gedanklich gerne davon lösen wollen. Diese Diskussionen bringen ums seit Jahren keinen Millimeter weiter und wird uns auch zukünftig nicht weiterbringen, da uns eine ganz entscheidende Komponente fehlt.

Wir kennen zwar teilweise die gesprochenen Worte, aber wir wissen nicht, wie sie ausgesprochen wurden (Gefühlslage). Ein immens wichtiger Faktor in der menschlichen Kommunikation, wie die Worte betont werden und demnach wieder unterschiedliche Bedeutung ergeben.

Von daher sind die ganzen Deutungsversuche leider nur "Glaskugelei" und bringen die Diskussionen fortlaufend wieder durcheinander.

So, jetzt dürft ihr mich hauen ;)
Gast n

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast n »

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 17:24:02 Der Täter beschränkte sich nicht nur auf kurze Telefonate – der letzte Anruf war lang.
Zudem zeigte der Täter eine große Flexibilität: Er erlaubte Frauke sogar, einen Anruf ihres Bruders entgegenzunehmen.

Der Täter fuhr nicht durch irgendwelche Dörfer, um die Anrufe von Frauke zu ermöglichen – er fuhr direkt nach Paderborn, also genau dorthin, wo sie gesucht wurde und wo sie lebte, wie man so sagt: in die Höhle des Löwen.
Er wagte es sogar, Frauke am Nachmittag aus Paderborn heraus anrufen zu lassen.

Ich sehe darin keinen feigen Jungen, sondern einen Täter, der genau wusste, was er tat, der alles geplant hatte und dabei zudem große Kühnheit und Entschlossenheit zeigte.
Das ist ein wichtiger Punkt mit Paderborn, der gerne untergeht. Angenommen er war „mobil-stationär“ mit Frauke in der Gegend Hebram, Driburg, was auch immer. Dann fährt man „zu Aneufen raus“ (wenn es bloß um funkmaste etc. geht) die Wiesbadens ins nirgendwo führen (Brakel, Höxter, Warburg) etc wo es 0,0 um Frauke geht.

Nein der Täter fährt immer wieder ins Wespennest, aus dem er die Biene entführte: Paderborn. Das liegt wohl daran, dass er sich in den Industrie Gebieten so sicher gefühlt hat, die Parkplätze etc. ihm alles so vertraut war, dass es mit seinem Beruf, seiner Arbeit zu tun haben MUSS.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

Iven hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 11:59:49 Okay, aber dann meine ich doch etwas anderes.
Wenn ich versuche, die Worte "ich lebe noch" als Botschaft an ihre Familie zu deuten, sehe ich nur einen Hinweis in dem "noch" - dass ihr Leben also in großer Gefahr ist.
HP1
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HP1 »

Gast hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 20:10:47 (...)
Ich glaube aber, dass das nicht der Grund war, weshalb sie danach starb. Ich glaube, jemand wollte all das Chris anhängen, von Anfang an hat es jemand auf ihn abgesehen, wollte er ihm diese Entführung und den späteren Mord anhängen. Doch - es gab plötzlich mit Karen im Raum noch eine Zeugin für die Telefonate. Plötzlich lief das so gar nicht mehr, denn Karen konnte bezeugen, dass sie dieses Telefonat auch führte, dass es Frauke war und sie war mit Chris in einem Raum. Das Risiko hatte der Täter nicht als der Bruder anrief - hätte dennoch Chris sein können. Aber es wurde so gedreht, dass die Anrufe folgten, wenn er alleine war. Dass Karen da war, wusste der Täter nicht, sein Plan war dahin und Frauke musste sterben.
Chris war ab Donnerstag in Lübbecke (bei Vater/Freundin). Jemand, der es "so gedreht hätte", dass Chris bei den Anrufen alleine war, der hätte das doch jedenfalls gewusst. Der hätte das auch gewusst, wenn er nur so halbwegs was von Chris aktuellem Lebensalltag gewusst hätte, ganz ohne so genaue Einblicke, dass er was hätte "drehen können".
Und dass Chris nicht gleichzeitig in Lübbecke (er wird ja zeitnah vor und/oder nach den Anrufen mit jemandem dort Kontakt gehabt haben) und zum Telefonieren mit Fraukes Handy in PB sein konnte, müsste dem klar gewesen sein.
Auch, dass die Anruforte wohl jedenfalls ermittelt werden würden, war klar nach der öffentlichen Info, die nächtliche SMS sei aus dem Raum Nieheim gekommen - noch vor dem ersten Anruf.
Kurz, so ein Bohei, um Chris was anzuhängen und gleichzeitig schon vor dem ersten Anruf offensichtlich, dass es auf diese Weise und mit dieser zeitlichen Abfolge der Anrufe nicht funktionieren wird? Eher nicht.
Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 19:55:42 Ja aber moment mal .. du schreibst, eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus beispielsweise wäre nicht gegangen ...geb ich dir Recht! Aber siehst du, da sind wir doch wieder bei den Möglichkeiten.

Nimm einen planenden Täter, lass ihn einen Spitzenplan entwerfen und dann lebt er aber nun Mal leider mitten in der Stadt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Kann er seinen Plan dann einfach umsetzen? Nein. Dann benötigt er andere Optionen die er sich beschaffen muss. Er muss also ein Wohnmobil mieten (falls er keins besitzt) oder er muss eine Halle anmieten (falls er keine hat). Macht das jemand extra für eine Woche, für ein einziges Opfer??? Halte ich für eher unwahrscheinlich.

Und jetzt kommen wir zum Punkt der Opferbeschaffung: wenn er das genauso für diese Woche geplant hatte, dann muss er an dem Abend auf Beutezug gewesen sein. Dann dürfte Frauke eher ein Zufallsopfer gewesen sein oder? Denn für sie lief der Abend nicht nach Plan. Woher konnte denn der Täter wissen wann Frauke wo sein wird und dass sich eine Gelegenheit für ihn ergibt?

Ich bleibe dabei: WENN der Täter die Möglichkeiten dazu hat jemanden zu transportieren, jemanden gesichert irgendwo festzuhalten und Ortskenntnis besitzt, dann kann er diese Tat durchführen und dann ist es auch ohne Plan möglich.
Ja, das ist das Ding mit den Wahrscheinlichkeiten, da lauern Milchmädchen hinter jeder Ecke, um einem was vorzurechnen. Ich meine, wir beide hatten es auch schonmal davon, hier im ÖF oder PN.

Richtig, um das Opfer ohne Vorplanung aus einer Situation heraus eine Woche festhalten und zudem an andere Orte transportieren zu können, müssen Voraussetzungen gegeben sein.
Klar ist das für sich genommen unwahrscheinlich, dass das bei einem gegebenen Spontantäter so gegeben ist.

Man muss dabei aber auch nicht päpstlicher sein als der Papst - ein Transporter oder WoMo wäre natürlich ideal, ein planender Täter hätte vielleicht sowas besorgt, aber für den Spontantäter hätte es genauso auch ein Kombi getan. Opfer fesseln, knebeln, in den Kofferraum und Decke drüber, Fahrt bei Dunkelheit und nicht durch Wohngebiet, Ampelkreuzungen... passt doch. Wäre so sogar mit einer Limousine und Frauke so auf der Rückbank machbar. Und wenn ich überlege, ob ich selbst jemanden eine Woche unbemerkt wo unterbringen und holen/zurückbringen könnte, da fällt mir auch was ein. Nicht ideal, wohne in MFH/Wohngebiet und mein Ferienhaus ist 1500km weit weg, aber nach kurzem Überlegen hab ich da schon zwei machbare Optionen am Start.

Aber darum gehts an der Stelle bzgl. Wahrscheinlichkeiten gar nicht.
Es ist das Gesetz der großen Zahlen - wenn etwas ausreichend häufig vorkommt, ist das Auftreten eines unwahrscheinlichen Details keine Frage des Ob, sondern des Wann.
Heißt in dem Fall: Es passieren tagtäglich ungeplante Situationen aus spontanen Übergriffen, wo der Täter das lieber verheimlichen, Folgen für sich vermeiden und das vielleicht mit dem Opfer "klären" will. Ich gehe davon aus, dass in vielen(!) dieser Situationen erstmal so ein spontanes Folgeverhalten auftritt, das Opfer (aufgebracht, evtl. sichtbar verletzt) am sofortigen Gehen zu hindern, nach einer Lösung suchen zu wollen ohne Plan, wie das denn aussehen soll.
Nun hätte in den meisten Fällen der Täter nicht die Möglichkeit, das Opfer längerfristig unentdeckt festzuhalten - schon weil irgendwer weiß, dass sich das Opfer bei ihm befindet/befinden könnte, weil im Kontext klar wäre, dass er als wahrscheinlicher Täter identifizierbar im Falle ihres Verschwindens wäre, weil ein Festhalten genau da ebenso wie ein unbemerkter Abgang mit dem Opfer nicht möglich wäre usw.
In all diesen Fällen kommt es zu keinem Fall, den wir hier besprechen würden. Das Opfer geht, der Täter kriegt ne Anzeige oder zumindest soziale Konsequenzen, oder das Opfer hält dicht, aus welchen Beweggründen auch immer. Alltag in Deutschland.
Nun ist es unwahrscheinlich, aber eben möglich, dass es eben doch passt - Situation geeignet für unauffälliges Verschwinden, der Täter keine Person, auf die man (mangels Kenntnis?) sofort (oder überhaupt) als Verdächtigen kommen würde, und er hat zufällig die Möglichkeiten für Unterbringung und Transport.
Gesetz der großen Zehlen - wenn viele solche Tatanlässe stattfinden und mit einer geringen Wahrscheinlichkeit alles für einen derartigen Tatvollzug "passt", dann wird es irgendwann passieren. Wenn nicht bei Frauke, dann würden wir hier halt nicht über einen Frauke-Fall diskutieren, sondern über eine Mandy aus Cottbus oder so. Und würden uns da fragen, ob denn diese ach so unwahrscheinlichen Voraussetzungen tatsächlich zutreffen könnten.

Ich weiß aus Erfahrung, das ist nicht jedem nachvollziehbar, weil nicht gut intuitiv erfassbar. Aber die konkrete Zufallstat mit passenden Voraussetzungen ist nur eine unter vielen anderen, in dieser Hinsicht gleichberechtigten anderen Anlässen, bei denen die Voraussetzungen ebenfalls so hätten sein können und die ggf. zum Tatvollzug geführt hätten.


Und ich bin auch ganz dabei beim zweiten Teil: Aufgrund des kurzfristig und spontan entstandenen Bewegungsprofils von Frauke an jenem Abend (zudem nur sehr wenigen überhaupt "live" bekannt), wäre eine geplante/vorbereitete Tat eigentlich nur mit Frauke als Zufallsopfer eines (oder mehrerer) ihr unbekannten Täters plausibel. Und da wäre jedes Gezappel mit nächtlichen SMS aus der Pampa und wiederholten Anruffahrten noch sinnloser.
Außer natürlich, Frauke ging selbstbestimmt nicht direkt nach Hause, sondern noch wohin, wo jemand auf sie wartete der wusste, dass sie kommen würde. Und der hinreichend sicher sein konnte, dass niemand sonst von ihrem Umweg wusste. Und wo er hinreichend sicher sein konnte, dass es keine Zeugen für das Zusammentreffen geben würde. Ach ja, und da er nicht wissen konnte, dass Fraukes Handy aus sein würde, sollte der Ort/die nähere Gegend nicht groß mit ihm (oder einer PErsonengruppe, der er zugehört) in Verbindung stehen - innerstädtisch sind die FZ relativ klein, man hätte etwa Fraukes gewählten Heimweg ohne Weiteres rekonstruieren und bestätigen können, wenn ihr Handy an gewesen wäre.
Ziemlich viel, was so einer hätte wissen müssen, nicht wahr?
Hamburger
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Hamburger »

Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 19:55:42 [...]
Nimm einen planenden Täter, lass ihn einen Spitzenplan entwerfen und dann lebt er aber nun Mal leider mitten in der Stadt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Kann er seinen Plan dann einfach umsetzen? Nein. Dann benötigt er andere Optionen die er sich beschaffen muss.
Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 19:55:42 [...]
Nimm einen planenden Täter, lass ihn einen Spitzenplan entwerfen und dann lebt er aber nun Mal leider mitten in der Stadt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Kann er seinen Plan dann einfach umsetzen? Nein. Dann benötigt er andere Optionen die er sich beschaffen muss.
Du hast recht: Eine sichere Unterkunft wäre ein zentraler Bestandteil seines Planes gewesen.

Wir wissen nicht, ob der Täter das Verbrechen plante. Aber eines steht fest: Bis heute wurde Fraukes Versteck nicht gefunden.

Dem Täter war es möglich, Frauke an einem Ort unterzubringen, wo niemand etwas bemerkte. Er konnte sie von diesem Ort fünfmal zu einem Auto bringen und mindestens viermal wieder zurückbringen. Es war ein Ort, zu dem der Täter fahren und an dem er sich aufhalten konnte, ohne Verdacht von Nachbarn, zufällig vorbeikommenden Hundebesitzern, Joggern u. a. zu erregen.

Und das, obwohl das Verbrechen (nach dem Leichenfund) sehr große Aufmerksamkeit erregte und die Polizei die Bevölkerung in Paderborn und Umgebung öffentlich fragte, ob sie irgendetwas Auffälliges in ihrer Nachbarschaft, in ihrem Bekannten- oder Kollegenkreis beobachtet hätten. (Die WM war ein markantes Datum, und viele konnten sich auch nach wenigen Monaten daran erinnern, was sie in dieser Zeit erlebt hatten.)

Dass es dem Täter gelang, Frauke an einem solchen Ort zu verbergen, spricht nach meiner Ansicht weitaus mehr für einen Täter, der die Auswahl dieses Versteckes sorgfältig planen konnte, als für einen Täter, der in Panik und innerhalb weniger Stunden improvisieren musste.
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