MORDFALL LIEBS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
JohnLemon
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von JohnLemon »

HP1 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 10:16:56 Ja, die Anrufe als Reaktion auf die öffentlich gut sichtbaren Suchbemühungen, wo auch die mit Polizeilogo versehenen Flyer überall und die Info über den Wegpunkt Nieheim bereits am Donnerstag öffentlich gemacht wurde und einen klaren Eindruck von Ernsthaftigkeit und Nachdruck vermittelt haben. Zeitlich passt da der Beginn der Anrufe Donnerstag Abend wie die Faust aufs Auge.

Der Beginn der Anrufe Donnerstag Abend, ohne nach der "komme später"-SMS von Dienstagnacht am Mittwoch ein Lebenszeichen gegeben zu haben - das mMn bei einem geplanten (oder nach Tatbeginn etwa mit der SMS begonnenen) Vorhaben der "Beruhigung"/Vorspiegelung nahe liegend gewesen wäre.

Und inhaltlich eine Frauke, die wiederholt ihre baldige Heimkehr ankündigt, teilweise für denselben Tag. Macht das Sinn für einen Täter, der beruhigen und ein freiwilliges Fernbleiben suggerieren will, bzgl. der Anrufe inhaltliche Irritationen vermeiden will - wenn er schon weiß, dass Frauke nicht bald, geschweige denn am selben Tag heimkommen wird?
Ingrid Liebs hat das in ihrer Darstellung der Anruf-Woche schon treffend auf den Punkt gebracht: Warum sagt sie wiederholt sie kommt, kommt dann aber nicht? Genau das ist das Gegenteil von Beruhigung und Harmlosigkeit vortäuschen - wenn zu den jeweiligen Zeitpunkten schon klar ist, dass sie nicht heimkommen wird.

Insgesamt vermitteln die Anrufe als solche wie auch inhaltlich viel mehr den Eindruck von Planlosigkeit, von Aktionen in einer festgefahrenen Situation ohne Perspektive und Plan für die weitere Entwicklung in dem Moment. Da ist (bis Sonntag, immerhin fünf Tage lang) keine Entwicklung drin, keine Veränderung, keine erkennbare Zielstrebigkeit - außer dem wiederholt geäußerten "Ziel" baldiger Heimkehr. Es mag jetzt für manche revolutionär klingen, aber vielleicht sollte man dies einfach mal beim Wort nehmen als damals tatsächlich gegebene Zielsetzung, also nur rein hypothetisch? ;)

Und die andere Richtung, in die das gerne mal gedeutet wird, das stattfinden Lassen der Anrufe als Solche für den Täter befriedigend, Machtausübung und der Polizei/Umfeld/Öffentlichkeit auf der Nase herumtanzen? Also gar nicht als Handlung, die sich für den Täter aus den Umständen als sinnvoll/notwendig bezüglich des Tatgeschehens ergeben hätten, sondern als zentrale Handlung im Sinne der Taterfüllung, des primären Tatmotivs (sekundär wäre die Vermeidung erwischt zu werden)?

Ein so motivierter Täter hätte doch wohl ganz anders auf die Kacke gehauen. Ob der jetzt massive Horror-Anrufe inszeniert oder abgeschnittene Finger geschickt hätte, weiß ich natürlich nicht. Aber wenn der so sehr seine Freude daran gehabt hätte, die aufwändigen, risikobehafteten und ansonsten letztlich sinnlosen Anrufe zu inszenieren, dann wäre da doch mehr Drive drin gewesen, eine Steigerung erkennbar. Dann hätte Frauke nicht vier Tage lang (Do-So) brav ihr Sprüchlein aufgesagt in einer Weise, auf die sich das Umfeld keinen Reim machen konnte. (Zur Erinnerung, die Wahrnehmung der Situation in dieser Woche durch Chris/Angehörige als beunruhigend weil man nicht wusste, was los ist, beschrieben. Nicht als "es war klar, dass...". Änderte sich erst substantiell mit dem letzten Anruf.)
So uninspiriert und einfallslos wäre doch keiner, der Frauke aus so einem Motivkreis heraus entführt hätte und dem bei dem Gedanken an Fraukes Anrufe bei Chris einer abgeht, oder?
Wie Frau Liebs schon sagte: dem Täter ist die Situation entglitten. Er wusste nicht mehr, wie er aus der Nummer raus kommt. Da wird nichts mehr geplant, sich nur noch situativ über Wasser gehalten. Letztenendes hat er wohl keinen Weg raus aus der Nummer gefunden. Ob die Tötung beabsichtigt war oder aber eine Überdosis irgendwelcher Stoffe..
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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JohnLemon hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 05:31:23 Letzteres ist doch exakt der Knackpunkt hinsichtlich der Frage, ob der Täter aus dem Bekanntenkreis kommt oder nicht. Die Abendplanung hätte ja durchaus anders verlaufen können, somit wäre ein Auflauern durch den Täter ohne genaue Kenntnisse kaum sinnvoll und nicht praktikabel. Es wäre purer Zufall. Der Täter muss also Ort, Uhrzeit und um die Gruppen-Dynamik informiert gewesen sein. Da Frauke sich ja scheinbar im Pub erst entschied, den Abend nicht weiter ziehen zu wollen, kann der Täter diese Info nur von ihr selbst, innerhalb der Gruppe oder als stiller Beobachter im Pub selbst, aufgegriffen haben.

Anders wäre noch die Option, das Frauke den Täter aufsuchte: in weiterer Location, Zuhause, ausgemachter Treffpunkt, etc.

Da ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, wird der Täter womöglich hier zu finden sein.
Ich finde, man muss trotzdem in Betracht ziehen – und wir dürfen es nicht ausschließen –, dass all deine Zweifel auf eine einfache Weise erklärbar sind.
Es war die Zeit der Weltmeisterschaft, ein intensiver Abend, Chaos auf den Straßen. Der Täter hatte seit Monaten einen Plan vorbereitet, sein „Traum“ war es, ein junges Mädchen zu entführen. Frauke befand sich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde von ihm entführt.
Deshalb gibt es absolut keinen vorherigen Kontakt zwischen ihr und dem Täter, keine Spur, keine Verbindung. Nach dieser Theorie wäre Frauke völlig zufällig entführt worden – sie ging allein an einem Ort, an dem der Täter geplant hatte zuzuschlagen, sobald er ein junges Mädchen vorbeigehen sah.
HP1
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Oliver Cromwell hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 10:05:33 Ich würde gerne die Diskussion um den Schrauber um einen Aspekt erweitern.

In meiner Jugend war ein Schrauber nicht wirklich jemand, der den Beruf des Mechanikers gelernt hatte (oder gerade eine entsprechende Ausbildung machte). In der Regel war es irgendein Kumpel, der einem mal "für nen Fuffi" was repariert hat, weil er es konnte (z.B. weil es ein Hobby war).

Man sollte vielleicht mal 1 oder 2 Nieheimer (die damals so 18/19 Jahre alt waren) befragen, welche Namen ihnen dazu einfallen. Ich habe den Verdacht, dass dann ganz andere Personen auftauchen, als der Schrauber, der befragt wurde und der weitere, dessen Namen Iven bekannt ist.
Ja, auf jeden Fall eine sinnvolle Erweiterung :!:

Man muss halt überlegen, es ging ja explizit darum, bei Bedarf etwas an Fraukes Auto reparieren zu können. (Sagte Frau Liebs, allerdings nicht zu mir.)
Und da kommt ein junger Hobbyschrauber doch schnell an seine Grenzen - Hebebühne, Diagnosegeräte, Werkzeug... manches könnte der machen, vieles aber auch nicht.
Den reinen Hobbyschrauber um die 20 sehe ich da eher an Mopeds, evtl. Motorrädern herumbasteln, vielleicht die eine oder andere "Tuning"-Maßnahme am Auto machen, aber weniger in der Lage, Schäden/Defekte an Autos tatsächlich zu reparieren.

Aber es wäre natürlich auch gut vorstellbar, dass so ein junger Kerl, der einfach schonmal eine illegale AGA an sein Moped gelötet hat, da Frauke gegenüber dick aufgetragen hat um Eindruck zu schinden.

Mein "Schrauber" (auch so bezeichnet) aus der Zeit, wo es mir bei Reparaturen vor allem um niedrige Kosten ging, war jedenfalls tatsächlich ein angestellter Automechaniker, der mit Freunden/Kollegen noch eine private Garagenwerkstatt hatte, in erster Linie für den Eigenbedarf. Dort hat der dann auch, z.B. für mich, am Wochenende das eine oder andere günstig gerichtet. Aber das ist natürlich völlig anekdotisch.
HP1
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HP1 »

JohnLemon hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 10:31:01 Wie Frau Liebs schon sagte: dem Täter ist die Situation entglitten. Er wusste nicht mehr, wie er aus der Nummer raus kommt. Da wird nichts mehr geplant, sich nur noch situativ über Wasser gehalten. Letztenendes hat er wohl keinen Weg raus aus der Nummer gefunden. Ob die Tötung beabsichtigt war oder aber eine Überdosis irgendwelcher Stoffe..
Ja.
Dazu sind halt zwei gegenläufige Gedanken möglich.

Einerseits hat Frau Liebs die damalige Situation selbst erlebt und hat von dem Anrufgeschehen einen weit authentischeren Eindruck als das, was wir uns hier und jetzt als sinnhafte Vorstellung dazu zusammenreimen können. Und ich nehme an, Frau Liebs hat all die Möglichkeiten, spekulativen Szenarien usw. weit intensiver und vollständiger in ihrem Hirn gewälzt als jeder hier, zudem inklusive so einiger zusätzlicher Informationen, die wir nicht haben.
Wenn sie zu so einer Einschätzung kommt, ist das jedenfalls valide.

Andererseits weiß auch Frau Liebs nicht, was geschehen ist (die Option, dass sie einen nicht beweisbaren Hergang "wissen" könnte, mal auißen vor).
Und man könnte annehmen, dass ihr die Vorstellung eines solchen Hergangs angenehmer ist als die Alternative eines geplant zielstrebig bösartig gegen Frauke handelnden Täters. Im Vergleich dazu wäre eine "aus dem Ruder gelaufene" Situation mit einem überforderten, kurzschlusshandelnden Täters ja fast schon so etwas wie ein "Unfall", eher schicksalshaft als aus selbstbewusster Bösartigkeit gegenüber ihrer Tochter geschehen. Es wäre ein Täter, dem man (sie) vielleicht eher verzeihen und damit Frieden finden könnte.
In dem Sinne - wenn Frau Liebs einen solchen Hergang als Annahme in den Raum stellt, könnte da auch ein Stück weit einfach der Wunsch dahinter stecken, dass es so war.

Das alles aber natürlich nicht fallrelevant, kein Anlass das irgendwie weiter zu vertiefen :!:
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

HP1 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 08:14:58 Ja, das ist der Knackpunkt.
Da auch ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, ist für mich die geplante Tat ziemlich raus ;)

Frauke hat nach 21 Uhr niemanden mehr erfolgreich kontaktiert, erst wieder die SMS von 0.49, die möglicherweise schon früher verfasst wurde, ohne jedoch erfolgreich versandt worden zu sein.

Ob nun jemand innerhalb der Pub-Gruppe (die geschlossen weitergezogen ist ins Savoys) oder seitens Niels und Andi (die waren Billard spielen und Döner essen) eine weitere Person heimlich informiert hat, dass Frauke um 23 Uhr allein Richtung Zuhause gehen würde? Mal abgesehen davon, dass das in eine öffentlich (also hier) indiskutable Richtung läuft, wäre das schon motivseitig eine ganz andere Nummer als ein Einzeltäter. Kann man für theoretisch möglich halten, aber Anhaltspunkte, warum das irgendwie auch nur im Ansatz wahrscheinlich sein könnte? Ich seh keine - außer, man will auf Biegen und Brechen die Idee von einer geplanten Tat aus dem Umfeld irgendwie plausibel erzählen.

Und Chris, der von Frau Liebs nach dem Schlüssel holen wieder zu Hause abgesetzt wurde? Hat der dann erstmal irgendwen angerufen und erzählt, dass Frauke wegen des Schlüssels wohl um 23 Uhr vom Pub heimgehen würde? Und derjenige dachte dann "Cool, genau DAS ist der Moment, die geplante Tat umzusetzen, Chris wird sich danach sicher nicht erinnern, mir das erzählt zu haben". Das ist doch Kasperletheater.

Und jemand im Pub, der Frauke und die Gruppe belauert hat? Einerseits über die Gruppendynamik informiert, jedenfalls zumindest Frauke sollte den in diesem Szenario ja auch gekannt haben, andererseits von keinem aus der Gruppe erkannt und im Nachgang bei den Vernehmungen erwähnt? Der ist denen nach und als Frauke sich dann von der Gruppe separiert hat, war sein Moment gekommen?
Das noch am ehesten, aber was war da der Plan? Ihr nachgehen und sie überreden, irgendwohin zu fahren? Oder sie abgreifen und in ein Auto zerren? Da hätte man vorher gut überlegen müssen, wo man überhaupt das Auto abstellt, so dass sie erstens dort vorbeikommt und zweitens in dem Moment keine Zeugen da sind. Da gibts halt verschiedene Heimwegstrecken, die quasi erst vor ihrer Haustür wieder zusammenlaufen (Widukindstr./Borchener Str.). Und auch wenn das nicht die belebte Innenstadt ist, es ist immer entweder Wohngebiet oder neben einer gut befahrenen Hauptstraße. Sommer, schönes Wetter, vor Mitternacht, Leute kommen zumindest vereinzelt vom Fußballschauen in der Innenstadt oder bei Freunden heim.


Mal ganz abgesehen davon, dass der weitere Verlauf mit den Anrufen für mich nicht die Sprache von etwas spricht, was "nach Plan" verlaufen wäre.

Eine geplante Tat, wo der Tateinstieg jedenfalls spontan entschieden und provisorisch durchgeführt gewesen sein müsste.

Geplante SMS, weil der Plan beinhaltete, dass man vielleicht mit Frauke auf dem Heimweg von wem gesehen wurde, der sie oder einen selbst kannte.

Aber wenn man sie nachts noch ein "Komme später" schreiben lässt und die Polizei irgendwann die Info hat, dass die SMS gar nicht aus PB kam, dann wird doch sicher keiner fragen, ob sie von jemandem auf dem Heimweg gesehen wurde.
Und es wird sich auch keiner melden, der sie gesehen hätte.
Dass sie mitten in der Nacht ohne eigenes Auto wohl mit irgendwem nach Nieheim gelangt sein muss, sicher kein Punkt weswegen sich irgendwer dafür interessieren würde, ob und ggf. mit wem sie nach 23h noch in PB gesehen wurde. Schon klar, die überaus gescheit ausgedachte SMS aus Nieheim wirds schon richten.

Das Anruf-Bohei, weil es bei der geplanten Entführung ein Problem darstellte, dass "schon" nach eineinhalb Tagen nach ihr gesucht wurde. Muss echt ein toller Plan gewesen sein.
Was wäre dann da zu erwarten gewesen? Dass sich nach einer "komme später"-SMS eine Woche lang keiner fragt, wo sie ist?
Oder waren die Anruffahrten mit logistischem Aufwand und bis zu einem Grad zusätzlichen Entdeckungsrisiko und Gefahr, dass dabei irgendwas (Autopanne, Unfall...) schiefläuft, auch schon Teil des Plans? Eines Plans, der (warum denn?) nur mit diesen Anruffahrten funktionierte?

Jemanden der so "plant", den könntest du doch nicht mal guten Gewissens zum Einkaufen schicken, meine ich.
Ich kann deinem letzten Satz nicht zustimmen. Es ist ein Fehler, den Täter einfach als einen gewöhnlichen Idioten darzustellen.
Du wirfst ihm vor, die Planung sei katastrophal und völlig falsch durchdacht gewesen – aber die Tatsache ist, dass der Fall nach 20 Jahren noch immer ungelöst ist. Er bleibt eines der größten Rätsel der Kriminalgeschichte, gerade wegen des außergewöhnlichen Modus Operandi des Täters, und wir versuchen immer noch, ihn zu entlarven und sein Vorgehen zu rekonstruieren.
Für mich spricht das eher für seine Raffinesse und nicht für seine Unfähigkeit.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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HP1 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 10:33:42 Ja, auf jeden Fall eine sinnvolle Erweiterung :!:

Man muss halt überlegen, es ging ja explizit darum, bei Bedarf etwas an Fraukes Auto reparieren zu können. (Sagte Frau Liebs, allerdings nicht zu mir.)
Und da kommt ein junger Hobbyschrauber doch schnell an seine Grenzen - Hebebühne, Diagnosegeräte, Werkzeug... manches könnte der machen, vieles aber auch nicht.
Den reinen Hobbyschrauber um die 20 sehe ich da eher an Mopeds, evtl. Motorrädern herumbasteln, vielleicht die eine oder andere "Tuning"-Maßnahme am Auto machen, aber weniger in der Lage, Schäden/Defekte an Autos tatsächlich zu reparieren.

Aber es wäre natürlich auch gut vorstellbar, dass so ein junger Kerl, der einfach schonmal eine illegale AGA an sein Moped gelötet hat, da Frauke gegenüber dick aufgetragen hat um Eindruck zu schinden.

Mein "Schrauber" (auch so bezeichnet) aus der Zeit, wo es mir bei Reparaturen vor allem um niedrige Kosten ging, war jedenfalls tatsächlich ein angestellter Automechaniker, der mit Freunden/Kollegen noch eine private Garagenwerkstatt hatte, in erster Linie für den Eigenbedarf. Dort hat der dann auch, z.B. für mich, am Wochenende das eine oder andere günstig gerichtet. Aber das ist natürlich völlig anekdotisch.
Das ist eine gute Beobachtung. Es musste kein echter Mechaniker gewesen sein, sondern einfach ein Hobby-Mechaniker, der Frauke beeindrucken wollte. Deshalb war es nicht derselbe „richtige Mechaniker“, nennen wir ihn so, der von der Polizei überprüft wurde.
Oliver Cromwell
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Ist bekannt, ob an den Geweberesten des Leichnam jemals eine toxikologische Untersuchung durchgeführt wurde? Falls nicht, wäre es vielleicht nochmal einen Versuch wert.
Gast7469

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast7469 »

Detective Bartek hat geschrieben: Freitag, 23. Januar 2026, 19:45:02 Deine Theorie ist interessant, vieles passt, und du hast gut dargestellt, dass es sich um einen Täter handeln könnte, der nichts geplant hatte und bei dem die Situation außer Kontrolle geraten ist.
Dennoch gibt es sehr wichtige Punkte, bei denen ich erhebliche Zweifel habe – insbesondere in technischer und logistischer Hinsicht.

Du gehst davon aus, dass es sich um einen Bekannten von N handeln könnte, also um jemanden ungefähr im Alter von N und Frauke. Eine so junge Person hätte jedoch enorme Schwierigkeiten gehabt, Frauke überhaupt für mindestens eine Woche verborgen zu halten. Dazu kommt, dass der Täter ein Fahrzeug zur alleinigen Verfügung hätte haben müssen, mit dem er Frauke transportierte. Er hätte sie regelmäßig vom Versteck ins Auto und wieder zurück bringen müssen – und das Tag für Tag, ohne dass irgendjemand etwas bemerkt? Freunde, Familie, Kollegen am Arbeitsplatz?

Ein weiterer Punkt ist die mögliche Mitwirkung Dritter. Wenn jemand beim Festhalten von Frauke geholfen hätte, nachdem die Situation außer Kontrolle geraten war, müsste auch diese Person erhebliche psychische Probleme gehabt haben. Jede halbwegs „normale“ Person hätte doch gesagt: Entschuldige dich bei Frauke, erklär die Situation und lass sie frei.
Egal ob Bruder, Freund oder etwa die Partnerin des Täters – wer würde sich darauf einlassen, eine Frau festzuhalten und später sogar zu töten, dabei das eigene Leben ruinierend, falls man entdeckt wird? Wer würde zustimmen, gemeinsam mit dem Täter und Frauke durch genau die Stadt zu fahren, in der sie verschwunden ist und nach der bereits öffentlich gesucht wird?

Die technischen und logistischen Anforderungen sind extrem hoch – selbst bei einem lange vorbereiteten Entführungsdelikt. Dass so etwas spontan, durch einen etwa 20-Jährigen, dem die Situation entgleitet, möglich gewesen sein soll, der zufällig über ein perfektes Versteck, ein dauerhaft verfügbares Fahrzeug und die nötige Abgebrühtheit verfügte und dabei so riskant agierte, erscheint mir letztlich kaum vorstellbar.
Hallo @Detective Bartek!
Ich lese deine Beiträge mit großem Interesse. Du glaubst eher an einen Mann als Alleintäter, der alles im voraus geplant und vorbereitet hat, so wie wohl die meisten hier.
Ich muss gestehen, dass ich auch hin und wieder dahin tendiere, aber mein Bauchgefühl sagt mir einfach etwas anderes.

Ich gehe von einem älteren Täter aus, nicht in Fraukes Alter. Mindestens Ende 20, viel eher Anfang 30 bis Anfang 40. Jemand,
der sich um N sorgte, ihn versuchte zu schützen, Sorgen hatte, Frauke könnte mit ihm anbandeln, mit ihm spielen, ihn ausnutzen.
Meiner Theorie nach könnte der Täter psychisch angeschlagen gewesen sein, evt aufgrund eines erst kürzlich zurückliegenden Verlustes oder Schicksalsschlags und deshalb zu dem Zeitpunkt krankgeschrieben/ arbeitsunfähig gewesen sein. Meinetwegen auch zusätzlich mit einigen Schwierigkeiten oder Problemen im Leben (nicht unbedingt krimineller Natur) - halt wie das Leben so spielt.
Ich denke bei dem Festhalteort nicht an ein Mehrfamilienhaus oder Mietwohnung und auch nicht an einen Singlehaushalt. Ich glaube auch nicht an ein Festhalteort weiter weg von seinem Zuhause, wo er erst hinfahren musste.
Ich gehe von einem Festhalteort irgendwo in der Gegend aus, die die Funkzelle Nieheim Entrup abdeckt. Ein freistehendes Haus, dörfliche/ ländliche Gegend, wo man nicht Tür an Tür wohnt, wo entsprechend Platz und Vorräte von vorneherein da waren, größeres Auto, weil, der Täter eigentlich nicht allein lebte, aber aufgrund besonderer Umstände (Schicksalsschlag, Verlust, Probleme) doch zu dem Zeitpunkt alleine lebte.

MMn muss der Täter gegenüber Frauke nachvollziehbare Gründe angegeben haben, warum es ihm so schwer fällt, sie freizulassen. Und diese Gründe dürften vielleicht auch bei Frauke Empathie und Verständnis geweckt haben (wobei das auch Taktik gewesen sein kann, um sich so harmlos wie möglich zu geben.) Deshalb machte sie mit bei den Anrufen, um von Nieheim und Umgebung abzulenken.

Stellen wir uns vor, der Täter hätte Frauke freigelassen nach Donnerstagabend. Ihm hätte vielleicht keine Gefängnisstrafe gedroht, ganz sicher aber hätte seine Tat andere sehr unangenehme Folgen für ihn gehabt. Und vor diesen hatte er Angst.
Angst davor, von der Polizei verhört zu werden, sich nackig zu machen bezüglich Lebensverhältnisse, psychischer Probleme etc.,
Angst, dass alles öffentlich wird (Radio und Zeitung hätten vielleicht gemeldet: 29 jähriger Krankenpfleger/ angehender Polizist/ angehende Lehrerin im Referendariat entführt 21 jährige junge Frau und hält sie tagelang gefangen),
Angst davor, öffentlich als gefährlich, verrückt hingestellt zu werden, Angst seinen Angehörigen unter die Augen zu treten, weil auch die unangenehme Fragen haben werden, Angst davor, dass die Leute tuscheln und sich fragen, ob so jemand noch ganz knusper an der Waffel sein kann, ob so jemand noch seinen Job ausüben darf, ob so jemand jemals seine Kinder wiederbekommen kann etc.

Ja, der mögliche Mittäter. Zugegeben, ich müsste meine Fantasie arg strapazieren, um mir dazu etwas Plausibles auszudenken, wie der von Anfang an da reinpasst. Dann muss der Mittäter/ Helfer, falls es ihn gegeben hat, halt erst nach Fraukes Tod ins Spiel kommen.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gast7469 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 12:02:01 Hallo @Detective Bartek!
Ich lese deine Beiträge mit großem Interesse. Du glaubst eher an einen Mann als Alleintäter, der alles im voraus geplant und vorbereitet hat, so wie wohl die meisten hier.
Ich muss gestehen, dass ich auch hin und wieder dahin tendiere, aber mein Bauchgefühl sagt mir einfach etwas anderes.

Ich gehe von einem älteren Täter aus, nicht in Fraukes Alter. Mindestens Ende 20, viel eher Anfang 30 bis Anfang 40. Jemand,
der sich um N sorgte, ihn versuchte zu schützen, Sorgen hatte, Frauke könnte mit ihm anbandeln, mit ihm spielen, ihn ausnutzen.
Meiner Theorie nach könnte der Täter psychisch angeschlagen gewesen sein, evt aufgrund eines erst kürzlich zurückliegenden Verlustes oder Schicksalsschlags und deshalb zu dem Zeitpunkt krankgeschrieben/ arbeitsunfähig gewesen sein. Meinetwegen auch zusätzlich mit einigen Schwierigkeiten oder Problemen im Leben (nicht unbedingt krimineller Natur) - halt wie das Leben so spielt.
Ich denke bei dem Festhalteort nicht an ein Mehrfamilienhaus oder Mietwohnung und auch nicht an einen Singlehaushalt. Ich glaube auch nicht an ein Festhalteort weiter weg von seinem Zuhause, wo er erst hinfahren musste.
Ich gehe von einem Festhalteort irgendwo in der Gegend aus, die die Funkzelle Nieheim Entrup abdeckt. Ein freistehendes Haus, dörfliche/ ländliche Gegend, wo man nicht Tür an Tür wohnt, wo entsprechend Platz und Vorräte von vorneherein da waren, größeres Auto, weil, der Täter eigentlich nicht allein lebte, aber aufgrund besonderer Umstände (Schicksalsschlag, Verlust, Probleme) doch zu dem Zeitpunkt alleine lebte.

MMn muss der Täter gegenüber Frauke nachvollziehbare Gründe angegeben haben, warum es ihm so schwer fällt, sie freizulassen. Und diese Gründe dürften vielleicht auch bei Frauke Empathie und Verständnis geweckt haben (wobei das auch Taktik gewesen sein kann, um sich so harmlos wie möglich zu geben.) Deshalb machte sie mit bei den Anrufen, um von Nieheim und Umgebung abzulenken.

Stellen wir uns vor, der Täter hätte Frauke freigelassen nach Donnerstagabend. Ihm hätte vielleicht keine Gefängnisstrafe gedroht, ganz sicher aber hätte seine Tat andere sehr unangenehme Folgen für ihn gehabt. Und vor diesen hatte er Angst.
Angst davor, von der Polizei verhört zu werden, sich nackig zu machen bezüglich Lebensverhältnisse, psychischer Probleme etc.,
Angst, dass alles öffentlich wird (Radio und Zeitung hätten vielleicht gemeldet: 29 jähriger Krankenpfleger/ angehender Polizist/ angehende Lehrerin im Referendariat entführt 21 jährige junge Frau und hält sie tagelang gefangen),
Angst davor, öffentlich als gefährlich, verrückt hingestellt zu werden, Angst seinen Angehörigen unter die Augen zu treten, weil auch die unangenehme Fragen haben werden, Angst davor, dass die Leute tuscheln und sich fragen, ob so jemand noch ganz knusper an der Waffel sein kann, ob so jemand noch seinen Job ausüben darf, ob so jemand jemals seine Kinder wiederbekommen kann etc.

Ja, der mögliche Mittäter. Zugegeben, ich müsste meine Fantasie arg strapazieren, um mir dazu etwas Plausibles auszudenken, wie der von Anfang an da reinpasst. Dann muss der Mittäter/ Helfer, falls es ihn gegeben hat, halt erst nach Fraukes Tod ins Spiel kommen.
Hallo @Gast7469
Vielen Dank für deine freundlichen Worte – auch ich habe deinen Kommentar mit großem Interesse gelesen.
Ich stimme dir und den anderen in der Gruppe zu, dass der Suizid von Ns Freund und die Entführung von Frauke ein äußerst merkwürdiger Ablauf von Ereignissen in so kurzer Zeit sind. Es ist zwar kein so direkter und auffälliger Zufall wie Fraukes Frage am Abend, wo Nieheim liegt, und ihr anschließender Aufenthalt im Sendebereich dieses Ortes in derselben Nacht, aber trotzdem ein Umstand, der nachdenklich macht.
Ich erinnere mich, dass hier in der Gruppe jemand kürzlich geschrieben hat, dass sich ein Suizid sehr oft als etwas anderes herausstellt, wenn man genauer hinschaut – das habe ich mit Interesse gelesen.
Dennoch möchte ich ein paar persönliche Einwände zu deiner Theorie hinzufügen.
Man muss bedenken, wie unglaublich es wäre, wenn der Täter die Entführung von Frauke gar nicht geplant hätte – und trotzdem alles perfekt für ihn gepasst hätte: Krankmeldung, keine Mitbewohner oder Eltern in seiner Wohnung, das ideale Auto für eine Entführung. Es erscheint mir kaum vorstellbar, dass jemand, der die Tat nicht geplant hat, zufällig so viele günstige Umstände vorfindet.
Wenn der Täter hingegen die Tat im Voraus geplant hätte, könnte er sich sehr wohl solche passenden Bedingungen schaffen. Aber durch bloßen Zufall? Daran zweifle ich.
Ebenso müsste dieser Freund oder Bekannte von N eine sehr enge Bindung zu ihm gehabt haben, wenn er Frauke etwas angetan hätte – angeblich, um N nach dem Suizid seines Freundes zu trösten. Außerdem müsste er schwer psychisch krank sein, wenn er ein Mädchen entführt hätte, das in keiner Beziehung zu N stand, nur weil sie ihn trösten wollte.
Ein weiterer Punkt: Wäre es wirklich möglich, dass N keinerlei ungewöhnliches Verhalten oder Veränderungen in der Routine eines seiner engen Bekannten bemerkt hätte, die ihm verdächtig vorkommen müssten? Schließlich herrschte damals eine große Mobilisierung im Freundeskreis von Frauke, um sie zu finden.
Was den möglichen zweiten Täter betrifft, da sind wir uns einig. Auch wenn man seine Beteiligung natürlich nicht völlig ausschließen kann, halte ich sie doch für eher unwahrscheinlich. Diese Person müsste bereit gewesen sein, an einem der schwersten Verbrechen überhaupt mitzuwirken – direkt oder indirekt – und über Jahre hinweg keine Reue, keine Nervosität zeigen, und absolute Loyalität und Kälte bewahren. Möglich, ja, aber ich halte es für wenig wahrscheinlich. Ich denke, der Täter hat höchstwahrscheinlich allein gehandelt.
Miss_Erfolg
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Miss_Erfolg »

Detective Bartek hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 10:32:52 Ich finde, man muss trotzdem in Betracht ziehen – und wir dürfen es nicht ausschließen –, dass all deine Zweifel auf eine einfache Weise erklärbar sind.
Es war die Zeit der Weltmeisterschaft, ein intensiver Abend, Chaos auf den Straßen. Der Täter hatte seit Monaten einen Plan vorbereitet, sein „Traum“ war es, ein junges Mädchen zu entführen. Frauke befand sich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde von ihm entführt.
Deshalb gibt es absolut keinen vorherigen Kontakt zwischen ihr und dem Täter, keine Spur, keine Verbindung. Nach dieser Theorie wäre Frauke völlig zufällig entführt worden – sie ging allein an einem Ort, an dem der Täter geplant hatte zuzuschlagen, sobald er ein junges Mädchen vorbeigehen sah.

Weil ich diese Überlegung immer wieder lese, frage ich mich, warum sollte ausgerechnet so ein Abend besonders geeignet sein? Ich habe früher oft gekellnert, in Kneipen und Clubs. An ganz gewöhnlichen Abenden gab es Streit, jemand ging beleidigt nach Hause, Frauen liefen allein los oder warteten auf ein Taxi. Ich selbst bin nach der Arbeit oft zu Fuß heimgegangen.

Es ist also keineswegs so, dass man außerhalb der WM keine allein unterwegs befindlichen Frauen sieht. Im Gegenteil. An einem Samstagabend, zur passenden Zeit und am passenden Ort, dürfte die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch sein und vor allem wesentlich berechenbarer als in einer Ausnahmesituation wie der WM. Dort fehlt jede Routine, man weiß nicht, wie voll es wirklich ist, wie sich Menschen bewegen, in welche Richtungen sie abfließen oder wie lange das anhält.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage, welchen konkreten Vorteil sollte, deiner Meinung nach, ein möglicher Täter in genau dieser Situation gesehen haben?
Trodat5203
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Detective Bartek hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 11:27:31 Ein solches Denken des Täters würde jedoch darauf hindeuten, dass er seine Tat eher geplant hat und wusste, was er tut. Ich bezweifle, dass ein aufgewühlter 20-Jähriger, der Frauke – nehmen wir an – gerade überwältigt hat und mit ihr weit in außerstädtische Gebiete flieht, dabei einen klaren Plan gehabt hätte. Schon gar nicht, wenn nichts im Voraus geplant war und alles ausschließlich unter Adrenalin geschah.
Ich finde gerade die Auswahl der Gewerbegebiete ist ein Hinweis für spontane Planung. Wenn du dein Opfer telefonieren lassen "müsstest", dann würdest du auch Orte wählen, die keinen Rückschluss auf dich zulassen. Du würdest vermutlich auch in solche Gebiete fahren oder alternativ Waldgebiete wählen. In Wäldern fällt man aber eher auf, wenn du da mit deinem Fahrzeug rum stehst. In Gewerbegebieten achtet keine Sau auf dich, weil da überall Fahrzeuge rum stehen. Das weiss man, auch ohne ein eiskalter Killer mit akribischer Planung zu sein. Diese Idee ist einfach logisch für jemanden, der unerkannt bleiben will.

Des Weiteren sehe ich es nach wie vor nicht als Hexenwerk an, jemanden eine Woche lang gefangen zu halten. Ich könnte jemanden bei mir Zuhause in den Keller sperren und niemand würde das mitbekommen. Ich habe eine angrenzende Garage und durch den Keller könnte ich mein Opfer ins Fahrzeug verbringen und niemand würde es sehen. Einkaufen muss ich sowieso, wem fällt da auf, ob ich noch wen anders mit versorge? Ich hätte auch durchaus Kabelbinder, Seile etc um jemanden zu fesseln und zu knebeln. Was ich nicht hätte, wären entsprechende Substanzen um jemanden zu sedieren.

Vllt hat diese Tat nicht so stattgefunden weil der Täter alles akribisch plante, sondern weil er einfach die Möglichkeiten hatte die Tat so durchführen zu können. Hätte er diese Möglichkeiten nicht gehabt, wäre vllt alles anders gelaufen, wer weiss.

Und klar ist Mord eine schwerere Straftat als Freiheitsberaubung oder Körperverletzung. Aber so sind se halt die Täter, sie meinen durch das Töten des Opfers gänzlich einer Strafe zu entkommen. Das erlebt man doch immer wieder: vorher erfolgte Taten sollen vertuscht werden. Absolut nichts ungewöhnliches, das müsste dir eigentlich klar sein.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 13:59:09 Weil ich diese Überlegung immer wieder lese, frage ich mich, warum sollte ausgerechnet so ein Abend besonders geeignet sein? Ich habe früher oft gekellnert, in Kneipen und Clubs. An ganz gewöhnlichen Abenden gab es Streit, jemand ging beleidigt nach Hause, Frauen liefen allein los oder warteten auf ein Taxi. Ich selbst bin nach der Arbeit oft zu Fuß heimgegangen.

Es ist also keineswegs so, dass man außerhalb der WM keine allein unterwegs befindlichen Frauen sieht. Im Gegenteil. An einem Samstagabend, zur passenden Zeit und am passenden Ort, dürfte die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch sein und vor allem wesentlich berechenbarer als in einer Ausnahmesituation wie der WM. Dort fehlt jede Routine, man weiß nicht, wie voll es wirklich ist, wie sich Menschen bewegen, in welche Richtungen sie abfließen oder wie lange das anhält.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage, welchen konkreten Vorteil sollte, deiner Meinung nach, ein möglicher Täter in genau dieser Situation gesehen haben?
Genau das frage ich mich auch. Ich sehe keinen Vorteil für ihn. Grundsätzlich bedeuten mehr Menschen auch immer ein höheres Risiko gestört, gesehen und verraten zu werden.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Miss_Erfolg hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 13:59:09 Weil ich diese Überlegung immer wieder lese, frage ich mich, warum sollte ausgerechnet so ein Abend besonders geeignet sein? Ich habe früher oft gekellnert, in Kneipen und Clubs. An ganz gewöhnlichen Abenden gab es Streit, jemand ging beleidigt nach Hause, Frauen liefen allein los oder warteten auf ein Taxi. Ich selbst bin nach der Arbeit oft zu Fuß heimgegangen.

Es ist also keineswegs so, dass man außerhalb der WM keine allein unterwegs befindlichen Frauen sieht. Im Gegenteil. An einem Samstagabend, zur passenden Zeit und am passenden Ort, dürfte die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch sein und vor allem wesentlich berechenbarer als in einer Ausnahmesituation wie der WM. Dort fehlt jede Routine, man weiß nicht, wie voll es wirklich ist, wie sich Menschen bewegen, in welche Richtungen sie abfließen oder wie lange das anhält.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage, welchen konkreten Vorteil sollte, deiner Meinung nach, ein möglicher Täter in genau dieser Situation gesehen haben?
Ich antworte dir jetzt auf deine Frage.
Wenn wir davon ausgehen, dass der Täter die Tat lange geplant hat und die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ganz bewusst als Zeitpunkt für die Entführung ausgewählt wurde, kann man das sehr genau erklären.
Ich stimme dir zu, dass sich an jedem Freitag oder Samstag bei Partys eine günstige Gelegenheit ergeben könnte, aber eine Sommer-Weltmeisterschaft, noch dazu im eigenen Land, ist eine völlig andere Dimension.
Ich habe nie in Deutschland gelebt, 2006 war ich ein Kind, aber als polnischer Staatsbürger habe ich zum Beispiel die EM 2012 in Polen erlebt, und das Niveau des positiven Chaos auf den Straßen, der eingeschläferten Wachsamkeit, des gegenseitigen Vertrauens und dieses „Lebens nur für die Spiele und das Turnier“ war unglaublich. Die Städte, Kleinstädte, Dörfer – alle lebten nur für dieses Turnier, und wenn ich heute mit etwas Abstand darüber nachdenke, wäre das für einen Täter, der seine Tat präzise geplant hat, die ideale Zeit für einen Angriff.
Ich habe den Eindruck, dass die Atmosphäre während der WM 2006 in eurem Land sehr ähnlich war. Ihr müsst mir sagen, ob ich damit richtigliege, aber nach allem, was ich gesehen und gelesen habe, und auch wenn man sich den Fall Frauke anschaut und wie Paderborn auf den Straßen die Spiele gefeiert hat, war die Stimmung genau so, wie ich sie beschreibe. Die Weltmeisterschaft ist außerdem ein logistisches Großereignis, Menschenmassen aus der ganzen Welt reisen an, die Polizei muss im ganzen Land auf vielen Ebenen Sicherheit gewährleisten. Der Täter könnte sehr genau gewusst haben, was das für eine Zeit ist, falls er das so geplant hat – und damit komme ich zur Psychologie der Masse.
Während solcher Ereignisse, in denen die Euphorie der Menschen und die Aufregung über die Spiele ihren Höhepunkt erreichen, ist die Aufmerksamkeit der Menge und die Toleranz gegenüber bestimmten Verhaltensweisen viel größer, als es sonst der Fall wäre. Betrunkene Menschen singen, tanzen, prügeln sich manchmal, wälzen sich auf dem Boden, machen einfach alles Mögliche.
Es könnte also sein, dass Frauke mitten in einer Menschenmenge entführt und in ein Auto gezogen wurde, und die feiernden, betrunkenen Leute haben es entweder gar nicht bemerkt oder für einen harmlosen Spaß unter Freunden gehalten – genau solche Verhaltensweisen meine ich. Und leider war es in diesem Fall eben kein harmloser Spaß, sondern ein Täter, der eine Frau mit voller Absicht entführt hat.
Aber wie ich schon schrieb: ein warmer Sommer, eine unglaubliche Weltmeisterschaft im eigenen Land, die Euphorie und das Glück der Menschen auf dem Höhepunkt, Deutschland hat die Chance, das Turnier zu gewinnen – psychologisch wirkt es so, als wären das Böse und die Kriminalität „in den Urlaub gefahren“. Und genau in diesem Moment lauerte einem jungen Mädchen ein Täter auf, um sie zu entführen. Das wirkt total kontraintuitiv.
Und leider hat auch die Reaktion der Polizei gezeigt, dass der Täter mit der Wahl des Zeitpunkts für die Entführung von Frauke recht gehabt haben könnte. Anfangs nahmen sie die Gefahr für Frauke überhaupt nicht ernst, sie hatten völlig andere Dinge im Kopf.
By the way: Falls hier jemand ist, der sich noch an die Atmosphäre auf den Straßen erinnert, an die Abende nach den Spielen und die Menschenmassen in Paderborn, dann schreibt bitte hier hinein, was damals los war. Oder auch ganz allgemein, was in Städten und Kleinstädten während dieser WM so alles passiert ist.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Trodat5203 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 14:21:06 Ich finde gerade die Auswahl der Gewerbegebiete ist ein Hinweis für spontane Planung. Wenn du dein Opfer telefonieren lassen "müsstest", dann würdest du auch Orte wählen, die keinen Rückschluss auf dich zulassen. Du würdest vermutlich auch in solche Gebiete fahren oder alternativ Waldgebiete wählen. In Wäldern fällt man aber eher auf, wenn du da mit deinem Fahrzeug rum stehst. In Gewerbegebieten achtet keine Sau auf dich, weil da überall Fahrzeuge rum stehen. Das weiss man, auch ohne ein eiskalter Killer mit akribischer Planung zu sein. Diese Idee ist einfach logisch für jemanden, der unerkannt bleiben will.

Des Weiteren sehe ich es nach wie vor nicht als Hexenwerk an, jemanden eine Woche lang gefangen zu halten. Ich könnte jemanden bei mir Zuhause in den Keller sperren und niemand würde das mitbekommen. Ich habe eine angrenzende Garage und durch den Keller könnte ich mein Opfer ins Fahrzeug verbringen und niemand würde es sehen. Einkaufen muss ich sowieso, wem fällt da auf, ob ich noch wen anders mit versorge? Ich hätte auch durchaus Kabelbinder, Seile etc um jemanden zu fesseln und zu knebeln. Was ich nicht hätte, wären entsprechende Substanzen um jemanden zu sedieren.

Vllt hat diese Tat nicht so stattgefunden weil der Täter alles akribisch plante, sondern weil er einfach die Möglichkeiten hatte die Tat so durchführen zu können. Hätte er diese Möglichkeiten nicht gehabt, wäre vllt alles anders gelaufen, wer weiss.
Das "Hexenwerk" entsteht halt schon durch die Fahrten, finde ich. Das Gefangenhalten ist das Eine, das ist machbar ohne große Planung. Aber das Herumfahren und einen halbwegs klaren Kopf dabei bewahren, dass ein Opfer nicht abhaut - Naja, das finde ich persönlich schon herausfordernd. Wobei ich seit geraumer Zeit einen Gedanken im Kopf habe, der mich nicht loslässt.

Der Täter könnte Frauke die ganze Zeit über unbedingt habe betonen lassen, sie sei freiwillig weg und kehre bald zurück. Tat er das, um von seiner Person abzulenken? Wohl auch. Aber stellt euch mal vor, Frauke wäre geflohen und hätte ihn/sie natürlich direkt angezeigt wegen Freiheitsberaubung. Da stehen ja einige Jahre Gefängnis für im Gesetzbuch. Aber Beweise hätte es kaum gegeben, denn all die Zeit über betonte Frauke ja immer, sie sei ok, sie komme bald, man solle nicht fragen, sie sei in Paderborn, sie komme später [...], sie schrieb nie eine SMS aus der klar (!) hervorging, dass sie gewaltsam festgehalte wird. WIR wissen das alle heute, weil sie tot ist. Stellt euch aber das Szenario vor, sie wäre geflohen, ihr hätte das gelingen können. Da hätte ich doch als Täter genauso gehandelt und hätte das vermeintliche Risiko (das Herumfahren mit ihr) ganz einfach eingehen können, denn die Ausfahrten dienten wohl auch genau zur eigenen Entlastung.

Ich bin mir unsicher, ob er/sie nicht doch die ganze Zeit vorhatte, sie wieder gehen zu lassen und dafür vorbaute. Er wollte sie einige Tage lang haben. Man könnte davon ausgehen, dass sie bis zum letzten Anruf körperlich unversehrt war. Wissen wir nicht, aber es scheint dann etwas passiert zu sein, was es ihm unmöglich machte, sie frei zu lassen und das will mir nicht in den Kopf. Da komme ich nicht drauf. Dass nach ihr gesucht wird, ein mega Aufwand betrieben wird, war an Tag 2 schon klar, das wird es nicht gewesen sein.
Gedankenverbrecher

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gedankenverbrecher »

Oliver Cromwell hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 11:26:51 Ist bekannt, ob an den Geweberesten des Leichnam jemals eine toxikologische Untersuchung durchgeführt wurde? Falls nicht, wäre es vielleicht nochmal einen Versuch wert.
Seinerzeit wurden alle toxikologischen Untersuchungen gemacht, es wurde nichts gefunden.
Eine Nachuntersuchung ist nicht möglich, Frauke sterblichen Überreste wurden feuerbestattet.
Gedankenverbrecher

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gedankenverbrecher »

caro hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 23:22:09 (...)


Eine weitere Parallele könnte man in den Gesprächen sehen;
daneben, dass Frauke erpresst und bedroht wurde, könnte diese unlösbare Verstrickung ein weiterer Grund gewesen sein, warum Frauke keinen - offensichtlichen - Hinweis auf das Motiv ihrer Entführer oder den Grund für ihr Fernbleiben preisgeben konnte.
Zu "groß", komplex und zu verworren war der Grund, um es am Telefon mit Worten und in Kürze zu erklären.
Frauke hätte in keiner denkbaren Situation Hinweise geben dürfen. Du hast es doch selbst erkannt, sie wurde bedroht und hat während ihrer Festhaltezeit sicherlich psychische Gewalt erfahren. Für wie wahrscheinlich hälst du es, dass sie "gestalterische Freiräume" in Anspruch nehmen konnte?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Ich halte folgende Punkte für wichtig:

1. Der Täter dürfte erst seit kurzem und/oder nicht besonders gut mit Frauke bekannt gewesen sein.

2. Der Täter hat ggf. vor der Tat einen Schicksalsschlag erlitten (Verlust seines Jobs, Verlust eines Angehörigen/Freundes, Ende einer Beziehung...) weil man aus der Kriminalpsychologie weiss, dass dies Trigger sein können für eine Tatbereitschaft.

3. Der Täter hatte Ankerpunkte in/umliegend der Gewerbegebiete Dreihausen/Dören/Benhausener Feld/Mönkeloh. Diese Ankerpunkte können sein Wohnort sein, sein Arbeitsplatz, Stammlokale oder Einkaufsgeschäfte, der Friedhof und/oder Wohnungen seiner Freunde/Familie.

4. Der Täter hatte höchstwahrscheinlich Zugriff auf Substanzen. Er könnte also z.B. aus dem medizinischen Bereich stammen, er könnte aber auch jemand mit einer entsprechenden Diagnose sein, möglicherweise aufgrund einer schwierigen Lebensphase.

5. Er könnte nach außen hin unscheinbar wirken, vllt sogar schwach, gebeutelt, Durchschnittstyp mit eher minderem Erfolg bei Frauen.

6. Der Täter könnte Insiderinfos erhalten haben über z.b. gemeinsame Freunde.

Und jetzt können wir uns ja Mal abschließend fragen, ob es möglicherweise eine solche Person in Fraukes Umfeld gab.^^
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Gedankenverbrecher

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gedankenverbrecher »

Blanka hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:20:58 Eventuell hat FL nach dem Schlag in die Fresse ja auch einfach vollumfänglich kooperiert, und erzählt, worüber sie sich zuletzt mit ihrer Mutter unterhalten hat im Auto, oder dass sie mit jemandem aus Nieheim gechattet hat? Und darauf kam dann erst die Idee seitens des Täters, nach Nieheim zu fahren und damit eine falsche Spur zu legen? Reine Fahrzeit bis Nieheim ca. 40 Minuten, dann würden immer noch mindestens 45 Minuten bleiben, um sie zwischen Pub und Wohnung (bspw. am Parkplatz Liboriberg, Fußweg vom Pub 5 Minuten) abzufangen, zum Uni-Parkplatz zu fahren (5 Minuten Fahrzeit), und es dort eskalieren zu lassen, und die Info über den Schrauber aus Nieheim zu bekommen, die aber auch auf dem Weg zu bekommen gewesen wäre, weil man nach dem Schlag in die Fresse erstmal einfach panisch losgefahren ist auf die B64 Richtung Bad Driburg.
Deine Ausdrucksweise ist unangemessen und respektlos.
An Fraukes Unterkiefer fehlte ein Schneidezahn mit Wurzel, daraus lässt sich nicht auf einen Faustschlag auf den Mund schliessen, die Gerichtsmediziner haben keine Frakturen feststellen können. Weiss wirklich nicht, weshalb die Anatomieexperten in diesem Forum das nie zur Kenntnis nehmen wollen und stattdessen diese hirnverbrannte Erzählung vom Punktuser ernst nehmen.
caro
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von caro »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 13:59:09 Weil ich diese Überlegung immer wieder lese, frage ich mich, warum sollte ausgerechnet so ein Abend besonders geeignet sein? Ich habe früher oft gekellnert, in Kneipen und Clubs. An ganz gewöhnlichen Abenden gab es Streit, jemand ging beleidigt nach Hause, Frauen liefen allein los oder warteten auf ein Taxi. Ich selbst bin nach der Arbeit oft zu Fuß heimgegangen.

Es ist also keineswegs so, dass man außerhalb der WM keine allein unterwegs befindlichen Frauen sieht. Im Gegenteil. An einem Samstagabend, zur passenden Zeit und am passenden Ort, dürfte die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch sein und vor allem wesentlich berechenbarer als in einer Ausnahmesituation wie der WM. Dort fehlt jede Routine, man weiß nicht, wie voll es wirklich ist, wie sich Menschen bewegen, in welche Richtungen sie abfließen oder wie lange das anhält.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage, welchen konkreten Vorteil sollte, deiner Meinung nach, ein möglicher Täter in genau dieser Situation gesehen haben?
Ohnehin halte ich die Annahme, dass zu diesem Zeitpunkt noch überall viele Leute unterwegs gewesen sind, für unzutreffend.
Es war Dienstag, also unter der Woche, nach 23Uhr. Das Spiel, weil nicht die eigene Mannschaft spielte, für Viele eher zweitrangig.

Was man aber bedenken kann, ist, dass die WM seit dem 09.06 lief, es also schon 10 Spieltage gegeben hat.
Eine gewisse Routine oder Gespür könnte ein ortskundiger Täter schon aus den vorigen Tagen wahrgenommen haben.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

Trodat5203 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 14:21:06 Ich finde gerade die Auswahl der Gewerbegebiete ist ein Hinweis für spontane Planung. Wenn du dein Opfer telefonieren lassen "müsstest", dann würdest du auch Orte wählen, die keinen Rückschluss auf dich zulassen. Du würdest vermutlich auch in solche Gebiete fahren oder alternativ Waldgebiete wählen. In Wäldern fällt man aber eher auf, wenn du da mit deinem Fahrzeug rum stehst. In Gewerbegebieten achtet keine Sau auf dich, weil da überall Fahrzeuge rum stehen. Das weiss man, auch ohne ein eiskalter Killer mit akribischer Planung zu sein. Diese Idee ist einfach logisch für jemanden, der unerkannt bleiben will.

Des Weiteren sehe ich es nach wie vor nicht als Hexenwerk an, jemanden eine Woche lang gefangen zu halten. Ich könnte jemanden bei mir Zuhause in den Keller sperren und niemand würde das mitbekommen. Ich habe eine angrenzende Garage und durch den Keller könnte ich mein Opfer ins Fahrzeug verbringen und niemand würde es sehen. Einkaufen muss ich sowieso, wem fällt da auf, ob ich noch wen anders mit versorge? Ich hätte auch durchaus Kabelbinder, Seile etc um jemanden zu fesseln und zu knebeln. Was ich nicht hätte, wären entsprechende Substanzen um jemanden zu sedieren.

Vllt hat diese Tat nicht so stattgefunden weil der Täter alles akribisch plante, sondern weil er einfach die Möglichkeiten hatte die Tat so durchführen zu können. Hätte er diese Möglichkeiten nicht gehabt, wäre vllt alles anders gelaufen, wer weiss.

Und klar ist Mord eine schwerere Straftat als Freiheitsberaubung oder Körperverletzung. Aber so sind se halt die Täter, sie meinen durch das Töten des Opfers gänzlich einer Strafe zu entkommen. Das erlebt man doch immer wieder: vorher erfolgte Taten sollen vertuscht werden. Absolut nichts ungewöhnliches, das müsste dir eigentlich klar sein.
Die Frage ist, warum man überhaupt anrufen sollte? Wenn der Täter Frauke spontan entführt hat und sich dann vor dem, was passiert ist, erschrocken hat – warum hat er überhaupt das Risiko auf sich genommen, Frauke hin- und herzubewegen? Erstens hätte er jederzeit gesehen werden können, zweitens klang Frauke am Telefon sowieso seltsam. Warum ist er also nicht einfach mit ihrem Handy ohne sie herumgereist und hat SMS aus Paderborn geschickt, die erklärten, warum sie nicht da ist und wann sie zurückkommt?
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