MORDFALL LIEBS -- Diskussion
-
Gast7777
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Bzgl der SMS ist mir heute etwas ähnliches passiert. War mit Freunden etwas trinken und Fußball schauen, hab währenddessen auch jemanden geschrieben, dass wir grad Fußball schauen aber es war kein Empfang warum auch immer. Hab die Nachricht abgeschickt, wurde aber nicht versendet.
Wir sind dann etwas später noch weiter gegangen und habe dem Kollegen geschrieben, dass wir nun da und da was einkaufen sind.
Worauf er mir antwortete wie ich dachte ihr schaut grad Fußball. Anscheinend hatte er beide Nachrichten dann erst bekommen.
Meine Nachricht ging um 15:59 raus ,dort stand auch gesendet 15:59... er hat sie aber erst 25 min später bekommen.
Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass Frauke die Nachricht auch eher geschrieben hat und sie erst gesendet wurde als in Nieheim Bad Driburg jemand ihr Telefon kurz laden konnte.
Wir sind dann etwas später noch weiter gegangen und habe dem Kollegen geschrieben, dass wir nun da und da was einkaufen sind.
Worauf er mir antwortete wie ich dachte ihr schaut grad Fußball. Anscheinend hatte er beide Nachrichten dann erst bekommen.
Meine Nachricht ging um 15:59 raus ,dort stand auch gesendet 15:59... er hat sie aber erst 25 min später bekommen.
Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass Frauke die Nachricht auch eher geschrieben hat und sie erst gesendet wurde als in Nieheim Bad Driburg jemand ihr Telefon kurz laden konnte.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Eventuell hat FL nach dem Schlag in die Fresse ja auch einfach vollumfänglich kooperiert, und erzählt, worüber sie sich zuletzt mit ihrer Mutter unterhalten hat im Auto, oder dass sie mit jemandem aus Nieheim gechattet hat? Und darauf kam dann erst die Idee seitens des Täters, nach Nieheim zu fahren und damit eine falsche Spur zu legen? Reine Fahrzeit bis Nieheim ca. 40 Minuten, dann würden immer noch mindestens 45 Minuten bleiben, um sie zwischen Pub und Wohnung (bspw. am Parkplatz Liboriberg, Fußweg vom Pub 5 Minuten) abzufangen, zum Uni-Parkplatz zu fahren (5 Minuten Fahrzeit), und es dort eskalieren zu lassen, und die Info über den Schrauber aus Nieheim zu bekommen, die aber auch auf dem Weg zu bekommen gewesen wäre, weil man nach dem Schlag in die Fresse erstmal einfach panisch losgefahren ist auf die B64 Richtung Bad Driburg.
-
Detective Bartek
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Es fällt mir sehr schwer, mir vorzustellen, dass jemand ein Mädchen nur entführt, weil er ihr ins Gesicht geschlagen hat. Eine Entführung ist ein unvergleichlich schwereres Verbrechen. Und dann kommen noch andere Probleme dazu – ein Junge in etwa Fraukes Alter müsste ein Versteck haben, um sie eine Woche lang festzuhalten, ein geeignetes Fahrzeug, eine passende Möglichkeit, sich mit ihr zu bewegen, ohne aufzufallen, und einen idealen Job oder eine passende Beschäftigung. Und dabei hatte er am Abend zuvor gar nicht geplant, das Mädchen überhaupt zu entführen. Das erscheint mir fast unmöglich.Blanka hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 21:20:58 Eventuell hat FL nach dem Schlag in die Fresse ja auch einfach vollumfänglich kooperiert, und erzählt, worüber sie sich zuletzt mit ihrer Mutter unterhalten hat im Auto, oder dass sie mit jemandem aus Nieheim gechattet hat? Und darauf kam dann erst die Idee seitens des Täters, nach Nieheim zu fahren und damit eine falsche Spur zu legen? Reine Fahrzeit bis Nieheim ca. 40 Minuten, dann würden immer noch mindestens 45 Minuten bleiben, um sie zwischen Pub und Wohnung (bspw. am Parkplatz Liboriberg, Fußweg vom Pub 5 Minuten) abzufangen, zum Uni-Parkplatz zu fahren (5 Minuten Fahrzeit), und es dort eskalieren zu lassen, und die Info über den Schrauber aus Nieheim zu bekommen, die aber auch auf dem Weg zu bekommen gewesen wäre, weil man nach dem Schlag in die Fresse erstmal einfach panisch losgefahren ist auf die B64 Richtung Bad Driburg.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Bin auch mittlerweile überzeugt dass die SMS aus technischer Sicht (Akku) erst um diese Uhrzeit gesendet wurde.
Im Umkehrschluss muss dennoch eine Verbindung zum Raum/Funkzelle Nieheim bestehen. Zweimal Nieheim an einem Tag, ist ein Zufall zu viel.
Im Umkehrschluss muss dennoch eine Verbindung zum Raum/Funkzelle Nieheim bestehen. Zweimal Nieheim an einem Tag, ist ein Zufall zu viel.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Vielleicht mal die Tonalität überdenken?Blanka hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 21:20:58 Eventuell hat FL nach dem Schlag in die Fresse ja auch einfach vollumfänglich kooperiert, und erzählt, worüber sie sich zuletzt mit ihrer Mutter unterhalten hat im Auto, oder dass sie mit jemandem aus Nieheim gechattet hat? Und darauf kam dann erst die Idee seitens des Täters, nach Nieheim zu fahren und damit eine falsche Spur zu legen? Reine Fahrzeit bis Nieheim ca. 40 Minuten, dann würden immer noch mindestens 45 Minuten bleiben, um sie zwischen Pub und Wohnung (bspw. am Parkplatz Liboriberg, Fußweg vom Pub 5 Minuten) abzufangen, zum Uni-Parkplatz zu fahren (5 Minuten Fahrzeit), und es dort eskalieren zu lassen, und die Info über den Schrauber aus Nieheim zu bekommen, die aber auch auf dem Weg zu bekommen gewesen wäre, weil man nach dem Schlag in die Fresse erstmal einfach panisch losgefahren ist auf die B64 Richtung Bad Driburg.
Warum sollten irgendwelche Tagesgespräche ein Thema zwischen Opfer und Täter gewesen sein? Davon ist nicht auszugehen.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ich wollte auf diesen Teil deines Beitrages noch mal Bezug nehmen und ein paar Gedanken äussern, die auf einen möglichen Zusammenhang und Motiv beider Ereignisse (T.'s Selbstmord und Fraukes Gefangennahme und Ermordung) mutmaßen.HP1 hat geschrieben: ↑Sonntag, 04. Januar 2026, 19:57:33 Wie war Fraukes Verschwinden und Tod eigentlich aus Sicht von Niels?
Es ist frappierend. Er hatte seinen besten Freund, wohl damals seine wichtigste Bezugsperson (Bella: "Die beiden gabs nur im Doppelpack") tragisch durch dessen Suizid verloren. Er lernt Frauke kennen, sie interessiert sich für ihn und seine Situation, verbringt Zeit mit ihm, ist für ihn da, ist auf einmal präsent in seinem Leben. Romantische Ambitionen lasse ich offen, würde hier aber deine obige Annahme dazu ergänzen wollen.
Und dann, nur wenige Wochen nach dem Verlust des besten Freundes und noch etwas kürzer nachdem er sie kennengelernt hat, verschwindet und stirbt Frauke als Opfer eines Verbrechens. Dass die soweit bekannten Fakten nicht unbedingt dafür sprechen, dass Frauke nur als zufälliges Opfer zur falschen Zeit am falschen Ort war, möchte ich hier ergänzen, jedoch an dieser Stelle nicht näher begründen/diskutieren, das würde zu umfangreich werden. Ist nicht entscheidend, ob die Fakten nun diese Sicht nahe legen oder nicht.
Aus Sicht von Niels eine grausame Wiederholung, Erneuerung und wahrscheinlich auch Potenzierung des kürzlich erlittenen Traumas. So unfassbar, das muss wie ein maximal übler Scherz des Schicksals gewirkt haben, völlig surreal. War es aber nicht, es war real.
Und aus Sicht der Statistik und Wahrscheinlichkeit - da muss man natürlich aufpassen, wonach man genau fragt. Klar, Menschen sterben. An Alter, Krankheit, Verkehrsunfällen, oder Verkettung unglücklicher Umstände. Deutlich seltener nimmt sich jemand das Leben, und sehr selten wird jemand Opfer eines Verbrechens, insbesondere wenn man Totschlag im Affekt als "sozialen Unfall" mal ausnimmt und nur über geplanten oder in Kauf genommenen Tod, also Mord spricht.
Wie wahrscheinlich ist es nun, dass nach dem unnatürlichen Tod einer nahen Bezugsperson sehr zeitnah eine weitere nahe Person zufällig gewaltsam (und im Tatkontext definitiv nicht zufällig) ebenfalls ums Leben kommt? Richtig, das sind zwei so extreme und hinreichend ähnliche Ereignisse, dass es absolut legitim ist über eine mögliche sach-/wirklogische Verknüpfung nachzudenken und zumindest auf Basis des sehr zeitnahen gemeinsamen Auftretens eine reine Zufälligkeit in Frage zu stellen.
Ein Versuch eines Perspektivwechsels und eine offene Frage wäre, ob auch Frauke selbst ihre Gefangennahme als üblen Scherz des Schicksals wahrgenommen hat, wenn man zusätzlich die Schilderungen der Mutter vom gemeinsamen Essen wenige Stunden vor ihrer Entführung betrachtet und hinzuzieht.
Hier ab Minute 25: https://www.youtube.com/watch?v=N7ATesQpdF4
Dort heißt es unter anderem: "Wie kann man nur so etwas tun? Die armen Eltern, der war tagelang weg."
und "Es war so das erste richtig große existenzielle Problem, dass sie in ihrem Kopf wälzte und dass sie irgendwo nicht gelöst kriegte."
Und wenig später steckt Frauke selbst in einem existenziellen Problem, in einer unlösbaren Situation und ist tagelang weg.
Eine weitere Parallele könnte man in den Gesprächen sehen;
daneben, dass Frauke erpresst und bedroht wurde, könnte diese unlösbare Verstrickung ein weiterer Grund gewesen sein, warum Frauke keinen - offensichtlichen - Hinweis auf das Motiv ihrer Entführer oder den Grund für ihr Fernbleiben preisgeben konnte.
Zu "groß", komplex und zu verworren war der Grund, um es am Telefon mit Worten und in Kürze zu erklären.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
@HP1 @DetectiveBartek
1.
Da ich (aufgrund der Orte, an denen die Telefonate stattfanden) davon überzeugt bin, dass der Täter in den Tagen der Entführung mehrfach Kontakt zu einer (vollkommen unschuldigen und ahnungslosen!) Person aus Fraukes Umfeld gehabt haben muss und ich Chris für die bei weitem wahrscheinlichste Person halte, wäre der „Insider“ („Nicht gegen England“) sehr leicht erklärbar:
Wenn der Täter ein Bekannter von Chris war, wäre Chris ein naheliegendes Small-Talk-Thema bei der Begegnung von Frauke und dem Täter gewesen. (Beispielsweise: Täter: „Hat sich Chris das Fußballspiel nicht angesehen?“, Frauke: „Nein, er wollte lieber noch etwas für die Uni arbeiten. Ihn interessierte nur, ob wir gegen England spielen müssen.“)
2.
Das spricht eher dafür, dass Frauke sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Gewalt des Täters befand. Wenn sie noch frei gewesen und diese SMS unabsichtlich beim Einschalten ihres Handys (nach dem Ladevorgang, s. Punkt 3) versandt hätte, hätte sie das bemerkt und doch sehr wahrscheinlich eine neue, rücksichtsvollere SMS angefügt.
3.
Auch die von Dir vorgeschlagene Annahme, Frauke habe die SMS kurz nach Verlassen des Pubs verfasst, weil sie jemanden traf, mit dem sie noch eine kurze Zeit verbringen wollte, finde ich sehr plausibel. Auch nach meiner Ansicht wäre eine solche Mitteilung gegen 23 h völlig in Ordnung gewesen, zumal Frauke nicht verpflichtet war, sofort nach dem Ende des Fußballspiels nach Hause zu eilen. Es gab auch nach meiner Vermutung einen zeitlichen Spielraum, der für Chris völlig akzeptabel war.
Du, HP1, hast festgestellt, dass der Versand der SMS nur möglich gewesen wäre, wenn das Handy geladen worden wäre. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Ladeprozess dem Täter verborgen geblieben wäre, auch wenn er vor seinem Übergriff auf Frauke stattgefunden hätte. Dem Täter hätte also klar gewesen sein müssen, dass Frauke über ein funktionsfähiges Handy verfügt.
Du hast, glaube ich, mal auf die Möglichkeit verwiesen, dass Frauke in der Notsituation vielleicht noch die Gelegenheit hatte, ihr Handy einzuschalten. Dass dann aber nur die (früher geschriebene) SMS versandt worden wäre, würde (jedenfalls nach meiner Auffassung) zeigen, dass der Täter ihr sofort das Handy wegnehmen konnte. Und in diesem Fall wäre nach meiner Ansicht auch davon auszugehen, dass er die SMS anschließend gelesen hätte.
Für sehr bemerkenswert halte ich, dass der Täter nach dieser SMS aus Nieheim keine Veranlassung sah, eine weitere SMS zu versenden oder Frauke telefonieren zu lassen – bis zu der öffentlichen Bekanntgabe polizeilicher Ermittlungen, auf die er dann aber sehr schnell (innerhalb von Stunden, mit dem 1. Anruf) reagierte.
1.
(Auf den weggelassenen Satzteil gehe ich später noch ein.)
Da ich (aufgrund der Orte, an denen die Telefonate stattfanden) davon überzeugt bin, dass der Täter in den Tagen der Entführung mehrfach Kontakt zu einer (vollkommen unschuldigen und ahnungslosen!) Person aus Fraukes Umfeld gehabt haben muss und ich Chris für die bei weitem wahrscheinlichste Person halte, wäre der „Insider“ („Nicht gegen England“) sehr leicht erklärbar:
Wenn der Täter ein Bekannter von Chris war, wäre Chris ein naheliegendes Small-Talk-Thema bei der Begegnung von Frauke und dem Täter gewesen. (Beispielsweise: Täter: „Hat sich Chris das Fußballspiel nicht angesehen?“, Frauke: „Nein, er wollte lieber noch etwas für die Uni arbeiten. Ihn interessierte nur, ob wir gegen England spielen müssen.“)
Das sehe ich genauso. Durch die gespeicherten SMS‘ hätte es genügend Vorlagen gegeben.Detective Bartek hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 14:14:57 [...] Dass die SMS in ihrem typischen Stil verfasst wurde und einen „Insider“ enthielt, beweist letztlich nichts. Der Täter, der ja offenbar clever und intelligent war, konnte innerhalb einer Minute ihre bisherigen SMS lesen und ihren Schreibstil übernehmen – oder sie dazu bringen, die Nachricht in genau diesem Stil zu formulieren, damit sie möglichst unauffällig wirkt.
Der Inhalt ist derart informationsarm, wie es nur geht – sie schreibt nur, dass sie später kommt, erwähnt, dass sie nicht gegen England spielen, aber keinerlei Angaben darüber, mit wem, wo oder warum. Genau die Art von Nachricht, die nur ein Lebenszeichen und die Absicht der Heimkehr vermittelt – und sonst nichts. [...]
2.
Wir stimmen darin überein, dass eine um 0.49 h von Frauke verfasste SMS gegenüber Chris sehr rücksichtslos gewesen wäre und dieses Verhalten allem, was wir über sie wissen, vollkommen widerspricht.HP1 hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 12:41:44
Und auch eine Frauke, die diesen Text um 0.49 selbstbestimmt verfasst hätte, irritiert. Zu dem Zeitpunkt würde es nicht später werden, sondern war bereits erheblich später geworden, plus sie war da noch etwa eine halbe Autostunde von zu Hause entfernt. Nicht dass sie den wartenden Chris mit dem Schlüssel keinesfalls hätte freiwillig warten lassen können, das unbenommen. Aber in der Situation passt ein lapidares "komme später" nicht, da wäre doch auf jeden Fall eine ungefähre Zeitangabe oder ein "warte nicht auf mich" zu erwarten.
Das spricht eher dafür, dass Frauke sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Gewalt des Täters befand. Wenn sie noch frei gewesen und diese SMS unabsichtlich beim Einschalten ihres Handys (nach dem Ladevorgang, s. Punkt 3) versandt hätte, hätte sie das bemerkt und doch sehr wahrscheinlich eine neue, rücksichtsvollere SMS angefügt.
3.
Durch Deine technischen Experimente steht fest: Diese Möglichkeit ist tatsächlich gegeben.HP1 hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 12:41:44 Es gibt noch die andere Möglichkeit:
Frauke hat die SMS bereits früher, also nach 23 Uhr und dann wohl in PB freiwillig verfasst, aber nicht erfolgreich versandt. Die SMS ging dann 0.49 erfolgreich automatisch raus, als das Handy dort eingeschaltet wurde.
Auch die von Dir vorgeschlagene Annahme, Frauke habe die SMS kurz nach Verlassen des Pubs verfasst, weil sie jemanden traf, mit dem sie noch eine kurze Zeit verbringen wollte, finde ich sehr plausibel. Auch nach meiner Ansicht wäre eine solche Mitteilung gegen 23 h völlig in Ordnung gewesen, zumal Frauke nicht verpflichtet war, sofort nach dem Ende des Fußballspiels nach Hause zu eilen. Es gab auch nach meiner Vermutung einen zeitlichen Spielraum, der für Chris völlig akzeptabel war.
Du, HP1, hast festgestellt, dass der Versand der SMS nur möglich gewesen wäre, wenn das Handy geladen worden wäre. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Ladeprozess dem Täter verborgen geblieben wäre, auch wenn er vor seinem Übergriff auf Frauke stattgefunden hätte. Dem Täter hätte also klar gewesen sein müssen, dass Frauke über ein funktionsfähiges Handy verfügt.
Du hast, glaube ich, mal auf die Möglichkeit verwiesen, dass Frauke in der Notsituation vielleicht noch die Gelegenheit hatte, ihr Handy einzuschalten. Dass dann aber nur die (früher geschriebene) SMS versandt worden wäre, würde (jedenfalls nach meiner Auffassung) zeigen, dass der Täter ihr sofort das Handy wegnehmen konnte. Und in diesem Fall wäre nach meiner Ansicht auch davon auszugehen, dass er die SMS anschließend gelesen hätte.
Für sehr bemerkenswert halte ich, dass der Täter nach dieser SMS aus Nieheim keine Veranlassung sah, eine weitere SMS zu versenden oder Frauke telefonieren zu lassen – bis zu der öffentlichen Bekanntgabe polizeilicher Ermittlungen, auf die er dann aber sehr schnell (innerhalb von Stunden, mit dem 1. Anruf) reagierte.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Gesendet wurde die SMS auf jeden Fall erst 0.49 aus der FZ N-E.JohnLemon hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 22:35:25 Bin auch mittlerweile überzeugt dass die SMS aus technischer Sicht (Akku) erst um diese Uhrzeit gesendet wurde.
Im Umkehrschluss muss dennoch eine Verbindung zum Raum/Funkzelle Nieheim bestehen. Zweimal Nieheim an einem Tag, ist ein Zufall zu viel.
Verfasst worden sein (und eigentlich für den sofortigen Versand gedacht) kann die SMS aber auch bereits deutlich früher. Dass sie dann aber nicht rausgegangen wäre, sondern erst 0.49, wäre technisch keine Unwahrscheinlichkeit, sondern im Gegenteil genau das, was wahrscheinlich passieren würde.
Wenn man also grundsätzlich für sinnvoll möglich hält, dass Frauke irgendwann nach 23 Uhr (jedoch vor 0.49) Anlass gehabt hätte, diese SMS an Chris schicken zu wollen, dann gibt es eigentlich keinen Anlass irgendeine Entstehungsgeschichte für 0.49 zusammenzustricken und für wahrscheinlicher zu halten
Das insbesondere, weil der Wortlaut für um 0.49 (wie auch immer zustande gekommen) Fragen aufwirft, irritiert, für ein Verfassen bald nach 23 Uhr jedoch nicht.
Wenn die kommunikationsfreudige Frauke ihrer Mutter und Chris erzählt hat, sie habe kürzlich einen Schrauber kennengelernt, der ihr bei Bedarf was am Auto reparieren könnte und der wohne in Nieheim, dann könnte dieselbe kommunikationsfreudige Frauke einer ihr bekannten Person beim Smalltalk ohne weiteres genau dasselbe erzählt haben. Dass die Situation mit dieser Person dann im Weiteren einen unguten Verlauf nimmt (ob nun geplant oder nicht), bleibt dabei ja unbenommen.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
@Hamburger
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Zu 1.:
Ja, natürlich könnte das so gewesen sein, keine Frage. Es beantwortet aber nicht, warum ein Täter da nachts um 0.49 in Nieheim so ein Bohei gemacht hätte, nur um Chris mit Fraukes Stimme mitzuteilen,dass es "später" werden würde.
Wenn es dabei irgendwie um Verschleierung, Beruhigung gegangen wäre, dann wäre ein "bis morgen" weit sinnhafter. Außerdem wäre eine Folgenachricht oder bereits ein erster Anruf schon am Mittwoch die logische Konsequenz.
Wenn es dabei um eine falsche Fährte Nieheim gegangen wäre, dann wäre der erste Anruf auch aus der Gegend gekommen, nicht vom völlig anderen Ende Paderborns.
Zu 2.:
Ja, dass Frauke selbst das Handy um 0.49 eingeschaltet hat und die Möglichkeit gehabt hätte, selbstbestimmt eine weitere SMS an Chris zu verfassen, halte ich auch für unwahrscheinlich.
Zu 3.:
Ich meine nicht, dass Frauke ihr Handy zwischenzeitlich heimlich geladen hätte oder so.
Ich skizziere hierzu mal ein kleines Szenario. Ist natürlich nicht als "so muss es gewesen sein" gemeint und auch nicht bis ins Detail als widerspruchsfrei ausgearbeitet. Nur als Idee eines möglichen Ablaufs.
Frauke trifft mit einer ihr bekannten Person zusammen, egal ob unerwartet oder nicht. Man unterhält sich, holt vielleicht irgendwo zwei Bier, oder kommt auf die Idee, schnell zum McDrive nach Bad Driburg zu fahren, wie auch immer.
Frauke schreibt die SMS an Chris, weil sie damit rechnet, dass es so 0.30 bis 1 Uhr wird, bis sie heimkommt. Beim Versand geht das Handy aus, Frauke weiß nicht, ob die SMS raus ist (ob sie es annimmt, keine Ahnung).
Die Situation eskaliert. Ob nun in PB, auf dem McDrive Parkplatz, oder irgendwo anders, wo man hingefahren ist um dort zu essen, an irgendeinem Parkplatz oder so wo der Fahrer hält und meint, er könne einen Annäherungsversuch wagen, wie auch immer. Könnte genauso auch Einstieg in eine von ihm geplante Tat sein an der Stelle.
Jedenfalls, die Situation eskaliert und Frauke (wenn man nicht mehr in PB und auch nicht grad vorm McDrive auf dem Parkplatz ist) ist in dem Moment davon abhängig, dass er sie letztendlich nach Hause fahren wird. Aber der will sie nicht gehen lassen, ob nun geplant oder um erstmal mit ihr zu klären, dass sein Übergriff für ihn folgenlos bleiben muss, was auch immer.
Er lässt Frauke nicht gehen bzw. weigert sich, sie umgehend nach Hause zu fahren. Sie protestiert, sagt sie habe ihrem Mitbewohner geschrieben (was stimmt, der Täter war da wohl auch anwesend) und behauptet ihm geschrieben zu haben, mit wem sie unterwegs sei. Das stimmt zwar nicht, wäre aber in der Situation eine ausgesprochen nahe liegende Behauptung, um sich gegen das Festgehaltenwerden zu behaupten, den Täter zur Einsicht, "Kapitulation" zu bewegen.
Der gibt dem aber nicht unmittelbar nach, muss aber natürlich überprüfen, ob das stimmt.
Nur, Fraukes Handy lässt sich nicht mehr einschalten. Nach meinen Tests wäre das nach dem vorigen erfolglosen Versandversuch manchmal noch möglich, manchmal aber auch nicht.
Also Handy ein Stück weit aufladen, am ehesten mit vorhandenem Ladekabel im Auto. Grundsätzlich auch denkbar, dass er ansonsten dazu wohin gefahren wäre (Gebäude, Steckdosen-Netzteil), die Zeit hätte jedenfalls auch dafür gereicht.
Dann also das Handy einschalten, um die SMS zu checken, ob sein Name drin vorkommt. Dabei befindet er sich im Bereich der FZ N-E.
Wieso? Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder man befindet sich eh gerade dort. Wäre er nach dem McDrive mit ihr ein paar Minuten weit "in die Pampa" gefahren, passt es. Würde er dort irgendwo wohnen und hätte das Handy zu Hause geladen, passt es. Es kann aber auch sein, er will ein Anmelden von Fraukes Handy vermeiden, damit eben keine Ortsmarke in ihren Handydaten entsteht. Fährt ins hügelige Land nördlich von Bad Driburg, wo man oft kein Netz hat. Hält irgendwo, wo sein eigenes Handy kein Netz hat. Schaltet Fraukes Handy ein, das sich jedoch (nicht vorgesehen) mit der FZ verbindet. Verschiedene Möglichkeiten, nicht entscheidend an der Stelle.
Das Handy wird eingeschaltet, die SMS geht da erst raus, und zu seinem Glück steht sein Name tatsächlich nicht drin.
Ein anderer Punkt, der gerne mal hinterfragt wird:
Auch wenn es so gewesen wäre, dass er etwa nach einem abgelehnten Annäherungsversuch aus Frust und mangelnder Selbstkontrolle ihr etwa eine gescheuert hätte oder so, wäre dann plausibel, dass er sie deshalb nicht mehr gehen lassen würde? Oder wäre nicht viel nahe liegender, dass er etwa versuchen würde, es "wieder gut zu machen", indem er sie natürlich sofort heimbringen will usw.?
Ich hatte dieses ganze Szenario schonmal dargestellt, lange bevor der Pünktchenmann hier in etwa diese Geschichte als seine Eigene erzählt hat.
Da hatte ich als Täter einen Kollegen aus dem Krankenhaus vorgeschlagen, einfach weil da gut eine alltägliche Bekanntschaft und Austausch bestanden haben kann, die aber sonst in ihrem Umfeld keiner wahrnahm, wo sie keinen Anlass hatte, irgendwem davon zu erzählen, die sich nicht in ihren Handy- oder Onlinekontakten niederschlug. Die aber gleichzeitig soweit Bestand hatte, dass sie ohne Weiteres etwa spontan zum plaudern oder ein Bier trinken bleibt statt direkt heimzugehen, wo sie auch für eine Fahrt etwa zum McDrive oder sonst einem sinnhaften Ziel ohne Bedenken in ein Auto gestiegen wäre. Alltäglicher Arbeitskollege halt. Man kennt sich, man versteht sich soweit gut, nicht mehr oder weniger.
Wenn ich an der Stelle überlege - ich habe knapp 50 Kollegen/Kolleginnen, die meisten davon sehe ich aber nur sporadisch bei der Arbeit. Im Rückblick kommt es mindestens 1-2 mal im Monat vor, dass man sich privat zufällig begegnet, wenn Zeit ist gibt es praktisch immer ein Schwätzchen, manchmal geht man spontan einen Kaffee trinken. Bin auch schonmal spontan mit ins Kino und habe auch schonmal eine Kollegin an der Bushaltestelle gesehen, hab angehalten und sie mitgenommen. Alles Leute,wo man sich kennt, wo es aber so keinen Austausch per Handy oÄ gibt oder die Dritte im Einzelnen irgendwie als "mit mir in Beziehung stehend" kennen würden.
Aber ich schweife ab - wie gesagt, Täter aus ihrem Arbeitsumfeld im KH war meine mir gut passend erscheinende Vorstellung.
Nun ist es so, wenn man mit Schutzbefohlenen arbeitet, und da gehört auch jeglicher Umgang mit Patienten im KH dazu, dann ist den Bewerbungs- und Einstellungsunterlagen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beizulegen. Dies ist als Angestellter auch regelmäßig (1-2 Jahre) zu aktualisieren, wobei in der Praxis da nicht alle Arbeitgeber so hinterher sind.
Jedenfalls, Einträge aus dem Bereich Sexualstraftaten, Drogendelikte sowie Gewalttaten sind da berufsdisqualifizierend. Keine Policy der Arbeitgeber, sondern gesetzlich. Zumindest bei Sexualstraftaten ist es sogar so, dass man bereits eine gegen sich laufende Ermittlung beim Arbeitgeber melden muss und der einen dann freistellen muss - nur im Fall einer Einstellung des Verfahrens oder einem Freispruch darf der Mitarbeiter überhaupt weiter in seinem Berufsfeld beschäftigt werden.
Das muss ein KH-Mitarbeiter nicht so im Detail kennen (kann er aber), aber dass er immer wieder mal sein Führungszeugnis beibringen muss und warum das so ist, dass wird er schon präsent haben.
Nun also die oben umrissene Situation. Er hat einer Kollegin im Kontext eines Annäherungsversuchs ins Gesicht geschlagen, die ist verständlicherweise erheblich aufgebracht. Im Falle einer Anzeige (Körperverletzung, im Kontext sexuell motiviert) ist seine gesamte berufliche Perspektive dauerhaft(!) gefährdet. Und unabhängig von der juristischen Seite - wenn sie am gemeinsamen Arbeitsplatz irgendwas davon weitergibt, wäre das zum einen sein sozialer Tod dort, zum anderen die Perspektive Kündigung und möglicherweise nur schwer in der Umgebung was neues in der Branche zu finden, wo der Vorfall unbekannt wäre und bliebe.
Da sehe ich jedenfalls genug Motivation, um in so einer Situation den Kopf zu verlieren, in Panik zu geraten und die Sache erstmal mit Frauke klären zu wollen (nein, "müssen") - ohne dass die Frage, wie das dann weitergeht bzw. wo das enden soll, erstmal überhaupt eine handlungsleitende Rolle spielt.
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Zu 1.:
Ja, natürlich könnte das so gewesen sein, keine Frage. Es beantwortet aber nicht, warum ein Täter da nachts um 0.49 in Nieheim so ein Bohei gemacht hätte, nur um Chris mit Fraukes Stimme mitzuteilen,dass es "später" werden würde.
Wenn es dabei irgendwie um Verschleierung, Beruhigung gegangen wäre, dann wäre ein "bis morgen" weit sinnhafter. Außerdem wäre eine Folgenachricht oder bereits ein erster Anruf schon am Mittwoch die logische Konsequenz.
Wenn es dabei um eine falsche Fährte Nieheim gegangen wäre, dann wäre der erste Anruf auch aus der Gegend gekommen, nicht vom völlig anderen Ende Paderborns.
Zu 2.:
Ja, dass Frauke selbst das Handy um 0.49 eingeschaltet hat und die Möglichkeit gehabt hätte, selbstbestimmt eine weitere SMS an Chris zu verfassen, halte ich auch für unwahrscheinlich.
Zu 3.:
Ich meine nicht, dass Frauke ihr Handy zwischenzeitlich heimlich geladen hätte oder so.
Ich skizziere hierzu mal ein kleines Szenario. Ist natürlich nicht als "so muss es gewesen sein" gemeint und auch nicht bis ins Detail als widerspruchsfrei ausgearbeitet. Nur als Idee eines möglichen Ablaufs.
Frauke trifft mit einer ihr bekannten Person zusammen, egal ob unerwartet oder nicht. Man unterhält sich, holt vielleicht irgendwo zwei Bier, oder kommt auf die Idee, schnell zum McDrive nach Bad Driburg zu fahren, wie auch immer.
Frauke schreibt die SMS an Chris, weil sie damit rechnet, dass es so 0.30 bis 1 Uhr wird, bis sie heimkommt. Beim Versand geht das Handy aus, Frauke weiß nicht, ob die SMS raus ist (ob sie es annimmt, keine Ahnung).
Die Situation eskaliert. Ob nun in PB, auf dem McDrive Parkplatz, oder irgendwo anders, wo man hingefahren ist um dort zu essen, an irgendeinem Parkplatz oder so wo der Fahrer hält und meint, er könne einen Annäherungsversuch wagen, wie auch immer. Könnte genauso auch Einstieg in eine von ihm geplante Tat sein an der Stelle.
Jedenfalls, die Situation eskaliert und Frauke (wenn man nicht mehr in PB und auch nicht grad vorm McDrive auf dem Parkplatz ist) ist in dem Moment davon abhängig, dass er sie letztendlich nach Hause fahren wird. Aber der will sie nicht gehen lassen, ob nun geplant oder um erstmal mit ihr zu klären, dass sein Übergriff für ihn folgenlos bleiben muss, was auch immer.
Er lässt Frauke nicht gehen bzw. weigert sich, sie umgehend nach Hause zu fahren. Sie protestiert, sagt sie habe ihrem Mitbewohner geschrieben (was stimmt, der Täter war da wohl auch anwesend) und behauptet ihm geschrieben zu haben, mit wem sie unterwegs sei. Das stimmt zwar nicht, wäre aber in der Situation eine ausgesprochen nahe liegende Behauptung, um sich gegen das Festgehaltenwerden zu behaupten, den Täter zur Einsicht, "Kapitulation" zu bewegen.
Der gibt dem aber nicht unmittelbar nach, muss aber natürlich überprüfen, ob das stimmt.
Nur, Fraukes Handy lässt sich nicht mehr einschalten. Nach meinen Tests wäre das nach dem vorigen erfolglosen Versandversuch manchmal noch möglich, manchmal aber auch nicht.
Also Handy ein Stück weit aufladen, am ehesten mit vorhandenem Ladekabel im Auto. Grundsätzlich auch denkbar, dass er ansonsten dazu wohin gefahren wäre (Gebäude, Steckdosen-Netzteil), die Zeit hätte jedenfalls auch dafür gereicht.
Dann also das Handy einschalten, um die SMS zu checken, ob sein Name drin vorkommt. Dabei befindet er sich im Bereich der FZ N-E.
Wieso? Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder man befindet sich eh gerade dort. Wäre er nach dem McDrive mit ihr ein paar Minuten weit "in die Pampa" gefahren, passt es. Würde er dort irgendwo wohnen und hätte das Handy zu Hause geladen, passt es. Es kann aber auch sein, er will ein Anmelden von Fraukes Handy vermeiden, damit eben keine Ortsmarke in ihren Handydaten entsteht. Fährt ins hügelige Land nördlich von Bad Driburg, wo man oft kein Netz hat. Hält irgendwo, wo sein eigenes Handy kein Netz hat. Schaltet Fraukes Handy ein, das sich jedoch (nicht vorgesehen) mit der FZ verbindet. Verschiedene Möglichkeiten, nicht entscheidend an der Stelle.
Das Handy wird eingeschaltet, die SMS geht da erst raus, und zu seinem Glück steht sein Name tatsächlich nicht drin.
Ein anderer Punkt, der gerne mal hinterfragt wird:
Auch wenn es so gewesen wäre, dass er etwa nach einem abgelehnten Annäherungsversuch aus Frust und mangelnder Selbstkontrolle ihr etwa eine gescheuert hätte oder so, wäre dann plausibel, dass er sie deshalb nicht mehr gehen lassen würde? Oder wäre nicht viel nahe liegender, dass er etwa versuchen würde, es "wieder gut zu machen", indem er sie natürlich sofort heimbringen will usw.?
Ich hatte dieses ganze Szenario schonmal dargestellt, lange bevor der Pünktchenmann hier in etwa diese Geschichte als seine Eigene erzählt hat.
Da hatte ich als Täter einen Kollegen aus dem Krankenhaus vorgeschlagen, einfach weil da gut eine alltägliche Bekanntschaft und Austausch bestanden haben kann, die aber sonst in ihrem Umfeld keiner wahrnahm, wo sie keinen Anlass hatte, irgendwem davon zu erzählen, die sich nicht in ihren Handy- oder Onlinekontakten niederschlug. Die aber gleichzeitig soweit Bestand hatte, dass sie ohne Weiteres etwa spontan zum plaudern oder ein Bier trinken bleibt statt direkt heimzugehen, wo sie auch für eine Fahrt etwa zum McDrive oder sonst einem sinnhaften Ziel ohne Bedenken in ein Auto gestiegen wäre. Alltäglicher Arbeitskollege halt. Man kennt sich, man versteht sich soweit gut, nicht mehr oder weniger.
Wenn ich an der Stelle überlege - ich habe knapp 50 Kollegen/Kolleginnen, die meisten davon sehe ich aber nur sporadisch bei der Arbeit. Im Rückblick kommt es mindestens 1-2 mal im Monat vor, dass man sich privat zufällig begegnet, wenn Zeit ist gibt es praktisch immer ein Schwätzchen, manchmal geht man spontan einen Kaffee trinken. Bin auch schonmal spontan mit ins Kino und habe auch schonmal eine Kollegin an der Bushaltestelle gesehen, hab angehalten und sie mitgenommen. Alles Leute,wo man sich kennt, wo es aber so keinen Austausch per Handy oÄ gibt oder die Dritte im Einzelnen irgendwie als "mit mir in Beziehung stehend" kennen würden.
Aber ich schweife ab - wie gesagt, Täter aus ihrem Arbeitsumfeld im KH war meine mir gut passend erscheinende Vorstellung.
Nun ist es so, wenn man mit Schutzbefohlenen arbeitet, und da gehört auch jeglicher Umgang mit Patienten im KH dazu, dann ist den Bewerbungs- und Einstellungsunterlagen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beizulegen. Dies ist als Angestellter auch regelmäßig (1-2 Jahre) zu aktualisieren, wobei in der Praxis da nicht alle Arbeitgeber so hinterher sind.
Jedenfalls, Einträge aus dem Bereich Sexualstraftaten, Drogendelikte sowie Gewalttaten sind da berufsdisqualifizierend. Keine Policy der Arbeitgeber, sondern gesetzlich. Zumindest bei Sexualstraftaten ist es sogar so, dass man bereits eine gegen sich laufende Ermittlung beim Arbeitgeber melden muss und der einen dann freistellen muss - nur im Fall einer Einstellung des Verfahrens oder einem Freispruch darf der Mitarbeiter überhaupt weiter in seinem Berufsfeld beschäftigt werden.
Das muss ein KH-Mitarbeiter nicht so im Detail kennen (kann er aber), aber dass er immer wieder mal sein Führungszeugnis beibringen muss und warum das so ist, dass wird er schon präsent haben.
Nun also die oben umrissene Situation. Er hat einer Kollegin im Kontext eines Annäherungsversuchs ins Gesicht geschlagen, die ist verständlicherweise erheblich aufgebracht. Im Falle einer Anzeige (Körperverletzung, im Kontext sexuell motiviert) ist seine gesamte berufliche Perspektive dauerhaft(!) gefährdet. Und unabhängig von der juristischen Seite - wenn sie am gemeinsamen Arbeitsplatz irgendwas davon weitergibt, wäre das zum einen sein sozialer Tod dort, zum anderen die Perspektive Kündigung und möglicherweise nur schwer in der Umgebung was neues in der Branche zu finden, wo der Vorfall unbekannt wäre und bliebe.
Da sehe ich jedenfalls genug Motivation, um in so einer Situation den Kopf zu verlieren, in Panik zu geraten und die Sache erstmal mit Frauke klären zu wollen (nein, "müssen") - ohne dass die Frage, wie das dann weitergeht bzw. wo das enden soll, erstmal überhaupt eine handlungsleitende Rolle spielt.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
@HP1
Du hast völlig recht mit Deinem Einwand. Ich wollte auf ihn in einem gesonderten Teil eingehen und habe ihn leider geschrieben, ohne Deinen aktuellen Beitrag zu kennen. Ich poste ihn jetzt trotzdem und gehe auf Deine jüngsten Überlegungen morgen ein.
@HP1 @DetectiveBartek
Nun zu der Frage, welchen Grund ein Täter, der die Tat geplante, gehabt hätte, diese SMS aus Nieheim zu versenden.
Einem Täter, der die Tat plante, muss klar gewesen, dass er bei aller Vorbereitung und Umsicht eine Gefahr nicht vermeiden konnte: bei seiner Begegnung mit Frauke (oder während der Zeit, in der er auf sie wartete) gesehen zu werden.
Ihm muss klar gewesen sein, dass irgendwann die Polizei ermitteln und sich dabei auf jenen Ort konzentrieren würde, an dem sie sich zuletzt freiwillig aufgehalten hatte. Durch die SMS aus Nieheim wurde suggeriert, das sei irgendwo in jener Gegend um Nieheim gewesen. Ob Nieheim oder ein Nachbarort, spielte dabei nach meiner Ansicht für den Täter keine Rolle – wichtig war nur ein Ort, an dem man von ihm und Frauke keine Spur finden würde.
Ohne die 1. SMS aus Nieheim hätte sich die Polizei auf die Umgebung des Pubs und den weiteren Nachhauseweg fokussiert und vermutlich nach verdächtigen Beobachtungen gefragt. Dann hätten sich vielleicht einige Zeugen an eine Person erinnert, die dort längere Zeit herumstand etc.
Wie ich schon schrieb, gehe ich von einem Täter aus dem weiteren Bekanntenkreis des vollkommen unschuldigen und ahnungslosen Chris aus.
Frauke und Chris hatten weitgehend getrennte Bekanntenkreise (bedingt durch ihre unterschiedliche Ausbildung und Chris‘ längere Anwesenheit in Paderborn), aber sie waren nicht voneinander isoliert. Ich kenne Paderborn nicht, aber ich nehme an, in der Gegend, in der der Pub lag, hielten sich häufig auch Freunde und Bekannte von Chris auf („Capitol“ u.a.).
Der Täter konnte nicht ausschließen, von Leuten, die er kannte, gesehen zu werden, ohne sie selbst zu bemerken. Er musste also beispielsweise nach meiner Ansicht damit rechnen, dass jemand zu Chris sagen würden: „Ich habe X in der Nähe gesehen, man müsste mal fragen, ob er etwas beobachtet hat.“ Die Polizei hätte sich vielleicht zunächst für den Täter als Zeugen interessiert, und es nicht selten, dass aus einem Zeugen ein Verdächtiger wird. Mit der „Verlegung“ des Tatortes außerhalb Paderborns (durch die SMS aus Nieheim) konnte der Täter nach meiner Ansicht diese Gefahr für sich deutlich mindern.
(Der Täter muss unvermeidlich eine Menge Spuren hinterlassen haben: das Versteck, das Auto, in dem Frauke transportiert wurde, etc. Es gibt hier im Forum einige, die meinen, man könne sich ein Alibi „zusammenbasteln“, alle Spuren vernichten etc. Ich halte das für vollkommen unrealistisch und glaube, wenn die Polizei den Täter jemals im Visier gehabt hätte, hätte sie in diesem Fall auch gute Chancen gehabt, ihn zu überführen.)
Nach meiner Ansicht ist es sehr wichtig, verschiedene Ebenen strikt zu trennen. 1. Das, was der Täter geplant haben könnte, 2. die einzelnen Schritte seiner Tat, 3. das, was der Täter (und unter welchen Umständen) zu diesen verschiedenen Zeitpunkten während der Entführung über die Reaktionen von Fraukes Familie, Chris und der Polizei gewusst haben könnte.
Da diese SMS, so mein Szenario, eine falsche Fährte für die Polizei legen sollte, musste sie vor allem eines sein: glaubwürdig.
Ein „Komme später“ wäre nach meiner Auffassung für die Polizei glaubwürdiger gewesen als ein „Komme morgen“ ohne weitere Erklärung (Frauke musste ja am nächsten Tag zur Schule gehen) oder gar ein „Brauche mal ein paar Tage Auszeit“.
Ich nehme also an, dass der Täter diese SMS für den Ermittlungsansatz der Polizei verfasste, dabei aber völlig die Beunruhigung von Chris und Fraukes Familie unterschätzte. Nach meiner Vermutung rechnete der Täter überhaupt nicht damit, dass Fraukes Familie so schnell die Polizei einschalten und diese so schnell aktiv werden würde. Dadurch, so mein Szenario, entstand für ihn eine unerwartete Bedrohungslage, auf die er mit den nicht geplanten Anrufen reagierte.
Du hast völlig recht mit Deinem Einwand. Ich wollte auf ihn in einem gesonderten Teil eingehen und habe ihn leider geschrieben, ohne Deinen aktuellen Beitrag zu kennen. Ich poste ihn jetzt trotzdem und gehe auf Deine jüngsten Überlegungen morgen ein.
@HP1 @DetectiveBartek
Das ist eine sehr berechtigte und wichtige Frage. Bevor ich meine Überlegungen darlege, muss ich darauf hinweisen, dass für mich eine SMS aus Nieheim, die vom Täter verfasst wurde, nur unter der Voraussetzung einer geplanten Tat in Frage kommt.HP1 hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 16:44:53
Bei all den Diskussionen, wie denn der Täter zu diesem SMS-Text gekommen sein könnte, fällt regelmäßig hinten runter die Frage nach dem Wozu.
Wozu da eine SMS schreiben? Zu welchem Zweck? Und wenns drum geht, ihr Fernbleiben zu erklären, damit keiner unruhig wird - erstens auch, wozu? Und zweitens, warum dann nicht "bis morgen" oder so, warum "bis später"? Das verkürzt Wert und Wirkung einer so motivierten Nachricht doch immens.
Das sehe ich ebenso, und es trifft nach meiner Ansicht nicht nur auf einen 20-Jährigen zu.Detective Bartek hat geschrieben: ↑Samstag, 24. Januar 2026, 11:27:31 [...] Ich bezweifle, dass ein aufgewühlter 20-Jähriger, der Frauke – nehmen wir an – gerade überwältigt hat und mit ihr weit in außerstädtische Gebiete flieht, dabei einen klaren Plan gehabt hätte. Schon gar nicht, wenn nichts im Voraus geplant war und alles ausschließlich unter Adrenalin geschah.
Nun zu der Frage, welchen Grund ein Täter, der die Tat geplante, gehabt hätte, diese SMS aus Nieheim zu versenden.
Einem Täter, der die Tat plante, muss klar gewesen, dass er bei aller Vorbereitung und Umsicht eine Gefahr nicht vermeiden konnte: bei seiner Begegnung mit Frauke (oder während der Zeit, in der er auf sie wartete) gesehen zu werden.
Ihm muss klar gewesen sein, dass irgendwann die Polizei ermitteln und sich dabei auf jenen Ort konzentrieren würde, an dem sie sich zuletzt freiwillig aufgehalten hatte. Durch die SMS aus Nieheim wurde suggeriert, das sei irgendwo in jener Gegend um Nieheim gewesen. Ob Nieheim oder ein Nachbarort, spielte dabei nach meiner Ansicht für den Täter keine Rolle – wichtig war nur ein Ort, an dem man von ihm und Frauke keine Spur finden würde.
Ohne die 1. SMS aus Nieheim hätte sich die Polizei auf die Umgebung des Pubs und den weiteren Nachhauseweg fokussiert und vermutlich nach verdächtigen Beobachtungen gefragt. Dann hätten sich vielleicht einige Zeugen an eine Person erinnert, die dort längere Zeit herumstand etc.
Wie ich schon schrieb, gehe ich von einem Täter aus dem weiteren Bekanntenkreis des vollkommen unschuldigen und ahnungslosen Chris aus.
Frauke und Chris hatten weitgehend getrennte Bekanntenkreise (bedingt durch ihre unterschiedliche Ausbildung und Chris‘ längere Anwesenheit in Paderborn), aber sie waren nicht voneinander isoliert. Ich kenne Paderborn nicht, aber ich nehme an, in der Gegend, in der der Pub lag, hielten sich häufig auch Freunde und Bekannte von Chris auf („Capitol“ u.a.).
Der Täter konnte nicht ausschließen, von Leuten, die er kannte, gesehen zu werden, ohne sie selbst zu bemerken. Er musste also beispielsweise nach meiner Ansicht damit rechnen, dass jemand zu Chris sagen würden: „Ich habe X in der Nähe gesehen, man müsste mal fragen, ob er etwas beobachtet hat.“ Die Polizei hätte sich vielleicht zunächst für den Täter als Zeugen interessiert, und es nicht selten, dass aus einem Zeugen ein Verdächtiger wird. Mit der „Verlegung“ des Tatortes außerhalb Paderborns (durch die SMS aus Nieheim) konnte der Täter nach meiner Ansicht diese Gefahr für sich deutlich mindern.
(Der Täter muss unvermeidlich eine Menge Spuren hinterlassen haben: das Versteck, das Auto, in dem Frauke transportiert wurde, etc. Es gibt hier im Forum einige, die meinen, man könne sich ein Alibi „zusammenbasteln“, alle Spuren vernichten etc. Ich halte das für vollkommen unrealistisch und glaube, wenn die Polizei den Täter jemals im Visier gehabt hätte, hätte sie in diesem Fall auch gute Chancen gehabt, ihn zu überführen.)
Nach meiner Ansicht ist es sehr wichtig, verschiedene Ebenen strikt zu trennen. 1. Das, was der Täter geplant haben könnte, 2. die einzelnen Schritte seiner Tat, 3. das, was der Täter (und unter welchen Umständen) zu diesen verschiedenen Zeitpunkten während der Entführung über die Reaktionen von Fraukes Familie, Chris und der Polizei gewusst haben könnte.
Ich glaube nicht, dass der Täter zu Beginn von Fraukes Entführung die Absicht hatte, sie telefonieren zu lassen – sondern dass er sich durch den ungewöhnlich frühen Beginn der polizeilichen Ermittlungen dazu genötigt sah. D. h. dass der Täter zum Zeitpunkt des Versendens der SMS davon ausging, dass diese SMS das letzte Lebenszeichen Fraukes sein würde.
Da diese SMS, so mein Szenario, eine falsche Fährte für die Polizei legen sollte, musste sie vor allem eines sein: glaubwürdig.
Ein „Komme später“ wäre nach meiner Auffassung für die Polizei glaubwürdiger gewesen als ein „Komme morgen“ ohne weitere Erklärung (Frauke musste ja am nächsten Tag zur Schule gehen) oder gar ein „Brauche mal ein paar Tage Auszeit“.
Ich nehme also an, dass der Täter diese SMS für den Ermittlungsansatz der Polizei verfasste, dabei aber völlig die Beunruhigung von Chris und Fraukes Familie unterschätzte. Nach meiner Vermutung rechnete der Täter überhaupt nicht damit, dass Fraukes Familie so schnell die Polizei einschalten und diese so schnell aktiv werden würde. Dadurch, so mein Szenario, entstand für ihn eine unerwartete Bedrohungslage, auf die er mit den nicht geplanten Anrufen reagierte.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
@Hamburger
Grundsätzlich kann ich dir da folgen. Wobei da für meinen Geschmack ziemlich viel "der Täter tat dies und jenes aus diesem und jenem Grund" drin vorkommt wo für mich nicht überall naheliegend ist, dass das erwartbares Planen/Tathandeln wäre. Aber gut...
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren - so wie es ansonsten auch alle anderen Entführer handhaben (wenn auch nicht immer erfolgreich, natürlich). Sofern nicht im Sinne des Tatmotivs notwendig (etwa bei Erpressung), wäre da jede Kontaktaufnahme nach außen kontraintuitiv.
Und abseits davon, wenn die Tat geplant war, dann hat der Täter sie wohl nicht zufällig getroffen und sich dann spontan für den Einstieg in die bereits geplante Tat entschieden, oder?
Dann müsste er das Zusammentreffen also geplant herbeigeführt haben. Heißt, er wusste wann etwa und wo sie da sein würde.
Wer wusste vorab, dass sie im Pub war an jenem Abend?
Wer wusste, dass sie wohl nach dem Spiel allein Richtung Zuhause gehen würde und nicht mit den anderen noch weiterziehen würde?
Natürlich könnte man auch da was zusammenbasteln mit vielen Vielleichts und dem Täterhandeln dabei selektiv(!) gute Entscheidungen aninterpretieren.
Aber am Ende bleibts halt so, dass ein Abgriff auf ihrem so nur sehr begrenzt vorhersehbaren Heimweg (Anlass, Uhrzeit, allein) und in einer Öffentlichkeit, in der sowohl sie als auch der Täter selbst als auch beide zusammen gesehen werden konnten von Leuten, denen sie bekannt waren, ein reichlich merkwürdiges Vorgehen für eine geplante Tat wäre.
Grundsätzlich kann ich dir da folgen. Wobei da für meinen Geschmack ziemlich viel "der Täter tat dies und jenes aus diesem und jenem Grund" drin vorkommt wo für mich nicht überall naheliegend ist, dass das erwartbares Planen/Tathandeln wäre. Aber gut...
Mal ganz direkt gefragt:Hamburger hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 02:56:47 (...)
Das ist eine sehr berechtigte und wichtige Frage. Bevor ich meine Überlegungen darlege, muss ich darauf hinweisen, dass für mich eine SMS aus Nieheim, die vom Täter verfasst wurde, nur unter der Voraussetzung einer geplanten Tat in Frage kommt.
(...)
Der Täter konnte nicht ausschließen, von Leuten, die er kannte, gesehen zu werden, ohne sie selbst zu bemerken. Er musste also beispielsweise nach meiner Ansicht damit rechnen, dass jemand zu Chris sagen würden: „Ich habe X in der Nähe gesehen, man müsste mal fragen, ob er etwas beobachtet hat.“ Die Polizei hätte sich vielleicht zunächst für den Täter als Zeugen interessiert, und es nicht selten, dass aus einem Zeugen ein Verdächtiger wird. Mit der „Verlegung“ des Tatortes außerhalb Paderborns (durch die SMS aus Nieheim) konnte der Täter nach meiner Ansicht diese Gefahr für sich deutlich mindern.
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren - so wie es ansonsten auch alle anderen Entführer handhaben (wenn auch nicht immer erfolgreich, natürlich). Sofern nicht im Sinne des Tatmotivs notwendig (etwa bei Erpressung), wäre da jede Kontaktaufnahme nach außen kontraintuitiv.
Und abseits davon, wenn die Tat geplant war, dann hat der Täter sie wohl nicht zufällig getroffen und sich dann spontan für den Einstieg in die bereits geplante Tat entschieden, oder?
Dann müsste er das Zusammentreffen also geplant herbeigeführt haben. Heißt, er wusste wann etwa und wo sie da sein würde.
Wer wusste vorab, dass sie im Pub war an jenem Abend?
Wer wusste, dass sie wohl nach dem Spiel allein Richtung Zuhause gehen würde und nicht mit den anderen noch weiterziehen würde?
Natürlich könnte man auch da was zusammenbasteln mit vielen Vielleichts und dem Täterhandeln dabei selektiv(!) gute Entscheidungen aninterpretieren.
Aber am Ende bleibts halt so, dass ein Abgriff auf ihrem so nur sehr begrenzt vorhersehbaren Heimweg (Anlass, Uhrzeit, allein) und in einer Öffentlichkeit, in der sowohl sie als auch der Täter selbst als auch beide zusammen gesehen werden konnten von Leuten, denen sie bekannt waren, ein reichlich merkwürdiges Vorgehen für eine geplante Tat wäre.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Letzteres ist doch exakt der Knackpunkt hinsichtlich der Frage, ob der Täter aus dem Bekanntenkreis kommt oder nicht. Die Abendplanung hätte ja durchaus anders verlaufen können, somit wäre ein Auflauern durch den Täter ohne genaue Kenntnisse kaum sinnvoll und nicht praktikabel. Es wäre purer Zufall. Der Täter muss also Ort, Uhrzeit und um die Gruppen-Dynamik informiert gewesen sein. Da Frauke sich ja scheinbar im Pub erst entschied, den Abend nicht weiter ziehen zu wollen, kann der Täter diese Info nur von ihr selbst, innerhalb der Gruppe oder als stiller Beobachter im Pub selbst, aufgegriffen haben.HP1 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 03:47:41 @Hamburger
Grundsätzlich kann ich dir da folgen. Wobei da für meinen Geschmack ziemlich viel "der Täter tat dies und jenes aus diesem und jenem Grund" drin vorkommt wo für mich nicht überall naheliegend ist, dass das erwartbares Planen/Tathandeln wäre. Aber gut...
Mal ganz direkt gefragt:
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren - so wie es ansonsten auch alle anderen Entführer handhaben (wenn auch nicht immer erfolgreich, natürlich). Sofern nicht im Sinne des Tatmotivs notwendig (etwa bei Erpressung), wäre da jede Kontaktaufnahme nach außen kontraintuitiv.
Und abseits davon, wenn die Tat geplant war, dann hat der Täter sie wohl nicht zufällig getroffen und sich dann spontan für den Einstieg in die bereits geplante Tat entschieden, oder?
Dann müsste er das Zusammentreffen also geplant herbeigeführt haben. Heißt, er wusste wann etwa und wo sie da sein würde.
Wer wusste vorab, dass sie im Pub war an jenem Abend?
Wer wusste, dass sie wohl nach dem Spiel allein Richtung Zuhause gehen würde und nicht mit den anderen noch weiterziehen würde?
Natürlich könnte man auch da was zusammenbasteln mit vielen Vielleichts und dem Täterhandeln dabei selektiv(!) gute Entscheidungen aninterpretieren.
Aber am Ende bleibts halt so, dass ein Abgriff auf ihrem so nur sehr begrenzt vorhersehbaren Heimweg (Anlass, Uhrzeit, allein) und in einer Öffentlichkeit, in der sowohl sie als auch der Täter selbst als auch beide zusammen gesehen werden konnten von Leuten, denen sie bekannt waren, ein reichlich merkwürdiges Vorgehen für eine geplante Tat wäre.
Anders wäre noch die Option, das Frauke den Täter aufsuchte: in weiterer Location, Zuhause, ausgemachter Treffpunkt, etc.
Da ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, wird der Täter womöglich hier zu finden sein.
-
Gast
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Es ist aber unmöglich, dass der/die Täter sich von der übrigen Gruppe löste und Frauke dann folgte. Das hätten die anderen bemerkt und allzu viel Zeit blieb ja auch gar nicht. Er musste ihr sofort folgen, ihr Heimweg betrugt ja nur einige wenige Minuten.
Die einzigen Zeugen (ich meine, es waren drei Personen) bezeugen ja, dass sie alleine nach links ging, also Richtung ihrer Wohnung. Da bliebe ja nur die Option, dass alle drei mit drin hängen, Frauke gar nicht plante nach Hause zu gehen, sondern den anderen in Wahrheit folgte und dann irgendwas aus dem Ruder lief.
Die einzigen Zeugen (ich meine, es waren drei Personen) bezeugen ja, dass sie alleine nach links ging, also Richtung ihrer Wohnung. Da bliebe ja nur die Option, dass alle drei mit drin hängen, Frauke gar nicht plante nach Hause zu gehen, sondern den anderen in Wahrheit folgte und dann irgendwas aus dem Ruder lief.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ja, das ist der Knackpunkt.JohnLemon hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 05:31:23 Letzteres ist doch exakt der Knackpunkt hinsichtlich der Frage, ob der Täter aus dem Bekanntenkreis kommt oder nicht. Die Abendplanung hätte ja durchaus anders verlaufen können, somit wäre ein Auflauern durch den Täter ohne genaue Kenntnisse kaum sinnvoll und nicht praktikabel. Es wäre purer Zufall. Der Täter muss also Ort, Uhrzeit und um die Gruppen-Dynamik informiert gewesen sein. Da Frauke sich ja scheinbar im Pub erst entschied, den Abend nicht weiter ziehen zu wollen, kann der Täter diese Info nur von ihr selbst, innerhalb der Gruppe oder als stiller Beobachter im Pub selbst, aufgegriffen haben.
Anders wäre noch die Option, das Frauke den Täter aufsuchte: in weiterer Location, Zuhause, ausgemachter Treffpunkt, etc.
Da ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, wird der Täter womöglich hier zu finden sein.
Da auch ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, ist für mich die geplante Tat ziemlich raus
Frauke hat nach 21 Uhr niemanden mehr erfolgreich kontaktiert, erst wieder die SMS von 0.49, die möglicherweise schon früher verfasst wurde, ohne jedoch erfolgreich versandt worden zu sein.
Ob nun jemand innerhalb der Pub-Gruppe (die geschlossen weitergezogen ist ins Savoys) oder seitens Niels und Andi (die waren Billard spielen und Döner essen) eine weitere Person heimlich informiert hat, dass Frauke um 23 Uhr allein Richtung Zuhause gehen würde? Mal abgesehen davon, dass das in eine öffentlich (also hier) indiskutable Richtung läuft, wäre das schon motivseitig eine ganz andere Nummer als ein Einzeltäter. Kann man für theoretisch möglich halten, aber Anhaltspunkte, warum das irgendwie auch nur im Ansatz wahrscheinlich sein könnte? Ich seh keine - außer, man will auf Biegen und Brechen die Idee von einer geplanten Tat aus dem Umfeld irgendwie plausibel erzählen.
Und Chris, der von Frau Liebs nach dem Schlüssel holen wieder zu Hause abgesetzt wurde? Hat der dann erstmal irgendwen angerufen und erzählt, dass Frauke wegen des Schlüssels wohl um 23 Uhr vom Pub heimgehen würde? Und derjenige dachte dann "Cool, genau DAS ist der Moment, die geplante Tat umzusetzen, Chris wird sich danach sicher nicht erinnern, mir das erzählt zu haben". Das ist doch Kasperletheater.
Und jemand im Pub, der Frauke und die Gruppe belauert hat? Einerseits über die Gruppendynamik informiert, jedenfalls zumindest Frauke sollte den in diesem Szenario ja auch gekannt haben, andererseits von keinem aus der Gruppe erkannt und im Nachgang bei den Vernehmungen erwähnt? Der ist denen nach und als Frauke sich dann von der Gruppe separiert hat, war sein Moment gekommen?
Das noch am ehesten, aber was war da der Plan? Ihr nachgehen und sie überreden, irgendwohin zu fahren? Oder sie abgreifen und in ein Auto zerren? Da hätte man vorher gut überlegen müssen, wo man überhaupt das Auto abstellt, so dass sie erstens dort vorbeikommt und zweitens in dem Moment keine Zeugen da sind. Da gibts halt verschiedene Heimwegstrecken, die quasi erst vor ihrer Haustür wieder zusammenlaufen (Widukindstr./Borchener Str.). Und auch wenn das nicht die belebte Innenstadt ist, es ist immer entweder Wohngebiet oder neben einer gut befahrenen Hauptstraße. Sommer, schönes Wetter, vor Mitternacht, Leute kommen zumindest vereinzelt vom Fußballschauen in der Innenstadt oder bei Freunden heim.
Mal ganz abgesehen davon, dass der weitere Verlauf mit den Anrufen für mich nicht die Sprache von etwas spricht, was "nach Plan" verlaufen wäre.
Eine geplante Tat, wo der Tateinstieg jedenfalls spontan entschieden und provisorisch durchgeführt gewesen sein müsste.
Geplante SMS, weil der Plan beinhaltete, dass man vielleicht mit Frauke auf dem Heimweg von wem gesehen wurde, der sie oder einen selbst kannte.
Aber wenn man sie nachts noch ein "Komme später" schreiben lässt und die Polizei irgendwann die Info hat, dass die SMS gar nicht aus PB kam, dann wird doch sicher keiner fragen, ob sie von jemandem auf dem Heimweg gesehen wurde.
Und es wird sich auch keiner melden, der sie gesehen hätte.
Dass sie mitten in der Nacht ohne eigenes Auto wohl mit irgendwem nach Nieheim gelangt sein muss, sicher kein Punkt weswegen sich irgendwer dafür interessieren würde, ob und ggf. mit wem sie nach 23h noch in PB gesehen wurde. Schon klar, die überaus gescheit ausgedachte SMS aus Nieheim wirds schon richten.
Das Anruf-Bohei, weil es bei der geplanten Entführung ein Problem darstellte, dass "schon" nach eineinhalb Tagen nach ihr gesucht wurde. Muss echt ein toller Plan gewesen sein.
Was wäre dann da zu erwarten gewesen? Dass sich nach einer "komme später"-SMS eine Woche lang keiner fragt, wo sie ist?
Oder waren die Anruffahrten mit logistischem Aufwand und bis zu einem Grad zusätzlichen Entdeckungsrisiko und Gefahr, dass dabei irgendwas (Autopanne, Unfall...) schiefläuft, auch schon Teil des Plans? Eines Plans, der (warum denn?) nur mit diesen Anruffahrten funktionierte?
Jemanden der so "plant", den könntest du doch nicht mal guten Gewissens zum Einkaufen schicken, meine ich.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Sehe ich genauso.HP1 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 08:14:58 Ja, das ist der Knackpunkt.
Da auch ich nicht von einem Kidnapping durch wildfremde Personen ausgehe, ist für mich die geplante Tat ziemlich raus![]()
Frauke hat nach 21 Uhr niemanden mehr erfolgreich kontaktiert, erst wieder die SMS von 0.49, die möglicherweise schon früher verfasst wurde, ohne jedoch erfolgreich versandt worden zu sein.
Ob nun jemand innerhalb der Pub-Gruppe (die geschlossen weitergezogen ist ins Savoys) oder seitens Niels und Andi (die waren Billard spielen und Döner essen) eine weitere Person heimlich informiert hat, dass Frauke um 23 Uhr allein Richtung Zuhause gehen würde? Mal abgesehen davon, dass das in eine öffentlich (also hier) indiskutable Richtung läuft, wäre das schon motivseitig eine ganz andere Nummer als ein Einzeltäter. Kann man für theoretisch möglich halten, aber Anhaltspunkte, warum das irgendwie auch nur im Ansatz wahrscheinlich sein könnte? Ich seh keine - außer, man will auf Biegen und Brechen die Idee von einer geplanten Tat aus dem Umfeld irgendwie plausibel erzählen.
Und Chris, der von Frau Liebs nach dem Schlüssel holen wieder zu Hause abgesetzt wurde? Hat der dann erstmal irgendwen angerufen und erzählt, dass Frauke wegen des Schlüssels wohl um 23 Uhr vom Pub heimgehen würde? Und derjenige dachte dann "Cool, genau DAS ist der Moment, die geplante Tat umzusetzen, Chris wird sich danach sicher nicht erinnern, mir das erzählt zu haben". Das ist doch Kasperletheater.
Und jemand im Pub, der Frauke und die Gruppe belauert hat? Einerseits über die Gruppendynamik informiert, jedenfalls zumindest Frauke sollte den in diesem Szenario ja auch gekannt haben, andererseits von keinem aus der Gruppe erkannt und im Nachgang bei den Vernehmungen erwähnt? Der ist denen nach und als Frauke sich dann von der Gruppe separiert hat, war sein Moment gekommen?
Das noch am ehesten, aber was war da der Plan? Ihr nachgehen und sie überreden, irgendwohin zu fahren? Oder sie abgreifen und in ein Auto zerren? Da hätte man vorher gut überlegen müssen, wo man überhaupt das Auto abstellt, so dass sie erstens dort vorbeikommt und zweitens in dem Moment keine Zeugen da sind. Da gibts halt verschiedene Heimwegstrecken, die quasi erst vor ihrer Haustür wieder zusammenlaufen (Widukindstr./Borchener Str.). Und auch wenn das nicht die belebte Innenstadt ist, es ist immer entweder Wohngebiet oder neben einer gut befahrenen Hauptstraße. Sommer, schönes Wetter, vor Mitternacht, Leute kommen zumindest vereinzelt vom Fußballschauen in der Innenstadt oder bei Freunden heim.
Mal ganz abgesehen davon, dass der weitere Verlauf mit den Anrufen für mich nicht die Sprache von etwas spricht, was "nach Plan" verlaufen wäre.
Eine geplante Tat, wo der Tateinstieg jedenfalls spontan entschieden und provisorisch durchgeführt gewesen sein müsste.
Geplante SMS, weil der Plan beinhaltete, dass man vielleicht mit Frauke auf dem Heimweg von wem gesehen wurde, der sie oder einen selbst kannte.
Aber wenn man sie nachts noch ein "Komme später" schreiben lässt und die Polizei irgendwann die Info hat, dass die SMS gar nicht aus PB kam, dann wird doch sicher keiner fragen, ob sie von jemandem auf dem Heimweg gesehen wurde.
Und es wird sich auch keiner melden, der sie gesehen hätte.
Dass sie mitten in der Nacht ohne eigenes Auto wohl mit irgendwem nach Nieheim gelangt sein muss, sicher kein Punkt weswegen sich irgendwer dafür interessieren würde, ob und ggf. mit wem sie nach 23h noch in PB gesehen wurde. Schon klar, die überaus gescheit ausgedachte SMS aus Nieheim wirds schon richten.
Das Anruf-Bohei, weil es bei der geplanten Entführung ein Problem darstellte, dass "schon" nach eineinhalb Tagen nach ihr gesucht wurde. Muss echt ein toller Plan gewesen sein.
Was wäre dann da zu erwarten gewesen? Dass sich nach einer "komme später"-SMS eine Woche lang keiner fragt, wo sie ist?
Oder waren die Anruffahrten mit logistischem Aufwand und bis zu einem Grad zusätzlichen Entdeckungsrisiko und Gefahr, dass dabei irgendwas (Autopanne, Unfall...) schiefläuft, auch schon Teil des Plans? Eines Plans, der (warum denn?) nur mit diesen Anruffahrten funktionierte?
Jemanden der so "plant", den könntest du doch nicht mal guten Gewissens zum Einkaufen schicken, meine ich.
Da war nichts geplant, zumindest nichts, was die folgenreiche Entwicklung angeht. Erst als derart medienwirksam öffentlich gesucht wurde, hat der Täter kalte Füße bekommen. Die Anrufe zur Beruhigung passen ins Bild.
Irgendwas ist aus dem Ruder gelaufen, ggf. ein Übergriff. „Erstmalige“ Einsatz von k.o.-Tropfen oder Drogenüberdosierung mit schweren ungeahnten Folgen… Selbst ein Unfall wäre möglich.
-
Oliver Cromwell
- Beiträge: 173
- Registriert: Montag, 13. Mai 2024, 00:55:51
- Kronen: 0
- Sterne: -
- Kontaktdaten:
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ich würde gerne die Diskussion um den Schrauber um einen Aspekt erweitern.
In meiner Jugend war ein Schrauber nicht wirklich jemand, der den Beruf des Mechanikers gelernt hatte (oder gerade eine entsprechende Ausbildung machte). In der Regel war es irgendein Kumpel, der einem mal "für nen Fuffi" was repariert hat, weil er es konnte (z.B. weil es ein Hobby war).
Man sollte vielleicht mal 1 oder 2 Nieheimer (die damals so 18/19 Jahre alt waren) befragen, welche Namen ihnen dazu einfallen. Ich habe den Verdacht, dass dann ganz andere Personen auftauchen, als der Schrauber, der befragt wurde und der weitere, dessen Namen Iven bekannt ist.
In meiner Jugend war ein Schrauber nicht wirklich jemand, der den Beruf des Mechanikers gelernt hatte (oder gerade eine entsprechende Ausbildung machte). In der Regel war es irgendein Kumpel, der einem mal "für nen Fuffi" was repariert hat, weil er es konnte (z.B. weil es ein Hobby war).
Man sollte vielleicht mal 1 oder 2 Nieheimer (die damals so 18/19 Jahre alt waren) befragen, welche Namen ihnen dazu einfallen. Ich habe den Verdacht, dass dann ganz andere Personen auftauchen, als der Schrauber, der befragt wurde und der weitere, dessen Namen Iven bekannt ist.
-
Gast
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ich bin mit einem sogenannten "Schrauber" verheiratet und definiere das auch als jemand, der technisch viele Dinge reparieren kann. Wir brauchen nie einen Kundendienst, weil er Spülmaschine, Bremsscheiben und Wasserschäden einfach selbst beheben kann. Ich verbinde den Begriff daher gar nicht unbedingt ausschließlich mit KfZ-Fähigkeiten, erst Recht keine zugrunde liegende Ausbildung dahingehend.
-
Gast
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
...Was er immer benötigt zum Reparieren von Autos ist das Auslesetool/Diagnosetool und entsprechende Lizenzen der Autohersteller. Vielleicht könnte man im Umkreis mal sehen, wer sich sowas privat beschafft hat in der Vergangenheit und damit ein echter "Schrauber" ist. Ohne Software geht halt heute nix mehr, wenn er das nach wie vor gerne tut, bräuchte er sowas, anders könnte man keine Fehlercodes mehr auslesen.
Aber wurde sicherlich alles schon getan.
Aber wurde sicherlich alles schon getan.
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Ja, die Anrufe als Reaktion auf die öffentlich gut sichtbaren Suchbemühungen, wo auch die mit Polizeilogo versehenen Flyer überall und die Info über den Wegpunkt Nieheim bereits am Donnerstag öffentlich gemacht wurde und einen klaren Eindruck von Ernsthaftigkeit und Nachdruck vermittelt haben. Zeitlich passt da der Beginn der Anrufe Donnerstag Abend wie die Faust aufs Auge.JohnLemon hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 09:12:28 Sehe ich genauso.
Da war nichts geplant, zumindest nichts, was die folgenreiche Entwicklung angeht. Erst als derart medienwirksam öffentlich gesucht wurde, hat der Täter kalte Füße bekommen. Die Anrufe zur Beruhigung passen ins Bild.
Irgendwas ist aus dem Ruder gelaufen, ggf. ein Übergriff. „Erstmalige“ Einsatz von k.o.-Tropfen oder Drogenüberdosierung mit schweren ungeahnten Folgen… Selbst ein Unfall wäre möglich.
Der Beginn der Anrufe Donnerstag Abend, ohne nach der "komme später"-SMS von Dienstagnacht am Mittwoch ein Lebenszeichen gegeben zu haben - das mMn bei einem geplanten (oder nach Tatbeginn etwa mit der SMS begonnenen) Vorhaben der "Beruhigung"/Vorspiegelung nahe liegend gewesen wäre.
Und inhaltlich eine Frauke, die wiederholt ihre baldige Heimkehr ankündigt, teilweise für denselben Tag. Macht das Sinn für einen Täter, der beruhigen und ein freiwilliges Fernbleiben suggerieren will, bzgl. der Anrufe inhaltliche Irritationen vermeiden will - wenn er schon weiß, dass Frauke nicht bald, geschweige denn am selben Tag heimkommen wird?
Ingrid Liebs hat das in ihrer Darstellung der Anruf-Woche schon treffend auf den Punkt gebracht: Warum sagt sie wiederholt sie kommt, kommt dann aber nicht? Genau das ist das Gegenteil von Beruhigung und Harmlosigkeit vortäuschen - wenn zu den jeweiligen Zeitpunkten schon klar ist, dass sie nicht heimkommen wird.
Insgesamt vermitteln die Anrufe als solche wie auch inhaltlich viel mehr den Eindruck von Planlosigkeit, von Aktionen in einer festgefahrenen Situation ohne Perspektive und Plan für die weitere Entwicklung in dem Moment. Da ist (bis Sonntag, immerhin fünf Tage lang) keine Entwicklung drin, keine Veränderung, keine erkennbare Zielstrebigkeit - außer dem wiederholt geäußerten "Ziel" baldiger Heimkehr. Es mag jetzt für manche revolutionär klingen, aber vielleicht sollte man dies einfach mal beim Wort nehmen als damals tatsächlich gegebene Zielsetzung, also nur rein hypothetisch?
Und die andere Richtung, in die das gerne mal gedeutet wird, das stattfinden Lassen der Anrufe als Solche für den Täter befriedigend, Machtausübung und der Polizei/Umfeld/Öffentlichkeit auf der Nase herumtanzen? Also gar nicht als Handlung, die sich für den Täter aus den Umständen als sinnvoll/notwendig bezüglich des Tatgeschehens ergeben hätten, sondern als zentrale Handlung im Sinne der Taterfüllung, des primären Tatmotivs (sekundär wäre die Vermeidung erwischt zu werden)?
Ein so motivierter Täter hätte doch wohl ganz anders auf die Kacke gehauen. Ob der jetzt massive Horror-Anrufe inszeniert oder abgeschnittene Finger geschickt hätte, weiß ich natürlich nicht. Aber wenn der so sehr seine Freude daran gehabt hätte, die aufwändigen, risikobehafteten und ansonsten letztlich sinnlosen Anrufe zu inszenieren, dann wäre da doch mehr Drive drin gewesen, eine Steigerung erkennbar. Dann hätte Frauke nicht vier Tage lang (Do-So) brav ihr Sprüchlein aufgesagt in einer Weise, auf die sich das Umfeld keinen Reim machen konnte. (Zur Erinnerung, die Wahrnehmung der Situation in dieser Woche durch Chris/Angehörige als beunruhigend weil man nicht wusste, was los ist, beschrieben. Nicht als "es war klar, dass...". Änderte sich erst substantiell mit dem letzten Anruf.)
So uninspiriert und einfallslos wäre doch keiner, der Frauke aus so einem Motivkreis heraus entführt hätte und dem bei dem Gedanken an Fraukes Anrufe bei Chris einer abgeht, oder?
-
Detective Bartek
Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion
Man muss hier eine Sache beachten: Du zweifelst daran, ob die Tat geplant war, weil der Täter mit dem Opfer potenziell an vielen Orten hätte gesehen werden können und so weiter. Okay, da hast du recht, aber Tatsache ist, dass der Täter nie irgendwo gesehen wurde – weder während der Telefonate noch während der Entführung. Er wurde nicht in der Nähe seines Verstecks mit Frauke bemerkt, weder als er dorthin fuhr noch als er zurückfuhr. Er wurde auch nicht bei der Ablage der Leiche gesehen. Es wurden keinerlei Spuren des Täters gefunden.HP1 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 03:47:41 @Hamburger
Grundsätzlich kann ich dir da folgen. Wobei da für meinen Geschmack ziemlich viel "der Täter tat dies und jenes aus diesem und jenem Grund" drin vorkommt wo für mich nicht überall naheliegend ist, dass das erwartbares Planen/Tathandeln wäre. Aber gut...
Mal ganz direkt gefragt:
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren - so wie es ansonsten auch alle anderen Entführer handhaben (wenn auch nicht immer erfolgreich, natürlich). Sofern nicht im Sinne des Tatmotivs notwendig (etwa bei Erpressung), wäre da jede Kontaktaufnahme nach außen kontraintuitiv.
Und abseits davon, wenn die Tat geplant war, dann hat der Täter sie wohl nicht zufällig getroffen und sich dann spontan für den Einstieg in die bereits geplante Tat entschieden, oder?
Dann müsste er das Zusammentreffen also geplant herbeigeführt haben. Heißt, er wusste wann etwa und wo sie da sein würde.
Wer wusste vorab, dass sie im Pub war an jenem Abend?
Wer wusste, dass sie wohl nach dem Spiel allein Richtung Zuhause gehen würde und nicht mit den anderen noch weiterziehen würde?
Natürlich könnte man auch da was zusammenbasteln mit vielen Vielleichts und dem Täterhandeln dabei selektiv(!) gute Entscheidungen aninterpretieren.
Aber am Ende bleibts halt so, dass ein Abgriff auf ihrem so nur sehr begrenzt vorhersehbaren Heimweg (Anlass, Uhrzeit, allein) und in einer Öffentlichkeit, in der sowohl sie als auch der Täter selbst als auch beide zusammen gesehen werden konnten von Leuten, denen sie bekannt waren, ein reichlich merkwürdiges Vorgehen für eine geplante Tat wäre.
Man kann also sagen, dass der Täter die Tat nicht geplant haben kann, weil es viele potenzielle Risiken gab. Aber der Grund, warum wir alle hier überhaupt schreiben und versuchen, gerade diesen Fall zu lösen und nicht irgendeinen anderen, ist doch der, dass der Täter zu keinem Zeitpunkt gefasst oder beobachtet wurde. Bist du dir wirklich sicher, dass er, wenn er spontan gehandelt hätte, in keinem Moment aufgefallen wäre? Es gab doch während dieser Woche Hunderte von Gelegenheiten dazu.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass wir hier immer mehr in die Richtung gehen, dass Frauke vor der Entführung verbalen Kontakt mit ihm hatte und dass sie sich freiwillig darauf eingelassen hat, Zeit mit ihm zu verbringen. Aber selbst das ist nicht sicher.
Was ist, wenn Frauke auf dem Heimweg im klassischen Sinne entführt wurde – also einfach mit Gewalt ins Auto gezogen? Auf ihrem Heimweg gab es durchaus Abschnitte, an denen das möglich gewesen wäre.
Der Täter könnte davon fantasiert haben, ein junges Mädchen zu entführen und die absolute Kontrolle über sie zu erlangen (SMS, Telefonate). Er könnte die gesamte Tat im Voraus geplant haben, nur das Opfer sollte zufällig sein – einfach ein junges Mädchen. Auch den Zeitpunkt für seine Tat hätte er perfekt gewählt: Es war gerade die Fußball-Weltmeisterschaft, eines der größten Sportereignisse der Welt. Die ganze Aufmerksamkeit der Polizei und der Sicherheitsbehörden richtete sich darauf, die Sicherheit der Fans aus aller Welt zu gewährleisten. Eine ideale Gelegenheit, um jemanden zu entführen und auf mögliche Langsamkeit oder Ablenkung der Polizei zu hoffen.
Açieeed! style by