MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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auch einGast hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 20:00:39 kurz zusammenfassend, kann es bei dieser Frau auch eigtl. nur um Psychopathie gehen und nicht um etwaige Persönlichkeits/Zustandwechsel im Rahmen zB einer dissoziativen Störung. im Rahmen von Angstreaktion. "Toter Blick" etc. erklärt sich biologisch am ehesten sozusagen auch mit Raubtierverhalten (Katze vor Angriff). Zustandswechsel bei dissoziativen Störungen sind ja letztlich angstgetriggert und gehen mit Übererregung einher.
Täuschungsmanöver sind ja zielgerichtete, geplante Aktionen zu einem Zwecke (instrumentelle/kalte Aggression). Sie wird wahrscheinlich eine Traumavergangenheit als Entschuldigung anführen. Ebenso wird sie wahrscheinlich auch Amnesien etc. angeben, mit dem Ziel keine Verantwortung zu übernehmen/geringeres Strafmaß zu bekommen. Würde jemand mit komplexer Traumafolgestörung alles nie machen.
Kann ich so unterschreiben, wobei es den Raubtierblick auch bei einem Narzissten kurz vor Ausbruch einer narzisstischen Kränkung geben kann, aber alles in allem spricht diese Beschreibung eher für das Bild einer Psychopathie.

Was als starrer / toter Blick beschrieben wird, kann auch auf eine verminderte Blinzelfrequenz schließen lassen, die man hier häufig ausgeprägt beobachten kann.
Gastleser

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Caris hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:00:54 (habe nur mit meinem registrierten Namen geantwortet, nur zur Zuordnung)
Was für ein schöner und sinnlicher Name aus dem Altgriechischen, “die Anmut, die Freundlichkeit, die Güte, die Gnade”.
auch einGast hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 20:00:39 kurz zusammenfassend, kann es bei dieser Frau auch eigtl. nur um Psychopathie gehen und nicht um etwaige Persönlichkeits/Zustandwechsel im Rahmen zB einer dissoziativen Störung. im Rahmen von Angstreaktion. …..
Jane.Doe hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:08:25 Kann ich so unterschreiben, wobei es den Raubtierblick auch bei einem Narzissten kurz vor Ausbruch einer narzisstischen Kränkung geben kann, …..
Was als starrer / toter Blick beschrieben wird, kann auch auf eine verminderte Blinzelfrequenz schließen lassen, die man hier häufig ausgeprägt beobachten kann.
Vielen Dank an euch zwei, für die stimmigen und einander ergänzenden Meinungen dazu.
Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Caris hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 20:59:28 stimmt. So war es. Dann können wir Hundeverhalten hier wohl nicht weiter hilfreich verwenden. (aber sonst ja eigtl. auch nicht, wenn ihr Hund hingerannt wäre, wüsste wir nun auch nicht mehr).
Kommt wahrscheinlich drauf an, ob Ginas Hund ein normaler Haushund ist oder schon mal irgendein Training durchlaufen hat. Sicher spielt auch der Charakter eine Rolle. Manche Hunde wenden sich ab, während andere schnüffeln, markieren oder Schlimmeres. Von daher ist es gut, dass die beiden Frauen gar nicht erst mit ihren Hunden ausgestiegen sind.
Caris hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:00:54 (habe nur mit meinem registrierten Namen geantwortet, nur zur Zuordnung)
Willkommen im Kreise der Registrierten! Schön, dass es so schnell geklappt hat.
Gast

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gastleser hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:17:06
Vielen Dank an euch zwei, für die stimmigen und einander ergänzenden Meinungen dazu.
Die Frage wäre, wie die Erzieherin von 0 auf 100 zur Mörderin wurde, ob Depressionen + Psychopathie ausreichen und was noch alles
ans Licht kommt, um ihre Tat zu "verstehen".
Sronson
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:43:45 Die Frage wäre, wie die Erzieherin von 0 auf 100 zur Mörderin wurde, ob Depressionen + Psychopathie ausreichen und was noch alles
ans Licht kommt, um ihre Tat zu "verstehen".
Dieselbe Frage würde sich m.E. bei Gina stellen, sollte sie tatsächlich die Täterin sein.
katze

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Sronson hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 19:49:20 Die Leichenstarre löst sich nach 2-3 Tagen, kann also im vorliegenden Fall nicht zur Bestimmung des Todeszeitpunkts herangezogen werden. Meines Wissens liefern auch Leichenflecken nur für bis zu 1,5 Tagen zuverlässige Informationen. Fabians Todeszeitpunkt konnte wahrscheinlich tagesgenau, aber nicht stundengenau bestimmt werden. Als Strafverteidiger würde ich genau hier ansetzen.

Möglicherweise hat der Mageninhalt, bzw. der Verdauungszustand des Mageninhalts eine ungefähre Eingrenzung des Todeszeitpunktes ermöglicht.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Jane.Doe hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 20:53:56
Die Zeit bis zum Prozess läuft ja, und die einzige (angeblich einzige) Tatverdächtige sitzt in U-Haft, ergo bestünde von dieser Seite keine Verdunklungsgefahr., wenn man nicht noch Personen draußen auf dem Schirm hätte, die hier eingreifen könnten oder würden.
Die einzige Beschuldigte.

Die Tatwaffe ist ja auch nur in Ansätzen bekannt. Ich gehe davon aus, dass sie entweder vernichtet /versenkt wurde oder gründlich gesäubert und bei irgendwem sozusagen wieder in Gebrauch ist.
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:43:45 Die Frage wäre, wie die Erzieherin von 0 auf 100 zur Mörderin wurde, ob Depressionen + Psychopathie ausreichen und was noch alles
ans Licht kommt, um ihre Tat zu "verstehen".
Also, erstmal, nicht jeder Mörder weißt einen psychopathologischen Hintergrund auf und jeder Mörder, der ohne Vorstrafen oder andere Delikte, zum ersten Mal mordet, wird für die Allgemeinheit "von 0 auf 100" zum Mörder. Aber das ist nicht der Fall.

Eine Depression allein macht i.d.R. keinen Mörder.
Bei Straftätern handelt es sich in den meisten Fällen um Persönlichkeitsstörungen aus dem DSM-Cluster B.
Allerdings ist eine valide Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen im forensischen Bereich i mit den üblichen Verfahren (SCID II, SCID-5-PD) nicht immer.möglich, oft auch weil es im Bereich der explorationsgestützen Persönlichkeitsdiagnostik noch Mangelerscheinungen gibt.

Die Testverfahren selbst weisen im klinischen Bereich oft falsch hohe Übereinstimmung, im.forensischen Bereich falsch niedrige Übereinstimmung auf, da diese Testverfahren so strukturiert sind, dass leicht dissimuliert wird, gerade wenn sich ein Proband ein günstiges Ergebnis erhofft.

Um die Tat zu "verstehen", wie Du forderst, in Gänze, muss interdisziplinär gearbeitet werden.
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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GästinF hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:06:28 Die einzige Beschuldigte.
Wenns hilft.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Jane.Doe hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:10:36Wenns hilft.
Ob das hilft, und wobei, weiß ich nicht. Aber Nowack könnte diesen Ausdruck bewusst gewählt haben, statt einfach mit ja / nein zu antworten. Intern gibt es womöglich noch Tatverdächtige oder einen. So würde ich das jedenfalls interpretieren.

Bei Menschen, die im Erwachsenenalter noch kriminell sind, ist ja das Gehirn nachweislich verändert. Wobei ich nicht weiß, ob das auf jeden Mörder zutrifft. I
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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GästinF hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:14:39 Ob das hilft, und wobei, weiß ich nicht. Aber Nowack könnte diesen Ausdruck bewusst gewählt haben, statt einfach mit ja / nein zu antworten. Intern gibt es womöglich noch Tatverdächtige oder einen. So würde ich das jedenfalls interpretieren.
Verstehe. Hab das ohne Kontext falsch erfasst,.mea culpa.
Da könntest Du schon Recht haben. Überhaupt gestaltet sich die Wortwahl der StA durchweg sehr interessant.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Jane.Doe hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:08:25 Kann ich so unterschreiben, wobei es den Raubtierblick auch bei einem Narzissten kurz vor Ausbruch einer narzisstischen Kränkung geben kann, aber alles in allem spricht diese Beschreibung eher für das Bild einer Psychopathie.

Was als starrer / toter Blick beschrieben wird, kann auch auf eine verminderte Blinzelfrequenz schließen lassen, die man hier häufig ausgeprägt beobachten kann.
Psychopathie ist ja quasi gepimpter Narzissmus, die extremste Ausprägung oder halt Narzissmus Plus. Passt biologisch auch zusammen mit verminderter Blinzelfrequenz. Es ist der Moment wo beim Raubtier alles sich konzentriert und runtergefahren wird bevor der Angriff kommt. Die Beschreibung einer Patientin die durch einen mutmaßlich psychopathischen Mann war auch so, dass dessen Augen ganz kurz vor dem gewaltvollen Übergriff starr geworden sind; sie wusste, sie konnte ihn nicht mehr erreichen in dem Moment.
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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GästinF hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:14:39
Bei Menschen, die im Erwachsenenalter noch kriminell sind, ist ja das Gehirn nachweislich verändert. Wobei ich nicht weiß, ob das auf jeden Mörder zutrifft. I
Nein, und überdies ist hier zu unterscheiden zwischen anhaltenden physiologischen Veränderungen und funktionellen Veränderungen der Reizweiterleitung, Aktivität einzelner Hirnareale auf Reiz-Reaktions-Basis usw.

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Da könnt ich jetzt ein Buch drüber schreiben.
Gast

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Jane.Doe hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:09:11 Also, erstmal, nicht jeder Mörder weißt einen psychopathologischen Hintergrund auf und jeder Mörder, der ohne Vorstrafen oder andere Delikte, zum ersten Mal mordet, wird für die Allgemeinheit "von 0 auf 100" zum Mörder. Aber das ist nicht der Fall.

Eine Depression allein macht i.d.R. keinen Mörder.
Bei Straftätern handelt es sich in den meisten Fällen um Persönlichkeitsstörungen aus dem DSM-Cluster B.
Allerdings ist eine valide Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen im forensischen Bereich i mit den üblichen Verfahren (SCID II, SCID-5-PD) nicht immer.möglich, oft auch weil es im Bereich der explorationsgestützen Persönlichkeitsdiagnostik noch Mangelerscheinungen gibt.

Die Testverfahren selbst weisen im klinischen Bereich oft falsch hohe Übereinstimmung, im.forensischen Bereich falsch niedrige Übereinstimmung auf, da diese Testverfahren so strukturiert sind, dass leicht dissimuliert wird, gerade wenn sich ein Proband ein günstiges Ergebnis erhofft.

Um die Tat zu "verstehen", wie Du forderst, in Gänze, muss interdisziplinär gearbeitet werden.
Und manchmal bleibt die Vorgeschichte ganz einfach im Dunkeln: Für Kriminalisten auffälliges Verhalten wie Tierquälerei, Brandstiftung oder Diebstähle als Frühwarnzeichen und Vorstufe zu einem Tötungsdelikt. Am Beispiel der Erzieherin oder G.H... ist den Frauen öfter die Hand ausgerutscht, was deren Partner aus Stolz nicht zugeben und verheimlichen? Geben die Täter selbst nicht zu, dass sie zuvor Opfer von Gewalt oder Missbrauch wurden?

Und ganz selten werden uns Täter präsentiert, die die Haupttat gar nicht begangen haben. Dann kann ich noch so viel fordern.
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gastleser hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:17:06 Was für ein schöner und sinnlicher Name aus dem Altgriechischen, “die Anmut, die Freundlichkeit, die Güte, die Gnade”.




Vielen Dank an euch zwei, für die stimmigen und einander ergänzenden Meinungen dazu.
danke. Ich habe gedacht, die Erinnerung an Freundlichkeit und Gnade kann mir nicht schaden, wenn man es mit so viel Ungnade zu tun hat (bezogen auf die Tat und alles was dahin geführt hat. Freundlichkeit ist mein eigener reminder, nicht meinerseits aggro zu reagieren, wenn unliebsame Antworten kommen.
Gastleser

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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katze hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:02:01 Möglicherweise hat der Mageninhalt, bzw. der Verdauungszustand des Mageninhalts eine ungefähre Eingrenzung des Todeszeitpunktes ermöglicht.
Das ist mit sehr viel Ungenauigkeit verbunden, außer es ist sehr wenig Zeit vergangen und die “Umgebungsbedingungen” und “Stresszustände” sind bekannt.
Sronson hat geschrieben: Samstag, 03. Januar 2026, 13:07:31 Kann man wirklich vier Tage nach dem Tod noch den Mageninhalt bestimmen? Müssten sich Speisereste nicht längst aufgelöst oder zumindest durch Fäulnisbakterien stark verändert haben?
Gastleser hat geschrieben: Samstag, 03. Januar 2026, 13:26:37 Kommt auf die Säurebeständigkeit der Nahrung und die Speichelamylasen an, aber für den Zeitpunkt ist der “Ort” im Verdauungstrakt entscheidender.
https://home.benecke.com/publications/tag/Mageninhalt
Sronson hat geschrieben: Samstag, 03. Januar 2026, 16:54:18 ….. Besonders eindrucksvoll finde ich die beiden Fälle schwerer Brandopfer, bei denen selbst 10 bzw. 11 Tage nach der Verbrennung noch die letzte Mahlzeit bestimmt werden konnte. Allerdings lebten diese beiden Menschen während des Zeitraums noch.

In dem Artikel wird auch erwähnt, dass eine der Forschergruppen (Kerscher et al.) die Verwendbarkeit des Mageninhalts für Rückschlüsse auf das Zeitintervall zwischen letzter Nahrungsaufnahme und Tod anzweifelt.

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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 21:43:45 Die Frage wäre, wie die Erzieherin von 0 auf 100 zur Mörderin wurde, ob Depressionen + Psychopathie ausreichen und was noch alles
ans Licht kommt, um ihre Tat zu "verstehen".
das ist auch so komplex, dass man Bücher damit füllen kann.--Geplanter, zielgerichteter Mord wonach es hier aussieht (und bei dem der Erzieherin) sind für mich nicht verstehbar, wenn nicht durch Menschen mit Persönlichkeitsstörungen aus dem Cluster B inkl. Psychopathie, verübt. Dafür braucht es mehrere Persönlichkeitseigenschaften die bei einem nicht derart persönlichkeitsgestörten Menschen nicht auftreten: u.a. Mangel an (gefühlsmäßiger) Empathie (das rein kognitive reinversetzen, wie es dem anderen geht ist meist möglich), Mangel an Reue, erniedrigte Angstschwelle (nachgewiesenermaßen bei Psychopathie), Mangel an Gewissen, ggf. noch zusätzlich Freud daran, andere leiden zu sehen.
-Wenn jemand keine Angst hat, keine Verantwortung für seine Taten übernimmt und es ihm egal ist, was er dem Gegenüber antut, dann sind alle Schranken weg, die den Normalo davon abhalten zu töten.

(Mord im Affekt würde ich hingegen jedem zutrauen).

Die Genese derart schwerer Persönlichkeitsstörungen ist komplex und multifaktoriell, aber mE ohne frühe, massive Beziehungstraumatisierungen nicht denkbar. An eine rein genetische Genese glaube ich nicht. -Von dem was man weiß, liegt bei der TV ein ordentlicher Traumahintergrund vor.
Jane.Doe

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Caris hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:22:51 Psychopathie ist ja quasi gepimpter Narzissmus, die extremste Ausprägung oder halt Narzissmus Plus. Passt biologisch auch zusammen mit verminderter Blinzelfrequenz. Es ist der Moment wo beim Raubtier alles sich konzentriert und runtergefahren wird bevor der Angriff kommt. Die Beschreibung einer Patientin die durch einen mutmaßlich psychopathischen Mann war auch so, dass dessen Augen ganz kurz vor dem gewaltvollen Übergriff starr geworden sind; sie wusste, sie konnte ihn nicht mehr erreichen in dem Moment.
Absolut, diese Symptomatik wird vielfach beschrieben, wie auch andere physiologische Unterschiede, bedingt durch eine herabgesetzte Aktivität der Amygdala, kommt es bei diesen Pathologien seltener zu primär nervösen Erscheinungen in vermeintlichen Drucksituationen wie vermehrtes Schwitzen, Zittern, Blinzeln, Hautrötungen oder erhöhten Puls.
Im Gegenteil, der Ruhepuls befindet sich häufig in einem deutlich niedrigen Bereich (ähnlich dem eines Extremsportlers).
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Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Caris »

Caris hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:47:15 das ist auch so komplex, dass man Bücher damit füllen kann.--Geplanter, zielgerichteter Mord wonach es hier aussieht (und bei dem der Erzieherin) sind für mich nicht verstehbar, wenn nicht durch Menschen mit Persönlichkeitsstörungen aus dem Cluster B inkl. Psychopathie, verübt. Dafür braucht es mehrere Persönlichkeitseigenschaften die bei einem nicht derart persönlichkeitsgestörten Menschen nicht auftreten: u.a. Mangel an (gefühlsmäßiger) Empathie (das rein kognitive reinversetzen, wie es dem anderen geht ist meist möglich), Mangel an Reue, erniedrigte Angstschwelle (nachgewiesenermaßen bei Psychopathie), Mangel an Gewissen, ggf. noch zusätzlich Freud daran, andere leiden zu sehen.
-Wenn jemand keine Angst hat, keine Verantwortung für seine Taten übernimmt und es ihm egal ist, was er dem Gegenüber antut, dann sind alle Schranken weg, die den Normalo davon abhalten zu töten.

(Mord im Affekt würde ich hingegen jedem zutrauen).

Die Genese derart schwerer Persönlichkeitsstörungen ist komplex und multifaktoriell, aber mE ohne frühe, massive Beziehungstraumatisierungen nicht denkbar. An eine rein genetische Genese glaube ich nicht. -Von dem was man weiß, liegt bei der TV ein ordentlicher Traumahintergrund vor.
korrektur: natürlich "erhöhte Angstschwelle" und nicht erniedrigt.. Menschen mit Psychopathie haben sehr wenig Angst sowie eine hohe Risikobereitschaft, was es eben gefährlicher macht, da Angst eine effektive Bremse ist, schlimme Sachen zu tun.
Gast

Re: MORDFALL FABIAN L. -- Diskussion

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Gastleser hat geschrieben: Samstag, 24. Januar 2026, 22:40:44 Das ist mit sehr viel Ungenauigkeit verbunden, außer es ist sehr wenig Zeit vergangen und die “Umgebungsbedingungen” und “Stresszustände” sind bekannt.
Natürlich, das ist nicht exakt.
Aber wenn man davon ausgeht, dass Fabian seine letzte Mahlzeit zuhause zu sich genommen hat, also vor 11 Uhr lässt das schon gewisse Rückschlüsse zu. Auch was er gegessen hat - nur Frühstück, oder hat ihm seine Mutter für Vormittags noch was zurecht gemacht? Obst, Gemüse, belegtes Brot ... oder er hat ein frühes Mittagessen gegessen?
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