MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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caro
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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MrNightsky hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 19:46:49 Vom Vergleichen der Partyfotos würde ich mir nicht viel erhoffen.. Es werden bestimmt nur 5-10 % von den Leuten abgelichtet, die am ganzen Abend die Lokalitäten betreten und verlassen haben ..
Ja, das stimmt sicherlich, deshalb ja auch die Frage nach weiteren, zusätzlichen Fotos, die andere Partygäste dort möglichweise gemacht haben.
Im Club selbst oder draussen in der Schlange.
Um die Auswahl an Fotos zu erhöhen.
Es werden wahrscheinlich nicht viele gewesen sein, aber ich denke einige weitere müsste es doch noch geben (oder gegeben haben).
Das "Kuss-Video" ist ja auch entstanden, weil I. ihre Digicam(?)/ bzw. ihr Handy dabei hatte.

Ich frage mich halt, ob das nicht eine - bislang - verpasste Chance ist, noch an irgendwelche Hinweise oder Spuren zu gelangen.
JohnLemon
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 19:50:47 Auch bei üppigem Budget würden die Kriminallabore nicht ständig an den Asservaten herumdoktern weils keinen Sinn macht solange es nicht neue Untersuchungsmethoden gibt.
Nein, nicht ganz korrekt. Solange zB Stoffoberflächen nicht komplett verprobt (u. a. durch Abkleben oder anderen Methoden) sind, besteht natürlich die Chance auf der restlichen Fläche dennoch Ergebnisse zu erzielen.

Der betriebene Aufwand hängt unmittelbar mit vorhandenen oder weniger vorhandenen Ressourcen zusammen und werden aus öffentlichen Mitteln finanziert, wobei die Budgets je nach Priorität und Umfang der Ermittlungen angepasst werden, um eine effiziente Strafverfolgung zu gewährleisten.

Die Budgets sind endlich.

Hinzu kommt die Verknappung von Laborkapazitäten, u. a. weil diese auch für die Privatwirtschaft tätig sind. Auch hier gilt das marktwirtschaftliche Prinzip, was die Budgetierung stark ausreizen kann.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gasttt hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 10:23:29 Hallo Bartek, das stimmt, es handelt sich aber nicht um eine Spur die unmittelbar auf Frauke Liebs schließen lässt, es war ein Leichenspürhund der in einem Wagen eines Monteurs der Windkraftanlagen angeschlagen hat. Es gab zusätzlich mal Gerüchte das er auch in einer der Anlagen angeschlagen hat, dass ist aber nur ein Gerücht.
Der Monteur hatte ein Alibi für mehrere Anrufzeiten.
Sehr interessant. Weiß man, woher die Ermittler auf die Spur dieses Monteurs gekommen sind? Denn das ist entscheidend dafür, warum er überhaupt überprüft wurde
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gast7469 hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 10:51:25 Ja, Frauke müsste unter erheblicher Bewachung und Kontrolle gestanden haben. Der oder die Täter müssten mit Gewalt gedroht oder sie mit einer Waffe bedroht haben. Sie müsste die meiste Zeit gefesselt und geknebelt gewesen sein. Das passt eher zu professionellen Tätern, die sowas schon öfter gemacht haben. Aber mal ehrlich, warum sollten diese eine Frau wie Frauke entführen, ohne das etwas für sie dabei herausspringt wie Geld etc. Dieses Szenario passt meiner Meinung auch nicht zu Fraukes Verhalten bei den Anrufen. Frauke klingt anders laut Chris, aber nicht so, als wäre sie panisch vor Angst oder kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Und, was ich auch erstaunlich finde: Frauke war überzeugt, dass sie nach Hause kommt!

Siehe Anruf von Frank am Freitag:
Frank: „Frauke, was machst Du, wann kommst Du nach Hause?"
Frauke: „Ich komme heute nach Hause, auch nicht zu spät. Ich bin in Paderborn, frag nicht, ich komme nach Hause."

Und das ist bemerkenswert für jemanden, der bereits tagelang festgehalten wird und das Gesicht des Täter gesehen haben dürfte und ihn deshalb gegenüber der Polizei identifizieren kann.
Ich glaube, sie war deshalb so überzeugt weil
1. der Täter objektiv gesehen alles andere als bedrohlich oder gefährlich war
2. weil der Grund, warum der Täter sie nicht gehen lassen wollte bzw. konnte, nichts war, was nicht geklärt oder beseitigt werden konnte
und 3. weil Frauke kein Problem damit gehabt hätte, Stillschweigen zu bewahren und den Täter nicht bei der Polizei anzuzeigen.
Ich glaube, das gab ihr Selbstvertrauen die Situation meistern zu können, auf den Täter positiv einzuwirken.

Ich glaube, der Plan von beiden war, dass Frauke freigelassen wird, unter der Bedingung, dass Frauke auf eine Anzeige verzichtet, keine Polizei einschaltet, Stillschweigen über Identität des Täters und Festhalteort bewahrt und alles wieder wie vorher ist, als wäre nichts gewesen.
Aber der Täter konnte sich nicht sicher sein, u.a, weil er davon ausgehen musste, dass die Familie von Frauke erheblich Druck machen würde und auf eine Anzeige bestehen könnte. Er hatte keine Sicherheit. Dazu kam, dass die Polizei wusste, dass die erste SMS rund um Nieheim Entrup abgeschickt worden war. Ich könnte mir vorstellen, dass es Fraukes Idee war, von verschiedenen Orten in Paderborn anzurufen und so falsche Fährten zu legen. Als zusätzliche Absicherung für den Täter, falls die Polizei doch weiter ermittelt, obwohl Frauke wieder wohlbehalten zuhause ist.
Ich glaube, Frauke war sich sicher, dass sie und der Täter, auf diese Weise alles zu einem guten Ende bringen könnten- ein gutes Ende für sie beide. Deshalb machte sie mit bei den Anrufen, und verhielt sich ruhig im Fahrzeug, auch ohne massiv bedroht zu werden, natürlich mit der Aussicht vielleicht freigelassen zu werden.
Der Täter zeigte seinen guten Willen, aber ich glaube, spätestens mit dem Anruf von Frank merkte er, dass die Angehörigen absolut ahnungslos waren (im Sinne, dass sich keine Zeugen der Entführung, des Einstiegs in sein Auto bei ihnen gemeldet hatten, niemand wusste was passiert war), die Sache sogar falsch einschätzen (siehe Frank, der dachte, Frauke hätte irgendeinen Blödsinn gemacht und traute sich nicht nach Hause).
Da reifte im Kopf des Täters der Gedanke heran, dass er noch eine andere Möglichkeit hatte: nämlich Frauke nicht freizulassen und mit der Angst zu leben vielleicht doch angezeigt, von der Polizei gefunden und die Konsequenzen ertragen zu müssen (Gefängnis, Geldstrafe, gesellschaftliche Ächtung, Jobverlust, Stress und Sorgen für seine Familie - was weiß ich, was ihm gedroht hätte) sondern Frauke als einzige Zeugin für sein Verbrechen verschwinden zu lassen bzw zu töten.



Du hast einen interessanten Standpunkt dargelegt. Zweifellos müssen wir in einem so ungewöhnlichen Fall nach ungewöhnlichen Herangehensweisen an die Ereignisse suchen.
Aber überlegen wir einmal: Warum wollte der Täter sie überhaupt entführen, wenn er vorhatte, sie später ohnehin wieder freizulassen? Er hat sich damit doch nur selbst zusätzliche Probleme geschaffen.
Nehmen wir an, es kam zu einem Streit und anschließend zu Handgreiflichkeiten – das passt wiederum auffallend gut zu den Aussagen von ‚Punkchtmann‘. Warum hätte der Täter sie dann nicht bereits am nächsten Morgen freigelassen? Praktisch hätte man ihn kaum vor Gericht stellen können, es hätte ihm nichts gedroht, und trotzdem entschied er sich, sie eine Woche lang festzuhalten.

Ein weiteres Problem an deiner Darstellung ist folgendes: Wenn der Täter bei ihr keine Angst ausgelöst hat und sie während der Autofahrten eine gewisse Bewegungsfreiheit hatte, warum hat sie dann nicht versucht, aus dem Auto zu fliehen, als sie merkte, dass die Tage vergehen und sie immer noch nicht freigelassen wird?
Wenn beide tatsächlich zusammengearbeitet hätten, um den Täter zu schützen, warum hat sie sich dann nicht zur Flucht entschlossen? Sie musste doch gespürt haben, dass sich alles beunruhigend in die Länge zieht.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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MrNightsky hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 19:46:49 Nochmal zu dem Hbf-Video:

Am spannensten finde ich die Tatsache, das ausgerechnet an diesem Tag, als Deutschland gegen Schweden spielte, ein Samstag, Frauke bereits am Nachmittag, nicht wie sonst in der Nacht, telefonieren durfte.. Würde dafür sprechen, dass der Täter beim Public Viewing o.Ä. war..

Vom Vergleichen der Partyfotos würde ich mir nicht viel erhoffen.. Es werden bestimmt nur 5-10 % von den Leuten abgelichtet, die am ganzen Abend die Lokalitäten betreten und verlassen haben ..
Wenn man dieser Argumentation folgt – und tatsächlich ist es merkwürdig –, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland ein Spiel hatte, der Anruf von Frauke bereits am Nachmittag kam, fast so, als hätte der Täter sich auf das Spiel konzentrieren wollen und das Lebenszeichen von Frauke vorher noch ‚abhaken‘ wollen.

Und hier wird es interessant, wenn man sich das YouTube-Video des Nutzers Rudik ansieht, das vor Kurzem hier in der Gruppe gepostet wurde. Diese Nahaufnahme des Vermisstenplakats von Frauke, die verletzten Hände – an Stellen, an denen solche Spuren typischerweise entstehen, wenn man jemandem mit der Faust hart ins Gesicht schlägt. Ich halte dieses Video für verdächtig.

Und erneut passt das zu den Aussagen von Punktmann, wonach Frauke ins Gesicht geschlagen worden sein soll
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

JohnLemon hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 20:55:41 Nein, nicht ganz korrekt. Solange zB Stoffoberflächen nicht komplett verprobt (u. a. durch Abkleben oder anderen Methoden) sind, besteht natürlich die Chance auf der restlichen Fläche dennoch Ergebnisse zu erzielen.

Der betriebene Aufwand hängt unmittelbar mit vorhandenen oder weniger vorhandenen Ressourcen zusammen und werden aus öffentlichen Mitteln finanziert, wobei die Budgets je nach Priorität und Umfang der Ermittlungen angepasst werden, um eine effiziente Strafverfolgung zu gewährleisten.

Die Budgets sind endlich.

Hinzu kommt die Verknappung von Laborkapazitäten, u. a. weil diese auch für die Privatwirtschaft tätig sind. Auch hier gilt das marktwirtschaftliche Prinzip, was die Budgetierung stark ausreizen kann.
Was du beschreibst stimmt so nicht.
Staatliche Kriminallabore werden von Polizei und Justiz beauftragt und stehen der Privatwirtschaft allenfalls in beratender Funktion und indirekt zur Verfügung. Allen staatlichen Einrichtungen wird pro Haushaltszeitraum ein Budget zugewiesen, das wiederum nicht fix sein muss und anpassbar ist.
Formalrechtlich ist der Herr Waschkies im Fall Liebs der Hauptermittler, alle Akten sind bei der Staatsanwaltschaft Paderborn archiviert und sie ist auch die Instituion, die alle Rechte an den Fallakten per Gesetz innehat. Gehen nun sachdienliche Hinweise bei der Staatsanwaltschaft oder der Polizei ein kann das zu Ermittlungen führen. Zum Ermittlungsumfang können auch Laboruntersuchungen gehören. Ob und in welchem Umfang weiterführende Ermittlungen stattfinden entscheiden die Behörden nach ihrem eigenen Kriterienkatalog.
Die Behörden ermitteln aber mit 100%iger Sicherheit nicht wenn Privatpersonen dies einfordern mit der Begründung, die Behörden ließen die erforderliche Akkuratheit vermissen. Auch wenn die Forderung nach intensiveren und häufigeren Untersuchungen einem hehren Motiv entspringt wird eine Staatsanwaltschaft keine Kompromisse eingehen.
Keiner von uns Lesern weiß wie genau und umfangreich Fraukes kleidung untersucht worden ist, du vermutest einfach mal so einen nur unzureichenden Suchumfang ohne dies genau zu wissen. Selbst wenn Privatermittler an die Staatsanwaltschaft heranträten und sich zur vollen Kostenübernahme einer Neuuntersuchung erklärten gäbe es keinen Deal. Es bleibt nur warten übrig, ist leider so.
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Gast hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 08:22:37 Wir sind uns hier aber doch alle ausnahmslos einig darüber, dass Frauke nicht freiwillig weg war.
Oder?
Alle sicher nicht, rs gibt immer mehrere Theorien.
Und auszuschliessen ist bis zur Aufklärung des Falls eigentlich nichts.
HHmoin

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HHmoin »

Diese Budgets kommen doch von unseren Steuergeldern oder ?
MrNightsky
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von MrNightsky »

Detective Bartek hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 21:24:04 Wenn man dieser Argumentation folgt – und tatsächlich ist es merkwürdig –, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland ein Spiel hatte, der Anruf von Frauke bereits am Nachmittag kam, fast so, als hätte der Täter sich auf das Spiel konzentrieren wollen und das Lebenszeichen von Frauke vorher noch ‚abhaken‘ wollen.

Und hier wird es interessant, wenn man sich das YouTube-Video des Nutzers Rudik ansieht, das vor Kurzem hier in der Gruppe gepostet wurde. Diese Nahaufnahme des Vermisstenplakats von Frauke, die verletzten Hände – an Stellen, an denen solche Spuren typischerweise entstehen, wenn man jemandem mit der Faust hart ins Gesicht schlägt. Ich halte dieses Video für verdächtig.

Und erneut passt das zu den Aussagen von Punktmann, wonach Frauke ins Gesicht geschlagen worden sein soll
Entweder, er hat sich auf das Spiel konzentriert, dann ist dieses Video umso verdächtiger, oder aber, er hat es schon am Nachmittag gemacht, weil am Abend nach dem Spiel die Straßen voll gewesen wären, und er sie mit dem Auto zum Telefonieren umhergefahren hat.
EineUserin

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von EineUserin »

Hallo, bin hier stille Mitleserin und kann auch nicht direkt etwas beitragen.
Unter einem Beitrag zu Frauke auf Instagram habe ich jedoch vor einigen Wochen etwas gefunden.
Eine Frau hat geschrieben, laut einem Bekannten von Frau Liebs, soll der Fall die nächsten Monate aufklärt werden.

Habe den Kommentar leider nicht gespeichert und finde ihn auch nicht mehr, aber fand das interessant und wollte euch das nicht vorenthalten.
Klar, jeder kann so einen Kommentar schreiben und es muss nichts dran sein, fand es aber trotzdem spannend.
Detective Bartek

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Detective Bartek »

MrNightsky hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 23:40:23 Entweder, er hat sich auf das Spiel konzentriert, dann ist dieses Video umso verdächtiger, oder aber, er hat es schon am Nachmittag gemacht, weil am Abend nach dem Spiel die Straßen voll gewesen wären, und er sie mit dem Auto zum Telefonieren umhergefahren hat.
Du hast recht – beide Szenarien sind durchaus wahrscheinlich.
Ebenso gut könnte es auch eine Kombination aus beiden Optionen gewesen sein: dem Wunsch, das Spiel zu sehen, und der kühlen Überlegung, dass es besser wäre, schon am Nachmittag anzurufen, also vor dem Spiel.
Trotzdem bleibt dieser Umstand erstaunlich – stellt euch das mal vor: Man hat eine entführte Frau, weiß, dass die Polizei bereits informiert ist, und entscheidet sich mitten am helllichten Tag, und noch dazu in der Stadt, in der sie verschwunden ist, mit ihr herumzufahren und sie ihre Familie anrufen zu lassen.
Ich bin mir bewusst, dass es sich um ein Industriegebiet handelte, aber es war trotzdem mitten am Tag, und jederzeit hätte jemand zufällig vorbeikommen und ihn erwischen können.
Frauke wurde außerdem intensiv von Freunden und Freiwilligen in der Stadt gesucht.
Deshalb passt für mich eher das Profil eines Täters, der alles im Voraus geplant und strategisch gehandelt hat – dazu noch mit erstaunlicher Dreistigkeit.
Ein ängstlicher Täter, der Frauke unüberlegt und spontan entführt hätte, passt für mich nicht ins Bild. Psychologisch gesehen hätte sich so jemand vielleicht getraut, nachts anzurufen, aber am Tag wohl kaum.
Übrigens glaube ich auch, dass er niemals den Anruf von Chris (Frank) entgegengenommen hätte, wenn er nicht das Gefühl gehabt hätte, die Situation vollkommen unter Kontrolle zu haben.
Was das verdächtige Video auf YouTube betrifft, das von dem Nutzer Rudik27 hochgeladen wurde, könnte es ebenfalls in das Profil eines intelligenten, strategisch denkenden Täters passen.
Man darf nicht vergessen, dass das damals die Anfangszeit von YouTube war – die Menschen haben die Plattform damals psychologisch ganz anders wahrgenommen.
Der Täter könnte das Video hochgeladen haben, um damit eine Art Alibi zu konstruieren, so in der Art: „Seht her, wie hätte ich sie entführen können, wenn ich doch beim Spiel war und danach mit den Fans gefeiert habe?“
Vielleicht war ihm gar nicht bewusst, dass man auf dem Video seine blutverschmierten Hände sehen konnte.
Aber wie wir wissen, war dieser Täter nicht perfekt – trotz seines cleveren Vorgehens wurden Fraukes Überreste relativ schnell gefunden.
Und es gibt ja Fälle, in denen die Leiche niemals entdeckt wird – so war es zum Beispiel bei einem der bekanntesten Fälle in meinem Heimatland Polen: Der Körper einer unter mysteriösen Umständen verschwundenen Frau wurde bis heute, selbst nach 15 Jahren, niemals gefunden – ebenso wenig der Täter.
Aus einer anderen Perspektive betrachtet, könnte er das Video auch einfach auf YouTube hochgeladen haben, um es quasi als Andenken zu speichern und nie zu verlieren.
Wie ich zuvor erwähnt habe, müssen wir bedenken, dass die Menschen damals YouTube ganz anders verstanden haben als wir heute, im Jahr 2026.
fleming
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von fleming »

EineUserin hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 23:52:17 Eine Frau hat geschrieben, laut einem Bekannten von Frau Liebs, soll der Fall die nächsten Monate aufklärt werden.
Eine Aufklärung mit Ankündigung?
EineUserin

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von EineUserin »

fleming hat geschrieben: Donnerstag, 22. Januar 2026, 00:57:57 Eine Aufklärung mit Ankündigung?
Keine Ahnung, kann mir das auch noch nicht so recht vorstellen. Vielleicht weiß Frau Liebs tatsächlich mehr und es ist etwas durchgesickert.
Im letzten Teil des Podcastes hat sich Frau Liebs nach der Medienpause doch recht zuversichtlich im Gespräch mit Dominik Sch. angehört.

Ich erinnere mich an den Polizist, der sich hier mal gemeldet hat und gesagt hat ihre Kleidung wäre 2024 in Süddeutschland untersucht worden. Und aus Ermittlerkreisen wäre zu hören, es gäbe einen Tatverdächtigen, der letzte Beweis würde jedoch noch fehlen.

Aber beides nicht verifizierbar, ich denke, wir müssen einfach warten.
JohnLemon
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von JohnLemon »

Gast hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 22:10:52 Was du beschreibst stimmt so nicht.
Staatliche Kriminallabore werden von Polizei und Justiz beauftragt und stehen der Privatwirtschaft allenfalls in beratender Funktion und indirekt zur Verfügung. Allen staatlichen Einrichtungen wird pro Haushaltszeitraum ein Budget zugewiesen, das wiederum nicht fix sein muss und anpassbar ist.
Formalrechtlich ist der Herr Waschkies im Fall Liebs der Hauptermittler, alle Akten sind bei der Staatsanwaltschaft Paderborn archiviert und sie ist auch die Instituion, die alle Rechte an den Fallakten per Gesetz innehat. Gehen nun sachdienliche Hinweise bei der Staatsanwaltschaft oder der Polizei ein kann das zu Ermittlungen führen. Zum Ermittlungsumfang können auch Laboruntersuchungen gehören. Ob und in welchem Umfang weiterführende Ermittlungen stattfinden entscheiden die Behörden nach ihrem eigenen Kriterienkatalog.
Die Behörden ermitteln aber mit 100%iger Sicherheit nicht wenn Privatpersonen dies einfordern mit der Begründung, die Behörden ließen die erforderliche Akkuratheit vermissen. Auch wenn die Forderung nach intensiveren und häufigeren Untersuchungen einem hehren Motiv entspringt wird eine Staatsanwaltschaft keine Kompromisse eingehen.
Keiner von uns Lesern weiß wie genau und umfangreich Fraukes kleidung untersucht worden ist, du vermutest einfach mal so einen nur unzureichenden Suchumfang ohne dies genau zu wissen. Selbst wenn Privatermittler an die Staatsanwaltschaft heranträten und sich zur vollen Kostenübernahme einer Neuuntersuchung erklärten gäbe es keinen Deal. Es bleibt nur warten übrig, ist leider so.
Exakt drei Bereiche/Labortypen gibt es:

1. Staatliche Labore: Landeskriminalämter (LKA):
Jedes Bundesland hat ein LKA mit einer Kriminaltechnik-Abteilung, die DNA-Spuren von Tatorten analysiert und mit der nationalen DNA-Analyse-Datei (DAD) abgleicht (z. B. LKA NRW, LKA Brandenburg). Bundeskriminalamt (BKA): Das BKA ist für, nationale und internationale Koordination sowie die zentrale DAD zuständig.

2. Wissenschaftliche Labore (Universitäten): Rechtsmedizinische Institute: Institute an Universitätskliniken (z. B. Heidelberg, Jena, Köln, Ulm, Gießen und Marburg) führen forensische Analysen durch, oft auch für Gerichte und Privatpersonen.

3. Kommerzielle Anbieter: z. B. Eurofins Medigenomix Forensik GmbH: Eines der größten privaten Labore in Deutschland, spezialisiert auf Tatortanalysen, Abstammungsgutachten, etc.

Untersuchungsaufträge an die Privatwirtschaftlichen Labore (kommerzielle Anbieter) konkurrieren mit privatwirtschaftlichen Aufträgen. Da geht es natürlich und in erster Linie um Verträge und damit verbundene Kohle. Privatwirtschaftliche Aufträge können durchaus bevorzugt behandelt werden. Das habe ich gemeint. Dass staatliche Institutionen logischerweise nur maximal bedingt für die Privatwirtschaft aktiv sind, ist selbsterklärend.

Das Hauptbudget wird im Haushalt geregelt, also reines Steuergeld.

Innerhalb des Budget gibt es entsprechende Untertöpfe, die daraus befüllt werden. Dass sich die Behörden und Ermittler nicht einfach maßlos bedienen können, steht außer Frage. Ressourcen und Budgets sind eng verknüpft und endlich. Die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt werden. Das betrifft aber auch zeitliche Ressourcen.

Um den Bogen zu Frauke Liebs zu spannen:

Auch Waschkies und Co. haben nur gewisse Zeitfenster, die sie Fällen zuordnen können. Wer also meint dass Ermittler ggf. aktuell rund um die Uhr sich mit dem Fall rund um Frauke Liebs auseinandersetzen, der irrt. Genau aus diesen Gründen heraus ist die Nach- und Zuarbeit, insbesondere in CC-Fällen, so sehr wichtig und auch oft erfolgreich. Es gibt (leider) ein Menge anderer Fälle, die genauso nach Aufklärung schreien.

Alles weitere und inwiefern mit welcher Intensität Asservate, im Fall von Frauke sind es die Kleidungsstücke, komplett untersucht wurden, wissen nur die Ermittler. Dass hier in Abständen von mehreren Jahren forensische Untersuchungen vorgenommen werden zeigt offensichtlich das die Kleidungsstücke eben nicht mit jeder Methodik und in Gänze und schon gar nicht mit grenzenlosem Budgeteinsatz/Aufwand und Umfang untersucht wird/wurde. Das ist intern auch nicht zu verkaufen aufgrund Verhältnismäßigkeiten im Gesamtgefüge offener Fälle.

Dass Privatermittler und deren Forderungen an die StA zum Beispiel zur Wiederaufnahme von forensischen Untersuchungen keinerlei Reaktion erhalten werden, sehe ich genauso.

Und dennoch ist meine persönliche Meinung im Fall von Frauke Liebs: Wenn ein Täter über derart langen Zeitraum, womöglich auf engerem Raum, sein Opfer festhält, logistisch „verfrachtet“ (Anruforte) und abschließend (wahrscheinlich leblos) im Wald ablegt, dann muss sich eine Spur finden lassen: das kann ein Haar, ein Körperhaar, eine Hautschuppe, eine Faser (Auto-Innenauskleidung), ein Dreckkrümmel am Schuhwerk, Flüssigkeiten jeglicher Art, etc. etc. pp. sein.

In den Foren wird doch eine Sache klar: der Fall kann in verschiedenste Richtungen gedacht werden. Es gibt so viele Eventualitäten und Vermutungen und letztlich so wenige wirkliche sachdienliche verwertbare Spuren, die dem Täter zugeordnet werden können.

Solange der/die Täter nicht auspacken, solange es nicht DEN einen Zeugen gibt, der das Kartenhaus zum Einsturz bringt, solange drehen wir uns alle nur im Kreis und können weiterhin mutmaßen.

Daher halte ich es für unabdingbar den wirklich letzten verwertbaren Sachen (Fraukes Kleidungsstücke), die in dieser einen Woche alles „miterlebt“ haben, die höchste Aufmerksamkeit zu schenken, um diese eine kleine Spur zum Täter(kreis) zu finden.
GeistL817
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von GeistL817 »

MrNightsky hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 15:34:15 Hatte nicht eine Privatperson 30.000 für neue Hinweise geboten? Warum wird das Geld nicht für die DNA-Analyse etc. eingesetzt ??
Woher weißt du, dass es nicht bereits so ist?
Trucrime89
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trucrime89 »

Detective Bartek hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 21:24:04 Wenn man dieser Argumentation folgt – und tatsächlich ist es merkwürdig –, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland ein Spiel hatte, der Anruf von Frauke bereits am Nachmittag kam, fast so, als hätte der Täter sich auf das Spiel konzentrieren wollen und das Lebenszeichen von Frauke vorher noch ‚abhaken‘ wollen.

Und hier wird es interessant, wenn man sich das YouTube-Video des Nutzers Rudik ansieht, das vor Kurzem hier in der Gruppe gepostet wurde. Diese Nahaufnahme des Vermisstenplakats von Frauke, die verletzten Hände – an Stellen, an denen solche Spuren typischerweise entstehen, wenn man jemandem mit der Faust hart ins Gesicht schlägt. Ich halte dieses Video für verdächtig.

Und erneut passt das zu den Aussagen von Punktmann, wonach Frauke ins Gesicht geschlagen worden sein soll

Pünktchenmann:
Ich denke, hier war lediglich jemand unterwegs, der sich aus den bestätigten Beweisen sehr kreativ eine eigene Story zusammengereimt hat.

Der Grund, warum ich nicht glaube, dass Rudik etwas mit dem Mord an Frauke zu tun hat, ist, dass er in dem Video viel zu impulsiv wirkt.
Ich glaube eher, dass der Mörder ein ruhiger „Zeitgenosse“ ist.
GeistL817
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von GeistL817 »

EineUserin hat geschrieben: Mittwoch, 21. Januar 2026, 23:52:17 Hallo, bin hier stille Mitleserin und kann auch nicht direkt etwas beitragen.
Unter einem Beitrag zu Frauke auf Instagram habe ich jedoch vor einigen Wochen etwas gefunden.
Eine Frau hat geschrieben, laut einem Bekannten von Frau Liebs, soll der Fall die nächsten Monate aufklärt werden.

Habe den Kommentar leider nicht gespeichert und finde ihn auch nicht mehr, aber fand das interessant und wollte euch das nicht vorenthalten.
Klar, jeder kann so einen Kommentar schreiben und es muss nichts dran sein, fand es aber trotzdem spannend.
Erinnerst du dich noch an irgendwelche Details zu diesem Post, damit man ihn wiederfinden kann?
ocram84
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von ocram84 »

GeistL817 hat geschrieben: Donnerstag, 22. Januar 2026, 07:59:16 Erinnerst du dich noch an irgendwelche Details zu diesem Post, damit man ihn wiederfinden kann?
Irgendwas in mir sagt mir, dass ich dir diese Antwort auch geben kann 😃
HHmoin

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HHmoin »

Die werden ja dann mit unseren Steuergeldern finanziert...und diese werden ja super von unseren politischen Vertretern betreut.. da bin ich ja beruhigt.
MrNightsky
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von MrNightsky »

GeistL817 hat geschrieben: Donnerstag, 22. Januar 2026, 07:38:10 Woher weißt du, dass es nicht bereits so ist?
das weiß ich nicht. Es hieß ja, dass es keine neueren DNA-Analysen gab und die Belohnung wurde ja für den entscheidenden Hinweis ausgesprochen. Es hieß ja in den Medien nicht, dass die Privatperson mit dem Geld an ein Labor o. Ä. herangetreten ist. Nur eine Vermutung.
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