MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Oliver Cromwell
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Oliver Cromwell »

Shadow hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 13:03:53 @ TrueCrime89
Da wäre ich nicht so sicher.
Die Arbeitshypothese lautet, das angenommen wird die Anrufe dienten dem alleinigen Zweck :
Ablenkung von Nieheim.
Typischerweise verschleiern Täter ihre Spuren anstatt sie zu legen , daher ist es fraglich ob überhaupt ein GEO- Profiling bezüglich Anrufe gemacht wurde.

Demzufolge ist es nachvollziehbar das sich die Ermittler auf eine Verschleierungstat konzentrieren.
Wer würde schon freiwillig Spuren legen?
In der Regel niemand.
Nur sollte eig eine Regel , nicht Ausnahmen ausschließen.
Denn mit einer Ausnahme könnte sich der Grund der Anrufe verändern.

Es wurde ja leider auch keine Besucher Pub Liste angefertigt ,von der ein ( falls vorhanden) GEO- Profiling mit möglichen Ankerpunkt hätte abgeglichen werden können.
Hm, ich stelle mir gerade die Frage, ob der Täter wirklich bewusst von Nieheim ablenken wollte? Vielleicht kam die erste SMS zufällig oder ungewollt von dort.

Möglicherweise hat sich der Täter darüber aber auch bei den ganzen Anrufen darüber auch überhaupt keine Gedanken gemacht. War ihm überhaupt bewusst, dass man es ortungstechnisch herausfinden konnte, von wo eine SMS gesendet wurde?

Bei den Anrufen mag es noch nachvollziehbar sein und er wollte einfach nur nicht an der Stelle von der Polizei empfangen werden, von der aus er den letzten Anruf zugelassen hat. Daher der Wechsel innerhalb der Industriegebiete.

Damit wäre ein Geo-Profiling durchaus wieder sinnvoll.
fleming
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von fleming »

Gestern an einer Bushaltestelle in PB wartend ist mir etwas komisches aufgefallen. Es fuhr ein Kastenwagen einer Firma vorbei. Der Name der Firma ließ mich aufmerken. Der Name besteht aus zwei Silben (durch Bindestrich getrennt), die beide auf "a" enden. So wie "Mama"! Auch das Wort "Paderborn" kann man damit verbinden.

Ich schaue nach, wo sich diese Firma befindet: in Paderborn und in Brakel! In Paderborn zudem in einer langen Straße, die in der Nähe von Fraukes Wohnung beginnt und unweit von Mönkeloh endet. Die FIrma gibt es wohl schon seit den 1980ern. (Allerdings weiss ich nicht, wo sie sich 2006 befand.)

Da ich keinen falschen Verdacht wecken will, habe ich den Firmennamen jetzt nicht genannt. Wobei es nicht schwer sein sollte, die Hinweise zusammen zu setzen. Vielleicht hat es ja auch schon mal einen Verdacht/Hinweis in diese Richtung gegeben?

Natürlich ist das alles rein spekulativ und bedeutet wahrscheinlich nichts. Aber bemerkenswert finde ich doch, dass es vier Merkmale gibt, die zu dem Fall Frauke Liebs führen: 1. Der Firmenname hinischtlich Fraukes dreifachen "Mama". (Und auch dreifach "ich bin in Paderborn".) 2. Ein Kastenwagen. (Eher klein, so wie ein Lieferwagen oder Handwerkerfahrzeug. Kasten ohne Fenster.) 3. Die Orte Paderborn und (!) Brakel. 4. Der Firmensitz innerhalb von PB, wie oben beschrieben.
JohnLemon
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von JohnLemon »

Iven hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 13:22:38 In puncto zeitliche Abstände im Mordfall Frauke Liebs: turnusmäßig ca. alle fünf Jahre (nach meiner Kenntnis zuletzt 2018 u. 2023)





Es wird in millimetergenauen Abständen abgeklebt.
Danke für die Info. Wow, in solch langen Abständen..? Das ist schier Wahnsinn. Welche „Flächen“ werden denn dann wohl abgeklebt?

Der einfachste Weg zur Lösung wird so fahrlässig geprüft?
Scheich Manfred
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Scheich Manfred »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Samstag, 17. Januar 2026, 21:25:37 Weiß jemand, wann Chris von Lübbecke wieder in die WG nach Paderborn zurückgefahren ist?
Wäre es denkbar, dass Chris die einzige zuverlässige (wenn auch unfreiwillige) Informationsquelle in Paderborn gewesen ist? Also sehr nah an Frauke und ihrer Familie und direkt vor Ort.

Als er am Donnerstag nach Lübbecke fuhr, brach diese Informationsquelle weg. Am Abend folgte dann der erste Anruf mit der Ankündigung, bald zurückzukommen. Da Chris in Lübbecke blieb, könnte versucht worden sein, den Druck zu erhöhen, indem betont wurde, Frauke befinde sich in Paderborn.

Könnte Chris aus diesem Grund gezielt „ausgewählt“ worden sein und die Anrufe entstanden sein?
Deine Fragen können nicht beantwortet werden, wie so viele in diesem Fall nicht.
Es ist denkbar, dass Chris unfreiwillig Informant gewesen ist, das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass der Täter vllt in seinem oder Fraukes Umfeld zu verorten ist oder die Informationen von a nach c über b gegangen sind. Persönlich halte ich diese Möglichkeit aber für wenig wahrscheinlich. Chris pflegte nach Beendigung der Uni-Woche für s Wochenende nach Hause zu fahren, das kann hier schon Donnerstag der Fall gewesen sein. Ob er am Freitag in die WG zurückfuhr ist mir aber nicht bekannt. Sollte jemand Druck aufbauen wollen sehe ich es aber seine Anwesenheit in der WG nicht als zwingend erforderlich an.
Es gibt aber ein Datum, das von vielen hier als signifikant angesehen wird, es ist Donnerstag, 22.06. 22:25h, der Tag des ersten Anrufs.
Frauke verschwindet in der Nacht vom Dienstag 20.06 auf Mittwoch 21.06. In den fruhen Morgenstunden des 21.06 geht um 00:49h die erste sms ein, danach ist erstmal relative Funkstille, keine weitere sma am Mittwoch und kein Anruf. Erst nachdem Fraukes Verschwinden öffentlich gemacht wird, Suchplakate, Meldung bei Radio Hochstift usw am Donnerstag-nachmittag und abends fangen die Anrufe an. Der Zeitpunkt des Beginns der Anrufe wird von vielen Kommentatoren hier als angepasste Reaktion auf die offiziellen Suchaufrufe gesehen, und zugegeben, das korreliert schon, dennoch könnte es aber auch nicht damit zusammenhängen. Der Täter könnte beispielsweise die Anrufe eh schon geplant haben, musste aber zuvor eine gewisse Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen.
In der TV Doku hatte Chris einen recht einfachen Grund dafür benannt, weshalb er der angerufene gewesen ist. In der Anruferliste in Fraukes Handy war immer ganz oben.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Scheich Manfred »

Gast hat geschrieben: Samstag, 17. Januar 2026, 23:38:11 Ja er war schon in Lübbecke als der erste Anruf kam(angeblich,bei seinen Vater) und warum ga es dazu keine Zeugen?
Wie besorgt war man,wenn man gleich darauf die WG verließ?
Müssen diese Giftpfeile gegen Chris eigentlich sein?
Du glaubst doch nicht etwa, dass die EB Chris Angaben zu seinem Aufenthalt am Donnerstag bei seinen Eltern nicht geprüft haben.
Wie hätte der Mann sich denn deiner Meinung nach verhalten sollen?
Scheich Manfred
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Scheich Manfred »

JohnLemon hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 16:29:42 Danke für die Info. Wow, in solch langen Abständen..? Das ist schier Wahnsinn. Welche „Flächen“ werden denn dann wohl abgeklebt?

Der einfachste Weg zur Lösung wird so fahrlässig geprüft?
Textilien werden nicht nur abgeklebt, man sucht sie auch unter starker optischer Vergrösserung mit monochromen Licht ab, da sieht man sprichwörtlich jedes Staubkorn.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von JohnLemon »

Scheich Manfred hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 16:59:17 Textilien werden nicht nur abgeklebt, man sucht sie auch unter starker optischer Vergrösserung mit monochromen Licht ab, da sieht man sprichwörtlich jedes Staubkorn.
Wie konkret muss man sich das vorstellen? Es gibt Zeit- und/oder Kostenbudgets, die für derartige Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden? Ist das Pensum verbraucht, landen die Dinge für die nächsten Jahre in der Asservatenkammer?

Über diesen langen Zeitraum (Täter-Opfer-Zeitraum) muss sich irgendeine Spur, eine Faser/Haar/Partikel, finden lassen. Das kann nicht anders sein. Auch wenn die Witterung dagegen gespielt hat.

Ich stelle mir einfach die Frage, mit welcher Intensität und welchem Umfang die Labore beauftragt sind. Sollte es ein Kostenfaktor sein, verstehe ich die Welt nicht mehr.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Miss_Erfolg »

Scheich Manfred hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 16:48:09 Deine Fragen können nicht beantwortet werden, wie so viele in diesem Fall nicht.
Es ist denkbar, dass Chris unfreiwillig Informant gewesen ist, das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass der Täter vllt in seinem oder Fraukes Umfeld zu verorten ist oder die Informationen von a nach c über b gegangen sind. Persönlich halte ich diese Möglichkeit aber für wenig wahrscheinlich. Chris pflegte nach Beendigung der Uni-Woche für s Wochenende nach Hause zu fahren, das kann hier schon Donnerstag der Fall gewesen sein. Ob er am Freitag in die WG zurückfuhr ist mir aber nicht bekannt. Sollte jemand Druck aufbauen wollen sehe ich es aber seine Anwesenheit in der WG nicht als zwingend erforderlich an.
Es gibt aber ein Datum, das von vielen hier als signifikant angesehen wird, es ist Donnerstag, 22.06. 22:25h, der Tag des ersten Anrufs.
Frauke verschwindet in der Nacht vom Dienstag 20.06 auf Mittwoch 21.06. In den fruhen Morgenstunden des 21.06 geht um 00:49h die erste sms ein, danach ist erstmal relative Funkstille, keine weitere sma am Mittwoch und kein Anruf. Erst nachdem Fraukes Verschwinden öffentlich gemacht wird, Suchplakate, Meldung bei Radio Hochstift usw am Donnerstag-nachmittag und abends fangen die Anrufe an. Der Zeitpunkt des Beginns der Anrufe wird von vielen Kommentatoren hier als angepasste Reaktion auf die offiziellen Suchaufrufe gesehen, und zugegeben, das korreliert schon, dennoch könnte es aber auch nicht damit zusammenhängen. Der Täter könnte beispielsweise die Anrufe eh schon geplant haben, musste aber zuvor eine gewisse Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen.
In der TV Doku hatte Chris einen recht einfachen Grund dafür benannt, weshalb er der angerufene gewesen ist. In der Anruferliste in Fraukes Handy war immer ganz oben.
Danke für deine Rückmeldung. Diese Überlegung kenne ich und finde sie nachvollziehbar. Laut dem Stern-Podcast nimmt Chris den Anruf bei seinem Vater entgegen, also in Lübbecke.

Ging es „nur“ darum, dass die Tatperson durch die Meldung alarmiert war, warum ließ er Frauke dann nicht sagen: „Hallo Chris, ich habe jemanden kennengelernt. Es ist toll. Ich nehme mir eine Auszeit und bin in einer Woche zurück.“ ? Das hätte wohl niemand aus ihrer Familie geglaubt, die Polizei aber vermutlich erst einmal aus dem Spiel genommen.

Dass Chris die „Nummer 1“ war, mag so sein. Das hätte jedoch, aus Sicht der Tatperson, auch ein Nachteil gewesen sein können. Ich vermute zudem, dass die Tatperson wusste, wer Chris ist, weshalb Frauke auch nur beim ersten Gespräch Christos sagen konnte bzw. durfte. Also bewusst ausgewählt.

Kam der Täter aus Fraukes Paderborner Umfeld, war Chris die beste, wenn nicht sogar die einzige, Quelle vor Ort, denke ich.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trucrime89 »

Gast hat geschrieben: Sonntag, 04. Januar 2026, 19:35:53 @Gast7469

Danke für deinen Beitrag!

Warum glaubst du,dass I. den Kzss unabsichtlich gefilmt hat? Was wollte sie denn filmen? War es nicht dass erste Zusammentreffen von Frauke und N. ?

Kennst du das Video? Ist es öffentlich?

Also ich kenne es nicht, natürlich kann man mal so in die Runde Filmen,aber es erscheint mir doch auch etwas komisch. Fast wie eine "Challenge:.
(Also zB. heitere diesen Tyoen auf.)

Und dann dass man sich nicht erinnern kann,das gefilmt zu haben. Wo wurde das dann gepostet?

Ja ich denke zwischen F. und N. Ja...Sicher war irgendwas...in dem Alter kommt das sicher häufig vor,dass man unbeschwert flirtet sich kennen lernt was auch immer.

Zum Glück wird danach nicht jede Frau tot im Wald aufgefunden.

Was N. Damals fühlte kann man schwer sagen, er wusste rs vllt selber nicht, da er vom Selbdtmord seines Freundes völlig traumatisiert war. Sowas muss nan wohl selber durchleben um es nachzuvollziehen.
Vllt macht es einem auch emotional etwas kalt,man durchlebt da sicher alles.

Ich denke auch nicht,dass N.irgenwas mit dem Ganzen zu tun hatte.
Der war doch einfach fertig.

Und was man über 10 Jahre später in einem Interview sagt,sollte man nicht mehr auf due Goldwaage legen.

Was bleibt ist natürlich dieses Video und warum es entstanden und in die Öffentlichkeit geraten ist.



Ich werde da nicht so ganz schlau raus.
Aber bei Bild 9


https://www.funtastic-party.de/archive/ ... 0060428/p3

wird Iwas von Knutschkarten kommuniziert.
War dass eventuell die Party wo die sich geküsst haben?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Scheich Manfred hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 16:56:08 Müssen diese Giftpfeile gegen Chris eigentlich sein?
Du glaubst doch nicht etwa, dass die EB Chris Angaben zu seinem Aufenthalt am Donnerstag bei seinen Eltern nicht geprüft haben.
Wie hätte der Mann sich denn deiner Meinung nach verhalten sollen?
Da Frauke keinen Schlüssel hatte,hätte ich mal in der WG gewartet.
Und beim ersten Anruf hätte ich das erwähnt, dass ich in Lübbecke bin und wie sie jetzt in die WG zurück soll ohne Schlüssel oder dass sie sich bei ihrer Mutter oder Karen melden soll,weil die in der WG sind?

Also etwas sinnvolles halt.
Trodat5203
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Scheich Manfred hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 16:48:09
Erst nachdem Fraukes Verschwinden öffentlich gemacht wird, Suchplakate, Meldung bei Radio Hochstift usw am Donnerstag-nachmittag und abends fangen die Anrufe an. Der Zeitpunkt des Beginns der Anrufe wird von vielen Kommentatoren hier als angepasste Reaktion auf die offiziellen Suchaufrufe gesehen, und zugegeben, das korreliert schon, dennoch könnte es aber auch nicht damit zusammenhängen.
Genau, die Schlussfolgerung daraus war immer, dass er somit also von Nieheim ablenken wollte da die Information mit Nieheim eben zeitgleich zur Vermisstenmeldung bekannt gegeben wurde. Meine Idee dazu ist aber folgende: was, wenn der Täter gar nicht auf die Bekanntgabe der Nieheim-Sms reagierte sondern generell auf die Tatsache, dass offensichtlich bereits ermittelt wurde. Wir haben ja schon festgestellt, dass die Polizei am Anfang durchaus sehr schnell aktiv wurde und das ist nicht unbedingt gewöhnlich. Oftmals wartet die Polizei deutlich länger. Menschen verschwinden, melden sich nicht und in den meisten Fällen hat das harmlose, freiwillige Gründe und sie tauchen wieder auf. Der Täter könnte also zunächst gar nicht erwartet haben, dass man so schnell aktiv wird. Daraus ergeben sich andere Gründe, die man mMn damals zwingend in die OFA hätte mit einbeziehen müssen. Ebenso macht es einen Täter aus Fraukes Umfeld wahrscheinlicher. Sobald der Täter wusste, DASS ermittelt wird musste er damit rechnen, dass man früher oder später bei ihm vor der Tür stehen könnte. Der Aufwand den der Täter betrieben hat könnte also auch gezwungener Maßen von einer Person erfolgt sein, die zunächst Hemmungen hatte direkt alles zu beenden und die daher den Anschein von einem freiwilligen Wegbleiben erwecken wollte. Die Authentizität in der Umsetzung dabei Mal außen vor gelassen.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

JohnLemon hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 17:10:13 Wie konkret muss man sich das vorstellen? Es gibt Zeit- und/oder Kostenbudgets, die für derartige Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden? Ist das Pensum verbraucht, landen die Dinge für die nächsten Jahre in der Asservatenkammer?

Über diesen langen Zeitraum (Täter-Opfer-Zeitraum) muss sich irgendeine Spur, eine Faser/Haar/Partikel, finden lassen. Das kann nicht anders sein. Auch wenn die Witterung dagegen gespielt hat.

Ich stelle mir einfach die Frage, mit welcher Intensität und welchem Umfang die Labore beauftragt sind. Sollte es ein Kostenfaktor sein, verstehe ich die Welt nicht mehr.
Nein, das hat vielmehr mit technischen Fortschritten und neuen Verfahren in der Forensik zu tun. Die Methoden werden immer präziser und mittlerweile ist es sogar schon möglich DNA aus einer einzigen Hautschuppe zu extrahieren.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Miss_Erfolg hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 18:40:22
Ging es „nur“ darum, dass die Tatperson durch die Meldung alarmiert war, warum ließ er Frauke dann nicht sagen: „Hallo Chris, ich habe jemanden kennengelernt. Es ist toll. Ich nehme mir eine Auszeit und bin in einer Woche zurück.“ ? Das hätte wohl niemand aus ihrer Familie geglaubt, die Polizei aber vermutlich erst einmal aus dem Spiel genommen.
Ja, aber was wenn der Täter eben genau so jemand war? Jemand, den sie kürzlich kennengelernt hatte? Dann hätte er sich mit einer solch vorgegebenen Aussage ins eigene Fleisch geschnitten. Dann hätten die Polizei und Familie gewusst, wo sie zu suchen haben.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Generell halte ich das Vorgehen vom Täter für durchaus sehr clever im Grundgedanken. Wenn der Täter Angst haben musste, dass man bei ihm nach Frauke suchen würde, weil er eben zum Umfeld gehörte dann ist diese Hinhaltetaktik von Tag zu Tag deutlich klüger und effektiver für ihn als eine einmalige unglaubwürdige Aussage wie: "Ich brauche 'n paar Tage eine Auszeit, ich bin dann und dann zurück." Die Familie hätte das direkt als nicht typisch und bedrohlich eingestuft und wohlmöglich sämtliche bekannte Adressen nach Frauke abgeklappert aber dadurch, dass Frauke sich ja nahezu täglich meldete und immer ihre zeitnahe Rückkehr ankündigte war die Verwirrung komplett. Alle machten sich Sorgen aber sie warteten eben auch auf die angekündigte Rückkehr und die Polizei ebenso. Bruder Frank hat das sehr gut ausgedrückt im Interview. Es haben halt alle gewartet, na kommt sie jetzt? Oder schafft sie den Absprung nicht?

Aus heutiger Sicht erzählen alle, sie hätten gewusst, dass da jemand sein muss der Frauke daran hindert nach Hause zu kommen. Damals war das vermutlich eher eine böse Ahnung, eine Sorge von der man sich erhoffte, dass sie sich nicht bewahrheitet. Heute weiss man: dieses Gefühl war leider richtig aber in der damaligen Situation haben doch alle einen guten Ausgang herbei gesehnt und daran geglaubt. Hätten alle sicher gewusst, dass Frauke sich in Gefangenschaft und einer lebensbedrohlichen Situation befindet, dann hätten sie ein Diktiergerät besorgt, dann hätte Christos nicht auch solche Fragen gestellt die einen harmlosen Kontext voraussetzen, dann hätte Karen nicht gesagt : "Komm doch nach Hause, wir räumen auch die Wohnung und niemand fragt dich was passiert ist"

Es sei denn, das war ebenso eine Taktik um beim Täter den Anschein zu erwecken, dass sie nicht an eine Entführung glauben und somit die Chance zu erhöhen, dass er Frauke gehen lässt.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Jolu65
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Ich finde die Diskussion momentan wenig strukturiert, so dass ich keine Zusammenhänge erkenne.

Ich würde es so strukturieren:
Welche Tätergruppe kommt in Frage ?
Mann, Frau, Paar oder meherere Personen.
Das leitet auch zum Motiv über.
Worin lag das Motiv ?
Selbstverständlich kann ein Sexualdelikt vorliegen. Aber ist das wahrscheinlich ?
Wie laufen solche Sexualstraftaten normalerweise ab ?
Eher nicht so, dass Täter ihrem Opfer die Gelegenheit geben mit nahestehenden Personen zu kommunizieren.
Ist es nicht eher so, dass hier eine Art Spiel gespielt wird, in dem FL nicht vorrangig Opfer ist, sondern eher auf eine größere Opfergruppe abgezielt wird ?
Im konkreten Fall wollen Täter ja nicht nur FL physisch auslöschen, sondern auch einem viel größeren Personenkreis schaden.
Das deutet auf ein psychopathisches Verhalten hin, das als gewiss anzunehmen ist.
Da liegt das Motiv. Man ergötzt sich nicht nur an der totalen Kontrolle über das Opfer, sondern darüber hinaus an der Angst nicht nur des Opfers, sondern auch an der Angst des privaten Umfeldes. Auch nach der Tat hat man Kontrolle und man erfreut sich an der immer noch andauerden Tatkontrolle.
Deshalb muss eine Täterschaft nicht unbedingt einem Mann zugeschrieben werden. Auch eine Frau, ein Paar oder eine Gruppe kommen in Frage. Es ist aufgrund des komplexen Tatgeschehens sogar wahrscheinlich, dass mehere Täter an der Tat beteiligt waren.

Dann geht es um die Gelegenheit. Das Opfer muss für einige Tage untergebracht werden. Bei einer spontanen Tat würde das bedeuten, dass Täter immer und zu jeder Zeit über einen Unterbringungsmöglichkeit verfügen. Bei einer geplanten Tat wurde eine solche Möglichkeit im Vorfeld geschaffen. Die Frage stellt sich wie FL in die Gewalt eines Täters gelangte. Eher freiwillig gewaltlos oder doch unter Androhung von Gewalt- für Letzteres gibt es keinerlei Indizien. Es scheint geradezu so, dass FL auf jemanden getroffen ist, den/die sie kannte.

Und nun kommt noch einmal mein Hinweis, dass sich FL sehr wahrscheinlich nach einer neuen Wohnung/ Wohnheimplatz umgesehen hat. Das ist ja völlig naheliegend, weil sie einen neuen Mann kennengelernt hat. Die normale Lebenswirklichkeit legt es zwingend nahe, dass sich eine junge Frau nicht unbedingt in der Wohnung des Ex-Freundes treffen will.

Nun kommt Tanja Mühlinghaus ins Spiel.
Gleiche Vorgehensweise - Entführung, Kontaktaufnahme ins soziale Nahfeld....
Nur ohne Leiche.
Und nun kommt eine weitere bemerkenswerte Paralelle. Nach Aussage ihrer Mutter wollte Tanja Mühlinghaus ihr Elternhaus verlassen und wollte sehr konkret in eine Wohngruppe ziehen.

Das impliziert, dass sie Kontakt mit jemand gehabt haben muss, der solche Wohngruppenprojekte und / oder auch Wohngeld vermittelt.
Wenn FL auch eine Wohnung gesucht hat, wird sie auch Kontakt mit der Wohngeldstelle und / oder Wohnungvermittlern gehabt haben.
Und genau hier liegt der Schnittpunkt in beiden Fällen.
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Jolu65 hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 21:15:14
Und nun kommt noch einmal mein Hinweis, dass sich FL sehr wahrscheinlich nach einer neuen Wohnung/ Wohnheimplatz umgesehen hat. Das ist ja völlig naheliegend, weil sie einen neuen Mann kennengelernt hat. Die normale Lebenswirklichkeit legt es zwingend nahe, dass sich eine junge Frau nicht unbedingt in der Wohnung des Ex-Freundes treffen will.
Das halte ich für absoluten Blödsinn. Welchen neuen Mann abgesehen von Niels hatte sie denn kennengelernt? Weißt du, wie lange sich Frauke und Niels zum Zeitpunkt ihres Verschwindens kannten? Vermutlich nicht, denn sonst würdest du eine solche Idee nicht haben. Christos hatte zum Zeitpunkt von Fraukes Verschwinden eine Partnerin. Dies stellte ja ebenso kein Problem dar. Warum soll es daher andersrum zwingend notwendig sein, dass Frauke einen neuen Wohnraum benötigte?
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Trodat5203 hat geschrieben: Sonntag, 18. Januar 2026, 20:43:47 Ja, aber was wenn der Täter eben genau so jemand war? Jemand, den sie kürzlich kennengelernt hatte? Dann hätte er sich mit einer solch vorgegebenen Aussage ins eigene Fleisch geschnitten. Dann hätten die Polizei und Familie gewusst, wo sie zu suchen haben.
Ja eben! Ausserdem hätten die Anrufe einem Täters außerhalb des Familien und Freundeskreis nichts geholfen!
Weil wem hätte die Stimme von Frauke etwas gebracht?
Ja wenn ich zum Anruf ein Alibi hatte? Also meistens um 23 Uhr?
Bin ich schlafen? Oder auf WM Spiel? Wer sollte/konnte das beweisen?
Sehr fraglich.
Jolu65
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Jolu65 »

Nun hatte also FL und ihr Ex-Freund - wie auch mir bekannt- neu Lebenspartner.
Ist das dann normal weiter in einer kleinen Wohnung zusammenzuleben ?
Die Lebenserfahrung- meine und die der allermeistem Menschen- lehrt: eher nicht.

So und warum ist es dann absolut blödsinnig, dass sich FL nach einer neuen Unterkunft umschaut ?
Trodat5203
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Trodat5203 »

Jolu65 hat geschrieben: Montag, 19. Januar 2026, 07:41:27 Nun hatte also FL und ihr Ex-Freund - wie auch mir bekannt- neu Lebenspartner.
Ist das dann normal weiter in einer kleinen Wohnung zusammenzuleben ?
Die Lebenserfahrung- meine und die der allermeistem Menschen- lehrt: eher nicht.

So und warum ist es dann absolut blödsinnig, dass sich FL nach einer neuen Unterkunft umschaut ?
Frauke hatte keinen neuen Partner, wie kommst du darauf?
Daher ist das schon blödsinnig. Und sicher würde man sich nicht wegen jemandem den man Mal Grad ca. 14 Tage kennt eine neue Wohnung suchen.
Ich gehe bergauf und bergab, aber ich bewege mich nicht. Was bin ich?
Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Aber Chris hatte eine neue Partnerin. Mir kann niemand erzählen, dass diese Konstellation nicht auch Konfliktpotential hatte. Mindestens der neuen Freundin von Chris passte das doch gewiss rein gar nicht in den Kram.
Übrigens war 2006 die Wohnungssituation in Deutschland noch nicht so angespannt wie sie heute ist. Ich und mein Jahrgang haben da fast auch alle studiert, in verschiedenen Städten, und es war damals nicht wie heute. Weder so extrem teuer noch gab es auch einfach immer wieder kleinere Wohnungen, die man spontan anmieten konnte.

Natürlich war das Zusammenleben in einer WG mit dem Ex vermutlich relativ komfortbael (man kennt sich) und günstig aber ansonsten doch alles andere als empfehlenswert.
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