Gast hat geschrieben: ↑Sonntag, 04. Januar 2026, 21:02:00
@HP1
Also MmN hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Und hier wäre man wieder bei der Geschichte mit dem Betrunkenen der seine Schlüssel unter der Straßenlaterne sucht.
Das eine eine eng verbundenen Freundschaft über Jahre.
Und dann Frauke: kannten sich ein paar Tage. Bzw. Waren sich gerade am kennen lernen.
Ja wenn man Frajkes Tod wie Selbstmord aussehen hätte lassen, wäre das sehr makaber gewesen.Aber dem war ja nicht so.
Wer war N. dass man ihn so schädigen wollte?
Aber zu N. wurde nach Fraukes Verschwinden nie kontaktiert. Das wäre ja die Möglichkeit gewesen um ihn eins reinzueürgen,wenn man ihn angerufen hätte...aber nein.
Sorry, völlig utopisch.... und auf der anderen Seite gibt es noch die Theorie, dass man C. und Frauke eines reinwürgen wollte.
Ja wer sollte das dann gewesen sein?
Im übrigen haben C. und N. das ganze Trauma überlebt!
Nur Frauke "musste sterben". Sehr traurig.
Meine Frage:" Wenn Frauke den Entführer dazu gebracht hätte sie telefonieren zu lassen, warum konnte sie ihn nicht dazu überreden sie freizulasssen?"
Danke für deine Antwort.
Ich halte es selbst für insgesamt unwahrscheinlich, wie gesagt. Kein Anspruch, damit irgendeine "tolle Idee" verbreiten zu wollen.
Keine mir zum Fall bekannten Fakten deuten gerade in diese Richtung und es ist/sind auch soweit keine Person/en bekannt, die konkret in Frage kämen - in sofern alles völlig spekulativ, nur ein Gedankengang, eine Skizze. Ohne den Anknüpfungspunkt des anderen Gastbeitrags mit Niels als motivrelevant hätte ich das hier gar nicht öffentlich gepostet.
Allerdings wüsste ich jetzt auch kein Detail, das eine solche Motivlage widerlegen bzw. klar auf ein anderes Motiv hindeuten würde. Rein hypothetisch betrachtet erscheint es mir als Gesamtbild stimmig - wie gesagt, ohne jetzt jedes Detail im Einzelnen auszuarbeiten auf der Suche nach einem "genau so" oder einem "genau deshalb so nicht".
Ich meine, das Stattfinden der Anrufe, deren Inhalte und Fraukes Auftreten dabei (soweit das anhand Protokollen und Äußerungen dazu nachvollziehbar ist) legen die
Möglichkeit nahe, dass Frauke zunächst eine zutreffende oder vermeintliche Aussicht auf Freilassung gehabt haben könnte. Warum das, kann ich gern mal wieder aufschreiben, wurde hier aber in der Vergangenheit auch schon mehrfach diskutiert. Ist und bleibt halt zum guten Teil auch eine Deutungsfrage, ebenso wie bei anderen Ansichten dazu.
In dem Fall wäre neben der allseits bekannten Hypothese einer ungeplanten Tat, wo ein ihr bekannter Täter nach missglücktem Annäherungsversuch übergriffig wurde, sie dann wegen der drohenden Konsequenzen "erstmal" nicht gehen lassen kann/will und erst im Verlauf realisiert, dass er sie (gerade auch
weil er sie fortgesetzt festgehalten hat) nicht mehr gehen lassen kann, auch ein maximal derber "Scherz" ein Szenario mit vergleichbarer Dynamik und (mir) plausibel denkbarem Anlass und Bereitschaft für das Stattfinden der Anrufe.
Dass es grundsätzlich solche Typen gibt, die sich für solche "krassen Ideen" begeistern können und die sich da gerade gemeinschaftlich gruppendynamisch süffisant reinsteigern können, keine Frage. Ist halt zunächst immer nur als Idee, als krankhaft belustigendes Gedankenspiel gemeint und bleibt in der Regel dabei. Da in Richtung "und wenn wir es wirklich machen würden?" umzuschwenken und das tatsächlich weiter verfolgen? Sicher die Ausnahme, aber denkbar, kommt vor. Letztlich entscheidet sich jeder planende Täter ja an einem Punkt dafür, seine "krasse Idee" zu konkretisieren und umzusetzen. Irgendwer hat aus irgendwelchen Gründen auch bei Frauke krasse und statistisch unwahrscheinliche Entscheidungen getroffen. Wenn man einen solchen "Scherz" ohne anfängliche Tötungsabsicht annimmt, mag die Hemmschwelle niedrig genug sein, niedriger als bei einem planenden Täter mit völlig "ernsten" Absichten, mit Tötungsabsicht. Müssten halt ziemlich krasse Schweine sein - wie jeder andere planende Täter auch.
Der Punkt ist eben, dass müsste nicht unbedingt jemand mit bekanntem "beef" mit Niels sein, ob nun im Zusammenhang mit dem Suizid des Freundes oder anderweitig. Ich hatte es geschrieben, Mobbingmentalität und Gruppendynamik, um sich da gemeinsam in eine kranke Begeisterung für so eine Phantasie/Idee reinzusteigern, gruppendynamisch bestimmt dann auch der unwahrscheinliche Schritt, es tatsächlich zu tun - daher auch meine Vorstellung von drei Personen, könnten auch zwei sein. Und der damalige Niels? Wird als eigenbrödlerisch beschrieben, mit Anfang/Mitte 20 noch keine Freundin gehabt, im Gesamtbild eher eine soziale Randfigur mit wenig engen Kontakten. Einen besten Freund T. ("Doppelpack"), hinreichend schräg für einen Suizid, eine beste Freundin Bella seit der Kindheit (Nachbarschaft?), einen nahen Bezug zu deren einem Bruder wegen des gemeinsamen Hobbys Race Car. Ist natürlich nur ein Bild, das ich mir da von ihm mache. Aber ich sehe da eine Figur, die sich in ihrer Art als Zielscheibe für Mobbingaktionen vielleicht anbietet, die in so ein Szenario als Opfer reinpasst. Wie gesagt, nur ein Bild, das ich mir aufgrund der Infos zu seiner damaligen Person mache, kannte und kenne ihn ja nicht. Es sind halt meistens die Außenseiter, die nicht so gut ankommen (oder sich auch gar nicht darum bemühen), die im sozialen Umfeld wenig Lobby (Freundschaften, Bezüge) haben.
Ja, es sind (uns) keine Personen bekannt, die sich hierbei für die Täterrolle anbieten würden. Aber wurde in dieser Richtung sein weiteres Umfeld abgeklopft? Wären solche Typen ohne konkreten "beef" mit ihm aufgefallen? Wenn ja, wüsste die Öffentlichkeit/wir davon, wenn da jemand aufgefallen wäre? An der Stelle deutet nichts uns Bekanntes auf so einen Hergang hin, gleichzeitig ist das auch kein Argument dagegen.
Du hast völlig recht, Niels´ Bezug zum Suizidopfer und zu Frauke war unterschiedlich. Beim einen langjährig etabliert, was bei Frauke vielleicht eher mit "Potential" beschrieben werden könnte. Dennoch war sie zu der Zeit und in den wenigen Wochen zuvor zu einer präsenten und nahen Person in seinem nicht unbedingt beziehungsreichen Leben geworden, und gerade von außen gesehen auffällig, dass der Niels auf einmal offenbar eine Freundin hat - völlig unabhängig, ob da tatsächlich (beidseitige) Ambitionen bestanden oder nicht.
Und dass die Täter in diesem Szenario mit ihrem Tod den Suizid hätten nachstellen müssen bzw. dass so ein Vorgehen dann überhaupt wahrscheinlich gewesen wäre, sehe ich gar nicht. In der Idee ihnen vielleicht nahe liegend, aber auch nur, wenn man überhaupt eine Tötungsabsicht von vornherein annimmt. Und da tendiere ich klar eher zum "Scherz", zu einem Plan, sie lediglich einige wenige Tage festzuhalten. Kein kapitales Verbrechen (aus ihrer Wahrnehmung), "nur" Niels in Angst und Panik versetzen. Viel geringere Hemmschwelle als bei einem Mordplan, sonst wäre auch das umrissene Motiv für einen Tatentschluss kaum ausreichend, jedenfalls weit unwahrscheinlicher. Es geht um den unmittelbaren Effekt, kranke Machtausübung über das negative Befinden anderer, Mobbing. Nicht um das Schaffen neuer endgültiger Tatsachen. Auf die Füße gefallen mag dann den Tätern die schnell einsetzende Suche nach Frauke als Entführungsopfer sein, oder sie hat, anders als vorgesehen, einen (oder mehrere) der Täter erkannt oder unbeabsichtigt Informationen zu dessen/deren Identität mitbekommen, wie auch immer.
Also nein, dass Fraukes Tod kein inszenierter Suizid war, halte ich für kein valides Gegenargument.
Und bei der Frage nach der Wahrscheinlichkeit, da hatte ich ja schon bei meinem ersten Beitrag etwas darauf herumgekaut. Man kann nicht einfach zwei Ereignisse gleichsetzen und die (Un-)wahrscheinlichkeit ihres gemeinsamen (bzw. sehr zeitnahen) Auftretens betrachten, nur weil sie in einigen Punkten
ähnlich sind. Das wäre eine Milchmädchenrechnung. Und eine einfache Frage nach Wahrscheinlichkeiten, bei der die Ereignisse gleichgesetzt wären, müsste ja auch nach einem beiden gemeinsamen Anlass/Auslöser fragen. Das macht hier natürlich keinen Sinn, den Suizid des Freundes dem Frauke-Täter 1:1 in die Schuhe schieben zu wollen.
Dennoch, mein Aufhänger war ja Niels´ Sicht. Aus seiner Perspektive(!) hatte Fraukes Verschwinden und Tod klare Merkmale einer Wiederholung - nicht in den Details zum Hergang, sondern motivhaft in der Wirkung für ihn - Verlust, Schmerz. Und bleiben wir da bei seiner Perspektive, dann ist es extrem unwahrscheinlich, in so kurzem Zeitabstand erneut den Tod eines nahen Menschen zu erleben - statistisch gesehen dann insbesondere, wenn man nicht gerade Duzende Menschen zum Kreis "naher Menschen" zählt und es sich nicht um eine Person handelt, die etwa wegen Alter oder Krankheit exponiert gewesen wäre. Wäre Frauke etwa verunfallt oder anderweitig nachvollziehbar zufällig, aufgrund unglücklicher Umstände ums Leben gekommen - ja, dann wäre das eindeutig ein
sehr unwahrscheinlicher, schicksalhafter
Zufall. Aber genau das ist ja nicht gegeben, sie kam nicht zufällig oder anderweitig aus erwiesenermaßen(!) von Niels unabhängigen Gründen ums Leben. Der tatsächliche Zufall also nicht erwiesen, das
"sehr unwahrscheinlich" als Einschätzung für voneinander unabhängige Ereignisse bleibt aber stehen.
Im Szenario meiner Skizze wird Fraukes Verschwinden und Tod zu einem vom Suizid des Freundes abhängigen Geschehen. Nicht im Sinne einer irgendwie notwendigen Folge natürlich. Ich hatte es so bezeichnet, der Suizid sei "Ideengeber" gewesen, seine Wirkung auf Niels Anlass für die Idee einer Wiederholung, indem man Frauke verschwinden lässt. Das hebt, in Wahrscheinlichkeiten gesprochen, die Unwahrscheinlichkeit zweier
unabhängiger, zufällig so zeitnah im Leben von Niels auftretender Ereignisse ähnlicher Art und Wirkung auf, erfordert dafür die Existenz entsprechend handelnder Tatpersonen. Klar klingt es irgendwo wahnwitzig, absurd, bin ja selbst alles andere als überzeugt davon. Aber irgendwer muss aus irgendwelchen Gründen Frauke entführt und getötet haben, und Niels zweimaliger Verlust auf diese Weise innerhalb weniger Wochen ist ein krasser Zufall, oder eben auch nicht.
Noch zu deinen Einwänden:
Hätte man Frauke Niels statt Chris anrufen lassen? Wäre vielleicht eine Steigerung gewesen, hätte aber vielleicht auch bedeutet dass wer drauf kommt, was Sache ist, Entdeckungsrisiko. Und die Anrufe an Chris wären möglicherweise auch eher im Zusammenhang geplanter tatsächlicher Freilassung zu sehen, bzw. als Reaktion auf die unerwartet frühen und hohen Such- und Ermittlungsaktivitäten. In dem Sinne, die Anrufe also gar nicht erst tatmotivseitig begründet.
Auch eine Form von Schlüssel/Laterne, wenn man jedem Detail eine objektiv nahe liegende und möglichst plakative Bedeutung zuschreiben und dann alle anderen Optionen für unwahrscheinlich halten will, nicht wahr? Shakespeare wäre stolz drauf. reality? not so much
Ja, Chris schaden, Chris und Frauke schaden... in der Richtung gabs natürlich auch einige Anläufe. Aber wenn du das gleichsetzen und damit als gleich unwahrscheinlich/absurd abtun (oder sagen, könnte genauso auch so gewesen sein?) willst, hast du den springenden Punkt meiner Skizze nicht verstanden.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre niemand auf die Idee gekommen, Frauke zu entführen und ermorden, um Niels eins reinzuwürgen. Das ist genauso völlig unverhältnismäßig wie ein entsprechendes Motiv bzgl. Chris, sofern man nicht jeweils von einer krankhaft explizit auf Niels bzw. Chris bezogen hasserfüllten Tatperson ausgeht, die dann mit Sicherheit als solche auch bekannt gewesen bzw. aufgefallen wäre.
Der springende Punkt liegt in dem
"auf die Idee gekommen, Frauke zu entführen". So ziemlich jeder in Niels´ Umfeld hatte von seinem kürzlichen Verlust erfahren oder davon erfahren können. Gibt genug Leute, die da nicht anteilnehmend, sondern innerlich spöttisch und herablassend reagieren, wenn sie jemanden nicht leiden können. Die
Idee, da noch eins draufzusetzen in einer inszenierten Wiederholung (im Bezug auf sein Erleben, sein Leid), ist einerseits völlig krank, andererseits für einen so krankhaften Geist auch wieder so belustigend, dass es für "geil" und "genial" gehalten werden kann, er sich gedanklich gern hineinsteigert. Ich habs ja mehrfach beschrieben, zusammen mit Gruppendynamik (Einzeltäter halte ich da für recht unwahrscheinlich) und als Plan, sie "nur" ein paar Tage verschwinden zu lassen für die unmittelbare Schockwirkung bei Niels, da wäre mir so ein Hergang plausibel und ein tatsächlicher Handlungsentschluss hinreichend denkbar.
Bei Chris gab es keinen solchen "Ideengeber", kein Motiv, auf so eine Idee zu kommen und sie krankhaft genial zu finden. Von Chris habe ich kein deutliches Bild, aber er passt nach meinem Eindruck weniger in die Rolle als Opfer solcher Typen wie Niels, das aber wie gesagt nur ein persönlicher, wenig belastbarer Eindruck. Bei Chris gab es kein anderes hinreichend ähnliches und selten-unwahrscheinliches Ereignis wie bei Niels. Kein Anlass sich zu fragen, ob seine Person vielleicht die Klammer für beide Ereignisse sein könnte.