Hi zusammen, jetzt auch mal wieder was von mir, wird aber lang..
Weil ich die Unfalltheorie auch nie wirklich ausgeschlossen hab, find ichs auch interessant, über die Punkte nachzudenken, die gegen die Unfalltheorie sprechen könnten.
Für mich ergeben sich aus den ganzen „Hard Facts“ aus dem Urteil folgende 2 Szenarios, wie ein Unfall abgelaufen sein könnte und was dagegen sprechen könnte:
THEORIE 1. H war schwindelig/schlecht wegen 2,06 Promille (um 2:27:09 keine Auffälligkeiten, kein Schwanken, H geht zielstrebig alleine los und biegt um 2:28 in die K.Str. ab)
- es ist ca. 2:30-2:32 Uhr, H ist am Brückerl, um sich evtl. am Geländer festzuhalten
- Anruf Notfallkontakt: H wählt den Notruf um 2:32:09, weil es ihr so schlecht geht, der aus technischen Gründen aber nicht durchgeht (2x drücken auf „Notruf“, dann 1x auf „Home)
- H wählt den Notruf nicht nochmal. Möglich:
1. H rutscht aus, fällt mit Handy ins Wasser,
2. H ist das Handy aus der Hand gerutscht & hat dann selbst das Gleichgewicht verloren. -> H schreit
- Handy Temperaturabfall & GPS-Ungenauigkeit ab 2:32:47-2:33:35
- H versucht sich ans Ufer zu retten, kriegt aber sehr schnell einen Kälteschock (Wasser 8,5-9,8grad) bzw. einen rapiden Abfall des Blutdrucks & der Herzleistung und schluckt deshalb fast kein Wasser (Mageninhalt von nur 110ml) und hatte durch die schnelle Bewusstlosigkeit keine Gelegenheit, sich an irgendwas festzuhalten (keine Spuren Handinnenflächen)
THEORIE 2. H musste pinkeln
- es ist ca. 2:30-2:32 Uhr, H ist am Brückerl, um zu pinkeln, hält sich evtl. am Geländer fest
- ((H wählt den Notruf um 2:32:09 aus Versehen, deshalb auch kein erneuter Notruf.))
- H rutscht aus, fällt ins Wasser -> H schreit
- Handy Temperaturabfall & GPS-Ungenauigkeit ab 2:32:47-2:33:35
- H versucht sich ans Ufer zu retten, merkt es klappt nicht, evtl. zu schwach und/oder Strömung zu stark (keine Spuren Handinnenflächen)
- Holt das nasse Handy raus und versucht mit nassen Fingern auf nassem Display ihre Eltern zu erreichen. (2x drücken auf „Notruf“, dann 1x auf „Home)
- Kriegt dann aber einen Kälteschock (deshalb kein erneuter Notruf) bzw. einen rapiden Abfall des Blutdrucks & der Herzleistung und schluckt deshalb fast kein Wasser (Mageninhalt von nur 110ml)
Bei beiden Theorien:
- Hose und Ärmel bleiben nacheinander an Ästen im Wasser hängen. Hose auf links gedreht: H „schwimmt“ mit Kopf nach vorne, Ast oder 2 Äste links und rechts greifen defekte Hose im Bund und die Strömung zieht den Körper so stark mit, dass die Hose auf links gedreht ausgezogen wird. Die Hose hatte einen Schlag, war nur am Oberschenkel bis zu den Knien eng. Besonders am Kniebereich könnte die Hose schwer über die Schuhe (gr. 41) gehen. Durch die Strömung und das Material (Kunstleder) aber evtl. plausibel. Aber keine Beschädigung der Hose durch Äste erkennbar.
- Ein anderer kräftiger Ast greift in H‘s rechten Ärmel und verfängt sich, H wird dadurch gedreht und schwimmt schräg oder mit den Füßen Vorwärts. Rechter Ärmel wird normal ausgezogen durch die Strömung, Ast hängt immer noch im rechten Ärmel, H dreht sich wieder mit Kopf Richtung Strömung (hat ja nur noch die halbe Jacke an) und hängt nur noch am linken Ärmel. Ärmel dreht sich durch Strömung + H‘s Körpergewicht auf links und wird so ausgezogen. Eigentlich plausibel. Dann wäre die Jacke aber vermutlich am Ast gefunden worden und nicht im Wasser oder? Wenn sogar H‘s Körpergewicht es nicht geschafft hat die Jacke loszureißen. Jacke/Ärmel war nicht beschädigt.
- Hydromechaniker sagte, dass es keine kräftige Ufervegetation gab, die den Körper hätte festhalten bzw. entkleiden können, nur ein „einzelner junger Baum“
- Netz-Top, Tanga, Bustier und BH saßen alle an der richtigen Stelle
- Falls H es nicht geschafft hat, komplett symmetrisch zu fallen, ohne Aufschürfungen o.ä., um sich aus dem Stand heraus die sehr stabilen Schulterdächer zu brechen, müssen eine oder beide Akromionfrakturen im Wasser entstanden sein. Diese Frakturen sind extrem selten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich innerhalb kürzester Zeit 2x diese Dächer zu brechen? Wahrscheinlicher ist, dass es gleichzeitig passiert ist, auch laut Gutachten. Ein Baumstamm, der vom Himmel gefallen ist, während H mit Kopf nach unten im Wasser „schwomm“? Ein Aufprall mit einem breiten harten Gegenstand im Wasser? Es muss jedenfalls von hinten oben (bei einer stehenden Person) gekommen sein, ohne Aufschürfungen.
- Auf die 5 Rissquetschwunden geh ich jetzt nicht nochmal im Detail ein, evtl. Im Wasser entstanden, auch wenn laut Gutachten sehr unwahrscheinlich. Laut Urteil sogar 7 Wunden am Kopf im 90 grad Winkel, ohne Aufschürfungen, 5 davon mit weitgehend gleicher Größe und Gestalt.
- Ring und Gürtel (Kunstledergürtel der Jacke) wurden im Bach Höhe Kampenwandparkplatz gefunden -> müsste H direkt nach dem Sturz oder währenddessen verloren haben. Ring ok, aber Gürtel? Bzw. beides?
- Ein erhöhter Glukose-Wert könnte gegen beide Theorien sprechen, weil der Stress zwar heftig, aber nur sehr kurz war? Aber keine Ahnung..
Ich bin immer noch der Meinung, dass die „Beweislage“ für eine Verurteilung von ST auf keinen Fall ausreicht, aber frage mich auch immer mehr, wie so eine Unfalltheorie möglich wäre. Besonders in der Gesamtschau wie das Gericht es so schön gesagt hat. Die Kombination von allem find ich schwierig unter einen Hut zu bringen und schon verrückt.
Was sagt ihr dazu? Oder habt ihr andere Theorien, die zusammen mit den im Urteil genannten Fakten Sinn ergeben (Mageninhalt, Notfallkontakt, Verletzungen ohne Aufschürfungen, Kleidung etc.)?
((Quelle ist das Urteil)), wer eine bestimmte Quelle will gerne nachfragen.

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