MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
z3001x
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

HP1 hat geschrieben: Samstag, 06. Januar 2024, 13:21:26 Als wie zuverlässig wird eigentlich die Zeugenaussage eingeschätzt, ihr Wagen habe sich bereits morgens auf dem Parkplatz gefunden?
Könnte das auch ein halbwegs ähnliches Fahrzeug gewesen sein, oder eine Art zur "Erinnerung" gewordene Vorstellung, etwa so ähnlich wie ein deja vu entsteht?
Ist eine Sackgasse da und es gibt nur so etwa 4 Anlieger-Wohnungen, aus denen Leute vorbeikommen können. In der Summe höchstens 10 Leute die da regelmässig als Bewohner vorbeikommen dürften.
Der Parkplatz wo der Renault draufstand ist für Besucher des Gemeindehauses vorgesehen und das hatte über das Osterwochenende und auch an dem Ostersamstag ja geschlossen. Heißt, da hätte niemand parken dürfen. Sodass es wahrscheinlicher ist, dass es auffällt.

Gleichwohl sei am Hahn im Jahr 2015 noch sehr viel Betrieb gewesen (gänzlich anders als heute) und es habe generell sehr viele Schwarz-Parker gegeben in Lautzenhausen, die sich die Parkgebühren sparen wollten. Ich hatte mit einem Anwohner-Ehepaar für so 10 min gesprochen, die meinten, sie selbst hätte das an sich nicht mehr als Besonderheit wahrgenommen, dass das ständig wer parkt und auch ständig jemand anderes und überweigend Kennzeichen von auswärts. Aber so Dinge sind ja auch ein bisschen Persönlichkeitssache. Jemand den das ärgert, dass die seine Homezone zuparken, der schaut eher genauer hin, als der gelassene Typus, könnte ich mir denken.

Der "Brötchen-Hohl-Zeuge", wie er immer genannt wird, habe im Mühlenweg 10 gelebt und sei mit Partnerin so etwa ein Jahr nach dem Ereignis zurück in die Eifel, aus der er auch stammte, gezogen (weshalb ich nicht so dreist sein konnte, ihn persönlich zu interviewen).
Ich meine mich zu erinnern, dass man aus dessen Haus selbst keinen freien Blick auf den Parkplatz des Renault hat (aufgrund von Hecken und Senken), obwohl es auf in der Satellitenaufsicht von Landkarten so aussieht, als sei der Blick frei. Er kann es wohl nur im Vorbeifahren/gehen wahrgenommen haben. Denkbar, dass es tatsächlich so war, ist es schon.
Bei einer Verwechslung-Möglichkeit mit einem anderen roten Kleinwagen sei bedacht, dass die Schwarz-Parker dort i.d.R. lange schwarz parkten (mehrere Tage; eben solange eine Flugreise dauert), anders als in Innenstädten die Parkplätze fürs Shoppen. Irgendwelche Geschäfte, derentwegen man da parken könnte, und das dann nur kurz, gibt es dort in Lautzenhausen gar nicht, keine Bäcker, kein Kiosk, kein Supermarkt. Einen kleine Kinder- Spielplatz gibt es direkt gegenüber. Aber das Wetter war ja wüst. Tendenziell würd ich persönlich denken, die Zeugenaussage könnte zutreffend sein, ohne die Fehleranfälligkeit von Zeugenbeobachtungen an sich zu übersehen.
z3001x
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

AngRa hat geschrieben: Montag, 08. Januar 2024, 04:20:28 Immerhin stammt der Bericht aus dem Express schon aus dem Jahr 2015, kurz nach dem Auffinden des Fahrzeugs. Aber die frühe ergebnislose Suche mit Mantrailer Hunden ist mir entgangen. Wenn die Hunde damals keine Spur aufnehmen konnten, deutet das daraufhin, dass BA tatsächlich nicht selber das Fahrzeug abgestellt hat und dort ausgestiegen ist. Nach meiner Theorie hat der Täter das Fahrzeug dort abgestellt und die ergebnislose Suche mit den Hunden, werte ich als weiteres Indiz dafür.
Ich schätz es auch so ein. Wir hatten damals ja auch die Idee, dass es dem Täter wichtig gewesen sein könnte, schnell zurück zum Flughafen zu kommen, und der leicht verwinkelt-abgelegene Abstellort als Kompromiss gewählt worden sein könnte, zwischen dem Ziel, das Auto-halbwegs-gut zu verstecken und dem Ziel, schnell zu Fuß zum Flughafen zurück kommen zu müssen (ggf um keine auffällige Abwesenheit zu riskieren).

Die 600m zum Apartment würden vom Mühlenweg-Parkplatz ja nur 6 bis 7 min brauchen. Zum Tower so 10 min.
und die Autofahrt zum Parkplatz zum Abstellen jeweils nur 2-3 min.
Gast21

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

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Für mich ist die erste und entscheidende Frage: Warum musste das Auto vom Parkplatz am Appartement verschwinden?
z3001x
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Gast21 hat geschrieben: Montag, 15. Januar 2024, 22:27:22Für mich ist die erste und entscheidende Frage: Warum musste das Auto vom Parkplatz am Appartement verschwinden?
Zusammen mit den ebenfalls nicht mehr im Appartement befindlichen Trolleys und der fehlenden Essenskiste, ergab sich aus der Perspektive des Bruders nach seiner Schichtrückkehr das Bild, dass seine Schwester regulär auf dem Heimweg war. D.h. er musste dadurch am Samstagabend keinen Alarm schlagen. Alles schien normal.
Vermutlich wird es Rücksprache des Ehemanns mit dem Bruder gegeben habe, weil dessen Frau nicht wie erwartet gegen Samstagmittag erschien.
Aber das hat offenbar zum Ergebnis gehabt, dass man die eine Nacht abwartete und beim Eintreffen der Kinder am Sonntag aktiv wurde.
Der Alarm wurde dann erst nach der Familienzusammenkunft in Lohmar einen Tag später am Ostersonntag abends ausgelöst.
Die fuhren dann - bzw. zumindest ein Sohn - ja direkt runter zum Flughafen (wie sich aus dem FB-Post eines Sohns ergibt) und waren Sonntagabend vor Ort in Lautzenhausen.
Dadurch wurden vor Eintreffen der Polizei übrigens vermutlich jede Menge Spuren (also Finger/Handabdrücke ohne Ende) in dem Appartement durch die Familie gelegt. Sie werden ja schon geguckt haben, ob sie irgendeine Art Hinweise finden.

Außerdem musste man durch das verschwundene Auto zunächst die ganze Strecke von ~150 km zwischen Lautzenhausen und Lohmar im Visier haben. Der Fokus lag noch nicht alleinig auf der Umgebung am Hahn. Das änderte sich erst nach einer Woche als der Wagen entdeckt wurde. Also viel Zeit gewonnen.
Gast21

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast21 »

Genau so denke ich mir das auch. Deshalb musste jemand, der genau dieses Szenario so ähnlich vorhersah, das Auto ein paar Meter wegfahren. Da der Schlüssel später bei der Leiche lag und am Nachmittag (mit dem Schlüssel) am Auto nochmal das Telefon auf Flugmodus gestellt wurde, war die Leiche meiner Vermutung nach zu diesem Zeitpunkt noch nicht entsorgt. Das passierte erst später und sie lag vielleicht noch am Tatort oder war zwischengelagert. Durch das verschwundene Auto hätte der Täter also Zeit gewonnen.
Dann kőnnte der Tathergang also recht einfach erklärt werden: Frau Ameis wird am/im Appartement ermordet, der Täter bringt die Leiche in sein Auto, setzt das Auto von Frau Ameis um, kehrt zu Fuß zum Tatort zurück. Erst am Nachmittag fällt ihm ein, dass das Auto über das eingeschaltete Handy leicht zu orten ist und kehrt zum Auto zurück: Flugmodus, abschließen. Erst jetzt wird die Leiche entsorgt (vermutlich, weil der Täter auch hier erstmal überlegen musste, was er tut, denn das alles scheint nicht geplant gewesen zu sein).
Gasthier

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gasthier »

Mein Handy lässt sich nur mit Code in den Flugmodus versetzen.
D h entweder war das bei ihrem Handy nicht der Fall oder der Täter wusste den Code
Gast21

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast21 »

Gasthier hat geschrieben: Donnerstag, 18. Januar 2024, 14:10:48 Mein Handy lässt sich nur mit Code in den Flugmodus versetzen.
D h entweder war das bei ihrem Handy nicht der Fall oder der Täter wusste den Code
Auch das sehe ich genauso!
Assis
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Assis »

Ein Szenario, das meiner Meinung nach auch passt und weniger umständlich ist, könnte das folgende sein.

BA ruhte sich nach ihrer Schicht aus und packte dann ihre Sachen für die Heimfahrt in ihr Auto und versetzte ihr Handy dabei auch in den Flugmodus. Fuhr zum Parkplatz und parkte ihr Auto rückwärts, damit sie die Person (den Täter), mit der sie einen Termin hatte, ankommen sehen konnte und um nach dem Termin schnell ihren Heimweg fortsetzen zu können.

Als der Täter ankam, nahm BA den Klappkiste, die Gegenstände darin, legte sie in ihrem Auto, sodass die Klappkiste leer war, schloss ihr Auto ab und stieg zu dem Täter ein.

Da BA an diesem Wochenende mit ihrer Familie grillen wollte, vermute ich, dass BA mit dem Täter zum städtischen Grillplatz, der Grillhütte, gefahren ist. Dies würde den von BA gewählten Parkplatz weiter erklären.

Dort, bei der Grillhütte, ist dann alles völlig schiefgelaufen und es kam zu einem Streit, bei dem BA getötet wurde. Vielleicht wurde der Täter zu aufdringlich. Anschließend versteckte der Täter die Leiche in eine der Gebäude dort, schloss das Gebäude ab und ging nach Hause.

Spät in der Nacht oder früh am nächsten Morgen fuhr der Täter unter dem Vorwand, mit dem Hund spazieren zu gehen, zur Grillhütte, holte die Leiche ab und legte sie dann an der Fundstelle ab, ging mit dem Hund spazieren und ging wieder nach Hause. Es ist natürlich auch möglich, dass er erst mit dem Hund an der Fundstelle spazieren ging, um zu sehen, ob dort jemand war, und dann die Leiche ablegte.

Da der Täter an dem Tag, an dem BA verschwand, tatsächlich einen Termin mit BA hatte, kam er auf die Geschichte des Brötchenzeugen, um seinen Termin zu verschleiern. Das Auto vom BA stand ja schon lange vor seinen Termin da!! Hiermit führt er seine Partnerin und die Polizei in die Irre.

Dieses Szenario könnte eine Erklärung dafür liefern, warum ihr Handy im Flugzeugmodus gefunden wurde, warum BAs Auto sich an diesem Ort (Parkplatz) befand, warum keine fremde DNA in BAs Fahrzeug gefunden wurde, warum niemand etwas mitbekommen hat (kein Schreien gehört), seine Ortskenntnis, warum die Autoschlüssel bei BA gefunden wurden usw.
Emsland

Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Emsland »

Warum Handy nicht ganz ausgeschalten, wenn Handy nicht geortet werden soll? Warum Flugmodus? Täter musste damit rechnen, dass Umfeld großräumig abgesucht werden würde, wenn Auto entdeckt wird und somit auch die Leiche gefunden werden könnte. Die nahe Verbringung spricht für Zeitnot und/oder mangelnde andere Gelegenheiteb oder hohe Entdeckungsgefahr, da am Tag.

Anzunehmen ist, sie ist selbst zum Parkplatz gefahren. Wagen abgeparkt. Vielleicht Spaziergang um (Warte-) Zeit zu überbrücken. (Wanderstöcke bei Rückkehr und Jacke in Auto gelegt.) Vielleicht auch im Auto gewartet bis Verabredung kam. Oder war kurzer gemeinsamer Spaziergang geplant und dann wegen des nasskalten Wetters gemeinsam erstmal auf später verschoben? Deshalb Handy gegen Mittag selbst im Auto in Flugmodus versetzt, als Verabredung anwesend war. Vielleicht war sie eben nicht sehr handyversessen, wie die mageren Kontakte zeigen und daher konnte Handy bedenkenlos im Auto verbleiben.

Verabredung muss verlässlich gewesen sein, da scheinbar keinerlei sonstige Kontaktaufnahme zur Absicherung des tatsächlichen Erscheinens nachweisbar ist. Deshalb MUSS Verabredung gut bekannt gewesen sein. Denn, wer verlässt sich auf lose Bekanntschaften?

Die Verabredung konnte nur außerhalb und nahe des Flughafengeländes parken, da das Befahren des eigentlichen Flughafengeländes nur mit einer Plakette und einem Ausweis gestattet ist bzw dann wohl ein Bezahl-Ticket vorsieht? (Siehe Polizeibild, wo das Auto in einer Halle steht: grün-gelbe Plakette am Renault: gilt für "Einfahrt Sicherheitsbereich Vorfeld" Bereich: Gebäude-, Vorfeldrandstraße, Abfertigungs-/ Frachtvorfelder sowie Roll-
feldringstraße.)

Abgeparkter Wagen dadurch für Außenstehende klar als Flughafenmitarbeiter erkennbar. Abschleppseil sichtbar drinnen im Wagen abgelegt, um Parkgebühr oder Abschleppkosten durch Meldung Dritter zu sparen? Was wiederum auf eine Planung, sich genau an diesem Ort zu treffen, hinweisen könnte.
(sonstige Ideen: Abschleppseil liegt oft in Reserveradmulde. Da wo auch Starthilfekabel und / oder Wagenheber und / oder abnehmbare Anhängerkupplung / Werkzeuge untergebracht sind. Brauchte man eines der anderen Utensilien und hat Abschleppseil einfach vergessen wieder an seinen Platz zu tun? Abschleppseil nur für kalte Monate im Auto, falls Batterie mal versagen sollte? Evtl. nach oben gelegt, um es später daheim zu lassen?)

Nur in "leichter" Bekleidung und mit Handtasche unterwegs, weil man zusammen in einem anderen Auto weggefahren ist.

Klappbox: War mit Verabredung noch ausgemacht etwas im nahen Lidl-Markt gemeinsam zu besorgen, wozu es dann nicht mehr kam?
Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

AngRa hat geschrieben: Montag, 08. Januar 2024, 04:20:28 Immerhin stammt der Bericht aus dem Express schon aus dem Jahr 2015, kurz nach dem Auffinden des Fahrzeugs. Aber die frühe ergebnislose Suche mit Mantrailer Hunden ist mir entgangen. Wenn die Hunde damals keine Spur aufnehmen konnten, deutet das daraufhin, dass BA tatsächlich nicht selber das Fahrzeug abgestellt hat und dort ausgestiegen ist. Nach meiner Theorie hat der Täter das Fahrzeug dort abgestellt und die ergebnislose Suche mit den Hunden, werte ich als weiteres Indiz dafür.
Mmmhhh das würde ich jetzt so aber nicht unbedingt bestätigen... Was ist, wenn B.A. einfach in ein Auto umgestiegen ist, was ggf. neben ihrem Auto parkte und auf sie wartete? Dann wäre B.A. auf der Fahrerseite ausgestiegen, Türe zu und macht ggf. einen Schritt um als Beifahrer in ein anderes Auto nebenan einzusteigen. Wäre zumindest auch eine Möglichkeit, oder?
Gast21 hat geschrieben: Montag, 15. Januar 2024, 22:27:22 Für mich ist die erste und entscheidende Frage: Warum musste das Auto vom Parkplatz am Appartement verschwinden?
Diese Frage hatte ich mir auch oft gestellt. Intuitiv war da immer mein Gedanke, dass man Zeit schinden wollte und u.a. dem Bruder in dem Glauben lassen wollte, dass B.A. abgereist ist. Also wenn man - nachdem B.A. sich "verspätete" - dann beim Bruder angerufen hätte und er nachgesehen hätte, dann wäre das Auto weg gewesen und er würde denken, sie ist ganz normal auf dem Weg nach Hause. Aber ich kann mich daran erinnern, dass es dazu auch ganz andere Meinungen gab.

Was mir jetzt so nach dieser langen Zeit auffällt... Sonntag abends wurde Frau A. als vermisst gemeldet, daraufhin wird es doch bestimmt auch eine Mitteilung in der örtlichen Presse gegeben haben, vielleicht Dienstag oder Mittwoch? Wäre doch naheliegend... Da wundert es mich dann aber doch, dass der Zeuge, der zum Bäcker fuhr und das Auto gesehen hat, sich da nicht schon gemeldet hat!?!?! Oder gab es da keine kurze Pressenotiz/-Mitteilung zeitnah? Falls ich da etwas falsch in Erinnerung haben, dann möge man mir bitte verzeihen...
Dass die Polizei aber bei der Suche nach dem Auto wirklich so lange brauchte, finde ich - als Großstadtkind - dennoch sehr fahrlässig!

Für viele mag der Suizid des Bruders ein Schuldeingeständnis sein, aber es kann genauso gut sein, dass er diese Tat (ggf. eines Anderen?) nie verarbeiten konnte bzw. dass er vielleicht unter Schuldgefühlen litt, weil er seiner Schwester nicht helfen konnte usw. Man kann den Suizid so oder so auslegen.

Die Polizei hat bis heute keinerlei Information oder wenigstens Andeutung zur Todesursache von B.A. gemacht. Ich gehe stark davon aus, um das gewisse Täterwissen als Trumpf im Ärmel zu haben. Wobei mMn nicht soooo viele Möglichkeiten in Betracht kommen... Allerdings, die Möglichkeiten, die mir einfallen, könnten auch auf eine spontane Tat hindeuten. Und genau hier hänge ich jedes Mal fest.
War es eine spontane Tat, weil sich vllt. eine Situation/eine Gespräch hochgeschaukelt hat? Vllt. war B.A. zu diesem Zeitpunkt "nur" unglücklich gestürzt? Oder hat man sie in einer Stresssituation spontan umgebracht? Oder war es ein geplanter Mord? Auch das Abstellen des Autos, könnte geplant oder aber auch improvisiert sein... In diesem Fall sind so viele ungeklärte Dinge und teilweise auch etwas unlogische Dinge, die weder auf einen beabsichtigen Mord hinweisen, noch auf eine spontane Tat.
Das einzige, was man wohl sicher ausschließen kann ist ein Suizid von B.A. - obwohl ich dies am Anfang durchaus für möglich hielt.
SherlockHolmes
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von SherlockHolmes »

Das Abschleppseil lag laut Bericht auf den Wanderstöcken. Da sie die Stöcke wohl regelmässig nutzte (sieht man auch auf Fotos) hätten die Stöcke auf dem Seil liegen müssen. Daher gehe ich stark davon aus, das Seil wurde an dem Tag auf die Rücksitzbank gelegt. Nun kann man spekulieren was in der Klappbox gewesen ist. Eine Milchflasche (ob leer oder gefüllt ist nicht bekannt, lag auf dem Beifahrersitz). Vermutlich befand sich die Flasche vorher in der Box ? Die Flasche würde beim Fahren oder Bremsen an der Stelle ein Sicherheitsrisiko darstellen. Nur warum wurde die Flasche nicht auf die Rücksitzbank gelegt ? Die Box wird doch auch eher auf den Rücksitzen gestanden haben. Der Gedanke mit dem Treffen ist nachvollziehbar . nur warum sucht sich Frau Ameis dazu den letztmöglichen Parkplatz aus ? Bei dieser Parkposition musste sie gar noch vorbei fahren. Die Parkplätze werden auch an diesem Tag kaum oder gar nicht belegt gewesen sein. Auf allen verfügbaren Google Earth Fotos ist der Parkplatz komplett leer. Es drängt sich dann der Gedanke auf, ob der Täter schon vorher dort wartete. Oder ist BA ihm gar nachgefahren ? Nun schwenke ich um zum Täter. Würde ich mich mit meinem Opfer auf einem öffentlichen Parkplatz treffen ? Gassigeher, Einkäufer, der Brötchenzeuge sowie andere Anwohner , Gemeindehauspersonen oder auch Flaschenabgeber (dort stehen Glascontainer) hätten etwas beobachten können und sei es nur das Auto oder ein Mann und eine Frau. Der genutzte Parkplatz ist von der Haupstrasse nicht einsehbar. Stellte Birgit Ameis wirklich selbst das Auto uneinsehbar ab ? Der Flugmodus seitens BA macht eigentlich gar keinen Sinn. Unabsichtlich ? Ausgerechnet an dem Tag des Verschwindens ? Die Handyforensik ist in der Lage auszulesen, ob der Flugmodus öfters eingeschaltet gewesen ist. Man wird die Providerdaten ausgelesen haben ob das Handy dort öfters im Netz abgemeldet war. Die Polizei stufte den Flugmodus als ungewöhnlich ein und so betrachte ich es auch. Es wurde die Frage gestellt warum der Anwohner sich nicht vorher gemeldet hat. Die Suchplakate wurden es später aufgehängt. Vielleicht war er auch an Ostern / über die Feiertage dann verreist. Der Postbote meldete sich auch erst am Samstag eine Woche später, vorher gab es keinen Suchaufruf nach dem Fahrzeug.
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HP1 »

Mh, Milchflasche lose im Auto, Altglascontainer vor Ort?

Vor meinem geistigen Auge sehe ich da jemand leere Flaschen (in einer Faltbox) wegbringen, die Milchflasche (Pfandflasche?) wird zurückbehalten und lose vorne abgelegt, um beim nächsten Einkauf (zeitnah, deshalb bequem vorne auf dem Beifahrersitz) abgegeben zu werden?

Liegt dieser "letzte" Parkplatz dort vielleicht am nächsten zu den Altglascontainern?
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

HP1 hat geschrieben: Donnerstag, 08. Februar 2024, 10:04:52Liegt dieser "letzte" Parkplatz dort vielleicht am nächsten zu den Altglascontainern?
Ist in der Nähe, man kann aber auch direkt vor die Container fahren und es gibt noch drei etwas näher gelegene Parkplätze.
Vom Abstellplatz des Renaults zu dem Container wären es immerhin 70 m zu laufen.

parkplatz-gemeindehaus-recycling-container.jpg
parkplatz-gemeindehaus-recycling-container.jpg (89.58 KiB) 2055 mal betrachtet

Birgit-A: Orte und Routen

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von HP1 »

Danke @z3001x

In meiner Vorstellung hatte sich das so dargestellt, als wären die Altglascontainer an eben jener Parkfläche.
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

SherlockHolmes hat geschrieben: Freitag, 26. Januar 2024, 12:43:40 Die Parkplätze werden auch an diesem Tag kaum oder gar nicht belegt gewesen sein. Auf allen verfügbaren Google Earth Fotos ist der Parkplatz komplett leer. Es drängt sich dann der Gedanke auf, ob der Täter schon vorher dort wartete. Oder ist BA ihm gar nachgefahren ? Nun schwenke ich um zum Täter. Würde ich mich mit meinem Opfer auf einem öffentlichen Parkplatz treffen ? Gassigeher, Einkäufer, der Brötchenzeuge sowie andere Anwohner , Gemeindehauspersonen oder auch Flaschenabgeber (dort stehen Glascontainer) hätten etwas beobachten können und sei es nur das Auto oder ein Mann und eine Frau. Der genutzte Parkplatz ist von der Haupstrasse nicht einsehbar. Stellte Birgit Ameis wirklich selbst das Auto uneinsehbar ab?
Ich habe da ähnliche Gedankengänge wie Du @SherlockHolmes... Wenn man als Täter denkt, würde man sich dort eher nicht mit B.A. treffen. Allerdings würde man - mMn. auch nach der Tat dort nicht das Auto der B.A. parken - aus den gleichen Gründen. Dort fällt man jedem Ortsbewohner auf, ob nun Gassigeher, Brötchenholer, Fahrradfahrer usw. Würde man als Täter nicht mit B.A. oder nach der Tat mit dem Auto der B.A. eher in Nähe des Flughafens bleiben, dort wo mehr Betrieb, mehr Autos usw. sind? Sicherlich gibt es dort auch viele Ecken, die nicht Videoüberwacht werden. So hätte ich als Täter ggf. das Auto auf dem Parkdeck für Langzeit-Parker eingestellt - vorausgesetzt, dort ist keine Videokamera - was ich leider nicht weiß.
Ich glaube, dass auf dem Parkplatz direkt neben B.A. ein Auto parkte. Sei es nun Zufall, der Täter (der ggf. dort auf sie wartete) oder dem sie hinterher fuhr. Wenn man auf dem letzten Parkplatz parkt und alle anderen Parkplätze daneben sind frei... Parkt man dann nicht vorwärts ein? Außer wenn halt genau daneben ein Auto steht. Den einzigen Grund, warum man sonst mMn rückwärst einparkt, wäre noch, dass man die Straße beobachten möchte.

Zum Flugmodus... einige Leute denken, dass das Handy vom Täter gegen 14 Uhr in den Flugmodus gestellt wurde und dann ggf. ins Auto gelegt wurde. Das kann ich mir nicht vorstellen, denn am frühen Nachmittag ist die Gefahr groß, dass dort Gassigeher usw. den Täter an dem so abgelegenen Auto sehen würden. Finde ich aus Tätersicht ein enormes Risiko.

Das Abschleppseil... ich denke, das Seil spielte an diesem Tag eine Rolle. Entweder wollte sie Jemanden helfen oder wurde in eine Falle gelockt von wegen Fahrzeugpanne oder ähnliches. B.A. wird als "praktische Frau" Dinge wie Warndreieck, Werkzeug, Starthilfe oder halt Abschleppseil irgendwo in einer Kiste/Tasche unten bzw. ganz weit hinten im Kofferraum verstaut haben - weil man diese Dinge ja so gut wie nie benötigt. Deshalb hat das Abschleppseil mMn irgendetwas mit dem Mord zu tun. Ist denn überhaupt sicher geklärt, dass das Abschleppseil überhaupt B.A. gehörte? Was ist, wenn der Mörder das Seil als Vorwand mitgebracht hat - natürlich mit Handschuhen, bei dem Wetter - um B.A. um Hilfe zu bitten?
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von SherlockHolmes »

DIe Parkplatzsituation ist wichtig für den Fall , ich denke daran gibt es keine Zweifel. Die Frage bleibt nur, welche Variante kommt am ehesten in Frage?
Wurde das Auto bereits in der Dunkelheit zuvor dort abgestellt ? Dann ergibt sich eine bestimme Tätervariante. Hat Birgit Ameis sich am Morgen/Vormittag dort tatsächlich mit einer Person getroffen ? Ich stellte mir damals schon die Frage warum dann der letztmögliche Parkplatz bei zahlreichen besseren Optionen wo man auch die Strasse einsehen kann ? Wenn ich ein Täter wäre würde ich solch einen Treffpunkt mitten im Ort meiden. Trotz des schlechten Wetters kann man durchaus zufällig gesehen werden. Anwohner, Gassiegeher, Flaschentsorger, Gemeindehausnutzer, Briefträger etc. Nun gibt es eine Person die mehrfach aussagte das Auto am frühen Morgen zwischen 09.00 und 09.30 Uhr dort gesehen zu haben. Wenn er sich nicht irrt und dort auch weiteres Fahrzeug stand , dann stand das Auto mindesten eine gewisse Zeit vor der Sichtung dort. Wenn man der Aussage des Bruders folgt, dann hatte BA an diesem Morgen ca 45 Minuten Verspätung. Sie wird mit Gehweg und Gespräch ca. 8.15 - 8.20 dann am Apartment gewesen sein. Sie müsste dann warum auch immer im Eiltempo den Wagen beladen haben, die Bettwäsche und Matratze weggeräumt haben , sich hoffentlich noch frisch gemacht haben und dann wäre sie losgefahren. Ohne Ausruhen. Ohne vermutlich Duschen und Umziehen. Zeitlich wäre es sonst kaum möglich. Trotzdem warum die Hektik ? Die Frau war schon minimum 15 Stunden auf den Beinen. Die Schicht dauerte schon 12 Stunden. Wenn der Zeuge sich irrte, erklärt es auch nicht warum die Frau sich noch einige Stunden ausruhte und dann später auf diesen Parkplatz gefahren ist.
Es wurde nicht gesagt mit welcher Kleidung BA gefunden wurde. Angenommen es war die Bekleidung die der Bruder beschrieben hat und der Arbeitskollege vom Vorabend, wie wahrscheinlich ist es , dass sich eine Frau nach 15 Stunden nicht umzieht ?
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von SherlockHolmes »

Hier wird oft in den Postings vermutet, das Handy ist am Auto in den Flugmodus geschaltet wurden. Das kann ein Denkfehler sein nur weil das Handy im Auto gefunden wurde. Das Handy wurde in der Funkzelle am frühen Nachmittag in den Flugmodus geschaltet. Das kann überall in der Funkzelle gewesen sein. Ein Bewegungsprofil vom Handy wurde nie von der Polizei kommuniziert.
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

SherlockHolmes hat geschrieben: Freitag, 29. März 2024, 15:34:05 Hier wird oft in den Postings vermutet, das Handy ist am Auto in den Flugmodus geschaltet wurden. Das kann ein Denkfehler sein nur weil das Handy im Auto gefunden wurde. Das Handy wurde in der Funkzelle am frühen Nachmittag in den Flugmodus geschaltet. Das kann überall in der Funkzelle gewesen sein. Ein Bewegungsprofil vom Handy wurde nie von der Polizei kommuniziert.
Das sehe ich genauso! Diesen möglichen Denkfehler hatte ich bisher - wenn ich ehrlich bin - auch mehr oder weniger gemacht. Aber das Handy könnte im Tower, am Leichenfundort, in dem Wohngebäude, am Parkplatz im Dorf oder sonst irgendwo abgeschaltet worden sein. Allerdings - unabhängig wo nun das Handy in den Flugmodus geschaltet wurde (also ob am Auto oder irgendwo in der Funkzelle) - der Täter muss noch einmal am Auto gewesen sein, um das Handy dann im Auto zu deponieren. Das finde ich aus Tätersicht ein enormes Risiko und ich kann es bis heute nicht nachvollziehen!! Er hätte das Handy kaputt machen können und irgendwo entsorgen können, es wäre wahrscheinlich nie wieder aufgetaucht. Also warum bringt er es zurück ins Auto?
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von SherlockHolmes »

Danke Anka67. Das Risiko mit der Handyablage kann ein bewusstes genommenes Risiko vom Täter gewesen sein, je nach Abfolge der Ereignisse und wer der Täter ist. Der Fundort im Auto lässt die Möglichkeit zu das BA es dort ablegte. Nehmen wir an das Handy wäre am Fundort der sterblichen Überreste gefunden wurden. Es hätte wohl noch mehr zur Verwunderung geführt, wenn das Handy im Flugmodus oder ausgeschaltet gewesen wäre. Hätte der Täter das Handy gar entsorgt, dann stellte sich die Frage: wo...und das es nicht 100% gefunden wird.

Falls der Tower der Tatort gewesen ist, dann war das Handy auch im Tower. Vielleicht sah der Täter keine gute Möglichkeit. Erster Schritt daher Flugmodus. Das Handy ist in dem Moment noch aktiv in der Zelle eingeloggt. In dieser Einstellung wird kein Logoff gesendet. Ein Ausschalten führt zu einer geregelten Abmeldung im Netz. Es erfolgt ein Handshake. Die Zelle überprüft aber immer wieder in Abständen ob ein Handy noch aktiv ist. Wichtig ist aber zu wissen, es erfolgt keine Abmeldung durch den Flugmodus und das Handy kann bewegt werden weil die Netzfunktionen nicht aktiv sind. Bei der Auswertung des Handylogfiles war ersichtlich wann das Handy in den Flugmodus geschaltet wurde. Ich gehe davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt Handy und BA nicht am gleichen Standort gewesen sind. Die Ablage der "Umhängetasche mit dem Handy" (So stand es im Stern) war durch die Parksituation rückwärts ein überschaubares Risiko. Das muss sich so nicht abgespielt haben wäre aber eine Möglichkeit.
Ich gehe noch vorsichtig einen Schritt weiter: Einem Fremdtäter bzw Zufallstäter wäre das Handy egal gewesen. Eine Bekanntschaft o.a wiederum musste sicher sein, dass auf dem keine persönlichen Daten von ihm vorhanden sind. BA hätte ja durchaus im Vorfeld einer nahestehenden Person von dem Treffen erzählen können. Wie groß ist dazu die Wahrscheinlichkeit , dass BA ausgerechnet an diesem denkwürdigen Tag versehentlich den Flugmodus aktiviert ? Ging das überhaupt versehentlich ? Handytyp ist nicht bekannt.
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

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SherlockHolmes hat geschrieben: Samstag, 06. April 2024, 15:20:34Erster Schritt daher Flugmodus. Das Handy ist in dem Moment noch aktiv in der Zelle eingeloggt. In dieser Einstellung wird kein Logoff gesendet. Ein Ausschalten führt zu einer geregelten Abmeldung im Netz. Es erfolgt ein Handshake. Die Zelle überprüft aber immer wieder in Abständen ob ein Handy noch aktiv ist. Wichtig ist aber zu wissen, es erfolgt keine Abmeldung durch den Flugmodus und das Handy kann bewegt werden weil die Netzfunktionen nicht aktiv sind.
Die Aussage ist sachlich nicht zutreffend. Beim Aktivieren des Flugmodus (=FM) erfolgt durchaus ein „IMSI Detach“. Das Handy geht dann regulär, nach Protokoll und mit Ansage aus dem Netz. Kein prinzipieller Unterschied diesbzgl. zum Ausschalten. Nach Aktivieren des FM weiß „das System“ - konkret das „Mobile Switching Center“ (MSC) und das „Visitor Location Register“ (VLR), dass der Teilnehmer aktuell offline, ergo nicht im Netz registriert ist. Ohne Detach nähme es an, er ist noch erreichbar.

Man kann das ganz einfach mit zwei Telefonen testen:
  • Telefon A ist das Handy, bei dem man den Flugmodus aktiviert
  • Telefon B ist ein beliebiges Telefon, mit dem man Telefon A 2x anruft.
    1. Telefon B ruft Telefon A an, bevor es im FM ist. Ergebnis: Es klingelt lange auf Telefon A und auf Telefon B hört man das Wartesignal.
    2. Nun aktiviert man den FM auf Telefon A
    3. Wenn man danach mit Telefon B auf Telefon A anruft, bekommt man überhaupt kein akustisches Wartesignal mehr, sondern man bekommt sofort die Nachricht, dass Teilnehmer A nicht verfügbar ist. Das passiert, weil die Basistation das Abmeldesignal, also den IMSI Detach, durch die FM-Aktivierung erhalten hat und den Eintrag aus der VLR entfernt hat.
Wäre beim FM-Aktivieren kein Detach erfolgt, nähme das System an, der Teilnehmer ist noch registriert und erreichbar und würde in alle Funkzellen der letzten Location Area (LA bzw LAC) nach ihm "suchen"; also das Signal an diese Zellen weiterleiten. Während versucht wird, das Gerät zu erreichen, würde der Anrufer ein Wartesignal hören. Wenn alle Zellen der LAC nach einer Wartezeit zurückmelden, dass kein Kontakt zu dem Gerät gelingt, würde der Anschluss vom System als nicht erreichbar markiert und der Eintrag aus dem VLR entfernt.
Erst nachfolgende Anrufe würden dann sofort ohne Suche/Warten eine "Nicht-erreichbar-Meldung" erhalten. Durch den Unterschied in der Wartezeit kann man das ohne Messtechnik einfach prüfen.
Vor einigen Jahren als man die Akkus aus den Handys noch entfernen konnte, konnte man auch den zweiten Fall selbst nachstellen. Bei Akkuentnahme erfolgt kein Detach, und dann wird das Säubern des VLR erst nach dem ersten Anruf vorgenommen oder nach einem sehr langen Intervall (meist 4-6 Stunden) turnusmässig.

Die einzige Ausnahme wäre, wenn das Handy in dem Moment der FM-Aktivierung keinen Netzkontakt hat und das Detach-Signal die Basisstation nicht erreicht, also die Funkloch-Situation. Das kann ja ggf. in größeren Gebäuden mit dicken Beton-Gemäuern durchaus vorkommen. Aber für einen Täter wäre es bzgl. der Ein/Auslogg-Prozeduren kein Unterschied, ob er den Flugmodus aktiviert oder das Gerät ausstellt. Es würde sich beides mal aus dem Netz abmelden. Es könnte natürlich sein, dass so eine Flugmodusaktivierung im Funkloch bei BA stattfand, und das Ausloggen "am frühen Nachmittag" dann systemseitig, nach dem genannten turnusmäßigen Intervall von mehreren Stunden systemseitig erfolgte. Und da Aktivieren des Flugmodus irgendwann ggf Stunden vorher erfolgte. Es kann auch sein, dass die Abmeldung durch die FM-Aktivierung, also so ggn 14 Uhr grob, erfolgte. Das kann man anhand der knappen dazu öffenlich bekannten Daten nicht entscheiden.
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