MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Fälle: Anja Aichele, Ayleen Ambs, Vierfachmord von Annecy 2012, Bärbel B. (Bremerhaven) u. Ingrid R. (Bremen), Annika Brill, Tristan Brübach, Christoph Bulwin, Anne D. (Lorch), Suzanne Eaton, Michaela Eisch, Victor Elling, Sonja Engelbrecht, Trude Espas, Regina Fischer, Abby G. & Libby W. (USA-Indiana), Maren Graalfs, Mara-Sophie H. (Kirchdorf), Marion & Tim Hesse, Jutta Hoffmann, Peggy Knobloch, Cindy Koch, Martina Gabriele Lange, Lola (FR-Paris), Karl M. (Berlin), Khadidja M. (Ingolstadt), Stefan M. (Salzgitter), Jelena Marjanović, Margot Metzger, Karin N. (Borchen), Gabby Petito, Heike Rimbach, Elmar Rösch, Gustav Adolf Ruff, Carina S. (Iserlohn), Hannah S. (Hamm), Lena S. (Wunsiedel), Gabriele Schmidt, Mord in Sehnde-Höver, Yasmin Stieler, Simone Strobel, Elisabeth Theisen, Karsten & Sabine U. (Wennigsen), Nicky Verstappen, Hanna W. (Aschau)
Gast562

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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https://www.muenchenblogger.de/eroffnun ... von-der-au

Könnte die Disko Stolz mit o.a. Stolz von der Au identisch sein. Zu Sonjas Zeiten dürfte diese jedoch noch anders geheißen haben.
Acrylium
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Some0ne hat geschrieben: Montag, 26. Februar 2024, 23:03:01 Ja ernsthaft, wenn ein Verdacht bei der Polizei geäußert wird, müssen sie dem sogar nachgehen. Zumal die Kripo bei XY sogar dazu aufgefordert hat, auch jeden vagen Verdacht zu äußern
Ein vager Verdacht ist eine Sache. Eine völlig unbegründete Verdächtigung ohne auch nur den Hauch eines konkreten Hingergrunds die anonym im Internet geäußert wurde, eine andere.

Versteht mich nicht falsch, ich wünschte mir sehr, dass dieser Fall aufgeklärt wird. Aber ich halte es nicht für zielführend, einfach wilde Verdächtigungen denen einfach jeder konkrete Hintergrund fehlt, zu verbreiten. Das hilft niemandem.

Zumal es wie schon von einem anderen User erwähnt wurde, es heute praktisch unmöglich sein dürfte, zu ermitteln, welche Mitarbeiter eines Unternehmens vor 29 Jahren irgendwelche Firmenfahrzeuge irgendwo geparkt haben. Fahrtenbücher müssen in Deutschland nur 10 Jahre aufbewahrt werden. Personalakten werden üblicherweise nach 3 Jahren gelöscht, Lohnabrechnungen nach 6 Jahren und betriebliche Gewinnermittlungen nach 10 Jahren. Nach über 10 Jahren dürfte es schon schwer werden, rauszufinden, wer mal irgendwo gearbeitet hat. Nach 29 Jahren halte ich das für nahezu unmöglich.
DieKrähe
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Gast hat geschrieben: Dienstag, 07. März 2023, 19:22:21 Bei den Taxlern ist die Polizei soweit mir erinnerlich nicht weiter gekommen, damals gab es zwar noch eine Funkzentrale, aber die haben nichts gespeichert.


Genau darum geht es. Ich checks einfach nicht, warum das nicht das Allererste ist was der dümmste Schimpanse systematisch in den ersten Tagen nachdem klar wird, dass sich hier eine Tragik - welche auch immer - anbahnt, überprüfen müsste. Es gibt in München vielleicht 3000 Taxis mit Konzession. Ich gehe davon aus dass man jeden einzelnen Konzessionsinhaber auch 1995 schon in einer Datenbank hatte. Von den 3000 filtet man alles raus was nicht passt. Filter 1 - Fahrerinnen, Filter 2 - zu alte Fahrer, Filter 3 . Fahrer die nicht aktiv waren. Filter 4 - Fahrer weg die bekanntermassen nicht nachts fahren. Filter 5 - diejenigen die angestellt und eingeteilt sind in Dienstpläne von grösseren Unternehmen die nicht passen oder die nachweislich nicht fahren konnten, weil zu viel Fahrten vorher oder nachher angenommen. Übrig bleiben vielleicht 50-100 Kandiaten. 3 Beamte 5 Tage Befragung, 10 jeder pro Tag vorgeladen. Wo sind sie gefahren, wen haben Sie mitgenommen, bitte Belege, Abrechnungen, Quittungen. Ende aus Applaus oder eben kein Applaus.

Was macht die Polizei ? Nix, oder "lustlos" eine Durchsge über die Taxizentrale "wer hat eine blonde nachts gesehen ????" Ernsthaft ?
Wurden abgehende und angenommene Aufträge vom Taxiruf überprüft ? Ja auch das war 1995 möglich. Um die Zeit standen oft keine Taxis wartend am Stand, konnten aber angefordert werden, oder sind ofters vorbeigefahren, weil sich dort oft Menschen hinbegeben haben.

Nochmal: Sonja stand an einem in München zentralen Taxi (!!!) -stand mit Taxi(!!!) -ruf (kostenlos). Die Telefonkarte vom Begleiter hat vorher versagt. Hilfe durch Freunde oder Familie ist nicht erreichbar. Öffentliche waren nicht mehr oder nur durch lange Umwege eine Option. Der Begleiter war weg. Fussweg nach Hause war zu weit. Was bitte sonst als ein Taxi (!!!) ist Plan B ??? Fehlendes Geld spielt doch keine Rolle wenn ich nachhause fahre und dort Geld ist. ERST DANN kommt Plan C - per Anhalter oder sonstwas. Aber vorher - "Guten Abend die Dame, wo solls denn hingehen ?" "Aber ich habe kein Geld dabei" " Kein Problem, ich warte dann unten, oder schreib ne Rechnung". Was soll bitte daran unrealistisch sein.

So und wenn man diese Hausaufgaben gemacht hätte, hätte man damals vielleicht keinen Treffer gelandet. Heute könnte man aber den Ordner mit den Kandidaten aus dem Schrank nehmen, den Bezug zum Ablageort prüfen, und gezielt das Umfeld dieser Fahrer zu einer blauen Kuscheldecke befragen. Aha und dann auch noch ein DNA Treffer.
Deine Theorie ist nicht schlecht.

Im Film Aktenzeichen XY von 2023 wird Sonja am SMP angesprochen und Hilfe angeboten.

Aber wer spricht dich am SMP schon an ? Eigentlich nur Taxifahrer.
Gast

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Welche anderen Fälle wären denn bekannt, in denen ein Taxifahrer in Deutschland eine Körperverletzung, einen Totschlag oder einen Mord gegen einen Fahrgast verübt hätte?
NeuerColumbo

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Gast hat geschrieben: Mittwoch, 28. Februar 2024, 20:05:17 Welche anderen Fälle wären denn bekannt, in denen ein Taxifahrer in Deutschland eine Körperverletzung, einen Totschlag oder einen Mord gegen einen Fahrgast verübt hätte?
Solche Fälle gibt es. Vor kurzem war in München sogar ein einschlägiger Prozess. Ich zitiere aus der Online-Version der "Welt":

"BAYERN
Taxifahrer nach Messerangriff zu Haftstrafe verurteilt
Veröffentlicht am 14.02.2024 | Lesedauer: 2 Minuten

Ein Münchner Taxifahrer hat im Streit um eine brennende Zigarette mit einem Messer auf einen Fahrgast eingestochen. Der 61-Jährige muss zwar in Haft - dennoch folgte die Kammer der Anklage nicht.
Nach einem Messerangriff auf einen Fahrgast im Streit um eine brennende Zigarette ist ein 61 Jahre alter Taxifahrer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe eine kurze Zündschnur und eine akzentuierte Persönlichkeit; dies führe aber nicht zu einer verminderten Schuldfähigkeit, urteilte das Landgericht München I am Mittwoch. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft sah die Kammer in der Tat vom Oktober 2022 keinen versuchten Mord, sondern gefährliche Körperverletzung. Das sei aber eine «sehr enge» Entscheidung gewesen, betonte der Vorsitzende Richter.

Der Fahrer hatte das spätere Opfer und zwei Verwandte nach einer durchfeierten Nacht aus der Münchner Innenstadt zu ihrem Hotel gefahren. Dabei kam es zum Streit, weil der Passagier im Auto rauchte. Laut Gericht stieg der Fahrer daraufhin aus, ging zur Tür und schlug dem Anfang 40-Jährigen die Zigarette aus dem Mund. Im Anschluss daran kam es zu einer Prügelei mit wechselseitigen Schlägen.

Bei der Weiterfahrt attackierte der Fahrer den Passagier erneut, woraufhin dieser erst versuchte, den Angeklagten aus dem Auto zu ziehen, sich dann aber von dem Taxi entfernte. Der Taxifahrer griff laut Urteil nun nach einem Brotzeitmesser mit einer Klingenlänge von 6,5 Zentimetern, folgte dem Mann und stieß ihm das Messer auf Hüfthöhe in den Bauch.

Die Kammer ging abweichend von der Anklage nicht von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Der Angeklagte habe zwar mit Tötungsvorsatz gehandelt, sei aber strafbefreiend vom Versuch eines Tötungsdelikts zurückgetreten, weil er nicht davon ausgegangen sei, alles zur Tötung Erforderliche getan zu haben, hieß es zu Begründung. Den Rücktritt machte die Kammer insbesondere daran fest, dass das Opfer zunächst keine Reaktion auf den Messerstich gezeigt habe, der Taxifahrer aber von ihm abließ.

Bei ihrem Urteil berücksichtigte die Kammer besonders die psychischen Folgen der Tat für den Verletzten sowie die Tatsache, dass der Angeklagte bereits zweimal im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Taxifahrer wegen Körperverletzung aufgefallen war. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig. Die Prozessbeteiligten können binnen einer Woche Revision zum Bundesgerichtshof einlegen."
Gast562

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Sonja hätte aber immer noch die Option gehabt, zum HBF zu laufen und von dort nach Laim zu kommen. Angesprochen kann sie jeder haben, das muss kein Taxifahrer gewesen sein. GGF sogar eine Person, die in der Nähe wohnte und ihr anbot, mit dem Festnetz zu telefonieren. Vielleicht gab es auch irgendwelche Bekannte, die näher am SMP wohnten. Die TUM ist z.B. nur 1 km vom SMP entfernt. Möglicherweise kannte sie ja Studenten, die in der Nähe der TUM wohnten und wusste, dass sie dort auch noch nachts läuten durfte.

Taxifahrer bietet sich natürlich schon an. Würde auch im Fall Kristin Harder und vlt auch Bettina Trabhardt Sinn machen. Aber das ist eben nur eine von vielen Mögichkeiten.
HP1
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Den Taxifahrer, der im Dienst spontan oder gar geplant eine Fahrgästin abgreift, sehe ich nicht. Wäre mir unerklärlich, wie die Leiche dann hundert Kilometer entfernt fein säuberlich verpackt in einer Felsspalte im Wald landen sollte.
Ich meine, von DNA-Spuren war damals kaum auszugehen - und wenn der Täter solche eindeutigen, ihn möglicherweise identifizierenden Spuren auf dem Schirm gehabt hätte, der hätte dann keinesfalls eine gebrauchte Folie verwendet.

Für mich deutet die Verbringung darauf hin, dass Sonja lebend in die Gegend verbracht wurde und nach ihrem Ableben wegen Wohnortnähe und nur kleinen Ortschaften möglichst nicht (vor allem nicht zeitnah) gefunden werden durfte. Der Option, die Leiche einfach weit genug entfernt fortzuschaffen, könnte zum einen die lange Fahrt mit einer Leiche (Entdeckungsrisiko, je nachdem auch üble Geruchsentwicklung) im Weg gestanden haben, oder aber dass dem Täter da kein guter Verbringungsort einfiel, wo er doch gleichzeitig diese optimale Felsspalte in der Nähe kannte.
Bei einer Spontantat wäre Sonjas Leiche dagegen irgendwo im Stadt-/Randgebiet Münchens unbeobachtet abgeladen worden und gut ist.
Für mich ist eine Verschleppung in den Raum Kipfenberg die mit Abstand plausibleste und damit wahrscheinlichste Voraussetzung für eine Sinnhaftigkeit der Ablage, wie sie sich präsentiert. Und in der großen Stadt nachts eine junge Frau abgreifen, zumindest angetrunken, attraktiv und sexy gekleidet, und diese dann 100km weit zu verschleppen, das ist ziemlich eindeutig keine Spontantat. Ich würde da nichtmal einen größeren persönlichen Bezug des Täters zu München annehmen. Wenn du eher dörflich/kleinstädtisch lebst, jeder kennt jeden vom Sehen, dann ist der Gedanke doch naheliegend, sein Opfer in der anonymen Großstadt zu suchen - da wo man aller Wahrscheinlichkeit von niemandem wiedererkannt wird, die Anonymität so ist, dass man gleichzeitig als Fremder null auffällt, wo nachts genug Publikumsverkehr herrscht und so viele unterschiedliche Plätze/Gegenden sind, dass man einerseits ein passendes Opfer finden, gleichzeitig aber die Anwesenheit von Zeugen vermeiden kann. Ich meine, zum Vergleich: In Dorf oder Kleinstadt wen abgreifen ist aus verschiedenen Gründen weniger erfolgversprechend, ob man nun da wohnt und bekannt ist oder nicht.

Bei einer geplanten Tat wäre ein Taxifahrer nicht als solcher aufgetreten (etwaige Zeugen, oder Identifizierungsmerkmal wenns schiefläuft und sie abhaut), hätte das keinesfalls während des Dienstes durchgezogen. Viel zu viele Möglichkeiten für Zeugen oder Unregelmäßigkeiten, die im Nachgang auffallen/erinnerlich sein könnten.
Allgemein: Wenn bei mir als Taxifahrer an einem Taxistand eine Frau einsteigt, dann stehen die Chancen gut, dass das ein Kollege mitkriegt, der mich zumindest vom Sehen kennt, mich zumindest diesem oder jenem Taxiunternehmen zuordnen kann. Selbst wenn in dem Moment grad kein weiteres Taxi dort wartet, da kann jederzeit ein Kollege um die Ecke kommen.
Mir denkbar ein Täter, der sich als vermeintlicher Taxifahrer ausgab, um Sonja in sein Fahrzeug zu locken. Nur, das wäre völlig optional, und den findet man dann auch nicht, wenn man bei den "echten" Taxifahrern rumstochert.
Acrylium
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Das ist durchaus ein denkbares Szenario. Ich muss da jedoch an den Mordfall Johanna Bohnacker erinnern: da fuhr der verurteilte Täter Rick J. mit dem ermordeten Opfer über 100km vom Tatort weg um die Leiche in einem abgelegenen Waldstück abzulegen - und zwar ausgehend vom Tatort in die entgegengesetzte Richtung zu seinem Wohnort betrachtet. Dies tat er, um den Verdacht von sich abzulenken. Zum Ablageort in dem abgelegenen Waldstück hatte er quasi keine ermittelbare Beziehung. Allerdings kannte er den Ort wohl aus länger zurückliegenden Tagen. Das Waldstück war abgelegen genug, dass die Leiche erst Monate später durch Zufall entdeckt wurde. Da war sie bereits skeletiert.
Eine ähnliche Überlegung könnte auch der Täter im Fall Sonja Engelbrecht verfolgt haben. Insbesondere, wenn ihm durch andere, möglicherweise lange zurückliegende Ergeignisse, die Felsspalte als geeigneter Ablageort erschienen sein muss.

Es kommt also durchaus vor, dass Mörder lange Strecken mit Leichen in ihren PKWs zurücklegen, um den Tatort ihres Verbrechens zu verschleiern. Daher ist das von Dir geschilderte Szenario eines ortsansäßigen Täters zwar durchaus denkbar, aber ohne dass es wahrscheinlicher als andere denkbare Szenarien wäre.
Gast562

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Gast562 »

Acrylium hat geschrieben: Montag, 04. März 2024, 15:58:06 Das ist durchaus ein denkbares Szenario. Ich muss da jedoch an den Mordfall Johanna Bohnacker erinnern: da fuhr der verurteilte Täter Rick J. mit dem ermordeten Opfer über 100km vom Tatort weg um die Leiche in einem abgelegenen Waldstück abzulegen - und zwar ausgehend vom Tatort in die entgegengesetzte Richtung zu seinem Wohnort betrachtet. Dies tat er, um den Verdacht von sich abzulenken. Zum Ablageort in dem abgelegenen Waldstück hatte er quasi keine ermittelbare Beziehung. Allerdings kannte er den Ort wohl aus länger zurückliegenden Tagen. Das Waldstück war abgelegen genug, dass die Leiche erst Monate später durch Zufall entdeckt wurde. Da war sie bereits skeletiert.
Eine ähnliche Überlegung könnte auch der Täter im Fall Sonja Engelbrecht verfolgt haben. Insbesondere, wenn ihm durch andere, möglicherweise lange zurückliegende Ergeignisse, die Felsspalte als geeigneter Ablageort erschienen sein muss.

Es kommt also durchaus vor, dass Mörder lange Strecken mit Leichen in ihren PKWs zurücklegen, um den Tatort ihres Verbrechens zu verschleiern. Daher ist das von Dir geschilderte Szenario eines ortsansäßigen Täters zwar durchaus denkbar, aber ohne dass es wahrscheinlicher als andere denkbare Szenarien wäre.
Gestern Abend kam bei XY ein Fall, wo die Familie die Leiche des Vaters 1000 km nach Südfrankreich gefahren hat. Auch gibt es einen Fall aus Frankfurt, wo der Mann die Leiche der Frau bis nach Österreich fuhr. Für mich sind deshalb 1 Stunde Fahrtzeit von München nach Kipfenberg mit einer Leiche im Wagen deshalb noch sehr gut nachvollziehbar. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Sonja auf dieser Fahrt nicht mehr lebte bzw. auf dem Weg getötet wurde.
Tina130680
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Tina130680 »

Da stimme ich dir voll und ganz zu. Nur denkst du dann dass er die Folien und die Decke schon dabei hatte oder dass der mord wo anders passiert ist und er das alles erst organisieren musste?
Gast562

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Gast562 »

Tina130680 hat geschrieben: Donnerstag, 07. März 2024, 10:09:06 Da stimme ich dir voll und ganz zu. Nur denkst du dann dass er die Folien und die Decke schon dabei hatte oder dass der mord wo anders passiert ist und er das alles erst organisieren musste?
Ja, das ist die Frage. Er kann selbst irgendwo renoviert bzw. als Handwerker gearbeitet haben und hatte alles schon dabei, er kann sie in eine Wohnung in München gelockt haben, wo er sie tötete und Folien und Decke vorhanden waren, er kann die Leiche mit nach Kipfenberg oder Nähe genommen haben, sich dort das Material besorgt und Sonja damit verpackt haben.
dinah2012

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von dinah2012 »

Verständnisfrage: Wie alt könnte dieser Mörder heute sein? 60 + / 65 ? Einer dem man das nicht zutraut ? Ein Berater / Senioraccount einer AutomobilFa. im Mü. Norden ? Ehrenamtlicher Fotograf ?
GastGhost

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von GastGhost »

@dinah2012
Sollte Sonja wirklich am SMP (was ich noch gar nicht mal so glaube ) in ein fremdes Auto gestiegen sein ist es die Frage ob sie es bei einem eher sehr
jungen Fahrer um die 18 einem Typ Familienvater 30 bis 35 oder dem netten älteren Herren 55 plus tat .
Sonja galt als sehr vorsichtige Person weshalb man sich doch fragen sollte was für einem fremden Typen hätte sie sich in dieser komischen
Nacht anvertraut .
GastGhost

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von GastGhost »

dinah2012 schreibt
...Ehrenamtlicher Fotograf ?

Einen (Natur) Fotografen hatten wir meine ich noch nicht bei unseren Überlegungen wie der Täter Kenntnis von der Felsspalte erlangt haben könnte.
Jemand der die Natur rund um den Geografischen Mittelpunkt Bayerns fotografierte - jemand der vielleicht in den 1990ger Jahren die Fotos auch
veröffentlichte oder ausstellte , hm :?:
Alex123

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Alex123 »

GastGhost hat geschrieben: Freitag, 08. März 2024, 19:23:26 dinah2012 schreibt
...Ehrenamtlicher Fotograf ?

Einen (Natur) Fotografen hatten wir meine ich noch nicht bei unseren Überlegungen wie der Täter Kenntnis von der Felsspalte erlangt haben könnte.
Jemand der die Natur rund um den Geografischen Mittelpunkt Bayerns fotografierte - jemand der vielleicht in den 1990ger Jahren die Fotos auch
veröffentlichte oder ausstellte , hm :?:
Die Felsformation ist kein Motiv für eine Fotoausstellung und außerdem über keinen Weg sondern nur durch bewusstes Quer-durch-den-Wald-Laufen erreichbar.
GastGhost

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von GastGhost »

@Alex123
Es kommt darauf an wie und wann man die Felsen fotografiert das die kein Motiv sind ist bestimmt nicht der Fall , auch das Querfeldein laufen müssen
schließt einen Fotografen keinesfalls aus im Gegenteil für einen Profi finden sich sicher die Besten Motive abseits .
Some0ne

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Some0ne »

Ich kann diese Versteifung hier nicht verstehen dass der Täter den Ablageort so gut gekannt haben muss. Jäger und Förster sind doch, meine ich, mit negativen Ergebnissen von der Polizei überprüft wurden. Also, wer oder was läuft noch so im Wald rum ? Wer erinnert sich ernsthaft an die eine Felsformation in einem ohnehin felsigen Gebiet ohne einen besonderen Bezug zu diesem Ort zu haben ? Noch unwirklicher scheint es, wenn dieser Bezug auch noch aus Kindheitstagen stammen soll. Der Täter wird hier nicht seinen Lebensmittelpunkt gehabt haben und er wird auch nicht selbst mal für drei Jahre im Wald gewohnt haben. (- Tut mir leid, aber der musste sein, bevor auch dass noch hier in Betracht gezogen wird.) Wir wissen doch nichtmal ob die Leiche dort seit 1995, 1998 oder 2002 liegt. Sie könnte in den Folgejahren erst dort platziert wurden sein, etwa weil sich die Lebenumständer des Täters geändert haben und das erste Versteck nicht mehr sicher war. Nehmen wir nur mal an, er ist umgezogen, hat aber noch diese "Leiche im Keller" (nur sinngemäß) und die muss jetzt weg. Und in aller Seelenruhe läuft er jeden Sonntag irgendwo anders in den Wald um einen geeigneten Platz auszukundschaften.
Versteht mich nicht falsch, wir suchen alle nach der Antwort, aber hier wird sich leider oft in etwas verannt. Wir sehen ein Taxistand auf dem Foto neben der Telefonzelle - Es war ein Taxifahrer. Wir sehen ein Werbebanner auf einem Foto einer Discothek - Jemand aus dieser Firma hat damit zu tun.
Das alles führt aber zu nichts. Was denkt ihr, was die Polizei alles bereits abgearbeitet hat ? Und das mit weitaus mehr Informationen als sie preisgeben. Selbst wenn die Ermittlungsbehörden einige Verdächtige bereits im Visier hat, erfahren würden wir das nicht.
Mir drängt sich viel mehr die Sinnesfrage auf. Warum wurde Sonja ermordet? Am wahrscheinlichsten ist die Theorie des Sexualdelikts. Dieser allein muss ja nicht zwangsläufig in einem Mord enden. Hätte Sonja die Nacht überlebt, was hätte sie berichtet? Etwas was dem Täter gefährlich geworden wäre? Das er identifiziert wurden wäre? Weil er in dieser Nacht eben nicht das anonyme Phantom war? Verwechselte er sie mit einer Prostituierten? Wenn ja, er hätte sie an der nächsten Straßenecke wieder rauswerfen können. War der Tot ein Unfall, aber wie? Nachdem sie zu ihm ins Auto gestiegen war? So blöd das jetzt klingt, der Mord macht keinen Sinn. Hätte er käuflich Liebe gesucht war doch der Straßenstrich nicht weit entfernt. Irgendetwas passt da nicht zusammen....
DieKrähe
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von DieKrähe »

Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Ich kann diese Versteifung hier nicht verstehen dass der Täter den Ablageort so gut gekannt haben muss. Jäger und Förster sind doch, meine ich, mit negativen Ergebnissen von der Polizei überprüft wurden.
Einige der noch lebenden sind überprüft worden, auch die Personen die verzogen sind ? Was ist mit den Toten ?
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Also, wer oder was läuft noch so im Wald rum ?
Waldarbeiter, Holzsammler, Personen die an einer Treibjagt teilgenommen haben. Jemand der Sonntags sein Auto an der Wiese geparkt und spazieren gegangen ist. Jemand der nicht auffällt wenn er Forstwege befährt.
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Wir wissen doch nichtmal ob die Leiche dort seit 1995 liegt
Die Leiche lag dort seit 1995.
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Warum wurde Sonja ermordet? Am wahrscheinlichsten ist die Theorie des Sexualdelikts. Dieser allein muss ja nicht zwangsläufig in einem Mord enden. Hätte Sonja die Nacht überlebt, was hätte sie berichtet?
Wie der Abend tatsächlich verlaufen ist. Angefangen bei der Schellingwohnung.
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Wenn ja, er hätte sie an der nächsten Straßenecke wieder rauswerfen können. War der Tot ein Unfall, aber wie? Nachdem sie zu ihm ins Auto gestiegen war? So blöd das jetzt klingt, der Mord macht keinen Sinn. Hätte er käuflich Liebe gesucht war doch der Straßenstrich nicht weit entfernt. Irgendetwas passt da nicht zusammen....
Vielleicht hat er etwas in München gefunden und einfach mal mitgenommen.
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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Acrylium »

dinah2012 hat geschrieben: Freitag, 08. März 2024, 12:15:47 Ehrenamtlicher Fotograf ?
Für einen Fotograf bietet Kipfenberg deutlich interessantere und lukrativere Motive. Angefangen beim geographischen Mittelpunkt Bayerns (liegt in Kipfenberg und ist ein belieber Anlaufpunkt für z.B. Motorradtouristen) über die Panaorama-Aussicht bis zu den Landschaften. Ein paar unscheinbare Felsen im Wald sind dagegen absolut nicht lohnenswert oder interessant.
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Also, wer oder was läuft noch so im Wald rum ?
Jogger und Trail-Läufer zum Beispiel. Aber es kommen auch Wilderer in Betracht, auch wenn diese jedoch eher selten und damit weniger wahrscheinlich sind.
Some0ne hat geschrieben: Sonntag, 10. März 2024, 18:59:32 Wer erinnert sich ernsthaft an die eine Felsformation in einem ohnehin felsigen Gebiet ohne einen besonderen Bezug zu diesem Ort zu haben ? Noch unwirklicher scheint es, wenn dieser Bezug auch noch aus Kindheitstagen stammen soll.
Ich bin in einer ländlichen Gegend direkt am Waldrand aufgewachsen. Als Kind habe ich daher viel im Wald gespielt und kenne dort im Wald wo ich aufgewachsen bin auch eine Felsformation zu der kein Weg führt, die sich perfekt zu einer solchen Leichenablage eignen würde. Und daran erinnere ich mich immer noch, auch wenn ich schon Jahrzehnte nicht mehr in diesem Wald gewesen bin. Wahrscheinlich würde ich das Ding nicht auf Anhieb finden und müsste eine Zeit lang suchen, aber grob weiß ich noch, wo man den Waldweg verlassen muss um da hin zu gelangen. Der Wald dort wird meiner Einnerung nach auch nicht bewirtschaftet, da Hanglage und viel zu steil. Was spricht dagegen, dass der Täter im Mordfall Sonja nicht genausoeine Erinnerung aus seiner Kindheit hat?
DieKrähe hat geschrieben: Dienstag, 12. März 2024, 01:28:03 Wie der Abend tatsächlich verlaufen ist. Angefangen bei der Schellingwohnung.
Damit hast Du leider nicht unrecht. Auch wenn in diesem einfachen Satz sehr viel Sprengstoff steckt.
Alex123

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

Ungelesener Beitrag von Alex123 »

DieKrähe hat geschrieben: Dienstag, 12. März 2024, 01:28:03 ...

Die Leiche lag dort seit 1995.

...
Welche Quelle hast du dafür?
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