MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Oben wird ein Thema der Ethik und Rechtsphilosophie angesprochen und das sollte bei Religion/ Kirche diskutiert werden und hat mit dem noch nicht mal begonnenen Prozess nichts zu tun.
ben
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Gast hat geschrieben: Dienstag, 01. August 2023, 16:36:18 https://www.traunsteiner-tagblatt.de/re ... 90870.html
Ich würde auf die Wortwahl achten: VORSTELLBAR

Selbstverständlich ist von Freispruch, über zu heftig unglücklich hingelangt (Körperverletzung mit Todesfolge), überreagiert (Totschlag) und Mord alles vorstellbar ...

Interessant dürfte eben daher sein, ob es zwischen den beiden eine Vorgeschichte gab.

Bei Körperverletzung mit Todesfolge würde ich davon ausgehen, dass er (spätestens zum Prozess) plaudern würde. Da gibt es nicht viel. Reue, Ausbildung, usw. ... Da hätte er ja einen erheblichen Teil bald rum.
Ole Pinelle

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Die weiter oben zitierte Aussage des Pflichtverteidigers im interview ggü dem Traunsteiner Käseblatt lässt erneut erkennen,

dass es bislang seitens der Justiz keine harten Fakten gegen den Angeschuldigten gibt, wenn der RA selbst einen Freispruch nicht ausschliesst.
Natürlich ist er als beigeordneter RA auch daran gebunden, nichts zu sagen, was verfänglich für den Mandanten und dann auch ihn (Verschwiegenheitspflicht) wäre.

Nimmt man aber seine Aussage ernst und nicht nur als eine Phrase ggü der Presse, dann verwundert abermals, warum er - wenn seiner Auffassung nach der Ausgang des Verfahrens immer noch völlig offen ist, was ja sein kann - nicht längst Haftprügungsanträge stellte, denn ggf liegen hier erhobener Vorwurf: Mord und möglicher Freispruch diametral auseinander.

Natürlich kommt es nun im Oktober in der Hauptverhandlung (der Erkenntnisinstanz) wesentlich darauf an, ob und ggf wie man sich über die offenbar große Beweisaufnahme mit zig Zeugen und Gutachtern etc eine Indizienkette zusammenbasteln kann, ob aber ggf auch Fakten zutage treten, die bisher als solche nicht bekannt waren. Ein Indizienprozess - Bayerns Strafjustiz ist berühmt für in die Hose gegangene Indizienentscheidungen - wird es jedenfalls, sonst würde Baumgärtl nicht die ganze genannte Ergebnispalette für möglich halten.

Und zum Glück gibt es noch via Sprungrevision nach dem Urteil des LG Traunstein den BGH, der als Rechtsinstanz prüft, ob das geltende Recht rechtsfehlerfrei angewendet worden ist oder, was auch nicht selten vorkommt, für die Entscheidung des LG zu wenig Tatsachen vorliegen, also gedanklich Odysse Genditzki mit Jahren von Entscheidung zu Entscheidung.

Dann gibt es auch im Indizienprozess noch den zu beachtenden Rechtsgrundsatz: in dubio pro reo, beim LG Traunstein nicht so sehr in die Rechtsgeschichte des Hauses eingegangen, dort liebt man er eher bayrisch deftig, egal obs zutrifft oder nicht.

HOFFENTLICH gibt es flankierend zum Verfahren vor dem Landgericht Journalisten mit juristischem Hintergrund, die berichterstattend in der Lage sind, dem Laien leicht verständlich zu machen, wo bei diesem Verfahren bis hin zur Entscheidung für die Jugendkammer juristisch das größte Problem liegt, das wäre gut.

Schönes Wochenende!
Widasedumi
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ole Pinelle hat geschrieben: Samstag, 05. August 2023, 20:17:23 Dann gibt es auch im Indizienprozess noch den zu beachtenden Rechtsgrundsatz: in dubio pro reo, beim LG Traunstein nicht so sehr in die Rechtsgeschichte des Hauses eingegangen, dort liebt man er eher bayrisch deftig, egal obs zutrifft oder nicht.
Ole Pinelle,

deine Beiträge sind immer wieder erfrischend zu lesen.
Aber in Bayern musste auch manchmal der Hund zum Jagen getragen werden, sonst wäre z.B. Maria Baumer nicht gesühnt worden.

Oder kennst du den Fall Kalinka Bamberski? Da regte sich keinerlei bayrische Deftigkeit. Da musste sich der Vater des Opfers aus Frankreich bei Nacht und Nebel anschleichen, den Täter beim Schlawittchen packen, nach Frankreich verschleppen, wo er seine Strafe erhielt und bis zum Tod einsaß.

Und nun der LG-Präsident, sogar der Traunsteiner! Mal schaun, wie bayrisch deftig es hier zur Sache geht?

Auch ich wünsche einen schönen Sonntag!
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Widasedumi
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ole Pinelle hat geschrieben: Samstag, 05. August 2023, 20:17:23 geltende Recht rechtsfehlerfrei angewendet worden ist
Ole Pinelle,
welchem Ministerium untersteht die Staatsanwaltschaft?
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Ole Pinelle

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Widasedumi hat geschrieben: Sonntag, 06. August 2023, 16:13:23 Ole Pinelle,
welchem Ministerium untersteht die Staatsanwaltschaft?
Das ist das Bayrische Justizministerium, vielleicht gibt es da noch ein paar regionale Zwischenzuständigkeiten, das weiß ich nicht.
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Widasedumi hat geschrieben: Sonntag, 06. August 2023, 01:14:16 Ole Pinelle,

deine Beiträge sind immer wieder erfrischend zu lesen.
Aber in Bayern musste auch manchmal der Hund zum Jagen getragen werden, sonst wäre z.B. Maria Baumer nicht gesühnt worden.

Oder kennst du den Fall Kalinka Bamberski? Da regte sich keinerlei bayrische Deftigkeit. Da musste sich der Vater des Opfers aus Frankreich bei Nacht und Nebel anschleichen, den Täter beim Schlawittchen packen, nach Frankreich verschleppen, wo er seine Strafe erhielt und bis zum Tod einsaß.

Und nun der LG-Präsident, sogar der Traunsteiner! Mal schaun, wie bayrisch deftig es hier zur Sache geht?

Auch ich wünsche einen schönen Sonntag!
Baumer und Bamberski sagen mir nichts. Und die Sache mit dem Landgerichtspräsidenten Traunstein habe ich nicht weiter verfolgt. Ich glaube aber eher, dass aus der Sache eher wieder so ein mediales Sensationsding gemacht worden ist: erst einmal der gesellschaftliche Neid auf so einen exponierten Job (da kommt man auch nicht ohne Leistung und Parteibuch hin) und dann - #meetoo - ist es doch gerade ganz groß in Mode und für die Presse ein Riesengeschäft, wenn ein Mann irgendetwas macht, womit man sofort Schlagzeilen macht. Wie ich las, gab er einer Frau bei der Verabschiedung einen Kuss auf den Mund, na und? Vermutlich waren die alle beschickert und er machte das nicht hinterm Vorhang. Aber es wird gleich ein mediales Riesending daraus gemacht. Dienstlich schickt sich so etwas natürlich nicht, aber dann kommt noch der Jobneid innerhalb der Justiz dazu, vor allem wenn der Job hoch dotiert ist. "Alle" dort sind geil darauf, Landgerichtspräsident zu werden und in der "Pampa" ist so etwas gesellschaftlich von ganz großer Bedeutung. Der Beschuldigte wird sich intern zur Sache äußern, natürlich geht es nicht hart um die Sache, wie strafrechtlich relevant ein Kuss auf den Mund ist, sondern was man da politisch draus machen kann, Bayern eben, Dorf und Parteibuch und immer sonntags in der Messe zum Gottesdienst in der 1. Reihe, kennen wir doch alles, vorne hui und hinten pfui. Mal abwarten.

Mich interessiert eigentlich mehr die Sache mit Hanna Aschau, wenn es hier um einen Indizienprozess gehen wird, wie sicher begründet eine eventuell - im Zuge der Beweisaufnahme - zustande kommende Indizienkette mit Rücksicht auf die dazu ergangene höchstrichterrechtliche Rechtsprechubg sein muss, also also Voraussetzung vorliegen muss, um einen Angeklagten auf dieser Basis verurteilen zu dürfen und wo da die Trennlinie zu "aus Mangel an Beweisen" liegt bzw "in dubio pro reo" (im Zweifel FÜR den Angeklagten). Das finde ich hier jetzt schon, bevor das Ding überhaupt begonnen hat, am interessantesten vor dem Hintergrund von RA Baumgärtl: von Mord bis Freispruch ist alles möglich.

Ich weiß ab er auch, dass eingefleischte Strafrechtler dazu neigen, sich relativ schnell und irrational auf eine Meinung festzulegen und schließlich daran festzubeißen, wenn sie sich einmal festlegten, ob ein Angeklagter der Täter war oder nicht, da geht es auch eine ganze Menge um Berufsjahre, Positionen und Eitelkeiten. Das muss dort bei der Jugendkammer nicht so sein, aber eine Überraschung wäre es auch nicht.

Noch einen guten Restsonntag 🙋🏻‍♂️🙋🏻‍♂️🙋🏻‍♂️🙋🏻‍♂️🙋🏻‍♂️
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Widasedumi hat geschrieben: Sonntag, 06. August 2023, 01:14:16
Oder kennst du den Fall Kalinka Bamberski? Da regte sich keinerlei bayrische Deftigkeit.

Tötung von Kalinka Bamberski (14) 1982 in Lindau/Bodensee
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tu ... _Bamberski
Widasedumi
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Gast hat geschrieben: Sonntag, 06. August 2023, 22:09:56 Tötung von Kalinka Bamberski (14) 1982 in Lindau/Bodensee
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tu ... _Bamberski
Der Vater, Andre Bamberski ist ein Held. Ein Held Frankreichs und auch mein Held. Er hat Geschichte geschrieben, die leider für den Freistaat B. nicht rühmlich ist. Aber als Vater hat er für seine Tochter einen unbeschreiblich starken Aufklärungswillen bewiesen und hat sowohl der Bayrischen Justiz, als auch dem Täter gezeigt, wo der Bartl den Moscht holt. Andre Bamberski, ein unglaublich starker Vater.

@ Gast » 06.08.2023, 17:01
Baumer und Bamberski sagen mir nichts.
Zu Baumer nur so viel. Die Staatsanwaltschaft wollte den Tatverdächtigen nicht anklagen. Die Rechtsanwältin Ricarda Lang hat es erzwungen. Sie legte gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde bei der vorgesetzten Stelle (Generalstaatsanwaltschaft ?) ein. Von dort wurde die StA Regensburg "gebeten", das Verfahren wieder aufzunehmen. Schließlich wurde der TV überführt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Es war ein sehr spannender Prozess.

Bloß weil hier jemand meinte, dass Bayern in seinem Verfolgungseifer hervorsteche (oder so ähnlich).
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Ole Pinelle

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Ole Pinelle »

Widasedumi hat geschrieben: Montag, 07. August 2023, 02:15:23 Der Vater, Andre Bamberski ist ein Held. Ein Held Frankreichs und auch mein Held. Er hat Geschichte geschrieben, die leider für den Freistaat B. nicht rühmlich ist. Aber als Vater hat er für seine Tochter einen unbeschreiblich starken Aufklärungswillen bewiesen und hat sowohl der Bayrischen Justiz, als auch dem Täter gezeigt, wo der Bartl den Moscht holt. Andre Bamberski, ein unglaublich starker Vater.

@ Gast » 06.08.2023, 17:01


Zu Baumer nur so viel. Die Staatsanwaltschaft wollte den Tatverdächtigen nicht anklagen. Die Rechtsanwältin Ricarda Lang hat es erzwungen. Sie legte gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde bei der vorgesetzten Stelle (Generalstaatsanwaltschaft ?) ein. Von dort wurde die StA Regensburg "gebeten", das Verfahren wieder aufzunehmen. Schließlich wurde der TV überführt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Es war ein sehr spannender Prozess.

Bloß weil hier jemand meinte, dass Bayern in seinem Verfolgungseifer hervorsteche (oder so ähnlich).
Die Rede war nicht vom Verfolgungseifer (nochmals oben nachschlagen), sondern von den bundesweiten Unterschieden bei der Strafzumessung bei Gewalttaten. Das Max-Planck-Institut veröffentlichte hierzu eine Studie von Volker Grundies, der auf der Basis von 1,5 Millionen Fällen zu dem Ergebnis kam, dass statistisch betrachtet bei den gleichen Vorwürfen im Norden milder bestraft werde, als im Süden, wobei im Süden Bayern 25% härter als Baden-Württemberg bestrafe und in Bayern selbst das bundesweit am härtesten bestrafende LG München I und II nur noch vom LG Traunstein getoppt wird, mithin bundesweit am härtesten bestrafen soll, was ingesamt politische Schlüsse zur gesellschaftlichen Einordnung und dem Zweck geltenden Strafrechts als schärfstem Mittel staatlicher Sozialkontrolle zulässt und zudem erahnen lässt, dass hiervon auch bei Indizienprozessen nicht abgewichen werden dürfte. Auf etwas anderes wurde sich nicht bezogen und etwas anderes war auch nicht gemeint.

Rechte Strafjustiz versteht sich anders als linke Strafjustiz.
Fee

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Fee »

Ich hatte meine Schwiegereltern in Aschau und habe mich dort oft aufgehalten. Diese waren in sämtlichen Vereinen und mit den mit den Aschauer Bankdirektor, Juwelier usw befreundet. Jeder kennt jeden und die Leute dort halten zusammen da wird nichts nach außen getragen,da es sich bei Opfer und Täter um zei Aschauer handelt.
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Fee hat geschrieben: Mittwoch, 06. September 2023, 07:59:41 Ich hatte meine Schwiegereltern in Aschau und habe mich dort oft aufgehalten. Diese waren in sämtlichen Vereinen und mit den mit den Aschauer Bankdirektor, Juwelier usw befreundet. Jeder kennt jeden und die Leute dort halten zusammen da wird nichts nach außen getragen,da es sich bei Opfer und Täter um zei Aschauer handelt.
Eine sehr kluge Dorfbevölkerung, die einen guten Zusammenhalt zu haben scheint. Ohnehin habe ich den Eindruck, dass im Journalismus mehr Zurückhaltung geübt wird. Früher haben bei schlimmen Ereignissen manche Journalisten die Nachbarn um Auskünfte bedrängt, und jedes Magazin wollte die brandheißesten Neuigkeiten zuerst melden können. Nach meinem Gefühl gibt es das nicht mehr, und es scheint, als ob es einen Codex gäbe, wonach sich der Journalismus mit den Auskünften des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft zu begnügen habe. Es ist auffallend, wie die Berichte in "27" verschiedenen Medien den gleichen Informationswert zu einem gravierenden Delikt haben.
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

@Widasedumi
ich sehe das Ganze äußerst zwiegespalten. Es ist ja zumindest durchgesickert , der Tatverdächtige hätte auf irgendeine Art und Weise ein Problem gehabt, kognitiv oder psychisch oder beides. Es gibt da auch immer zwei Möglichkeiten. Diese völlig harmlosen Behindis, die meist selber Opfer sind bis das Fass überläuft und dann gibts die Hardcore-Psychos die unter ganz speziellen Schutz des Staates stehen obwohl sie ihre Umwelt tyrannisieren bis alle anderen um sie herum selber irre oder krank werden. Ich weiß von was ich spreche, wir haben im Haus so ein Kaliber wohnen der jahrelang die Nachbarschaft tyrannisiert hat bis alle anderen selber krank geworden sind. Erst nachdem ich angekündigt habe, dass in Kürze ein TV-Format hier antanzt und sich die Zustände anschaut hat man dann endlich reagiert. Seltsamerweise kann der Betreffende sehr wohl sein Verhalten kontrollieren seit man ihm angedroht hat wenn es noch einen Vorfall gibt, wird er dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht. Dieser Kampf hat allerdings die letzten Kräfte gekostet. Wie gesagt, ich sehe das sehr , sehr zwiegespalten, weil es eben diese ganzen Schattierungen psychischer Krankheiten gibt. Wobei wir ja nicht mal wissen, ob der TV überhaupt davon betroffen ist.
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

Wie die bayrische Justiz mit Leuten umgeht, die einen IQ ähnlich dem Renteneintrittsalter haben, kann man hier nachlesen.
viewtopic.php?p=232109#p232109
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

.....oder im Falle des Ulvi Kulatsch , ein geistig stark Beeinträchtigter der anscheinend das perfekte Verbrechen begangen hat.
Warten wir einfach ab, welche Beweise beim Prozess vorliegen. Vielleicht bin ich völlig naiv und gutgläubig, aber in diesem Fall hat man wohl sehr sensibel seitens der Behörden gehandelt, indem man dem TV sofort einen Anwalt zur Seite gestellt hat. Dass der TV sich nicht mal im ersten Schock bei der Verhaftung zur Tat geäußert hat, klingt danach , dass er wohl wirklich erst mit Anwalt an seiner Seite verhört wurde. Ich würde mich wahrscheinlich um Kopf und Kragen plaudern, in der Annahme wenn man unschuldig ist kann man doch reden.
gandi

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von gandi »

Ich denke, dass er unschuldig ist, da er sich freiwillig gemeldet hat, als der ‚Jogger‘ gesucht wurde. Bei der Zeugenaussage hat er sich dann wahrscheinlich schwer belastet.
Ole Pinelle

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Ole Pinelle »

Der Pflicht verteidiger äußerte, seines Erachtens könne, von Freispruch bis Mordnachweis, alles vor dem LG rauskommen.

Das bedeutet, dass man gegen den Angeschuldigten nichts Konkretes in der Hand hat, was für eine Überführung als Täter ausreicht. Man baut seitens des LG offenbar auf das Ergebnis der Beweisaufnahme, aber auch hier gibt es - das wäre schon längst durchgedrungen - keine Tatzeugen.

Außer dem Angeschuldigten gibt es niemanden, der als Täter in Betracht kommt.

Der Staat muss sich über die Justiz und die Polizei also fragen lassen, was der gesamte, hier außergewöhnlich starke Aufwand plus ca ein Jahr Inhaftierung soll, würde er am Ende freigesprochen. Da würden Polizei und Strafjustiz ziemlich dumm aussehen.

Also "will" man das Möglichste finden, um belasten, nicht etwa entlasten zu können: Hierfür eigenen sich Indizienprozesse hervorragend, die im Freistaat Bayern ja bislang auf ganz besondere strafrechtliche Kompetenz hinwiesen.

Ich bin jetzt schon ziemlich überzeugt, dass der Angeschuldigte einen Schuldspruch hören wird. Unter Umständen ist er psychisch nicht in Ordnung, so dass ihn das entlastet, wir werden sehen.

Ich meine, dass es zwischen staatlichem Aufwand bis zum Urteil und dem Ergebnis der 1. Instanz einen Zusammenhang gibt, man wird ihn nicht laufen lassen aus Mangel an Beweisen oder aus dem Rechtsgrundsatz: in dubio pro reo, das kann ich mir in Bayern nicht vorstellen (was ja nicht heißt, dass es dennoch passieren könnte).
andi55
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Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von andi55 »

@Ole Pinelle
Es sind nur noch 3 Wochen bis Prozessbeginn, ich wollte mich eigentlich nicht mehr an Spekulationen beteiligen, kann es aber natürlich auch nicht bleiben lassen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Polizei nichts weiter auf der Pfanne hat, außer dass der TV in der Nähe des Tatorts war. Irgendetwas muss es doch da noch geben, auf seinem Handy oder auf seinem PC oder Zeugenaussagen oder eine Vorgeschichte die ihn mit Hanna in Verbindung bringt. Sollte es tatsächlich so sein, dass man nichts weiter hat, außer dass der TV nachts zufällig unterwegs war, hätte Ole Pinelle mit seiner Prognose recht. Das mag ich mir gar nicht vorstellen, dass man ein ganzes Jahr dafür in U-Haft sitzt weil man nichts weiter getan hat als zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein.
Gast546675758

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast546675758 »

Einer Art Beziehungstat würde natürlich viel mehr Sinn machen. Komisch finde ich auch das einfach kommuniziert wurde der Uhren Besitzer WAR ES NICHT PUNKT ENDE.. ohne näher drauf einzugehen. Es ist alles schon sehr hinterm Vorhang zugegangen ...

Interessant ist es auch, wenn dann mal ein Mord geschieht ein unglaublicher Aufwand betrieben wird, der mMn völlig überzogen ist, und somit auch mMn der Wald voller Bäume nicht mehr richtig gesehen wird.

Sehr seltsame Angelegenheit bisher.....
Gast

Re: MORDFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

Ungelesener Beitrag von Gast »

andi55 hat geschrieben: Montag, 18. September 2023, 19:25:05 Das mag ich mir gar nicht vorstellen, dass man ein ganzes Jahr dafür in U-Haft sitzt weil man nichts weiter getan hat als zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein.
Das gibts auch in Hamburg
Nach dem gewaltsamen Tod eines 69-Jährigen im Hamburger Stadtteil Borgfelde musste sich eine 38-Jährige vor dem Landgericht verantworten. Am Montag wurde die Mutter eines Neugeborenen, die seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft saß, freigesprochen.

Die Richter sahen es jetzt als erwiesen an, dass die Angeklagte den 69 Jahre alten Mann nicht getötet haben kann, weil sie nicht am Tatort war. "Dieses Alibi ist - wie sich jetzt in der Hauptversammlung herausgestellt hat - tatsächlich wasserdicht. Die Angeklagte war nicht die Täterin", sagte der Vorsitzende Richter.

Säugling kam in Pflegefamilie
Besonders tragisch für die 38-Jährige: Bei ihrer Verhaftung hatte man ihr ihr Baby weggenommen. Der Säugling kam in eine Pflegefamilie, dann ins Heim. Sieben Monate lang kämpfte die Frau vergeblich darum, ihr Neugeborenes zurückzubekommen.
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... de114.html
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