Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37
Ist es deiner Meinung nach normal, dass 3 Zeugen lügen wenn eine Freundin von ihnen spurlos verschwunden ist? Es geht dabei nicht darum ob sie O-Saft getrunken haben oder etwas anderes. Aber sie sagten ja nachweislich mehrmals die Unwahrheit. Z.b. behauptete Julian ja, dass niemand in seiner Wohnung telefoniert hatte. Später gab Robert aber den Anruf bei Maria von Julians Wohnung aus zu. Wozu verschweigt man sowas, wenn es ein harmloser Scherzanruf war? Warum gibt Josef an die Sonja erst an diesem Abend kennengelernt zu haben, obwohl er auf ihrer Geburtstagsparty anwesend war und sein Geburtsdatum zu Hause bei Sonja im Zimmer auf einem Zettel stand?
Die Aussage der Nachbarin ist doch recht bedeutsam, denn immerhin ist sie die einzige neutrale Person die Sonja an diesem Abend noch gesehen haben will. Und zwar zu einer Uhrzeit, zu der Sonja laut den 3 Jungs im Vollmond gewesen sein soll.
Das gibt es leider und auch in Vermissten/Todesfällen.
Ich vermute, dass schon das Opfer den Eltern etwas vorgemacht hatte, wovon die Jungs wussten. D.H. das ganze Treffen begann vermutlich mit einer Unwahrheit. Wenn in einem solchen Zusammenhang ein Mensch verschwindet, steht man schon dumm da. Da stehen Befragungen dann auf einer schlechten Grundlage, wenn man das erstmal verheimlichen will, dann reiht sich eine Unwahrheit an einer andern. Und unangenehme Dinge, die bewirken könnten, dass man in einem schräg angesehen wird, wie den Telefonanruf, verheimlicht man dann lieber.
Und was hat die Zeugin wirklich entscheidendes gesagt? Hätte man dort Schreie o.ä. gehört, dann sähe das anders aus, aber wirklich entscheidendes eben nicht. Sie rundet genaugenommen ein bestimmtes Bild ab.
Und der Telefonanruf geleugnet wurde, was für eine Bedeutung hat das für das Verschwinden? Genaugenommen keine. In Wirklichkeit ist es eine Bestätigung dafür, dass es im Großen und Ganzen die Sache mit dem Treffen dort gestimmt hat. Man erlaubt sich relativ „harmlose“ Späße um sich zu brüsten. Natürlich ein sehr unreifes Verhalten, aber schon recht typisch.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Der Trambahnfahrer wurde ja von der Polizei ausfindig gemacht. Er konnte Roberts Aussage aber eben nicht bestätigen.
Und dieses "Pech" hat Robert ja scheinbar mit allen seinen Aussagen bezüglich Zeugen.
Das ist recht normal, dass sich Trambahnfahre an solch unbedeutende Dinge nicht erinnern können, die müssen sich auf anderes konzentrieren. Dieses „Pech“ ist normal, das werden die Ermittler schon entsprechend einschätzen können.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Die englischsprachigen Touristen, die er nach der Uhrzeit gefragt haben will wurden nie gefunden.
Auch nicht ungewöhnlich, das entspricht einer Suche im Heuhaufen.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Den Polizeiwagen den er am Stiglmaierplatz zusammen mit Sonja gesehen haben will, konnte nie ausfindig gemacht werden. Dabei kann es nicht schwierig sein herauszufinden, welche Polizisten am fraglichen Tag um die fragliche Uhrzeit in München Dienst hatten und in der Gegend um den Stiglmaierplatz unterwegs waren. Da kommt sowieso nur eine sehr geringe Anzahl an Polizisten in Frage. Zumal alle Polizisten zu Dienstende Protokolle über ihre Einsätze schreiben müssen.
Über die Einsätze schon, aber die Routen sind da eher schwierig.
Interessant sind da eher die Details, damit der er die Anwesenheit am SMP versucht zu belegen. Es sind Details, die man durchaus hätte belegen können. Er hat sich offenbar viel Mühe gegeben, die Dinge aus dem Gedächtnis zu kramen, welche ihm noch in Erinnerung waren. Das ist für jemanden, der etwas vorlügt eher ungewöhnlich.
Ja, da dämmern mir schon die Gründe, weshalb die Ermittler die SMP-Sache für glaubwürdig halten.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Den Trambahnfahrer hat er auch nicht ausführlich beschreiben können. Er gab nur an das dunkle Haare hatte. Das war alles was zu seiner Beschreibung sagte. Unter einer richtigen Personenbeschreibung würde ich etwas anderes verstehen. Z.b. wie alt der Trambahnfahrer ungefähr war. War er alt, oder war er eher jung? War er dick oder dünn? Trug er einen Bart? Oder eine Brille? Hatte er irgendwas markantes an sich?
Klingt ehrlich gesagt auf der Homepage von den Eltern anders, die Fragen sich, warum er den Trambahnführer überhaupt beschreiben konnte. Und genau die sind ohne Belang. Hast Du denn da die genauen Aussagen von R vorliegen? Zumindest die Haarfarbe muss wohl übereingestimmt haben.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Sehe ich nicht so. Der oder die Täter müssen keine Wurzeln in Kipfenberg haben. Es handelt sich sicher um jemand, der die Gegend in Kipfenberg gut kennt. So weit gehe ich mir dir d'accord. Aber deshalb muss der Täter nicht in Kipfenberg leben oder gelebt haben. Es kann auch ein Münchener sein. Oder jemand der weder in München, noch in Kipfenberg lebt.
Er muss die Stelle und die Art der Landschaft an dieser Stelle schon extrem gut kennen, besonders dann wenn man eine solch lange Strecke mit dem Auto fährt, deutlich besser als die Umgebung von München. Da muss derjenige dann schon eine klare Vorstellung von dem Ablageort gehabt haben. Hätte sie direkt neben der Autobahn gelegen, zufällig gut erreichbar von einem Rastplatz, wäre derjenige wahrscheinlich nur blind darauf los gefahren. Aber der Fundort soll etwas entfernt von der Autobahn gewesen sein und so ohne weiteres von einem Auto nicht erreichbar gewesen sein, nur Forstwege führen dort hin. Und solche genauen Kenntnisse von Umgebungen erlangt man selten bei Spaziergängen. Da hat man die Umgebung nur sehr schemenhaft in Erinnerung. Es muss eine ganz besondere Beziehung zu diesem Ort haben, schon längere Zeit dort verbracht haben. Für einen Erwachsenen sind solche Bereiche recht uninteressant, da geht man dran vorbei und das war’s. Da steckt schon deutlich mehr dahinter, wahrscheinlich Abenteuerlust von Jugendlichen.
Außerdem muss man die Jahreszeit beachten, sie war feucht/kühl, also einen Jahreszeit wo viele Forstwege für normale Autos nicht befahrbar sind, weil man stecken bleiben würde. Ich würde da sogar fast schon auf einen Anwohner tippen.
Welche Vorstellungen diesbzgl. hast Du denn?
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Wer trägt so ein Zettelsammelsurium mit sich rum? Ich bin auch in den 90ern ohne Handy aufgewachsen, aber ich hätte mir nicht 20 kleine Zettelchen auf den Telefonnummern stehen in die enge Hosentasche gequetscht.
Wozu soll man 20 Zettel benötigen? Ein EINZIGER Zettel mit den wichtigsten Dingen reicht da vollkommen aus. Und den hatte ich immer dabei. Gut aufbewahrt in der Geldbörse, wo ich auch Fahrkarten etc. aufbewahrt hatte.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Wenn ich von mir ausgehe, ich habe unterwegs keine Telefonnummern benötigt. Die wichtigsten (Eltern, nahe Verwandte, beste Freunde) kannte man auswendig. Andere brauchte ich nicht unterwegs.
Das ist die andere Möglichkeit, Das Opfer hat sie sich vielleicht extra eingeprägt hat oder wie hast Du es gehalten, wenn eine Nummer neu war?
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Die Monatskarte die Sonja dabei hatte, ist etwas anderes. Sie ist durch Plastik geschützt. Die geht nicht so schnell in der Hosentasche kaputt.
Danke, dass Du mich erinnerst, eine weitere Möglichkeit der Verstauung eines solchen Zettels. Ich habe eine solche Monatskarte bis 2011, seitdem habe ich beruflich eine BahnCard 100. Die Münchner Monatskarten sind in Wirklichkeit eine Hülle, in dem man den an einem Drucker ausgedruckten Zusatzzettel reinschiebt (für Schüler/Studenten verbilligt), da hätte ebenfalls ein kleiner zusätzlicher Zettel Platz gehabt, der wäre gut geschützt gewesen.
Du siehst, schon 3 Möglichkeiten, eine zutreffende wäre nur nötig.
Du wirst niemals ausschließen können, dass das Opfer nicht doch die Nummer ihrer Schwester wusste oder in Zettelform dabei hatte, in Wirklichkeit ist es sogar sehr naheliegend.
Das war mir übrigens an der Internet-Seite aufgefallen, da werden versucht Dinge auszuschließen, die man gar nicht ausschließen kann, teilweise sogar auch naheliegende Sachen. Daher bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass ich von dieser Seite keine neutrale Information erhalte. Sie haben sich in dem Täterkreis schon längst festgelegt. Daher halte ich die Vermutung der Ermittler für weitaus begründeter, zumal sie die Zeugen auch persönlich befragt haben. Ich verstehe die Eltern, Ungewissheit ist schwer zu ertragen und da sucht man natürlich auch nach Lösungen. Und in irgendeiner Talkshow gab die Mutter sogar auch an, dass sie glaubt, dass ihre Tochter noch am Leben sei, verständlich.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Sonjas Schwester hat damals in einer kleinen 2-Zimmer Wohnung zusammen mit einer Freundin gewohnt. Auch damals waren die Mietpreise in München schon sehr hoch, so das sie sich während des Studiums nur eine kleine Wohnung leisten konnte. Ein Zimmer bewohnte die Freundin, das andere Zimmer bewohnte Sonjas Schwester und ihre kleine Tochter. Viel Platz für einen Übernachtungsgast wird dort sicher nicht gewesen sein.
Viel Platz benötigt man nicht, ich hatte früher auch so eine Studentenbude mit einem anderen geteilt, sicher nicht gerade bequem aber möglich ist es, einmal war auch mein Bruder da, der hatte ein Vorstellungsgespräch und wollte sich danach die Stadt ein paar Tage noch ansehen.
Dwarf hat geschrieben: ↑Samstag, 09. April 2022, 23:17:37Hinzu kommt noch folgendes: Sonja wusste das ihre Schwester auch desöfteren bei ihrem damaligen Freund übernachtete und das es also sehr gut sein konnte, dass ihre Schwester gar nicht in ihrer Wohnung erreichbar ist.
Offenbar wäre sie erreichbar gewesen. Es gab doch da auch ein Hick-/Hack wegen des Autos, naheliegend, dass dabei das Opfer sicher mehr von den Plänen der Schwester erfahren hatte.