Dwarf hat geschrieben: ↑Dienstag, 05. April 2022, 23:20:56
Nein die Hypothese haben die damaligen Ermittler eigentlich nicht verfolgt. Zumindest haben sie es nicht den Engelbrechts gegenüber kommuniziert. Es war der Sektenbeauftragte der Münchner Polizei, der diese Hypothese verfolgt hat. Denn er hatte heraus gefunden, dass enge Freunde von Sonja Satanisten waren/sind und Kontakte in diese Szene hatten. Das schien den damaligen Ermittlern aber alles nicht so recht zu sein, dass der Sektenbeauftragte den Engelbrechts diese Infos gab und ihm wurde dann ein Maulkorb verpasst und er wurde versetzt.
Diese engen Freunde von Sonja wurden ja auch von der Polizei mal auf einem Friedhof erwischt.
In München soll zur damaligen Zeit mehrere Satanische Logen geben haben. Wie der heutige Stand ist weiß ich leider nicht.
Es gab doch auch mal ein Mädchen das Satanisten in München in den Selbstmord getrieben haben.
@Dwarf
Dass es in München satanische Vereinigungen gab bzw. noch gibt, das glaube ich sofort. Wenn nicht in einer Großstadt, wo denn sonst? Der Sektenbeauftragte war von der Polizei, das ist bedeutsam. Er war nicht von einer Kirche oder einem Jugendamt oder dergleichen. Diese Sonderfunktionen haben ihren umrissenen Aufgabenbereich. Ich denke, dass es speziell weitergebildete Polizeibeamte sind. Kann mich aber auch irren, weil es ja auch Psychologen gibt, die nicht eine Polizeiausbildung durchlaufen haben. Aber alle Sonderfunktionen werden nach logischer Überlegung dem Hauptzweck der Verbrechensaufklärung nicht zuwider laufen, sondern haben ihn zu unterstützen bzw. dienen sie der Prävention.
Es kann sein, dass diese Information an die Eltern vielleicht versehentlich nicht mit dem Ermittlerteam abgestimmt war. Das wäre dann ein Fehler gewesen, den man dann seitens der Polizei ausbügeln musste, weil es eben die Ermittlungen gestört haben dürfte. Es sind da eben auch rechtliche Grenzen gesteckt. Die Polizei darf präventiv eine Szene beobachten, aber ohne konkrete Anhaltspunkte, die einen Verdacht begründen, muss sie m.E. wegen des Vorwurfs einer "amtlichen Gerüchteverbreitung" (wenn es sowas geben sollte) vorsichtig sein.
Der Glauben ist bekanntlich frei. Man kann auch an Satan glauben. Aber Rituale zum Nachteil von Menschen gegen ihren Willen, sei es Körperverletzung oder Tod, sind illegal. Leider gibt es das im Geheimen doch, und die Teilnehmer von schwarzen Messen sollen nicht nur aus der Unterschicht stammen, wie ich im Fall des Serienmörders Marc Dutroux gelesen habe. Ob sich eine Gruppe nun ausdrücklich nach Luzifer benennt oder nicht, wenn rituelle Handlungen/Opferungen vorgenommen werden, ist es eine teuflische Sache. Es gibt nur zwei geistige Reiche: Das Reich Gottes und das Reich des Teufels. Gott will keine Menschenopfer oder Tieropfer, weil sich durch das Opfer seines Sohnes das Alte Testament erfüllt hat, und Gott jegliche Opferungen ablehnt. Es gab und gibt jedoch Völker und (Baals)Religionen, wo rituelle Opferungen leider stattfanden und stattfinden. Dass hierauf die Polizei ein Auge hat und präventiv arbeitet, ist sehr zu begrüßen.
Auch wenn es ein Fehler des Sektenbeauftragten war, so muss an der Sache was dran gewesen sein. Da Gefühle wie Neid, Eifersucht und Hass ebenfalls vom Teufel zum Triggern benutzt werden, könnte es sehr wohl in der Jugendszene Spannungen untereinander gegeben haben, welche sich eben auch gegen jemanden verschworen haben könnten, warum auch immer. Gefühle kann man leicht triggern, und jemand, der von der Natur bevorzugt wurde, kann ohne weiteres Neidgefühle hervorrufen. Sonja muss jedoch nach dem Eindruck von @Die Krähe eher zurückhaltend gewesen sein, also das Gegenteil von einer Angeberin. Sie sei immer gleich den Signalen ihres Begleiters nachgekommen, wie man auf Seite 10 lesen kann.
Ich denke, dass die damaligen Freundinnen und Freunde noch manches wissen. Genau dieses Wissen, wenn es ein Geheimwissen war, wird nicht vergessen, weil es sich als Geheimwissen gar nicht auslöschen oder verdrängen lässt. Es kann verblassen, oder der Wissensträger kann versuchen es abzutun, oder sich selbst auszureden, aber das gelingt nicht, weil das Verdrängte immer mit dem Tod von Sonja assoziiert ist. Es ist deshalb eingegraben, und gerade jetzt nach dem Auffinden des Skeletts von Sonja kommt es wieder hervor. Dass sich das Geheimwissen im Gedächtnis tief eingraben konnte, dafür sorgte sowohl das Ermittlungsverbot gegen die Eltern, aber auch die Auftritte der Eltern bzw. der Mutter in Fernsehsendungen. Jedesmal, bei jedem Auftritt, wurde das Geheimwissen aufgefrischt, und ich bin sicher, alle die Freundinnen und Freunde von Sonja haben diese Sendungen verfolgt.
Es ist jetzt eine Chance da, damit sich die damaligen Jugendlichen, die mehr gewusst haben, als sie sagten, entlasten. Sie könnten sich davon befreien. Das wird ihnen sein, wie ein Stein der von ihrer Brust fällt. Ich gehe davon aus, dass es neue Ermittlungen und Befragungen geben wird.