MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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mesk28
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von mesk28 »

Lukas hat geschrieben:
Sonntag, 02. Mai 2021, 15:58:23
Hallo Iven,
Ich wollte das hier im Forum nicht schlecht machen!
Derartige Verdächtigungen gehören hier einfach nicht hin weil ich mir sicher bin der Täter schaut auch hier ins Forum rein und könnte sich so Vorteile schaffen !
Hier wurden keine Namen genannt aber der Täter wird auch sofort merken ob er gemeint ist oder nicht.
Hallo, Lukas
Auf der anderen Seite, überleg dir mal was das für Fragen aufwerfen würde wenn jemand Anwälte einschaltet und juristisch tätig wird weil er glaubt in einem öffentlichen Forum einer schweren Straftat verdächtigt zu werden obwohl weder sein Name, noch seine Anschrift klar benannt wurden.
Ich glaube auch nicht das ein möglicher Täter aus den geposteten Beiträgen Vorteile ziehen könnte.
Die Tat ist ja passiert. Scheinbar hat eine Kombination aus Glück, der Jahreszeit ( Hitze, Feuchtigkeit ) im Zusammenhang mit dem späten Auffinden des schon stark verwesten Körpers, evtl. unglücklicher Ermittlungsfehler, und eines klugen und vorausschauenden Verhalten des oder der Täter die Aufklärung bis zum heutigen Tag verhindert.
Allenfalls könnte das Lesen in diesem Forum seine Paranoia etwas intensivieren und vielleicht zu einer Verhaltensauffälligkeit führen, die seiner Familie komisch vorkommen könnte.
Vielleicht ist der Druck und das Kopfkino irgendwann zu groß und er ( oder einer von mehreren ) gibt auf.
Vielleicht auch nur ein frommer Wunschtraum.

Zaphod
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

Vielleicht muss man bei diesem Fall ja auch einfach nur 1 und 1 zusammenzählen:

1. Wer wusste davon, daß das Handy von Frauke leer war?
2. Wer hätte Frauke adhoc mit Strom für ihr Handy versorgen können?
3. Wer könnte eifersüchtig auf Frauke gewesen sein?
4. Wer hat gewusst, daß Sie das Lokal um 22:50 verlassen hat und könnte dies weitergeben haben?
5. Wer könnte verhindert haben, daß zu früh zu Hause angerufen wird bzw. erst nachdem die Eltern wieder abgefahren waren
6. Wem könnte Frauke vertraut haben?
7. Bei wem könnte Frauke eine gute Zuversicht gehabt haben, daß sie aus der Sache wieder heil rauskommt und den- oder diejenige deshalb nicht verraten hat.
8. Wer könnte einen Grund gehabt haben der netten, hilfsbereiten Frauke, die mit allen gut konnte, einen Denkzettel zu verpassen?
9. Welche Personen könnten sich gegenseitig und untereinander Alibis gegeben haben?
10. usw.

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Agatha Christie
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Agatha Christie »

@Zaphod

Ich denke gerade über Deine Auflistung nach. Mit Ausnahme von Punkt 5 verstehe ich die Fragen. Was meinst Du mit 5.. Hier steht wohl jemand auf meiner Leitung?
Beharrlichkeit führt auch zum Ziel!

Zaphod
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

Das hier meinte ich:

Freundin Isabella: Ich saß an dem Abend mit ein paar Freunden im Auto, gleich in der Straße gegenüber. Wir beobachteten den Eingang zu Fraukes Wohnung, um da zu sein, wenn sie kommt. Doch sie kam nicht.

Quelle: Stern Crime

-> Die Eltern von Frauke hatten ja in der Wohnung auf den Anruf / die Rückkehr von Frauke gewartet. Kurz nachdem sie gefahren waren, kam ja dann der Anruf von Frauke rein. Teile der Täterschaft könnten also in diesem Auto gesessen haben und mitbekommen haben, daß die Eltern jetzt weg sind und weitergegeben haben, daß man jetzt anrufen kann. Weil, man wollte bestimmt vermeiden, daß Frau Liebs den Anruf mitbekommt - sie hätte die Sache eventuell sofort durchschaut bzw. die "richtigen Fragen" gestellt.

EinGast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von EinGast »

Zaphod hat geschrieben:
Montag, 03. Mai 2021, 22:54:17
Das hier meinte ich:

Freundin Isabella: Ich saß an dem Abend mit ein paar Freunden im Auto, gleich in der Straße gegenüber. Wir beobachteten den Eingang zu Fraukes Wohnung, um da zu sein, wenn sie kommt. Doch sie kam nicht.

Quelle: Stern Crime

-> Die Eltern von Frauke hatten ja in der Wohnung auf den Anruf / die Rückkehr von Frauke gewartet. Kurz nachdem sie gefahren waren, kam ja dann der Anruf von Frauke rein. Teile der Täterschaft könnten also in diesem Auto gesessen haben und mitbekommen haben, daß die Eltern jetzt weg sind und weitergegeben haben, daß man jetzt anrufen kann. Weil, man wollte bestimmt vermeiden, daß Frau Liebs den Anruf mitbekommt - sie hätte die Sache eventuell sofort durchschaut bzw. die "richtigen Fragen" gestellt.
Isabella saß am Donnerstag im Auto. Die Eltern fuhren am Dienstagabend.

Zaphod
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

Vielleicht hat man das Haus ja am Di-Abend schon „mit ein paar Freunden im Auto" beobachtet.

havenoclue
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von havenoclue »

Da die Spurenlage dürftig scheint, ist es wohl nur möglich, eine Theorie zu entwickeln, zu der die meisten oder viele
Tatmerkmale passen könnten. Im Fall Hinterkaifeck haben sich vor Jahren Polizeischüler daran gesetzt und sind ähnlich vorgegangen.
Vielleicht könnte das auch im Fall Liebs helfen.


Irgendwo in diesen ganzen Vermutungen wurde mal am Rande geäußert, dass jemand sich vorstellen konnte, sie könnte schwanger gewesen sein. Diese Theorie wurde leichthin verworfen, da die Polizei dies ja wohl festgestellt hätte.

Womöglich schon, aber hätte die Polizei einen solchen wichtigen Fakt auch der Öffentlichkeit mitgeteilt?
Könnte immerhin deutlich dem Bereich Täterwissen zuzurechnen sein.

Zu einer möglichen Theorie:

Hypothese 1: Sie war schwanger

Was folgt daraus?

Eine Kontaktaufnahme mit dem "Vater". Das würden die meisten Frauen sicher machen, auch wenn es ein flüchtiger Kontakt gewesen sein sollte.

Am Abend im Pub hat sie jede Menge SMS verschickt, die ja wohl bis heute nicht rekonstruiert werden konnten.
Wollte sie noch jemanden treffen, um ihm diesen Umstand Schwangerschaft mitzuteilen?
Vieleicht gab es schon eine verabredung, die sie dann zeitlich nach hinten schob wegen des Pubbesuches.
Die späte Uhrzeit spricht zwar etwas dagegen, aber gibt es dafür den perfekten Zeitpunkt?
Die Stimmung war euphorisch, WM, vielleicht etwas Alkohol. Das enthemmt. Müdigkeit gegenüber der Freundin könnte vorgetäuscht gewesen sein,
da sie den Anschein erwecken wollte, direkt nach Hause zu gehen.
Sie ging von einer kurzen Unterrredung mit dem "Vater" aus, von mehr nicht.

Die Zeit drängte vielleicht schon.
Vielleicht nicht nur wegen des Kindes. Ist bekannt, ob sie etwas in der Zukunft geplant hatte wie baldigen Urlaub o.ä.. Das wäre ihr letzter unbeschwerter Sommer gewesen, da würde man so eine Sache vorher geklärt haben wollen.

Diese Person (Erzeuger) muss niemand sein, den sie zwangsläufig besonders gut kannte. Aus der Disco, aus einer Kneipe, vom Arbeitsplatz, von irgendwoher.
Ich möchte sie nicht in ein gewisses Licht rücken, bestimmt nicht,
aber sie sah gut aus und hatte sicher einige Chancen.
Sie war jung, hatte eine längere und danach eine kürzere Beziehung hinter sich.
In dem Alter probiert man sich aus, sieht alle Wege in die Zukunft noch als offen an.

Eine Schwangerschaft, auch wenn Frauke als stabil beschrieben wurde, kann auch eine solche Persönlichkeit aus dem Gleichgewicht bringen. Warum ausgerechnet jetzt?
Noch dazu von diesem einen Typen, das sollte doch gar nicht passieren.
Aber weiß ja auch erstmal keiner außer ihr.

Abtreibung? Sicher ein schneller Gedanke. Wenn das irgendwie rauskommt, was soll die Familie denken, die Freunde?
Erstmal abwarten, noch etwas Zeit gewinnen. Nicht allein sein mit diesen ständigen Gedanken, was jetzt wird.
Vielleicht stünde der Typ ja doch zu ihr, obwohl sie da ihre Zweifel gehabt haben könnte. Je nach Status dieser Person.


Hypothese 2: Sie würde das Kind haben wollen


Zu dieser Theorie würden auch die Gespräche passen, m.E., denn da wäre jetzt ein überforderter junger oder auch nicht mehr so junger Mann (evtl. Familienvater), der auf einmal Zeit braucht.
Zeit, um nachzudenken, wie er damit umgehen soll. Könnte dieser jemand sicher sein, dass sie abtreibt, falls sie es doch verspricht.

Aus welchem anderen Grund aber würde sie demjenigen davon erzählen, als dem, eine wie auch immer geartete Involvierung seinerseits zu fordern?

Auch hier könnte eine Form des Druckes von einer Schwangeren ausgehen, die etwa sagen könnte, wenn du mich nicht unterstützt / mir nicht hilfst, sage ich es deiner Frau / Freundin / Familie.
An solch einem Punkt würde geleugnet werden, es sei nicht sein Kind, bestimmt nicht etc. Die Schwangere könnte sich allerdings sicher sein, es ihm sagen. Vaterschaftstest bei späterer Leugnung fordern.

Erneut leichte Drohung, Appell an das Gewissen, Pflichtbewusstsein. Man kann doch kein Leben auslöschen, sie war angehende Krankenschwester, Helfersyndrom, Leben erhalten, nicht verhindern.
Das alles dürfte ihrem Naturell entsprochen haben als sozial eingestellter Mensch.
War sie gläubig? Auch das Kreuz Würde hierzu passen.

Dazu käme die Situation mit dem Freund von Nils, der Suizid begangen hat. Das könnte sie zusätzlich psychisch aufgeladen haben, eben nicht zu töten, sondern stets dem Leben zugewandt zu sein.
Wie verarbeitet man eine Abtreibung? Schuldgefühle wären nicht abwegig. Evtl. könnte sie später keine Kinder mehr kriegen. Eben genau dann, wenn es passen könnte innerhalb ihrer Lebensplanung.
Alles Gedanken, die eine junge Frau beschäftigen / überrollen könnten.

Da innerhalb einer solchen Theorie ein möglicher Vater nicht bekannt wäre, sie hätte es niemandem erzählt,
wüssten es womöglich nur sie und der spätere Täter.

Fakt Schwangerschaft wäre also Täterwissen.


Hypothese 3: Es war keine eigentliche Entführung

Zunächst läge keine Entführung im eigentlichen Sinne vor, sondern eine Ausnahmesituation, die beide beträfe.
Für so etwas könnte man schonmal den Alltag für ein paar Tage ruhen lassen. Täter könnte entweder arbeitslos, Student oder Urlaub gehabt haben.
Dass sich so eine Situation hochschaukeln könnte, inklusive Drohungen, falschen Versprechungen des "Vaters" (Frauke sagte mehrmals: "Ich komm nach Hause, nicht spät" etc.),
würde in so ein Konstrukt hineinpassen. Sie war sich sicher, dass es sich schnell aufklären würde. Aber es dauerte, wurde bedrohlich.
Todesfälle bei ähnlicher Sachlage kommen immer wieder vor, ob gewollt herbeigeführt oder zufällig.


Hypothese 4: Gegenseitige Verbundenheit ("Schicksalsgemeinschaft")


Emotionale Verbundenheit wäre von Anfang an gegeben. Ein Zerren ins Auto oder so fiele damit weg. Zwei Personen treffen sich / laufen sich über den Weg
wie zig andere auch an diesem Abend. Niemand merkt sich so was als Zeuge.
Egal von welcher Seite eine Begegnung forciert worden wäre oder
einfach nur zufällig war. Ob das Pub ein bevorzugter Ort von ihr war, weiß ich leider nicht.
Diese Person hätte sie abpassen können, u. U. etwas klären wollen, weil vielleicht sie mehr wollte als er, vorher schon Druck machte.
Besonders wenn dieser jemand gebunden / weit älter gewesen wäre. Auch bei einem Alleinstehenden möglich, der sich nicht binden möchte.

Wäre Treffen von ihr ausgegangen, scheint es eher wahrscheinlich.
Immerhin wohnte sie in der Nähe des Pubs. Ein Treffpunkt könnte, da der Pubbesuch ja wohl spontan war, irgendwo anders in der Laufnähe gewesen sein. Ist da nicht ein Park auf dem Nachhhauseweg?
Für so ein Gespräch möchte man sicher keine Zeugen in einem Cafe o.ä.

Die weitere Odyssee durch Paderborn und Umgebung diene zur weiteren Aufrechterhaltung der Legende, dass eigentlich alles in Ordnung sei, sie sich frei bewegen und anrufen könne. Sucht nicht, ich komme ja zurück.
Vielleicht hätte sie das sogar können, wollte es aber (noch) nicht. Sie musste vorher diese Sache abschließend klären, um vernünftig weiterleben zu können, wieder in den Alltag zurückzukehren, sich klar zu sein.
Alles kein Problem, mir geht`s gut, sollten die Kontakte wohl sagen. Auch wenn sie das eben nicht gesagt haben laut Chris und den anderen. Parallele Fahndung dürfte dann nicht hilfreich gewesen sein.

Die Verwaschenheit / Müdigkeit der Stimme könnte insoweit passen, dass lange Diskussionen, wenig Schlaf, viel Stress hinter ihr lägen. Überzeugungsarbeit, um den Mann auf ihre Seite zu bekommen, das mögliche Kind zu behalten / mit aufzuziehen / finanziell zu unterstützen.
Den (jungen) Mann zu überzeugen, könnte aufreibend sein, je nachdem, was für eine Person der Täter wäre.
Ihre Familie ist sicher einigermaßen wohlhabend, aber eine Unterstützung durch diese hätte vielleicht an Fraukes Ego gekratzt. Das schafft sie schon selber, eben durch eigene Arbeit und
Unterstützung / (Zeit)Support durch Vater. Falscher Stolz.


Hypothese 5: Die Gespräche zur Zeitgewinnung (dürfte in fast jeder Theorie so sein)

Manchmal wurde von Sadismus gesprochen. Eher abwegig, da nach dem 27.06. keine Nachricht mehr kam. Ein Sadist hätte viel länger mit der Unwissenheit der
Angehörigen spielen können, evtl. Sichtungen Fraukes erfinden können o.ä.., immer wieder das Handy einloggen können an verschiedensten Orten.

Bei Nachfragen am Telefon wurde von Frauke rumgedruckst, weil es eine heikle Sache wäre, über die man am Telefon wie auch ansonsten ungern sprechen würde, gerade mit einem Ex-Freund nicht.
"Erkläre ich später". "Später" wird sehr oft gesagt von ihr. Was soll es heißen?
Später, wenn ich hier alles abgeklärt habe vielleicht.

Wenn ich die Protokolle richtig im Gedächtnis habe, wurden selten die Worte "darf", "kann" oder "muss" verwendet.
Deutet nicht unbedingt auf einen Zwang hin, sondern weitestgehend auf Freiwilligkeit.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich "Das kann ich nicht sagen" oder "Das darf ich nicht sagen" formuliere.

Vielleicht wurde Chris deshalb vom Täter oder ihr als Kontaktperson ausgewählt, ohne dass der wusste, dass es ihr Ex war.
War halt ihr Mitwohni, der sich bestimmt Sorgen mache.
Kennt sie aber noch nicht lange, hätte sie sagen können. Abwertung des Kontaktes ihrerseits, um keinen Verdacht von Emotionalität / großer Vertrautheit zu erregen.
All das bei ihrer (vielleicht schon vorhandenen) Befürchtung, die Sache könnte doch irgendwann böse umschwenken. "Christos" würde dann auch passen, nicht "Chris".

Ob später wirklich "Chrissie" gesagt wurde ist laut dem Gedächtnisprotokoll so. Muss nicht stimmen. Was sie bei dem ersten Kontakt sagte, wird Chris bestimmt nicht so schnell aus dem Kopf gegangen sein,
besonders weil es sehr prägnant / seltsam war. Die späteren Kontakte waren auch seltsam, haben ihn dann aber bestimmt nicht mehr so sehr verwundert wie der allererste nach der unverfänglichen SMS.

Hätte sie die Eltern angerufen, wären ihr vermutlich ganz andere Fragen gestellt worden, denen sie sich nicht so leicht hätte verwehren können bzw. einbrechen würde durch die emotioniale Verquickung während ihres ganzen gemeinsamen Lebens.
Gespräche zu Karen und Frank (?) wären deshalb wohl sehr kurz ab, glaube ich. Eben, um nicht am Haken zu sein und sich womöglich irgendwie zu verplappern, worum es ging.


Hypothese 6: Es entstand allmählich eine Drohsituation


Eine Drohsituation könnte relativ schnell bestanden haben, muss aber nicht. "Wirst du festgehalten? Ja, nein, nein."
Physisch nicht unbedingt, aber psychisch vielleicht, weil die Situation einfach nicht klarer, sondern komplizierter wurde.
Diese Entscheidung, die bevorstand, hätte beider Leben (evtl. seine Frau / Partnerin / Familie)
womöglich deutlich beeinflusst / verändert. Da bricht man nichts übers Knie.

"Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche fernbleibe."
Wegen irgendeinem nicht, dieser wäre aber besonders, weil Vater ihres ungeborenen Kindes.
Könnte versteckter Hinweis sein, dass sie eben doch wegen einem Mann, und eigentlich wegen ihrem Kind, so lange fernblieb.
Wegen einem Typen nicht, (aber wegen meinem ungeborenen Kind).
Indem sie es (überschwänglich) negierte, sagte sie eigentlich damit, nein, das doch überhaupt nicht, wie kommst du denn darauf.
Sie betont damit eher das Gegenteil, wie ich finde.

Ansonsten hätte sie kurz "Nein" sagen können. Hier ist sie fast emotional ("kennst mich doch") und fällt aus ihrem Muster der kurzen nichtssagenden Standardantworten.


Die Fahndung könnte diese Zeitdauer des Wegbleibens auch erst initiiert / deutlich verlängert haben.
Der spätere Täter empfindet sich plötzlich als Entführer, Verbrecher, was er laut meiner Theorie zuerst nicht, vielleicht nie war.
Gehen lassen konnte er sie nicht so schnell mehr / (oder sie wollte gar nicht), weil es (noch) keine Einigung über den weiteren Verlauf gab.
Konnte er ihr noch trauen, nichts zu sagen? Vielleicht gab es leichte Gewalt bis zu einem gewissen Punkt mit Androhung weiterer, wenn sie nicht in seinem Sinne
verfahren würde (Abtreibung, nichts über ihn sagen, ihn in Ruhe lassen).
Immerhin wird sie ihn mit Namen und vll. sogar Adresse gekannt haben. Ein Abstecher nach Nieheim dürfte sie dann anfangs nicht unbedingt überrumpelt haben.
Vielleicht wollte er ihr seine Wohnung zeigen, Verständnis vortäuschen, falsche Vertrautheit. Bei der SMS schien noch alles in Ordnung zu sein.


Hypothese 7: Der Täter hatte den Freiraum, so zu agieren


Manch einer könnte anmerken, dass der Täter wohl kaum eine Woche all das unbemerkt von seiner Frau / Partnerin abgezogen haben könnte.

Stimme ich zu.

In meinem Szenario 1 hat er aber keine Partnerin, fürchtet nur den Verlust seines Status / Verlust von Geld / Zeit / Freiheit etc..
Hierzu würde ein Arbeitsloser, Geringverdiener oder ein Student gut passen.

In Szenario 2 hat er eine Partnerin, die eventuell grade nicht da war, es war Sommer (Urlaubszeit). Fussball ist ja meist eh kein Frauendings, also ab nach Malle
oder sonstwohin mit den Mädels. Würde hier auch den Zeitdruck erklären, der auf einmal im Raum stünde.
Frau / Partnerin kommt in x Tagen wieder / früher zurück, es muss bald eine Lösung her.

Oder die Partnerin war doch da / kam zurück und war teils an der Sache beteiligt. Würde einer Schwangeren das Argument des Verrats an die Familie entziehen, nicht aber das Mittel der finanziellen Forderungen, die
durch ein Kind dem Mann / Familie drohen würden.
Somit stünde eine Partnerin wohl nach anfänglicher Verstimmung klar auf der Seite ihres Partners, um Unheil
abzuwehren.

Je höher der Status, gesellschaftliche Stellung dieser Leute, um so mehr gab es für jene in dieser Hinsicht zu verlieren. Gesichtsverlust
vll. Kündigung drohte bei Bekanntwerden.
Besonders in konservativen Einrichtungen wie auch ein Krankenhaus dies ist, falls der Täter von dort stammen sollte.

Bei geringem Status wäre wohl Geld der Faktor, wo es drücken würde.

Und mit einem kurzen Abspeisen wäre es niemals getan. Ein Kind kostet sehr lange Geld.


Hypothese 8: Täter muss vorher Kontakt zu ihr gehabt haben (ähnlich Hypothese 4)


Am Fundort fehlten persönliche Sachen von ihr.

Das Handy als zentrales Mittel dieses Falles hätte den Täter verraten.
Er war irgendwo darin vermerkt, namentlich genannt oder so. Im Chat war er vermutlich nicht.
Er konnte sich nicht sicher sein, ob man Inhalte wiederherstellen könnte, selbst wenn er das Handy
zerstört hätte. Blieb nur, es für immer verschwinden zu lassen.

Warum die Uhr fehlt, kann ich mir nicht erklären.
Aber aus diesem Fakt abzuleiten, sie wäre eingesperrt gewesen und sollte ihr Zeitgefühl verlieren, finde ich etwas übertrieben.
Anhand ihres Handys, über das sie wohl immer wieder verfügte, hätte sie auch sehen können, wie spät es jeweils und welcher Tag war.



Fazit:


Ob sie wirklich schwanger war, kann man nicht wissen. Vielleicht weiß es nicht einmal die Polizei. Ob ich es für möglich halte, sicher. So wie fast jede andere hier vorgestellte Theorie.

Im letzten Gespräch sagte sie mehrfach "das geht nicht", was auf dann vorliegenden Zwang hindeuten würde. Vorher gab es dieses Vokabular nicht, aber die Fragen waren auch anders gestellt.
Chris hatte sich ja wohl besonders auf das nächste Gespräch vorbereitet, vll. schon Fragen notiert, die mehr Klarheit bringen könnten.
Zumindest gedanklich notiert. Er stellt jetzt viele geschlossene Fragen wie "Wirst du festgehalten?", die normal mit ja oder nein beantwortet werden können.
Der Mensch ist darauf konditioniert auf solch eine Frage so zu antworten.
Fraukes Antworten mit "nein" nehmen von Gespräch zu Gespräch zu. Im letzten sind es sechs oder sieben.

Auch dieses "Das weißt du doch", auf die Frage, warum sie weg sei, fällt besonders auf.
Würde ja implizieren, Chris hätte Kenntnis von ihrer speziellen Situation gehabt. Aber warum hätte Chris das zu Protokoll gegeben,
würde ihn ja irgendwie belasten als möglichen Mitwisser.

Chris antwortete im Gespräch, er wisse nicht, warum sie weg sei.
Könnte so sein, dass Frauke annahm, er wisse von ihrer Schwangerschaft. Da sie zusammen wohnten, hätte er von einem positiven Schwangerschaftstest, ausbleibender Regel
etc. Wind bekommen haben können.

Im Moment erkenne ich bis auf den Fakt, dass die Polizei keine Schwangerschaft erwähnt hat, auch wohl nicht explizit ausgeschlossen hat, jedenfalls kein Sterbenswort darüber verlor, korrigiert mich bitte, kaum etwas, das grundsätzlich dagegen spräche.

Zaphod
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

... es gibt ja fast keine Theorie bei diesem Fall, an der man nicht stricken kann. Eine gewollte oder ungewollte Schwangerschaft als Auslöser für diesen Fall, der letztendlich zum 'Mord' an Frauke geführt hat, ist zwar denkbar, aber wieviele gewollte/ungewollte Schwangerschaften gibt es jeden Tag in Deutschland, die nicht zum gewaltsamen Tod der potentiellen Mutter führen? Ich persönlich vermute etwas "Außergewöhnlicheres" als Auslöser für diesen Fall, als eine ungewollte Schwangerschaft - das hätte man anders regeln oder lösen können. Wobei natürlich schon Frauen von Männern wegen eines nicht gewollten Kindes getötet wurden, klar. Aber veranstaltet man dann diesen 'Zinnober‘ mit den ganzen Anrufen / SMS? Ich weiß nicht.

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von havenoclue »

Stimmt wohl. Ich hab da keine Statistik dazu vorliegen.
Nicht jeder wird zum Mörder, hab ich mal gelesen, aber in jedem steckt die Veranlagung dazu.
Bestimmte Umstände könnten dafür sorgen. Diese könnten individuell anders wahrgenommen werden.

Hängt es nicht auch davon ab, wie der Mann gestrickt ist?
Kulturell, Sozialstatus, Persönlichkeit, Bildungsniveau, allgemeiner Hintergrund, Temperament.
Nicht jeder würde bei so einer Situation irgendwann rot sehen, aber manche tun es nachweislich.

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Agatha Christie
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Agatha Christie »

Als ich begann, mich in den Fall einzulesen, habe ich auch mal kurz überlegt, ob Frauke schwanger gewesen sein könnte. Diesen Gedanken habe ich aber verworfen, weil ich davon ausgehe, dass sie vorgesorgt hatte. Außerdem sehe ich eine Schwangerschaft nicht als Grund für eine Entführung und eine Art Zwangsabtreibung kann ich mir nicht so recht vorstellen.

Ich meine auch, wenn sie sich mit einem Mann hätte treffen wollen, um zu reden, hätte sie das ganz einfach zu normalen Tageszeiten tun können und nicht mitten in der Nacht. Für ein spontanes Treffen mitten in der Nacht, womöglich mit offenen Ende, hätte sie sicherlich den Schlüssel bei Chris abgeholt. Sie hätte ihm keinerlei Rechenschaft ablegen müssen, falls er gefragt hätte, was sie noch vorhat.
Beharrlichkeit führt auch zum Ziel!

Dias
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Dias »

havenoclue hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 12:48:30
Da die Spurenlage dürftig scheint, ist es wohl nur möglich, eine Theorie zu entwickeln, zu der die meisten oder viele
Tatmerkmale passen könnten. Im Fall Hinterkaifeck haben sich vor Jahren Polizeischüler daran gesetzt und sind ähnlich vorgegangen.
Vielleicht könnte das auch im Fall Liebs helfen.


Irgendwo in diesen ganzen Vermutungen wurde mal am Rande geäußert, dass jemand sich vorstellen konnte, sie könnte schwanger gewesen sein. Diese Theorie wurde leichthin verworfen, da die Polizei dies ja wohl festgestellt hätte.

[...]
Der Gedanke der Schwangerschaft.
Liegt bei mir auch im Programm.

Was ich dazu noch sagen möchte, obwohl ich das Gesprächprotokoll nicht mehr auf die Goldwaage legen werde, jedoch könnte es hier eine mögliche Antwort auf eine sehr rätselhafte Antwort geben.

Auszug vom letzten Telefonat vom Dienstag, 27. Juni 23:24 Uhr:

Chris:„Wirst du festgehalten?"
Frauke: „Ja... Nein! Nein!"


Fazit: Sie ist frei wenn sie ihr Kind verliert. Nicht frei wenn sie es behält!

Chris: „Wo bist du?"
Frauke: „Mama."
Chris: „Wo bist du?"
Frauke: „Mama."
Chris: „Wo bist du?"
Frauke: „Mama."


Fazit: Frauke spricht von sich selbst!


UND:


Karen: „Wir räumen auch die Wohnung, und keiner fragt dich, was passiert ist. Komm wieder."
Frauke: „Das geht nicht, ich lebe noch!"

Fazit: Ihr Kind lebt noch, sie wird es nicht hergeben, lieber "verdurstet" sie mit ihrem Kind?
Ist nur ein Beispiel.

EinGast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von EinGast »

havenoclue hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 12:48:30
Da die Spurenlage dürftig scheint, ist es wohl nur möglich, eine Theorie zu entwickeln, zu der die meisten oder viele
Tatmerkmale passen könnten. Im Fall Hinterkaifeck haben sich vor Jahren Polizeischüler daran gesetzt und sind ähnlich vorgegangen.
Vielleicht könnte das auch im Fall Liebs helfen.


Irgendwo in diesen ganzen Vermutungen wurde mal am Rande geäußert, dass jemand sich vorstellen konnte, sie könnte schwanger gewesen sein. Diese Theorie wurde leichthin verworfen, da die Polizei dies ja wohl festgestellt hätte.

Womöglich schon, aber hätte die Polizei einen solchen wichtigen Fakt auch der Öffentlichkeit mitgeteilt?
Könnte immerhin deutlich dem Bereich Täterwissen zuzurechnen sein.

Zu einer möglichen Theorie:

Hypothese 1: Sie war schwanger

Was folgt daraus?

Eine Kontaktaufnahme mit dem "Vater". Das würden die meisten Frauen sicher machen, auch wenn es ein flüchtiger Kontakt gewesen sein sollte.

Am Abend im Pub hat sie jede Menge SMS verschickt, die ja wohl bis heute nicht rekonstruiert werden konnten.
Wollte sie noch jemanden treffen, um ihm diesen Umstand Schwangerschaft mitzuteilen?
Vieleicht gab es schon eine verabredung, die sie dann zeitlich nach hinten schob wegen des Pubbesuches.
Die späte Uhrzeit spricht zwar etwas dagegen, aber gibt es dafür den perfekten Zeitpunkt?
Die Stimmung war euphorisch, WM, vielleicht etwas Alkohol. Das enthemmt. Müdigkeit gegenüber der Freundin könnte vorgetäuscht gewesen sein,
da sie den Anschein erwecken wollte, direkt nach Hause zu gehen.
Sie ging von einer kurzen Unterrredung mit dem "Vater" aus, von mehr nicht.

Die Zeit drängte vielleicht schon.
Vielleicht nicht nur wegen des Kindes. Ist bekannt, ob sie etwas in der Zukunft geplant hatte wie baldigen Urlaub o.ä.. Das wäre ihr letzter unbeschwerter Sommer gewesen, da würde man so eine Sache vorher geklärt haben wollen.

Diese Person (Erzeuger) muss niemand sein, den sie zwangsläufig besonders gut kannte. Aus der Disco, aus einer Kneipe, vom Arbeitsplatz, von irgendwoher.
Ich möchte sie nicht in ein gewisses Licht rücken, bestimmt nicht,
aber sie sah gut aus und hatte sicher einige Chancen.
Sie war jung, hatte eine längere und danach eine kürzere Beziehung hinter sich.
In dem Alter probiert man sich aus, sieht alle Wege in die Zukunft noch als offen an.

Eine Schwangerschaft, auch wenn Frauke als stabil beschrieben wurde, kann auch eine solche Persönlichkeit aus dem Gleichgewicht bringen. Warum ausgerechnet jetzt?
Noch dazu von diesem einen Typen, das sollte doch gar nicht passieren.
Aber weiß ja auch erstmal keiner außer ihr.

Abtreibung? Sicher ein schneller Gedanke. Wenn das irgendwie rauskommt, was soll die Familie denken, die Freunde?
Erstmal abwarten, noch etwas Zeit gewinnen. Nicht allein sein mit diesen ständigen Gedanken, was jetzt wird.
Vielleicht stünde der Typ ja doch zu ihr, obwohl sie da ihre Zweifel gehabt haben könnte. Je nach Status dieser Person.


Hypothese 2: Sie würde das Kind haben wollen


Zu dieser Theorie würden auch die Gespräche passen, m.E., denn da wäre jetzt ein überforderter junger oder auch nicht mehr so junger Mann (evtl. Familienvater), der auf einmal Zeit braucht.
Zeit, um nachzudenken, wie er damit umgehen soll. Könnte dieser jemand sicher sein, dass sie abtreibt, falls sie es doch verspricht.

Aus welchem anderen Grund aber würde sie demjenigen davon erzählen, als dem, eine wie auch immer geartete Involvierung seinerseits zu fordern?

Auch hier könnte eine Form des Druckes von einer Schwangeren ausgehen, die etwa sagen könnte, wenn du mich nicht unterstützt / mir nicht hilfst, sage ich es deiner Frau / Freundin / Familie.
An solch einem Punkt würde geleugnet werden, es sei nicht sein Kind, bestimmt nicht etc. Die Schwangere könnte sich allerdings sicher sein, es ihm sagen. Vaterschaftstest bei späterer Leugnung fordern.

Erneut leichte Drohung, Appell an das Gewissen, Pflichtbewusstsein. Man kann doch kein Leben auslöschen, sie war angehende Krankenschwester, Helfersyndrom, Leben erhalten, nicht verhindern.
Das alles dürfte ihrem Naturell entsprochen haben als sozial eingestellter Mensch.
War sie gläubig? Auch das Kreuz Würde hierzu passen.

Dazu käme die Situation mit dem Freund von Nils, der Suizid begangen hat. Das könnte sie zusätzlich psychisch aufgeladen haben, eben nicht zu töten, sondern stets dem Leben zugewandt zu sein.
Wie verarbeitet man eine Abtreibung? Schuldgefühle wären nicht abwegig. Evtl. könnte sie später keine Kinder mehr kriegen. Eben genau dann, wenn es passen könnte innerhalb ihrer Lebensplanung.
Alles Gedanken, die eine junge Frau beschäftigen / überrollen könnten.

Da innerhalb einer solchen Theorie ein möglicher Vater nicht bekannt wäre, sie hätte es niemandem erzählt,
wüssten es womöglich nur sie und der spätere Täter.

Fakt Schwangerschaft wäre also Täterwissen.


Hypothese 3: Es war keine eigentliche Entführung

Zunächst läge keine Entführung im eigentlichen Sinne vor, sondern eine Ausnahmesituation, die beide beträfe.
Für so etwas könnte man schonmal den Alltag für ein paar Tage ruhen lassen. Täter könnte entweder arbeitslos, Student oder Urlaub gehabt haben.
Dass sich so eine Situation hochschaukeln könnte, inklusive Drohungen, falschen Versprechungen des "Vaters" (Frauke sagte mehrmals: "Ich komm nach Hause, nicht spät" etc.),
würde in so ein Konstrukt hineinpassen. Sie war sich sicher, dass es sich schnell aufklären würde. Aber es dauerte, wurde bedrohlich.
Todesfälle bei ähnlicher Sachlage kommen immer wieder vor, ob gewollt herbeigeführt oder zufällig.


Hypothese 4: Gegenseitige Verbundenheit ("Schicksalsgemeinschaft")


Emotionale Verbundenheit wäre von Anfang an gegeben. Ein Zerren ins Auto oder so fiele damit weg. Zwei Personen treffen sich / laufen sich über den Weg
wie zig andere auch an diesem Abend. Niemand merkt sich so was als Zeuge.
Egal von welcher Seite eine Begegnung forciert worden wäre oder
einfach nur zufällig war. Ob das Pub ein bevorzugter Ort von ihr war, weiß ich leider nicht.
Diese Person hätte sie abpassen können, u. U. etwas klären wollen, weil vielleicht sie mehr wollte als er, vorher schon Druck machte.
Besonders wenn dieser jemand gebunden / weit älter gewesen wäre. Auch bei einem Alleinstehenden möglich, der sich nicht binden möchte.

Wäre Treffen von ihr ausgegangen, scheint es eher wahrscheinlich.
Immerhin wohnte sie in der Nähe des Pubs. Ein Treffpunkt könnte, da der Pubbesuch ja wohl spontan war, irgendwo anders in der Laufnähe gewesen sein. Ist da nicht ein Park auf dem Nachhhauseweg?
Für so ein Gespräch möchte man sicher keine Zeugen in einem Cafe o.ä.

Die weitere Odyssee durch Paderborn und Umgebung diene zur weiteren Aufrechterhaltung der Legende, dass eigentlich alles in Ordnung sei, sie sich frei bewegen und anrufen könne. Sucht nicht, ich komme ja zurück.
Vielleicht hätte sie das sogar können, wollte es aber (noch) nicht. Sie musste vorher diese Sache abschließend klären, um vernünftig weiterleben zu können, wieder in den Alltag zurückzukehren, sich klar zu sein.
Alles kein Problem, mir geht`s gut, sollten die Kontakte wohl sagen. Auch wenn sie das eben nicht gesagt haben laut Chris und den anderen. Parallele Fahndung dürfte dann nicht hilfreich gewesen sein.

Die Verwaschenheit / Müdigkeit der Stimme könnte insoweit passen, dass lange Diskussionen, wenig Schlaf, viel Stress hinter ihr lägen. Überzeugungsarbeit, um den Mann auf ihre Seite zu bekommen, das mögliche Kind zu behalten / mit aufzuziehen / finanziell zu unterstützen.
Den (jungen) Mann zu überzeugen, könnte aufreibend sein, je nachdem, was für eine Person der Täter wäre.
Ihre Familie ist sicher einigermaßen wohlhabend, aber eine Unterstützung durch diese hätte vielleicht an Fraukes Ego gekratzt. Das schafft sie schon selber, eben durch eigene Arbeit und
Unterstützung / (Zeit)Support durch Vater. Falscher Stolz.


Hypothese 5: Die Gespräche zur Zeitgewinnung (dürfte in fast jeder Theorie so sein)

Manchmal wurde von Sadismus gesprochen. Eher abwegig, da nach dem 27.06. keine Nachricht mehr kam. Ein Sadist hätte viel länger mit der Unwissenheit der
Angehörigen spielen können, evtl. Sichtungen Fraukes erfinden können o.ä.., immer wieder das Handy einloggen können an verschiedensten Orten.

Bei Nachfragen am Telefon wurde von Frauke rumgedruckst, weil es eine heikle Sache wäre, über die man am Telefon wie auch ansonsten ungern sprechen würde, gerade mit einem Ex-Freund nicht.
"Erkläre ich später". "Später" wird sehr oft gesagt von ihr. Was soll es heißen?
Später, wenn ich hier alles abgeklärt habe vielleicht.

Wenn ich die Protokolle richtig im Gedächtnis habe, wurden selten die Worte "darf", "kann" oder "muss" verwendet.
Deutet nicht unbedingt auf einen Zwang hin, sondern weitestgehend auf Freiwilligkeit.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich "Das kann ich nicht sagen" oder "Das darf ich nicht sagen" formuliere.

Vielleicht wurde Chris deshalb vom Täter oder ihr als Kontaktperson ausgewählt, ohne dass der wusste, dass es ihr Ex war.
War halt ihr Mitwohni, der sich bestimmt Sorgen mache.
Kennt sie aber noch nicht lange, hätte sie sagen können. Abwertung des Kontaktes ihrerseits, um keinen Verdacht von Emotionalität / großer Vertrautheit zu erregen.
All das bei ihrer (vielleicht schon vorhandenen) Befürchtung, die Sache könnte doch irgendwann böse umschwenken. "Christos" würde dann auch passen, nicht "Chris".

Ob später wirklich "Chrissie" gesagt wurde ist laut dem Gedächtnisprotokoll so. Muss nicht stimmen. Was sie bei dem ersten Kontakt sagte, wird Chris bestimmt nicht so schnell aus dem Kopf gegangen sein,
besonders weil es sehr prägnant / seltsam war. Die späteren Kontakte waren auch seltsam, haben ihn dann aber bestimmt nicht mehr so sehr verwundert wie der allererste nach der unverfänglichen SMS.

Hätte sie die Eltern angerufen, wären ihr vermutlich ganz andere Fragen gestellt worden, denen sie sich nicht so leicht hätte verwehren können bzw. einbrechen würde durch die emotioniale Verquickung während ihres ganzen gemeinsamen Lebens.
Gespräche zu Karen und Frank (?) wären deshalb wohl sehr kurz ab, glaube ich. Eben, um nicht am Haken zu sein und sich womöglich irgendwie zu verplappern, worum es ging.


Hypothese 6: Es entstand allmählich eine Drohsituation


Eine Drohsituation könnte relativ schnell bestanden haben, muss aber nicht. "Wirst du festgehalten? Ja, nein, nein."
Physisch nicht unbedingt, aber psychisch vielleicht, weil die Situation einfach nicht klarer, sondern komplizierter wurde.
Diese Entscheidung, die bevorstand, hätte beider Leben (evtl. seine Frau / Partnerin / Familie)
womöglich deutlich beeinflusst / verändert. Da bricht man nichts übers Knie.

"Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche fernbleibe."
Wegen irgendeinem nicht, dieser wäre aber besonders, weil Vater ihres ungeborenen Kindes.
Könnte versteckter Hinweis sein, dass sie eben doch wegen einem Mann, und eigentlich wegen ihrem Kind, so lange fernblieb.
Wegen einem Typen nicht, (aber wegen meinem ungeborenen Kind).
Indem sie es (überschwänglich) negierte, sagte sie eigentlich damit, nein, das doch überhaupt nicht, wie kommst du denn darauf.
Sie betont damit eher das Gegenteil, wie ich finde.

Ansonsten hätte sie kurz "Nein" sagen können. Hier ist sie fast emotional ("kennst mich doch") und fällt aus ihrem Muster der kurzen nichtssagenden Standardantworten.


Die Fahndung könnte diese Zeitdauer des Wegbleibens auch erst initiiert / deutlich verlängert haben.
Der spätere Täter empfindet sich plötzlich als Entführer, Verbrecher, was er laut meiner Theorie zuerst nicht, vielleicht nie war.
Gehen lassen konnte er sie nicht so schnell mehr / (oder sie wollte gar nicht), weil es (noch) keine Einigung über den weiteren Verlauf gab.
Konnte er ihr noch trauen, nichts zu sagen? Vielleicht gab es leichte Gewalt bis zu einem gewissen Punkt mit Androhung weiterer, wenn sie nicht in seinem Sinne
verfahren würde (Abtreibung, nichts über ihn sagen, ihn in Ruhe lassen).
Immerhin wird sie ihn mit Namen und vll. sogar Adresse gekannt haben. Ein Abstecher nach Nieheim dürfte sie dann anfangs nicht unbedingt überrumpelt haben.
Vielleicht wollte er ihr seine Wohnung zeigen, Verständnis vortäuschen, falsche Vertrautheit. Bei der SMS schien noch alles in Ordnung zu sein.


Hypothese 7: Der Täter hatte den Freiraum, so zu agieren


Manch einer könnte anmerken, dass der Täter wohl kaum eine Woche all das unbemerkt von seiner Frau / Partnerin abgezogen haben könnte.

Stimme ich zu.

In meinem Szenario 1 hat er aber keine Partnerin, fürchtet nur den Verlust seines Status / Verlust von Geld / Zeit / Freiheit etc..
Hierzu würde ein Arbeitsloser, Geringverdiener oder ein Student gut passen.

In Szenario 2 hat er eine Partnerin, die eventuell grade nicht da war, es war Sommer (Urlaubszeit). Fussball ist ja meist eh kein Frauendings, also ab nach Malle
oder sonstwohin mit den Mädels. Würde hier auch den Zeitdruck erklären, der auf einmal im Raum stünde.
Frau / Partnerin kommt in x Tagen wieder / früher zurück, es muss bald eine Lösung her.

Oder die Partnerin war doch da / kam zurück und war teils an der Sache beteiligt. Würde einer Schwangeren das Argument des Verrats an die Familie entziehen, nicht aber das Mittel der finanziellen Forderungen, die
durch ein Kind dem Mann / Familie drohen würden.
Somit stünde eine Partnerin wohl nach anfänglicher Verstimmung klar auf der Seite ihres Partners, um Unheil
abzuwehren.

Je höher der Status, gesellschaftliche Stellung dieser Leute, um so mehr gab es für jene in dieser Hinsicht zu verlieren. Gesichtsverlust
vll. Kündigung drohte bei Bekanntwerden.
Besonders in konservativen Einrichtungen wie auch ein Krankenhaus dies ist, falls der Täter von dort stammen sollte.

Bei geringem Status wäre wohl Geld der Faktor, wo es drücken würde.

Und mit einem kurzen Abspeisen wäre es niemals getan. Ein Kind kostet sehr lange Geld.


Hypothese 8: Täter muss vorher Kontakt zu ihr gehabt haben (ähnlich Hypothese 4)


Am Fundort fehlten persönliche Sachen von ihr.

Das Handy als zentrales Mittel dieses Falles hätte den Täter verraten.
Er war irgendwo darin vermerkt, namentlich genannt oder so. Im Chat war er vermutlich nicht.
Er konnte sich nicht sicher sein, ob man Inhalte wiederherstellen könnte, selbst wenn er das Handy
zerstört hätte. Blieb nur, es für immer verschwinden zu lassen.

Warum die Uhr fehlt, kann ich mir nicht erklären.
Aber aus diesem Fakt abzuleiten, sie wäre eingesperrt gewesen und sollte ihr Zeitgefühl verlieren, finde ich etwas übertrieben.
Anhand ihres Handys, über das sie wohl immer wieder verfügte, hätte sie auch sehen können, wie spät es jeweils und welcher Tag war.



Fazit:


Ob sie wirklich schwanger war, kann man nicht wissen. Vielleicht weiß es nicht einmal die Polizei. Ob ich es für möglich halte, sicher. So wie fast jede andere hier vorgestellte Theorie.

Im letzten Gespräch sagte sie mehrfach "das geht nicht", was auf dann vorliegenden Zwang hindeuten würde. Vorher gab es dieses Vokabular nicht, aber die Fragen waren auch anders gestellt.
Chris hatte sich ja wohl besonders auf das nächste Gespräch vorbereitet, vll. schon Fragen notiert, die mehr Klarheit bringen könnten.
Zumindest gedanklich notiert. Er stellt jetzt viele geschlossene Fragen wie "Wirst du festgehalten?", die normal mit ja oder nein beantwortet werden können.
Der Mensch ist darauf konditioniert auf solch eine Frage so zu antworten.
Fraukes Antworten mit "nein" nehmen von Gespräch zu Gespräch zu. Im letzten sind es sechs oder sieben.

Auch dieses "Das weißt du doch", auf die Frage, warum sie weg sei, fällt besonders auf.
Würde ja implizieren, Chris hätte Kenntnis von ihrer speziellen Situation gehabt. Aber warum hätte Chris das zu Protokoll gegeben,
würde ihn ja irgendwie belasten als möglichen Mitwisser.

Chris antwortete im Gespräch, er wisse nicht, warum sie weg sei.
Könnte so sein, dass Frauke annahm, er wisse von ihrer Schwangerschaft. Da sie zusammen wohnten, hätte er von einem positiven Schwangerschaftstest, ausbleibender Regel
etc. Wind bekommen haben können.

Im Moment erkenne ich bis auf den Fakt, dass die Polizei keine Schwangerschaft erwähnt hat, auch wohl nicht explizit ausgeschlossen hat, jedenfalls kein Sterbenswort darüber verlor, korrigiert mich bitte, kaum etwas, das grundsätzlich dagegen spräche.
@havenoclue

Für mich fällt die Schwangerschaft als Motiv raus.
Frauke hat an dem Abend Alkohol getrunken.
Wenn festgestellt wurde, dass sie schwanger war, wird sie es noch nicht gewusst haben.
Und es ist doch davon auszugehen, dass Frauke nicht auf dem Klo im Auld Triangle im Keller einen Schwangerschaftstest gemacht hat.

Ich glaube auch, dass sie ihn vorab kannte. Ein Student oder jemand aus der Klinik würden gut in ihre Altersgruppe und zu ihrer Lebenssituation passen. Das sehe ich auch so.

Dias
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Dias »

EinGast hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 17:52:39
@havenoclue

Für mich fällt die Schwangerschaft als Motiv raus.
Frauke hat an dem Abend Alkohol getrunken.
Wenn festgestellt wurde, dass sie schwanger war, wird sie es noch nicht gewusst haben.
Und es ist doch davon auszugehen, dass Frauke nicht auf dem Klo im Auld Triangle im Keller einen Schwangerschaftstest gemacht hat.

Ich glaube auch, dass sie ihn vorab kannte. Ein Student oder jemand aus der Klinik würden gut in ihre Altersgruppe und zu ihrer Lebenssituation passen. Das sehe ich auch so.
Hat sie dich an dem Abend auf der Schulter getragen?

havenoclue
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von havenoclue »

Dias hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 18:03:39
Hat sie dich an dem Abend auf der Schulter getragen?
Vielleicht die Freundin, die ihr auf Schritt und Tritt gefolgt ist...

Es muss nicht die Kontaktaufnahme seitens Frauke erst in dieser Nacht gegeben haben.
Vorstellbar wäre eine SMS von ihr an den Mann Tage vorher:
"Unser Techtelmechtel hat ein Nachspiel, melde dich bei mir. Wir müssen das besprechen."

Eine Antwort bliebe aus. Derjenige müsste gewusst haben, wo sie an dem besagten Abend war.
Keine Ahnung, woher. Er wusste es einfach. Mit wem hat ihre Freundin gesimst?
Vielleicht gab es da eine Querverbindung, wodurch der spätere Täter an diese Info gelangt sein könnte.
Erweiterter Freundeskreis von NIls? Manchmal kennt jeder jeden und tauscht sich über zig Ecken miteinander aus.
Dann wäre es eben doch eine eher unfreiwillige Verschleppung, die jemand beobachtet haben könnte.

Aber sie wollte ja seit Tagen mit demjenigen reden, also kurz einsteigen und fertig. Völlig gewaltlos.

Alles andere danach könnte trotzdem so gewesen sein. Oder eben nicht in einer schlüssigen anderen Theorie.

Dias
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Dias »

havenoclue hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 19:27:04
Vielleicht die Freundin, die ihr auf Schritt und Tritt gefolgt ist...

Es muss nicht die Kontaktaufnahme seitens Frauke erst in dieser Nacht gegeben haben.
Vorstellbar wäre eine SMS von ihr an den Mann Tage vorher:
"Unser Techtelmechtel hat ein Nachspiel, melde dich bei mir. Wir müssen das besprechen."

Eine Antwort bliebe aus. Derjenige müsste gewusst haben, wo sie an dem besagten Abend war.
Keine Ahnung, woher. Er wusste es einfach. Mit wem hat ihre Freundin gesimst?
Vielleicht gab es da eine Querverbindung, wodurch der spätere Täter an diese Info gelangt sein könnte.
Erweiterter Freundeskreis von NIls? Manchmal kennt jeder jeden und tauscht sich über zig Ecken miteinander aus.
Dann wäre es eben doch eine eher unfreiwillige Verschleppung, die jemand beobachtet haben könnte.

Aber sie wollte ja seit Tagen mit demjenigen reden, also kurz einsteigen und fertig. Völlig gewaltlos.

Alles andere danach könnte trotzdem so gewesen sein. Oder eben nicht in einer schlüssigen anderen Theorie.
@havenoclue,

Frauke: „Ja, ich weiß, dass du sehr traurig warst... Gib mir Karen, bitte."

Hast Du vielleicht eine Antwort darauf, warum Frauke mit Karen sprechen wollte?
Natürlich, weil sie ihre Schwester ist, aber was könnte da gesprochen worden sein?

Im Gedächtnisprotokoll ist nichts von Bedeutung, vielleicht war gerade in einem hier fehlenden Abschnitt, der uns nicht gesagt wird, ein wichtiger Baustein, warum Frauke mit ihrer Schwester reden wollte?

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Else »

havenoclue hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 19:27:04
Vielleicht die Freundin, die ihr auf Schritt und Tritt gefolgt ist...

Es muss nicht die Kontaktaufnahme seitens Frauke erst in dieser Nacht gegeben haben.
Vorstellbar wäre eine SMS von ihr an den Mann Tage vorher:
"Unser Techtelmechtel hat ein Nachspiel, melde dich bei mir. Wir müssen das besprechen."

Eine Antwort bliebe aus. Derjenige müsste gewusst haben, wo sie an dem besagten Abend war.
Keine Ahnung, woher. Er wusste es einfach. Mit wem hat ihre Freundin gesimst?
Vielleicht gab es da eine Querverbindung, wodurch der spätere Täter an diese Info gelangt sein könnte.
Erweiterter Freundeskreis von NIls? Manchmal kennt jeder jeden und tauscht sich über zig Ecken miteinander aus.
Dann wäre es eben doch eine eher unfreiwillige Verschleppung, die jemand beobachtet haben könnte.

Aber sie wollte ja seit Tagen mit demjenigen reden, also kurz einsteigen und fertig. Völlig gewaltlos.

Alles andere danach könnte trotzdem so gewesen sein. Oder eben nicht in einer schlüssigen anderen Theorie.

Eine Querverbindung. Das ist ein guter Gedanke.

Ich denke da aber eher an die Querverbindung I.....F....Täter.

Gast

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Gast »

Hallo Freunde und Hobbyermittler,

wenn ich euch jetzt richtig verstanden haben,dann soll Frauke Schwanger gewesen sein und letztendlich vom Vater bzw. Erzeuger des Kindes entführt und ermordet worden sein ? Danach legte er den Leichnam zwischen Herbram Wald und Asseln am Strassenrand ab .Der Mörder konnte nicht wissen wann der Leichnam gefunden wird.Jeder halbwegs gebildete Mensch weiß,dass jeder Mensch 50 % von der Mutter und 50% Erbgut vom Vater hat.
Das würde bedeuten,gesetzt den Fall Frauke war schwanger gewesen und man hätte ihren Leichnam früher gefunden,dann hätte die polizei feststellen können,wer der Erzeuger des Kindes war. Warum hat der Täter/ Mörder das nicht gewusst ?

ich bin mir sicher,dass Fraukes Entführung und Ermordung nichts mit einer schwangerschaft zu tun hatte.

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

;) Das ist, wie ich finde, von @Gast ein sehr überzeugendes Argument gegen den Auslöser "Schwangerschaft" bei diesem Fall. Völlig ausschliessen kann man es natürlich trotzdem nicht: Der Täter könnte Frauke zum Schluss im Streit / im Affekt, über eine Schwangerschaft und deren mögliche Folgen für ihn, getötet haben. Daß er die Leiche dann anschliessend aber nicht sicherer für ihn verbracht hat - na ja nun - das passt natürlich schlecht, da hat @Gast völlig recht. Ich denke es gibt wahrscheinlichere Theorien, wo die öffentlich bekannten Puzzlestücke besser zusammenpassen.

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von havenoclue »

Gast hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 20:17:53
Hallo Freunde und Hobbyermittler,

wenn ich euch jetzt richtig verstanden haben,dann soll Frauke Schwanger gewesen sein und letztendlich vom Vater bzw. Erzeuger des Kindes entführt und ermordet worden sein ? Danach legte er den Leichnam zwischen Herbram Wald und Asseln am Strassenrand ab .Der Mörder konnte nicht wissen wann der Leichnam gefunden wird.Jeder halbwegs gebildete Mensch weiß,dass jeder Mensch 50 % von der Mutter und 50% Erbgut vom Vater hat.
Das würde bedeuten,gesetzt den Fall Frauke war schwanger gewesen und man hätte ihren Leichnam früher gefunden,dann hätte die polizei feststellen können,wer der Erzeuger des Kindes war. Warum hat der Täter/ Mörder das nicht gewusst ?

ich bin mir sicher,dass Fraukes Entführung und Ermordung nichts mit einer schwangerschaft zu tun hatte.
Allgemein spricht das Ablegen der Leiche an einem solchen Ort entweder für Fahrlässigkeit des Täters oder
für Zeitdruck. Dabei wäre eigentlich egal, ob sein Genmaterial in der Leiche oder nur an der Kleidung gewesen wäre.
Leider hatte er viel Glück, dass die Leiche so spät entdeckt wurde.
Er hätte auch immer Handschuhe tragen können, ja, aber winzige Mikrofasern, Speichel, Haare etc. hätte man vielleicht trotzdem noch an ihr finden können.
Hat man ja vielleicht sogar. Nur könnte der Täter bisher durchs Raster gefallen sein. Oder anderweitig erklären, warum seine Spuren an ihr waren.

Man geht immer von diesem genialen Übertäter aus, der keine Fehler gemacht hat. Eine solche Tat und gleich nahezu perfekt ausgeführt. Nur weil er bis jetzt nicht gefasst / verurteilt werden konnte, heißt das nicht, dass er keine größeren Fehler gemacht haben könnte.

Niemand weiß, was passiert ist, außer der Täter natürlich. Ich würde mich gerne von einer anderen Theorie zum Ablauf überzeugen lassen.

Zaphod
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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Zaphod »

havenoclue hat geschrieben:
Dienstag, 04. Mai 2021, 23:09:05
Niemand weiß, was passiert ist, außer der Täter natürlich. Ich würde mich gerne von einer anderen Theorie zum Ablauf überzeugen lassen.
... gibt ja genügend Theorien zum Ablauf. Guckst Du halt in die verschiedenen Foren. Spontan fallen mir ein: Der Windkraftanlagenmonteur, das Höxter-Paar, Britischer Soldat, Drogi, Drückerbande, der Herr aus Asseln, der düpierte Busfahrer, ein Sadist, ein Taxifahrer, irgendein verflossener Liebhaber, ein Patient aus ihrem Krankenhaus, irgendein Stalker, der brave Familienvater, irgendein pubertärer Student, spontanes amouröses Abenteuer mit einem Irren, der "Schrauber", ein Schüler, der sich an der Mutter von Frauke rächen wollte, irgendein Pub-Besucher etc. etc. Hab' ich was vergessen - dann bitte ergänzen.

Und natürlich meine favorisierte Theorie: die Denkzettel-Theorie, d.h. mehrere Täter aus dem (erweiterten) Bekanntenkreis von N und I weil Frauke - aus Sicht der Täter - ihre Nase in Dinge gesteckt hat, die sie nichts angegangen sind und die ein Geheimnis bleiben sollten. Eifersucht könnte bei diesem Szenario natürlich auch ein treibender Faktor gewesen sein.

Such Dir halt was aus.

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