MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

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Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

@Rebus
Also ich muss Dich da auch so ein bisschen enttäuschen.
Auch ich könnte mich - was die Aktivitäten angeht - ein bisschen mit B.A. vergleichen. Ich denke, jeder Mensch ist verschieden. Die einen brauchen Party, die anderen Ruhe. Es gibt Menschen, die immer andere Leute um sich herum benötigen und es gibt auch sogenannte Einzelgänger.
Ich persönlich komme aus einem Beruf mit Publikumsverkehr, habe meine Familie mit 3 Kindern, dazu meine noch halbwegs gesunde Mama im Haus. Dadurch, dass einfach fast immer irgendjemand zu Hause bzw. um mich herum ist, freue ich mich immer darauf einfach meine Ruhe zu haben. Und ja, auch ich mache gerne Handarbeiten - aber meine Katzen lassen dies leider nicht so wirklich zu. Ich persönlich habe kein "dunkles Geheimnis" - nach dem Motte: stille Wasser sind tief! Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass B.A. wirklich so ein unauffälliger Typ Mensch war.
Da ihr Ehemann ja sehr weit entfernt arbeitete, blieb ja auch die ganze Arbeit im und am Haus mehr oder weniger an ihr hängen, wahrscheinlich auch noch ein Garten usw.

Ich persönlich denke schon länger, dass es weder Mister X noch Mister Y waren - also wirklich ein Mister Z, den B.A. vielleicht zufällig und vielleicht irgendwo nur beiläufig kannte.

Die Idee mit der Zwischenlagerung in einer Tiefkühltruhe finde ich gut und das ist meiner Meinung nach auch so ziemlich der einzige Weg dafür - da man sonst durch den Geruch aufgefallen wäre.
Außer natürlich, dass der schon erwähnte aufgefallene unangenehme Geruch doch damals von B.A. kam.

Keiner weiß wann, aber die Polizei konnte wohl rekonstruieren WIE B.A. ums Leben kam - wir wissen es nicht.

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U.s.1 883
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von U.s.1 883 »

von Anka67 » Dienstag, 20. Juli 2021, 20:09:01
Frauke??

B.A.
Die Illusion der Demokratie lebt von der Vertuschung staatlicher Rechtsbrüche, und leider verliert sich selbst die Standfestigkeit ursprünglich integerer Persönlichkeiten allzu oft in den Sümpfen der Politik.

Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

@U.s.1 883
Danke... Habe es soeben abgeändert. Natürlich Birgit Ameis!

Widasedumi
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ja, lieber Rebus, wir kommen von verschiedenen Perspektiven, und das ist durchaus gut. Ich danke dir für deine kreative und tiefschürfende Interpretationskunst. Deine Betrachtungsweise eines Tatgeschehens auf die Interaktion von Rolleninhabern ist ein neues Feld für mich. Davon habe ich noch nichts gehört. Es sind aber Signalwörter, wo ich mir schon was drunter vorstellen kann, und habe auch eine Vermutung, a) auf welchem Gebiet dazu geforscht wird, und b) welche Berufe dieses Wissen verwenden könnten.

Zum Begriff "gediegen" war für mich die norddeutsche Bedeutung neu. Für mich sind Synonyme zu "gediegen" die Adjektive "einfach und praktisch", "sachbezogen", "anständig", "taktvoll", "zufrieden", "bodenständig", "verwurzelt". B.A. ist mal einer Userin aufgefallen, weil sie ungeschminkt war, sich die Augenbrauen nicht zupfte und mit den Haaren auch keinen Aufwand betrieb. Daraus schloss diese Userin, dass B.A. keinerlei Fokus auf den Bereich legte, a) bei anderen über ihr Äußeres interessant zu erscheinen bzw. zu locken, und b) bei anderen, insbes. Männern, auf dieser Schiene auch keine Signale aufzunehmen. In dieser Hinsicht gab es offenbar kein Senden und Empfangen.

Das sagt mir aber, dass sie an irgend was geknabbert haben könnte. Sie könnte Sorgen gehabt haben, so dass sie gar keine Kapazität für Geplänkel frei hatte, dieses ihr möglicherweise sogar unangenehm und zuwider war. Sie schien mir aber NICHT BEWUSST EINE GEGENPOSITION zu einer supernetten, herzoffenen und "Hans-Dampf-in-allen-Zimmern" spielenden Kumpelin einzunehmen, sondern sie wollte keine Maske aufsetzen und sie selbst sein. Sie konnte nicht anders sein, als sie war.

Die Hobbys passen zu ihrer Arbeit. Zuhause in Lohmar, das schrieb @Anka67 schon, hatte sie andere Aufgaben. Soziale Kontakte fehlten nicht. Sie hatte eine Freundin und sie hatte die Wandergruppe. Vielleicht hätte noch etwas Musikalisches zu ihr gepasst, etwa eine Instrumentengruppe? Aber vielleicht war sie ja in Lohmar sogar in dem einen oder anderen Verein?

Mit 54 Jahren ist man noch nicht alt, aber dennoch stimme ich Anka67 zu, dass man auch mal seine Ruhe haben möchte. Ihre drei Kinder waren zwar schon eigenständig, aber es gibt auch den Spruch: "Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen." Bei Kindern kann man immer unterstützen und aushelfen.

Mir fällt auf, dass wenig aus ihrem familiären Beziehungsgefüge kommuniziert wird. War der Mann in Lohmar, wenn sie auch in Lohmar war?
Was machte das Ehepaar zusammen? Urlaube? Das geht natürlich die Öffentlichkeit nichts an. Aber man kann nicht einfach sagen, dass es zu dem Fall gar keine Relevanz hätte. Wie du, Rebus, ja auch schreibst:
Was hat sie denn gemacht ... Keine Kontakte ... so gut wie keine Telefonate mit Ehemann und Kindern, Freundinnen. Was war denn dann ihr Leben zu Hause in Lohmar, allein mit dem Ehemann, die Kinder aus dem Haus? Was an den Wochenenden, was im Urlaub? Wo sind die sozialen Kontakte, über die die Polizei etwas über sie erfahren könnte, die uns vielleicht zu einem Motiv führen könnten?
Ich denke, dass die Polizei ein Bild von der privaten B.A. erhoben hat.
Wenn sie ausschließlich das gewesen wäre, was wir aus den Medien wissen, dann bin ich ratlos - ich kann ihr in einem Mordfall keine Rolle zuteilen und kein Motiv. Also muss da noch etwas gewesen sein ...
Diesen Gedanken unterstütze ich, dass da noch etwas gewesen sein muss.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Ja, ich unterstütze den Gedanken, dass da noch etwas gewesen sein muss. Aber ich lehne den Gedanken völlig ab, wenn er auf den Bereich der Männerbekanntschaft zielen sollte. Dafür scheint sie keinen Draht gehabt zu haben.

Was ist die logische Schlussfolgerung, wenn das Problem nicht außerhalb der Familie lag? Wobei der Familienbegriff, das habe ich hier gelernt, eine weite Fassung hat.

Ich mag Klassik. Und in der Kriminalistik gibt es auch klassische Fälle. Das Leben schreibt die Fälle und ist die Grundlage zur Klassifizierung.

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Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

Also wie schon gesagt, ich persönlich denke, jeder Mensch ist anders und hat auch andere Bedürfnisse.

Allerdings kann ich z.B. überhaupt nicht verstehen, wie B.A. mit dem damaligen Zustand der Ehe bzw. der weiten Entfernung des Arbeitsortes des Ehemannes zufrieden sein konnte? Wie oft wird der Ehemann im Monat zu Hause gewesen sein? Ich denke jedes 2. Wochenende vielleicht? Die Kinder sind aus dem Haus und eigentlich würde für B.A. und den Ehemann ein neuer GEMEINSAMER Lebensabschnitt anfangen, indem sie die "wiedergewonnene Zweisamkeit" genießen könnten, aber... der Ehemann ist die meiste Zeit weit entfernt. Da frage ich mich auch, war das schon alles??

Die Kommunikation in der Familie und zwischen den Eheleuten ist mir auch ein Rätsel, aber auch da ist jeder Mensch verschieden.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Anka67 hat geschrieben:
Mittwoch, 21. Juli 2021, 03:41:28
ich persönlich denke, jeder Mensch ist anders und hat auch andere Bedürfnisse.
Ich persönlich denke, dass der Mensch kein isoliertes Wesen ist, sondern seine Bedürfnisse in einem sozialen Kontext stehen. Frau Ameis war eine Ehefrau. Hierin glich sie vielen Ehefrauen und die Bedürfnisse lassen sich auch vergleichen. Wenn jemand ermordet wurde, kann ich die Tat nicht aus der getöteten Person allein erklären. Denn wie ein ermordeter Mensch diese Tat nicht selbst getan haben kann, so muss ich in den sozialen Beziehungen nachschauen, wie die Verhältnisse waren, in denen sich die Einstellung, die Vorlieben und Auffassungen einer Person herausgebildet haben. Diese sind nicht vom Himmel gefallen. Und hier ist die Rechtsform der Ehe für jede Ehe die gleiche. Man ist gebunden. Es gibt Rechte und Pflichten. Es gibt Kinder. Es gibt Vermögen. Hierüber gibt es auch Vereinbarungen mit Rechtscharakter. Es gibt legale und illegale Bestrebungen, eine Ehe aufzulösen. Darüber gibt es genug vergleichbare Erfahrungen, auch in der Kriminalgeschichte.

Die Ermittler werden diesen persönlich-privaten Bereich eruiert haben, nicht zuletzt im Rahmen der großen Frage, wer ein Motiv an der Ermordung von Frau A. gehabt haben könnte. Soweit ich weiß, wird von innen nach außen ermittelt. Also bei einer Ehefrau zuerst im Nahbereich. Ob ein Motiv gefunden wurde, wissen wir nicht. Wenn die Ermittler eines gefunden hätten, wäre die nächste Frage die der Nachweisbarkeit. Das ist aber noch einmal eine ganz andere Sache.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

@Widasedumi
Also ich denke auch, dass die Ermittler von "Innen nach Außen" ermitteln und sollten sie bei einer Person ein Motiv gefunden haben, dann könnten sie ihm wahrscheinlich die Tat nachweisen!!
Immerhin wurden DNA-Spuren und Gegenstände vom vermeidlichen Täter am Fundort aufgefunden... Da müsste meiner Meinung nach nur noch das Alibi unter die Lupe genommen werden.
Ich denke auch, dass es entweder sehr persönliche Gegenstände oder aber sehr auffallende Gegenstände - wohlgemerkt Gegenstände! - sind, die aufgefunden wurden. Deshalb gibt man sie auch nicht bekannt, um damit bei der Überführung des Täters einen Joker im Ärmel zu haben.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

Anka67 hat geschrieben:
Mittwoch, 21. Juli 2021, 23:20:21
Immerhin wurden DNA-Spuren und Gegenstände vom vermeidlichen Täter am Fundort aufgefunden...
Aus welcher Meldung oder Formulierung geht das noch mal hervor, dass DNA des mutmasslichen Täters am Fundort gefunden wurde / worden sein soll. Hast Du oder sonst jemand die Quelle? In dieser 100% gewiss klingenden Darstellung verblüfft mich das.

Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »


AngRa
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Die letzte ( immer noch aktuellste) Pressemitteilung der Polizei klingt , was DNA Spuren anbelangt, nicht so eindeutig.
Hier sind wir momentan dabei, mit modernsten, aber auch zeitintensiven, kriminaltechnischen Untersuchungsmethoden, Hinweise auf einen möglichen Täter zu erlangen. Mittlerweile sind unsere Wissenschaftler ja in der Lage, auch nach Jahren noch Täter-DNA und andere beweiserhebliche Spuren aufzufinden. Die Chancen stehen hier nicht schlecht!"

https://www.polizei.rlp.de/de/die-poliz ... soko-hahn/

Ich gehe davon aus, dass inzwischen zumindest unvollständige DNA Spuren des Täters gefunden worden sind. Alleine diese Untersuchungen dürften fünf Monate gedauert haben, denn erst fünf Monate nach Auffindung der sterblichen Überreste war sich die Polizei sicher, dass BA einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Der Grund dafür dürften meiner Meinung nach fremde DNA Spuren gewesen, die belegen, dass BA nicht alleine am Fundort war und dort alleine gestorben ist. Nun wird vermutlich durch komplizierte und langwierige Untersuchungen weiter an der Vervollständigung der Spuren gearbeitet. Ich bin sehr gespannt, wann und ob wir noch Näheres zu den gefundenen Gegenständen am Tatort erfahren.

Anka67
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Anka67 »

Ja in der Tat, der Bericht klingt nicht ganz so positiv bezüglich der DNA, wie es in anderen diversen Artikeln erwähnt wird.

Allerdings steht dort auch:
Kreuter: „Wir haben Profiler des LKA Nordrhein-Westfalen und des LKA Rheinland-Pfalz hinzugezogen, die das Tatgeschehen rekonstruiert und neue Ermittlungsansätze aufgezeigt haben.

Ich denke, lediglich anhand gefundener (Teil-)DNA wird man kein Tatgeschehen rekonstruieren können - da muss mehr sein.
Deshalb könnte ich mir z.B. vorstellen, dass B.A. vielleicht eine Schädelfraktur oder ähnliches hatte. Da musste dann festgestellt werden, ob sie ggf. nicht einfach unglücklich gestürzt ist und eventuell im Wald auf einen Baumstumpf oder gegen einen Baum oder so gefallen ist, ob Post mortem oder doch als sie noch lebte usw.

Wenn natürlich ein Messer oder ähnliches gefunden wurde - gilt meine Theorie nicht mehr.

AngRa
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Ja, es müssen anfangs nach der Auffindung laut der Berichte zwei Optionen möglich gewesen sein, nämlich Unfall oder Gewaltverbrechen. Das deutet möglicherweise auf Knochenbrüche hin, die durch einen Sturz oder Schläge verursacht worden sein könnten.

z3001x
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von z3001x »

@Anka67 @AngRa
Danke für Eure Links. Im WDR-Bericht klingt es in der Tat so, dass unzweideutig DNA-Spuren am Fundort gesichert worden seien, die auch dem/n Täter/n zuzuordnen seien, und die eben jetzt "nur noch" zwar langwierig, aber zielführend auszuwerten sind. Wobei jetzt = Zeitpunkt der Veröffentlichung vor 3,5 Monaten.
Im Polizeibericht und im Originalton von SOKO-Chef Kreuter klingt es aber deutlich stärker nach Konjunktiv und der Hoffnung, dass die Spuren ggf Tätern zuzuordnen sind (was aber noch nicht klar ist - wie auch sollte man wissen, von wem DNA stammt, bevor man ein verwertbares Profil aus ihr gewinnen konnte?) und auch dass es zwar große Chancen gibt aus Sicht des Soko-Chefs dass die Analyse gelingen wird, aber eben nicht, dass sie bereits gelungen ist.
Bisschen mein ich da Zweckoptimismus rauszuhören oder vll sogar Taktik und auf einen ggf unruhig werdenden Täter zugeschnittene Prognosen.
Bei allen Fortschritten in der Technologie ist DNA immer noch biologisches Gewebe bzw in solchem enthalten und den selben Zerfallsdynamiken unterworfen wie dieses. Und 5,5 Jahre im Wald sind eben schon eine sehr lange Zeit in der so ziemlich alles von Witterung und Makro- und Mikroorganismen angegangen und zersetzt wird, was zersetzbar ist. Ich bin da nicht mehr auf dem Laufenden wie weit diese Analysetechniken verbessert und verfeinert wurden, aber das wäre wirklich sensationell wenn man mittlerweile aus irgendwelchen semi-zersetzenden Resten vollwertige Profile die auch noch eine gerichtsverwertbar hinreichende Eindeutigkeit von 1:1.000.000 oder höher aufweisen würden.
Aber mal sehen. Vll gelingt es ja doch.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Rebus »

Heute ist Sonntag, da hab ich Zeit und möchte noch einmal auf Gedankengänge zurückkommen, mit denen ich mich mal ganz zu Anfang des Falles beschäftigt hatte, lange bevor die sterblichen Überreste gefunden wurden.

Ausgangspunkt waren Überlegungen, in welche Motiv-Verstrickungen wohl ein Mensch geraten könnte, der doch nun wirklich ein Ausbund an Solidität und Bodenständigkeit ist, und absolut keinen Angriffspunkt für Agressivitäten zu bieten scheint. Ohne direkten Bezug sozusagen.
Dabei habe ich nachgedacht über das Motiv „Mitwisserschaft an einer Straftat, die für Dritte existenzgefährdend ist“. Ich verfolgte damals die Öffentliche Diskussion, die seit etwa 2011 in der Pfadfinderschaft aufgeflammt was als Folge von vielfachem Missbrauch in der Amerikanischen Boy-Scout-Bewegung. Zu dieser Zeit war auch in Deutschland ein „Kurat“ (d.i. ein Hilfsgeistlicher, der Pfadfinder seelsorgerisch betreut) der katholischen St.-Georgs-Pfadfinder des Missbrauchs angeklagt worden und es hatte in der St.G.-Pf. eine jahrelange Diskusssion über Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen gegeben.

Und ich kam dann auf die Idee, dass der Hintergrund für eine solche Gewalttat vielleicht gar nicht unbedingt mit dem beruflichen Umfeld von B.A. zusammenhängen müsse, sondern vielleicht auch in dem ja offensichtlich nicht ganz „ungefahrlich“ scheinenden Bereich der Nähe zur katholischen Kirche und deren Jugendarbeit zu finden gewesen sein könnte, mit der B.A. und ihre Familie doch so eng verbunden sind, und der Arbeitsort = Tatort „Hahn“ möglicherweise in die Irre führt.

Was, wenn der „zentrale“ Ort dieser Mordsituation, also der, an der Begegnung mit dem Täter und Auslösen einer für sie lebensgefährlichen Situation, gar nicht der Tower, Gebäude 669, Parkplatz L’hausen oder Wanderpfad gewesen wäre, sondern ein Gebäude, mit der sie zwar nicht beruflich, aber privat und familiär, sagen wir einmal "emotional" sehr verbunden gewesen sein müsste: Gebäude 1401 auf dem Gelände des Flughafens Hahn, in einer alten Produktionshalle, in dem die Jugendkirche „Crossport to Heaven“ angesiedelt ist? Ein Gebäude, einen Steinwurf von 669 entfernt, praktisch in der Verlängerung des Mühlenwegs gelegen und nahe am Auffindeort der Leiche. CtH ist ein 2011 gegründetes, sehr ambitioniertes Projekt der katholischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Sohren, eine vielbeachtete Einrichtung, die recht genau in das Leben von B.A. und ihrer Familie passt. Wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn B.A. nicht in ihrer Freizeit einmal Kontakt mit CtH aufgenommen hätte? Ist sie vielleicht dort und nicht beim Wandern oder während der Arbeit in Kontakt zu einem Menschen gekommen, der später Anlass hatte, ihr Gewalt anzutun, könnte sie nicht auch an diesem Karfreitag dort noch einmal vorbeigegangen sein?

Im CtH gibt es nicht nur Jugendgottesdienste, sondern auch Altkleidersammlungen für Flüchtlinge und Pfadfindertreffen. Sehr eng mit diesem Ort verbunden ist der Stamm Sohren (bei Lautzenhausen) der besagten katholischen Pfadfinderschaft St. Georg. Jedes Jahr holt dieser Stamm beispielsweise in der Weihnachtszeit das aus Bethlehem entsandte „Friedenslicht“ in den Hunsrück und bringt es dann zentral in den „Crossport to Heaven“, von wo es an weitere Menschen und Gemeinden weitergereicht wird.
Und hier gibt es eine enge Verbindung zur Familie Ameis und Lohmar. In Seelscheid bei Lohmar unterhält die St. Georgs-Pfadfinderschaft einen weiteren Stamm, den Stamm „Edelweiß“. Hier sind sowohl Sohn Simon A., als auch der Ehemann Uli A. seit Langem als Pfadfinder engagiert. Beide tragen das graue Leiterhalstuch und machen sich verdient um junge Menschen. Der Ehemann von B.A. ist also keineswegs ein Büromensch, der nur hinter dem Schreibtisch bei DWD hockt, sondern jemand, der sich in Wald und Flur auskennt und dem das von seiner Frau gepflegte Wanderhobby absolut nicht fremd ist. Noch 2014 hat er, in voller Pfadfinderkluft, Übernachtungslager des Pfadfindernachwuchses der 9-12jährigen Pfadfinder begleitet. Auch der Stamm „Edelweiß“ kümmert sich jedes Jahr um das Friedenslicht und veranstaltet Altkleidersammlungen, wie die Pfadfinderkameraden aus Sohren, und mit Sicherheit hat die Familie A. die Parallelen zum Crosspoint to Heaven und dem Stamm Sohren gekannt, vielleicht hat es sogar Begegnungen bei überregionalen Pfadfindertreffen gegeben.

Kurz: Ich halte die Idee nicht für völlig abwegig, dass B.A. einmal Verbindungen zu dieser für sie doch in mehrfascher Hinsicht so naheliegenden Einrichtungen aufgenommen hat und hier an einen Menschen oder Informationen geraten sein könnte, die ihr zum Verhängnis wurden, dass hier ein Mensch, der vielleicht auch nur Besucher war, eine der letzten Gelegenheiten vor ihrem Weggang vom Hahn genutzt hat, um „Reinen Tisch“ zu machen und sich einer möglichen Gefahr zu entledigen. Nichts weiter als gedanklich Pfade, auf denen bisher niemand gegangen ist, aber, wie schon einmal gesagt. „Es gibt nichts, das es nicht gibt“

Widasedumi
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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

@ Rebus
Rebus hat geschrieben:
Sonntag, 25. Juli 2021, 14:03:46
Motiv-Verstrickungen
Das Wort "Verstrickung" im Zusammenhang mit diesem Opfer stößt mir etwas auf.
Rebus hat geschrieben:
Sonntag, 25. Juli 2021, 14:03:46
ein Ausbund an Solidität und Bodenständigkeit
Rebus, warum hast du statt "Ausbund" nicht "Inbegriff" genommen?
"Ausbund hat (nach Wiktionary) eine ironische Konnotation"
Rebus hat geschrieben:
Sonntag, 25. Juli 2021, 14:03:46
Motiv „Mitwisserschaft an einer Straftat, die für Dritte existenzgefährdend ist“
Der Tötungsmotive gibt es viele. Du hattest mal die sittsame Selbstbescheidung, Genügsamkeit, Anspruchslosigkeit etc.
als mögliches Motiv in die Diskussion gebracht, weil das eventuell, wenn diese Wesensart als demonstrativ empfunden worden wäre,
sogar aggressionsauslösend gewirkt haben könnte.

Nun nennst du eine zweite Motivmöglichkeit, dass jemand B.A. als existentielle Gefahr empfunden haben könnte.

Das kann man nicht von der Hand weisen. Ich muss darüber länger nachdenken. In der Allgemeinheit des von dir angeführten Bezugsfeldes fehlt mir die Konkretisierung. Ich denke darüber nach, wie hier ein Wissen entstanden sein könnte, welches zu einem Mord geführt hat, und wie es mit der Spurensituation zusammenpasst. Ein sensibles Feld, und aus mehreren Gründen (Persönlichkeitsschutz, Privatheit und Politische Korrektheit) nicht ohne weiteres, bzw. überhaupt diskutierbar.

Vielen Dank, Rebus, für dein intensives Bemühen in Sachen Motivsuche.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Hallo, Rebus,

mein Wissen ist sehr karg, was die private Seite des Opfers anbelangt. Es wäre unseriös, hier ohne einen blassen Schimmer zu spekulieren.
Hätte B.A. am Hahn mit einer Pfadfinderorganisation/Crossport to Haeven-Church Kontakte gepflegt, vermute ich, dass die Polizei solches ermitteln konnte oder davon zu wissen bekam. Dass Frau A. vermisst wurde, hätte diese Organisation vermutlich erfahren und hätte wohl von sich aus über solche Kontakte die Polizei informiert.

Wie ich schon schrieb, kann ich die von dir überlegte Motivmöglichkkeit nicht ausschließen. Mehr ist mir leider nicht möglich, intuitiv zu ergründen.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von lindenstein »

Rebus hat geschrieben:
Sonntag, 25. Juli 2021, 14:03:46
Im CtH gibt es nicht nur Jugendgottesdienste, sondern auch Altkleidersammlungen für Flüchtlinge und Pfadfindertreffen. Sehr eng mit diesem Ort verbunden ist der Stamm Sohren (bei Lautzenhausen) der besagten katholischen Pfadfinderschaft St. Georg.
Man kann hier gerne nachlesen. Ohne das mit der oder dem CtH zu wissen, hatte ich in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Täterschaft auch in Bezug zu den Flüchtlingen welche zu der Zeit auch am Hahn ansässig gewesen sind in Verbindung stehen könnte.

Ich meine geschrieben zu haben, nach dem Fund der sterblichen Überreste, wird die Kripo ggf. schon aufdröseln, ob hier X/Y, Flüchtlinge, Kollegen oder ein Sonstiger, der Birgit kannte, anhand der DNA überführt wird..
Alle meine Beiträge spiegeln meine Meinung und ich kann auch völlig daneben liegen.

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Re: MORDFALL BIRGIT AMEIS -- Diskussion

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

lindenstein hat geschrieben:
Montag, 26. Juli 2021, 19:31:49
Man kann hier gerne nachlesen. Ohne das mit der oder dem CtH zu wissen, hatte ich in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Täterschaft auch in Bezug zu den Flüchtlingen welche zu der Zeit auch am Hahn ansässig gewesen sind in Verbindung stehen könnte.

Ich meine geschrieben zu haben, nach dem Fund der sterblichen Überreste, wird die Kripo ggf. schon aufdröseln, ob hier X/Y, Flüchtlinge, Kollegen oder ein Sonstiger, der Birgit kannte, anhand der DNA überführt wird..

@Lindenstein formuliert: "die Täterschaft auch im Bezug zu den Flüchtlingen ... in Verbindung stehen könnte."

@Rebus sinniert ein Motiv, wonach B.A. aufgrund ihres Wissens über eine Sache zur existentiellen Gefahr für den Täter hätte werden können.

Einen Flüchtling schließe ich bei dieser Tatausführung aus.
Einen Flüchtlingsbetreuer ebenso. Für beide stellte m.E. B.A. keine existentielle Gefahr dar.
Für wen B.A. in der Crossport to Heaven-Church am Flughafen Hahn eine existentielle Gefahr durch ihr Wissen gewesen sein könnte, fällt mir nicht ein.
Wenn B.A. überhaupt einen Kontakt zu dieser Jugendkirche hatte, und diese dort hin und wieder besuchte, dann fehlt mir der Bezug zu einer Gefährlichkeit. Was hätte sie dort machen können? Evtl. eine Kleider- oder Sachspende abgeben? Da komme ich ebenfalls nicht auf ein existenzbedrohliches Wissen.

Für mich ist in dieser Spur kein Motiv eines existenzbedrohlichen Wissens auszumachen, welches eine Gefahr für eine Church-Person gewesen sein könnte, woraus sich ein Mordmotiv gegen B.A. ergeben hätte. Ferner hätte es einer Vereinbarung zu einem Treffen bedurft. Wie sollte dieses - ohne Handyspuren - ausgemacht worden sein?

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