MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

ÄLTERE, NEU AUFGEROLLTE MORDFÄLLE
ÖFFENTLICHE DISKUSSION
Fälle: [NEU] Baby "Sabrina" (neugeboren †), Büdingen, 1999
Melanie Frank, Cornelia G. (Ilmenau), Claus & Zohre Lange, Domenico Lorusso, Martina Posch, Claudia Ruf, Jutta Viets, Vanessa Wardelmann & Anja Witt, Bärbel Werner
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U.s.1 883
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von U.s.1 883 »

HALTE ICH AUCH FÜR EINEN WICHTIGEN BAUSTEIN

Posch, Leonhard, deutsch-österreichischer Bildhauer und Medailleur, * 7.11.1750 Finsing Fügen (Tirol), † 1.7. oder 21.6.1831 Berlin; 1766-72 ausgebildet von dem salzburg. Hofbildhauer J. Hagenauer, mit diesem 1774 nach Wien, eine Erkrankung 1775/76 zwang ihn zur Aufgabe der Großbildhauerei. Seit etwa 1785 war er überwiegend als Medailleur tätig. 150 Plaketten entstanden in Wien, darunter 2 Porträts seines Freundes Mozart (1788 und 1790). 1803 Reise nach Deutschland, die ihn über Hamburg nach Berlin führte; 1803/04 bis 1810 widmete er sich nur noch der Medaillenkunst. Es entstanden v.a. Gips- und Eisengüsse. Durch Denon, Generalinspekteur der franz. Museen, kam er 1810-14 nach Paris; dort schuf er nach dem Leben eine kaum spannhohe Büste Napoleons (Weimar, Goethe-Mus.). M. 1814 ging P. nach Berlin, er wurde Lehrer des Modellierens an der Kunstakad., 1816 deren ordentl. Mitglied und Prof. Von P. sind 800 Bildnisse erh., die leider nicht alle identifiziert werden können. 1907 kam sein Nachlaß an das Berliner Münzkabinett. Unter seinen Plakettenbildnissen befinden sich zahlreiche Vertreter der Aristokratie, Staatsmänner und Heerführer, Gelehrte und Beamte, Künstler und Ärzte, aber auch einfache Bürger. Die Plaketten P. s sind stets einseitig. Durch Bossieren mit rosa Wachs, mit einer Unterlage von dunkelblauem Glas und Vervielfältigungen in Gips, die er aus einer negativen Abformung mit Leimwasser imprägnierte, stellte er Eisengüsse und Zinnabformungen her. Er arbeitete auch für die kgl. Porzellanmanufaktur (hierfür entstanden 150 Biskuitausformungen) sowie für die Berliner, Sayner und Gleiwitzer Eisenhütte. Zu seinen wichtigsten Werken zählen ein Bildnis der Königin Luise (1810), des Prinzen Louis Ferdinand (1806), Alexanders von Rußland (1805), der franz. Generäle Jerôme und Murat, Schillers (1809), Ifflands (1809), Scharnhorsts, dann der Maria Pawlowna, Erbherzogin von Weimar (um 1816), der Sängerin Angelica Calalani. Als Höhepunkt seines Schaffens entstand noch 1827 eine Goetheplakette, es folgten 1828 Alexander von Humboldt und schließlich ein Selbstbildnis.

H. Schmitz, Berliner Eisenkunstguß, Mü. 1917; W. Traumann, Der Medailleur L. P. (FS W. Brambach, Karlsruhe 1916); E. Hintze, Gleiwitzer Eisenkunstguß, Breslau 1928; L. Frede, L. P., ein Reliefbildner der Goethezeit (ZfKW XII, 1958); M. Bernhart, Medaillen u. Plaketten, Brs. 19663.

[Lexikon der Kunst: Posch. Lexikon der Kunst, S. 26484
(vgl. LdK Bd. 5, S. 712 ff.) (c) E. A. Seemann]
Die Illusion der Demokratie lebt von der Vertuschung staatlicher Rechtsbrüche, und leider verliert sich selbst die Standfestigkeit ursprünglich integerer Persönlichkeiten allzu oft in den Sümpfen der Politik.

AngRa
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Nach langer Zeit gibt es mal wieder einen aktuellen Zeitungsbericht zum Stand der Ermittlungen im Mordfall Martina Posch, dem sog. "Mondseemord". .

Im Wesesentlichen gibt es keine neuen Erkenntnisse. Das Ergebnis, der im Juli in Auftrag gegebenen DNA Untersuchung steht noch aus. Die Auswertung der Ermittlungsakten im Frühjahr 2021 hat keine neuen Ansatzpunkte geliefert. Gleichwohl wurde wohl alles mal nach neuesten Erkenntnissen aufgearbeitet.
Auch ein mit in der Zwischenzeit entwickelten neuartigen wissenschaftlichen Methoden untersuchter Spurenrest unter einem Fingernagel der Leiche lieferte zwar ein „in gewissem Grad verwertbares DNA-Fragment“, das auf einen Mann als allfälligen Täter hindeute, berichtete der Chef des Landeskriminalamtes Gottfried Mitterlehner. Ein Abgleich wäre aber nur mit einem Tatverdächtigen möglich. Aktuell läuft der Abgleich mit einem Mann, der einst ein Naheverhältnis zum Opfer gehabt hat. Wirklich große Hoffnungen setzen die Ermittler in diese Analyse aber nicht, es handelt sich eher um einen Routinevorgang. Es bestehe kein dringender Tatverdacht gegen den Betreffenden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft Wels.
Im heurigen Frühjahr habe das Landeskriminalamt eine Sonderarbeitsgruppe eingerichtet, um alles im Akt neuerlich und „nach allen Regeln der Kunst, die heute zur Verfügung stehen“, zu überarbeiten, schilderte Mitterlehner. Zur Bewertung der vorhandenen Fakten und gesicherten Spuren wurden auch Personen herangezogen, die mit dem Fall bisher nichts zu tun gehabt hatten und somit unvoreingenommen waren. Es seien aber keine neuen tragfähigen Ansätze gefunden worden, bedauerte der LKA-Chef. So deute alles daraufhin hin, dass der Fall vorerst ungeklärt bleibe. Der Akt bleibe aber auch weiterhin „nicht geschlossen“. Die nunmehr durchgeführte „feine, saubere Arbeit“ sei eine gute Grundlage bei künftigen Ermittlungen.
https://www.tt.com/artikel/18426157/mor ... ungeklaert

AngRa
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Es gibt ein neues Buch "Die Tote im Mondsee - Das Mädchen Martina Posch" von Herbert Blaichinger.

Blaichinger scheint einen speziellen Verdacht zu haben. Es ist neu, dass er die Frage so direkt stellt, ob Martina Posch in ihrem Elternhaus getötet worden sein könnte. Auch die Sache mit dem Pullover wägt er ab. Diese Einzelheit war mir bislang nicht bekannt. Sie hat offenbar am Abend vor ihrem Verschwinden einen Pullover getragen, den sie dann am Tag ihres Verschwindens auch noch getragen hat.
Unter anderem stellt Blaichinger, der gemeinsam mit Martina Poschs damaligem Freund Herbert B. eine Recherchegemeinschaft gebildet hat, die Frage, ob das Opfer möglicherweise im Elternhaus ermordet worden sein könnte. Fragen wirft auch ein Pullover auf, mit dem die Leiche gefunden wurde. Herbert B. erinnert sich, dass sie ihn auch am Vorabend vor ihrem Verschwinden getragen hatte und sie „nie im Leben“ ein gleiches Kleidungsstück zwei Tage hintereinander getragen hätte.

https://www.tips.at/nachrichten/voeckla ... tina-posch

AngRa
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Hier werden neue Recherche-Ergebnisse zusammengefasst:
Neue Fakten:

Wurde Martina im Haus getötet? Und was ist mit dem Pullover?

Ist Martina schon in ihrem Elternhaus zu Tode gekommen? Immerhin ist sie laut Polizei mit „ungewöhnlicher Handstellung“ erwürgt worden, was auch auf eine Frau als Täterin hinweisen hätte können. Doch die Polizei glaubt heute noch nicht an eine Tötung im Haus. Es sei zu wenig Platz gewesen, um ihr jene Verletzungen zuzufügen, die sie erlitten hat (Hämatome u.ä.). Hat sie eventuell den Kakao und das weiche Ei früher gegessen als angenommen, etwa am Abend vor der Tat?

Und warum Martina bei ihrer Auffindung jenen Pullover, den sie auch am Vorabend getragen hat, als sie mit Herbert unterwegs war? „Nie im Leben“, sagt ihr Freund Herbert B, „hätte ein gleiches Kleidungsstück zwei Tage hintereinander getragen.“ Martina war modebewusst, der Pullover aber alt, ausgewaschen und viel zu groß. Er stammte aus Herberts Besitz und wurde von Martina nur getragen, wenn ihr kalt war.
Und weiters: Martina bewahrte - sollten meine Informationen stimmen – in ihren Jeanstaschen Ohrenringe auf. Was wollte sie damit? Die Polizei hat darauf wohl ebenso wenig schlüssige Antworten wie ich.



Eine weitere Frage: Warum konzentrierte sich die Polizei so lange Zeit auf einen Verdächtigen, der unschuldig war? Leopold K.war neben Herbert B. einer der ersten Verdächtigen. Erst der DNA-Test 2012 entlastete ihn endgültig. Der Mord aber geschah 1986. Die Annahme, Leopold K. könnte der Täter sein, war von Anfang an ein Stück weit kurios. Martina hätte nämlich rund vier Kilometer durch die Stadt Vöcklabruck gehen müssen, um zu ihm zu kommen. Und das, ohne gesehen oder wahrgenommen zu werden.

Und die Mutter?
Ohne der mittlerweile verstorbenen Mutter nahetreten zu wollen:
Warum weigert sich eine Mutter, die noch am selben Abend des Verschwindens von Martina größte Besorgnis zeigt, ihre Tochter zu identifizieren? Warum sucht sie kein einziges Mal die Leichenhalle auf, in der ihre tote Tochter aufgebahrt ist?
Und warum gibt es lt. Zeugenaussagen in ihrem neuen Zuhause in Waldkraiburg kein Foto als Erinnerung an die tote Tochter?

Jeder mag hier seine eigenen Schlüsse ziehen.

Norbert Blaichinger
https://www.ml24.at/interessantes/marti ... nach-15822

Widasedumi
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von Widasedumi »

Der Gesichtsausdruck der Mutter auf dem Bild von der Beerdigung passt 100%ig zum letzten Abschnitt der Recherchen-Zusammenfassung.

Meine Beiträge sind meine subjektive Meinung.
Ich bemühe mich um Wahrhaftigkeit, kann aber irren.

AngRa
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Re: MORDFALL MARTINA POSCH (17 †), VÖCKLABRUCK/MONDSEE, 1986

Ungelesener Beitrag von AngRa »

Zu Blaichingers Rechercheteam gehört der Freund von Martina Posch und der wird im Bilde sein, wie das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter war.

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