MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

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Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Widasedumi » Sonntag, 25. April 2021, 16:05:05

Widasedumi hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 09:32:48
Nicht zuständig für die Rechtsprechung in diesem Fall sind alle, die das Urteil kritisieren. Sie können nur von außen, und damit nur von einer unvollständigen Perspektive aus kritisieren.
Die Urteilskompetenz hängt nicht von Außenstehenden ab und diese in Frage zu stellen, finde ich persönlich vermessen. Dagegen werde ich immer argumentieren.
Assis hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 10:43:26
Genau, aber das würde dann sowohl für alle negative Kritiker als auch für alle positive Kritiker gelten.
Hier möchte ich betonen, dass ich Urteilskritiker und Urteilsbefürworter nicht auf gleicher Ebene verorte. Der Urteilskritiker hat aufgrund seiner unvollständigen Perspektive keine Beurteilungskompetenz einer Gerichtskammer. Wenn er es dennoch tut, verhält er sich anmaßend.
Assis hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 14:16:31
Jetzt sagst du, wenn ich es richtig verstanden habe, dass die Befürworter dieser Gerichtsentscheidung Recht haben, weil davon ausgegangen werden muss, dass die Richter ihre Arbeit gut machen, Punkt
Nein! Ich bin kein Beurteiler der Richter, ob sie ihre Arbeit gut oder schlecht gemacht haben. Wenn die Richter aus Mangel an Beweisen die Frau freigesprochen hätten, hätte mir das Urteil zwar nicht gefallen, aber ich hätte es akzeptiert, ohne dass ich mich über die Kammer echauffiert hätte.

Es geht nicht um ein gutes oder schlechtes Urteil an sich, sondern es geht darum, ob ich damit zufrieden bin. Ob mein Gerechtigkeitsempfinden wieder in Balance ist. Bei der Lolita Brieger wurde der Mörder oder Totschläger freigesprochen, weil der Mord nicht eindeutig nachweisbar war und der Totschlag verjährt war. An der Kammer übe ich keine Kritik. Aber das Urteil hat mir nicht gefallen und es hat mein Gerechtigkeitsempfinden nicht in Balance gebracht. Nur in meinem Glauben an Gott kann ich das kompensieren.
Assis hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 14:16:31
Ich möchte der Justiz gegenüber nicht respektlos sein, aber es ist nicht ohne Grund, dass nach einer Gerichtsentscheidung eine Möglichkeit besteht
Berufung dagegen einlegen.
Die Justiz macht auch Fehler, wenn auch nicht oft.
Für die Fehler der Justiz gibt es die Revisionsmöglichkeit. Dieses Urteil hat Bestand gehabt. Und trotzdem kann die Verurteilte weiterhin ihr Glück versuchen und vielleicht eine Wiederaufnahme des Falles erreichen.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Assis » Sonntag, 25. April 2021, 14:16:31

@Widasedumi
Ich denke, wir verstehen uns falsch. Ich habe über die Tatsache gesprochen, dass sowohl Befürworter als auch Gegner für ihr Urteil über dieses Gerichtsurteil sich auf die gleichen öffentlichen Informationen stützen, aber okay.

Jetzt sagst du, wenn ich es richtig verstanden habe, dass die Befürworter dieser Gerichtsentscheidung Recht haben, weil davon ausgegangen werden muss, dass die Richter ihre Arbeit gut machen, Punkt.

"Der Urteilsbefürworter erkennt die Beurteilungskompetenz der Kammer unabhängig vom Urteil an."

Ich möchte der Justiz gegenüber nicht respektlos sein, aber es ist nicht ohne Grund, dass nach einer Gerichtsentscheidung eine Möglichkeit besteht
Berufung dagegen einlegen.

Die Justiz macht auch Fehler, wenn auch nicht oft.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Widasedumi » Sonntag, 25. April 2021, 12:11:34

Assis hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 10:43:26
Genau, aber das würde dann sowohl für alle negative Kritiker als auch für alle positive Kritiker gelten.
Eine positive Zustimmung liegt auf einer anderen Ebene, als eine negative Kritik.
Die positive Zustimmung ist eine Anerkennung der vorhandenen Kammerkompetenz.
Die negative Kritik ist eine Anzweiflung der vorhandenen Kammerkompetenz.

Für meine Zustimmung zur vorhandenen Kammerkompetenz war nicht der Ausgang des Prozesses entscheidend. Der Prozess war offen. Der Leiter der Kammer war souverän, fair und gründlich. Der Verteidiger machte auch einen guten Job für seine Mandantin. Man konnte nicht sagen, ob es einen Freispruch oder eine Verurteilung gibt.

Meine Anerkennung der Kammer beruht nicht auf dem Ausgang des Urteils. Ich hoffte auf eine Verurteilung, aber ich hätte auch einen Freispruch akzeptiert, weil ich eben die Beurteilungskompetenz der Kammer nicht an ein Urteil binde, das mir gefällt oder nicht gefällt.

Der Kritiker hingegen maßt sich an, an der Beurteilungskompetenz dann zu zweifeln, wenn ihm das Urteil nicht gefällt.
Der Unterschied zwischen den Urteilskritikern und den Urteilsbefürwortern ist der, dass der Urteilskritiker der Kammer eine falsche Entscheidung unterstellt, obwohl ihm der interne prozessuale Bewertungsaustausch der Kammermitglieder bezüglich der Beurteilung von Zeugen, Indizien und Beweisen unbekannt ist. Das sind aber elementare Vorstufen in der Strafprozessordnung, um zu einem verantwortungsvollen intersubjektiv abgestimmten Urteil zu kommen.

Der Urteilsbefürworter erkennt die Beurteilungskompetenz der Kammer unabhängig vom Urteil an.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Assis » Sonntag, 25. April 2021, 10:43:26

Widasedumi hat geschrieben:
Sonntag, 25. April 2021, 09:32:48
Nicht zuständig für die Rechtsprechung in diesem Fall sind alle, die das Urteil kritisieren. Sie können nur von außen, und damit nur von einer unvollständigen Perspektive aus kritisieren.
Genau, aber das würde dann sowohl für alle negative Kritiker als auch für alle positive Kritiker gelten.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Widasedumi » Sonntag, 25. April 2021, 09:32:48

Das im Mordfall des Seniorenpaares Schemmer gefällte Urteil war so fundiert, dass es bis heute Bestand hat. Die Kammer war zuständig für die Beweiswürdigung und für das Urteil. Sie hat die Beweise gewürdigt und sie ist zu einem Urteil gekommen. Die Kammer hatte den Auftrag, Recht für das gesamte Rechtssystem zu sprechen und sollte dabei auch den Opfern gerecht werden. Das Gericht muss wahrhaftig sein. Es hat mit diesem Urteil einen anspruchsvollen Dienst geleistet.

Nicht zuständig für die Rechtsprechung in diesem Fall sind alle, die das Urteil kritisieren. Sie können nur von außen, und damit nur von einer unvollständigen Perspektive aus kritisieren.

Das gesamte kammerinterne Reflektieren nach jedem Prozesstag fehlt den Außenstehenden. Da sind mindestens fünf neutrale unvoreingenommene Personen, die nichtöffentlich ihre Eindrücke gezielt austauschen können. Damit ist die Chance gegeben, von der individuellen Subjektivität zur Intersubjektivität zu kommen und sich dabei gegenseitig zu ergänzen. Die Eindrücke werden intersubjektiv strukturiert und gewichtet. Man kann beraten welche Zeugen man noch hören möchte und warum, sowie auch, was man noch näher ausleuchten möchte. Hierdurch entsteht ein vertieftes Verstehen für die Umstände des gesamten Fallgeschehens, welches Außenstehende nicht haben. Hier können selbstverständlich auch mögliche Handlungsmotive erörtert werden. Die Mitglieder der Kammer können in ihrer Rolle der gezielten Vorbereitung, des Hörens am Sitzungstag und des intensiven Verarbeitens zu einer optimalen Erschließung des Fallgeschehens und seiner Bedingungen gelangen.

Kritik ist erlaubt. Die verurteilte Frau hat das Recht, alle Möglichkeiten für sich zu nutzen. Sie arbeitet nur für sich und ihre eigenen Interessen. Ein Täter und seine Angehörigen dürfen straflos lügen und falsche Spuren legen.

Der Auftrag der Kammer nach Rechtsprechung und das Bestreben eines Verurteilen nach Freikommen liegen auf ganz verschiedenen Ebenen und Verantwortlichkeiten. Die eine Ebene steht für den Fall als Ganzes. Die andere Ebene steht für das Interesse einer einzelnen Person.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Undercover » Sonntag, 18. April 2021, 10:35:49

Widasedumi hat geschrieben:
Samstag, 17. April 2021, 16:22:40
Das ist deine Meinung, Duchonin.
Das ist nicht nur seine Meinung -sondern auch meine! Auch wenn ich sie für die wahrscheinliche Täterin halte, so wurde ihr das nicht zweifelsfrei(!) nachgewisen. Wir haben hier keine Siegerjustiz wo man sich eine Indizienkette zurecht macht und Leute wegsperrt, sondern eine solche die beweisen muss. Im Fall Rebecca aus Berlin spricht auch alles für den Schwager, aber er wurde 2x frei gelassen.

Es geht nicht nur darum unschuldige Menschen zu verurteilen, sondern um die sensible juristische Grenze die einen Rechtsstaat ausmacht.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Agatha Christie » Samstag, 17. April 2021, 21:26:00

@Conny
Danke für den Tipp, ich habe die Sendung gerade getimt.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Conny » Samstag, 17. April 2021, 19:00:46

Samstag, 24. April 2021, 21:45 bis 23:15 Uhr auf NDR

Mord ohne Beweise

Wurde Henrike Schemmer zu Recht verurteilt?
Ein neuer und komplexer Fall für Profiler Stephan Harbort.

Der NDR strahlt die Doku in voller Länge aus.

https://www.ndr.de/fernsehen/programm/e ... 13164.html

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Widasedumi » Samstag, 17. April 2021, 16:22:40

Duchonin hat geschrieben:
Samstag, 17. April 2021, 11:31:32
"Ich weis nicht, ob sie die Tat begangen hat, aber die im Urteil aufgeführten Gründe reichen nicht für eine Verurteilung"
Das ist deine Meinung, Duchonin. Ich zweifle nicht an der richtigen Entscheidung der Kammer. Die Kammer hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der Kammervorsitzende hat auf mich einen besonders verantwortungsvollen, neutralen und souveränen Eindruck gemacht. Ich denke, dass die gesamten Mitglieder der Kammer diesen Entscheidungsfall ebenso gut beurteilt haben und dass auch sie es sich nicht leicht gemacht haben.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Duchonin » Samstag, 17. April 2021, 11:31:32

Hier gilt m.E. das Gleiche, was einer der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands Dr. Gerhard Strate in einem anderen Fall sinngemäß gesagt hat:

"Ich weis nicht, ob sie die Tat begangen hat, aber die im Urteil aufgeführten Gründe reichen nicht für eine Verurteilung"

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Gast » Dienstag, 22. Dezember 2020, 02:34:47

Ich habe mir heute diese "Doku" angeschaut. Der Fall war mir nicht bekannt.
Danach habe ich im Netz gesucht nach Schemmer und bin u.a. auf dieses Forum gestoßen.
Ich habe sozusagen keine Ahnung.

Folgendes brachte mich aber bei der "Doku" ins Grübeln:

Die Verurteilte gab als Alibi an sich mit dem Pkw umzubringen zu wollen.
Dann fuhr sie doch mit dem Pkw der von ihr deshalb in die Werkstatt gerbacht wurde, weil der nicht intakt war.
Habe ich da was falsch verstanden?

Allerdings, rein spekulativ, wäre die Suizidabsicht durchaus eine Möglichkeit, die einem nach einem derartigen Verbrechen durchaus durch den Kopf gehen könnte.

Grüße ins Forum
Der Ahnungslose

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von grummelelse » Donnerstag, 10. Dezember 2020, 16:11:49

Ich bin der Meinung das dort noch etwas übersehen worden ist. Der Täter ist von vorne auf den Ehemann zugegangen und dieser wurde mit 3 Messerstichen (sowie ich es in der Dokumentation gesehen habe) getötet. Er hat nicht geschrien oder so? Und seine Ehefrau bleibt seelenruhig im Bett liegen? Der Motorradfahrer äisserst merkwürdig! Und in der Zeitspanne ist so etwas denke ich nicht zu schaffen. Die haben einen Schuldigen gesucht und da kam Fr. Schlemmer gerade recht.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Iven » Montag, 02. November 2020, 15:49:07

Gast hat geschrieben:
Sonntag, 01. November 2020, 23:34:32
Was hat den der Komissar Lauxen zu dem Hinweis gesagt und wie hat er ihn bewertet?

KHK Lauxen hat sich bedankt und war sehr interessiert an dem Hinweis. Da die Sichtungszeugin die andere Person - Rike Schemmers Begleiter - von früher her persönlich kannte und auch Rike Schemmer aufgrund des damals zeitweilig veröffentlichten Zeugenaufrufs mit einem Bild von ihr (kurze, rote Haare; sehr groß) im Nachhinein erkannte, stufte er - sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe - die Zeugin als glaubwürdig und den Hinweis als durchaus wichtig ein.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Gast » Sonntag, 01. November 2020, 23:34:32

Iven hat geschrieben:
Donnerstag, 29. Oktober 2020, 13:31:25
Es gibt übrigens eine Sichtungszeugin, die weder im Gerichtsurteil auftaucht noch dem Gericht überhaupt bekannt ist, da ihr Hinweis erst nach dem Prozessende einging. Diese Zeugin hatte wenige Tage vor der Tat Rike Schemmer zusammen mit einer anderen Person in Koblenz (nur wenige Autominuten vom Wohnhaus der Schemmers senior entfernt) gesehen. Den Hinweis hatte ein damals enges Mitglied dieses Forums erhalten und wurde von uns - nach Verifizierung - an den zuständigen KHK Lauxen (via Telefon) weitergeleitet.

Was hat den der Komissar Lauxen zu dem Hinweis gesagt und wie hat er ihn bewertet?

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Widasedumi » Sonntag, 01. November 2020, 01:53:11

Undercover hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 20:14:35
Für mich kam dieser Zeuge aus Sicht des Gerichts "wie gerufen".
Es sollte eben vom Schicksal so sein, welches wir Menschen nicht in der Hand haben, und welches auch HS nicht in der Hand hatte, bei aller Cleverness.
Undercover hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 20:14:35
So eine Aussage hätte man in einer stärkeren Indizienkette wahrscheinlich gar nicht erst aufgenommenen...
Diese Unterstellung, dass die Richter die Glaubwürdigkeit daran messen, wie stark die Indizienkette ist, lehne ich ab.
Die Richter haben den Zeugen sehr lange auf seine Glaubwürdigkeit geprüft und dieses Ergebnis war entscheidend.
Der Zeuge hätte die 10 000 € einstreichen können und sein Zeugengeld noch dazu. Hat er aber nicht.
Er war Behördendistanziert und wollte von ihnen keine Zuwendungen. Und trotzdem kam er einer Zeugenpflicht nach.
Er hatte auch keinerlei Belastungseifer und er wusste gar nicht, welchen Stellenwert seine Aussagen in dem Gesamtgefüge haben würden.
Er interessierte sich nicht fürs Fernsehen und schottete sich gegen die Informationsflut von Medien eher ab.
Doch seine Darlegung der Eselsbrücken zwischen dem Autokennzeichen und seiner Lebenswelt musste den Richtern eingeleuchtet haben.
Sicher hat er noch andere solcher angewandter Merkhilfen vorbringen können in anderen Lebensbereichen.
Und von seinen geistigen Fähigkeiten, seinen Vorlieben, seiner Tätigkeit, seine Hobbys, seine Interessen hat man sich auch einen
Eindruck verschafft und ihn wohl auf die Kompatibilität mit dieser zur Debatte stehenden Wahrnehmungseigenschaft abgecheckt.
Nur davon sind die Richter zu ihrer Auffassung gekommen.

Und diese Auffassung ist unabhängig von der Fall-Lage gewesen. Das ist meine Überzeugung. Schließlich hat auch der Staranwalt
von HS die Befragung des Zeugen miterlebt. Er durfte selbst Fragen stellen und sich eine Meinung bilden. All das macht mich
sicher, dass der Motorradzeuge das Gericht von seiner Seriosiät überzeugte.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Undercover » Samstag, 31. Oktober 2020, 20:14:35

Rübezahl hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 19:45:23
Also, kurz und gut, es geht nicht darum was wir hier glauben.
Sondern das Gericht hat ihm geglaubt.
Ja, sicher. Aber deshalb sind ja solche Foren da um mal eine andere Meinung zu haben...

Für mich kam dieser Zeuge aus Sicht des Gerichts "wie gerufen". So eine Aussage hätte man in einer stärkeren Indizienkette wahrscheinlich gar nicht erst aufgenommenen.... ;)

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Rübezahl » Samstag, 31. Oktober 2020, 19:45:23

Undercover hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 19:08:48
Scheint aber öfters Stress zu haben..... 8-)



Na eben nicht. Das Kennzeichen war in der Öffentlichkeit bereits bekannt und es war auch bekannt, dass die Tat in Koblenz stattfand. Beweisen würde was, wenn das Kennzeichen nicht öffentlich wäre und er bevor die Ermittlungen bekannt waren aussagt mit Datum, Uhrzeit usw. DAS wären für mich stichhaltige Beweise.

Man muss sich auch mal anders rum die Frage stellen: Hätte so eine Mottoradfahrer-Aussage die Beschuldigte entlastet (bei der bestehenden Indizienkette) wenn der Vorfall sich 400km in die andere Richtung ereignet habe? Na?
Sicher, hat es aber nicht.

Er hat sich ja erst durch die Veröffentlichung des Kennzeichens melden können.

Ich denke der springende Punkt seiner Glaubwürdigkeit war schlicht, dass er sich entgegen seiner Abneigung gegen Behördenkram, trotzdem entschloss auszusagen. Wenn er sich des Kennzeichens und des Automodells und sogar des Details der kleinen Radkappen nicht sicher gewesen wäre, dann hätte er doch auf jeden Fall vermieden in die Sache verwickelt zu werden. Die Abneigung davor war sogar so groß, dass er noch nicht mal die Belohnung angenommen hat.
Also, kurz und gut, es geht nicht darum was wir hier glauben.
Sondern das Gericht hat ihm geglaubt.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Undercover » Samstag, 31. Oktober 2020, 19:08:48

Rübezahl hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 18:35:57
Er hat sich zur Gewohnheit gemacht sich Kennzeichen zu merken, mit denen er „Stress“ hatte!
Scheint aber öfters Stress zu haben..... 8-)
Rübezahl hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 18:35:57
Das Kennzeichen beweist nur dass das Auto wohl dann in Koblenz war.
Na eben nicht. Das Kennzeichen war in der Öffentlichkeit bereits bekannt und es war auch bekannt, dass die Tat in Koblenz stattfand. Beweisen würde was, wenn das Kennzeichen nicht öffentlich wäre und er bevor die Ermittlungen bekannt waren aussagt mit Datum, Uhrzeit usw. DAS wären für mich stichhaltige Beweise.

Man muss sich auch mal anders rum die Frage stellen: Hätte so eine Mottoradfahrer-Aussage die Beschuldigte entlastet (bei der bestehenden Indizienkette) wenn der Vorfall sich 400km in die andere Richtung ereignet habe? Na?

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Rübezahl » Samstag, 31. Oktober 2020, 18:35:57

Das hat doch keiner gesagt, dass er sich ALLE anderen Kennzeichen auf Tour gemerkt hat. Das ist ja total an den Haaren herbei gezogen. Er hat sich zur Gewohnheit gemacht sich Kennzeichen zu merken, mit denen er „Stress“ hatte!

Das Kennzeichen beweist nur dass das Auto wohl dann in Koblenz war.

Re: MORDFALL SCHEMMER -- Nachbetrachtung

von Undercover » Samstag, 31. Oktober 2020, 18:23:54

Rübezahl hat geschrieben:
Samstag, 31. Oktober 2020, 13:03:38
...und der Vergleich mit den 30 Autos und nach einem Jahr nach dem Kennzeichen der Nummer 17 zu fragen hinkt gewaltig.
Wieso? Das ist gängige Praxis, dass wenn ein Täter von Zeugen erkannt werden soll - die Polizei dann mehrere Personen präsentiert, die in Frage kämen und ähnlich aussehen. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass Zeugen 50:50 Entscheidungen treffen sollen oder Roulette spielen. D. H. also, sie müssen von mehreren Personen GLEICH
und BESTIMMT auf den einen zeigen.

Dass man sich bestimmte (lustige, komische) Kennzeichen einprägt kann ich ja noch verstehen - aber dass sich ein Motorradfahrer stets beim Ausfahren fürsorglich alle Kennzeichen merkt und aufschreibt, finde ich mehr als fraglich. Zum anderen habe ich nicht verstanden welche Beweiskraft die aufgeschriebenen Kennzeichen haben sollen - zumal ER ja wegen einer ähnlichen Situation belangt wurde. Und welchen Tatbestand soll ein Kennzeichen beweisen? Im besten Fall hat man Aussage gegen Aussage...

Was völlig anders wäre, wenn er auf dem Helm eine Dashcam gehabt hätte - aber so ist die Aussage für mich (!) zu dünn!!

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