von Gast » Donnerstag, 05. November 2026, 14:37:33
Wiesenblume hat geschrieben: ↑Mittwoch, 04. November 2026, 22:36:47
Am Samstag war der Abi Ball von Karen. Ich gehe davon aus, dass der Täter das wusste. Und dieser fand genau zu der Zeit der eigentlichen Anrufe statt. Da Chris am Samstag sowieso immer in Lübbecke weilte, hätte ich ihn an Ingrid Liebs Stelle mit auf diesen Abi Ball eingeladen.
Karen hätte ihn eingeladen, oder auch nicht. Nicht Ingrid Liebs.
Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 09:00:16
Aber hätte der Täter nicht eh damit rechnen müssen,dass Fraukes Familie eh beim Handy "wacht" ? Das ist z. B. eine Sache, die ich deutlich schwerer greifen kann als das nicht aufgetriebene Diktiergerät. Spätestens ab dem zweiten Anruf hätte ich vermutet, dass rund um die Uhr ein Mitglied von Fraukes Familie in der Nähe von Chris Handy gewesen wäre.
Auch das relativ frühe "Aufgeben" beim letzten Anruf finde ich als Außenstehende mit den bekannten Informationen überraschend.
Womit der Täter alles gerechnet haben soll, was er wegen diesem oder jenem Timing augenscheinlich sicher gewusst hat oder auch nicht, wen Frauke sonst noch alles hätte anrufen können - vielleicht ging es einfach darum, die Geschichte eines selbstbestimmten (und hinreichend harmlosen) Fernbleibens weiter zu kolportieren, nachdem das am Donnerstag mit dem ersten Anruf initial so präsentiert worden war. Also so ganz ohne das Tun und Lassen und Befinden aller möglichen Umfeldpersonen groß zu berücksichtigen, sondern vielmehr genauso unprätentiös wie es als Botschaft gemeint war.
Klar macht man sich im Nachgang in Kenntnis des weiteren Verlaufs wunder weiß was für Gedanken, was alles hätte sein können, geht von einem Tatverlauf aus, der genauso war wie vom Täter geplant (Warum? Weil Frauke tot ist und er nicht erwischt wurde? Gewagte Schlussfolgerung...). Aber bei Licht betrachtet erscheint mir das wiederholte Anrufen bei Chris mit (bis Sonntag) recht ähnlicher Art und Botschaft eher dafür zu stehen, dass man da weder tiefe Einblicke ins Befinden des Umfelds hatte noch sowas groß bedacht und in ein detailliert gestaltetes Anruftheater umgesetzt hätte. Nein, das war doch viel simpler.
Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 09:00:16
Am Montag fiel der Anruf ganz aus. Warum hätte der Täter das nicht auch am Samstag so machen sollen?
Frauke war bis Sonntag am Telefon recht stabil, konnte die Anrufe soweit gut tätigen, keine augenscheinlichen klaren Anzeichen von Todesangst, Fassungsverlust, Panik usw.
Am Dienstag war sie völlig anders drauf. Mir offensichtlich, dass es da zwischen Sonntag Abend und Dienstag Abend eine qualitative Veränderung in ihrer Situation gegeben hat. Innerlich auf jeden Fall, aber ich nehme an auch bei den Rahmenbedingungen, etwa Äußerungen/Verhalten/Haltung des Täters. Gut denkbar, dass Frauke am Montag psychisch nicht in der Lage oder aber nicht kooperationsbereit war zu telefonieren. Oder der Täter realisiert hat, dass ihre täglichen Anrufe zur unglaubwürdigen Farce werden mussten, wenn sie dann jedesmal nicht wie angekündigt heimkommt. Vielleicht fand man das Ganze nach dem Sonntag-Anruf einfach zu idiotisch?
Ob der Täter den Montag-Anruf "ausfallen ließ" und den Samstag-Anruf doch genauso gut hätte "ausfallen lassen" können - klar kann man davon ausgehen, dass das in seiner Entscheidungsgewalt gelegen hätte. Aber angerufen und gesprochen hat Frauke. Den Anruf von Frank entgegengenommen hat Frauke. Beim letzten Telefonat hat Frauke minutenlang ein Gespräch geführt, das so im Einzelnen jedenfalls nicht vorbesprochen war und insgesamt dem Duktus der vorigen Telefonate zuwider lief. Der Täter war da anzunehmend natürlich dabei, hat das Gespräch aber nicht abgebrochen und es gibt zumindest im Protokoll keine Stelle, wo man meinen könnte, dass sich da Fraukes Auftreten schlagartig ändern würde (weil der Täter ihr entsprechend was signalisiert hätte, Drohung...), auch Chris und Karen, die ja einiges über ihren Eindruck von dem Telefonat berichteten, haben zumindest öffentlich nicht von so etwas gesprochen. Und das wäre doch augenfällig gewesen, wenn man eh schon die naheliegende Möglichkeit sieht, dass sie festgehalten wird. Karens "irgendwie klang das wie ein Abschied" (sinngemäß) spricht dagegen, dass da die Anwesenheit des Täters bzw. dessen Einflussnahme auf den Gesprächsverlauf wahrnehmbar gewesen wäre.
Kurz - nur weil der Täter wohl die Macht hatte zu entscheiden, heißt das nicht, dass Frauke nur die Sprechmarionette für die von ihm vorgegebenen Äußerungen zu von ihm bestimmten Zeiten/Tagen gewesen wäre. Diese Vorstellung ist einfach und Schwarzweiß, eckt aber an mehreren Stellen an.
[quote=Wiesenblume post_id=369295 time=1793828207 user_id=5706]
Am Samstag war der Abi Ball von Karen. Ich gehe davon aus, dass der Täter das wusste. Und dieser fand genau zu der Zeit der eigentlichen Anrufe statt. Da Chris am Samstag sowieso immer in Lübbecke weilte, hätte ich ihn an Ingrid Liebs Stelle mit auf diesen Abi Ball eingeladen.
[/quote]
Karen hätte ihn eingeladen, oder auch nicht. Nicht Ingrid Liebs.
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Aber hätte der Täter nicht eh damit rechnen müssen,dass Fraukes Familie eh beim Handy "wacht" ? Das ist z. B. eine Sache, die ich deutlich schwerer greifen kann als das nicht aufgetriebene Diktiergerät. Spätestens ab dem zweiten Anruf hätte ich vermutet, dass rund um die Uhr ein Mitglied von Fraukes Familie in der Nähe von Chris Handy gewesen wäre.
Auch das relativ frühe "Aufgeben" beim letzten Anruf finde ich als Außenstehende mit den bekannten Informationen überraschend.
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Womit der Täter alles gerechnet haben soll, was er wegen diesem oder jenem Timing augenscheinlich sicher gewusst hat oder auch nicht, wen Frauke sonst noch alles hätte anrufen können - vielleicht ging es einfach darum, die Geschichte eines selbstbestimmten (und hinreichend harmlosen) Fernbleibens weiter zu kolportieren, nachdem das am Donnerstag mit dem ersten Anruf initial so präsentiert worden war. Also so ganz ohne das Tun und Lassen und Befinden aller möglichen Umfeldpersonen groß zu berücksichtigen, sondern vielmehr genauso unprätentiös wie es als Botschaft gemeint war.
Klar macht man sich im Nachgang in Kenntnis des weiteren Verlaufs wunder weiß was für Gedanken, was alles hätte sein können, geht von einem Tatverlauf aus, der genauso war wie vom Täter geplant (Warum? Weil Frauke tot ist und er nicht erwischt wurde? Gewagte Schlussfolgerung...). Aber bei Licht betrachtet erscheint mir das wiederholte Anrufen bei Chris mit (bis Sonntag) recht ähnlicher Art und Botschaft eher dafür zu stehen, dass man da weder tiefe Einblicke ins Befinden des Umfelds hatte noch sowas groß bedacht und in ein detailliert gestaltetes Anruftheater umgesetzt hätte. Nein, das war doch viel simpler.
[quote=Miss_Erfolg post_id=369307 time=1793865616 user_id=11497]
Am Montag fiel der Anruf ganz aus. Warum hätte der Täter das nicht auch am Samstag so machen sollen?
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Frauke war bis Sonntag am Telefon recht stabil, konnte die Anrufe soweit gut tätigen, keine augenscheinlichen klaren Anzeichen von Todesangst, Fassungsverlust, Panik usw.
Am Dienstag war sie völlig anders drauf. Mir offensichtlich, dass es da zwischen Sonntag Abend und Dienstag Abend eine qualitative Veränderung in ihrer Situation gegeben hat. Innerlich auf jeden Fall, aber ich nehme an auch bei den Rahmenbedingungen, etwa Äußerungen/Verhalten/Haltung des Täters. Gut denkbar, dass Frauke am Montag psychisch nicht in der Lage oder aber nicht kooperationsbereit war zu telefonieren. Oder der Täter realisiert hat, dass ihre täglichen Anrufe zur unglaubwürdigen Farce werden mussten, wenn sie dann jedesmal nicht wie angekündigt heimkommt. Vielleicht fand man das Ganze nach dem Sonntag-Anruf einfach zu idiotisch?
Ob der Täter den Montag-Anruf "ausfallen ließ" und den Samstag-Anruf doch genauso gut hätte "ausfallen lassen" können - klar kann man davon ausgehen, dass das in seiner Entscheidungsgewalt gelegen hätte. Aber angerufen und gesprochen hat Frauke. Den Anruf von Frank entgegengenommen hat Frauke. Beim letzten Telefonat hat Frauke minutenlang ein Gespräch geführt, das so im Einzelnen jedenfalls nicht vorbesprochen war und insgesamt dem Duktus der vorigen Telefonate zuwider lief. Der Täter war da anzunehmend natürlich dabei, hat das Gespräch aber nicht abgebrochen und es gibt zumindest im Protokoll keine Stelle, wo man meinen könnte, dass sich da Fraukes Auftreten schlagartig ändern würde (weil der Täter ihr entsprechend was signalisiert hätte, Drohung...), auch Chris und Karen, die ja einiges über ihren Eindruck von dem Telefonat berichteten, haben zumindest öffentlich nicht von so etwas gesprochen. Und das wäre doch augenfällig gewesen, wenn man eh schon die naheliegende Möglichkeit sieht, dass sie festgehalten wird. Karens "irgendwie klang das wie ein Abschied" (sinngemäß) spricht dagegen, dass da die Anwesenheit des Täters bzw. dessen Einflussnahme auf den Gesprächsverlauf wahrnehmbar gewesen wäre.
Kurz - nur weil der Täter wohl die Macht hatte zu entscheiden, heißt das nicht, dass Frauke nur die Sprechmarionette für die von ihm vorgegebenen Äußerungen zu von ihm bestimmten Zeiten/Tagen gewesen wäre. Diese Vorstellung ist einfach und Schwarzweiß, eckt aber an mehreren Stellen an.