von Gast » Freitag, 06. November 2026, 02:38:51
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31
Du hast Recht. Danke für die Aufklärung. Dann fällt auf, dass sie mit jedem Anruf mehr „durfte“, mehr Freiheiten haben konnte bis sie schließlich über 5 Minuten lang telefonieren durfte. Wer weiß, womöglich hätte sie noch länger sprechen dürfen, wäre das Telefonat nicht durch C beendet worden. K hätte mit ihr vielleicht noch länger gesprochen, wenn man sie gelassen hätte.
Darüber kann man nur spekulieren.
Während sie bei ihrem ersten Anruf noch monoton klang und wie auf Drogen, beschrieb sie Bruder Frank bei seinem Telefonat als relativ normal. Wobei hier davon auszugehen ist, dass sie wenig sprach, da ja er eher redete und ihr eine „Ansage“ machte.
Wiederum beim allerletzten Anruf soll sie dann wieder verwaschen und langsam gesprochen haben.
"Mit jedem Mal mehr" sehe ich bei Fr-So nicht unbedingt buchstäblich. Aber Fr-So erscheint in mehreren Aspekten "freier" als der Donnerstag. Der Donnerstag-Anruf wirkt auf mich wie unter großer Anspannung gestaltet, man hat sich genau überlegt, was da zu sagen ist (und was nicht) und hat den Verlauf vorgegeben - vor meinem geistigen Auge sehe ich Frauke mit einem Zettel mit Stichworten. Buchstäblich vorgelesen eher nicht, dann wäre die verräterische Floskel "ich wollte sagen, dass..." rausgefallen. Spielt aber letztlich im Detail natürlich keine Rolle.
Beim letzten Anruf war Frauke mental komplett durch. Erkennbar Verzweiflung, Todesangst, stellenweise Fassungsverlust. Das wird ihr nicht plötzlich bei Beginn des Anrufs gekommen sein, sondern einen zeitlichen Vorlauf gehabt haben. Völlig klar, dass sie da entsprechend klingt, da brauchts keine Drogen oÄ.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31
Glaubst du, der Täter fuhr mit Frauke in ihrer ursprünglichen Kleidung zu den Standorten? Denn ihr Shirt war auffällig rot, sie wurde so ja damals schon gesucht und für ihn muss es ja auch eine enorme Stresssituatiom gewesen sein diese relativ weiten Wege mit ihr zurück zu legen in diesem Outfit. Das ist nun einmal eine Signalfarbe. Das konnte man sich recht einfach merken und hätte das womöglich bei Beoabtungen oder beim Warten an der Ampel sehen können. Kannst du dir vorstellen, dass er sie dafür umgezogen hat?
Oder fuhr er gar nicht mit einem normalen Pkw?
Naja, rot ist zwar eine Signalfarbe, aber als Oberteil ohne Aufdruck oder sonstige auffällige Besonderheiten auch nicht weiter bemerkenswert. Wenn er sich da einen Kopf gemacht haben sollte, hätte er sie auch eine leichte Jacke drüberziehen lassen können, oder einen Hoodie mit Kapuze vielleicht. Ich denke, die Frage hat keine Relevanz, weil es dazu weder irgendwelche Indizien gibt, noch darin irgendwelche weiterführenden Schlussfolgerungen liegen würden.
Was den Stress (Entdeckungsangst) bei den Fahrten angeht: Ich denke es könnte einen wesentlichen Unterschied machen, ob da ein Täter mit vorausgeplanter Entführung und Tötungsabsicht unterwegs war oder einer, für den die Anrufe quasi Bestandteil einer tatsächlich beabsichtigten spätere Freilassung Fraukes waren, der sich als "Entführer" von Öffentlichkeit/Polizei falsch gesehen fühlte. Nur so ein Gedanke.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31
Ich frage mich häufiger, wieso er sie in diesem auffälligen Outfit und diesem roten Shirt abgelegt hat, was ja erheblich dazu beitrug, dass man sie auch aus einer Entfernung hätte sehen können. Und dann denke ich manchmal, dass er sie entweder wieder umgezogen hat extra für diesen letzten Ausflug oder - und das finde ich fast wahrscheinlicher - dass sie die gesamte Woche so bekleidet war und er körperlich mit ihr gar nichts zu tun hatte.
Hätte man sie vielleicht nur 6 Wochen eher gefunden, hätten weitreichende Erkenntnisse vorhanden sein können. Wieso also legt er sie nicht ohne Kleidung ab und vernichtet Beweismaterial, was die Kleidung ja nun einmal ist. Sie hätte noch einige Zeit vieles erzählen können. Wiederum behält er persönliche Gegenstände, die er vielleicht berührte. Logisch, dass er ihr Handy öfter in der Hand hatte, auch ihre Tasche, denn darin lag ja das Handy. Und die Geldbörse musste er anfassen, denn er musste checken, um wenn es sich handelt (Personalausweis oder Bankkarte mit Namen und Wohnort). Das fasste er, spekuliere ich, noch bei der ersten Begegnung an, vielleicht unvorsichtig und ohne Handschuhe.
Aber ihre Kleidung, die eine Woche lang in ihrem Versteck lag, ihre Schuhe, die nimmt er ihr nicht ab. Daraus schließe ich, dass er sie nicht angefasst hat, dass es kein sexuelles Motiv war.
Bei der Ablage, soweit man das nach Bildern und Schilderungen von Ortskundigen sagen kann, wäre keine Sicht aus nicht unmittelbarer Nähe auf das auffällig rote Shirt möglich gewesen. Die Überreste lagen in einer kleinen, hinreichend tiefen Senke.
Die Ablage wird von vielen als ausgesprochen gut geeignet angesehen, und da wird dann gern gleich hineininterpretiert, der Täter müsse doch eine derart gute Stelle vorab gekannt haben. Nun, sie hätte gut auch deutlich früher gefunden werden können, der Jäger, der sie letztlich gefunden hat, wunderte sich, dass sie so spät entdeckt wurde. Ich sag mal so, wäre sie an exakt derselben Stelle deutlich früher gefunden worden, würde hier keiner dafür schwärmen, wie geeignet die Stelle doch gewesen sei.
Eine Leiche nicht nur hinreichend weg von jedem nachvollziehbaren eigenen räumlichen Bezug zu schaffen (was mMn gegen einen Täter aus Lichtenau oder Herbram-Wald sprechen würde), sondern auch zu verstecken, ist intuitiv nahe liegendes Verhalten. Leichen werden selten auf Parkbänke gesetzt, sondern im Wald abgelegt/vergraben oder im Fluss versenkt (nur beispielhaft, gibt natürlich weitere Varianten). Um tatsächlich hoch wahrscheinliches oder gar sicheres spätes Auffinden (oder gar "nie") geht es da oft ebenso wenig wie um tatsächlich erfolgreiches Beseitigen möglicher Spuren. Das mögen Täter durchaus auf dem Schirm haben, aber die Umsetzung ist dann oft naiv, nicht zuverlässig zielführend - sonst würde man nicht die meisten Todesopfer, die irgendwohin verbracht und "versteckt" wurden, relativ bald und relativ unversehrt dennoch finden.
Und die Frauke-Ablage passt da für mich genau ins Bild. Sichtschutz ja, wenig frequentiert auch (vor allem weil man wirklich nah ran musste, um was zu sehen), über die Geruchsentwicklung nur ein paar Meter neben der Straße hätte ich mir an der Stelle wohl einen Kopf gemacht. Spuren an der Kleidung? Offenbar nicht so auf dem Schirm, oder die Hoffnung, dass sie lang genug unentdeckt bliebe, so dass da nichts mehr zu finden sei. Ein Täter nicht aus dem nahen Umfeld und ohne irgendwo registrierte DNA hätte ja auch erstmal ins Visier geraten müssen für einen Abgleich mit gefundenen Spuren.
Jedenfalls, die Verbringung von Fraukes Leiche keinesfalls "perfekt", kein Tathandeln eines detailliert durchgeplanten und gründlichen Täters. Vielmehr das nahe liegende Handeln im Rahmen der Möglichkeiten von jemand, der eine Leiche loswerden muss, nicht mehr und nicht weniger. Kannte der die Stelle vorher? Der wird kaum mit der Leiche im Kofferraum umhergefahren und eine geeignete Stelle gesucht haben. Obwohl, wenn er Frauke tatsächlich "unterwegs und spontan" (etwa direkt nach dem letzten Telefonat) getötet haben sollte, dann vielleicht schon. Aber ansonsten, entweder kannte er die Stelle vorher, oder er ist mit der Leiche (oder
noch lebenden Frauke) im Keller herumgefahren und hat eine geeignete Stelle gesucht. So besonders wie manche hier tun ist die Stelle nicht, da hätte man in der ländlichen Gegend dort noch andere gefunden.
Klar muss man überlegen, wer die Örtlichkeit wohl kannte, auch weil das mögliche Zeugen sind für jegliche Auffälligkeiten vor Ort vor, während und nach der Tat. Aber dass hier der Täter zu finden wäre, halte ich für eher unwahrscheinlich.
Was Handtasche/Uhr/Geldbörse/Handy angeht:
Das Handy hatte mit Sicherheit der Täter, das war nicht bei Frauke. Die Handtasche mit Geldbörse dürfte sie ebenfalls nicht permanent bei sich gehabt haben, die lag irgendwo rum oder hat der Täter irgendwo hin geräumt. Die Uhr könnte Frauke beim Waschen aus- und nicht wieder angezogen haben, da könnte bei einer Handgreiflichkeit das Band gerissen sein, die könnte beim Fesseln der Hände im Weg gewesen sein, wie auch immer. Viele Möglichkeiten, warum die bei Fraukes Tod nicht an ihrem Handgelenk war.
Tja, und dann - Frauke ist tot, mutmaßlich in ihren Klamotten vom letzten Dienstag, besagte Gegenstände befinden sich nicht an oder unmittelbar neben ihr. Der Täter verbringt ihre Leiche und hat den Kram, der irgendwo außer Sichtweite liegt, gar nicht auf dem Schirm. Als ihm die Sachen einfallen denkt er sich, die wirft er halt woanders weg.
Kurz, ich sehe da beim besten Willen weder ein demonstratives Handeln ("Er hat ihr alles genommen" - Ingrid Liebs), noch etwas, das groß durchdacht mit Spurenvermeidung zu tun hätte.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31
Was ist mit der Mutter/Mama von diesem jungen Mann (Ns Freund), der sich das Leben nahm?! Das ist die einzige Mama, die mir in den Sinn kommt, die ggf. einen Groll hegen könnte gegen N und ihm seine neue Bekanntschaft nehmen möchte, weil auch ihr der Sohn genommen wurde.
Sie kriegt mit, der N lebt sein Leben weiter, während ihr Sohn gerade tot ist. Sie könnte erleben wie er sogar ein neues Mädchen kennenlernt, kurz nach dem Suizid ihres Sohnes.
(...)
Ja, Niels verliert seinen engsten Freund ("Doppelpack", sagt Isabella) auf dramatisch tragische und gewaltsame Weise, und wenige Wochen später verschwindet seine neue Bekannte und stirbt, mit der er picknicken war usw. Das erscheint so unwahrscheinlich, dass man an einem Zufall zweifeln mag.
Mittlerweile hat sich ja herauskristallisiert, dass wohl eher Frauke an Niels weiter gehendes Interesse hatte als umgekehrt. Aber von außen betrachtet mag das jemand durchaus anders interpretiert haben und von einem ebensolchen Interesse seitens Niels ausgegangen sein.
Dass T´s Familie Niels sein Weiterleben inklusive Feiern und "neuer Freundin" übel nahmen ist eine Möglichkeit, sollte man aber nicht unterstellen. Ebenso die Möglichkeit, dass sie Niels irgendwie verantwortlich für T´s Tod machten - aber auch hier ohne Verdachtsmoment. Da T dem Vernehmen nach außer Niels ausgesprochen wenig sozial angebunden war, könnte man hier weitere Freunde ausschließen wollen, aber wer weiß, vielleicht gab es ja dennoch jemanden?
Ein Detail ist, dass das Wohnhaus von T´s Eltern recht nah an den Gewerbegebieten Dören/Benhausen liegt.
Was allerdings völlig fraglich ist: Woher sollten die Frauke (oder auch nur wie sie aussieht) gekannt haben? Woher sollten sie gewusst haben, dass sie Dienstag Nacht nach 23 Uhr allein von der Innenstadt nach Hause laufen würde, und in welcher Richtung ihr Zuhause lag? Was sollten sie mit ihr etwa 1,5h später im Raum Nieheim zu suchen gehabt haben?
Aber was mich am meisten davon abhält, in dieser Richtung weiterzudenken: Die Familie hat ihren Sohn tragisch verloren. Und um dessen besten Freund für was auch immer zu strafen, entführen und töten sie einen anderen, eigentlich unbeteiligten jungen Menschen? Und wenn, bereuen es bis heute nicht so, haben so wenig Empathie mit Fraukes Familie, dass sie es bis heute nicht offenbart haben? Nicht nur eine, sondern zwei Personen, die das so zusammen durchziehen? An der Stelle bin ich dann nicht bereit, einen auch nur hypothetischen Verdacht zu formulieren. Das wäre nicht nur ausgesprochen unwahrscheinlich, sondern ebenso völlig infam.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass jemand Niels Übles wollte und, "inspiriert" von dessen Verlust bzgl. T, seine "neue Freundin" verschwinden ließ. Zunächst vielleicht nur als derber Scherz, der dann eskalierte, weil man sie nicht wieder gehen lassen konnte ohne erhebliche Konsequenzen erwarten zu müssen.
[quote=Gast post_id=369372 time=1793919991]
Du hast Recht. Danke für die Aufklärung. Dann fällt auf, dass sie mit jedem Anruf mehr „durfte“, mehr Freiheiten haben konnte bis sie schließlich über 5 Minuten lang telefonieren durfte. Wer weiß, womöglich hätte sie noch länger sprechen dürfen, wäre das Telefonat nicht durch C beendet worden. K hätte mit ihr vielleicht noch länger gesprochen, wenn man sie gelassen hätte.
Darüber kann man nur spekulieren.
Während sie bei ihrem ersten Anruf noch monoton klang und wie auf Drogen, beschrieb sie Bruder Frank bei seinem Telefonat als relativ normal. Wobei hier davon auszugehen ist, dass sie wenig sprach, da ja er eher redete und ihr eine „Ansage“ machte.
Wiederum beim allerletzten Anruf soll sie dann wieder verwaschen und langsam gesprochen haben.
[/quote]
"Mit jedem Mal mehr" sehe ich bei Fr-So nicht unbedingt buchstäblich. Aber Fr-So erscheint in mehreren Aspekten "freier" als der Donnerstag. Der Donnerstag-Anruf wirkt auf mich wie unter großer Anspannung gestaltet, man hat sich genau überlegt, was da zu sagen ist (und was nicht) und hat den Verlauf vorgegeben - vor meinem geistigen Auge sehe ich Frauke mit einem Zettel mit Stichworten. Buchstäblich vorgelesen eher nicht, dann wäre die verräterische Floskel "ich wollte sagen, dass..." rausgefallen. Spielt aber letztlich im Detail natürlich keine Rolle.
Beim letzten Anruf war Frauke mental komplett durch. Erkennbar Verzweiflung, Todesangst, stellenweise Fassungsverlust. Das wird ihr nicht plötzlich bei Beginn des Anrufs gekommen sein, sondern einen zeitlichen Vorlauf gehabt haben. Völlig klar, dass sie da entsprechend klingt, da brauchts keine Drogen oÄ.
[quote=Gast post_id=369372 time=1793919991]
Glaubst du, der Täter fuhr mit Frauke in ihrer ursprünglichen Kleidung zu den Standorten? Denn ihr Shirt war auffällig rot, sie wurde so ja damals schon gesucht und für ihn muss es ja auch eine enorme Stresssituatiom gewesen sein diese relativ weiten Wege mit ihr zurück zu legen in diesem Outfit. Das ist nun einmal eine Signalfarbe. Das konnte man sich recht einfach merken und hätte das womöglich bei Beoabtungen oder beim Warten an der Ampel sehen können. Kannst du dir vorstellen, dass er sie dafür umgezogen hat?
Oder fuhr er gar nicht mit einem normalen Pkw?
[/quote]
Naja, rot ist zwar eine Signalfarbe, aber als Oberteil ohne Aufdruck oder sonstige auffällige Besonderheiten auch nicht weiter bemerkenswert. Wenn er sich da einen Kopf gemacht haben sollte, hätte er sie auch eine leichte Jacke drüberziehen lassen können, oder einen Hoodie mit Kapuze vielleicht. Ich denke, die Frage hat keine Relevanz, weil es dazu weder irgendwelche Indizien gibt, noch darin irgendwelche weiterführenden Schlussfolgerungen liegen würden.
Was den Stress (Entdeckungsangst) bei den Fahrten angeht: Ich denke es könnte einen wesentlichen Unterschied machen, ob da ein Täter mit vorausgeplanter Entführung und Tötungsabsicht unterwegs war oder einer, für den die Anrufe quasi Bestandteil einer tatsächlich beabsichtigten spätere Freilassung Fraukes waren, der sich als "Entführer" von Öffentlichkeit/Polizei falsch gesehen fühlte. Nur so ein Gedanke.
[quote=Gast post_id=369372 time=1793919991]
Ich frage mich häufiger, wieso er sie in diesem auffälligen Outfit und diesem roten Shirt abgelegt hat, was ja erheblich dazu beitrug, dass man sie auch aus einer Entfernung hätte sehen können. Und dann denke ich manchmal, dass er sie entweder wieder umgezogen hat extra für diesen letzten Ausflug oder - und das finde ich fast wahrscheinlicher - dass sie die gesamte Woche so bekleidet war und er körperlich mit ihr gar nichts zu tun hatte.
Hätte man sie vielleicht nur 6 Wochen eher gefunden, hätten weitreichende Erkenntnisse vorhanden sein können. Wieso also legt er sie nicht ohne Kleidung ab und vernichtet Beweismaterial, was die Kleidung ja nun einmal ist. Sie hätte noch einige Zeit vieles erzählen können. Wiederum behält er persönliche Gegenstände, die er vielleicht berührte. Logisch, dass er ihr Handy öfter in der Hand hatte, auch ihre Tasche, denn darin lag ja das Handy. Und die Geldbörse musste er anfassen, denn er musste checken, um wenn es sich handelt (Personalausweis oder Bankkarte mit Namen und Wohnort). Das fasste er, spekuliere ich, noch bei der ersten Begegnung an, vielleicht unvorsichtig und ohne Handschuhe.
Aber ihre Kleidung, die eine Woche lang in ihrem Versteck lag, ihre Schuhe, die nimmt er ihr nicht ab. Daraus schließe ich, dass er sie nicht angefasst hat, dass es kein sexuelles Motiv war.
[/quote]
Bei der Ablage, soweit man das nach Bildern und Schilderungen von Ortskundigen sagen kann, wäre keine Sicht aus nicht unmittelbarer Nähe auf das auffällig rote Shirt möglich gewesen. Die Überreste lagen in einer kleinen, hinreichend tiefen Senke.
Die Ablage wird von vielen als ausgesprochen gut geeignet angesehen, und da wird dann gern gleich hineininterpretiert, der Täter müsse doch eine derart gute Stelle vorab gekannt haben. Nun, sie hätte gut auch deutlich früher gefunden werden können, der Jäger, der sie letztlich gefunden hat, wunderte sich, dass sie so spät entdeckt wurde. Ich sag mal so, wäre sie an exakt derselben Stelle deutlich früher gefunden worden, würde hier keiner dafür schwärmen, wie geeignet die Stelle doch gewesen sei.
Eine Leiche nicht nur hinreichend weg von jedem nachvollziehbaren eigenen räumlichen Bezug zu schaffen (was mMn gegen einen Täter aus Lichtenau oder Herbram-Wald sprechen würde), sondern auch zu verstecken, ist intuitiv nahe liegendes Verhalten. Leichen werden selten auf Parkbänke gesetzt, sondern im Wald abgelegt/vergraben oder im Fluss versenkt (nur beispielhaft, gibt natürlich weitere Varianten). Um tatsächlich hoch wahrscheinliches oder gar sicheres spätes Auffinden (oder gar "nie") geht es da oft ebenso wenig wie um tatsächlich erfolgreiches Beseitigen möglicher Spuren. Das mögen Täter durchaus auf dem Schirm haben, aber die Umsetzung ist dann oft naiv, nicht zuverlässig zielführend - sonst würde man nicht die meisten Todesopfer, die irgendwohin verbracht und "versteckt" wurden, relativ bald und relativ unversehrt dennoch finden.
Und die Frauke-Ablage passt da für mich genau ins Bild. Sichtschutz ja, wenig frequentiert auch (vor allem weil man wirklich nah ran musste, um was zu sehen), über die Geruchsentwicklung nur ein paar Meter neben der Straße hätte ich mir an der Stelle wohl einen Kopf gemacht. Spuren an der Kleidung? Offenbar nicht so auf dem Schirm, oder die Hoffnung, dass sie lang genug unentdeckt bliebe, so dass da nichts mehr zu finden sei. Ein Täter nicht aus dem nahen Umfeld und ohne irgendwo registrierte DNA hätte ja auch erstmal ins Visier geraten müssen für einen Abgleich mit gefundenen Spuren.
Jedenfalls, die Verbringung von Fraukes Leiche keinesfalls "perfekt", kein Tathandeln eines detailliert durchgeplanten und gründlichen Täters. Vielmehr das nahe liegende Handeln im Rahmen der Möglichkeiten von jemand, der eine Leiche loswerden muss, nicht mehr und nicht weniger. Kannte der die Stelle vorher? Der wird kaum mit der Leiche im Kofferraum umhergefahren und eine geeignete Stelle gesucht haben. Obwohl, wenn er Frauke tatsächlich "unterwegs und spontan" (etwa direkt nach dem letzten Telefonat) getötet haben sollte, dann vielleicht schon. Aber ansonsten, entweder kannte er die Stelle vorher, oder er ist mit der Leiche (oder [i]noch[/i] lebenden Frauke) im Keller herumgefahren und hat eine geeignete Stelle gesucht. So besonders wie manche hier tun ist die Stelle nicht, da hätte man in der ländlichen Gegend dort noch andere gefunden.
Klar muss man überlegen, wer die Örtlichkeit wohl kannte, auch weil das mögliche Zeugen sind für jegliche Auffälligkeiten vor Ort vor, während und nach der Tat. Aber dass hier der Täter zu finden wäre, halte ich für eher unwahrscheinlich.
Was Handtasche/Uhr/Geldbörse/Handy angeht:
Das Handy hatte mit Sicherheit der Täter, das war nicht bei Frauke. Die Handtasche mit Geldbörse dürfte sie ebenfalls nicht permanent bei sich gehabt haben, die lag irgendwo rum oder hat der Täter irgendwo hin geräumt. Die Uhr könnte Frauke beim Waschen aus- und nicht wieder angezogen haben, da könnte bei einer Handgreiflichkeit das Band gerissen sein, die könnte beim Fesseln der Hände im Weg gewesen sein, wie auch immer. Viele Möglichkeiten, warum die bei Fraukes Tod nicht an ihrem Handgelenk war.
Tja, und dann - Frauke ist tot, mutmaßlich in ihren Klamotten vom letzten Dienstag, besagte Gegenstände befinden sich nicht an oder unmittelbar neben ihr. Der Täter verbringt ihre Leiche und hat den Kram, der irgendwo außer Sichtweite liegt, gar nicht auf dem Schirm. Als ihm die Sachen einfallen denkt er sich, die wirft er halt woanders weg.
Kurz, ich sehe da beim besten Willen weder ein demonstratives Handeln ("Er hat ihr alles genommen" - Ingrid Liebs), noch etwas, das groß durchdacht mit Spurenvermeidung zu tun hätte.
[quote=Gast post_id=369372 time=1793919991]
Was ist mit der Mutter/Mama von diesem jungen Mann (Ns Freund), der sich das Leben nahm?! Das ist die einzige Mama, die mir in den Sinn kommt, die ggf. einen Groll hegen könnte gegen N und ihm seine neue Bekanntschaft nehmen möchte, weil auch ihr der Sohn genommen wurde.
Sie kriegt mit, der N lebt sein Leben weiter, während ihr Sohn gerade tot ist. Sie könnte erleben wie er sogar ein neues Mädchen kennenlernt, kurz nach dem Suizid ihres Sohnes.
(...)
[/quote]
Ja, Niels verliert seinen engsten Freund ("Doppelpack", sagt Isabella) auf dramatisch tragische und gewaltsame Weise, und wenige Wochen später verschwindet seine neue Bekannte und stirbt, mit der er picknicken war usw. Das erscheint so unwahrscheinlich, dass man an einem Zufall zweifeln mag.
Mittlerweile hat sich ja herauskristallisiert, dass wohl eher Frauke an Niels weiter gehendes Interesse hatte als umgekehrt. Aber von außen betrachtet mag das jemand durchaus anders interpretiert haben und von einem ebensolchen Interesse seitens Niels ausgegangen sein.
Dass T´s Familie Niels sein Weiterleben inklusive Feiern und "neuer Freundin" übel nahmen ist eine Möglichkeit, sollte man aber nicht unterstellen. Ebenso die Möglichkeit, dass sie Niels irgendwie verantwortlich für T´s Tod machten - aber auch hier ohne Verdachtsmoment. Da T dem Vernehmen nach außer Niels ausgesprochen wenig sozial angebunden war, könnte man hier weitere Freunde ausschließen wollen, aber wer weiß, vielleicht gab es ja dennoch jemanden?
Ein Detail ist, dass das Wohnhaus von T´s Eltern recht nah an den Gewerbegebieten Dören/Benhausen liegt.
Was allerdings völlig fraglich ist: Woher sollten die Frauke (oder auch nur wie sie aussieht) gekannt haben? Woher sollten sie gewusst haben, dass sie Dienstag Nacht nach 23 Uhr allein von der Innenstadt nach Hause laufen würde, und in welcher Richtung ihr Zuhause lag? Was sollten sie mit ihr etwa 1,5h später im Raum Nieheim zu suchen gehabt haben?
Aber was mich am meisten davon abhält, in dieser Richtung weiterzudenken: Die Familie hat ihren Sohn tragisch verloren. Und um dessen besten Freund für was auch immer zu strafen, entführen und töten sie einen anderen, eigentlich unbeteiligten jungen Menschen? Und wenn, bereuen es bis heute nicht so, haben so wenig Empathie mit Fraukes Familie, dass sie es bis heute nicht offenbart haben? Nicht nur eine, sondern zwei Personen, die das so zusammen durchziehen? An der Stelle bin ich dann nicht bereit, einen auch nur hypothetischen Verdacht zu formulieren. Das wäre nicht nur ausgesprochen unwahrscheinlich, sondern ebenso völlig infam.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass jemand Niels Übles wollte und, "inspiriert" von dessen Verlust bzgl. T, seine "neue Freundin" verschwinden ließ. Zunächst vielleicht nur als derber Scherz, der dann eskalierte, weil man sie nicht wieder gehen lassen konnte ohne erhebliche Konsequenzen erwarten zu müssen.