MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miss_Erfolg » Mittwoch, 04. November 2026, 09:04:56

Zimmer 101 hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 19:28:13 ...nicht wenn du dich in den moerder hinein versetzt
frauke war das werkzeug mit dem er frau liebs demuetigen und herabwuerdigen konnte
Warum nicht Herr Liebs?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 23:34:45

Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 20:16:14 Um vom Bereich Nieheim abzulenken ...
Von dort kam nämlich die erste SMS.
Und das war aber nicht so geplant.
Denn im Bereich Nieheim wurde Frauke vermutlich festgehalten.

Der Täter hoffte, dass Anrufe aus Paderborn das vertuschen würden ....
Deshalb sollte Frauke auch extra betonen, dass sie in Paderborn sei.
Er lässt sie mehrfach ihre Rückkehr für den selben Tag ankündigen, obwohl er weiß, dass er damit in erster Linie viel eher dafür sorgt, dass man erst Recht an eine Entführung glaubt? Er wusste doch, dass keiner glaubt, dass sie freiwillig weg ist.
Weshalb hat er sie nicht sagen lassen: "Bin in Paderborn, brauche echt mal meine Ruhe. Melde mich nächste Woche wieder." - Damit hätte er doch erstmal für etwas Zeit gesorgt.
"Brauche Abstand, aber bin in Paderborn, macht euch keine Sorgen."
"Bin in Paderborn, hört doch mal auf mich zu nerven, ich melde mich in drei Tagen wieder und komme dann nach Hause."
"Macht euch keine Gedanken, mir geht es gut, bin in Paderborn, komme bald wieder nach Hause."

Nicht einmal sagt sie, es gehe ihr gut, man solle sich nicht sorgen, sie braucht Ruhe, Abstand, man solle sie bitte nicht suchen, sie sei wohlauf. Im Gegenteil sagt sie ja exakt alles das NICHT. Würde ich erreichn wollen, dass das Umfeld meines Opfers die Nerven behält und mir glaubt/dem Opfer glaubt, dann würde mir einiges einfallen, aber nicht ne Rückkehr für den selben Tag um 23 Uhr anzukündigen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 23:29:00

NinJa hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 19:56:14 Angenommen Frauke glaubte warum auch immer Heil daraus zu kkommen.Aber dort wo sie festgehalten wird, und ohne Uhr hat sie aber garkein Zeitgefühl mehr. Und sieht kein Tageslicht, hat aldo keine Ahnung ob es tag oder Nacht ist.
Ihr wird versprochen "heute" noch nachhause zu dürfen und soll/darf dies auch telefonisch kommunizieren.
Zb mittags teilt er ihr mit sie dürfe "heute" nach Hause, das solle sie auch am Telefon so sagen.
Es wird aber immer später ( sei es wegen der Zeitfensterdes Täters oder weil sie (über?)sediert immer wieder aus den Latschen kippt), allerdings soll Frauke (und nicht C oder sonstwer) weiterhin an das heute glauben.
Das ist sinnlos, sorry. Es war ihm zu 100% klar, dass ihr NIEMAND zu diesem Zeitpunkt glauben würde, sie käme heute noch nach Hause, niemand. Sie sagte 3x, sie käme heute noch nach Hause.
Das hier konnte doch keiner mehr glauben. Sie sagt um 23:06 zu ihrem Bruder, sie käme "auch nicht zu spät" nach Hause.
Dann nochmal am Samstag und erneut am Sonntag. Ich kann niemals glauben, dass das rein zufällig war. Der Täter wollte doch, dass jeder und auch der hinterletzte Zweifel merkt, dass sie entführt wurde und nicht heim kommt. Was anderes kann ich einfach nicht glauben.

Freitag 23.Juni 2006 23.06 Uhr Anruf von Fraukes Bruder auf Fraukes Handy - sie war noch in der gleichen Funkzelle Gewerbegebiet Dören.
Inhalt (sinngemäß):
Frage vom Bruder : "Wo bist du, was machst du, wann kommst du nach Hause?"
Antwort Frauke: "Komme nach Hause, auch nicht zu spät, bin in Paderborn, frag nicht, ich komme nach Hause."

Samstag 24.Juni 2006 14.23 Uhr Anruf von Frauke bei Chris - aus Funkzelle Paderborn Industriegebiet Mönkeloh
nhalt (sinngemäß):
Frauke: "Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: "Bist du verletzt?"
Frauke: "Nein, ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."

Sonntag 25.Juni 2006 22.28 Uhr Anruf von Frauke bei Chris - aus Funkzelle Paderborn -Berliner Ring
Inhalt (sinngemäß):
Frauke: "Komme heute nach Hause"
Chris: "Bist du in Gefahr?"
Frauke: "Nein"
Chris: "Warum bist du gestern nicht nach Hause gekommenr?"
Frauke: "Kann ich dir erklären"
Chris: "Wo bist du?"
Frauke: "Erkläre ich dir, wenn ich zu Hause bin."

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast N » Dienstag, 03. November 2026, 22:45:43

SGE hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 08:19:11 Von Samstag, 24.06.2006, bis Montag, 26.06.2006 war Schützenfest in Hövelhof. Vielleicht daher die abweichenden bzw. fehlenden Anrufzeiten. Jäger sind wohl häufig auch Mitglied iin Schützenvereinen.
Interessanter Gedanke.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hybla_Valley » Dienstag, 03. November 2026, 20:16:14

Gast hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 15:15:02 Wozu die Anrufe?
Um vom Bereich Nieheim abzulenken ...
Von dort kam nämlich die erste SMS.
Und das war aber nicht so geplant.
Denn im Bereich Nieheim wurde Frauke vermutlich festgehalten.

Der Täter hoffte, dass Anrufe aus Paderborn das vertuschen würden ....
Deshalb sollte Frauke auch extra betonen, dass sie in Paderborn sei.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von NinJa » Dienstag, 03. November 2026, 19:56:14

Gast hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 15:19:14 Ich checke auch nicht, wieso er sie sagen lässt "Komme heute nach Hause", wo es schon nach 22 Uhr war.
Das ist total sinnbefreit.
[...]

Er wollte das doch genau so haben. Überhaupt niemand sollte beruhigt werden und irgendwas glauben von dem, was Frauke erzählte.
Angenommen Frauke glaubte warum auch immer Heil daraus zu kkommen.Aber dort wo sie festgehalten wird, und ohne Uhr hat sie aber garkein Zeitgefühl mehr. Und sieht kein Tageslicht, hat aldo keine Ahnung ob es tag oder Nacht ist.
Ihr wird versprochen "heute" noch nachhause zu dürfen und soll/darf dies auch telefonisch kommunizieren.
Zb mittags teilt er ihr mit sie dürfe "heute" nach Hause, das solle sie auch am Telefon so sagen.
Es wird aber immer später ( sei es wegen der Zeitfensterdes Täters oder weil sie (über?)sediert immer wieder aus den Latschen kippt), allerdings soll Frauke (und nicht C oder sonstwer) weiterhin an das heute glauben. Sonst bestünde die Gefahr dass Frauke das Vertrauen in ihn/die Situation verliert. Deswegen kann er dann abends, beim tatsächlichen Anruf die Zeitangabe nicht mehr ändern. Die "zeitlose" Frauke glaubt weiterhin sie könne "heute" nach Hause.
Bei dem Gedanken wäre Frauke der Adressat dieses später,heute,bald...
Gäbe aber nur Sinn wenn sie komplett, also auch bei den Anrufen selbst kein Licht zu sehen bekommen hätte.
Ich kann mir zwar auch nicht vorstellen dass sie mit verbundenen Augen im Auto jeweils mitgefahren ist...
Würde aber diesen sinnentleerten Zeitangaben einen Sinn geben.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 19:47:48

Ich denke auch, dass die beiden sich kannten. Sie ging auch erstmal freiwillig mit. Und es muss jemand gewesen sein, über dessen Zusammentreffen sie sich C gegenüber eher bedeckt hielt, zB weil der ihn nicht mochte oder sowas.
Sonst hätte sie ja schreiben können: „Hab ABC noch getroffen, komme später hdgdl.“
Da sie sich aber nicht näher erklärt, weiß man nicht so recht was man davon halten soll. Ein geheimes Date eher nicht, sie war gesprächig, alles andere als verschwiegen und extrovertiert, sie hätte doch alle Gefühle und Gedanken ausgeplaudert.
Ein Ex-Freund? Einen den C vllt eh nicht gerne mochte?

C wartet daheim, sie hat keinen Schlüssel. Sie hätte doch bei Plänen die abweichen, irgendwas erklärt
„Ich bleibe noch auf 1 Getränk, komme in 30 Minuten“ oder
„Ziehe doch noch mit den anderen weiter, komme gegen 1 sorry hdgdl“ oder
„Fahr noch spontan zur Snookerhalle, will aber spätestens in zwei Stunden zu Hause sein. Falls du schon schlafen gehst, kannst du mir den Schlüssel unter die Fußmatte legen? hdgdl“

Aber sie erklärt halt nichts, nicht mal eine Uhrzeit. Trotzdem gehen wir ja alle davon aus, dass sie selbst diese 1. SMS geschrieben hat. Dann muss es einfach jemand und etwas gewesen sein, das C nichts angehen sollte. Eine Beziehung hatten sie schon länger nicht mehr, es ging nicht um Eifersucht im klassischen Sinne.

Der Ex vor C, hat man den mal genauer unter die Lupe genommen? (Jaja die EB behaupten das natürlich, aber ist es auch so?) er wurde womöglich damals für C verlassen, daher vielleicht die Wut auf ihn persönlich?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hybla_Valley » Dienstag, 03. November 2026, 19:37:47

Gaston hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 18:51:18 @ Hybla Vielleicht. Was macht dich eigentlich so sicher, dass es ein Bekannter gewesen ist? Wie hoch schätzt du die Chancen ein, dass jemand aus ihrem Bekanntenkreis die Chancen derart gut sah, mit Entführung und Mord nicht aufzufliegen?
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie zu einem Fremden ins Fahrzeug gestiegen wäre.
Deshalb geht man davon aus, dass sie den Täter kannte.
Und für eine gewaltsame Entführung war die Stadt nach dem WM-Spiel viel zu belebt.
Das wäre bemerkt worden und Frauke hätte sich sicher lautstark gewehrt ...

Deshalb gehe auch ich davon aus, dass sie den Täter sehr wohl kannte.
Gaston hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 18:51:18 Wen hätte sie nicht verraten, obwohl ihr die Gelegenheit dazu quasi mehrfach über die Woche verteilt ans Ohr gehalten wurde?
Zum Beispiel einen Arzt aus der Klinik, wo sie die Ausbildung machte ....
Zu dem würde eine Schwesternschülerin vielleicht auch ins Fahrzeug steigen.

Einen jungen Arzt kann ich mir da sehr gut als Täter vorstellen !

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Zimmer 101 » Dienstag, 03. November 2026, 19:28:13

Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 14:07:10 Naja...das ist sehr pauschal. Und trifft mehr oder weniger auf jeden Mord zu. Ich sehe bei diesem Täter aber zumindest keine bewusste Fokussierung auf diesen Aspekt. Er hat ihr z.b die Kleidung gelassen - selbst die Schuhe. Vielleicht sogar bewusst dieses Kreuz. Das letzte Telefonat wird von vielen als möglicherweise bewusster/ erlaubtet Abschied gewertet....
Sie war im völlig ausgeliefert, er hätte ihr problemlos (noch) mehr Eigentum und "Würde" nehmen können. Hat er aber nicht.
...nicht wenn du dich in den moerder hinein versetzt
frauke war das werkzeug mit dem er frau liebs demuetigen und herabwuerdigen konnte

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von ocram84 » Dienstag, 03. November 2026, 19:04:50

Gast hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 15:15:02 Er lässt sie sogar unvorbereitet ans Telefon gehen als ihr Bruder anruft.
Sie verrät aber nichts. Er hätte sie niemals anrufen lassen, wenn er sich nicht hätte auf sie verlassen können. Kann ein Fremder in sie wirklich so großes Vertrauen gehabt haben? Wie konnte er sich denn so so so sicher sein, dass sie nicht sagen wird, wo sie ist und wer sie festhält?
Darauf gibt es nur eine Antwort:

Sie hatten eine Beziehung zueinander.

Und man würde vermuten, dass diese Beziehung nicht mit der Entführung begann.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gaston » Dienstag, 03. November 2026, 18:51:18

@ Hybla Vielleicht. Was macht dich eigentlich so sicher, dass es ein Bekannter gewesen ist? Wie hoch schätzt du die Chancen ein, dass jemand aus ihrem Bekanntenkreis die Chancen derart gut sah, mit Entführung und Mord nicht aufzufliegen?

@ Gast Auch richtig. Sinnbefreite komme heute nach hause, bin in paderborn, kann ich dir erklären- Satz-Hülsen.
Wenn sie wusste, dass es das letzte Gespräch sein wird, war sie aber ziemlich gefasst...kein Zusammenbruch. Sagt noch, bis bald... Ich würde sagen, hätte sie gewusst es ist das sicher letzte Telefonat hätte sie ihre letzte Chance konsequent genutzt, innerhalb 5m30. Aber hat sie nun mal nicht, einen Namen fallen lassen, das wäre schnell gegangen, wenn ihr Ende dann auch ein sicheres war. Aber wenn sie die Wahrscheinlichkeit eh selbst erkennen musste, das nicht zu überleben, hätte sie all-in gehen müssen. Sie muss aber nicht einmal gewusst haben, in wessen Fängen sie gelandet war. Es ging gar nie um sie.

Aber wem hätte sie es nicht zugetraut, dass ___ sie tatsächlich umbringt und verbringt? Wen hätte sie nicht verraten, obwohl ihr die Gelegenheit dazu quasi mehrfach über die Woche verteilt ans Ohr gehalten wurde?
Konnte sie nicht oder wollte sie nicht?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Doerty » Dienstag, 03. November 2026, 17:58:11

Gast hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 12:30:39 Grundsätzlich nachvollziehbar. Das Buddeln eines Loches würde ja aber auch dafür sprechen, dass jemand beteiligt war. Nach wie vor ist für mich denkbar, dass er sie dort noch lebend hinbrachte, ihr erzählte, er werde nun ihre Familie benachrichtigen, damit sie dann dort eben hinkommen und sie abholen für eine Übergabe, sie war ohnehin stark dehydriert, konnte aber noch irgendwie mit ihm laufen, vllt mit verbundenen Augen und schon sehr schwach, dort aber sedierte er sie so, dass er Tod zwangsläufig eintreten musste und ging. Die Uhr könnte er wirklich abgenommen haben, damit sie keine Orientierung hat wie lange sie da ggf schon liegt oder so. Er könnte auch mit ihr gemeinsam die Stelle gar nicht aufgesucht haben, sondern tatsächlich etwas weiter weg stehen geblieben sein, keine Ahnung. Dort wegzulaufen hätte ihr jedenfalls wenig gebracht, dafür war sie zu müde und desorientiert. Das Tragen ihres leblosen Körpers halte ich nämlich für eine echte Herausforderung für einen Menschen alleine und geht eben gar nicht einfach mal so schnell.

Das muss dann aber jemand gewesen sein, der vom Fach ist, für mich wäre gut ein Arzt vorstellbar.
Ich bezweifel, dass es so abgelaufen ist. So eine Sedierung lässt immer irgendwann nach und wenn sie so schwach gewesen wäre, hätte er sie auch ohne Sedierung ablegen können.
Außerdem benötigen Sedierung keine besonderen Kentnisse eines Arztes. Dies bekommt ein Pfleger genauso hin wie jemand der regelmäßig Drogen konsumiert. KO Tropfen werden Frauen ja auch nicht ausschließlich von Ärzten untergejubelt

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 17:50:25

Aber der Täter hat doch die Anrufe gewiss mitgehört, oder glaubst du nicht?
Er hat doch gehört wie die Personen reagierten, wie sie drauf waren. Damit muss er gewusst haben, dass alle nach ihr suchen. Selbst Frauke sagt doch selbst irgendwann, sie wisse dass man nach ihr suche.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miss_Erfolg » Dienstag, 03. November 2026, 16:37:46

Naja … die Anrufe haben ja durchaus funktioniert. Nicht, um die Familie zu beruhigen, das stimmt. Aber nehmen wir an, die Tatperson kam aus ihrem direkten oder indirekten Umfeld. Dann wird sie vermutlich schnell mitbekommen haben, wie die Polizei reagiert (Die Stufen die Anrufe ja als eher beruhigend ein). Das dürfte bei der Familie und den Freunden nicht gerade auf Begeisterung gestoßen sein, was sicher Thema war.

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Anrufe deswegen an Chris gingen. Bei den Eltern wäre es deutlich schwerer gewesen, mal nachzufragen. Aber Chris hat sicher Isabella informiert, ist mit den Leuten aus ihrer Klasse ins Gespräch gekommen usw. Da erfuhren die jungen Leute schneller, was Stand der Dinge war.
Ganz theoretisch könnte das sogar den ersten Anruf begründet haben. Chris war zu dem Zeitpunkt nicht mehr in Paderborn. Frauke kündigt an, "bald nach Hause zu kommen". Da liegt die Vermutung nahe, dass Chris ebenfalls nach Hause kommt. Man will ja wissen, was passiert ist, macht sich Sorgen. Sollte der Täter von dem Schlüssel gewusst haben, erhöhte das die Wahrscheinlichkeit weiter.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 15:19:14

Ich checke auch nicht, wieso er sie sagen lässt "Komme heute nach Hause", wo es schon nach 22 Uhr war.
Das ist total sinnbefreit. Hätte er sich Zeit verschaffen wollen, hätte er doch ihre Rückkehr für einen Tag in der Zukunft angekündigt, wie z.B. komme nächste Woche nach Hause.
So war ja vollkommen klar, dass die Familie unmittelbar Panik schiebt und genau eines vermittelt bekommt: Hier stimmt was nicht und unser Kind wurde entführt.

Er wollte das doch genau so haben. Überhaupt niemand sollte beruhigt werden und irgendwas glauben von dem, was Frauke erzählte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 03. November 2026, 15:15:02

Gaston hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 14:07:59 Warum soll sie anrufen, darf/kann dann aber nichts sagen?

Zum Abschluss ein +5Min.langes Telefonat, indem die Situation meinetwegen zwar aufgelöst wird, das aber völlig ohne weiteres und ohne jede Erklärung. Sie soll/kann/darf nicht sagen was gelaufen ist, das macht sie zu einer Gefahr, deshalb wird sie beseitigt. Es wird gar nicht klar was überhaupt gelaufen ist.
Richtig. Wozu die Anrufe? Anfangs womöglich um die Freunde/Familie zu beruhigen. Aber der Täter weiß ziemlich schnell, dass gar niemand beruhigt ist und lässt sie dennoch weiter anrufen, am Ende total benebelt (?) und verwachen sprechend, das beunruhigt doch eher als dass es beruhigt, dennoch lässt er sie anrufen, so viele Sekunde. Er lässt sie sogar unvorbereitet ans Telefon gehen als ihr Bruder anruft.
Sie verrät aber nichts. Er hätte sie niemals anrufen lassen, wenn er sich nicht hätte auf sie verlassen können. Kann ein Fremder in sie wirklich so großes Vertrauen gehabt haben? Wie konnte er sich denn so so so sicher sein, dass sie nicht sagen wird, wo sie ist und wer sie festhält? Beim 1. Mal, von mir aus, beim 2. Mal, von mir aus aber bei den weiteren Anrufen wusste sie langsam, dass er sie nicht gehen lassen wird, für ihn ein enormes Risiko, dass sie was verrät.

Wäre übrigens "Mama, Mama, Mama" ein Hinweis gewesen oder etwas, was sie nicht hätte sagen dürfen, dann hätte der Täter doch das Gespräch umgehend beendet, man muss doch davon ausgehen, dass er gar nicht groß eingegriffen hat.
In den Gesprächsprotokollen habe ich nicht ein einziges Mal gelesen, dass Frauke das Telefonat plötzlich durch Auflegen beendete zB ohne sich zu verabschieden.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hybla_Valley » Dienstag, 03. November 2026, 14:42:52

Gaston hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 14:07:59 Warum soll sie anrufen, darf/kann dann aber nichts sagen?
Warum DARF sie zum Schluss so lange anrufen ?
Vielleicht war das ja ein "Undoing" vor der eigentlichen Tat ....

"In der Forensik und Kriminalpsychologie bezeichnet „Undoing“ (Ungeschehenmachen) ein spezifisches Verhalten
von Tätern direkt nach einem Tötungsdelikt. (...)
Beim Undoing versucht der Täter, die begangene Tat symbolisch ungeschehen zu machen oder das Opfer in einen Zustand zurückzuversetzen, der vor dem Mord bestand. Dieses Verhalten wird meist durch massive, plötzliche Schuldgefühle, Reue oder eine emotionale Überforderung unmittelbar nach dem Gewaltausbruch ausgelöst.

Typische Verhaltensmuster (Tatortinszenierung)
• Pflege und Herrichten: Der Täter wäscht das Blut vom Opfer ab, kämmt ihm die Haare oder zieht ihm saubere Kleidung (!) an.
• Schlafähnliche Position: Die Leiche wird ins Bett gelegt, zugedeckt (!) oder so auf einem Sofa positioniert, als ob die Person friedlich schlafen würde.
• Verdecken von Verletzungen: Das Gesicht oder schwere Wunden werden mit einem Tuch, einer Decke oder Kleidung abgedeckt, damit der Täter das Resultat seiner Tat nicht mehr sehen muss.
• Religiöse oder respektvolle Gesten: Die Hände des Opfers werden gefaltet, oder es werden Blumen, Kruzifixe (!) oder Kerzen in der Nähe platziert.

Kriminalpsychologische Bedeutung
Für die Ermittler (wie Kriminalbiologen, Rechtsmediziner und Profiler) liefert ein Tatort mit Undoing-Spuren wertvolle Hinweise
auf das Täter-Opfer-Verhältnis und die Persönlichkeit des Täters:
• Nahe Beziehung: Undoing tritt fast ausschließlich auf, wenn Täter und Opfer in einer engen persönlichen oder emotionalen Beziehung standen (z. B. Ehepartner, Partner, Familienmitglieder). Einem völlig fremden Raubmörder ist das emotionale Befinden des Opfers nach der Tat in der Regel egal.
• Beziehungstat / Affekt: Die Tat geschieht oft impulsiv aus einer extremen emotionalen Situation heraus (z. B. im Streit). Sobald der Affekt nachlässt, bricht die Realität über den Täter herein, was zu den beschriebenen Handlungen führt." (wikipedia)

Der Täter wusste wahrscheinlich genau, dass der Anruf der Letzte sein wird ....
Die Länge des Telefonats war vielleicht ein 'Undoing' vor der eigentlichen Tat.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gaston » Dienstag, 03. November 2026, 14:07:59

Warum soll sie anrufen, darf/kann dann aber nichts sagen?

Zum Abschluss ein +5Min.langes Telefonat, indem die Situation meinetwegen zwar aufgelöst wird, das aber völlig ohne weiteres und ohne jede Erklärung. Sie soll/kann/darf nicht sagen was gelaufen ist, das macht sie zu einer Gefahr, deshalb wird sie beseitigt. Es wird gar nicht klar was überhaupt gelaufen ist.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miss_Erfolg » Dienstag, 03. November 2026, 14:07:10

Heckengäu hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 12:50:03 Die Täterschaft hat ihr alles genommen:
Ihre Freiheit, ihre Würde, ihr Eigentum, ihre Selbstbestimmung, ihre Familie, ihre Zukunft, ihr Leben
Naja...das ist sehr pauschal. Und trifft mehr oder weniger auf jeden Mord zu. Ich sehe bei diesem Täter aber zumindest keine bewusste Fokussierung auf diesen Aspekt. Er hat ihr z.b die Kleidung gelassen - selbst die Schuhe. Vielleicht sogar bewusst dieses Kreuz. Das letzte Telefonat wird von vielen als möglicherweise bewusster/ erlaubtet Abschied gewertet....
Sie war im völlig ausgeliefert, er hätte ihr problemlos (noch) mehr Eigentum und "Würde" nehmen können. Hat er aber nicht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Heckengäu » Dienstag, 03. November 2026, 12:50:03

SGE hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 10:41:08 Warum nimmt er ihr die Uhr überhaupt ab?
Miss_Erfolg hat geschrieben: ↑Dienstag, 03. November 2026, 11:18:55 Öfter zu lesen ist ja die Theorie, dass es der zeitlichen Desorientierung diente. Ist natürlich möglich, aber dazu konnte Frauke die Zeit dann doch zu gut einordnen.
Die Täterschaft hat ihr alles genommen:
Ihre Freiheit, ihre Würde, ihr Eigentum, ihre Selbstbestimmung, ihre Familie, ihre Zukunft, ihr Leben

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