von Caldonazzofan » Donnerstag, 24. September 2026, 17:31:14
Ki zu Nekrophilie als Motiv im Fall FL:
Ja – rein logisch wäre ein Täter mit nekrophilen Interessen nicht darauf angewiesen, dass das Opfer bereits tot ist. Aber beim Fall Frauke Liebs wäre es sehr spekulativ, daraus auf ein solches Motiv zu schließen.
Wichtig ist zunächst die zeitliche Frage: Frauke verschwand am 20. Juni 2006 und führte bis zum 27. Juni noch mehrfach Gespräche mit Angehörigen. Danach brach der Kontakt ab. Die Ermittlungen gehen davon aus, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch lebte; ihre Leiche wurde erst am 4. Oktober gefunden.
Wenn man deine Hypothese isoliert betrachtet, könnte man sich mehrere Szenarien vorstellen:
Ein Täter mit einem sexuellen Interesse an einem bewusstlosen oder bewegungsunfähigen Opfer könnte ein Opfer zunächst am Leben lassen.
Bei einer nekrophilen Motivation im engeren Sinn wäre allerdings gerade die Leiche bzw. der Tod der Gegenstand des sexuellen Interesses. Dann erklärt Nekrophilie allein nicht besonders gut, warum ein Opfer noch eine ganze Woche festgehalten und sogar telefonieren gelassen wird.
Ein Täter könnte auch mehrere Motive gleichzeitig haben: Kontrolle, sexuelle Gewalt, Sadismus, Angst vor Entdeckung oder ein zunächst nicht geplantes Tötungsdelikt. Das Problem ist, dass wir bei Frauke nicht wissen, was tatsächlich passiert ist.
Gerade bei Frauke gibt es einen interessanten Punkt: Die Todesursache konnte wegen des Zustands der Leiche nicht mehr festgestellt werden. Der WDR berichtet, dass keine Schuss- oder Stichverletzungen und keine erkennbaren Zeichen einer Erdrosselung festgestellt werden konnten; die genaue Todesursache blieb dennoch ungeklärt.
Deshalb würde ich zwischen zwei Fragen unterscheiden:
„Könnte ein Täter mit nekrophilen Fantasien ein Opfer tagelang am Leben lassen?“
→ Ja, das ist psychologisch durchaus denkbar.
„Erklärt Nekrophilie die besonderen Umstände im Fall Frauke Liebs?“
→ Dafür gibt es derzeit keinen belastbaren Beleg. Insbesondere wissen wir nicht, welches Motiv der Täter hatte; auch die Ermittlungen haben kein Motiv festgestellt.
Was ich an deiner Überlegung allerdings interessant finde, ist die Abfolge „Entführung → tagelanges Festhalten → kontrollierte Telefonate → Tod“. Wenn man diese Abfolge betrachtet, könnte man verschiedene Motivmodelle systematisch gegeneinanderstellen – etwa Kontrollbedürfnis, sexuelle Motivation, Sadismus, Lösegeld/Erpressung, persönliche Beziehung oder ein zunächst nicht geplanter Mord. Das wäre wesentlich aussagekräftiger, als Nekrophilie isoliert zu betrachten.
Ki zu Nekrophilie als Motiv im Fall FL:
Ja – rein logisch wäre ein Täter mit nekrophilen Interessen nicht darauf angewiesen, dass das Opfer bereits tot ist. Aber beim Fall Frauke Liebs wäre es sehr spekulativ, daraus auf ein solches Motiv zu schließen.
Wichtig ist zunächst die zeitliche Frage: Frauke verschwand am 20. Juni 2006 und führte bis zum 27. Juni noch mehrfach Gespräche mit Angehörigen. Danach brach der Kontakt ab. Die Ermittlungen gehen davon aus, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch lebte; ihre Leiche wurde erst am 4. Oktober gefunden.
Wenn man deine Hypothese isoliert betrachtet, könnte man sich mehrere Szenarien vorstellen:
Ein Täter mit einem sexuellen Interesse an einem bewusstlosen oder bewegungsunfähigen Opfer könnte ein Opfer zunächst am Leben lassen.
Bei einer nekrophilen Motivation im engeren Sinn wäre allerdings gerade die Leiche bzw. der Tod der Gegenstand des sexuellen Interesses. Dann erklärt Nekrophilie allein nicht besonders gut, warum ein Opfer noch eine ganze Woche festgehalten und sogar telefonieren gelassen wird.
Ein Täter könnte auch mehrere Motive gleichzeitig haben: Kontrolle, sexuelle Gewalt, Sadismus, Angst vor Entdeckung oder ein zunächst nicht geplantes Tötungsdelikt. Das Problem ist, dass wir bei Frauke nicht wissen, was tatsächlich passiert ist.
Gerade bei Frauke gibt es einen interessanten Punkt: Die Todesursache konnte wegen des Zustands der Leiche nicht mehr festgestellt werden. Der WDR berichtet, dass keine Schuss- oder Stichverletzungen und keine erkennbaren Zeichen einer Erdrosselung festgestellt werden konnten; die genaue Todesursache blieb dennoch ungeklärt.
Deshalb würde ich zwischen zwei Fragen unterscheiden:
„Könnte ein Täter mit nekrophilen Fantasien ein Opfer tagelang am Leben lassen?“
→ Ja, das ist psychologisch durchaus denkbar.
„Erklärt Nekrophilie die besonderen Umstände im Fall Frauke Liebs?“
→ Dafür gibt es derzeit keinen belastbaren Beleg. Insbesondere wissen wir nicht, welches Motiv der Täter hatte; auch die Ermittlungen haben kein Motiv festgestellt.
Was ich an deiner Überlegung allerdings interessant finde, ist die Abfolge „Entführung → tagelanges Festhalten → kontrollierte Telefonate → Tod“. Wenn man diese Abfolge betrachtet, könnte man verschiedene Motivmodelle systematisch gegeneinanderstellen – etwa Kontrollbedürfnis, sexuelle Motivation, Sadismus, Lösegeld/Erpressung, persönliche Beziehung oder ein zunächst nicht geplanter Mord. Das wäre wesentlich aussagekräftiger, als Nekrophilie isoliert zu betrachten.