TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

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Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Bntzrnm » Samstag, 20. Juni 2026, 23:49:25

Catch22 hat geschrieben: Freitag, 19. Juni 2026, 17:00:12 Dennoch scheint mir hier ein organisiertes System gemeinschaftlichen Handelns zusammenzuwirken. Wie denkt Ihr darüber?
Mit dieser Theorie würden die Protagonisten jedenfalls besser wegkommen als mit einer Alternativerklärung. Man stelle sich nur einmal vor, diese Organe der Rechtspflege würden ohne Not zu derartigen Schlussfogerungen und Argumentationen kommen, das erschiene mir noch bedrohlicher. Wenn auch weniger verwerflich.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 20. Juni 2026, 13:25:40

andi55 hat geschrieben: Samstag, 20. Juni 2026, 11:21:08 … aus dem ersten Teil des OVB Podcast: Ab Minute 31:50 berichtet Herr Weiser über die Festnahme Sebastian's mit geheimnisvoller Tonlage "....warum er (Sebastian) sich in Richtung Landesgrenze bewegt hat, wissen wir nicht. Es kam während des Prozesses so auch nie mehr richtig raus."

… Was fantasiert sich ein OVB Journalist da zusammen? … Aus Banalitäten werden Verdachtsmomente konstruiert.
Exakt solche Manöver sind es, die ich versucht hatte, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen:
Catch22 hat geschrieben: Freitag, 19. Juni 2026, 17:00:12 Was nicht ins Narrativ passt, wird weggelassen, Tatsachen werden verfremdet und ein Kontext wird suggeriert, den es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Um von der Realität abzulenken und um die Enttarnung durch das gemeine Volk zu erschweren, wird der Gegenseite vorgeworfen, was in Wirklichkeit nur allein die rhetorisch geschickten Demagogen selbst tun: schamlose Manipulation aus egoistischen Interessen.
Alle Protagonisten aus dem Chiemgau (mit Ausnahme Sebastians, seiner Familie und der Verteidiger) bedienen sich desselben rhetorischen Musters. Deswegen halte ich es nicht für abwegig, an eine Absprache zu denken.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Samstag, 20. Juni 2026, 11:21:08

@Catch22
Keine Steilvorlage liefern, damit man uns in die Ecke der Verschwörungstheoretiker stellt.

Vielleicht noch etwas zum schmunzeln ( wenn der Anlass nicht so tieftraurig wäre) aus dem ersten Teil des OVB Podcast:
Ab Minute 31:50 berichtet Herr Weiser über die Festnahme Sebastian's mit geheimnisvoller Tonlage "....warum er (Sebastian) sich in Richtung Landesgrenze bewegt hat, wissen wir nicht. Es kam während des Prozesses so auch nie mehr richtig raus."

Hm....was stellt sich der Herr Weiser denn so vor, was der Grund dafür gewesen sein könnte ? Sebastian flüchtet zu den Ösis und dann ? Dort in einer Höhle leben und sich verstecken und die Mama bringt täglich grenzübergreifend eine Brotzeit vorbei ? Wo hätte Sebastian denn hin sollen auf seiner Flucht nach Österreich, mit denen übrigens ein Auslieferungsabkommen besteht, nur so nebenbei. Oder dachte man, Sebastian sei auf dem Weg zum Salzburger Flughafen, weil Mama Iris T. , abgezockt wie sie ist, dort Tickets hinterlegt hat, damit Sohnemann nach Kuba oder Guatemala türmen kann?
Was fantasiert sich ein OVB Journalist sich da zusammen ?
Ich kenne die Gegend nur aus Urlauben dort, daher spontan die Idee, dass man einfach einen kleinen Umweg in Kauf nimmt auf dem Weg nach Aschau , in Niederndorf noch volltankt, noch kurz im Traffik eine Stange Zigaretten mitnehmen fürs rauchende Familienmitglied und schon hat man
20.-€ gespart. Völlig unspektakulär. Aschau liegt halt nun mal in Grenznähe. Aus Banalitäten werden Verdachtsmomente konstruiert.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Freitag, 19. Juni 2026, 17:00:12

fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:20:45 … Es ist schon widerwärtig zu suggerieren, dass wahrscheinlich irgendwo eine Tatwaffe rumliegt, deren Spuren Sebastian als Mörder überführen würden.
Richtig. Und ebenso ver­ab­scheu­ens­wür­dig ist die von Holderle ins Feld geführte Krankmeldung Sebastians „nach dem Tattag“.

andi55 hat geschrieben: Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:48:50 … Völlig sachlich und unaufgeregt berichtet der Vater des jungen Mannes …
Ein gutes Beispiel. Dieser Vater ist Rechtsanwalt und sollte dem Kollegen Holderle mitsamt dessen Mandanten als Vorbild dienen!

andi55 hat geschrieben: Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:48:50 … Ich finde es absolut verwerflich, dass anscheinend bis heute niemand Hanna's Eltern gesagt hat, dass es Umstände gibt, die niemals restlos aufgeklärt werden können. … Es wird immer noch die Hoffnung bei Hanna's Eltern geschürt, es gäbe irgendwann Aufklärung.
Noch niederträchtiger finde ich, dass vom OVB immer wieder aufs Neue die weinerliche Uneinsichtigkeit des Vaters zu Markte getragen wird, um ein demagogisches Narrativ emotional zu festigen.

fassbinder hat geschrieben: Freitag, 19. Juni 2026, 01:58:12 … Ich wundere mich auch, warum Holderle unbedingt das Labudde-Gutachten beauftragt haben will, wenn er sonst immer darauf pocht, dass es die Gutachten von LMU und Neubiberg tun. Im Prozess hätte es Sinn gemacht, damit man etwaigen Gutachten der Verteidigung etwas zu entgegensetzen hat. Aber so finde ich es einen Widerspruch.
Alles nur Show: Bei Gericht wäre das Labudde-Gutachten für Holderle zum Verhängnis geworden. (Was sollte der Bioinformatiker Labudde über Verletzungsursachen sagen, das Rechtsmediziner, ein Unfallsachverständiger, ein Hydrologe und ein Geodät nicht wissen?) Folgerichtig zog die Nebenklage den Schwanz ein, nachdem klar war, dass nicht nur die Schlacht, sondern auch der Krieg verloren ist. Gegenüber der Öffentlichkeit jedoch setzt Holderle zum Schein weiter auf ein solches Gutachten – eine Lusche, die er dem Volk als Joker verkauft.

Immer dann, wenn Holderle hätte juristisch agieren können (z. B. Befangenheitsantrag gegen die Kammer von Heike Will, Revision gegen den Freispruch), blieb er untätig. Weil er weiß, dass er auf diesem Feld keinen Erfolg haben kann. Stattdessen tritt er gegenüber der Öffentlichkeit auf: als PR-Matador und Brandstifter.


Konzertierte Lügenaktion?

Immer mehr drängt sich mir der Eindruck auf, dass hier innerhalb einer Seilschaft und von langer Hand abgesprochen die Öffentlichkeit ganz bewusst manipuliert werden soll. Zufällig deckungsgleiche Verfehlungen einzelner Protagonisten erscheinen mir zunehmend abwegig.

Was nicht ins Narrativ passt, wird weggelassen, Tatsachen werden verfremdet und ein Kontext wird suggeriert, den es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Um von der Realität abzulenken und um die Enttarnung durch das gemeine Volk zu erschweren, wird der Gegenseite vorgeworfen, was in Wirklichkeit nur allein die rhetorisch geschickten Demagogen selbst tun: schamlose Manipulation aus egoistischen Interessen.

Unisono und mit suggestiv manipulativer Rhetorik wird die Mär vom „inhaltlich“ standfesten Urteil Aßbichlers erzählt, das nur wegen eines klitzekleinen „Verfahrensfehlers“ am BGH gescheitert sei. Hinzu kommt das Narrativ, dass das OLG bei der besonderen Haftprüfung (§§ 121, 122 StPO) den dringenden Tatverdacht bestätigt habe – verschwiegen wird, dass dies auf Grundlage eines fundamental falschen Sachverhalts geschehen war. Dazu passt die Rhetorik Aßbichlers: Verunglimpfung kritischer Medienberichte, Beschimpfung der Verteidigung und zuguterletzt ein Meterstab, mit dem sie zynisch demonstriert, wie leicht sich Hanna angeblich hätte selbst retten können – und mit dem sie zugleich ihre eigene „Traunsteiner Messlatte“ als Symbol für vermeintlich millimetergenaue Justiz hochhält. Zuletzt suggerierte OVB-Redakteur Weiser wahrheitswidrig, RAin Rick wolle den Angeklagten im Fall Eman E. mit einer Unfallthese „aus der Schusslinie ziehen“. Die lange Latte betrügerischer Falschbehauptungen ließe sich fast beliebig fortsetzen …

Gebetsmühlenartig werden die Lügen den Chiemgauern ins Hirn gemeißelt. Wie verzweifelt und der Wirklichkeit entrückt müssen die Urheber sein?

Die auf den ersten Blick wichtigsten Protagonisten:

► RA Walter Holderle, Nebenklagevertreter, bis zum Überdruss bekannte Rhetorik – auf dem Rücken bestenfalls ahnungsloser Mandanten

Michael Weiser, OVB-Redakteur, der als ehemaliger Student der Geschichte (siehe Profil auf OVB online) mit der Schule des Doktor Goebbels bestens vertraut sein dürfte

Wolfgang Beckstein, Leiter der StA Traunstein, am 13.09.2025 im Traunsteiner Tagblatt (siehe hier)

Anja Kesting, Präsidentin des LG Traunstein, am 30.09.2025 im Regional-Fernsehen Oberbayern (siehe bei RFO oder hier im vorletzten Abschnitt)

Rotary-Club Chiemsee, der mit Vorträgen „eines Direktors eines Instituts für Rechtsmedizin“ (Graw bzw. Peschel von der LMU?) und „einer Vorsitzenden Richterin“ (Aßbichler?) alternative Fakten schaffen wollte – und der mit einem Leserbrief an „Die Zeit“ selbst den Anstoß gab, dass die abgründige Verlogenheit aufflog

Jacqueline Aßbichler, Vorsitzende im ersten Prozess, mündliche Urteilsbegründung am 19.03.2024 (siehe hier und hier)

Verschwörungstheorien sind mir fremd. Dennoch scheint mir hier ein organisiertes System gemeinschaftlichen Handelns zusammenzuwirken. Wie denkt Ihr darüber?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Freitag, 19. Juni 2026, 12:02:10

@Heckengäu

Neues in der Strafsache gegen Professor Ludwig Kroiß, den ehemaligen Präsidenten des LG Traunstein:

Spoiler – hier klicken!

Am 29.06.2026 soll Kroißens Nachfolgerin, Anja Kesting, als Zeugin aussagen. Danach sind selbigen Tags die Plädoyers und die Verkündung des Urteils geplant.

► OVB am 19.06.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 58108.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 58108.html (ohne Paywall)

(Links zur bisherigen Berichterstattung siehe hier, im 1. Spoiler.)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Freitag, 19. Juni 2026, 10:24:59

@fassbinder
Volle Zustimmung ! Ausnahmslos jede Frau war schon mal in der Situation, man denkt, man ist eh gleich zu Hause und geht dann lieber dort austreten, als im Club wo über 600 Menschen im Verlauf der Nacht das WC benutzt haben. Tja und dann eilts halt doch ein bißerl . Das Szenario passt ja auch zu dem Umstand, dass Hanna nicht auf Nachbar P. gewartet hat . Es standen ja genug Leute herum mit denen sie hätte noch plaudern können während sie auf P. wartet. Alles pure Spekulation, ich will damit nur sagen, dass die Wildpinkeltheorie nicht so absurd ist, wie im Podcast dargestellt !

Im OVB Podcast, erster Teil, behauptet Herr Weiser ab Min. 20:45 der Heimweg Hanna's wäre überhaupt nicht gefährlich. Das stimmt nicht, es stimmt einfach nicht ! Warum ist dann das Haus an der Engstelle der Straße auf Höhe Hausnummer 85 mit einer Blechwand verkleidet ? Ein wunderschön saniertes altes Bauernhaus ? Eine Blechwand ? Warum ?
Ich ging bisher immer davon aus, dass dort schon einige Male PKW, Motorräder, Rennradler dagegen gefahren sind und man deshalb nun das Haus mit der Blechwand schützt. Kann es andere Gründe geben für die Blechwand ? Moderne Architektur ? Denkmalschutz ?
Der Gehweg ist schmal, die Straße schmal und kurvig, so dass man schlichtweg nicht nur nah an einer Hausmauer entlang gehen muss, sondern eben auch nah am niedrigen Geländer des Bärbachs. Ein Geländer das nicht mal durchgehend vorhanden ist !

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von fassbinder » Freitag, 19. Juni 2026, 01:58:12

andi55 hat geschrieben: Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:48:50 Anfang Mai ist in München der Sohn einer mittelgradig bekannten Schauspielerin tot aus der Isar geborgen worden. Nach Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse und Auswertungen hat der Vater seine Einschätzung in einem Interview zusammengefasst :
Auf einer Kamera des Clubs, welchen der junge Mann besucht hatte, ist zu sehen wie er sein Bier etwas versteckt an der Garderobe abstellt, vermutlich deshalb, weil er es später dort wieder abholen wollte. Er verließ den Club ins Freie und nun vermutet selbst der Vater , dass der junge Mann über die Straße zu einem kleinen Vorsprung über der Isar ging um dort zu pinkeln. Weiter vermutet man, dass ihm dort einfach schwindelig wurde und er dann eben stürzte. Eltern geschürt, es gäbe irgendwann Aufklärung.
Umso absurder, dass manche Leute genau zu wissen glauben, dass Hanna sicher noch im Club auf die Toilette gegangen wäre, wenn sie gemusst hätte.

Erstmal ist die Toilettensituation bei einem berstend vollen Re-opening bei den Damen sicher viel schlechter, als bei einem normalen Clubabend im Blitz. Und Hanna hat ja im Club die Zelte schon abgebrochen. Wobei man ins Blitz sogar mit Stempel nicht mehr reinkommt, bin ich mir jetzt nicht mehr ganz sicher. Aber daran sieht man, dass Leute in einem gewissen Zustand einfach irrationale Dinge tun.

Und sowohl bei Hanna als auch bei dem Sohn von Frau Körner gibt es eben noch viele andere Möglichkeiten warum man ins Wasser gerät.


Ich wundere mich auch, warum Holderle unbedingt das Labudde-Gutachten beauftragt haben will, wenn er sonst immer darauf pocht, dass es die Gutachten von LMU und Neubiberg tun. Im Prozess hätte es Sinn gemacht, damit man etwaigen Gutachten der Verteidigung etwas zu entgegensetzen hat. Aber so finde ich es einen Widerspruch.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von andi55 » Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:48:50

Anfang Mai ist in München der Sohn einer mittelgradig bekannten Schauspielerin tot aus der Isar geborgen worden. Nach Auswertung aller vorliegenden Erkenntnisse und Auswertungen hat der Vater seine Einschätzung in einem Interview zusammengefasst :
Auf einer Kamera des Clubs, welchen der junge Mann besucht hatte, ist zu sehen wie er sein Bier etwas versteckt an der Garderobe abstellt, vermutlich deshalb, weil er es später dort wieder abholen wollte. Er verließ den Club ins Freie und nun vermutet selbst der Vater , dass der junge Mann über die Straße zu einem kleinen Vorsprung über der Isar ging um dort zu pinkeln. Weiter vermutet man, dass ihm dort einfach schwindelig wurde und er dann eben stürzte. Man stelle sich nur mal den Aufschrei vor, man hätte diese Spekulationen im Falle Hanna angestellt ! Völlig sachlich und unaufgeregt berichtet der Vater des jungen Mannes, dass es natürlich auch sein könne, dass er geschubst wurde, hält es aber eher für unwahrscheinlich. Am Ende des Tages weiß aber die Familie, dass man nie 100prozentige Sicherheit haben wird, was genau passiert ist. So wie es in vielen, vielen Fällen der Fall ist. Ich finde es absolut verwerflich, dass anscheinend bis heute niemand Hanna's Eltern gesagt hat, dass es Umstände gibt, die niemals restlos aufgeklärt werden können. Es gibt Eltern vermisster Kinder, die wissen nicht ,ob ihr Kind tot ist oder noch lebt und täglich einem Pädophilen zum Opfer fällt. Oder der Todesfall Veronika, welche auf ihrem Heimweg vom Eiskeller in Aschau zu Tode kam. Auch hier sind Fragen offen.
Es wird immer noch die Hoffnung bei Hanna's Eltern geschürt, es gäbe irgendwann Aufklärung.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von fassbinder » Donnerstag, 18. Juni 2026, 23:20:45

@Catch22

Wieder einmal Danke für die Zusammenfassung.

Der dritte Teil des Podcasts hat die Erwartungen erfüllt. Ich versuche schon vor dem Anhören immer meine masochistische Ader hervorzuholen, damit es erträglich ist.

Übertroffen, hat sie aber der Artikel. Es ist schon widerwärtig zu suggerieren, dass wahrscheinlich irgendwo eine Tatwaffe rumliegt, deren Spuren Sebastian als Mörder überführen würden.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Mittwoch, 17. Juni 2026, 02:29:53

OVB: 3. Podcast-Folge – „Unfall-These und Doku-Ärger“

Noch manipulativer als zuvor geht das Kaffeekränzchen des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) in die dritte und vorerst letzte Runde. Zwei Welten prallen aufeinander: Unfall versus Verbrechen – Verteidiger Dr. Georg versus Nebenklagevertreter Holderle – Realität versus Phantasterei. Anstelle der Traunsteiner Justiz meldet sich der Pressesprecher des OLG München, Laurent Lafleur, zu Wort.

Fragwürdige „Argumente“, die für ein Gewaltverbrechen sprechen sollen, werden in den Vordergrund gerückt. Bestenfalls bruchstückhaft Platz finden neuere Erkenntnisse, die einen Unfall untermauern. In einen gesamtheitlichen Zusammenhang gestellt werden die einzelnen Fragmente nicht. So entsteht einmal mehr ein verzerrtes Bild, das Zweifel sät und Feindseligkeit nach Aschau trägt.

Weitere Eindrücke:

Spoiler – hier klicken!

Analytisches und logisches Denken scheint RA Holderle fremd zu sein. Es liege „definitiv“ kein Unfall vor, sagt er und spricht den Gutachtern der Verteidigung die Kompetenz ab. Abermals schimpft er über die ARD-Doku. Das Narrativ, mit dem er in einer Märchenstunde seine Madanten indoktriniert zu haben scheint, verficht Holderle unerbittlich weiter – um nicht vollends sein Gesicht zu verlieren.

Scheinheilig fragt Holderle in dem unten gelisteten Videoclip ab Minute 0:17 (Link mit Sprungmarke): „Wieso lässt man sich krankschreiben, den zweiten und dritten Tag nach dem Tattag?“ Wider besseres Wissen beschwört er damit erneut einen Verdacht gegen den rechtskräftig Freigesprochenen herauf. Verleumderisch, perfide und niederträchtig!

Die OVB-Podcasterin Patricia Huber weiß, dass sie niemals am Bärbach urinieren würde, sondern das Geschäft erst zu Hause oder bereits im Eiskeller erledigt hätte. Und ihr Kollege Michael Weiser behauptet, die überregionalen Medien, allen voran „Die Zeit“, hätten den zweiten Prozess maßgeblich beeinflusst. Spricht daraus eine Kränkung darüber, dass das OVB spätestens mit der Entscheidung des BGH die (einseitige) mediale Deutungshoheit verloren hatte?

Auch laut Holderle hätten die Medien eine „erschreckend wichtige Rolle“ gespielt. Er beruft sich auf den Grundsatz der Gewaltenteilung, wonach die Urteilsfindung der Judikative zukomme, nicht den Medien. Hierdurch offenbart Holderle als RA und damit als Organ der Rechtspflege (!) ein befremdliches Verständnis unserer verfassungsrechtlichen Grundordnung, derzufolge der Presse als Vierte Gewalt im Staat eine ganz wesentliche Kontrollfuktion zukommt.

Dem Ganzen setzt der OVB-Redakteur Michael Weiser die Krone auf: Niemand habe „absichtlich oder mit Vorsatz Fehler gemacht“, die Polizei habe schließlich „Aberhunderte Zeugengespräche“ geführt. Auch seien im ersten Prozess „keine gravierenden Fehler in der Beweisführung und bei der Aneinanderreihung der Indizien“ gemacht worden. Der Freispruch im zweiten Prozess beruhe darauf, dass sich Zeugen „noch schlechter“ hätten erinnern können und dass der zentrale JVA-Zeuge schon vor Beginn des zweiten Prozesses „von der Verteidigung erschüttert“ worden sei. Die Rechtsmediziner (wohl der LMU) hätten sich nach Vorliegen der Gutachten der Verteidigung „nochmals darauf festgelegt“, dass es sich um ein Gewaltverbrechen und nicht um einen Unfall handle.

Angesichts solch dreister Verlogenheit bleibt mir die Spucke weg!

Die 3. Folge des OVB-Podcasts (26:30 Min.) findet Ihr hier:

Spotify:
https://open.spotify.com/episode/2mj5LtvzWP26dyH52Pni0w

Apple:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/d ... 0773026857

Podigee:
https://truecrime-zwischen-inn-und-alpe ... doku-arger

Videoclip dazu (48 Sek.):
https://youtu.be/7fnL1JWyrsk

1. Folge „Abschied ohne Antworten“:
viewtopic.php?p=338191#p338191

2. Folge „Zwei Prozesse, kein Täter“:
viewtopic.php?p=342424#p342424
Kommentar: viewtopic.php?p=342548#p342548
Videoclip (46 Sek.): https://youtu.be/Y4Xkf7uydoI

Vorschau, Videoclips:
viewtopic.php?p=338018#p338018
viewtopic.php?p=338866#p338866


Gewohnt redundant hämmern die OVB-Medien ihre giftigen Halbwahrheiten dem Volk ins Hirn – inklusive einem Video mit Holderle, eingebettet im ersten Artikel:

Spoiler – hier klicken!
Podcast: „True Crime zwischen Inn uns Alpen“
Gewaltverbrechen oder Unfall am Bärbach? Warum der Streit um Hanna … [W.s] Tod weiter schwelt

Bild
Die Verteidiger Yves Georg und Regina Rick nach dem Freispruch … Auch danach beharren sie vehement auf der Unfall-Theorie. © Lukas Barth-Tuttas/dpa

Zwei Prozesse, zwei gegensätzliche Urteile – und viele Meinungen: Die Tragödie von Aschau um den Tod von Hanna führt noch immer zu Diskussionen, auch nach dem Freispruch für den jungen Angeklagten. War es ein Unfall? Oder war es doch Mord? Und wird die Staatsanwaltschaft ermitteln?

… Manche Autoren waren sich schon nach dem ersten Prozess sicher, auch ohne die Verhandlung wirklich begleitet zu haben: Hanna … [W.] sei mitnichten durch die Hand eines Gewalttäters gestorben. Vielmehr soll sie … ohne Verschulden eines anderen in den Bärbach gestürzt sein. Von dort wurde sie in die Prien gerissen, wo sie ertrank. Ein Unfall, das sollte es gewesen sein. Schnell war das Wort vom „Justizskandal“ im Umlauf – weil der junge Angeklagte, wie Hanna auch aus Aschau stammend, – dennoch wegen Mordes zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Ohne Geständnis, ohne Tatzeugen, ohne DNA-Spuren. In einem reinen Indizienprozess.

Hanna-Prozess: War das ein Justiz-Skandal?

Hatte das Landgericht Traunstein den Angeklagten verurteilt, weil man einen Mörder „brauchte“, wie es in einem Medienbericht hieß? Die Justiz-Skeptiker sahen sich gut ein Jahr nach dem Urteil bestätigt. Denn im April 2024 wurde die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum „Eiskeller-Prozess“ bekannt: Er gab dem Revisionsantrag der Verteidigung statt, das Urteil wurde kassiert. …

Allerdings nicht wegen inhaltlicher Mängel, sondern wegen eines Fehlers im Ablauf. Der BGH kam zum Schluss, die erste Jugendkammer des Landgerichts hätte dem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen Richterin Jacqueline Aßbichler stattgeben müssen. Die Vorsitzende der Kammer hatte sich nach Ansicht des BGH allzu vertraulich mit dem Staatsanwalt über den Prozess ausgetauscht.

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Vorsitzende Richterin in einem von Anfang an umkämpften Prozess: Heike Will (Mitte). © Michael Weiser

… Zweiter Prozess schnell entschieden

Im Herbst 2025 begann der zweite Mordprozess … Nach 13 Tagen fällte die Erste Jugendkammer des Landgerichts unter dem Vorsitz von Heike Will das Urteil: Freispruch für den Angeklagten. Ihm sei keine Verantwortung für den Tod von Hanna … [W.] nachzuweisen. Er sei wohl nicht mal in der Nähe gewesen.

Schon vor dem Prozess war Yves Georg zum Verteidiger-Team gestoßen, Revisionsspezialist aus Hamburg. Er schüttelte über das erste Urteil den Kopf. Es habe auf Aussagen von angeblichen Freundinnen und Freunden des Mandanten beruht, „dass er irgendwo Äußerungen getätigt haben soll, die man als Geständnis verstehen konnte“, sagte er, vermeintliches Täterwissen, „etwas, das sich nachher in Bausch und Bogen als völliger Unfug erwiesen hat“.

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Yves Georg und Regina Rick, die Anwälte von Sebastian T., nach dessen Freispruch im Hanna-Prozess in Laufen. © picture alliance/dpa | Lukas Barth-Tuttas

Warum plädierte Staatsanwalt auf Freispruch?

Auch die Staatsanwaltschaft plädierte am Ende des zweiten Prozesses auf Freispruch. Weil eine Schuld des Angeklagten nicht zu beweisen war. Doch warum wird dann immer noch diskutiert? Warum schwelt der Streit um die Tragödie von Aschau weiter, obwohl der Freispruch längst rechtskräftig geworden ist?

Es geht um den jungen Angeklagten. Der wurde zwar freigesprochen. Dennoch saß er zweieinhalb Jahre in U-Haft. Doch der Schatten des Verdachts reicht in dieser Tragödie weit. Deswegen war die Verteidigung zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung auch nicht wirklich zufrieden. Freispruch, gut und schön, aber dieser Freispruch war schon im Sommer absehbar gewesen. Damals, als die U-Haft für den jungen Aschauer auf einmal endete: Ein Gutachten zur Aussage des wichtigsten Belastungszeugen hatte den dringenden Tatverdacht von ihm genommen.

Sind die zweieinhalb Jahre in U-Haft skandalös? Es gab ein Gericht, das die Verlängerung der Haft mehrmals prüfte: das Oberlandesgericht in München. Das OLG fand also keine Gründe gegen eine Fortdauer der Haft, so lange der Sachverhalt ungeklärt war. Dass der Sachverhalt aus Sicht des Angeklagten geklärt werden konnte, dass es eine Revision gegen das erste Urteil gab, damit die Chance auf das zweite Urteil, sieht er als gutes Zeichen. Urteil, Prüfung, neues Urteil: Abstrakt betrachtet sei das „einfach nur ein Beleg dafür, dass die Justiz funktioniert“.

… Warum die Verteidiger auf Unfall bestehen

Aber: Freigesprochen zu werden, weil es keine Beweise für eine Schuld gibt, ist das eine. Ein Freispruch wegen erwiesener Unschuld ist etwas anderes. Und eben so ein Freispruch – sozusagen mit Gütelsiegel – war das Ziel der Verteidigung gewesen. Dieses Ziel erreichte sie nicht – auch weil Richterin Heike Will aus Gründen der Verfahrensökonomie den Prozess zügig abschließen wollte. Dass der Angeklagte mit ihrem Tod nicht in Verbindung zu bringen [ist], war genug, ihn freizusprechen. Wie Hanna starb: Das zu klären, war dafür nach Ansicht des Gerichts nicht mehr nötig. Auch zur großen Enttäuschung der Eltern.

Die Verteidigung ließ nicht locker. Gutachten sollten die Unfalltheorie untermauern. Zur Sprache kamen sie jedoch nur noch in der Presse. Und in TV-Dokumentationen. Allgemein anerkannt werden sie nach wie vor nicht. Walter Holderle, Anwalt von Hannas Eltern, fasste seinen Eindruck zusammen: „zusammenfantasiert“ und „komplett fernliegend“. Das halbe Dutzend gleichförmiger Wunden am Kopf, der Bruch beider Schulterdächer, die anderen Verletzungen: Sollen sie durch das Treiben in der Prien erklärbar sein? Nein, sagte Holderle, „aus Sicht der Nebenklage und auch aus Sicht der Eltern von Hanna war das definitiv kein Unfall“.

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Im großen Saal des Amtsgerichts in Laufen: Hannas Vater Andreas … [W.] (rechts) und sein Anwalt Walter Holderle. © Michael Weiser

Keine Ermittlungen ohne neuen Ansatz

Der Meinung ist im Übrigen auch die Staatsanwaltschaft: Sie geht weiter von einem Verbrechen aus. Auch aufgrund der Gegengutachten, etwa der Gerichtsmedizin. Sie würde gegen Unbekannt ermitteln. Neue Ansätze aber, etwa DNA-Spuren oder auch das Messer des jungen Aschauers, das im ersten Prozess noch so eine große Rolle gespielt hatte: Sie sind nicht in Sicht. Die Umstände dieser Tragödie? Sie werden womöglich nie aufgeklärt.



Rosenheim24.de am 17.06.2026
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ohne Paywall:
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Die Leserkommentare dazu:
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True Crime-Podcast „True Crime zwischen Inn uns Alpen“ – Folge 3
Der Fall „Eiskeller“: Unfall-These und Doku-Ärger

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True Crime zwischen Inn und Alpen: Der OVB24-Podcast über wahre Kriminalfälle aus der Region. © re

Ein rechtskräftiger Freispruch, aber kein Frieden für die Region: Im Mittelpunkt der neuen Folge … stehen eine hochumstrittene Unfalltheorie, eine TV-Dokumentation zum „Eiskeller“-Fall und die Frage, wie Hanna … [W.] … wirklich ums Leben kam.

… Es ist ein juristisches Tauziehen, das die Region über Jahre hinweg in Atem gehalten hat. Nach zwei Mammutprozessen und einer erfolgreichen Revision ist der ehemalige Angeklagte … inzwischen rechtskräftig freigesprochen. Das Gesetz sieht ihn als unschuldig. Doch für die Eltern der getöteten Medizinstudentin bleibt die quälende Ungewissheit. In der dritten Folge … beleuchten wir die konträren Ansichten, die nach dem Urteil das Verfahren und die Region überschatten.

… Unfall-These und Doku-Frust

Besonders eine TV-Dokumentation sorgt nachträglich für Diskussionen und Uneinigkeit. Darin wird die These vertreten, dass Hanna in der Tatnacht ohne fremdes Einwirken in den reißenden Bärbach gestürzt und ertrunken sei. Ihre schweren Verletzungen, wie die gebrochenen Schulterdächer, seien demnach erst nachträglich im Flussbett entstanden. Während die Verteidigung diese Unfalltheorie vehement stützt und von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt ist, findet Nebenklage-Vertreter Walter Holderle im Podcast deutliche Worte für die filmische Aufarbeitung und spricht von „Fantasterei“.

Zu Wort kommt in dieser Episode der in Hamburg ansässige Verteidiger und Revisionsspezialist Yves Georg, der kein gutes Haar am ersten Urteil lässt und von einer befangenen Kammer spricht. Auf der anderen Seite erklärt Nebenklagevertreter Walter Holderle, warum sich Hannas Familie vorzeitig aus dem zweiten Prozess zurückgezogen hat und wie er den zweiten Prozess und das Medien-Echo erlebt hat. Außerdem ordnet Laurent Lafleur, Pressesprecher des Oberlandesgerichts München, den enormen Medienrummel ein und erläutert, warum das Urteil trotz allem ein Beweis für einen funktionierenden Rechtsstaat ist.

Tod von Hanna … [W.]: Was am Ende bleibt

Am Ende bleibt ein zutiefst unbefriedigender Zustand für alle Beteiligten: eine Tragödie, bei der ein junger Mann unschuldig zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft saß und eine Familie, die wohl niemals ruhen wird, bis wirklich Licht ins Dunkel kommt. …



Rosenheim24.de am 17.06.2026
https://www.rosenheim24.de/podcasts/tru ... 53722.html (ohne Paywall)

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/podcasts/tru ... d-Comments

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„True Crime zwischen Inn und Alpen“: Alle Folgen und exklusives Bonusmaterial im Überblick

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True Crime zwischen Inn und Alpen: Der OVB24-Podcast über wahre Kriminalfälle aus der Region. © re

… Wenn das Idyll trügt: Im neuen OVB24-Podcast „True Crime zwischen Inn und Alpen“ blicken wir hinter die Fassade der beschaulichen Voralpenregion. … Wir berichten über die dunklen Seiten unserer Heimat. Wir begleiten die Ermittlungen, und beleuchten die Hintergründe spektakulärer Kriminalfälle direkt vor unserer Haustür. …



Folge 1: Der Fall „Eiskeller“: Abschied ohne Antworten

Eine junge Frau kehrt nach einer Partynacht im „Eiskeller“ in Aschau nie nach Hause zurück. Doch wer war Hanna und warum blieb ihr Heimweg ungeklärt? In der ersten Folge … rekonstruieren wir den tragischen Tod von Hanna … [W.]. Unsere Reporter Michael Weiser, Julian Baumeister und Patricia Huber berichten über die ersten Stunden nach dem Fund der Leiche in der Prien, die emotionale Trauerfeier und die schwierige Suche nach der Wahrheit.

Folge 2: Der Fall „Eiskeller“: Zwei Prozesse, kein Täter

Zahlreiche Verletzungen, ein reißender Bach und 20.000 Seiten Ermittlungsakten: Nach dem Tod von Hanna … [W.] folgt ein dramatischer Justiz-Krimi vor dem Landgericht Traunstein. OVB-Reporter Michael Weiser war an allen öffentlichen Verhandlungstagen im Gerichtssaal dabei und rekonstruiert einen hochemotionalen Indizienprozess voller spektakulärer Wendungen. Doch die quälende Frage der Eltern bleibt: Was geschah wirklich in jenen Minuten, nachdem Hanna den Club „Eiskeller“ … verlassen hatte?

Folge 3: Der Fall „Eiskeller“: Unfall-These und Doku-Ärger

War es ein Mord oder nur ein tragischer Unfall? Im letzten Teil … blicken wir auf die Zeit nach dem Freispruch – und auf die darauffolgenden Diskussionen. Während die Verteidigung felsenfest von einem Unfall im Bärbach überzeugt ist, spricht der Anwalt von Hannas Familie von „Fantasterei“. Unsere Reporter analysieren die Schlammschlacht der Gutachter, den Medienrummel und die quälende Frage: Was geschah wirklich in der Tatnacht? Inklusive exklusiver Einblicke des Verteidigers Yves Georg, des Nebenklagevertreter[s] Walter Holderle und des Pressesprechers beim Oberlandesgericht München, Laurent Lafleur.



Rosenheim24.de am 17.06.2026
https://www.rosenheim24.de/podcasts/tru ... 12698.html (ohne Paywall)

Die Leserkommentare dazu:
https://www.rosenheim24.de/podcasts/tru ... d-Comments

Auch im jüngsten Bericht zum Mordprozess um Eman E. kann sich OVB-Redakteur Michael Weiser nicht verkneifen, gegen RAin Rick und die Unfallthese im Eiskeller-Fall zu sticheln:

Spoiler – hier klicken!
… Noch immer wurden keine Beweise vorgelegt, die den ägyptischen Koch zwingend mit einem Mord in Verbindung bringen. Allerdings wird es auch schwierig werden, den Angeklagten durch die These eines Unfallgeschehens aus der Schusslinie zu ziehen – wie es die am Dienstag abwesende Verteidigerin Regina Rick schon im Eiskeller-Prozess um den Tod von Hanna … [W.] in Aschau versuchte. Bei Eman E.s Skelett fanden sich nach Aussagen der Polizei am Montag (15. Juni) keine Überreste von Kleidung. Ihr Tod in Folge eines Unfalls mitten im Thanner Forst scheint ausgeschlossen werden zu können. …

Rosenheim24.de am 17.06.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... 54262.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 54262.html (ohne Paywall)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Montag, 15. Juni 2026, 22:00:07

Sabine Rückert wieder in Traunstein

Heute, am 3. Sitzungstag, beobachtet auch Sabine Rückert („Die Zeit“) die Hauptverhandlung über den Mordfall aus Bad Aibling, wie das OVB berichtet. Erneut reist die kritische Journalistin von der Waterkant nach Traunstein, um Justiz und Polizei auf die Finger zu schauen.

Spoiler – hier klicken!

Was bisher geschah:
viewtopic.php?p=346414#p346414
viewtopic.php?p=346563#p346563

Vermisstenanzeige:
• von Abdelrehim M. bei PI Bad Aibling,
• am Abend des 11.11.2024 (Montag),
• sie habe ihn und die Wohnung verlassen,
• er solle sich um die 3 Kinder allein kümmern.
• Auch Verwandte von Eman E. in Tauberbischofsheim wandten sich an Polizei.

Leichenfund:
• am 15.06.2025 (Sonntag),
• im Thanner Holz (Waldstück bei Ellmosen, Stadtteil von Bad Aibling),
• nahezu nur noch Skelett, linkes Bein fehlt,
• nur noch wenige Gewebereste,
• auf dem Rücken liegend auf dem Waldboden,
• ohne Schmuck, ohne Uhr,
• Schädelverletzungen [Impressionsfraktur] → Gewalteinwirkung
• halb eingewickelt in grünen Sack für Gartenabfall,
• nahebei eine schwarze Plane,
• unter der Toten Reste einer Stoffdecke mit Leopardenmuster,
• Enden der Decke an 2 Stellen verknotet,
• keinerlei Kleidungsreste
→ kein Suizid, kein Unfall.

Bild
Fundort (Quelle: OVB, 14.08.2025)
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ro ... 81673.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 81673.html (ohne Paywall)

Hintergrund: Nahe des Leichenfundorts wurden am 15.06.2025 von einem Spaziergänger ein herrenloses Kinderfahrrad (KTM-Mountainbike, blau/silber) und ein gelber Fahrradhelm entdeckt. Die daraufhin eingeleitete Suche nach einem Kind verlief ergebnislos. Der Einsatz eines Mantrailers der Polizei führte jedoch zum Auffinden des Leichnams von Eman E. Bis heute ungeklärt ist die Herkunft von Fahrrad und Helm.

Gefunden wurden dort im Juni 2025 auch
• frische Reifenspuren am Waldrand,
• frisch aufgeschütteter Erdhaufen nahe der Kreisstraße,
• mit kleinem Schildchen (wie bei Pflanzen im Gartencenter),
• blaue Einweghandschuhe,
• eine Schnur,
• ein Pflanzenvlies.

RAin Rick:
• bat um Unterlagen der KPI Rosenheim, die nicht bei den Akten seien,
• so auch Bericht der Operativen Fallanalyse (OFA).

StA Fiedler:
• OFA sei polizeiinterne Abteilung am PP München,
• er habe im vorliegenden Fall keine Kontakte mit OFA gehabt,
• er wisse nicht, wer OFA beauftragt habe.

RAin Rick:
• Spätestens im Februar 2025 sei der Angeklagte für die Polizei verdächtig gewesen, wie sich aus der Aussage eines Polizeibeamten am 2. Sitzungstag ergeben habe.
• Aber erst im Juni 2025 sei er als Beschuldigter belehrt worden (Festnahme am 17.06.2025).
→ Daraus resultiere ein Verwertungsverbot bzgl. früherer Angaben des Angeklagten als „Zeuge“.

Dabei geht es um
• die Durchsuchung der Wohnung im April 2025,
• die Auswertung des Handys (Angeklagter gab PIN freiwillig heraus).

Der Vorsitzende weist den Einwand der Verteidigung zurück. Die Auswertung des Handys des Angeklagten könne verlesen werden. Über ein Beweisverwertungsverbot werde die Kammer erst im Urteil entscheiden.

Berichtet wird darüber hinaus (u. a. aufgrund der Aussage eines Freunds des Angeklagten, der zugleich Vertrauter der Eman E. war) über
• einen Sorgerechtsstreit,
• schwere Konflikte in der Ehe,
• häusliche Gewalt und Drohungen,
• die Vita des Angeklagten,
• das Leben des Opfers.


► OVB am 15.06.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 48900.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 48900.html (ohne Paywall)

► OVB am 15.06.2026:
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ma ... 52223.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 52223.html (ohne Paywall)

► PNP am 15.06.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... s-21350915 (Paywall)
https://archive.is/20260615180854/https ... s-21350915 (ohne Paywall)


Nachtrag
Wenig ergiebig verlief der 4. Sitzungstag:

Spoiler – hier klicken!

4 Zeuginnen (Bekannte des Opfers) berichten über
• Streit,
• häusliche Gewalt,
• Drohungen,
• Angst,
• Isolation.

Der Vorsitzende bittet die Verteidigung um Mitteilung, welche Zeugen oder Sachverständige noch gehört werden sollen.

Weiter geht‘s in zwei Wochen am 30.06.2026 (Dienstag).

Nebenbei: Die Nebenklage wird vertreten durch RAin Betül Demir aus Neuss.

Anmerkung: Was bisher zur Sprache kam, betrifft überwiegend das Vorfeld der Tat. Entscheidend aber werden die Indizien zum Kern des Tatvorwurfs sein, z. B.
• rechtsmedizinisches Gutachten (am 06.07.2026),
• Spurenlage zur Stoffdecke mit Leopardenmuster,
• Kauf einer solchen Decke durch den Angeklagten am Tag des Verschwindens,
• Spurenlage zum Spaten,
• Spurenlage am Fundort der Leiche,
• Spurenlage in der Wohnung (Blut?),
• Verbleib des Tatwerkzeugs,
• letzte Mobilfunkdaten des Opfers (Detach: explicit oder implicit? Wann, wo, wie?),
• digitale Spuren des Opfers,
• Handy-Auswertung Angeklagter.



► OVB am 16.06.2026 (Ticker):
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 52983.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 52983.html (ohne Paywall)

► PNP am 16.06.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... m-21358427 (Paywall)
https://archive.ph/20260616170618/https ... m-21358427 (ohne Paywall)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 13. Juni 2026, 19:05:18

Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Quer gelesen, wegen Suche nach Urteil gegen Ludwig Kross, findet man nichts lesbares, alles hinter Paywall "verschanzt". :P
Unter „Kross“ ist nichts zu finden, denn der Mann heißt Kroiß. ;-) Ein Urteil gibt es noch nicht. Hier die komplette Berichterstattung des OVB zum laufenden Berufungsprozess – der jüngste Artikel ganz frisch aus der Druckerpresse:

Spoiler – hier klicken!
Catch22 hat geschrieben: Samstag, 14. März 2026, 14:50:08 OVB: Unterhaltsames zum Wochenende

Trinkgelage mit der Vorzimmerdame und sexuelle Übergriffe bringen den Ex-Präsidenten des LG Traunstein weiterhin in Bedrängnis. Aus München berichtet das OVB (Ippen-Media) über den Berufungsprozess gegen Professor Ludwig Kroiß: …
► OVB am 03.03.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 95019.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 95019.html (ohne Paywall)

► OVB am 13.03.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 14772.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 14772.html (ohne Paywall)

► OVB am 14.03.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 17100.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 17100.html (ohne Paywall)

► OVB am 24.03.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 32224.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 32224.html (ohne Paywall)

► OVB am 08.05.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/muenc ... 98300.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 98300.html (ohne Paywall)

► OVB am 13.06.2026:
https://www.rosenheim24.de/bayern/landk ... 49113.html (Paywall)
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 49113.html (ohne Paywall)

Suchfunktion:

► Rosenheim24: Kroiß
https://www.rosenheim24.de/suche/?qr=Kroi%C3%9F

► Ippen-Media: Kroiß
https://www.ippen.media/suche/?qr=Kroi%C3%9F


Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Sieht schlecht aus für den Muslim und der dokumentierten langen Vorgeschichte, der teilweise massiven und gewaltätigen Ehestreitigkeiten. Nicht nur Femizid sondern gleichzeitig ein Ehrenmord kommt hier zur Anklage.
Weil auch der Fall aus Bad Aibling nicht zum eigentlichen Thema gehört, antworte ich für dennoch Interessierte in einem Spoiler zum Aufklappen:

Spoiler – hier klicken!

Ob Fiedlers Anklage hält, was sie verspricht, muss sich erst noch erweisen.

Bislang kam in der Hauptverhandlung noch kein einziges tatbezogenes Indiz aufs Tableau: z. B. Blutspuren (eine Impressionsfraktur am Schädel muss stark geblutet haben) – an einem Tatort, der wohl gar nicht bekannt ist, und ein Tatwerkzeug, das nur erraten werden kann.

Die Vorgeschichte mit gravierenden Auseinandersetzungen beeindruckt zwar, bildet jedoch allenfalls ein Surrounding rund um den Tatvorwurf, das tatbezogene Indizien unterstützen kann. Mehr nicht.

Im Vergleich zum Eiskeller-Fall: Pornokonsum, bevorzugter Frauentyp, sexuelle Erfahrungen oder ein vermülltes Jugendzimmer sagten dort zum Tatvorwurf ebenso wenig aus.

Viel relevanter sind etwa von der Bild-Zeitung am 10.06.2026 genannte Indizien:

https://www.bild.de/regional/bayern/fra ... a08640804c

► Der in einem Waldstück abgelegte Leichnam war u. a. in eine Decke mit Leopardenmuster gehüllt.

► Ein Kassenbon, der beim Angeklagten gefunden wurde, beweist den Kauf einer solchen Decke bei Lidl am 11.11.2024, dem Tag, an dem das Opfer verschwand und vom Angeklagten bei der Polizei als vermisst gemeldet wurde.

Dabei dürfte es sich um Aktionsware handeln, die zu Tausenden verkauft wurde, allein wohl hundertfach in der Region um Bad Aibling. Ob es gelingen wird, die bei der Toten aufgefundene Decke mit dem Kauf bei Lidl in Verbindung zu bringen, wird sich erst noch zeigen. Gibt es z. B. Faserspuren an der Decke, die aus dem Lebensumfeld des Angeklagten stammen?

► Ebenso soll ein beim Angeklagten gefundener Spaten relevant sein.

Der Leichnam war nicht vergraben. Sollte vergeblich versucht worden sein, mit dem Spaten im Wald eine Grube auszuheben? Gibt es Erdanhaftungen an dem Werkzeug, die dem Fundort der Leiche zugeordnet werden können?

Ob es wirklich so schlecht steht für den Angeklagten, wie Du vermutest, wissen wir nicht. Soweit ich die Beweislage verstanden habe, ist sie wohl eher dürftig:
► unkekannter Tatort,
► unkekanntes Tatwerkzeug,
► kein Todeszeitpunkt,
► keine Spuren der Tat in der Wohnung,
► keine Spuren im Fahrzeug.

Angesichts der Tötungsart und der Auffindesituation sind Suizid und Unfall auszuschließen. Dies aber macht den Ehemann nicht zwangsläufig zum Täter, selbst wenn die Vorgeschichte noch so auffällig ist.

Beispiel für ein alternatives Geschehen: Könnte das Opfer nach einem Streit nicht auch die Wohnung selbstständig verlassen haben und später von einem Dritten (bei dem die Frau womöglich Zuflucht gesucht haben könnte) aus bislang unbekannten Gründen getötet worden sein? Gibt es Indizien, die einen solchen Ablauf widerlegen?

StA Fiedler hat im Eiskeller-Fall skandalträchtig bewiesen, wie seine ungezügelte Phantasie mit ihm durchgeht. Und EKHK Diana U. könnte noch Leiterin der Rosenheimer Mordkommission sein. Beide sind keine Garanten für hieb- und stichfeste Anklagen – wohl aber ein Motivationsschub für die neu aufgestellte Verteidigung mit RAin Rick an der Spitze.

Moglicherweise wird die Auswertung digitaler Spuren eine tragende Rolle spielen. Dies könnte erklären, weshalb RA Erhard ins Team der Verteidiger geholt wurde. Nicht nur Fachanwalt für Strafrecht, sondern auch Fachanwalt für IT-Recht ist er. Vor seinem Studium war er selbstständiger Web-Entwickler und Server-Administrator (Full-Stack Developer). Ihm macht so schnell kein IT-Forensiker des LKA ein X für ein U vor.

Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Der Skandal ist eher bei der viel zu langen Untersuchungshaft von einem Jahr Dauer zu sehen.
Wie schon im Eiskeller-Fall wurde die besondere Haftprüfung nach §§ 121, 122 StPO wohl mangels eines ausgeschlafenen Verteidigers vom OLG einfach durchgewunken. Dies könnte zu einem Verteidigerwechsel beigetragen haben.

Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Natürlich wird die Kripo Rosenheim mauern und Unwahrheiten liefern.
Die Rosenheim Cops sind ja noch nicht einmal trocken von der letzten kalten Dusche. Brrrrr! :lol: :lol:

Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Da haben auch 4 Verteidiger/innen wenig Handhabe.
Im zweiten Eiskeller-Prozess reichten zwei Verteidiger, um den Architekten der Anklage die Kiemen zu schrubben! :lol: :lol: :lol:

Ichfragmich hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 16:07:30 … Mit … [Manfred G.] und Sebastian T. hat sie [RAin Rick] sich überregional einen Kultstatus um die Rettung unschuldig Verurteilter erworben. Meiner Meinung nach kann sie in dieser Sache diesen Ruf nur verlieren.
Auch im Eiskeller-Fall pfiffen die Chiemgauer Spatzen von den Dächern, RAin Rick werde scheitern. Am Ende aber kam alles ganz anders.

Aufgabe des Strafverteidigers ist es, ein faires und rechtsstaatliches Verfahren zu gewährleisten, egal ob der Mandant schuldig ist oder nicht. Bei den Rosenheim Cops und der Traunsteiner Justiz mag es diesbezüglich noch Luft nach oben geben.

fassbinder hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 17:45:09
Möchtest Du nicht vielleicht mal wieder in den Traunsteiner „Justizpalast“ reinschnuppern? ;-)

Am kommenden Montag geht‘s mit dem Bad Aiblinger Prozess weiter. Die bislang bekannten Termine:

Spoiler – hier klicken!

Az.: 5 Ks 402 Js 20556/25
LG Traunstein, Strafsache gegen Abdelrehim M. wegen Mordes zum Nachteil von Eman E.

► 09.06.2026 (Dienstag)
► 11.06.2026 (Donnerstag)
► 15.06.2026 (Montag)
► 16.06.2026 (Dienstag)
► 30.06.2026 (Dienstag)
► 02.07.2026 (Donnerstag)
► 06.07.2026 (Montag)
► 07.07.2026 (Dienstag)
► 21.07.2026 (Dienstag)
► 23.07.2026 (Donnerstag)
► 27.07.2026 (Montag)
► 28.07.2026 (Dienstag)

Weitere Termine bis in den Oktober 2026 sind laut Medienberichten reserviert.

Quelle: LG Traunstein, Gerichtstafel
https://www.justiz.bayern.de/gerichte-u ... stafel.php
PDF: https://www.justiz.bayern.de/media/imag ... presse.pdf

Ein paar Vorschläge für die Suche im Netz zu dem Bad Aiblinger Fall:

Spoiler – hier klicken!

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von fassbinder » Samstag, 13. Juni 2026, 17:45:09

Ichfragmich hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 16:07:30 Wie immer gilt im Rechtsstaat die Unschuldsvermutung. Bei der Vorgeschichte hätte ich mir an Frau Ricks Stelle aber dreimal überlegt, ob und mit welcher Intention ich diesen Fall annehme.

Mit Genditzki und Sebastian T. hat sie sich überregional einen Kultstatus um die Rettung unschuldig Verurteilter erworben.

Meiner Meinung nach kann sie in dieser Sache diesen Ruf nur verlieren.
Wieso sollte sie ihren Ruf verlieren?

Selbst wenn sich die Schuld des Angeklagten herausstellt, es gibt keinen Strafverteidiger der bei jedem Tötungsdelikt einen Freispruch erzielen oder nur Unschuldige Mandanten vertreten kann.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Ichfragmich » Samstag, 13. Juni 2026, 16:07:30

Catch22 hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 03:33:30 Hämische Stammtischkommentare über RAin Rick als Echo auf den jüngsten OVB-Artikel spiegeln erneut die feindselig aufgeheizte, vorverurteilende Stimmung im Chiemgau.
Femizid oder verlassener Ehemann und Familienvater?
Heckengäu hat geschrieben: Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47 Sieht schlecht aus für den Muslim und der dokumentierten langen Vorgeschichte, der teilweise massiven und gewaltätigen Ehestreitigkeiten.
Nicht nur Femizid sondern gleichzeitig ein Ehrenmord kommt hier zur Anklage.
Die sogenannten Leserkommentare haben das normal übliche lokale Stammtischniveau.
Wie immer gilt im Rechtsstaat die Unschuldsvermutung. Bei der Vorgeschichte hätte ich mir an Frau Ricks Stelle aber dreimal überlegt, ob und mit welcher Intention ich diesen Fall annehme.

Mit Genditzki und Sebastian T. hat sie sich überregional einen Kultstatus um die Rettung unschuldig Verurteilter erworben.

Meiner Meinung nach kann sie in dieser Sache diesen Ruf nur verlieren.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Heckengäu » Samstag, 13. Juni 2026, 08:36:47

Sieht schlecht aus für den Muslim, durch die dokumentierte und lange Vorgeschichte, der teilweise massiven und gewaltätigen Ehestreitigkeiten.
Nicht nur Femizid, sondern gleichzeitig ein Ehrenmord muss hier zur Anklage kommen.

Der Skandal ist eher bei der viel zu langen Untersuchungshaft von einem Jahr Dauer zu sehen.
Natürlich wird die Kripo Rosenheim mauern und Unwahrheiten liefern.
Da haben auch 4 Verteidiger/innen wenig Handhabe.
Die sogenannten Leserkommentare haben das normal übliche lokale Stammtischhochniveau.

Quer gelesen, wegen Suche nach Urteil gegen Ludwig Kross, findet man nichts lesbares, alles hinter Paywall "verschanzt". :P
Seine Nachfolgerin ist eine seit 25 Jahren "assimilierte" Westfälin, die Frauenquote am LG Traunstein nun 70%.

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Samstag, 13. Juni 2026, 03:33:30

Erste seismische Erschütterungen

Trifft der „Stachel im Arsch der bayerischen Strafjustiz“, wie RAin Rick von Sabine Rückert („Die Zeit“) genannt wird, erneut die Rosenheim Cops und StA Fiedler? In Habachtstellung bringt sich, allen voran, das Oberbayerische Volksblatt (OVB). Das Lokalorgan für Heimatidylle stichelt, voller Häme und Spott greifen die Leser den Ball auf.

Beginn eines Mordprozesses vor dem LG Traunstein am 09.06.2026:

Spoiler – hier klicken!
Catch22 hat geschrieben: Dienstag, 09. Juni 2026, 22:01:21 RAin Rick und das LG Traunstein – ein Betätigungsfeld mit Zukunft?

RAin Rick verteidigt (neben den RAen Claus Erhard und Juliane Weber, ebenfalls aus München) einen wegen Mordes angeklagten Koch aus Bad Aibling, der im November 2024 seine Ehefrau getötet und in einem Waldstück abgelegt haben soll. Heute begann die Hauptverhandlung vor dem LG Traunstein. Terminiert sind 12 Verhandlungstage bis zum 28.07.2026 (Az. 5 Ks 402 Js 20556/25).

Ermittler: KPI Rosenheim. StA: Wolfgang Fiedler. Rechtsmediziner: Oliver Peschel, LMU München. Rüge der Verteidigung: Die Rosenheim Cops sollen den nun Angeklagten als Zeugen vernommen haben, obwohl dieser polizeiintern bereits verdächtigt worden sei, also Beschuldigter gewesen sei. Fiedler widerspricht. Droht ein Verwertungsverbot? Wie ist die Beweislage? Vieles erscheint wie ein Dé­jà-vu.

„Die Welt“ am 09.06.2026:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... haben.html (Paywall)
https://archive.is/20260609150058/https ... haben.html (ohne Paywall)

Passauer Neue Presse (PNP) am 09.06.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... t-21311216 (Paywall)
https://archive.is/20260609181032/https ... t-21311216 (ohne Paywall)

Oberbayerisches Volksblatt (OVB) am 30.05.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 26735.html (ohne Paywall)

OVB am 10.06.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 43492.html (ohne Paywall)

Bild am 10.06.2026:
https://www.bild.de/regional/bayern/fra ... a08640804c (ohne Paywall)
Regional-Fernsehen Oberbayern (RFO) am 10.06.2026:
https://www.rfo.de/mediathek/video/mord ... -verletzt/

Fortsetzung am 11.06.2026 – voraus ging ein Verteidigerwechsel, entlassen wurde der Rosenheimer RA Andreas Leicher, kommen soll ein zweiter Pflichtverteidiger, schon jetzt wurde eine Verlängerung bis in den Oktober terminiert:

Spoiler – hier klicken!

Hämische Stammtischkommentare über RAin Rick als Echo auf den jüngsten OVB-Artikel spiegeln erneut die feindselig aufgeheizte, vorverurteilende Stimmung im Chiemgau:

Spoiler – hier klicken!
Warum Regina Rick zum Team der Verteidigung stieß

Weil sie Publicity braucht und unbedingt wieder mal in der Zeitung stehen wollte. Wenn auch nur hier… 😅😅

Der_Mellow am 12.06.2026

Wenn die Rick mitmischt, kann man sich sicher sein, dass es wieder in eine Reality-Show ausartet.

WernerM am 12.06.2026

Gibt dann sicherlich Freispruch für den Angeklagten.

CSU_liebt_aserbaidschan_bazi am 12.06.2026
Antwort auf CSU_liebt_aserbaidschan_bazi:
vermutlich (wieder) wegen einem “Verfahrensfehler”………..

user9607090B am 12.06.2026

Ich würde gerne auf die oben gezahlte Frage zurückkommen. Wer bezahlt die Anwälte?

user9485065X am 13.06.2026
Antwort auf user9485065X:
Bei den beiden Pflichtverteidigern zahlt die Staatskasse, bei der Wahlverteidigerin entweder der Mandant oder die Rick arbeitet “pro bono”…. die wird bloss nichts rauslassen….

WernerM am 13.06.2026
Leserkommentare zum Artikel auf Rosenheim24.de am 12.06.2026
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/ma ... d-Comments

Bemerkenswert: Vom OVB nach dessen trügerischem Erfolg im ersten Eiskeller-Prozess als „Oberstaatsanwalt“ tituliert (siehe hier im Spoiler, 1. Absatz, und hier im 1. Spoiler, 2. Zwischentitel), rangiert Wolfgang Fiedler nunmehr wieder nur als „Staatsanwalt“. Eine Zeitungsente oder eine disziplinarische Zurückstufung (Art. 10 BayDG) aufgrund des Bankrotts im Eiskeller-Fall?

Fiedler gegen Rick – der Prozess gegen den Koch Abdelrehim M. aus Bad Aibling verspricht spannend zu werden. Wie werden sich die Beweislage und die Atmosphäre bei Gericht entwickeln? Kommen abermals Fehler der Rosenheimer Polizei ans Licht? Was hat es mit dem Spaten und der Decke auf sich? Femizid oder verlassener Ehemann und Familienvater?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Donnerstag, 11. Juni 2026, 15:04:57

Wikipedia: Kapitaler Bockmist

Über den „wegen Hochwassers reißerisch“ strömenden Bärbach ließ sich ja noch schmunzeln. Nach immerhin dreieinhalb Monaten wurde dieser Schnitzer berichtigt. Viel schlimmer aber wiegen sachliche Fehler, die zu fulminantem Bullshit kumulieren:

Spoiler – hier klicken!
Todesfall Hanna W.

In dem als „Eiskeller-Mordprozess“ bekanntgewordenen Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts Traunstein wurde Sebastian T. rechtsfehlerhaft zu einer Jugendstrafe von neun Jahren wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung an der Studentin verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil nach erfolgreicher Revision auf. In einem neuen Verfahren wurde T. freigesprochen. Bis dahin saß er 945 Tage in der Justizvollzugsanstalt Traunstein.


Wikipedia: Todesfall Hanna W.
https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall ... %C3%B6rndl
Unfallhergang

Gegen 2:30 Uhr wollte … [Hanna W.] sich auf den Heimweg zum nahe gelegenen Elternhaus machen. Dabei stürzte sie in den Bach. Ihre Leiche wurde am Nachmittag des 3. Oktober etwa neun Kilometer flussabwärts in der Prien mit schweren Kopfverletzungen und beidseitig gebrochenen Schulterblättern aufgefunden. … Zudem stimmte das Verletzungsbild laut der Verteidigung mit Sechskantschrauben an einem Wehr überein.

Nach einer Öffentlichkeitsfahndung meldete sich einige Wochen später T. als Zeuge bei der Polizei, da er am Tag der Deutschen Einheit in der Nähe der Diskothek joggte. Bei seiner Vernehmung wurden ihm nach Ansicht der Verteidiger merkwürdige Fragen gestellt, unter anderem nach seinem Frauentyp und ob er eine Extrarunde gedreht habe, um … [Hanna W.] anzutreffen. T. wurde wegen seiner Aussagen am 18. November 2022 in Untersuchungshaft genommen.

Wikipedia: Todesfall Hanna W. – Unfallhergang
https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall ... allhergang
Juristische Aufarbeitung

Vor der Jugendkammer des Landgerichts Traunstein begann der Prozess gegen Sebastian T. In der Anklageschrift wurde ihm Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs vorgeworfen, wofür er … [Hanna W.] mit einem Stein niedergeschlagen habe. T. soll sie dabei von hinten angegriffen haben.

… Hingegen belasteten die zeugenschaftlichen Aussagen des Mithäftlings Adrian M. in der Untersuchungshaft T. erheblich. Demnach habe T. dem Zeugen im Privaten gestanden, dass er … [Hanna W.] getötet habe. Ein forensisch-psychologisches Gutachten attestierte dem Hauptbelastungszeugen im Revisionsverfahren Unglaubwürdigkeit.

Die Verteidigung von T. ließ drei Gutachten in Auftrag geben. Der Bundesgerichtshof hob die Verurteilung am 23. Juni 2025 wegen eines Verfahrensfehlers auf. Die Vorsitzende Richterin am Landgericht tauschte sich im Januar 2024 während der Beweisaufnahme mit der Staatsanwaltschaft über die Würdigung der Erkenntnisse aus, ohne die Verteidigung des T. mit einzubeziehen. Dies begründe den Eindruck, „dass die Vorsitzende sich nicht mehr unparteilich ihm [dem Angeklagten] gegenüber verhielt“. T. wurde am selben Tag aus der Justizvollzugsanstalt entlassen.

Das genaue Geschehen jener Nacht konnte nicht aufgeklärt werden, allerdings, dass T. nicht die strafrechtliche Verantwortung für den Tod von … [Hanna W.] trägt. Das Verfahren endete daher mit einem Freispruch.


Wikipedia: Todesfall Hanna W. – Juristische Aufarbeitung
https://de.wikipedia.org/wiki/Todesfall ... farbeitung

Richtig ist:

Spoiler – hier klicken!

► Nicht nur eine, sondern zwei Jugendkammern gibt es beim LG Traunstein. Der erste Rechtsgang fand vor der Zweiten Jugendkammer (damalige Voritzende: Jacqueline Aßbichler) statt, der zweite Rechtsgang vor der Ersten Jugendkammer (Vorsitzende: Heike Will).

► Nicht 945, sondern 946 Tage verbrachte Sebastian in U-Haft (vom 18.11.2022 bis 20.06.2025, jeder angefangene Tag zählt, § 7 Abs. 3 StrEG).

► Nicht unspezifisch „gegen 2.30 Uhr“, sondern um genau 2.26 Uhr verließ Hanna W. den Eingangsbereich der Diskothek Eiskeller und trat den Heimweg an.

► Nicht unspezifisch „nahe gelegen“ ist das Elternhaus, sondern exakt 885 Meter von der Diskothek entfernt – immerhin fast ein Kilometer weit weg.

► Nicht 9 Kilometer, sondern 12 Kilometer stromabwärts wurde der Leichnam gefunden (Strecke: 600 m im Bärbach und 11,4 km in der Prien).

► Nicht erwähnt wird, dass der Bärbach in die Prien mündet (für Ortsfremde irritierend).

► Nicht die Schulterblätter, sondern die Schulterdächer waren gebrochen.

► Nicht Sechskantschrauben, sondern Sechskantmuttern sind ursächlich für die Riss-Quetsch-Wunden am Kopf.

► Nicht an einem Wehr finden sich die Sechskantmuttern, sondern an dem Schütz, das den am Wehr zur Oberprienmühle abzweigenden Kraftwerkskanal von der Prien trennt.

► Nicht erst einige Wochen nach einer Öffentlichkeitsfahndung meldete sich Sebastian bei der Polizei (wie die missverständliche Formulierung im Artikel implizieren könnte), sondern bereits am frühen Morgen des Folgetages. (Öffentlicher Fahndungsaufruf am Nachmittag des 19.10.2022, Anruf bei der Polizei am 20.10.2022 gegen 7 Uhr.)

► Nicht „merkwürdig“ waren die Fragen, die Sebastian in den polizeilichen Zeugenvernehmungen gestellt wurden (z. B. nach seinem Frauentyp, sexuellen Erfahrungen und zum vermuteten Tatablauf), sondern gegenüber einem Zeugen gar nicht erlaubt. (Zeugen dürfen nur über ihre Wahrnehmungen befragt werden, nicht aber nach Details aus dem Nähkästchen ihres Lebens oder gar zu Spekulationen über einen Tathergang aufgefordert werden.)

► Nicht aufgrund Sebastians „Aussagen vom 18.11.2022“ erging Haftbefehl, sondern am 18.11.2022 wurde Sebastian festgenommen und der Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Grundlage war ein dringender Tatverdacht, der sich Tags zuvor durch die Aussage der Zeugin Verena R. ergeben hatte. (Die Zeugin berichtete über einen Spaziergang mit Sebastian am 03.10.2022, in dessen Verlauf Sebastian Täterwissen offenbart haben soll. Später stellte sich heraus, dass die Aussage dieser Zeugin nicht der Wahrheit entspricht. Die polizeilichen Vernehmungen Sebastians fanden am 21.10.2022 und am 10.11.2022 statt.)

► Nicht Mord (§ 211 Abs. 2 StGB) zur Befriedigung des Geschlechtstriebs war angeklagt, sondern Mord in heimtückischer Begehungsweise (Angriff von hinten aus sexuellen Motiven, deshalb bewusstes Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers). Erstgenanntes Mordmerkmal hingegen setzt voraus, dass die Tötung per se der Befriedigung des Geschlechtstriebs dient. Dies jedoch war nicht Gegenstand der Anklage.

► Nicht schon im Revisionsverfahren (das vor dem BGH stattgefunden hatte!), sondern erst nach der Aufhebung des ersten Urteils durch den BGH wurde von der Ersten Jugendkammer des LG Traunstein das aussagepsychologische Gutachten eingeholt.

► Nichts mit dem Revisionsverfahren zu tun haben die drei von der Verteidigung eingeholten Gutachten, wie der Wikipedia-Artikel irrig impliziert. Denn der BGH ist keine Tatsacheninstanz, die Beweise erhebt. Diese Gutachten dienten vorausschauend allein der Vorbereitung des zweiten Rechtsgangs vor dem LG Traunstein (für den Fall, dass der BGH das erste Urteil aufheben und die Sache an das LG zurückverweisen würde, was dann auch tatsächlich geschah).

► Nicht erst am 23.06.2025, sondern bereits mit Beschluss vom 01.04.2025 (den Prozessbeteiligten zugestellt und veröffentlicht am 16.04.2025) hob der BGH das erste Urteil auf.

► Im Übrigen ist die Besorgnis der Befangenheit eines Richters (§ 24 StPO) nicht nur ein eher beiläufiger „Verfahrensfehler“, sondern ein absoluter Revisionsgrund (§ 338 Nr. 3 StPO), der mit einem Schlag das gesamte Urteil zu Fall bringt.

► Nicht am 23.06.2025, sondern bereits am 20.06.2025 stellte die Erste Jugendkammer des LG Traunstein (unmittelbar nach Vorliegen des aussagepsychologischen Gutachtens von Max Steller) fest, dass gegen Sebastian kein dringender Tatverdacht besteht und hob den Haftbefehl auf. Daraufhin wurde Sebastian sofort aus der U-Haft entlassen.

► Nicht nur „strafrechtliche Verantwortung“ trägt Sebastian nicht, sondern es wurde festgestellt, dass keinerlei Beweisanzeichen existiert, das Sebastian mit dem Tod der Hanna W. in Verbindung bringen könnte. Das ist nichts anderes als ein Freispruch aus erwiesener Unschuld, wie es im Volksmund heißt. (Weil dies ohne jeden Zweifel feststeht, war in dem Verfahren, in dem es allein um den Angeklagten geht, die Aufklärung des Unfallhergangs nicht mehr erforderlich. Folgerichtig haben weder StA noch Nebenklage Revision eingelegt. Der Freispruch ist rechtskräftig.)

► Es fehlt die Information, dass die StA weiterhin von einem Gewaltverbrechen ausgeht und ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt führt. Konkrete Ermittlungsschritte sollen aber erst ergriffen werden, sobald neue Anhaltspunkte vorliegen. Dies ist beim aktuellen Stand nicht der Fall. (Gemäß dem Grundsatz „ne bis in idem“ ist gegenüber Sebastian nach dem rechtskräftigen Freispruch Strafklageverbrauch eingetreten. Gegen ihn darf nicht mehr ermittelt werden.)

► Es fehlt die Information, dass die Verteidigerin Sebastians im Wege einer Amtshaftungsklage zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen den Freistaat Bayern durchzusetzen beabsichtigt. Im Raum steht die schuldhafte Verletzung der Amtspflichten von Beamten der Rosenheimer Polizei, etwa durch Unterschlagung entlastender Beweismittel. (Diese Ansprüche können weit über die nach dem StrEG zu gewährende Haftentschädigung von 75 Euro pro Hafttag hinausreichen: z. B. Ersatz von RA- und Gutachterkosten, Verdienstausfall, angemessenes Schmerzensgeld.)

► Weblinks: Nicht am 04.02.2026, sondern bereits am Nachmitrag des 25.01.2026 wurde die Doku von Meike Pommer in der ARD-Mediathek veröffentlicht.

► Weblinks: Erwähnenswert ist auch die sechsteilige Podcast-Serie von Sabine Rückert („Die Zeit") vom 26.05.2026 in der Reihe „Zeit Verbrechen“.

Seit 30.01.2026 fristet dieser halbgare Wikipedia-Artikel sein Dasein. Wie lange mag es noch dauern, bis der darin enthaltene Bockmist erforscht, entdeckt und ausgeräumt wird?

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 09. Juni 2026, 23:16:05

Heckengäu hat geschrieben: Dienstag, 09. Juni 2026, 22:47:57 Wieso hat der zu Unrecht angklagte Mann auf die Herausgabe der 18 beschlagnahmten Spielgeräte verzichtet? …
Das OVB berichtet über einen Sachverhalt, den der Reporter, der sogar mit einfachster Recherche fremdelt, wohl selbst nicht ganz durchdrungen hat. Kennen wir das nicht zur Genüge aus dem Eiskeller-Fall? ;-)

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Heckengäu » Dienstag, 09. Juni 2026, 22:47:57

Peinliche Klatsche für StA Traunstein

StA klagt strafloses Handeln an und arrestiert zu Unrecht Vermögen – Verteidiger klärt auf und bewirkt Einstellung des Verfahrens beim AG Traunstein:

OVB am 06.06.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 38850.html (ohne Paywall)
Wieso hat der zu Unrecht angklagte Mann auf die Herausgabe der 18 beschlagnahmten Spielgeräte verzichtet?
Das ist für mich vollkommen unverständig. Hier scheint mir etwas nicht zu stimmen

Re: TODESFALL HANNA W. (23 †), ASCHAU - CHIEMGAU, 2022

von Catch22 » Dienstag, 09. Juni 2026, 22:01:21

Inzwischen fand ich Gelegenheit, auch die kostenpflichtigen Folgen des Podcasts der „Zeit“ (siehe hier) anzuhören.


In Folge 4 wird zitiert aus der Begutachtung durch den Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel. RAin Rick stellte im ersten Rechtsgang am 08.02.2024 einen Beweisantrag, Püschel als weiteren Sachverständigen hinzuzuziehen. Zugleich präsentierte sie dem Gericht Püschels Ersteinschätzung.

Brüsk abgelehnt wurde von der Aßbichlerschen Kammer der Beweisantrag (welcher der Gründe aus § 244 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1–5, Abs. 4 StPO vom Gericht bemüht wurde, blieb unklar). Und vom Nebenklagevertreter Holderle wurde RAin Rick mit einer absurden Strafanzeige überzogen, weil die Verteidigerin das Obduktionsgutachten der Münchener LMU dem Hamburger Rechtsmediziner als Arbeitsgrundlage überlassen hatte (§ 203 StGB; das Recht des Angeklagten auf Verteidigung überwiegt jedoch die schutzwürdigen Interessen der Toten).

Püschels Expertise hätte das Luftschloss vom Meuchelmörder in sich zusammenstürzen lassen. (Die Sechskantschrauben am Schütz der Oberprienmühle waren der Verteidigung zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.)

Hier das Zitat Püschels, das Aßbichler und Holderle auf die Palme brachte – und auch die oft diskutierten „Schwimmbewegungen“ erklären sich im Kontext wie von selbst:

Spoiler – hier klicken!

Püschels Einschätzung:
Zunächst ist klarzustellen, dass diverse, unter Umständen auch sehr ausgedehnte Muskelblutungen am Rücken, im Schulterbereich und am Hals von ertrunkenen Personen auch ohne sonstige stumpfe, äußere Gewalteinwirkung hervorgerufen werden können. Derartige Blutungen entstehen durch agonale Kämpfe während des Ertrinkungsvorgangs sowie durch Überanstrengung, Hyperkontraktion der für Schwimmbewegungen und zum Atmen benötigten Muskulatur. Hinzuweisen ist darauf, dass ein Leichnam in Fließgewässern in der Regel in Bauchlage und mit dem Kopf voran treibt. Wenn der Körper an Hindernisse anstößt, ist also vor allem der vorangehende Kopf und die Schulteregion betroffen, unter Umständen auch die Hüfte, wenn der Körper schräg anstößt. Gerade in diesen Regionen finden sich im hier betrachteten Fall die stärksten Verletzungen der Toten. Die am Körper von Frau Hanna W. beschriebenen Verletzungen entsprechen in ihrem Gesamtmuster einem Verletzungsbild, wie man es bei einem langen Treiben – hier 12 Kilometer – in einem reißenden Fluss mit einem felsigen Untergrund erwartet. Dies gilt speziell für die Körperverletzungen.

Im Hinblick auf das Entkleiden des Körpers ist es gängiges rechtsmedizinisches Lehrbuchwissen, dass speziell die Oberbekleidung beim Treiben des Körpers im Wasser durch Strömung und Hindernisse im Wasser abgestreift werden kann. Dabei können beispielsweise auch Schmuckstücke [von] Effekten abgestreift werden, zum Beispiel Uhr, Kette, Ring, sonstiger Schmuck. Zu betonen ist, dass Personen, die ins Wasser geraten sind, vollgesogene, schwere Kleidung, die beim Schwimmen bzw. Überwasserhalten hinderlich sind, abzustreifen, auszuziehen versuchen. Dies erklärt ohne Weiteres sofort, dass die abzulegenden Kleidungsstücke unterschiedlich ausgezogen werden.

Ihr umfangreiches Verletzungsmuster ist vollständig durch Treiben des Körpers, bäuchlings mit Kopf und Schulterregion voran, im reißenden Fluss mit felsigem Untergrund und Ufer zu erklären, wobei der Körper vielfach mit spitzen Steinen und rauem, hartem Untergrund kollidierte. Das gilt insbesondere für die diversen Kopfplatzwunden (5) sowie für zahlreiche weitere Abschürfungen und Kratzer am Kopf. Dies gilt weiterhin auch für die knöchernen Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule und beider Schulterblätter. Es gibt keine richtungsweisenden Hinweise auf sonstige Gewalteinwirkung, etwa stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf oberhalb der sogenannten Hutkrempenlinie mittels eines unbekannten Werkzeugs, wie zum Beispiel einem Hammer, oder auf strangulierte Gewalt am Hals. Auch der Verlust der Oberbekleidung, wie hier festgestellt, ist ohne Weiteres durch Treiben im Wasser entlang von Hindernissen sowie letztendlich aktive Selbstrettungsversuche mit Abstreifen von Kleidung zu erklären.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 4 („Ein böser Zeuge“), ca. Min. 50:22 bis 53:20
„Die Zeit“: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/0cPcZfhyBz7TX24aRqt0Ba
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769643962


Das Wolkenkuckucksheim der Staatsanwaltschaft und Aßbichlers Kammer offenbart der in Folge 5 zitierte, inzwischen legendäre E-Mail-Verkehr von StA Wolfgang Fiedler mit der Vorsitzenden „Jacqu“ Aßbichler vom 03.01.2024 – erstmals in epischer Breite:

Spoiler – hier klicken!

StA Wolfgang Fiedler an Vorsitzende „Jacqu“ Aßbichler:
Hi Jacqu,

der Kollege Jeserer und ich sind gestern noch länger zusammengesessen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir in unserem Plädoyer den gleichen Sachverhalt wie Ihr zugrundelegen.

Der Angeklagte geht mitten in der Nacht zum Laufen, um seinen angestauten Ärger (Berichtsheft, Ärger mit Mutter, Probleme mit Vater) [abzureagieren] und läuft bewusst nahe des Eiskellers vorbei in der Hoffnung, einige leicht bekleidete Frauen zu sehen. Die Pornos, die er sich die Tage zuvor angeschaut hat, zeigen ja auch seine „Drucksituation“. Ecke Burgweg/Kampenwandstraße sieht er die Hanna und geht sie von hinten aus sexuellem Interesse an. Es kommt zu einem Handgemenge, bei dem er ihr unter anderem die Jacke auszieht und sie zu Boden bringt, wobei sie auf dem Bauch liegt. Dort fixiert er sie so brutal, dass die beiden Schulterdächer brechen und es zu dieser massiven Einblutung im Rückenbereich kommt. Der Angeklagte sieht sich nicht mehr aus und schlägt ihr mit einem stumpfen Gegenstand mehrfach gegen den Kopf und merkt anschließend, als Hanna bewusstlos ist, was er angerichtet hat, und muss das Opfer „entsorgen“ (aus Angst oder weil er gestört wird) und wirft sie in den Bärbach, wo sie ertrinkt.

Wenn man bei dem ersten Akt nur einen Körperverletzungsvorsatz annimmt [§§ 223, 224 StGB] (was naheliegend ist, da seine Ziele noch andere waren), dann müsste man unserer Ansicht nach die Verdeckungsabsicht [Mordmerkmal, § 211 Abs. 2, 3. Fallgruppe StGB] bei der anschließenden Tötung annehmen. Der Kollege hat einige Fundstellen dazu herausgearbeitet. Wir haben überlegt, ob wir alternativ – wenn schon beim ersten Akt Tötungsvorsatz angenommen wird – auf Heimtückemord plädieren [Mordmerkmal, § 211 Abs. 2, 2. Fallgruppe StGB]. Das überlegen wir noch.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 5 („Das Kartenhaus stürzt ein“), ca. Min. 4:00 bis 5:58
„Die Zeit“: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/4zKiYduYALfMK4jbNu3Wfg
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644301

Vorsitzende „Jacqu“ Aßbichler an StA Wolfgang Fiedler:
Hallo Wolfgang,

ich denke, dass die Aussage des [JVA-Zeugen Adrian] M. zum Tötungsvorsatz ganz wichtig ist. Der Angeklagte sagte, er habe sie bewusstlos geschlagen, damit sie sich nicht wehren kann, und er habe sie nicht töten wollen […] damit gefährliche Körperverletzung [§ 224 StGB] in Tatmehrheit mit Mord [§ 211 StGB] (Verdeckungsabsicht evtl. mit dolus eventualis [Eventualvotsatz, billigende Inkaufnahme des Todes]) […]

BGH-Beschluss vom 01.04.2025
viewtopic.php?p=293346#p293346 (im Spoiler)
Bild am 20.02.2024
viewtopic.php?p=245108#p245108 (im Spoiler)
https://www.bild.de/regional/bayern/reg ... .bild.html


Folge 6 schließlich beleuchtet Details aus der zweiten Hauptverhandlung in Laufen. Los geht‘s mit einer Rechtsmediziner-Tombola voller Nieten und der Charakterisierung der neuen Vorsitzenden Heike Will. Im Kleid zuckersüßer Liebenswürdigkeit stellt sie bohrende Fragen, vor denen es kein Entrinnen gibt. Als erste in ihre Fänge geraten die Rosenheim Cops. Der Mitschrieb aus der Hauptverhandlung stützt Sabine Rückerts Erinnerung.

Die Gutachter Soyka und Steller hatten dem JVA-Zeugen Adrian M., einem „Sabbelkopp und Märchenerzähler“, attestiert, dass in dessen Aussage kein Körnchen Wahrheit steckt. Die Krone setzt dem Ganzen der Staatsanwalt auf:

Spoiler – hier klicken!

Sabine Rückert:
Interessant war vielleicht noch, dass die Staatsanwaltschaft hinterher sagte, wir hätten gar keinen Sachverständigen gebraucht, das hätten wir ja auch selbst feststellen können, dass der [Zeuge Adrian M.] lügt.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 6 („Das Ende der Lügen“), ca. Min. 34:46 bis 34:55
„Die Zeit“: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/2JC1xfkMGMlhxMxwEsEra4
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644434

Vorgelesen werden zwei Presseerklärungen, wie sie gegensätzlicher kaum sein können: Voller Vorwürfe zogen sich die Nebenkläger zurück – mit einer vor Larmoyanz triefenden Presseerklärung Holderles (siehe auch hier, im 2. Spoiler). Die Verteidiger konterten mit einer eigenen Presseerklärung und erinnerten Holderle an dessen Pflichten als Rechtsanwalt und Nebenklagevertreter (siehe auch hier, im 5. Spoiler). Hannas Eltern erwarten, was ein Strafprozess nicht leisten kann, und ihr Rechtsbeistand erklärt es ihnen nicht.

Sabine Rückert schildert, welchen Qualen Sebastian in der U-Haft ausgesetzt war, wie er gepiesackt und gemobbt wurde, dass er laut weiterer Zeugen aus der JVA die Tat stets bestritten hatte. Ebenso erfahren wir, wie sich im Laufe der Zeit Sebastians Freunde gegen ihn wandten, sich zu seinen Feinden erklärten.

Geradewegs ein Komplott abgesprochener Falschaussagen offenbart sich im Dreigestirn von Verena, Lea und deren Mutter Angela R. Mit plump vorgetäuschten Gedächtnislücken will sich die Damen-Combo vor Strafverfolgung schützen – bis Absprachen in Handy-Chats das Lügengebäude zum Einsturz bringen. Lea verlässt den Saal „laut heulend wie ein Schlosshund“.

Zurück in den November 2022. Schon damals wusste die Polizei, dass Verenas Aussage nicht stimmen konnte – ein Umstand der m. E. in dem bevorstehenden Amtshaftungsprozess eine zentrale Rolle spielen dürfte:

Spoiler – hier klicken!

Das einzige Indiz, das den Haftbefehl stützte, war faul und die Polizei wusste das:
Sabine Rückert: Das Interessante war, dass ein Zeuge gehört worden ist zu diesem Thema bei der Polizei, der die Handys ausgewertet hat. Und der hat diese ganzen Kurznachrichten der Verena ausgewertet und hat gesagt, die widerruft ja hier ihre Aussage, gegenüber ihren Freunden und ihren Verwandten in diesen SMSen, und hat dann die Leiter der Soko „Club“ darauf aufmerksam gemacht. Er hat gesagt, er habe sie augenblicklich darauf aufmerksam gemacht, dass sich hier Widersprüche in der Aussage der Verena auftun.

Andreas Sentker: Die Soko wusste das?

Sabine Rückert: Sie wusste das! Sie wusste das. Sie wussten, dass Verena Unfug erzählt hat. Und das wurde auch abgespielt im Saal. Man hat das gehört. Diese Sprachnachrichten, diese verzweifelten, durchgeknallten Sprachnachrichten, die wurden im Saal abgespielt und es hat sich nichts an der Einstellung der Polizei geändert.

Andreas Sentker: Wir erinnern uns, das war die Konstruktion des Täterwissens.

Podcast der „Zeit“ vom 26.05.2026, Folge 6 („Das Ende der Lügen“), ca. Min. 49:20 bis 50:15
„Die Zeit“: https://www.zeit.de/gesellschaft/2026-0 ... en-podcast
Spotify: https://open.spotify.com/episode/2JC1xfkMGMlhxMxwEsEra4
Apple: https://podcasts.apple.com/us/podcast/s ... 0769644434

Zu technischen Aspekten wie etwa zur Auswertung von Hannas Handy findet Sabine Rückert nur schwer Zugang. Der Hörer erfährt darüber nichts Neues.

Nachdem alle Verdachtsmomente gegen Sebastian ausgeräumt waren, spielten auch Rechtsmedizin und Hydromechanik keine Rolle mehr. „Mit Glanz und Gloria“ wurde Sebastian freigesprochen.

Aber „in dieser Gegend leben
► all die Polizisten, die Mist gebaut haben,
► die Staatsanwälte, die einen Unschuldigen verfolgt haben,
► die Richter, die einen Unschuldigen verurteilt haben,
► die Eltern der Toten,
► die Freunde der Toten,
► der Nebenklagevertreter Holderle,
die alle nach Kräften mitgeholfen haben, Sebastian verdächtig zu machen“ (Folge 6, ca. Min. 1:05:10 bis 1:05:35).

Eine spannende Frage (Folge 6, ca. Min. 35:19 bis 38:57): Krimiformate wie „Tatort“ hätten den Sonntags-Gottesdienst abgelöst. Die Welt sei wieder heil, wenn es einen Schuldigen gebe. Lässt sich damit erklären, dass viele Menschen in der Region vor den Kopf gestoßen sind, wenn der Angeklagte plötzlich unschuldig ist? Gilt seine Schuld deshalb bei vielen nach wie vor und wider besseres Wissen als unverrückbare Tatsache?

Sebastian hat Aschau verlassen und wohnt jetzt woanders, weil er sich diesem Druck nicht mehr aussetzen will. Auch er muss heilen. Das kann er nicht, wenn jeder zweite die Straßenseite wechselt, wenn er ihm begegnet (Folge 6, ca. Min. 1:06:58 bis 1:07:28).

Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter in Richtung eines Gewaltverbrechens – diesmal gegen Unbekannt – und behauptet, Fehler aufgearbeitet zu haben (siehe auch hier und hier). „Wir haben alles richtig gemacht. Da merkt man wieder, man ist in Bayern. Und ich möchte nicht wissen, was dieses Verfahren den bayerischen Steuerzahler gekostet hat …“, resümiert Sabine Rückert (Folge 6, ab ca. Min. 1:12:11).


fassbinder hat geschrieben: Donnerstag, 28. Mai 2026, 20:00:00 … es lohnt sich ein Probeabo abzuschließen. …
Bntzrnm hat geschrieben: Sonntag, 31. Mai 2026, 14:06:42 … aus dem hörenswerten Podcast. …
Mit Fakten, Zusammenhängen und Hintergründen überzeugt der Podcast der „Zeit“ – ein informativer Überblick von den Anfängen bis zum vorläufigen Ende des Eiskeller-Falls. Weit über die hier im Thread transkribierten Passagen hinaus sorgen Sabine Rückert und Andreas Sentker für Spannung und Kurzweil. Dieser Podcast ist ein Gewinn! Auch für angestammte OVB-Leser, die ihr Dasein mit einem sinnstiftenden Inhalt bereichern wollen. ;-)

Probe-Abo (während der ersten 4 Wochen kostenlos, innerhalb dieses Zeitraums jederzeit kündbar):
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Zwei Randnotizen

Spoiler – hier klicken!

RAin Rick und das LG Traunstein – ein Betätigungsfeld mit Zukunft?

RAin Rick verteidigt (neben den RAen Claus Erhard und Juliane Weber, ebenfalls aus München) einen wegen Mordes angeklagten Koch aus Bad Aibling, der im November 2024 seine Ehefrau getötet und in einem Waldstück abgelegt haben soll. Heute begann die Hauptverhandlung vor dem LG Traunstein. Terminiert sind 12 Verhandlungstage bis zum 28.07.2026 (Az. 5 Ks 402 Js 20556/25).

Ermittler: KPI Rosenheim. StA: Wolfgang Fiedler. Rechtsmediziner: Oliver Peschel, LMU München. Rüge der Verteidigung: Die Rosenheim Cops sollen den nun Angeklagten als Zeugen vernommen haben, obwohl dieser polizeiintern bereits verdächtigt worden sei, also Beschuldigter gewesen sei. Fiedler widerspricht. Droht ein Verwertungsverbot? Wie ist die Beweislage? Vieles erscheint wie ein Dé­jà-vu.

„Die Welt“ am 09.06.2026:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... haben.html (Paywall)
https://archive.is/20260609150058/https ... haben.html (ohne Paywall)

Passauer Neue Presse (PNP) am 09.06.2026:
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-tr ... t-21311216 (Paywall)
https://archive.is/20260609181032/https ... t-21311216 (ohne Paywall)

Oberbayerisches Volksblatt (OVB) am 30.05.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 26735.html (ohne Paywall)

OVB am 10.06.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 43492.html (ohne Paywall)

Bild am 10.06.2026:
https://www.bild.de/regional/bayern/fra ... a08640804c (ohne Paywall)


Peinliche Klatsche für StA Traunstein

StA klagt strafloses Handeln an und arrestiert zu Unrecht Vermögen – Verteidiger Bongers (aus Bonn) klärt auf und bewirkt Einstellung des Verfahrens beim AG Traunstein:

OVB am 06.06.2026:
https://www.ippen.media/netzwerk/lokale ... 38850.html (ohne Paywall)

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