von Fragjanur » Samstag, 13. Juni 2026, 07:47:02
DieSozialarbeiterin hat geschrieben: ↑Freitag, 12. Juni 2026, 21:53:00
Natürlich ist Fabian das eigentliche Opfer dieses Verbrechens. Das stand für mich nie zur Debatte und mein Beitrag sollte das auch in keiner Weise relativieren. Das Leid, das Fabian und seine Familie erfahren haben, ist durch nichts aufzuwiegen.
Mein Beitrag bezog sich ausschließlich auf den Umgang mit einem Zeugen in einer psychischen Ausnahmesituation während seiner Vernehmung. Dass ich diesen Umgang kritisch sehe und den Eindruck hatte, dass psychologische Aspekte oder Menschlichkeit dabei zu kurz kamen, bedeutet doch nicht, dass ich vergesse, worum es in diesem Verfahren geht.
Im Gegenteil. Gerade wer beruflich mit psychischen Krisen und traumatischen Erfahrungen arbeitet, lernt, mehrere Perspektiven gleichzeitig auszuhalten, ohne sie gegeneinander aufzurechnen. Genau das ist auch mein beruflicher Hintergrund. Ich kann Mitgefühl für Fabian und seine Angehörigen empfinden und gleichzeitig wahrnehmen, dass ein Zeuge im Gerichtssaal sichtbar an seine psychischen Grenzen kommt. Das eine nimmt dem anderen nichts weg.
Ich habe C.D.s Verhalten nach dem Auffinden des Kindes ausdrücklich nicht gutgeheißen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es aus psychologischer Sicht nachvollziehbare Erklärungsmodelle für sein Verhalten geben kann und dass ich mir einen traumasensibleren Umgang in der Vernehmung gewünscht hätte. Das bedeutet weder, dass ich C.D. zum Opfer erkläre, noch dass ich Fabian aus dem Blick verliere. Für mich können beide Gedanken nebeneinander bestehen.
Erneut. Ich finde deinen Beitrag und deine Ausführungen dazu allesamt gut.
Dennoch! Es geht hier um die Aufklärung des Mordes an einem Kind. Diese "Schocktherapie" soll die Reaktionen und Emotionen des Zeugen zeigen. Der Gute ist zwar nur als Zeuge geladen, dennoch muss das Gericht ja herausfinden, ob er tiefer in die Tat involviert ist, als es seine Aussagen vermuten lassen. Du wünscht dir einen sensibleren Umgang damit, das kann das Gericht in diesem Stadium gar nicht leisten, weil man immer noch in der Beweisaufnahme zu diesem Verbrechen ist. Der besagte Zeuge steht in sehr engem Kontakt zur Angeklagten, hat creepy Nachrichten mit ihr getauscht, unzählige Treffen mit ihr gehabt, kontextual ging es um ihre Beziehungsprobleme, Gewalt, Verantwortlichmachung des Jungen für Stress in ihrer Beziehung. Sie hat mit dem Zeugen massiv vor der Tat, während der Tat, nach der Tat, bei der Suche, dem Danach Kontakt gehalten, der sogar soweit ging, dass ein ihr bis dahin fremder Mann sogar aufgefordert wurde, ihr Kind abzuholen und bei sich nächtigen zu lassen.
Entsprechend halte ich eine Rücksichtnahme bezüglich Fotos, die genau das zeigen, was hier eigentlich verhandelt wird - den grausamen Mord an einem 8-jährigen Kind , für notwendig, wenn man die Zusammenhänge und mögliche Involviertheit in das Verbrechen aufklären möchte.
Du gestehst dir ohne vor Ort gewesen zu sein, reinweg aus den Informationen diverser Ticker zu, eine Ferndiagnose zu stellen und Kritik an der Arbeit des Gerichtes zu üben. Mehr Sensibilität den Zeugen gegenüber, ohne zu wissen, in welcher Art diese Zeugen eine Rolle in diesem Mord spielen. Dafür hast du, wie auch alle anderen viel zu wenig Einblicke in die Geschehnisse. Mir nämlich ging es völlig anders. Ich habe das begrüßt, dass dem werten Zeugen mal die "Rohre" gezeigt werden, von denen er "einfach nur weg wollte". Der diese ganze nächtliche Suchaktion in besagtem Gebiet nicht ein einziges Mal infrage gestellt hat, der mit einer Frau, die er selbst knapp 3 Wochen kennt, intime Nachrichten austauscht, Fotos einfordert und sich auf die Suche nach einem Kind macht, dass er ebenfalls nicht kennt. Wohlwissend, dass sie ihm sogar erzählt hat, mit dem Erzeuger erneut Sex gehabt zu haben.
Normale Antworten auf ein gemeinsames Suchen hätten so ausgesehen, dass er sie an den Erzeuger oder die Polizei hätte verweisen müssen und nicht seiner eigenen Frau erzählen, er ginge auf die Jagd und mit einer anderen Frau heimlich kilometerweite Fahrten auf sich nimmt, um irgendwo in der Walachei ein Kind zu suchen. So ganz unbedarft und so ganz ohne Hintergedanken macht er das sicher nicht.
Und bei allem Respekt für deine empathische Betrachtung der Zeugenbefragung durch das Gericht. Das Opfer heißt immer noch Fabian Lange, 8 Jahre alt, mit 6 Messerstichen getötet und in Brand gesetzt.
Dieses Verbrechen gilt es aufzuklären. Und bis man nicht weiß, welche Zeugen welche Rolle spielen, benötigt es auch keine falsche Rücksichtnahme.
[quote=DieSozialarbeiterin post_id=346361 time=1781293980]
Natürlich ist Fabian das eigentliche Opfer dieses Verbrechens. Das stand für mich nie zur Debatte und mein Beitrag sollte das auch in keiner Weise relativieren. Das Leid, das Fabian und seine Familie erfahren haben, ist durch nichts aufzuwiegen.
Mein Beitrag bezog sich ausschließlich auf den Umgang mit einem Zeugen in einer psychischen Ausnahmesituation während seiner Vernehmung. Dass ich diesen Umgang kritisch sehe und den Eindruck hatte, dass psychologische Aspekte oder Menschlichkeit dabei zu kurz kamen, bedeutet doch nicht, dass ich vergesse, worum es in diesem Verfahren geht.
Im Gegenteil. Gerade wer beruflich mit psychischen Krisen und traumatischen Erfahrungen arbeitet, lernt, mehrere Perspektiven gleichzeitig auszuhalten, ohne sie gegeneinander aufzurechnen. Genau das ist auch mein beruflicher Hintergrund. Ich kann Mitgefühl für Fabian und seine Angehörigen empfinden und gleichzeitig wahrnehmen, dass ein Zeuge im Gerichtssaal sichtbar an seine psychischen Grenzen kommt. Das eine nimmt dem anderen nichts weg.
Ich habe C.D.s Verhalten nach dem Auffinden des Kindes ausdrücklich nicht gutgeheißen. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es aus psychologischer Sicht nachvollziehbare Erklärungsmodelle für sein Verhalten geben kann und dass ich mir einen traumasensibleren Umgang in der Vernehmung gewünscht hätte. Das bedeutet weder, dass ich C.D. zum Opfer erkläre, noch dass ich Fabian aus dem Blick verliere. Für mich können beide Gedanken nebeneinander bestehen.
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Erneut. Ich finde deinen Beitrag und deine Ausführungen dazu allesamt gut.
Dennoch! Es geht hier um die Aufklärung des Mordes an einem Kind. Diese "Schocktherapie" soll die Reaktionen und Emotionen des Zeugen zeigen. Der Gute ist zwar nur als Zeuge geladen, dennoch muss das Gericht ja herausfinden, ob er tiefer in die Tat involviert ist, als es seine Aussagen vermuten lassen. Du wünscht dir einen sensibleren Umgang damit, das kann das Gericht in diesem Stadium gar nicht leisten, weil man immer noch in der Beweisaufnahme zu diesem Verbrechen ist. Der besagte Zeuge steht in sehr engem Kontakt zur Angeklagten, hat creepy Nachrichten mit ihr getauscht, unzählige Treffen mit ihr gehabt, kontextual ging es um ihre Beziehungsprobleme, Gewalt, Verantwortlichmachung des Jungen für Stress in ihrer Beziehung. Sie hat mit dem Zeugen massiv vor der Tat, während der Tat, nach der Tat, bei der Suche, dem Danach Kontakt gehalten, der sogar soweit ging, dass ein ihr bis dahin fremder Mann sogar aufgefordert wurde, ihr Kind abzuholen und bei sich nächtigen zu lassen.
Entsprechend halte ich eine Rücksichtnahme bezüglich Fotos, die genau das zeigen, was hier eigentlich verhandelt wird - den grausamen Mord an einem 8-jährigen Kind , für notwendig, wenn man die Zusammenhänge und mögliche Involviertheit in das Verbrechen aufklären möchte.
Du gestehst dir ohne vor Ort gewesen zu sein, reinweg aus den Informationen diverser Ticker zu, eine Ferndiagnose zu stellen und Kritik an der Arbeit des Gerichtes zu üben. Mehr Sensibilität den Zeugen gegenüber, ohne zu wissen, in welcher Art diese Zeugen eine Rolle in diesem Mord spielen. Dafür hast du, wie auch alle anderen viel zu wenig Einblicke in die Geschehnisse. Mir nämlich ging es völlig anders. Ich habe das begrüßt, dass dem werten Zeugen mal die "Rohre" gezeigt werden, von denen er "einfach nur weg wollte". Der diese ganze nächtliche Suchaktion in besagtem Gebiet nicht ein einziges Mal infrage gestellt hat, der mit einer Frau, die er selbst knapp 3 Wochen kennt, intime Nachrichten austauscht, Fotos einfordert und sich auf die Suche nach einem Kind macht, dass er ebenfalls nicht kennt. Wohlwissend, dass sie ihm sogar erzählt hat, mit dem Erzeuger erneut Sex gehabt zu haben.
Normale Antworten auf ein gemeinsames Suchen hätten so ausgesehen, dass er sie an den Erzeuger oder die Polizei hätte verweisen müssen und nicht seiner eigenen Frau erzählen, er ginge auf die Jagd und mit einer anderen Frau heimlich kilometerweite Fahrten auf sich nimmt, um irgendwo in der Walachei ein Kind zu suchen. So ganz unbedarft und so ganz ohne Hintergedanken macht er das sicher nicht.
Und bei allem Respekt für deine empathische Betrachtung der Zeugenbefragung durch das Gericht. Das Opfer heißt immer noch Fabian Lange, 8 Jahre alt, mit 6 Messerstichen getötet und in Brand gesetzt.
[u]Dieses [/u]Verbrechen gilt es aufzuklären. Und bis man nicht weiß, welche Zeugen welche Rolle spielen, benötigt es auch keine falsche Rücksichtnahme.