von Pope1107 » Montag, 15. Juni 2026, 00:07:08
Solitär hat geschrieben: ↑Sonntag, 14. Juni 2026, 23:02:14
Meine favorisierte Deutung des "Das weisst Du doch" ist ja bekannt: "Ich werde festgehalten". "Ich kann hier nicht weg". "Ich wurde entführt".
Man kann das aber natürlich auch als Wink mit dem Zaunpfahl auf einen möglichen Entführer sehen.
Nur. Der sitzt ja neben ihr. Und hört mit. Frauke wird ja klar gewesen sein, dass dem Entführer ein solcher "indirekter Hinweis" nicht gefallen haben dürfte - wie auch so manche andere Andeutung im letzten Gespräch nicht.
Ich denke das könnte evtl. ein Hinweis darauf sein, dass der Täter nicht sehr gut Deutsch verstand bzw. ein "dumber Zeitgenosse" war. Darauf könnte auch das 3-malige Wiederholen von "Ich bin in Paderborn" hindeuten: Der Täter wird ihr gedroht haben, damit sie das 3x wiederholt - weil ihm das - auch welchem Grund auch immer - wichtig war. Folgt man dieser Theorie, könnte es wiederum ein ihr unbekannter Täter gewesen sein - "Charming Willi" kommt mir da leider in den Sinn mit seinem IQ unter 60.
Tja.
Und dann noch eine Variante, die ich mir vor langer Zeit schon mal überlegt habe: Vielleicht wollte Frauke ihr Date an diesem Abend mit nach Hause bringen. Und Chris hat das geahnt / gewusst und ihr "sicherheitshalber" mal die Schlüssel abgeluxt, damit sie klingeln muss und damit die Schwelle höher war, dass sie sich nicht mit dem Date nach Hause traut. Sie würde dann mit dem Date woanders hingefahren sein / übernachtet haben müssen. Und Chris müsste das somit klar gewesen sein, daher das "Das weisst Du doch". Dann müsste Chris aber einen konkreten Verdacht haben, wer der Täter ist, würde ich meinen.
Die SMS (Plural), welche Frauke an Chris an diesem Tag / an diesem Abend gesendet hat, wurden die eigentlich alle geprüft? Hat man das Handy von Chris überprüft / gefilzt? Hat man geschaut, ob Frauke Chris an diesem Abend weitere SMS ausser der "0.49 Uhr - komme später - SMS" im Vorfeld gesendet hat? Aber das weiss wahrscheinlich hier niemand. War eigentlich diese 0.49 Uhr SMS auf dem Handy von Chris noch im Original vorhanden - konnte er die "vorlegen"?
Man kann deinem weiteren Ansatz jedenfalls nicht vorwerfen, an übermäßiger Zurückhaltung zu leiden.
Nahezu jede neue Überlegung wird mit bemerkenswerter Sicherheit vorgetragen, obwohl ihre tatsächliche Verankerung in der bekannten Faktenlage seltenst ohne Weiteres erkennbar ist - um es defensiv zu formulieren.
Die fortlaufende Erweiterung des Hypothesengebäudes erfolgt dabei offenbar in der Erwartung, dass zusätzliche Annahmen bestehende massive (logische) Schwächen beheben.
Erfahrungsgemäß führt eine Vermehrung der Prämissen jedoch nicht zwangsläufig zu einer Vermehrung der Überzeugungskraft.
Juristen, Kriminalisten und Ermittler, die sich dem Grundsatz einer evidenzgeleiteten Sachverhaltsanalyse verpflichtet fühlen, dürften eine derart großzügige Handhabung von Tatsachen und Schlussfolgerungen mit einer gewissen fachlichen Irritation zur Kenntnis nehmen.
Ähnlich bemerkenswert erscheint dein Umgang zB mit dem lediglich beispielhaften Beitrag eines Foristen (das ist übrigens nicht RÖ - da darfst du dir sicher sein), in dem der Umgang mit verschiedenen Tieren thematisiert wurde.
Aus einem ersichtlich illustrativen und nicht als Tatsachenbehauptung gedachten Beitrag weitere Schlussfolgerungen abzuleiten und diesen sodann als Fundament neuer Hypothesen heranzuziehen, trägt kaum zu einer sachgerechten Analyse des Falles bei.
Der Eindruck verfestigt sich vielmehr, dass einmal entwickelte Vorstellungen nicht mehr kritisch hinterfragt, sondern fortlaufend durch immer neue Annahmen gestützt werden. Die Folge ist eine Erkenntnisgewinnung, die zunehmend hypothesen- statt evidenzgeleitet erscheint.
Gerade deshalb könnte ein Einblick für dich in juristische Methodik durchaus gewinnbringend sein - auch wenn du nur von „Juristerei“ sprichst.
Dort lernt man jedoch früh, dass die Überzeugungskraft einer These nicht mit der Anzahl der zu ihrer Rettung erforderlichen Annahmen wächst. Nun - ganz wichtig, wichtig, wichtig - im Gegenteil: Je mehr Hilfskonstruktionen erforderlich werden, um Widersprüche zu erklären, desto größer werden regelmäßig die Zweifel an der Ausgangshypothese selbst.
Niemand verlangt den Nachweis jeder einzelnen Überlegung. Das Wesen einer Hypothese besteht gerade darin, dass sie zunächst nicht bewiesen ist.
Mindestvoraussetzung sollte jedoch sein, dass sie sich innerhalb dessen bewegt, was nach den bekannten Umständen noch als plausibel und realistisch angesehen werden kann. Daran fehlt es hier leider nicht selten.
Manche der vertretenen Gedankengänge entfernen sich mittlerweile derart weit von den belastbaren Anknüpfungstatsachen, dass sie selbst bei wohlwollender Betrachtung kaum noch als ernsthaft tragfähige Erklärungsansätze erscheinen.
Ich denke, man verliert hier leider durch inzwischen teils ausufernde Thesen und Theorien den wirklichen Faden und wirklich plausible Theorien geraten in den Hintergrund.
Um auch da klar zu sein: eine solche Entwicklung ist normal. Es gibt keinerlei neue Anhaltspunkte, auf dessen Basis jenseits von Annahmen, Interpretationen etc. diskutiert werden kann.
Das hat zur Folge, dass bestehende Punkte gedreht und gewendet werden und teils ad absurdum geführt werden.
Wo wir uns ebenfalls sicher sein dürfen: Öffentlich bekannt ist nur ein gewisser Prozentsatz der Erkenntnisse der EB.
[quote=Solitär post_id=346849 time=1781470934 user_id=11832]
Meine favorisierte Deutung des "Das weisst Du doch" ist ja bekannt: "Ich werde festgehalten". "Ich kann hier nicht weg". "Ich wurde entführt".
Man kann das aber natürlich auch als Wink mit dem Zaunpfahl auf einen möglichen Entführer sehen.
Nur. Der sitzt ja neben ihr. Und hört mit. Frauke wird ja klar gewesen sein, dass dem Entführer ein solcher "indirekter Hinweis" nicht gefallen haben dürfte - wie auch so manche andere Andeutung im letzten Gespräch nicht.
Ich denke das könnte evtl. ein Hinweis darauf sein, dass der Täter nicht sehr gut Deutsch verstand bzw. ein "dumber Zeitgenosse" war. Darauf könnte auch das 3-malige Wiederholen von "Ich bin in Paderborn" hindeuten: Der Täter wird ihr gedroht haben, damit sie das 3x wiederholt - weil ihm das - auch welchem Grund auch immer - wichtig war. Folgt man dieser Theorie, könnte es wiederum ein ihr unbekannter Täter gewesen sein - "Charming Willi" kommt mir da leider in den Sinn mit seinem IQ unter 60.
Tja.
Und dann noch eine Variante, die ich mir vor langer Zeit schon mal überlegt habe: Vielleicht wollte Frauke ihr Date an diesem Abend mit nach Hause bringen. Und Chris hat das geahnt / gewusst und ihr "sicherheitshalber" mal die Schlüssel abgeluxt, damit sie klingeln muss und damit die Schwelle höher war, dass sie sich nicht mit dem Date nach Hause traut. Sie würde dann mit dem Date woanders hingefahren sein / übernachtet haben müssen. Und Chris müsste das somit klar gewesen sein, daher das "Das weisst Du doch". Dann müsste Chris aber einen konkreten Verdacht haben, wer der Täter ist, würde ich meinen.
Die SMS (Plural), welche Frauke an Chris an diesem Tag / an diesem Abend gesendet hat, wurden die eigentlich alle geprüft? Hat man das Handy von Chris überprüft / gefilzt? Hat man geschaut, ob Frauke Chris an diesem Abend weitere SMS ausser der "0.49 Uhr - komme später - SMS" im Vorfeld gesendet hat? Aber das weiss wahrscheinlich hier niemand. War eigentlich diese 0.49 Uhr SMS auf dem Handy von Chris noch im Original vorhanden - konnte er die "vorlegen"?
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Man kann deinem weiteren Ansatz jedenfalls nicht vorwerfen, an übermäßiger Zurückhaltung zu leiden.
Nahezu jede neue Überlegung wird mit bemerkenswerter Sicherheit vorgetragen, obwohl ihre tatsächliche Verankerung in der bekannten Faktenlage seltenst ohne Weiteres erkennbar ist - um es defensiv zu formulieren.
Die fortlaufende Erweiterung des Hypothesengebäudes erfolgt dabei offenbar in der Erwartung, dass zusätzliche Annahmen bestehende massive (logische) Schwächen beheben.
Erfahrungsgemäß führt eine Vermehrung der Prämissen jedoch nicht zwangsläufig zu einer Vermehrung der Überzeugungskraft.
Juristen, Kriminalisten und Ermittler, die sich dem Grundsatz einer evidenzgeleiteten Sachverhaltsanalyse verpflichtet fühlen, dürften eine derart großzügige Handhabung von Tatsachen und Schlussfolgerungen mit einer gewissen fachlichen Irritation zur Kenntnis nehmen.
Ähnlich bemerkenswert erscheint dein Umgang zB mit dem lediglich beispielhaften Beitrag eines Foristen (das ist übrigens nicht RÖ - da darfst du dir sicher sein), in dem der Umgang mit verschiedenen Tieren thematisiert wurde.
Aus einem ersichtlich illustrativen und nicht als Tatsachenbehauptung gedachten Beitrag weitere Schlussfolgerungen abzuleiten und diesen sodann als Fundament neuer Hypothesen heranzuziehen, trägt kaum zu einer sachgerechten Analyse des Falles bei.
Der Eindruck verfestigt sich vielmehr, dass einmal entwickelte Vorstellungen nicht mehr kritisch hinterfragt, sondern fortlaufend durch immer neue Annahmen gestützt werden. Die Folge ist eine Erkenntnisgewinnung, die zunehmend hypothesen- statt evidenzgeleitet erscheint.
Gerade deshalb könnte ein Einblick für dich in juristische Methodik durchaus gewinnbringend sein - auch wenn du nur von „Juristerei“ sprichst. [u]Dort lernt man jedoch früh, dass die Überzeugungskraft einer These nicht mit der Anzahl der zu ihrer Rettung erforderlichen Annahmen wächst. Nun - ganz wichtig, wichtig, wichtig - im Gegenteil: Je mehr Hilfskonstruktionen erforderlich werden, um Widersprüche zu erklären, desto größer werden regelmäßig die Zweifel an der Ausgangshypothese selbst.[/u]
Niemand verlangt den Nachweis jeder einzelnen Überlegung. Das Wesen einer Hypothese besteht gerade darin, dass sie zunächst nicht bewiesen ist.
Mindestvoraussetzung sollte jedoch sein, dass sie sich innerhalb dessen bewegt, was nach den bekannten Umständen noch als plausibel und realistisch angesehen werden kann. Daran fehlt es hier leider nicht selten.
Manche der vertretenen Gedankengänge entfernen sich mittlerweile derart weit von den belastbaren Anknüpfungstatsachen, dass sie selbst bei wohlwollender Betrachtung kaum noch als ernsthaft tragfähige Erklärungsansätze erscheinen.
Ich denke, man verliert hier leider durch inzwischen teils ausufernde Thesen und Theorien den wirklichen Faden und wirklich plausible Theorien geraten in den Hintergrund.
Um auch da klar zu sein: eine solche Entwicklung ist normal. Es gibt keinerlei neue Anhaltspunkte, auf dessen Basis jenseits von Annahmen, Interpretationen etc. diskutiert werden kann.
Das hat zur Folge, dass bestehende Punkte gedreht und gewendet werden und teils ad absurdum geführt werden.
Wo wir uns ebenfalls sicher sein dürfen: Öffentlich bekannt ist nur ein gewisser Prozentsatz der Erkenntnisse der EB.