Non_Toxic hat geschrieben: ↑Donnerstag, 16. April 2026, 19:00:14
Ich denke, dass das Unheil mit dem Schützenfest in Wewer begann. Dieses Fest blieb als eines der traurigsten Jahre in Erinnerung. Zum Ablauf konnte ich folgende Rekonstruktion erstellen:
• Freitag, 19. Mai 2006: Zapfenstreich und Auftakt des Schützenfestes.
• Samstag, 20. Mai 2006: Schützenball; in dieser Nacht geschah das Unglück, als N. mit seinen Freunden Geburtstag feiern wollte, bis Th. einfach verschwand.
• Sonntag, 21. Mai 2006: Der Tag, an dem der 21-jährige Jungschütze Th. morgens leblos gefunden wurde. Zusätzlich sorgte ein Sturm am Nachmittag dafür, dass der Festumzug abgebrochen und das Bataillon mit Bussen zum Zelt evakuiert werden musste.
• Montag, 22. Mai 2006: Schützenfrühstück
Einen Auftritt hatte auch der Spielmannszug von Wewer, der 2006 sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Th. muss am Abend des Schützenballs vom Festzelt im/nahe Wiesenweg Richtung Schlosspark gelaufen sein (ca. 15 Minuten Gehweg), welcher durch die Alme durchzogen wird. In diesem bewaldeten Gebiet, also nahe der Alme muss die Leiche am Sonntag gefunden worden sein. Durch diese räumliche Nähe verbreitete sich die Nachricht am Sonntagmorgen sehr schnell unter den Gästen, während die polizeiliche Spurensicherung vor Ort im Einsatz war und die Bruderschaft versuchte, das Protokoll unter Schock fortzuführen. Ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen. Wenn man sich die Timeline ansieht, stellt sich die Frage, ob am Schützenball etwas vorgefallen ist, das Th. zu seinem Entschluss bewogen hat. Th. war verschwunden und wurde tot aufgefunden – und trotzdem machte N. sich scheinbar keine Sorgen, als nur exakt einen Monat später, am 20. Juni 2006, seine neue Bekannte Frauke ebenfalls spurlos verschwindet – um später ebenfalls tot in einem Waldstück aufgefunden zu werden.
Betrachtet man die Geografie, liegen zwischen dem Fundort von Th. und dem „Totengrund“ bei Lichtenau etwa 20 Kilometer, aber die B64 ist die zentrale Lebensader, die den Westen (Wewer) mit dem Osten (Lichtenau) verbindet. Die B64 umschließt Paderborn wie eine Tangente. Wenn das Unheil in Wewer begann und im Totengrund endete, bilden die Driburger Straße und die B64 die physische Brücke dazwischen. Ein Täter mit tiefer Ortskenntnis nutzt genau diese Strecke. In den Telefonaten gab es zwei Situationen, in denen Frauke etwas vehement dreimal wiederholte: „Ich bin in Paderborn“ und „Mama“. Wenn man sich das auf Google Maps anschaut, fällt auf, dass die B64 wie eine fast schnurgerade Achse Wewer im Westen mit der Driburger Straße im Osten verbindet. Es wirkt, als sei dieser Korridor das eigentliche Operationsgebiet gewesen, in dem sich der Täter sicher fühlte. Bis auf Paderborn-Sennelager im Norden liegen alle Standorte der Lebenszeichen – von Mönkeloh im Westen bis Nieheim im Osten – direkt auf dieser B64-Achse.
Selbst wenn mit „Mama“ nicht die Driburger Straße gemeint war, sondern Bad Driburg, führt von Paderborn aus ebenfalls die B64 dorthin. Vielleicht wollte Frauke einen dreifachen Hinweis geben (3x Wiederholung): 1. auf das Umfeld der Driburger Straße, 2. auf den Spielplatz (wo man oft „Mama“ hört) und 3. auf Bad Driburg (wobei auch hier die B64 Paderborn (3x „Ich bin in Paderborn“) und Bad Driburg („Mama“) verbindet). Hätte die Polizei Kontrollen auf der B64 eingeführt oder Kameraaufnahmen ausgewertet, hätte man ein Auto identifizieren können, das zu den Telefonzeiten auf dieser Strecke unterwegs war. Ich sehe hier ein Muster, das durch die einzige Ausnahme bestätigt wird: Paderborn-Sennelager am Donnerstag, den 22. Juni um 22:26 Uhr. Dies ist der einzige Tag, der N. durch seine Spätschicht bis 22:15 Uhr ein Alibi gibt. In der Mitte zwischen Sennelager und Paderborn liegt Schloss Neuhaus, und auch Hövelhof (N. Wohnort) ist nicht weit entfernt.
Ein weiteres Puzzlestück, das selten beachtet wird: Die geografische Klammer zwischen den Fundorten besteht durch das hydrologische System von Altenau und Alme. Die Altenau entspringt im Bereich des Totengrunds bei Lichtenau und mündet unterhalb von Wewer in die Alme. Damit bilden beide Orte, der Totengrund (Ost) und Wewer (West), die Endpunkte desselben Wasserweges. Ein naturverbundener Mensch oder ein Pilzsammler wie F., könnte das sicher gewusst haben. Es ist die Verbindung zwischen Quelle und Mündungsebene.
Es gibt einfach zu viele Zufälle. Th. verschwand am 20.05.2006, Frauke am 20.06.2006. Nach Kübler-Ross verläuft Trauer in Phasen; Phase 2 (Zorn) und Phase 3 (Verhandeln, eine Phase hoher Unsicherheit) passen zeitlich genau auf das Umfeld im Juni. Dazu kommt, dass die Personen N, A, G und teilweise F nicht nur einen Bezug zu den Funkmasten haben, sondern auch im gleichen Betrieb gearbeitet haben – einer vermutlich in Leitungsposition – und einer davon nahe der Driburger Straße wohnte. Wenn es einen Täterkreis aus 3-4 Personen gibt, erklärt das die wechselnden Orte, die Alibi-Konstruktion und die Zeit für die „Pflege“ eines gefangenen Menschen.
An der Leiche wurde ein Gegenstand gefunden, der nicht von Frauke war, und laut „Mord auf Ex“ fehlte ein vierter Gegenstand von ihr. Neben Handy, Tasche, Geldbörse und Uhr haben wir nun vier fehlende Gegenstände (das Handy wurde vermutlich vernichtet) bei vier Verdächtigen (Trophäen?). Im letzten Telefonat sagte Frauke, sie habe keine Angst. Wenn sie den Täter kannte, würde das eine geringere Angst erklären („Der tut mir schon nicht wirklich weh“). Auch das „Framing“ von C. ist auffällig: Frauke durfte scheinbar nur ihn anrufen, damit er als Täter dasteht. Wäre ihre Schwester beim letzten Telefonat nicht bei ihm gewesen, wäre er wohl bis heute der Hauptverdächtige. Eine Woche nach dem Verschwinden stand die Polizei bei N. auf der Arbeit – genau im Zeitrahmen des letzten Anrufs. Musste Frauke weg, weil die Ermittler eine neue Spur verfolgten? Da an den Knochen keine Brüche oder Einkerbungen gefunden wurden, könnte sie durch Medikamente ruhiggestellt worden sein, was am Ende zum Tod führte. Das könnte rechtlich auf Totschlag hinauslaufen. Mit Blick auf die Verjährungsfrist von 20 Jahren für Totschlag würde das die aktuelle Unruhe beim Täterkreis erklären. Insgesamt glaube ich an einen manipulativen Täter aus Fraukes Umfeld, der Macht ausüben wollte und sich in der Gegend perfekt auskannte.
Der Kreis schließt sich.
Ein abschließender Gedanke: Habt ihr schon einmal daran gedacht, dass I. vielleicht gar nicht primär N. schützten will, sondern eigentlich F.?