schnellergast hat geschrieben: ↑Donnerstag, 16. April 2026, 14:12:36
Hallo,
ich hab hier noch nie etwas verfasst, den Fall aber lange verfolgt und würde nach den letzten Podcasts zu Frauke gerne mal meine Überlegungen teilen.
Ich weiß, dass meine Theorie in der Vergangenheit bereits geäußert, kritisiert und oft abgelehnt wurde, aber nach 20 Jahren ohne Ergebnis, ist es vielleicht doch eine Option die man bedenken sollte, da sie vieles verändert.
Im aktuellsten Podcast sagte Frau Liebs, dass die Funkzelle Entrup wohl sehr groß sei (bis zu 15km?) und auch bis zu einer Anhöhe reiche.
Wenn man sich das auf der Karte anschaut, liegt also der Fundort von Frauke in dem Hebramwald nicht so weit von dieser Funkzelle entfernt, aus der die erste Nachricht abgesetzt wurde.
Ich denke, dass die Anrufe nicht nur dazu dienten, ein Alibi zu haben, sondern auch, dass Frauke nicht zu schnell gesucht und gefunden wird.
Eventuell hatte der Täter nämlich Angst, dass es schnell zu Absuchen in dem Gebiet östlich von Paderborn kommen würde.
Vorab: ich möchte keinen Verdacht in Richtung irgendeiner Person richten, ich bin davon überzeugt, dass die Familie von Frauke und auch C absolut unschuldig sind und nach bestem Gewissen ausgesagt haben!!!
Der wahrscheinlichste Ablauf für mich ist der folgende:
-F trifft nach Verlassen des Pubs auf einen Täter, der ihr zumindest flüchtig bekannt ist, er überredet sie, noch aus der Stadt rauszufahren, eventuell um die laue Sommernacht noch zu genießen, Sterne schauen, ein Bier trinken etc.
Frauke kommt erst nach etwas Zeit in den Sinn, dass sie ja Christos noch Bescheid geben muss, dass sie sich verspätet, und sie selbst sendet im Beisein des Täters noch die letzte Nachricht um 00.49 Uhr von ihrem Handy - mit einem erholten Akku oder sie hat im Auto laden können oder nochmals Akku getauscht. Das glaube ich, da die Nachricht noch sehr nach Frauke klang und auch inhaltlich etwas mitgeteilt wurde (Spiel war lustig etc). Frauke dachte zu dem Zeitpunkt, dass sie in dieser Nacht noch heimkommen würde, sie war noch freiwillig mit jemandem unterwegs, bei dem sie jedoch nicht übernachten wollte. Es klingt für mich so, als hätte sie damit gerechnet in den nächsten 1-2 Stunden zuhause zu sein.
-Irgendwann kurz danach eskaliert die Situation, es kommt zu einem Übergriff oder Streit, im Rahmen dessen der Täter F tötet. Der Täter legt die Leiche schnellstmöglich, planlos und hastig noch in derselben Nacht im Hebramwald ab. Kein Vergraben etc.
Die Handtasche und Handy von F nimmt er an sich. Die Uhr ging eventuell bei einem Übergriff ab. Warum ich das glaube? Es ist leider einfach das häufigste Szenario, wie eine junge Frau ermordet wird.
-Der Täter verfolgt die Medien und Suchmaßnahmen, am ersten Tag (21.) gibt es keine Anrufe o SMS von F.
Der Täter ist in einem Schockzustand und weiß noch nicht, wie er handeln soll. Eventuell hat er kein Alibi oder auch Angst von Zeugen mit F gesehen worden zu sein.
- Irgendwann im Verlauf bis zum ersten Anruf, vertraut sich der Täter aufgrund wachsenden Drucks einer weiblichen Angehörigen, Freundin an. Vielleicht sagt er F wäre im Streit, quasi bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Eventuell spricht auch diese Vertrauensperson den Täter an, weil sie etwas bei ihm bemerkt hat. Er bittet die Person darum, die Anrufe zu tätigen und diese willigt ein. Im Verlauf fuhr man an verschiedene Orte in Paderborn und hat unauffällig die Anrufe abgesetzt. Dafür spricht auch, dass einmal 2 Minuten nach Senden einer SMS spontan ein Anruf des Bruders angenommen wurde. Ich denke nämlich nicht, dass man F mitgenommen hätte, um eine SMS abzusetzen und danach zu warten. Unter diesen Umständen hat man aber spontan entschieden, einfach doch abzunehmen. Ich hoffe der Gedankengang ist irgendwie nachvollziehbar?
- Ja, Christos sowie Schwester u Bruder von F waren davon überzeugt mit F zu sprechen, jedoch haben C und Schwester wohl angegeben, dass F "wie unter Drogen" etc klang. Das bedeutet für mich - sie klang sehrwohl anders. Aus diesem Grund bin ich nicht davon überzeugt, dass es sich um F handelte und es gibt für mich keinen objektiven Beweis, dass F die erste Nacht überlebt hat.
Dafür spricht für mich auch, dass die Gespräche mit F total inhaltslos waren: es wurde nichts gesagt, was nur F wissen konnte, der Name des Täters wurde nicht genannt und auch kein versteckter Hinweis. Die Gespräche - bis auf das allerletzte - waren auch durchwegs sehr kurz.
Hier wäre interessant, was in den Medien genau vor diesem letzten Gespräch kommuniziert wurde.
In einem anderen Forum habe ich einen guten Beitrag hierzu gelesen, der erklärte, warum auch der Enkeltrick über das Telefon immer wieder funktioniert. Meiner Meinung nach funktioniert es umso besser, wenn man sich sediert, schläfrig eventuell eben mit tieferer Stimme stellt.
Ich glaube daher nicht daran, dass der Täter mit F durch die Gegend fuhr.
Zu riskant, dass F sich in einem Fahrzeug bemerkbar macht, ins Lenkrad greift, schreit, tritt, einen Hinweis gibt oder Namen nennt, letztendlich auch, im Rahmen der Fahrten einfach flüchtet. Gerade wenn man jemanden unter Drogen setzt, ist es sehr schwer zu kontrollieren, was diese Person in dem Zustand von sich gibt. Erst recht für einen unbekannten Täter, dessen Namen sie nicht kennt und nennen kann, ist dieses Risiko doch absolut unnötig.
Hingegen gibt es immer wieder Fälle, in denen Täter nach vollendeter Tat von nahestehenden Personen gedeckt werden bzw bei der Vernichtung von Beweismitteln aktiv geholfen wird. Solche Strafvereitlung ist beispielsweise im Rahmen der Familie sogar straffrei.
Ob ein männlicher Täter (und davon gehe ich aus), seine Stimme selbst so verstellen konnte, dass es wie F klang, das weiß ich nicht.
Wer nun dieser Täter sein könnte, das weiß ich nicht, wenn man diese Überlegungen dem Fall zugrunde legt, ergeben sich hinsichtlich Alibis aber komplett neue Möglichkeiten, die man vielleicht endlich mal beleuchten sollte.
Lieben Gruß