MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Zebra » Mittwoch, 04. März 2026, 13:00:10

Ich überlege, wenn ich mit leerem Akku (dessen war sie sich völlig bewusst) aus dem Pub gehe und dann auf jemanden treffe, mit dem ich unerwartet doch noch etwas Zeit verbringen möchte, unter welchen Umständen würde ich denn dann eine SMS überhaupt schreiben? Doch nur, wenn ich wüsste, dass sie auch verschickt wird und noch raus geht. Also muss ihr ja jemand einen Akkutausch angeboten haben und sie muss noch in der Lage gewesen sein, die SMS zu verschicken und das auch gewusst haben.
Ich bin mir sicher, dass dem Täter schwer auf den Zeiger ging, dass Nieheim ins Visier rückte und er das gerade rücken wollte mit den ständigen Aufenthalten in Paderborn und dass das so nicht geplant war. Also kann man ausschließen, dass sie die SMS zum Zeitpunkt 0.49 aus der Funkzelle aktiv gesendet hat, das hätte der Täter 1. nicht zugelassen und 2. hätte Frauke C niemals so lange warten lassen.
Also hat sie die SMS früher geschrieben. Ich denke, sie wird zum Täter gesagt haben: Ich schreib noch eben C, dafür reicht mein Akku noch aus, dann weiß er, dass ich etwas später komme. --> Die SMS schrieb sie, bemerkte aber vllt gar nicht, dass sie gar nicht versendet wurde. Er später als der Täter ihr Handy geladen hat und eingeschaltet, geht die SMS dann raus. Das und nur das ist der Auslöser dafür, dass er in den folgenden Tagen ein Problem hat und mit ihr durch die Gegend fährt.

Vielleicht hat der Täter ihr da schon gesagt, sie solle aber nicht schreiben, dass sie mit ihm Zeit verbringt, "sonst reden die Leute wieder über uns oder sowas in der Art, behalte das mal für dich, ich will nicht, dass Gerüchte entstehen." Denn, dass sie nicht schreibt, wo sie ist oder mit wem, das sieht ihr ja dann doch nicht ganz ähnlich, während der Rest der SMS sehr authentisch ist und absolut nach ihr klingt und bestimmt von ihr formuliert wurde. Sie wirkt auch glücklich und gelöst, d.h. sie wird auf jemanden gestoßen sein, den sie sehr gerne mochte. Da gab es so viele Männer ja gar nicht zu dieser Zeit, auf die das zutraf.

Frauke war ja mitteilungsbedürfitg und offen, sie informiert sogar C über den Spielausgang und das nachfolgende Match und sowas. Es ist sehr untypisch, dass sie aber die zwei wichtigsten Dinge in ihrer SMS an C nicht mitteilt: 1. wohin sie mit wem geht und 2. wann sie plant nach Hause zu kommen.
Mindestens 2. wäre für ihn ja die wichtigste Information gewesen, die sie ihm vorenthält. Weshalb könnte sie ihm verschwiegen haben, wieso sie später kommt und wann sie nach Hause zu kommen plant?
Typischerweise würde man schreiben: Ich bleib noch ne Stunde/ich zieh mit I noch weiter/die Anderen wollen noch hier hin/glaub ich geh da noch mit/brauche noch ne halbe Stunde/beeil mich, bin Mitternacht daheim/sei nicht sauer, bei mir wirds später, weil... Stattdessen schreibt sie völlig offen "komme später" und das bereist vermeintlich um kurz nach 23 Uhr.
Mit eigenem Schlüssel könnte man das abhaken. Aber sie wusste, dass er auf sie wartet.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast7469 » Mittwoch, 04. März 2026, 12:15:48

Im Frauke Liebs Thread in einem anderen Forum schrieb vor ein paar Jahren eine gewisse Malinka einige sehr gute und interessante Beiträge. Sie kennt wohl I und hat sich intensiv mit dem Fall beschäftigt. Sie schrieb übrigens, dass N ein Alibi für Freitagnacht hat, als Fraukes Bruder anrief, war er wohl mit den anderen Suchplakate verteilen. Ich halte das was sie sagt, auch über N, für glaubwürdig.
Am interessantesten fand ich ihre Beiträge über die SMS die 0.49 Uhr versendet wurde. Ich war mir immer sicher, dass Frauke die SMS an C in Paderborn schrieb und versendete, kurz nachdem sie auf den Täter traf. Die SMS aber erst Stunden später rausging und zugestellt wurde, weil das Netz zu dem Zeitpunkt überlastet war. Das kann, wie ich in Malinkas Beiträgen gelesen habe, aber nicht sein, denn dann hätte die Funkzellenauswertung die Funkzelle beim Pub/ Paderborn ergeben und nicht Nieheim Entrup, denn ausschlaggebend ist die Funkzelle, in der die SMS versendet wird. Und das war nun mal Nieheim Entrup.
Ich halte die SMS jedoch weiterhin für authentisch. Frauke hat sie selbst und aus freien Stücken geschrieben. Sie wurde mMn von Frauke aber nicht in Nieheim Entrup geschrieben, sondern noch in Paderborn, als sie bereits beim Täter im Fahrzeug saß und sich noch gut und sicher fühlte.
Der Täter muss sie dann 0.49 Uhr irgendwo im Bereich, den die Funkzelle abdeckt, versendet haben. Frauke war mMn nicht mehr dazu in der Lage, sie wäre nicht freiwillig in die Gegend gefahren und so eine SMS um diese Zeit fast zwei Stunden nach dem Pub noch an C zu senden mit Komme später? Mit Sicherheit nicht. Ich schließe auch aus, dass der Täter die SMS selbst so Frauke-typisch hätte schreiben können bzw. sie aus alten SMSen von Frauke zusammengebastelt hat und Frauke dazu noch (gewaltsam) den Insider Nicht gegen England entlocken konnte.
Es gibt in meinen Augen nur eine einzige Möglichkeit: Frauke hat die SMS an C fertig geschrieben, aber statt sie sofort zu versenden, hat Frauke sie als Entwurf gespeichert. Vielleicht um erst mal abzuwarten, ob die SMS überhaupt nötig ist. In welcher Situation würde sie auf so eine Idee kommen?
Ich schließe aus, dass Frauke die SMS noch im Pub schrieb mit Is Akku. Warum die SMS nicht sofort versenden, sondern abspeichern auf die Gefahr hin, dass der Versand später mit leerem Akku nicht mehr gelingt? Manchmal erholte sich der Akku ja wieder bei diesen alten Handys, aber hätte Frauke sich darauf verlassen? Es sei denn, sie wollte jemanden nach dem Pub noch treffen, von dem sie wusste, dass er einen passenden Akku hat, war sich aber unsicher, ob dieser Jemand überhaupt auftauchen würde. Aber deswegen eine SMS vorschreiben und speichern? Malinka schrieb, dass I bestätigte, dass Frauke im Pub nur mit N geschrieben hat, mit niemandem sonst. Eine geplante geheime Verabredung mit einer unbekannten Person schließe ich aus. Raus ist auch die Möglichkeit, dass Frauke versehentlich die SMS als Entwurf abspeicherte, statt sie zu versenden.
Ich schließe auch aus, dass Frauke die SMS fertig schrieb, und in dem Moment, wo sie sie versenden wollte, der Täter ihr unvermittelt das Handy aus der Hand schlug, sie handlungsunfähig machte, und die SMS selbst als Entwurf speicherte mit der Absicht diese später selbst (aus der Funkzelle Nieheim-Entrup) zu versenden.
Ich glaube eher, es lief folgendermaßen ab.
Nach dem Pub trifft Frauke auf den Täter, man hat gemeinsame Bekannte und der Täter kennt sogar N und bietet an Frauke nach Schloß Neuhaus mitzunehmen, wo N mit A Billard bzw. Snooker spielen wollte. Ein unangekündigter Überraschungsbesuch. Vielleicht kam man auch auf T zu sprechen und der Täter kannte ihn auch und hat mehr über ihn zu erzählen. Frauke war sofort Feuer Flamme und stieg ein. Vielleicht bot der Täter ihr an auf der Hinfahrt ihr Handy zu laden und sie hinterher auch wieder in die Innenstadt/ nach Hause zu fahren, ganz Gentleman-like.
Sie waren schon unterwegs mit dem Fahrzeug als Frauke daran dachte, eine Komme später SMS an ihren Mitbewohner C zu schreiben. Sie sagt das auch dem Täter: Ich muss noch meinem Mitbewohner schreiben, der hat meinen Schlüssel und muss mir die Tür aufmachen. Er dürfte noch gar nicht auf mich warten, weil er eh immer länger auf bleibt. Ich schreibe ihm trotzdem mal schnell, dass ich später komme.
Ich schließe aus, dass der Täter ihr hätte einreden können: Ach lass das doch mit der SMS. Warum willst du dem schreiben? Der ist doch selbst Schuld, dass er auf dich warten muss. Frauke hatte keinen Groll gegen C, sie war selbstsicher und mit sich im Reinen.
Ich denke eher, der Täter könnte so was zu ihr gesagt haben wie: Warte doch noch lieber damit. Lass uns erst mal schauen, ob wir die beiden (N und A) dort überhaupt antreffen. Die könnten ja auch schon wieder weitergezogen sein. Wenn sie nicht da sind, bring ich dich ja sowieso zurück, dann bist du eh gleich Zuhause.
Frauke wägt kurz ab, findet die Idee gut und sagt ihm: Na gut, ich schreibe die SMS fertig und speichere sie erstmal. Mal schauen, ich bin gespannt.
Dann aber ist etwas passiert, was die Freiwilligkeit enden ließ.
Ich halte diese zwei Tätervarianten für denkbar
Variante 1: hier denke ich an einen weiblichen Täter Ende 20 bis Mitte 30, bekannt mit N und T, jmd der wusste, dass N sich wieder mit Frauke treffen wollte, der zum Pub fuhr um ihn abzupassen, sich um ihn sorgte und befürchtete, Frauke könnte N ausnutzen, mit ihm spielen. Jemand, der sich bemüht, nach außen hin stets freundlich zu sein, einen guten Eindruck zu machen, aber innerlich geladen ist, der vielleicht aufgrund psychischer Probleme, schwierigen Lebensverhältnissen Schicksalsschlägen viel Wut und Frust aufgestaut hat und jetzt Frauke an der Backe hat. Hier dürfte die Situation von einem Streitgespräch hin zu einer körperlichen Auseinandersetzung eskaliert sein. Der Täter, selbst über sich erschrocken und überfordert, fuhr mit Frauke einfach weiter, bis er wieder an einem ihm vertrauten sicheren Ort war. In dem Fall wäre der spätere Versand eher ein ehrlich gemeinter Rat gewesen oder ein heimlicher Wunsch nach dem Motto, hoffentlich sich N und A nicht mehr da, hoffentlich werde ich diese Frauke schnell wieder los.
Bei Variante 2 denke ich an einen männlichen Täter Mitte 20 bis Anfang 30, bekannt mit N, kannte auch T, vlt Arbeitskollege oder jmd der mitbekommen hat, dass N mit Frauke schrieb, der zum Pub fuhr und dort auf Frauke traf, vielleicht von der Art her ein ähnlicher Typ wie N, jmd dem der Gedanke kam, die Gunst der Stunde zu nutzen, wenn schon eine hübsche Frau in sein Auto steigt, vielleicht dachte er hier könnte etwas unverhofft laufen. Er schlug Frauke vor, mit der SMS zu warten, aus Sorge, Frauke könnte in der SMS zu viel verraten, mit wem sie gerade unterwegs war oder wo sie hin will. Ich könnte mir einen versuchten Übergriff vorstellen, der die Situation kippen ließ.
Derzeit tendiere ich fast eher zu Tätervariante 2.
Der Täter fährt an Schloß Neuhaus vorbei weiter ins Gebiet um Nieheim, mutmaßlich zu seinem Wohnhaus, sperrt Frauke ein und ist wahrscheinlich gleichermaßen geschockt wie durcheinander, dass er sowas echt fertig gebracht hat. Dann erinnerte er sich an den Mitbewohner, der auf Frauke wartet, um ihr die Tür aufzumachen. Er findet den SMS Entwurf in Fraukes Handy und sieht sofort, es steht nichts Belastendes drin. Alles klingt normal, harmlos. Er lässt die SMS so wie sie ist, auch das Komme später bleibt drin und in geistiger Umnachtung schickt er sie ab, ohne sich was dabei zu denken. Ich glaube, er dachte, dass damit das Problem gelöst sei, der Mitbewohner weiß ja jetzt bescheid. Spätestens, wenn die Nacht vorbei ist, muss der eh nicht mehr wach bleiben und auf Fraukes Rückkehr lauern, dann hat der seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Es gibt (WG) Mitbewohner, die leben nebeneinander her, wissen kaum was voneinander, teilen sich Küche Bad, reden nur das nötigste miteinander, interessieren sich kaum füreinander. Die nette Mitbewohnerin ist letzte Nacht nicht nach Hause gekommen? Ja schon komisch, aber was sollts? Die wird schon wieder auftauchen.
Für mich ist klar, der Täter kannte weder Frauke noch C. Er hatte keine Ahnung, dass die beiden nicht nur Mitbewohner, sondern auch enge Freunde waren, die einander sehr gut kannten, aufeinander aufpassten.
Dass die SMS ausgerechnet in der Funkzelle raus ging, wo er wahrscheinlich lebte, Frauke gefangenhielt, sich sicher fühlte- das war kein Zufall, nicht einfach Pech, sondern seine eigene Blödheit. Ich glaube, diesen Fehler musste er geradebiegen, darauf mussten die Anrufe folgen, Frauke zu "entführen" und festzuhalten, das war schon dumm genug, aber dieser Fehler, der die Polizei auf ihn bringen könnte, der sollte ihm nicht das Leben versauen.

Östermann soll wohl mal gesagt haben, die meisten Theorien, die im Internet zum Tatablauf? kursieren, seien viel zu kompliziert gedacht (und da würde ich meine eigene Theorie nicht rausnehmen) und die Lösung ist möglicherweise ganz simple.

Also ich würde ja mal intensiv im Umkreis von N (Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen etc.) ermitteln, wer ggf Frauke vorgeschlagen haben könnte, sie zu N zu bringen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast7469 » Mittwoch, 04. März 2026, 11:58:04

JohnLemon hat geschrieben: Montag, 02. März 2026, 17:48:59 Sehr komplex und ja, sicherlich auch alle möglich.

Aber insgesamt tendierst du ja zu einem fremden Täter, richtig?

Das halt ich mittlerweile für absolut ausgeschlossen.

Viel zu viele Fakten und dahingehend auch Theorien sprechen für mich eine eindeutige Sprache: es muss eine Beziehungstat gewesen sein, jemand den sie kannte.

Was für mich in allen Theorien komplett zu kurz gekommen ist bzw. sind:

-> die Ex-Freunde von Frauke. Da gibt es ja zwischen Chris und dem Anbandeln mit N. zwei Personen, über die nichts, überhaupt nichts, bekannt ist.

Einzig die - aus dem Medien entnommene Tatsache - das es da einen Freund bei Schwalenberg (müsste dann bei Schieder sein?!) gab, zu dem die Beziehung nur wenige Wochen endete...

Ich bleibe dabei: Chris spielt eine vehement wichtige Figur in diesem Fall - als zusätzliches "Opfer". Derjenige wusste genau um die Vergangenheit und auch anhaltende Konstellation zu Chris. Nur so lassen sich die Kontaktaufnahmen erklären.
Ja, ich denke an einen Täter, mit dem Frauke noch nichts bewusst zu tun hatte, jmd der auch Frauke nicht kannte (im Sinne von, er wusste nichts oder kaum etwas über sie), der aber mit Frauke gemeinsame Bekannte und Freunde hatte.
Zwei Exfeunde neben C? Wahrscheinlich einer vor C und noch danach für kurze Zeit. Ich denke mal die wird man überprüft und ausgeschlossen haben anhand von Alibis.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast7469 » Mittwoch, 04. März 2026, 11:52:55

Zebra hat geschrieben: Montag, 02. März 2026, 17:17:40 Interessante Gedanken @Gast7469

Vor einer Weile hatte ich ebenfalls die Vermutung, die Anrufe von Frauke dienten - nach ihrer ersten SMS - rein der Tatsache, dass Nieheim als Tat-/Verwahrort von der Bildfläche verschwinden sollte. Nur deswegen sollte sie immer wieder Paderborn erwähnen, nur deswegen sollte sie noch einige Tage lang anrufen, immer wieder aus Paderborn als würde sie sich dort tatsächlich herum treiben.

Die Anrufe selbst, da stimme ich dir ebenfalls zu, folgen überhaupt keinem Schema. Sie sollte nicht einmal sagen, dass sie ihre Ruhe will, dass sie mal Abstand braucht und die Leute ihr mal nicht auf den Zeiger gehen sollen. Logisch, das würde ihr ja auch sonst keiner glauben. Es könnte sein, dass Frauke gleich dem Täter sagte "Du, das glaubt mir aber eh keiner von meinen Leuten, die wissen, dass ich so nicht bin". Es könnte sein, dass der Täter ziemlich sicher auch wusste, dass das unglaubwürdig gewesen wäre, weil er sie und ihre Freunde/Familie genau kannte.
Aber wenn man sich mal genauer fragt, WOZU sollte sie denn eigentlich anrufen, dann fällt einem ja nur ein, dass sie das sollte, weil Nieheim in den Fokus gerückt war und da raus sollte.

Bleibt aber dennoch die Frage, weshalb sie überhaupt noch lebte beim 1. Anruf. Dann plante der Täter meiner Meinung nach doch gar nicht ihren Tod. Denn dann hätte er sie ja gleich töten können. Wieso verbrachte er überhaupt noch, bis zur Radiomeldung meine ich, so viel Zeit mit ihr und wozu überhaupt? Welchen zweck verfolgte er denn im Allgemeinen? Wäre sie ein zufälliges Sexualgewaltopfer gewesen, so hätte er sie bestimmt nicht als Ballast noch lebend bis zur Radiomeldung mit sich herum gefahren oder bei sich zu Hause versteckt. Das passt einfach nicht zur Begegnung eines Zufallsopfers mit einem Täter. Später wurde die Leiche nicht einmal sorgfältig versteckt. Auch da stellt sich die Frage: Weshalb hat er sich so wenig Mühe gegeben? Er hatte sie irgendwo unterbringen können die gesamte Woche, wo sie nie gefunden wurde, weshalb ich denke, dass er alleine wohnte und sehr methodisch und planvoll vorgegangen sein muss, sonst hätte Frauke flüchten können oder wäre entdeckt worden. Aber ihre Leiche wiederum hat er relativ achtlos abgelegt, fast stümperhaft.

Was sein könnte: Dass der Täter mit dem Aufbewahren von Opfern, lebend und später nicht mehr lebend, durchaus Erfahrungen hatte aus der Vergangenheit. Aber mit dem Ablegen oder Vergraben/Verschwinden einer Leiche überfordert war und es zum 1. Mal gemacht hat. Wieso er dann aber Frauke nicht auch dort belassen konnte, wo sie bereits war, darüber kann man ja auch nur wild spekulieren. Leichenspürhunde hätten bei einer Hausdurchsuchung bestimmt auch angeschlagen, ob sie nun woanders hin transportiert worden wäre oder nicht, bleibt dahingestellt.
Aber hat sich mal jemand gefragt, ob Frauke ggf. an ihrem späteren Auffindeort womöglich noch lebend abgelegt wurde? Schon stark dehydriert und kaum noch bewegungsfähig, aber (noch nicht) tot. So würde für mich einleuchten, wieso er sie dort einfach wie schlafend abgelegt hatte und keine weiteren Maßnahmen ergriffen hat.
In seiner Gedankenwelt kam das ja fast einem "Freilassen" gleich und er sieht keine Schuld bei sich, schließlich war sie ja selbst Schuld, dass sie keine Kraft mehr hatte um Hilfe zu rufen. Möglich, dass er da noch mehrmals nach ihr gesehen hat und sich dann nach einigen wenigen Tagen sicher sein konnte, dass sie keine Hilfe mehr gerufen hat und sie niemand fand.

Naja, ich glaube, dass der Täter gar nichts plante, erst recht nicht Frauke zu töten. Ich tendiere dahin, dass die Situation im Fahrzeug eskaliert ist, es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam oder zu einem Übergriff. Der Täter über sich selbst erschrocken war, kopflos mit Frauke weiterfuhr und sie irgendwo versteckte ggf warten wollte, bis ihre Verletzungen verheilt sind. Warum jemanden töten, nur weil man demjenigen eine runtergehauen hat oder zwei Tage eingesperrt hat? Jemanden umzubringen, ist ein extremer Schritt, das ist nicht leicht, jedenfalls nicht für normale Menschen. Und ich halte den Täter für einen vollkommen normalen unauffälligen Menschen.
Ich glaube, der Täter wollte die Leiche schnell und unkompliziert loswerden, nicht mehr daran denken, sich nicht mit der Ablage mehr beschäftigen als nötig (kein Vergraben), ich glaube es war ihm wichtig, dass er sie so ablegt in den Klamotten wie sie zu ihm ins Fahrzeug gestiegen war, so nach dem Motto Hier ist sie wieder, so wie sie war. Nur leider tot. Aber das geht mich nichts mehr an.
Ich halte es auch für denkbar, dass der eigentliche Täter und der Leichenverbringer nicht ein und dieselbe Person ist. Es gibt Mörder, die legen das Opfer nackt ab oder entsorgen es wie Müll am Straßenrand, oder zerstückeln den toten Körper, versenken ihn im See oder mauern ihn bei sich Zuhause ein. Aber dieser Täter tat das nicht. Das sagt viel über ihn aus, aber was genau, kann ich auch nicht genau sagen.
Ich glaube, Frauke zwar im Sterben liegend, aber noch lebend abzulegen, wäre dem Täter zu riskant gewesen. Hätte ja sein können, dass sie sich trotzdem bemerkbar machen kann und gefunden wird.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Nuschka » Mittwoch, 04. März 2026, 10:36:46

Gastaus Lippe hat geschrieben: Dienstag, 03. März 2026, 14:07:08 Nein, das stimmt nicht. Eher sind die meisten Leute in der Gegend von einer Theorie überzeugt, die hier NICHT genannt werden darf. N. kommt aus so vielen Gründen nicht in Frage.
Diese meisten Leute stammen aber nicht aus Paderborner Freundes-/Bekanntenkreis um Frauke/Isabella/Niels , oder?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HHmoin » Mittwoch, 04. März 2026, 08:16:20

@Trodat5203

Das hätte man auch normal formulieren können..

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Dienstag, 03. März 2026, 20:16:19

HHmoin hat geschrieben: Dienstag, 03. März 2026, 17:32:26 Vielleicht starb Frauke für die Sünden der Anderen..
Wenn du mich hast, willst du mich weitergeben. Wenn du mich weitergibst, bin ich nicht mehr ich. Was bin ich? .... Man stelle sich vor, es sollte gar nicht weitergegeben werden....

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Dienstag, 03. März 2026, 20:13:28

Gastaus Lippe hat geschrieben: Dienstag, 03. März 2026, 14:07:08 Nein, das stimmt nicht. Eher sind die meisten Leute in der Gegend von einer Theorie überzeugt, die hier NICHT genannt werden darf. N. kommt aus so vielen Gründen nicht in Frage.
Die meisten Leute sind wer? Wie viele von den 150000 kennst du?
Die Gründe wären da welche?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HHmoin » Dienstag, 03. März 2026, 17:32:26

Vielleicht starb Frauke für die Sünden der Anderen..

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gastaus Lippe » Dienstag, 03. März 2026, 14:07:08

Else hat geschrieben: Donnerstag, 26. Februar 2026, 14:47:50 Jetzt lass mal so langsam gut sein!!!!

Nicht umsonst sagt man, daß ganz Paderborn wüsste, wer der Mörder ist.

Auch die Kripo weiss es.

Was fehlt , ist nur ein einziger Zeuge!!!
Nein, das stimmt nicht. Eher sind die meisten Leute in der Gegend von einer Theorie überzeugt, die hier NICHT genannt werden darf. N. kommt aus so vielen Gründen nicht in Frage.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast7777 » Montag, 02. März 2026, 21:41:50

Ich habe auch schon oft den Gedanken gehabt der Täter könnte ein Bekannter oder Kollege der Mutter gewesen sein.
Und Frauke kannte ihn vielleicht flüchtig. Wusste nicht zu viel über ihn.
Jemand ganz fremdes glaube ich auch nicht.
Ich denke sie kannte ihn, aber nicht gut genug.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gastq » Montag, 02. März 2026, 20:15:50

JohnLemon hat geschrieben: Montag, 02. März 2026, 17:48:59
-> die Ex-Freunde von Frauke. Da gibt es ja zwischen Chris und dem Anbandeln mit N. zwei Personen, über die nichts, überhaupt nichts, bekannt ist.

Einzig die - aus dem Medien entnommene Tatsache - das es da einen Freund bei Schwalenberg (müsste dann bei Schieder sein?!) gab, zu dem die Beziehung nur wenige Wochen endete...
Das mit Schwalenberg hatte ich auch mal irgendwo gehört/gelesen und fand es seltsam, da es ja in der Nähe von Nieheim liegt und ich hatte mir nur gedacht, dass wenn Frauke da öfter hingefahren ist, hätte sie Nieheim ja eigentlich schon öfter auf einem Verkehrsschild auf der B252 vorher mal gelesen haben müssen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Wiesenblume » Montag, 02. März 2026, 20:02:08

Warum hat der Täter Frauke nicht am Donnerstag, dem 22.6.2006, frei gelassen ? Darauf gibt es für mich nur vier mögliche Antworten. 1. Frauke war schon tot und konnte somit nicht mehr frei gelassen werden. 2. Frauke war schwer körperlich misshandelt worden. Und die Zeichen der Misshandlung trug sie auch für jeden sichtbar. 3. Frauke war dabei ein "Geheimnis" des Täters zu entlarven, was der Täter auf jeden Fall verhindern wollte. Der Täter wusste innerlich, dass Frauke nicht schweigen würde. 4. Der Täter war vorbestraft.--Wenn der Täter Frauke nur zwei Tage ihrer Freiheit beraubt hätte, hätte er sie nach der öffentlichen Suchmeldung einfach gehen lassen können.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von JohnLemon » Montag, 02. März 2026, 17:48:59

Gast7469 hat geschrieben: Montag, 02. März 2026, 11:05:19 Hier noch mal ein paar weitere Gedanken von mir in gewohnter Ausführlichkeit u.a. zu den Kontaktaufnahmen.
Ein paar dutzend Seiten zuvor hatte sich ein User gewundert, wieso alle gleich so alarmiert waren, nur weil Frauke nicht nach Hause gekommen war, und fand das ungewöhnlich, bis hin zu verdächtig, im Sinne von vielleicht hatte Frauke zuvor Probleme (z.B. psychischer Art) geäußert und alle hatten Angst, sie würde sich was antun. Das glaube ich nicht, aber ungewöhnlich finde ich die schnelle Reaktion auch. Wäre ich mit 21 so urplötzlich verschwunden wie Frauke, wäre das entweder niemandem aufgefallen oder es wäre jemandem aufgefallen, aber es hätte niemandem sonderlich gejuckt. Selbst meine Mutter hätte sich wahrscheinlich erst nach einer Woche gewundert, warum ich mich nicht mehr melde, und erst noch ne Woche wäre sie vielleicht zur Polizei und mitnichten wäre sie so hartnäckig gewesen wie Fraukes Mutter- aber gut vielleicht tue ihr da auch unrecht.
Wie die Suche nach Frauke begonnen hat, alle in Alarmstimmung - Frauke ist nicht nach Hause gekommen letzte Nacht, niemand weiß wo sie ist, - das Rumtelefonieren, der zeitige Gang zur Polizei, die Suchplakate - das ist beispielhaft, so sollte das immer ablaufen. Aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden normal, denn nicht jeder ist so beliebt wie Frauke, hat so viele gute Freunde, so eine enge Bindung zur Mutter. Für jemanden, der nicht so ist und lebt wie Frauke, ist das eine andere Welt.
Ich glaube, dass auch der Täter jemand war, der ganz anders war als Frauke, der nicht damit gerechnet hat, dass auf Fraukes Verschwinden schon so zeitig so eine enorme, für ihn unverhältnismäßige Aufruhr erfolgte. Für mich ist sicher, dass er vor allem durch die öffentlichen Meldungen im Radio und im Internet aufgeschreckt wurde, dass die Polizei bereits informiert ist und sucht, und ihm schlagartig bewusst wurde, dass er hier ein Verbrechen begeht, welches für ihn nicht ohne Strafe bleiben wird, gesellschaftliche Ächtung inklusive.
Dass er nicht damit gerechnet hat, ist für mich ein Indiz dafür, dass der Täter Frauke nicht kannte. Wenn er sie kannte, oder überhaupt schon mal mit ihr Kontakt hatte, hätte er schon durch ihr Verhalten -extrovertiert, gesprächig, gut vernetzt, viele Kontakte, geht gern aus - gemerkt, dass sie niemand ist, deren Verschwinden lange unbemerkt bleiben würde. Aber ich schließe eine geplante Tat eh nahezu aus.
Dasselbe gilt für Frau Liebs. Ja, es geht um ihre Tochter, dennoch finde ich Frau Liebs überdurchschnittlich hartnäckig, interessiert engagiert und das ist sie im Fall ihrer ermordeten Tochter ja auch bis heute. Den Dingen auf den Grund gehen, nicht passiv bleiben, sich nicht abwimmeln oder einschüchtern lassen - diese Charakterzüge wird sie nicht erst mit dem Verschwinden ihrer Tochter gezeigt haben. Ich glaube, dass der Täter auch Frau Liebs nicht kannte bzw, wenn er von ihr gehört hat (immerhin war sie Schuldirektorin des Gymnasiums in Bad Driburg) wusste er zum Zeitpunkt des Zustiegs in sein Auto nicht, dass Frauke ihre Tochter ist. Es gibt ja Leute, die glauben, die "Entführung" von Frauke zielte hauptsächlich darauf ab, Frau Liebs zu treffen, an ihr Rache zu nehmen. Das glaube ich nicht.
Ich schrieb schon einmal, dass beide - Frauke und der Täter- sich auf den Plan geeinigt haben könnten, dass Frauke freigelassen wird unter der Bedingung, dass sie keine Anzeige stellt und Stillschweigen über die Identität des Täters bewahrt, damit dieser unbehelligt davon kommt.
Frauke hätte allen Zuhause sagen können: Ich war die ganze Zeit in Paderborn. Ich war nicht freiwillig weg, aber ich habe das geklärt mit demjenigen. In Nieheim und Umgebung war ich definitiv nie, ich war die ganze Zeit in Paderborn.
Der Täter hatte nur Fraukes Wort, aber er hatte keine Sicherheit. Er musste befürchten, dass sie einknicken würde vor ihren Eltern und Freunden. Jemand wie Fraukes Mutter hätte sehr wahrscheinlich darauf bestanden, dass Frauke nicht den Täter schützt, sondern zur Polizei geht, den Täter anzeigt und mithilft, dass die Polizei ihn findet.
Auch die Polizei hätte sagen können: Sorry, wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der junge Frauen tagelang festhält. Aber ein erfolgreiches Ergreifen wäre von Fraukes Unterstützung abhängig gewesen. Ohne Frauke als überlebende Zeugin hätte die Polizei den Täter nicht gefunden. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Denn Frauke hat nicht überlebt, konnte nicht erzählen und der Täter läuft bis heute frei rum.
Der Täter wird gut aufgepasst haben, dass Frauke, während er sie gefangenhielt, nichts Relevantes über ihn erfuhr. Zwar wird Frauke eine Menge anhand seines Verhaltens und Auftretens über ihn erfahren haben, dennoch bin ich sicher, dass sie nicht seinen Nachnamen wusste, wo er arbeitet und wo genau er wohnte Straße Hausnummer und Ort bzw wo er sie gefangenhielt. Mit Fraukes Hilfe wäre die Polizei aber sehr wahrscheinlich auf ihn gekommen.
Ich glaube, dass der Täter zusätzliche Sicherheit forderte. Bevor er Frauke freilässt, wollte und brauchte er die öffentliche Meldung, dass die Polizei Nieheim und Umgebung als Festhalteort ausschließt und sich die Suche jetzt allein auf Paderborn konzentriert. Deswegen wurden gezielt Fahrten in mehrere Funkzellen Paderborns unternommen, aus denen Frauke C anrufen sollte. Mögliche Gründe, warum sie nur C kontaktierte, wurden ja schon in sämtlichen Interviews genannt u.a. weil er fast immer erreichbar war. Und ich glaube, er wurde auch deshalb kontaktiert, weil der Täter am Beispiel der SMS, die 0.49 Uhr aus der Funkzelle Nieheim Entrup raus ging, sehen konnte, wie gut die Informationsweitergabe funktionierte. Anhand einer harmlose SMS an C konnte die Polizei in Erfahrung bringen, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Versendens befunden hat, und diese Information gelangte von der Polizei ins Internet und ins Radio. Und diesen Informationsweg wollte man schließlich noch einmal nutzen. C war nur der, an den die Informationen herangetragen wurden, der sie weitergeben sollte.
Desweiteren glaube ich, dass der Täter spätestens ab Donnerstagabend mit der Radiomeldung es nicht mehr wagte, Fraukes Handy anzuschalten. Nicht nur aus Sorge, dass gerade in dem Moment Anrufe und SMSen eingehen könnten. Ich glaube, was ihm am meisten Angst machte, war, ob die Polizei noch zu ganz anderen Dingen fähig war, z.B die Möglichkeit hatte, das Handy sobald es an war, direkt zu orten oder nachträglich zu orten. Die meiste Panik hatte er mMn davor, dass jeden Moment eine Einsatzgruppe sein Wohnhaus stürmen könnte. Die Ungewissheit, was macht die Polizei, was wird im Hintergrund vorbereitet, dürfte ihm sehr zu schaffen gemacht haben. Ich glaube, nach dem Anruf am Donnerstag wurde Fraukes Handy erst wieder zum Freitagabend-Anruf an Ort und Stelle in Paderborn angeschaltet, um die SMS an C abzusenden. Danach blieb es noch ein paar Minuten an, so dass F kurz darauf anzurufen konnte. Danach würde es wieder ausgeschaltet. Der Täter hatte gar nicht die Möglichkeit länger ins Handy zu schauen und zu überlegen, wen man statt C sonst anrufen könnte.
Als Donnerstagabend das Radio meldet, dass Frauke vermisst wird und die erste SMS aus der Funkzelle Nieheim Entrup gesendet wurde, und der Schock erst mal verdaut war, überlegten beide, was man tun könnte. Erst einmal galt es ein Lebenszeichen zu senden, Eltern und Freunde zu beruhigen damit die Suchbemühungen sich nicht weiter ausweiten und die Polizei noch anfängt bestimmte Orte rund um/Nieheim zu filzen. Noch in derselben Nacht fuhr der Täter mit Frauke nach Paderborn, aber weit weg von der Innenstadt, Funkzelle Sennelager OT Dreihausen.
Frauke: „Hallo C, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und den anderen Bescheid."
Warum nicht nur Mama und Papa, die für die Vermisstenanzeige bei der Polizei verantwortlich sein dürften, sondern auch "den anderen"? Weil die anderen wahrscheinlich maßgeblich am Verteilen der Suchplakate beteiligt sein düften. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Täter diese Plakate gesehen hat.
Dass sie aus Paderborn anrief, erwähnte sie nicht. Ich glaube, dass es dahingehend auch keinen Druck vom Täter gegeben hat, da ich glaube, beide davon ausgingen, dass die Polizei ohnehin durch die Funkzellenauswertung erfährt, von wo aus sie anruft.
Man muss sich mal in die Situation hineinversetzen. Wir wissen, dass sie Polizei erst im Nachhinein aktiv die Daten anfordern muss. So etwas geht nicht sofort und von selbst. Aber ich glaube der Täter wusste das nicht. Und auch Frauke dürfte das nicht gewusst haben. Beide mussten davon ausgehen, dass die Polizei sofort oder sehr zeitnah erfährt, wenn ein Anruf oder eine SMS von Fraukes Handy abgesetzt wird und sofort weiß, aus welcher Funkzelle angerufen wurde. Alleine schon weil sie ein Interesse haben sollten, eine Vermisste zu finden und ein Verbrechen aufzuklären. Die Polizei hatte nur den Kontakt aus Nieheim Entrup öffentlich am Donnerstagabend im Radio, in der Zeitung und im Internet kommuniziert. Die Kontakte Donnerstag und Freitag wurden erst nach dem Wochenende der Familie/ Frau Liebs mitgeteilt. Die anderen bis einschließlich Dienstag erst Wochen später.
Frauke wird alles andere als überrascht gewesen sein, dass ihre Eltern die Polizei verständigt und ihre Freunden eine Suchaktion gestartet hatten. Nachdem sie und der Täter Donnerstagabend aus dem Radio erfuhren, das sie als vermisst gemeldet wurde und die Polizei nach ihr sucht, wird sie und auch der Täter geglaubt haben, dass die Polizei intensiv ermittelt (selbst wenn sie Lebenszeichen sendet), und weitere Meldungen zu ihrem Verschwinden und den Kontaktaufnahme von ihrem Handy aus im Radio, in der Zeitung und im Internet folgen würden. Gut möglich, dass auch falsche Vorstellungen zur Polizeiarbeit aus Film und Fernsehen da mit rein spielten. Nie wurden Lügen erzählt wie Ich nehme eine Auszeit, ich bin freiwillig weg, ich möchte nicht dass ihr mich sucht. Vielleicht weil beide wussten, dass niemand das glauben würde und weil es ja auch keine Option war. Frauke sollte ja gar nicht weg/ beim Täter bleiben, sie sollte zurück noch Hause, bloß der Täter sollte davonkommem.
Nach dem Anruf am Donnerstag wartet der Täter also den ganzen Freitag darauf, dass wie am Donnerstagabend im Radio oder Internet die Meldung kommt, dass die Vermisste aus einer Funkzelle in Paderborn angerufen hat. Da die Funkzellenauswertung nur eine einmalige Sache war, erfuhren weder die Polizei noch C und damit alle anderen, dass Frauke aus Paderborn angerufen hatte. Für den Kontakt am Freitag traute sich der Täter dann direkt nach Paderborn, vielleicht weil ihm tagsüber nirgends Polizeipräsenz aufgefallen war. Dieses Mal bekam Frauke die Anweisung in der SMS an C explizit zu erwähnen, dass sie sich in Paderborn befindet.
Ich komme heute nach Hause. Bin in Paderborn
Auch als ihr Bruder anrief, erwähnte sie Paderborn: Ich bin in Paderborn frag nicht ich komme nach Hause
Wenn es für den Täter wirklich eine Option war, Frauke Samstagabend freizulassen, dann wäre ein Anruf am Samstagnachmittag nicht mehr notwendig gewesen, sondern nur unnötig riskant. Entweder er hat nie beabsichtigt, Frauke an diesem Abend gehen zu lassen und sie nur anrufen lassen, um den Schein ihr gegenüber zu wahren, oder es gab einen anderen Grund für den Anruf.
Was ist, wenn der Täter (und auch Frauke) den ganzen Samstag darauf gewartet hatten, dass im Radio oder im Internet die Meldung kommt, dass die letzten 3 Kontaktaufnahmen aus Paderborn stammen, und bestenfalls die Polizei Nieheim als Aufenthaltsort abhakt und sich jetzt voll auf Paderborn konzentriert? Vielleicht auch ein freiwilliges Verschwinden nicht ausschließt.
Was ist, wenn der Tag verging und bis Mittag kam nichts, und der Täter und auch Frauke aber unbedingt bis zum Abend die Meldung der Polizei "brauchten", dass Nieheim raus ist, damit der Täter sich sicher fühlte und ihr Plan aufgeht? Ein weiterer Anruf war notwendig und der Täter gestattete Frauke diesen am Samstagnachmittag 14.23 Uhr, damit sie noch einmal ihre Heimkehr am Abend und mit Nachdruck Paderborn erwähnte. MMn war das der Grund für den Anruf, abweichend von den anderen Uhrzeiten - nicht die Arbeit oder weil er wo abends Fußball schauen wollte.
Frauke: „Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: „Bist du verletzt?"
Frauke: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."

Doch auch am Samstagabend blieb die ersehnte Meldung um Radio aus. Der Plan ging nicht auf und Frauke kam nicht frei.
Dann Sonntagnacht ein weiterer Anruf an C, neuer Versuch für Montag, aber der Täter machte nicht mehr mit.
Und wenn jetzt einer denkt, dann müssen der Täter und auch Frauke ja ziemlich ahnungslos und blöd gewesen sein. Ja vielleicht waren die ahnungslos, aber so zu Denken ist nicht blöd, sondern menschlich. Jemand, der nicht vom Fach ist oder sich beliest/ informiert, der weiß nicht, wie die Polizei arbeitet, wann sie Vermisstgemeldete sucht und wann nicht, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Die meisten Leute dürften Polizeiarbeit nur aus Film und Fernsehen kennen und aus Spannungsgründen werden da nicht die Hände in den Schoß gelegt.
Fur mich ist sicher, der Täter ist niemand, der die Kontaktaufnahmen genossen hat. Er hat sie nicht veranstaltet, um Frauke und ihre Angehörigen zu quälen, Macht auszuüben, zu dominieren oder allein aus Spaß an der Freude. Wären die Anrufe selbst und das Quälen Fraukes oder der Angehörigen das Ziel gewesen, der eigentliche Sinn von allem, dann hätte der Täter alle Register ziehen können, ganz andere Sachen veranstalten können.
Ich glaube, dass der Täter sich sehr wenig mit Frauke beschäftigt hat, sehr wenig mit ihr geredet hat. Samstagnachmittag wiederholte Frauke nur das wenige was der Täter ihr Freitagabend gesagt hatte, heute Abend kommst du nach Hause, auch nicht so spät. Ich glaube, dass war der bisher einzige Kontakt zwischen ihr und dem Täter an diesem Tag. Bei dem Anruf soll sie laut Podcast langsam gesprochen haben, schwach geklungen haben. Ich glaube sie war die ganze Zeit ohne Frischluft, Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne Gespräche, ohne Zeitvertreib, kaum Flüssigkeit, sicher hat sie an dem Tag viel geschlafen, um die Zeit rumzukriegen bis zum Abend, wo sie hoffte, freigelassen zu werden. Ich denke nicht, dass betäubende Substanzen/ Medikamente nötig waren damit sie so klang wie von C beschrieben.
Ich würde nie sagen, dass wenn das Radio das und das gemeldet hätte, und die Angehörigen das und dies nicht getan hätten, dann wäre Frauke freigelassen worden. Ich tendiere eher zu nein, der Täter hätte sie auch dann nicht freigelassen.
Aber ich frage mich, was passiert wäre, hätte die Polizei ernsthaft ermittelt und alle Funkzellen sofort ermitteln können. Vielleicht hätte man sich dann Samstagnachmittag gedacht: Mhm die letzten 3 Kontaktaufnahmen kamen aus Paderborn. Vielleicht wird die junge Frau gezwungen aus diesen anzurufen. Gut möglich, dass die Erwähnung von Nieheim den Täter aufgeschreckt hat. Wir geben eine öffentliche Mitteilung raus. Das Radio soll melden, dass Nieheim als Aufenthaltsort raus ist, die Meldung ein Irrtum war und jetzt Paderborn im Fokus steht und wir weder ein Verbrechen noch Freiwilligkeit ausschließen konnen. Mal schauen, was passiert.
Manche glauben ja, der Täter hatte Ahnung von Funkzellen oder hatte Kontakte zu Polizei, wo er aus erster Hand Information bekam. Das glaube ich nicht. Er musste keine bestimmte Funkzelle anfahren, nur irgendeinen Ort in Paderborn, der sich eignet, menschenleer ist.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter mit dem nahen Umfeld von Frauke bekannt war und jemanden hatte, der, ohne es zu Wissen, Informationen an ihn weitergab. Der Täter hatte keine Ahnung, was die Polizei machte oder nicht machte oder was die Angehörigen und Fraukes nahes Umfeld um C etc wussten. Und die Polizei tat nichts und nichts gelangte mehr an die Öffentlichkeit. Das war das Problem.
Sehr komplex und ja, sicherlich auch alle möglich.

Aber insgesamt tendierst du ja zu einem fremden Täter, richtig?

Das halt ich mittlerweile für absolut ausgeschlossen.

Viel zu viele Fakten und dahingehend auch Theorien sprechen für mich eine eindeutige Sprache: es muss eine Beziehungstat gewesen sein, jemand den sie kannte.

Was für mich in allen Theorien komplett zu kurz gekommen ist bzw. sind:

-> die Ex-Freunde von Frauke. Da gibt es ja zwischen Chris und dem Anbandeln mit N. zwei Personen, über die nichts, überhaupt nichts, bekannt ist.

Einzig die - aus dem Medien entnommene Tatsache - das es da einen Freund bei Schwalenberg (müsste dann bei Schieder sein?!) gab, zu dem die Beziehung nur wenige Wochen endete...

Ich bleibe dabei: Chris spielt eine vehement wichtige Figur in diesem Fall - als zusätzliches "Opfer". Derjenige wusste genau um die Vergangenheit und auch anhaltende Konstellation zu Chris. Nur so lassen sich die Kontaktaufnahmen erklären.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Zebra » Montag, 02. März 2026, 17:17:40

Interessante Gedanken @Gast7469

Vor einer Weile hatte ich ebenfalls die Vermutung, die Anrufe von Frauke dienten - nach ihrer ersten SMS - rein der Tatsache, dass Nieheim als Tat-/Verwahrort von der Bildfläche verschwinden sollte. Nur deswegen sollte sie immer wieder Paderborn erwähnen, nur deswegen sollte sie noch einige Tage lang anrufen, immer wieder aus Paderborn als würde sie sich dort tatsächlich herum treiben.

Die Anrufe selbst, da stimme ich dir ebenfalls zu, folgen überhaupt keinem Schema. Sie sollte nicht einmal sagen, dass sie ihre Ruhe will, dass sie mal Abstand braucht und die Leute ihr mal nicht auf den Zeiger gehen sollen. Logisch, das würde ihr ja auch sonst keiner glauben. Es könnte sein, dass Frauke gleich dem Täter sagte "Du, das glaubt mir aber eh keiner von meinen Leuten, die wissen, dass ich so nicht bin". Es könnte sein, dass der Täter ziemlich sicher auch wusste, dass das unglaubwürdig gewesen wäre, weil er sie und ihre Freunde/Familie genau kannte.
Aber wenn man sich mal genauer fragt, WOZU sollte sie denn eigentlich anrufen, dann fällt einem ja nur ein, dass sie das sollte, weil Nieheim in den Fokus gerückt war und da raus sollte.

Bleibt aber dennoch die Frage, weshalb sie überhaupt noch lebte beim 1. Anruf. Dann plante der Täter meiner Meinung nach doch gar nicht ihren Tod. Denn dann hätte er sie ja gleich töten können. Wieso verbrachte er überhaupt noch, bis zur Radiomeldung meine ich, so viel Zeit mit ihr und wozu überhaupt? Welchen zweck verfolgte er denn im Allgemeinen? Wäre sie ein zufälliges Sexualgewaltopfer gewesen, so hätte er sie bestimmt nicht als Ballast noch lebend bis zur Radiomeldung mit sich herum gefahren oder bei sich zu Hause versteckt. Das passt einfach nicht zur Begegnung eines Zufallsopfers mit einem Täter. Später wurde die Leiche nicht einmal sorgfältig versteckt. Auch da stellt sich die Frage: Weshalb hat er sich so wenig Mühe gegeben? Er hatte sie irgendwo unterbringen können die gesamte Woche, wo sie nie gefunden wurde, weshalb ich denke, dass er alleine wohnte und sehr methodisch und planvoll vorgegangen sein muss, sonst hätte Frauke flüchten können oder wäre entdeckt worden. Aber ihre Leiche wiederum hat er relativ achtlos abgelegt, fast stümperhaft.

Was sein könnte: Dass der Täter mit dem Aufbewahren von Opfern, lebend und später nicht mehr lebend, durchaus Erfahrungen hatte aus der Vergangenheit. Aber mit dem Ablegen oder Vergraben/Verschwinden einer Leiche überfordert war und es zum 1. Mal gemacht hat. Wieso er dann aber Frauke nicht auch dort belassen konnte, wo sie bereits war, darüber kann man ja auch nur wild spekulieren. Leichenspürhunde hätten bei einer Hausdurchsuchung bestimmt auch angeschlagen, ob sie nun woanders hin transportiert worden wäre oder nicht, bleibt dahingestellt.
Aber hat sich mal jemand gefragt, ob Frauke ggf. an ihrem späteren Auffindeort womöglich noch lebend abgelegt wurde? Schon stark dehydriert und kaum noch bewegungsfähig, aber (noch nicht) tot. So würde für mich einleuchten, wieso er sie dort einfach wie schlafend abgelegt hatte und keine weiteren Maßnahmen ergriffen hat.
In seiner Gedankenwelt kam das ja fast einem "Freilassen" gleich und er sieht keine Schuld bei sich, schließlich war sie ja selbst Schuld, dass sie keine Kraft mehr hatte um Hilfe zu rufen. Möglich, dass er da noch mehrmals nach ihr gesehen hat und sich dann nach einigen wenigen Tagen sicher sein konnte, dass sie keine Hilfe mehr gerufen hat und sie niemand fand.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast7469 » Montag, 02. März 2026, 11:05:19

Hier noch mal ein paar weitere Gedanken von mir in gewohnter Ausführlichkeit u.a. zu den Kontaktaufnahmen.
Ein paar dutzend Seiten zuvor hatte sich ein User gewundert, wieso alle gleich so alarmiert waren, nur weil Frauke nicht nach Hause gekommen war, und fand das ungewöhnlich, bis hin zu verdächtig, im Sinne von vielleicht hatte Frauke zuvor Probleme (z.B. psychischer Art) geäußert und alle hatten Angst, sie würde sich was antun. Das glaube ich nicht, aber ungewöhnlich finde ich die schnelle Reaktion auch. Wäre ich mit 21 so urplötzlich verschwunden wie Frauke, wäre das entweder niemandem aufgefallen oder es wäre jemandem aufgefallen, aber es hätte niemandem sonderlich gejuckt. Selbst meine Mutter hätte sich wahrscheinlich erst nach einer Woche gewundert, warum ich mich nicht mehr melde, und erst noch ne Woche wäre sie vielleicht zur Polizei und mitnichten wäre sie so hartnäckig gewesen wie Fraukes Mutter- aber gut vielleicht tue ihr da auch unrecht.
Wie die Suche nach Frauke begonnen hat, alle in Alarmstimmung - Frauke ist nicht nach Hause gekommen letzte Nacht, niemand weiß wo sie ist, - das Rumtelefonieren, der zeitige Gang zur Polizei, die Suchplakate - das ist beispielhaft, so sollte das immer ablaufen. Aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht für jeden normal, denn nicht jeder ist so beliebt wie Frauke, hat so viele gute Freunde, so eine enge Bindung zur Mutter. Für jemanden, der nicht so ist und lebt wie Frauke, ist das eine andere Welt.
Ich glaube, dass auch der Täter jemand war, der ganz anders war als Frauke, der nicht damit gerechnet hat, dass auf Fraukes Verschwinden schon so zeitig so eine enorme, für ihn unverhältnismäßige Aufruhr erfolgte. Für mich ist sicher, dass er vor allem durch die öffentlichen Meldungen im Radio und im Internet aufgeschreckt wurde, dass die Polizei bereits informiert ist und sucht, und ihm schlagartig bewusst wurde, dass er hier ein Verbrechen begeht, welches für ihn nicht ohne Strafe bleiben wird, gesellschaftliche Ächtung inklusive.
Dass er nicht damit gerechnet hat, ist für mich ein Indiz dafür, dass der Täter Frauke nicht kannte. Wenn er sie kannte, oder überhaupt schon mal mit ihr Kontakt hatte, hätte er schon durch ihr Verhalten -extrovertiert, gesprächig, gut vernetzt, viele Kontakte, geht gern aus - gemerkt, dass sie niemand ist, deren Verschwinden lange unbemerkt bleiben würde. Aber ich schließe eine geplante Tat eh nahezu aus.
Dasselbe gilt für Frau Liebs. Ja, es geht um ihre Tochter, dennoch finde ich Frau Liebs überdurchschnittlich hartnäckig, interessiert engagiert und das ist sie im Fall ihrer ermordeten Tochter ja auch bis heute. Den Dingen auf den Grund gehen, nicht passiv bleiben, sich nicht abwimmeln oder einschüchtern lassen - diese Charakterzüge wird sie nicht erst mit dem Verschwinden ihrer Tochter gezeigt haben. Ich glaube, dass der Täter auch Frau Liebs nicht kannte bzw, wenn er von ihr gehört hat (immerhin war sie Schuldirektorin des Gymnasiums in Bad Driburg) wusste er zum Zeitpunkt des Zustiegs in sein Auto nicht, dass Frauke ihre Tochter ist. Es gibt ja Leute, die glauben, die "Entführung" von Frauke zielte hauptsächlich darauf ab, Frau Liebs zu treffen, an ihr Rache zu nehmen. Das glaube ich nicht.
Ich schrieb schon einmal, dass beide - Frauke und der Täter- sich auf den Plan geeinigt haben könnten, dass Frauke freigelassen wird unter der Bedingung, dass sie keine Anzeige stellt und Stillschweigen über die Identität des Täters bewahrt, damit dieser unbehelligt davon kommt.
Frauke hätte allen Zuhause sagen können: Ich war die ganze Zeit in Paderborn. Ich war nicht freiwillig weg, aber ich habe das geklärt mit demjenigen. In Nieheim und Umgebung war ich definitiv nie, ich war die ganze Zeit in Paderborn.
Der Täter hatte nur Fraukes Wort, aber er hatte keine Sicherheit. Er musste befürchten, dass sie einknicken würde vor ihren Eltern und Freunden. Jemand wie Fraukes Mutter hätte sehr wahrscheinlich darauf bestanden, dass Frauke nicht den Täter schützt, sondern zur Polizei geht, den Täter anzeigt und mithilft, dass die Polizei ihn findet.
Auch die Polizei hätte sagen können: Sorry, wir können niemanden frei herumlaufen lassen, der junge Frauen tagelang festhält. Aber ein erfolgreiches Ergreifen wäre von Fraukes Unterstützung abhängig gewesen. Ohne Frauke als überlebende Zeugin hätte die Polizei den Täter nicht gefunden. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Denn Frauke hat nicht überlebt, konnte nicht erzählen und der Täter läuft bis heute frei rum.
Der Täter wird gut aufgepasst haben, dass Frauke, während er sie gefangenhielt, nichts Relevantes über ihn erfuhr. Zwar wird Frauke eine Menge anhand seines Verhaltens und Auftretens über ihn erfahren haben, dennoch bin ich sicher, dass sie nicht seinen Nachnamen wusste, wo er arbeitet und wo genau er wohnte Straße Hausnummer und Ort bzw wo er sie gefangenhielt. Mit Fraukes Hilfe wäre die Polizei aber sehr wahrscheinlich auf ihn gekommen.
Ich glaube, dass der Täter zusätzliche Sicherheit forderte. Bevor er Frauke freilässt, wollte und brauchte er die öffentliche Meldung, dass die Polizei Nieheim und Umgebung als Festhalteort ausschließt und sich die Suche jetzt allein auf Paderborn konzentriert. Deswegen wurden gezielt Fahrten in mehrere Funkzellen Paderborns unternommen, aus denen Frauke C anrufen sollte. Mögliche Gründe, warum sie nur C kontaktierte, wurden ja schon in sämtlichen Interviews genannt u.a. weil er fast immer erreichbar war. Und ich glaube, er wurde auch deshalb kontaktiert, weil der Täter am Beispiel der SMS, die 0.49 Uhr aus der Funkzelle Nieheim Entrup raus ging, sehen konnte, wie gut die Informationsweitergabe funktionierte. Anhand einer harmlose SMS an C konnte die Polizei in Erfahrung bringen, wo sich das Handy zum Zeitpunkt des Versendens befunden hat, und diese Information gelangte von der Polizei ins Internet und ins Radio. Und diesen Informationsweg wollte man schließlich noch einmal nutzen. C war nur der, an den die Informationen herangetragen wurden, der sie weitergeben sollte.
Desweiteren glaube ich, dass der Täter spätestens ab Donnerstagabend mit der Radiomeldung es nicht mehr wagte, Fraukes Handy anzuschalten. Nicht nur aus Sorge, dass gerade in dem Moment Anrufe und SMSen eingehen könnten. Ich glaube, was ihm am meisten Angst machte, war, ob die Polizei noch zu ganz anderen Dingen fähig war, z.B die Möglichkeit hatte, das Handy sobald es an war, direkt zu orten oder nachträglich zu orten. Die meiste Panik hatte er mMn davor, dass jeden Moment eine Einsatzgruppe sein Wohnhaus stürmen könnte. Die Ungewissheit, was macht die Polizei, was wird im Hintergrund vorbereitet, dürfte ihm sehr zu schaffen gemacht haben. Ich glaube, nach dem Anruf am Donnerstag wurde Fraukes Handy erst wieder zum Freitagabend-Anruf an Ort und Stelle in Paderborn angeschaltet, um die SMS an C abzusenden. Danach blieb es noch ein paar Minuten an, so dass F kurz darauf anzurufen konnte. Danach würde es wieder ausgeschaltet. Der Täter hatte gar nicht die Möglichkeit länger ins Handy zu schauen und zu überlegen, wen man statt C sonst anrufen könnte.
Als Donnerstagabend das Radio meldet, dass Frauke vermisst wird und die erste SMS aus der Funkzelle Nieheim Entrup gesendet wurde, und der Schock erst mal verdaut war, überlegten beide, was man tun könnte. Erst einmal galt es ein Lebenszeichen zu senden, Eltern und Freunde zu beruhigen damit die Suchbemühungen sich nicht weiter ausweiten und die Polizei noch anfängt bestimmte Orte rund um/Nieheim zu filzen. Noch in derselben Nacht fuhr der Täter mit Frauke nach Paderborn, aber weit weg von der Innenstadt, Funkzelle Sennelager OT Dreihausen.
Frauke: „Hallo C, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und den anderen Bescheid."
Warum nicht nur Mama und Papa, die für die Vermisstenanzeige bei der Polizei verantwortlich sein dürften, sondern auch "den anderen"? Weil die anderen wahrscheinlich maßgeblich am Verteilen der Suchplakate beteiligt sein düften. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Täter diese Plakate gesehen hat.
Dass sie aus Paderborn anrief, erwähnte sie nicht. Ich glaube, dass es dahingehend auch keinen Druck vom Täter gegeben hat, da ich glaube, beide davon ausgingen, dass die Polizei ohnehin durch die Funkzellenauswertung erfährt, von wo aus sie anruft.
Man muss sich mal in die Situation hineinversetzen. Wir wissen, dass sie Polizei erst im Nachhinein aktiv die Daten anfordern muss. So etwas geht nicht sofort und von selbst. Aber ich glaube der Täter wusste das nicht. Und auch Frauke dürfte das nicht gewusst haben. Beide mussten davon ausgehen, dass die Polizei sofort oder sehr zeitnah erfährt, wenn ein Anruf oder eine SMS von Fraukes Handy abgesetzt wird und sofort weiß, aus welcher Funkzelle angerufen wurde. Alleine schon weil sie ein Interesse haben sollten, eine Vermisste zu finden und ein Verbrechen aufzuklären. Die Polizei hatte nur den Kontakt aus Nieheim Entrup öffentlich am Donnerstagabend im Radio, in der Zeitung und im Internet kommuniziert. Die Kontakte Donnerstag und Freitag wurden erst nach dem Wochenende der Familie/ Frau Liebs mitgeteilt. Die anderen bis einschließlich Dienstag erst Wochen später.
Frauke wird alles andere als überrascht gewesen sein, dass ihre Eltern die Polizei verständigt und ihre Freunden eine Suchaktion gestartet hatten. Nachdem sie und der Täter Donnerstagabend aus dem Radio erfuhren, das sie als vermisst gemeldet wurde und die Polizei nach ihr sucht, wird sie und auch der Täter geglaubt haben, dass die Polizei intensiv ermittelt (selbst wenn sie Lebenszeichen sendet), und weitere Meldungen zu ihrem Verschwinden und den Kontaktaufnahme von ihrem Handy aus im Radio, in der Zeitung und im Internet folgen würden. Gut möglich, dass auch falsche Vorstellungen zur Polizeiarbeit aus Film und Fernsehen da mit rein spielten. Nie wurden Lügen erzählt wie Ich nehme eine Auszeit, ich bin freiwillig weg, ich möchte nicht dass ihr mich sucht. Vielleicht weil beide wussten, dass niemand das glauben würde und weil es ja auch keine Option war. Frauke sollte ja gar nicht weg/ beim Täter bleiben, sie sollte zurück noch Hause, bloß der Täter sollte davonkommem.
Nach dem Anruf am Donnerstag wartet der Täter also den ganzen Freitag darauf, dass wie am Donnerstagabend im Radio oder Internet die Meldung kommt, dass die Vermisste aus einer Funkzelle in Paderborn angerufen hat. Da die Funkzellenauswertung nur eine einmalige Sache war, erfuhren weder die Polizei noch C und damit alle anderen, dass Frauke aus Paderborn angerufen hatte. Für den Kontakt am Freitag traute sich der Täter dann direkt nach Paderborn, vielleicht weil ihm tagsüber nirgends Polizeipräsenz aufgefallen war. Dieses Mal bekam Frauke die Anweisung in der SMS an C explizit zu erwähnen, dass sie sich in Paderborn befindet.
Ich komme heute nach Hause. Bin in Paderborn
Auch als ihr Bruder anrief, erwähnte sie Paderborn: Ich bin in Paderborn frag nicht ich komme nach Hause
Wenn es für den Täter wirklich eine Option war, Frauke Samstagabend freizulassen, dann wäre ein Anruf am Samstagnachmittag nicht mehr notwendig gewesen, sondern nur unnötig riskant. Entweder er hat nie beabsichtigt, Frauke an diesem Abend gehen zu lassen und sie nur anrufen lassen, um den Schein ihr gegenüber zu wahren, oder es gab einen anderen Grund für den Anruf.
Was ist, wenn der Täter (und auch Frauke) den ganzen Samstag darauf gewartet hatten, dass im Radio oder im Internet die Meldung kommt, dass die letzten 3 Kontaktaufnahmen aus Paderborn stammen, und bestenfalls die Polizei Nieheim als Aufenthaltsort abhakt und sich jetzt voll auf Paderborn konzentriert? Vielleicht auch ein freiwilliges Verschwinden nicht ausschließt.
Was ist, wenn der Tag verging und bis Mittag kam nichts, und der Täter und auch Frauke aber unbedingt bis zum Abend die Meldung der Polizei "brauchten", dass Nieheim raus ist, damit der Täter sich sicher fühlte und ihr Plan aufgeht? Ein weiterer Anruf war notwendig und der Täter gestattete Frauke diesen am Samstagnachmittag 14.23 Uhr, damit sie noch einmal ihre Heimkehr am Abend und mit Nachdruck Paderborn erwähnte. MMn war das der Grund für den Anruf, abweichend von den anderen Uhrzeiten - nicht die Arbeit oder weil er wo abends Fußball schauen wollte.
Frauke: „Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
Chris: „Bist du verletzt?"
Frauke: „Nein. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."

Doch auch am Samstagabend blieb die ersehnte Meldung um Radio aus. Der Plan ging nicht auf und Frauke kam nicht frei.
Dann Sonntagnacht ein weiterer Anruf an C, neuer Versuch für Montag, aber der Täter machte nicht mehr mit.
Und wenn jetzt einer denkt, dann müssen der Täter und auch Frauke ja ziemlich ahnungslos und blöd gewesen sein. Ja vielleicht waren die ahnungslos, aber so zu Denken ist nicht blöd, sondern menschlich. Jemand, der nicht vom Fach ist oder sich beliest/ informiert, der weiß nicht, wie die Polizei arbeitet, wann sie Vermisstgemeldete sucht und wann nicht, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Die meisten Leute dürften Polizeiarbeit nur aus Film und Fernsehen kennen und aus Spannungsgründen werden da nicht die Hände in den Schoß gelegt.
Fur mich ist sicher, der Täter ist niemand, der die Kontaktaufnahmen genossen hat. Er hat sie nicht veranstaltet, um Frauke und ihre Angehörigen zu quälen, Macht auszuüben, zu dominieren oder allein aus Spaß an der Freude. Wären die Anrufe selbst und das Quälen Fraukes oder der Angehörigen das Ziel gewesen, der eigentliche Sinn von allem, dann hätte der Täter alle Register ziehen können, ganz andere Sachen veranstalten können.
Ich glaube, dass der Täter sich sehr wenig mit Frauke beschäftigt hat, sehr wenig mit ihr geredet hat. Samstagnachmittag wiederholte Frauke nur das wenige was der Täter ihr Freitagabend gesagt hatte, heute Abend kommst du nach Hause, auch nicht so spät. Ich glaube, dass war der bisher einzige Kontakt zwischen ihr und dem Täter an diesem Tag. Bei dem Anruf soll sie laut Podcast langsam gesprochen haben, schwach geklungen haben. Ich glaube sie war die ganze Zeit ohne Frischluft, Tageslicht, ohne menschlichen Kontakt, ohne Gespräche, ohne Zeitvertreib, kaum Flüssigkeit, sicher hat sie an dem Tag viel geschlafen, um die Zeit rumzukriegen bis zum Abend, wo sie hoffte, freigelassen zu werden. Ich denke nicht, dass betäubende Substanzen/ Medikamente nötig waren damit sie so klang wie von C beschrieben.
Ich würde nie sagen, dass wenn das Radio das und das gemeldet hätte, und die Angehörigen das und dies nicht getan hätten, dann wäre Frauke freigelassen worden. Ich tendiere eher zu nein, der Täter hätte sie auch dann nicht freigelassen.
Aber ich frage mich, was passiert wäre, hätte die Polizei ernsthaft ermittelt und alle Funkzellen sofort ermitteln können. Vielleicht hätte man sich dann Samstagnachmittag gedacht: Mhm die letzten 3 Kontaktaufnahmen kamen aus Paderborn. Vielleicht wird die junge Frau gezwungen aus diesen anzurufen. Gut möglich, dass die Erwähnung von Nieheim den Täter aufgeschreckt hat. Wir geben eine öffentliche Mitteilung raus. Das Radio soll melden, dass Nieheim als Aufenthaltsort raus ist, die Meldung ein Irrtum war und jetzt Paderborn im Fokus steht und wir weder ein Verbrechen noch Freiwilligkeit ausschließen konnen. Mal schauen, was passiert.
Manche glauben ja, der Täter hatte Ahnung von Funkzellen oder hatte Kontakte zu Polizei, wo er aus erster Hand Information bekam. Das glaube ich nicht. Er musste keine bestimmte Funkzelle anfahren, nur irgendeinen Ort in Paderborn, der sich eignet, menschenleer ist.
Ich glaube auch nicht, dass der Täter mit dem nahen Umfeld von Frauke bekannt war und jemanden hatte, der, ohne es zu Wissen, Informationen an ihn weitergab. Der Täter hatte keine Ahnung, was die Polizei machte oder nicht machte oder was die Angehörigen und Fraukes nahes Umfeld um C etc wussten. Und die Polizei tat nichts und nichts gelangte mehr an die Öffentlichkeit. Das war das Problem.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trodat5203 » Sonntag, 01. März 2026, 17:39:53

Trucrime89 hat geschrieben: Sonntag, 01. März 2026, 09:37:27 A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“

A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.

Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
Ich finde das ebenfalls merkwürdig. "egal wer da vor der tür steht" das zeugt von hoher Loyalität, andererseits schwächt er im nächsten Satz diese absolute Aussage wieder ab, indem er sagt " ich bin quasi der Zeuge"

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miwei » Sonntag, 01. März 2026, 15:16:15

Im näheren Umfeld gäbe es auch noch weibliche Personen,die mit entsprechender Mithilfe (männlich) aus Eifersucht als Tatmotiv die Entführung und Tod von F.L
verursacht haben.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast_ » Sonntag, 01. März 2026, 14:34:04

Trucrime89 hat geschrieben: Sonntag, 01. März 2026, 09:37:27 A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“

A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.

Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.
Andy erzählt nur von den damaligen Ereignissen ( kann man glauben oder nicht glauben). jeden ausgesprochenen Satz überinterpretieren damit es in eine Täterschaft von Nils reinpaßt ist Vorverurteilung. Stell bitte deine persönlichen Mutmaßungen nicht als Tatsachen dar, das führt schnell zu Mißverständissen.
Warum wird in diesem Forum das Anprangern von Nils neuerdings geduldet? Der Ermittlungsstand ist seit Jahren unverändert. Die ehemaligen Verdächtigen Chris, Nils und Andy sind außen vor. Möchte mir das jemand näher erklären?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Trucrime89 » Sonntag, 01. März 2026, 09:37:27

A. Antwort im Podcast: Sinngemäß „egal wer da vor der Tür steht er war es nicht“

A. Hat innerlich Zweifel die er mit einer absoluten Aussage überdeckt.

Seine Aussagen geben seine allgemeine Haltung wieder gegenüber N. und nicht die Wirklichkeit.

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