MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von caro » Dienstag, 27. Januar 2026, 14:26:57

Iven hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 13:20:18 Das Haus als solches sehr wahrscheinlich nicht.
Sein Zimmer darin sicherlich schon (oberflächlich, routinemäßig).
Ok, das erstaunt mich ehrlich gesagt doch schon.

Es könnte ja sein (natürlich kenne ich die Hintergründe dazu nicht), dass die Durchsuchung im Rahmen der Ermittlungen gegen N. statt fand, der als ehemals bester Freund noch Zugang zum Zimmer (Anliegerwohung?) hatte.

Hälst du es für möglich, dass aufgrund einer - wie soll ich sagen - gebotenen Rücksichtnahme hier allgemein nicht allzu tief "gebohrt", nachgefragt worden ist?


Edit:
Gegen N. hatte man ja gründlich ermittelt, wurde also nicht aus falscher Rücksichtnahme verschont.
Wahrscheinlicher sind vielleicht doch eher die 3. Ecken, von denen der Gast im Beitrag über mir spricht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 27. Januar 2026, 14:22:13

Ich verstehe, kein Problem.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 27. Januar 2026, 13:45:12

Iven hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 13:20:18 Das Haus als solches sehr wahrscheinlich nicht.
Sein Zimmer darin sicherlich schon (oberflächlich, routinemäßig).
Bedauerlich. Mir ist klar, dass da über drei Ecken wohl kein Motiv mehr erkennbar war so direkt, aber hängen mir doch N., T. zu sehr an Frauke dran als dass ich da das Elternhaus ...

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 13:20:24

Gast hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 11:26:10 Wäre sie nicht in größerer, deutlicher Panik gewesen und hätte mindestens im letzten Anruf Hinweise auf den Täter übermittelt, wenn sie gewusst hätte, dass jemand anders bereits getötet wurde vor ihr und ihr das auch blüht?
Frauke wäre mMn definitiv in Panik, Verzweiflung oder auch phasenweise Lethargie bis mentale Katatonie aus schierer Fassungslosigkeit und Bestürzung gewesen, wenn sie von Beginn keine ihr glaubhaft wahrscheinliche (zumindest mögliche) Perspektive auf ein "gutes Ende" gehabt hätte. Und "glaubhaft" hätte so eine Perspektive kaum sein können in der Gewalt eines Täters, dessen motivgeleitetes Tathandeln ihr gegenüber mehr oder weniger zwangsläufig das Gegenteil davon aufgezeigt hätte.
Ich meine, ein Täter plant, eine junge Frau (ob nun gerade Frauke oder zufällig Frauke) in seine Gewalt zu bringen und über Tage festzuhalten. Mit welchem Motiv, was hat er davon, sie tagelang in seiner Gewalt zu haben?
Ich denke, man kann da doch von zwei Dingen ausgehen:
Erstens dürfte der "Alltag" dieser Zeit für Frauke eher ausgesprochen übel als irgendwie erträglich gewesen sein.
Zweitens dürfte sie keine ihr berechtigt und hinreichend wahrscheinlich erscheinende Perspektive gehabt haben, lebend aus der Sache rauszukommen.

Und diese Frauke hat also auch nach fünf Tagen noch mit ihrem Mitbewohner telefoniert, Person und Kontakt für sie gefühlt stellvertretend für ihren verlorenen Lebensalltag, ihr Leben, in das sie wohl nie wieder zurückkehren würde.
Hat da ihr Sprüchlein aufgesagt, sie komme bald heim, es gehe ihr gut.
Antwortet (laut Protokoll) auf seine Frage, was los sei/warum sie weg sei, mit "erkläre ich dir, wenn ich wieder daheim bin" (aus dem Gedächtnis, krame die Protokolle jetzt nicht extra raus). Also nicht schweigend einer Antwort ausweichend, kein unbestimmtes "erkläre ich dir später/dann", sondern "wenn ich wieder daheim bin". Ist etwas diffizil, aber ich meine, dass sie da die Situation wieder zu Hause zu sein so explizit und lediglich als zeitabhängiges Ereignis formuliert ist ein Anzeichen, dass sie da auch tatsächlich davon ausgeht. Sonst hätte sie mMn viel eher mit "später/dann" oder ausweichendem Schweigen geantwortet. (OK, an der Stelle tatsächlich doch etwas Wortklauberei von mir)
Und da nach fünf Tagen in der Gewalt eines Täters, der sie eh nicht gehen lassen wird und dem ziemlich einer abgehen muss bei diesem und jenem, was er wiederholt mit ihr anstellt (immerhin hat er sie ja dafür entführt, einen tollen Plan gemacht, vieles vorbereitet, sich auf ein Kapitalverbrechen eingelassen usw.), da weiß der langjährige Freund Chris nichts davon zu berichten, dass sie am Telefon ihm erkennbare Anzeichen von Angst, Panik, Verzweiflung, Fatalismus uswusf. gezeigt hätte?
Ich meine, unter diesen Umständen hätte Frauke doch völlig durch sein müssen, so wie dann im letzten Gespräch erkennbar, jedoch umfassender/stärker und vor allem früher, nicht erst nach einer Woche.

Das halte ich für absurd.

Und kommt jetzt bitte nicht mit irgendwelchen erfundenen Wunderdrogen um die Ecke und einem Täter mit Kenntnissen und Zugriff darauf.
Jedes Mittel, das da in der nötigen Dosierung(!) eine nennenswerte Beruhigungswirkung gehabt haben könnte (wir reden sicher nicht von Baldriantropfen...), hätte zuallererst auch ihre Selbstkontrolle erheblich reduziert. Und eine Frauke, die zunehmend weniger, dann aber spontan-assoziativ reagiert/antwortet und dabei das Drumherum zunehmend einfach immer weniger berücksichtigt, das wäre die letzte Person, die ein Täter da hätte telefonieren lassen können, bzw. die da auch nur irgendwie zuverlässig unauffällig den vorgegebenen Text rausgelassen hätte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Iven » Dienstag, 27. Januar 2026, 13:20:18

Das Haus als solches sehr wahrscheinlich nicht.
Sein Zimmer darin sicherlich schon (oberflächlich, routinemäßig).

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 27. Januar 2026, 12:52:01

…und das Elternhaus wurde unter die Lupe genommen?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Iven » Dienstag, 27. Januar 2026, 12:35:45

Hobbypsychologe hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 11:30:31 Wurde eigentlich die leerstehende Wohnung von Thomas untersucht? Immerhin war dieser gerade mal 3 Wochen unter der Erde und seine Wohnung, die in der Nähe vom Friedhof lag, bestimmt noch nicht weitervermietet.

Nach meinem Kenntnisstand hat Herr K. noch bei seinen Eltern in deren Einfamilienhaus im Osten Paderborns gewohnt.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 12:33:45

Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00 @HP1
Ich hinke in der Antwort auf Deine Beiträge leider sehr hinterher.
Geht mir auch so, ich antworte hier nur noch selektiv atm. Liegt zum Teil auch daran, dass nicht alle als angemeldete User posten und deswegen deren Beiträge erst freigeschaltet werden müssen - die tauchen dann irgendwann später mitten im Thread auf, mal schnell mal erst nach einiger Zeit. Wär einfacher, wenn sich jeder einfach mit ner Wegwerfmail registrieren würde ;)
Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00 Ich kann mir beim besten Willen keine Entführung vorstellen, die überhaupt keine Spuren des Täters hinterlässt.

Eine intelligente Person (und ich halte hier nicht etwa überdurchschnittliche Intelligenz für erforderlich), die eine Tat plant, würde nach meiner Ansicht versuchen, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. Oder. z. B. von vorhandenen Spuren ablenken und falsche Spuren legen – was der Täter nach meiner Ansicht mit der 1. SMS aus Nieheim auch beabsichtigte (und was ihm dann auch gelungen wäre).
Absolut keine Spuren ist ja quasi technisch schon nicht möglich.
Wenn halt nichts sichtbar wird, woraus sich konkrete Verdachtspersonen oder ein eindeutiger Hergang, zumindest ein eindeutiges Motiv erschließen und bestätigen lässt, dann ist das so. Da gibts so einige Fälle, braucht man nur hier im Forum ein bisschen schauen. Birgit Ameis, Yolanda Klug, Katrin Konert, Scarlett Salice. Oder nimmt man mal Tristan Brübach, da war die Auffindesituation ähnlich einzigartig (jedenfalls fast) wie Fraukes Telefonate, aber um einiges extremer, sprechen eigentlich überlaut eine eindeutige Sprache - und dennoch ist man hinsichtlich Tatperson und genauem Hergang im grunde planlos, beim Motiv im Grunde auch. Theoretisch denkbar hätte ein Täter ihn auch verstümmelt haben können, nur um in Sachen Motiv eine falsche Spur zu legen, oder nicht?

Aber zurück zu Frauke.

Am nahe liegendsten wäre es, eine Tat mit möglichst zuverlässiger Vermeidung zielführender(!) Spuren gut zu planen und durchzuführen. Hier aktive Tathandlungen zum Legen falscher Spuren einplanen und das Gelingen (zumindest in Sachen Risiko) davon abhängig zu machen, würde ich für deutlich unwahrscheinlicher halten - und wenn, dann gerade eher für das Handeln eines improvisierenden Täters passend finden, der reagiert, Lösungen für nicht planend vorgesehene und vorbereitete Situationen finden muss.
Risikobereitschaft eines vorab planenden Täters und eines improvisierenden Spontantäters sind systematisch bedingt zwei Paar Schuhe, im Zweifel muss der planende Täter gar nicht hier und jetzt in die Tat einsteigen, wenn irgendwas an den Rahmenbedingungen nicht passt oder die Planung stellenweise "dünn" ist.
Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00 Wenn der Täter Frauke nur flüchtig gekannt hätte, aber unbedingt sie und keine andere entführen wollte, wäre ein Zusammentreffen in der Öffentlichkeit nicht zu vermeiden gewesen. (Deshalb die Risikominderung durch die 1. SMS aus Nieheim.)

Was spricht dagegen, dass der Täter einfach auf eine passende Gelegenheit wartete? Gerade ein Täter, der die Tat geplant hatte, der also nicht nur über verlässliche „Rahmenbedingungen“, sondern vor allem über die skrupellose Entschlossenheit und Kaltblütigkeit verfügte, die eine solche Tat erfordert, hätte sich da nach meiner Meinung durchaus etwas Flexibilität leisten können.

Ich stimme Dir zu, dass ein planender Täter, der nicht dumm ist, versucht hätte, in seinem Handeln so wenig „sichtbar“ wie möglich zu sein, aber das „keep it simple“ bedeutet doch nicht, gedankenlos vorzugehen.

Die „ominöse“ SMS aus Nieheim hätte ja gerade die Funktion gehabt, die Spuren, die der Täter unvermeidlich hinterlassen musste, dem Fokus der Polizei zu entziehen.
Und wenn der Täter ohne Frauke und nur mit ihrem Handy nach Nieheim gefahren wäre, wäre das ein völlig ungefährliches (aber auch sehr effektives) Manöver gewesen. Und der Erfolg (d. h. die Annahme der Polizei, Frauke habe diese SMS freiwillig versandt) hätte ja gerade darin bestanden, dass hier kein „besonderes Vorgehen“ des Täters erkannt worden wäre.
Die Nieheim SMS vom Täter zur Ablenkung von PB überzeugt mich nicht.
1. Eine nächtliche "komme später"-SMS ist kaum geeignet, den Zeitpunkt hinauszuzögern, ab dem sie ernsthaft vermisst wird.
2. Dass es bereits am Donnerstag ernsthafte Suchbemühungen geben würde, war erwartbar. Aber auch, dass da gleich die Ortsmarke der SMS ermittelt würde? Konnte man so davon ausgehen, dass das "gleich" passiert, dass die SMS rechtzeitig eine räumliche Ablenkungswirkung haben könnte? Die Idee an sich ist ja nachvollziehbar, aber das verlässliche Funktionieren in meinen Augen (also aus Perspektive Planung im Vorfeld bzw. zum Zeitpunkt des Versands) doch fraglich, die Aktion da jedenfalls eher "ein Schuss ins Blaue" als eine Aktion, von der man in Sachen Gelingen der Tat irgendetwas abhängig machen wollte.
Wie gesagt, bei einem Spontantäter unter Druck auf der Suche nach irgendwelchen tatsächlich oder vermeintlich notwendigen Lösungen wäre es erwartbar, so ein "Schuss ins Blaue", eine Aktion, die nur vielleicht ihre Wirkung zeigt. Aber im Rahmen einer vorab Tatplanung?
3. Ok, die Ortsmarke Nieheim ist gesetzt. Nur, Frauke, allein und ohne Fahrzeug, muss ja irgendwie in der Nacht nach Nieheim gelangt sein, entweder private Mitfahrt oder Taxi (ÖPNV fährt da nix mehr um die Zeit). Wenn sie vermisst wird, würde doch selbstverständlich genauso in PB entlang ihres Heimwegs nach Spuren/Zeugen gesucht werden, Leute gefragt, Plakate aufgehängt, etwaige Kameras gesichert werden um herauszufinden, wie sie nach Nieheim gelangt wäre - denn da wären doch jedenfalls Antworten zu vermuten, wo sie dort hinwollte, mit oder bei wem sie dort ist usw.
Auch wenn man annimmt sie sei irgendwo im Raum Nieheim, wäre das der genauso oder gar vielversprechendere Ansatz, als irgendwie "in Nieheim zu suchen". In dem Sinne, als "Ablenkung vom Ort des Zusammentreffens PB" in meinen Augen ohne erwartbare einschlägige Wirkung.

Und zuletzt, ich komm wieder drauf zurück:
Wenn Frauke irgendwann nach 23 Uhr (warum das mutmaßlich eher relativ zeitnah und nahe des Pubs gewesen wäre, ist eine andere Geschichte, auch technisch begründet) Anlass gehabt hätte, Chris Bescheid zu geben, dass es etwas später würde, dann wäre aufgrund der technischen Rahmenbedingungen (Akku) genau der Abgang erst um 0.49 nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Einzige Voraussetzung: Das Handy wurde etwas aufgeladen und im Bereich der FZ N-E eingeschaltet. Und das fand ja nachweislich statt.
Manche mögen da den Bedarf einer technisch begründeten Erklärung irgendwie als "kompliziert und deshalb irgendwie unwahrscheinlich" empfinden, tatsächlich ist es aber eben genau das Gegenteil.
Warum also stattdessen eine aus eher fragwürdigen als überzeugend sinnhaften Begründungen motivierte SMS eines sagen wir mal originell planenden Täters für wahrscheinlicher halten? Erschließt sich mir nicht, außer man will per se die Möglichkeit eines zwanglosen Zusammentreffens (notwendig für eine früher in PB verfasste SMS) wegdrücken. Und genau so funktionierts halt nicht.
Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00 Ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass ein Täter, der eine solche Tat plant, sich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie er der Polizei entgehen kann. Und in Fraukes Fall müsste ihm mit großer Wahrscheinlichkeit klar gewesen, dass der kritische Punkt in seiner Begegnung mit Frauke liegt.
Die Idee mit der SMS aus Nieheim mag dem Täter nicht sofort eingefallen sein, aber ich glaube, dass die Sache ihm einiges Grübeln wert war.
Wenn einer von uns eine Reise durch die Normandie oder Schweden plant, investieren wir in die Vorbereitung eine Menge Zeit: Auswahl der Orte, die man besuchen will, Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, nach Flügen, Bahnverbindungen etc. Das ist ordentlicher Aufwand, und hier geht es nur um einen Urlaub und nicht etwa um die gesamte Existenz. Und du findest es unwahrscheinlich, dass der Täter sich intensiver mit den Möglichkeiten einer Risikovermeidung beschäftigt hat?
Hmja, das Kapitalverbrechen unterscheidet sich von der Urlaubsreise halt dadurch, dass nichts schiefgehen darf. Deswegen halte ich eine geplante Tat, die in irgendeiner Weise von der zweifelhaften Wirkung zusätzlicher Maßnahmen abgehangen haben sollte, für unwahrscheinlich. Und wären sie überhaupt nicht nötig gewesen - das Grundprinzip des Tathandelns ist doch Unsichtbarkeit, Unauffälligkeit, nicht in Erscheinung treten. Da halte ich unnötige zusätzliche und explizit sichtbare Handlungen nach dem Motto "kann ja nicht schaden" für völlig kontraintuitiv.
Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00 Ich glaube, dass es seine ursprüngliche Absicht war, nach der 1. SMS nicht mehr in Erscheinung zu treten. Aber die polizeilichen Ermittlungen begannen ungewöhnlich früh, und das hat nach meiner Vermutung den Täter in eine unvorhergesehene Bedrängnis gebracht.

Nach meiner Auffassung war das mit den Anrufen verbundene Risiko für den Täter weitaus geringer als das Risiko, dem er durch sie entgehen zu können glaubte.
"Aber die polizeilichen Ermittlungen begannen ungewöhnlich früh"...
"das mit den Anrufen verbundene Risiko für den Täter weitaus geringer als das Risiko..."
Was wäre denn zu erwarten gewesen? Dass eine verschwundene junge Frau eine Woche lang nicht vermisst wird? Vielleicht, weil sie in der Nacht noch "komme später" gesimst hat?
Wäre mir schon denkbar, dass der Täter mit etwas (eher geringfügig) späterem Einsetzen der öffentlich sichtbaren Suchbemühungen gerechnet haben könnte, sagen wir mal einen Tag später, maximal zwei.
Nur, da dann zwei Fragen:
1. Was für ein Plan wäre das gewesen, der Gefahr laufen würde, daran zu scheitern? Ein Plan, bei dem er sich im Grunde darauf verlässt, dass frühestens Freitag (Samstag wäre schon eine sehr gewagte Annahme) nach ihr gesucht wird? Ein brauchbarer Plan hätte ja gerade die Qualität, dass ihm Such-/Ermittlungsbemühungen möglichst nichts anhaben können, das ist doch der Kernpunkt, warum eine Tat überhaupt geplant wird, könnte man sagen.
2. Wieso führt ein einen, maximal zwei Tage früherer Suchbeginn dazu, dass eine Woche lang nahezu täglich angerufen werden muss? Welche sich nur aus dem etwas früheren Suchbeginn ergebende Entdeckungsgefahr wäre auch darüber hinaus noch unerwartet präsent in einer Weise, damit man mit fortlaufenden Anrufen reagieren muss?
Ergänzung: Und warum war offenbar die Entdeckungsgefahr nach einer Woche dann nicht mehr gegeben? Jedenfalls wurde ja niemand erwischt, obwohl es keine Anrufe mehr gab. Und es gab auch keine Versuche, z.B. per SMS noch irgendwas zu reißen. "Wäre ja einen Versuch wert gewesen", wenn Notwendigkeit bestanden hatte.

Tut mir leid, auch diese Erklärung, die früh einsetzenden Suchbemühungen (wenn man sie denn überhaupt so explizit als "unerwartet früh" ansehen will) als Grund für die Notwendigkeit, eine Woche täglich zu telefonieren, finde ich ausgesprochen dünn.

Ich meine keinesfalls, dass meine "Story" unbedingt zutreffen muss.
Aber ich meine, dass sich da mit der Vorannahme einer sehr ungewöhnlichen Konstellation, Tatmotiv und -anlass, Zielsetzung und Zielrichtung der Festhaltesituation, im Kontext dann auch Täter-Opfer-Beziehung, sehr viele Details weit stimmiger und überzeugender interpretieren und einfügen lassen als beim Versuch, eine "Standard-Entführung" mit ziemlich zusammengeschusterten Begründungen für dieses und jenes plausibel zu erzählen.

Die Details rund um SMS und Anrufe (sowie deren Inhalte, meine damit nicht den Wortlaut der Protokolle) sowie möglicher Tateinstiegs-Szenarien werfen Fragen, Irritationen auf. Meine Hypothese beantwortet diese Fragen recht gut, meine ich, während die "herkömmlichen" Hypothesen mMn schwächere Erklärungen liefern, Folgefragen aufwerfen und manches unbeantwortet lassen.
Ist halt mein Eindruck, und ich kann nur versuchen zu erklären, wieso ich den habe.

Ist ja nicht so, dass das nicht schon in der Vergangenheit hier wiederholt und ausgiebig durchgekaut worden wäre. In der aktuellen Karussellrunde habe ich bislang nichts Neues gehört, aber ich bin natürlich gespannt und neugierig - jederzeit kann jemand eine richtig gute neue Idee auf den Tisch legen :idea:

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Shadow » Dienstag, 27. Januar 2026, 12:17:42

@ HH Moin

Kann es sein , das du die Pferde Utensilien Verkäufe von der Homepage meinst?
Denn darüber sind damals ein Mitglied & ich gestoßen und kamen beim Pferdehof am Strang raus.
Für ein mögliches Versteck , erschien es ideal gelegen.
Nahe an Paderborn , dennoch ein abgelegener , verlassener Pferdehof zu jener Zeit.
Mit alter Scheune , vermutlich noch mit Boxen.
Der Hof liegt an der L755, welche fast alle Orte von denen sie telefonierte verbindet und ist in wenigen Fahrminuten vom Gewerbegebiet Dören und Benhausener-Feld entfernt, in dem man nur eine Straßenführung folgen muss.

Es wurde ja auch oft schon gerätselt wie könnte der oder die Täter es zur WM Zeit geschafft haben , Frauke umbemerkt umherzufahren.
Vielleicht könnte es damit zu tun gehabt haben , das Frauke in einem abgedunkelten Pferdeanhänger gefahren wurde?
Wer würde schon in der „ Stadt der Pferde“ wo bestimmt zig Pferdetransporter zum Stadtbild gehören , vermuten das jemand darin ein Mensch zeitweise gefangen halten könnte?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hobbypsychologe » Dienstag, 27. Januar 2026, 11:30:31

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:45:10 Gleichzeitig wäre es auch für einen planenden Täter einer erhebliche Herausforderung, so einen Ort klarzumachen, wenn er ihn nicht sowieso schon am Start hätte.
Haus in Ortsrandlage mit Zufahrt, bei der man keinen Meter durch den Ort muss (tatsächlich kenn ich so eins in der Gegend).
Haus mit angebauter Garage (oder wenig einsehbarem Carport) und von dort direktem Nebeneingang ins Haus, sowas ginge auch mitten im Wohngebiet.
Selbst eine Einliegerwohnung mit separatem, nicht zur Straße zeigendem Eingang, wo man direkt davor fahren kann, wäre denkbar. Bis zu einem gewissen Grad würde ich da auch das Risiko, bei Abfahrt/Ankunft mit Frauke gesehen zu werden, zulassen als Möglichkeit bei einem spontanen, angstgetriebenem Täter (Risiko, dass jemand ihn dabei sieht vs die Alternative, sich auf jeden Fall verantworten zu müssen).
Ein landwirtschaftlich/forstlich/jagdlich genutztes Gebäude, das man entweder allein nutzt oder wo man weiß, dass da derzeit kein anderer Anlass hat hinzugehen.
Ein ebensolches Gebäude bei der Arbeit - Lagerräume, eine Baustelle, wo man grad der einzig aktive Handwerker ist.
Wartungs-/Steuerraum eines Windrads wurde ja schon öfters angebracht.
Gab es damals in PB, Bad Driburg oder so leerstehende Gebäude, von denen jemand hätte wissen können?
Oder vielleicht fuhr derjenige tatsächlich einen VW-Bus oÄ?

Während ich bei einem vorab planenden Täter davon ausgehen würde, dass er die Tat nicht ohne eine (mehr oder weniger) maximal risikofreie Unterbringung in Angriff genommen hätte, würde ich einem Spontantäter, der getrieben von der Angst vor Folgen eines erheblichen Übergriffs handelt, ein gewisses Maß an Risikobereitschaft oder stellenweise auch Risikoblindheit zugestehen.
Wurde eigentlich die leerstehende Wohnung von Thomas untersucht? Immerhin war dieser gerade mal 3 Wochen unter der Erde un dseine Wohnung, die in der Nähe vom Friedhof lag, bestimmt noch nicht weitervermietet.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Dienstag, 27. Januar 2026, 11:26:10

Wäre sie nicht in größerer, deutlicher Panik gewesen und hätte mindestens im letzten Anruf Hinweise auf den Täter übermittelt, wenn sie gewusst hätte, dass jemand anders bereits getötet wurde vor ihr und ihr das auch blüht?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Iven » Dienstag, 27. Januar 2026, 11:16:56

Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 01:43:55 Meinst Du, "ich (im Unterschied zu einer anderen Person) lebe noch"?

Das könnte vielleicht sein.
Es gibt halt Spuren, die sind für meine Kollegen und mich noch nicht ausermittelt und somit auch nicht gänzlich auszuschließen. Und in eine dieser Spuren könnte dieser von mir spekulierte Hinweis ganz gut hineinpassen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hobbypsychologe » Dienstag, 27. Januar 2026, 10:55:11

Gast2 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 04:06:57 Ja, tendenziell eher der zweite Satz.
Es sind eher einzelne Buchstaben, die etwas ergeben, wenn man sie richtig zusammensetzt.
Ich denke, was du meinst, ist jedem klar. Danke für die Idee. Ist gut möglich, dass sie mit diesem Satz einen Hinweis liefern wollte.
Ist sowieso die logischste Theorie....mMn.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Dienstag, 27. Januar 2026, 10:27:25

HHmoin hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 07:04:32 Hey Leute und @ Detectiv Bartek..
Hab mich wohl geirrt ich dachte ich hätte das hier im Forum mal gelesen das es ein Verdacht gab im Bezug auf Pferd verkauft im Zusammenhang mit dem Hof am Strang.

Ich konnte den Beitrag so nicht mehr finden.. hab mich also warscheinlich getäuscht..
Erinnerst du dich, auf welche Weise der Verkauf eines Pferdes – oder irgendeines anderen Tieres – mit der Entführung und dem Mord an Frauke in Verbindung gebracht werden sollte?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Dienstag, 27. Januar 2026, 10:25:54

Wir sind hier, wie ich finde, in zwei Lager gespalten: Das eine geht davon aus, dass der Täter die Tat schon vorher geplant hatte und im Grunde kaum etwas von seinem Plan abwich. Das andere Lager tendiert eher zu der Theorie, dass die Entführung eher das Ergebnis von etwas anderem war – also nicht der ursprüngliche Auslöser an sich – und dass dem Täter die Situation aus dem Ruder gelaufen ist, sodass er „Feuer löschen“ musste und sogar in Erwägung zog, Frauke wieder freizulassen.
Wie wir sehen, lassen sich beide Ansätze sehr gut und rational begründen, und wir können keinen davon zu 100% ausschließen. Worauf ich hinauswill: Uns allen liegt daran, dieses Rätsel zu lösen und den Täter zu finden. Deshalb schlage ich vor, dass wir gemeinsam überlegen, wie uns beide Blickwinkel bei einem Durchbruch helfen könnten – welche Spuren und Herangehensweisen sich aus Option 1 ergeben und wo wir bei Option 2 ansetzen sollten. Ohne eine der Theorien auszuschließen, sondern indem wir an beiden parallel weiterarbeiten. Vielleicht gelingt ja irgendwann jemandem von uns genau dadurch der entscheidende Schritt.
Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit, dass keine dieser beiden Varianten stimmt und dass sich die Ereignisse ganz anders abgespielt haben, als wir es erwarten. Das ist dann schwieriger, weil wir eine dritte, eher nicht intuitive Herangehensweise bräuchten. Aber vielleicht liegt genau darin die Herausforderung: Es könnte einen Ablauf geben, auf den bisher noch niemand von uns gekommen ist.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HHmoin » Dienstag, 27. Januar 2026, 07:04:32

Hey Leute und @ Detectiv Bartek..
Hab mich wohl geirrt ich dachte ich hätte das hier im Forum mal gelesen das es ein Verdacht gab im Bezug auf Pferd verkauft im Zusammenhang mit dem Hof am Strang.

Ich konnte den Beitrag so nicht mehr finden.. hab mich also warscheinlich getäuscht..

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von ghost80 » Dienstag, 27. Januar 2026, 05:36:44

Nancy hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 18:22:59 Wie gesagt die Videos ..ein Mann ist auch darauf der Frauke kannte und der vom Horrorhaus Paar bedroht wurde.
Diese Frau hat sich nicht irgendwie dumm verhalten. Es hätte jeden Treffen können. Sie wurde während ihrer Pause bei der Arbeit unter Drogen gesetzt. Dementsprechend kam auch der Fall im Chemiewerk als Vermutung noch dazu. Muss nicht. Ist nur etwas ähnlich, nur das es da Gift war. Bei ihr wohl aber Drogen.

Und wann hat N Geburtstag und wann war der angebliche Selbstmord von N Kumpel?

Zufällig nach Auffinden der Leiche von Frauke, erschießt sich urplötzlich ein Jäger ausversehen selbst im Kreis Paderborn. Vielleicht hatte der Jäger ja W im Wald gesehen und dachte, er wäre jetzt schon verrückt geworden und hatte es abgespalten. Nur W wusste das z.b mal angenommen und folgt ihn unauffällig. Zufälle über Zufälle

Also die Frau traf auch auf N z.B ab Mai 2006

Daher ist ja entscheidend, 2 Männer die ihr Motorrad von W reparieren ließen, kennen 2 unterschiedliche Frauen

Plus wichtig Drogendealer security Araber oder so
Die womöglich Funk der Polizei abhörten
Du schreibst die selben Dinge wie der User Sonne/Licht aber sagst du bist es nicht.Warum?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00

@HP1
Ich hinke in der Antwort auf Deine Beiträge leider sehr hinterher.
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...]

Gerade einem intelligenten planenden Täter wäre klar, dass "keep it simple" das Erfolgsrezept ist, dass dagegen jedes aus irgendeinem raffinierten Hirnfick geborene Detail im Zweifel erstens nicht so laufen muss wie gedacht und zweitens unterm Strich geeignet ist, mehr zu offenbaren als nötig.
Dass sie weg ist und nach ihr gesucht bzw. ihr Verschwinden aufzuklären versucht werden wird ist klar. Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.
Wie gesagt, eine "gut" geplante Entführung findet in einer kontrolliert maximal risikofreien Situation (Zeit, Ort) statt und Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.. Kein beobachtbares Zusammentreffen oder gar Abgriff in der Öffentlichkeit mit (wenn überhaupt) nur kurzfristig planbarem Ort+Zeit. Keine ominösen Ablenkungs-SMS in der Nacht. Keine notwendigen wiederholten Opfer-Anrufe, "weil sie unerwartet früh vermisst wurde". Keine Ablage, die zwar unwahrscheinlich, aber dennoch möglicherweise sehr kurzfristig gefunden werden konnte, Stichwort Spuren und Zeugen.
[...]
Ich kann mir beim besten Willen keine Entführung vorstellen, die überhaupt keine Spuren des Täters hinterlässt.

Eine intelligente Person (und ich halte hier nicht etwa überdurchschnittliche Intelligenz für erforderlich), die eine Tat plant, würde nach meiner Ansicht versuchen, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. Oder. z. B. von vorhandenen Spuren ablenken und falsche Spuren legen – was der Täter nach meiner Ansicht mit der 1. SMS aus Nieheim auch beabsichtigte (und was ihm dann auch gelungen wäre).
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...] Kein beobachtbares Zusammentreffen oder gar Abgriff in der Öffentlichkeit mit (wenn überhaupt) nur kurzfristig planbarem Ort+Zeit.
Wenn der Täter Frauke nur flüchtig gekannt hätte, aber unbedingt sie und keine andere entführen wollte, wäre ein Zusammentreffen in der Öffentlichkeit nicht zu vermeiden gewesen. (Deshalb die Risikominderung durch die 1. SMS aus Nieheim.)

Was spricht dagegen, dass der Täter einfach auf eine passende Gelegenheit wartete? Gerade ein Täter, der die Tat geplant hatte, der also nicht nur über verlässliche „Rahmenbedingungen“, sondern vor allem über die skrupellose Entschlossenheit und Kaltblütigkeit verfügte, die eine solche Tat erfordert, hätte sich da nach meiner Meinung durchaus etwas Flexibilität leisten können.

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...] "keep it simple" das Erfolgsrezept ist, [...]
Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.
Ich stimme Dir zu, dass ein planender Täter, der nicht dumm ist, versucht hätte, in seinem Handeln so wenig „sichtbar“ wie möglich zu sein, aber das „keep it simple“ bedeutet doch nicht, gedankenlos vorzugehen.

Die „ominöse“ SMS aus Nieheim hätte ja gerade die Funktion gehabt, die Spuren, die der Täter unvermeidlich hinterlassen musste, dem Fokus der Polizei zu entziehen.
Und wenn der Täter ohne Frauke und nur mit ihrem Handy nach Nieheim gefahren wäre, wäre das ein völlig ungefährliches (aber auch sehr effektives) Manöver gewesen. Und der Erfolg (d. h. die Annahme der Polizei, Frauke habe diese SMS freiwillig versandt) hätte ja gerade darin bestanden, dass hier kein „besonderes Vorgehen“ des Täters erkannt worden wäre.

Ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass ein Täter, der eine solche Tat plant, sich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie er der Polizei entgehen kann. Und in Fraukes Fall müsste ihm mit großer Wahrscheinlichkeit klar gewesen, dass der kritische Punkt in seiner Begegnung mit Frauke liegt.
Die Idee mit der SMS aus Nieheim mag dem Täter nicht sofort eingefallen sein, aber ich glaube, dass die Sache ihm einiges Grübeln wert war.
Wenn einer von uns eine Reise durch die Normandie oder Schweden plant, investieren wir in die Vorbereitung eine Menge Zeit: Auswahl der Orte, die man besuchen will, Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, nach Flügen, Bahnverbindungen etc. Das ist ordentlicher Aufwand, und hier geht es nur um einen Urlaub und nicht etwa um die gesamte Existenz. Und du findest es unwahrscheinlich, dass der Täter sich intensiver mit den Möglichkeiten einer Risikovermeidung beschäftigt hat?

[...]
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...]danach ist das Opfer weg, spurlos verschwunden, das wars.
Ich nehme an, das war auch der Plan des Täters.
Ich glaube, dass es seine ursprüngliche Absicht war, nach der 1. SMS nicht mehr in Erscheinung zu treten. Aber die polizeilichen Ermittlungen begannen ungewöhnlich früh, und das hat nach meiner Vermutung den Täter in eine unvorhergesehene Bedrängnis gebracht.

Nach meiner Auffassung war das mit den Anrufen verbundene Risiko für den Täter weitaus geringer als das Risiko, dem er durch sie entgehen zu können glaubte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Dienstag, 27. Januar 2026, 03:00:23

Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 19:55:42 [...]

Und jetzt kommen wir zum Punkt der Opferbeschaffung: wenn er das genauso für diese Woche geplant hatte, dann muss er an dem Abend auf Beutezug gewesen sein. Dann dürfte Frauke eher ein Zufallsopfer gewesen sein oder? Denn für sie lief der Abend nicht nach Plan. Woher konnte denn der Täter wissen wann Frauke wo sein wird und dass sich eine Gelegenheit für ihn ergibt?
[...]
Du hast natürlich recht: Ein Täter, der die Tat geplant hatte, konnte überhaupt nicht sicher sein, dass es ihm an diesem Abend gelingen würde.

Ich gehe davon aus, dass Frauke kein Zufallsopfer war und dass der Täter auf eine passende Gelegenheit zu warten bereit war.

Das setzt aber, wie Du schreibst, ein Versteck voraus, das dem Täter länger als eine Woche zur Verfügung stand. Ich gehe davon aus, dass das der Fall war.
Ich vermute, dass der Täter in Paderborn lebte und seine eigene Wohnung nicht in Frage kam. Dass er eine Halle o.ä. für Fraukes Entführung mietete, halte ich für sehr unwahrscheinlich: zu auffällig und auch zu unsicher mit Blick auf die Spurenvernichtung.

Die Orte, von denen Frauke telefonierte, waren auffallend gut über die B 64 zu erreichen; ich nehme an, dass Frauke außerhalb Paderborns gefangen gehalten wurde.
In ländlicher Gegend gibt es viele (größere und kleinere) Bauernhöfe. Ältere Eigentümer verkaufen oder verpachten öfter ihr Land, leben aber noch in ihrem Haus. Die Häuser auf dem Land stehen selten dicht beieinander, weil zu dem Grundstück noch Ställe und eine größere Nutzfläche (für Gemüse und Obst) gehören.

Ich vermute, dass der Täter Verwandte auf dem Land in der Nähe Paderborns hatte. Ein wild spekulatives Beispiel: Vielleicht lag der Großvater im Krankenhaus und es war klar, dass er danach in ein Seniorenheim übersiedeln musste. In einem solchen Fall ist es nett, wenn der Enkel im Haus nach dem Rechten sieht, und völlig unauffällig, wenn er dort auch ein paar Sommertage verbringt.

Ein solches Versteck wäre nach meiner Ansicht optimal gewesen. Es gibt noch einen anderen Grund, der mich zu einer Beziehung zu Verwandten auf dem Land tendieren lässt. Soweit ich weiß, haben alle Gewerbe- bzw. Industriegebiete, in denen die Anrufe stattfanden, eine (bei einer ländlichen Umgebung allerdings nicht gerade ungewöhnliche) Gemeinsamkeit: Es gibt dort Firmen für landwirtschaftlichen Bedarf.

Nach meiner Einschätzung muss der Täter diese Gebiete gut gekannt haben, aber ich glaube, er hätte sie nicht gewählt, wenn sie einen offensichtlichen (beruflichen) Bezug zu ihm gehabt hätten. Ich vermute eher, er half öfter seinen Verwandten, aus familiärer Verpflichtung oder für einen Nebenverdienst.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von caro » Dienstag, 27. Januar 2026, 02:11:21

JohnLemon hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:43:34 Natürlich wäre der Zusammenhang denkbar. Quasi ein Racheakt, da bei irgendwem der Eindruck entstand, dass mit den Gefühlen des „gebeutelten“ Niels gespielt wird/wurde.

Niemand weiss wie das Picknicken wenige Tage zuvor verlaufen ist. Durchaus möglich dass Frauke ihm gesagt hat, das mehr als Freundschaft nicht drin ist.

Anders herum war Niels womöglich in Frauke verschossen, jemand Drittes hat es auch so aufgenommen und will dieser Konstellation zwischenfunken, um Niels einen auszuwischen, aufgrund der Konstellation mit T. (vlt, hat Jemand aus T. seinem Kreis die Schuld für seinen Suizid bei N. ausgemacht).

Warum denn dann die Anrufe an Chris? Passt alles nicht wirklich.

Eine Racheakt aufgrund von nicht erwiderter Zuneigung/Liebe stellt für mich allerdings ein doch sehr denkbares, grundsätzliches Szenario dar. Wer auch immer derart getriggert wurde..

Niels wurde aufgrund der Alibis (..) ausgeschlossen, dennoch sollte das Umfeld genauestens geprüft werden, sofern nicht getan
Und ob dessen Umfeld genauestens geprüft wurde, da habe ich eher Zweifel.
Man hatte sich auf Nieheim und auf Fraukes letzte Kontakte konzentriert.
Gegen N. hatte man ermittelt. Es wurde versucht die Pubbesucher als mögliche Zeugen ausfindig zu machen.
Und die ganzen Chatkontakte von Frauke ebenfalls.
Bis man (und ob überhaupt) das gemeinsame Umfeld von T. und N. in den Fokus nahm, ist sehr viel Zeit verstrichen.

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