von HP1 » Montag, 26. Januar 2026, 08:46:51
Gast2 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 23:09:33
(...)
Ich meine, Frauke hat eventuell doch einen starken Hinweis gegeben.
"Das geht nicht - ich lebe noch."
Schaut euch diesen Satz mal genau an, er ergibt keinen Sinn, aber ist auch nicht so auffällig, dass der Täter direkt hellhörig wird.
(...)
Im Kontext laut Gedächtnisprotokoll antwortet Frauke damit auf Karens Äußerung "...wir räumen auch die Wohnung."
Ich verstehe das so dass Karen damit gemeint hat, man würde sie auch in Ruhe lassen, nicht bedrängen, wenn sie zurückkommt. In der Woche befanden sich permanent Leute (abwechselnd) in der Wohnung, an jenem Abend zu etwas früherer Uhrzeit auch eine größere Anzahl. "Die Wohnung räumen" also im Sinne von "nicht x Anwesende, die dich bedrängen, ausfragen würden". Das passt auch zu der Wahrnehmung des Umfelds, dass in der Woche durchaus nicht sicher war, ob ein Verbrechen vorliegt, dass man dies nur vermutet und vor allem befürchtet hat. Dass Frauke nicht nach Hause kommen will, weil sie irgendeine Scheiße gebaut hat, damals ja auch vertretene Ansicht ihres Bruders Frank.
Klar, in diesem letzten Telefonat ergab sich dann ein anderer Eindruck, aber das heißt nicht, dass Karen das da so schnell erfasst und verarbeitet haben müsste, dass eine spontane Äußerung entsprechend "vielleicht traut sie sich nicht heim" von ihr unsinnig gewesen sein müsste.
Ja, und Frauke war bei dem Telefonat augenscheinlich mental ziemlich derangiert, ihre Antworten teils viel mehr spontan-assoziativ als überlegt sinnhaft.
Ich verstehe ihre Antwort "Das geht nicht - ich lebe noch." so, dass sie bei "die Wohnung räumen" das Bild von "leerräumen, auflösen" der Wohnung hatte, im Zusammenhang mit ihrer da wohl (fast) alles bestimmenden Befürchtung eines Ausgangs, bei dem sie nicht mehr heimkommen würde, wäre ihre Antwort eine nicht unerwartbare assoziative Reaktion. Ihr Bild von "Wohnung räumen" also, man würde die Wohnung leerräumen/auflösen, da sie nicht wiederkommen würde. Wie gesagt, ich gehe da nicht von einer sortierten Frauke aus, die überlegt sinnvoll antwortet, sondern davon, dass sie assoziativ reagiert.
Dass ihre Antwort "keinen Sinn ergibt", sehe ich also nicht so.
Aber als möglicher Hinweis auf einen Ort - spontan denke ich da an Friedhof. Man lebt noch, und deshalb geht es nicht (dass man dort ist). Tatsächlich dann natürlich wohl eher in der Nähe von als direkt auf einem Friedhofsgelände.
Oder (wenn man in Gedanken das "ich" etwas betont):
ich lebe noch, anders als...
Oder dass irgendetwas (gar nicht das "Wohnung räumen" gemeint) nicht geht, weil sie noch lebt. In dem Sinne, dass sie wohl sterben muss, damit (im Interesse des Täters) etwas gehen/passieren kann?
Alles nur Ideen, bin nicht so der Fan von geheimen Botschaften in den Telefonaten.
Mal abgesehen von Botschaften, in "ich lebe noch" steckt viel drin.
Zum einen, dass Frauke zu dem Zeitpunkt zumindest ernsthaft befürchtet, bald nicht mehr zu leben, vielleicht auch davon ausgeht.
Vielleicht auch ein "ich habe bisher überlebt". Anzeichen, dass ihr möglicher Tod vielleicht schon früher hätte eintreten können, dies dann aber nicht stattfand, vielleicht von ihr(?) abgewendet werden konnte?
Zum anderen aber auch, ich weiß nicht, ob ich das gut verständlich ausdrücken kann: Wäre Frauke da vollkommen fatalistisch, sich also ihres baldigen Todes zweifellos sicher gewesen - ich weiß nicht, ob sie dann spontan genau dies geäußert hätte. Für mich drückt "ich lebe noch" eher einen zwar bedrohten Zustand aus, der aber auch noch aufrecht erhalten werden kann, als die Gewissheit, dass dieser Zustand demnächst enden würde.
Auch im Zusammenhang meines Verständnisses dieser Äußerung als Reaktion auf das "Wohnung räumen": Wäre sich Frauke in diesem Moment ihres baldigen Todes sicher gewesen, hätte sie nicht spontan auf das "Wohnung räumen" (als Handlung in Folge ihres dauerhaften Verschwinden/Ablebens verstanden) so mit Widerspruch reagiert.
[quote=Gast2 post_id=319581 time=1769378973]
(...)
Ich meine, Frauke hat eventuell doch einen starken Hinweis gegeben.
"Das geht nicht - ich lebe noch."
Schaut euch diesen Satz mal genau an, er ergibt keinen Sinn, aber ist auch nicht so auffällig, dass der Täter direkt hellhörig wird.
(...)
[/quote]
Im Kontext laut Gedächtnisprotokoll antwortet Frauke damit auf Karens Äußerung "...wir räumen auch die Wohnung."
Ich verstehe das so dass Karen damit gemeint hat, man würde sie auch in Ruhe lassen, nicht bedrängen, wenn sie zurückkommt. In der Woche befanden sich permanent Leute (abwechselnd) in der Wohnung, an jenem Abend zu etwas früherer Uhrzeit auch eine größere Anzahl. "Die Wohnung räumen" also im Sinne von "nicht x Anwesende, die dich bedrängen, ausfragen würden". Das passt auch zu der Wahrnehmung des Umfelds, dass in der Woche durchaus nicht sicher war, ob ein Verbrechen vorliegt, dass man dies nur vermutet und vor allem befürchtet hat. Dass Frauke nicht nach Hause kommen will, weil sie irgendeine Scheiße gebaut hat, damals ja auch vertretene Ansicht ihres Bruders Frank.
Klar, in diesem letzten Telefonat ergab sich dann ein anderer Eindruck, aber das heißt nicht, dass Karen das da so schnell erfasst und verarbeitet haben müsste, dass eine spontane Äußerung entsprechend "vielleicht traut sie sich nicht heim" von ihr unsinnig gewesen sein müsste.
Ja, und Frauke war bei dem Telefonat augenscheinlich mental ziemlich derangiert, ihre Antworten teils viel mehr spontan-assoziativ als überlegt sinnhaft.
Ich verstehe ihre Antwort "Das geht nicht - ich lebe noch." so, dass sie bei "die Wohnung räumen" das Bild von "leerräumen, auflösen" der Wohnung hatte, im Zusammenhang mit ihrer da wohl (fast) alles bestimmenden Befürchtung eines Ausgangs, bei dem sie nicht mehr heimkommen würde, wäre ihre Antwort eine nicht unerwartbare assoziative Reaktion. Ihr Bild von "Wohnung räumen" also, man würde die Wohnung leerräumen/auflösen, da sie nicht wiederkommen würde. Wie gesagt, ich gehe da nicht von einer sortierten Frauke aus, die überlegt sinnvoll antwortet, sondern davon, dass sie assoziativ reagiert.
Dass ihre Antwort "keinen Sinn ergibt", sehe ich also nicht so.
Aber als möglicher Hinweis auf einen Ort - spontan denke ich da an Friedhof. Man lebt noch, und deshalb geht es nicht (dass man dort ist). Tatsächlich dann natürlich wohl eher in der Nähe von als direkt auf einem Friedhofsgelände.
Oder (wenn man in Gedanken das "ich" etwas betont): [i]ich[/i] lebe noch, anders als...
Oder dass irgendetwas (gar nicht das "Wohnung räumen" gemeint) nicht geht, weil sie noch lebt. In dem Sinne, dass sie wohl sterben muss, damit (im Interesse des Täters) etwas gehen/passieren kann?
Alles nur Ideen, bin nicht so der Fan von geheimen Botschaften in den Telefonaten.
Mal abgesehen von Botschaften, in "ich lebe noch" steckt viel drin.
Zum einen, dass Frauke zu dem Zeitpunkt zumindest ernsthaft befürchtet, bald nicht mehr zu leben, vielleicht auch davon ausgeht.
Vielleicht auch ein "ich habe bisher überlebt". Anzeichen, dass ihr möglicher Tod vielleicht schon früher hätte eintreten können, dies dann aber nicht stattfand, vielleicht von ihr(?) abgewendet werden konnte?
Zum anderen aber auch, ich weiß nicht, ob ich das gut verständlich ausdrücken kann: Wäre Frauke da vollkommen fatalistisch, sich also ihres baldigen Todes zweifellos sicher gewesen - ich weiß nicht, ob sie dann spontan genau dies geäußert hätte. Für mich drückt "ich lebe noch" eher einen zwar bedrohten Zustand aus, der aber auch noch aufrecht erhalten werden kann, als die Gewissheit, dass dieser Zustand demnächst enden würde.
Auch im Zusammenhang meines Verständnisses dieser Äußerung als Reaktion auf das "Wohnung räumen": Wäre sich Frauke in diesem Moment ihres baldigen Todes sicher gewesen, hätte sie nicht spontan auf das "Wohnung räumen" (als Handlung in Folge ihres dauerhaften Verschwinden/Ablebens verstanden) so mit Widerspruch reagiert.