von Hamburger » Sonntag, 25. Januar 2026, 21:54:53
HP1 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 03:47:41
[...]
Mal ganz direkt gefragt:
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren [...]
Ich glaube nicht, dass man jemanden entführen kann mit der völligen Gewissheit, keine Spuren zu hinterlassen.
Selbst wenn Täter und Entführungsopfer im tiefsten Wald zufällig aufeinandertreffen, gibt es Spuren der beiden, bis sie zu diesem Ort gelangen, und Spuren, wenn sie ihn wieder verlassen. In einer einsamen Gegend, wo die Wahrscheinlichkeit von Zeugen sehr gering ist, ist aufgrund dieser Einsamkeit die Sicherung der Spuren von Opfer und Täter um so wahrscheinlicher (Fuß-, Reifenspuren etc.).
Man kann kein perfektes Verbrechen planen, weil die Wirklichkeit immer unberechenbar bleibt. Dieses Risiko, gefasst zu werden, hält aber viele Verbrecher nicht ab - offenbar ist das Motiv für das Verbrechen stärker als das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit.
Detective Bartek hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 10:58:55
Ich kann deinem letzten Satz nicht zustimmen. Es ist ein Fehler, den Täter einfach als einen gewöhnlichen Idioten darzustellen.
Du wirfst ihm vor, die Planung sei katastrophal und völlig falsch durchdacht gewesen – aber die Tatsache ist, dass der Fall nach 20 Jahren noch immer ungelöst ist. Er bleibt eines der größten Rätsel der Kriminalgeschichte, gerade wegen des außergewöhnlichen Modus Operandi des Täters, und wir versuchen immer noch, ihn zu entlarven und sein Vorgehen zu rekonstruieren.
Für mich spricht das eher für seine Raffinesse und nicht für seine Unfähigkeit.
Ich glaube, dass der Täter auch sehr viel Glück hatte, aber wie Du bin ich der Ansicht, dass die Tatsache, dass er bis heute nicht gefasst wurde, weitaus eher für ein überlegtes Handeln und eine geplante Tat spricht.
Die Planung der Tat bedeutet eben nicht, dass alles so ablief, wie der Täter geplant hatte - das war nach meiner Vermutung keineswegs der Fall. Aber bei einem Täter, der diese Entführung plante, kann man von großer Skrupellosigkeit und Nervenstärke ausgehen.
Ich halte es wie @DetectiveBartek für sehr unwahrscheinlich, dass ein Täter, der "irgendwie" in diese Situation "hineinrutschte", all diese Herausforderungen einer spontan zu organisierenden Gefangenschaft, den Druck der polizeilichen Ermittlung, die Anrufe etc. hätte bewältigen können, ohne auffällige Spuren zu hinterlassen.
[quote=HP1 post_id=319414 time=1769309261 user_id=8563]
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Mal ganz direkt gefragt:
Wenn du planst jemanden zu entführen, wäre das dann dein Plan? Würdest du planen, sie zu entführen unter solchen Voraussetzungen, wo du von vornherein weißt, dass du gut möglich jemandem auf ihrer Heimwegstrecke im entsprechenden Zeitfenster auffallen könntest, vielleicht auch mit ihr beobachtet werden könntest, und zwar von Leuten, die dich und/oder sie kennen? Wäre dann für dich die Idee, mit ihrem Handy von irgendwo noch eine SMS abzusetzen der springende Punkt, damit daraus ein "guter" Plan würde?
Ich sag mal so, wenn ich jemanden geplant entführen würde, dann gäbe es auf jeden Fall keine möglichen Zeugen und definitiv auch keinen Anlass, im Nachhinein mit der Außenwelt einen Kontakt herzustellen, weder Fake-SMS noch Anrufe. Plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden und das wars, ohne bzw. ohne weiterführende Spuren [...]
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Ich glaube nicht, dass man jemanden entführen kann mit der völligen Gewissheit, keine Spuren zu hinterlassen.
Selbst wenn Täter und Entführungsopfer im tiefsten Wald zufällig aufeinandertreffen, gibt es Spuren der beiden, bis sie zu diesem Ort gelangen, und Spuren, wenn sie ihn wieder verlassen. In einer einsamen Gegend, wo die Wahrscheinlichkeit von Zeugen sehr gering ist, ist aufgrund dieser Einsamkeit die Sicherung der Spuren von Opfer und Täter um so wahrscheinlicher (Fuß-, Reifenspuren etc.).
Man kann kein perfektes Verbrechen planen, weil die Wirklichkeit immer unberechenbar bleibt. Dieses Risiko, gefasst zu werden, hält aber viele Verbrecher nicht ab - offenbar ist das Motiv für das Verbrechen stärker als das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit.
[quote="Detective Bartek" post_id=319441 time=1769335135]
Ich kann deinem letzten Satz nicht zustimmen. Es ist ein Fehler, den Täter einfach als einen gewöhnlichen Idioten darzustellen.
Du wirfst ihm vor, die Planung sei katastrophal und völlig falsch durchdacht gewesen – aber die Tatsache ist, dass der Fall nach 20 Jahren noch immer ungelöst ist. Er bleibt eines der größten Rätsel der Kriminalgeschichte, gerade wegen des außergewöhnlichen Modus Operandi des Täters, und wir versuchen immer noch, ihn zu entlarven und sein Vorgehen zu rekonstruieren.
Für mich spricht das eher für seine Raffinesse und nicht für seine Unfähigkeit.
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Ich glaube, dass der Täter auch sehr viel Glück hatte, aber wie Du bin ich der Ansicht, dass die Tatsache, dass er bis heute nicht gefasst wurde, weitaus eher für ein überlegtes Handeln und eine geplante Tat spricht.
Die Planung der Tat bedeutet eben nicht, dass alles so ablief, wie der Täter geplant hatte - das war nach meiner Vermutung keineswegs der Fall. Aber bei einem Täter, der diese Entführung plante, kann man von großer Skrupellosigkeit und Nervenstärke ausgehen.
Ich halte es wie @DetectiveBartek für sehr unwahrscheinlich, dass ein Täter, der "irgendwie" in diese Situation "hineinrutschte", all diese Herausforderungen einer spontan zu organisierenden Gefangenschaft, den Druck der polizeilichen Ermittlung, die Anrufe etc. hätte bewältigen können, ohne auffällige Spuren zu hinterlassen.