von Detective Bartek » Sonntag, 25. Januar 2026, 17:22:42
Gast7469 hat geschrieben: ↑Sonntag, 25. Januar 2026, 16:26:33
Ich würde gerne mal diejenigen fragen, die an eine geplante Tat glauben, was der Sinn, das Motiv dahinter war? Und wie passt das zu Fraukes Verhalten?
1. Möglichkeit: ein sexuelles oder frauenfeindliches Motiv
Im a. Forum hatte mal ein User vor längerer Zeit einer Freundin, die Psychologin war, die Telefonprotokolle vorgelegt und sie um ihre Einschätzung gebeten. Sie war der Meinung, eine Frau, die vergewaltigt oder sexuell missbraucht wurde, würde so nicht reden.
Okay, das kann man nicht wissen. Aber stellt euch mal vor, ihr seid vergewaltigt und geschlagen worden und müsstet unter Gewaltandrohung mit euren Angehörigen telefonieren. Also ich wäre da nicht so gefasst und voller Hoffnung und würde sagen: Ich komme nach Hause, frag nicht, ich komme nach Hause.
Genauso wenig würde ich auf Fragen wie Warum bist du denn weg? oder Warum bist du gestern nicht nach Hause gekommen? sagen "Erkläre ich dir später" oder "Kann ich dir erklären." Selbst noch beim letzten Telefonat am Dienstag sagte Frauke diesen Satz!
Das passt nicht. Was gäbe es in diesem Fall da zu erklären?
2. Möglichkeit: der Täter entführte Frauke, weil er sie begehrte, in sie verliebt war und sie rumkriegen wollte.
Würde so einer Frauke dann ihren Mitbewohner und Exfreund anrufen lassen? Und würde Frauke dann echt so unvorsichtig sein und C mit Chrissi ansprechen? Auf die Gefahr hin den Täter zu verärgern oder eifersüchtig zu machen? Oder den Satz sagen "Ich wäre gerne bei euch, ich würde gerne nach Hause."?
Oder der Satz "Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche wegbleibe. Du kennst mich doch." (auch wenn es ein Protokoll aus dem Gedächtnis ist, der Satz ist so prägnant, ich bin sicher, der wurde genau so gesagt)
Würde man so etwas sagen, wenn neben einem ein Mann sitzt, vor dem man Angst hat und der einen bedroht? Manche denken, der Täter war ein Mann, der in Frauke verliebt war und hoffte, sie würde sich auch in ihn verlieben, wenn sie lang genug bei ihm blieb. Es gibt Männer, die verstehen: ich will mit dir ins Bett, wenn eine Frau sagt: ich finde dich nett. So ein Pinsel hätte doch bei dem Satz Fraukes an ihren Ex "Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche wegbleibe" glatt gehört: Du weißt doch, dass ich wegen SO einem Typen nicht eine Woche wegbleibe. Du kennst mich doch.
Ich kann mir vorstellen, dass wäre ordentlich gegen seine Männlichkeit und sein Ego gegangen. Naja, wie auch immer. Ich kann mir nicht helfen, aber ich "sehe" hier keinen Mann neben Frauke.
3. Möglichkeit: der Täter wollte Frauke und ihre Angehörigen psychisch quälen vielleicht aus Rachegründen. Dafür finde ich die Anrufe zu wenig beängstigend und dramatisch, Frauke zu gefasst. Wenn dass das Motiv gewesen sein soll, hätte der Täter sich doch was ganz anderes einfallen lassen können.
4. Möglichkeit: der Täter hat alles geplant und vorbereitet und Frauke erfolgreich entführt und mitten im Tatgeschehen fällt ihm auf: O das wird mir doch etwas zu heikel, das gibt mir doch nicht so den Kick wie gedacht.
Er will alles beenden, Frauke freilassen, fürchtet aber die Konsequenzen und bringt sie lieber um. Aber würde jemand, der genug kriminelle Energie hat, ein Verbrechen zu planen vorzubereiten und durchzuführen, echt dann Schiss bekommen und einen Rückzieher machen? Eher nicht, oder?
Meiner Meinung nach hatte die Tat – falls sie geplant war, was ich stark vermute – ein sexuell-dominanzbezogenes Motiv. Aber nicht unbedingt rein sexuell; das könnte auch „nur“ ein Zusatz gewesen sein.
Ein psychisch gestörter Täter, der schon lange davon fantasiert hat, eine Frau zu dominieren, hat seine Entführung bis ins Detail geplant. Er hat sich psychisch, mental und logistisch darauf vorbereitet. Vielleicht waren sogar die Anrufe im Voraus so eingeplant, dass er maximale mentale Befriedigung daraus zieht: Er hat die Frau dominiert und entführt und hat zugleich Macht über ihr gesamtes Umfeld, weil er alle täuscht.
So etwas in der Art. Für ihn wäre das die Erfüllung seiner geheimsten Fetische und Wünsche gewesen, die er in seinem persönlichen Leben nicht ausleben konnte.
Was Fraukes Stimme während der Telefonate angeht, finde ich die Berichte so widersprüchlich, dass man daraus kaum verlässliche Schlüsse ziehen kann. Ich bin besonders überrascht, dass irgendein Psychologe daraus überhaupt etwas ableiten will, obwohl er ihre Stimme nicht einmal hören kann – es gibt ja keine einzige aufgezeichnete Aufnahme.
Frauke war desorientiert, hatte Todesangst, sie war entführt. Am Telefon könnte jeder unterschiedlich klingen und sehr unterschiedlich reagieren – auch abhängig davon, was der Täter gerade mit ihr gemacht hat. Außerdem verstehe ich nicht, warum eine „ausgewaschene“, völlig emotionslose Stimme nicht ebenso auf Vergewaltigung oder sexualisierte Gewalt hinweisen könnte. Das kann man nicht ausschließen. Laut Chris klang ihre Stimme manchmal sehr emotionslos – und das ist eine häufige Reaktion nach Gewalt, auch nach sexualisierter Gewalt.
[quote=Gast7469 post_id=319512 time=1769354793]
Ich würde gerne mal diejenigen fragen, die an eine geplante Tat glauben, was der Sinn, das Motiv dahinter war? Und wie passt das zu Fraukes Verhalten?
1. Möglichkeit: ein sexuelles oder frauenfeindliches Motiv
Im a. Forum hatte mal ein User vor längerer Zeit einer Freundin, die Psychologin war, die Telefonprotokolle vorgelegt und sie um ihre Einschätzung gebeten. Sie war der Meinung, eine Frau, die vergewaltigt oder sexuell missbraucht wurde, würde so nicht reden.
Okay, das kann man nicht wissen. Aber stellt euch mal vor, ihr seid vergewaltigt und geschlagen worden und müsstet unter Gewaltandrohung mit euren Angehörigen telefonieren. Also ich wäre da nicht so gefasst und voller Hoffnung und würde sagen: Ich komme nach Hause, frag nicht, ich komme nach Hause.
Genauso wenig würde ich auf Fragen wie Warum bist du denn weg? oder Warum bist du gestern nicht nach Hause gekommen? sagen "Erkläre ich dir später" oder "Kann ich dir erklären." Selbst noch beim letzten Telefonat am Dienstag sagte Frauke diesen Satz!
Das passt nicht. Was gäbe es in diesem Fall da zu erklären?
2. Möglichkeit: der Täter entführte Frauke, weil er sie begehrte, in sie verliebt war und sie rumkriegen wollte.
Würde so einer Frauke dann ihren Mitbewohner und Exfreund anrufen lassen? Und würde Frauke dann echt so unvorsichtig sein und C mit Chrissi ansprechen? Auf die Gefahr hin den Täter zu verärgern oder eifersüchtig zu machen? Oder den Satz sagen "Ich wäre gerne bei euch, ich würde gerne nach Hause."?
Oder der Satz "Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche wegbleibe. Du kennst mich doch." (auch wenn es ein Protokoll aus dem Gedächtnis ist, der Satz ist so prägnant, ich bin sicher, der wurde genau so gesagt)
Würde man so etwas sagen, wenn neben einem ein Mann sitzt, vor dem man Angst hat und der einen bedroht? Manche denken, der Täter war ein Mann, der in Frauke verliebt war und hoffte, sie würde sich auch in ihn verlieben, wenn sie lang genug bei ihm blieb. Es gibt Männer, die verstehen: ich will mit dir ins Bett, wenn eine Frau sagt: ich finde dich nett. So ein Pinsel hätte doch bei dem Satz Fraukes an ihren Ex "Du weißt doch, dass ich wegen einem Typen nicht eine Woche wegbleibe" glatt gehört: Du weißt doch, dass ich wegen SO einem Typen nicht eine Woche wegbleibe. Du kennst mich doch.
Ich kann mir vorstellen, dass wäre ordentlich gegen seine Männlichkeit und sein Ego gegangen. Naja, wie auch immer. Ich kann mir nicht helfen, aber ich "sehe" hier keinen Mann neben Frauke.
3. Möglichkeit: der Täter wollte Frauke und ihre Angehörigen psychisch quälen vielleicht aus Rachegründen. Dafür finde ich die Anrufe zu wenig beängstigend und dramatisch, Frauke zu gefasst. Wenn dass das Motiv gewesen sein soll, hätte der Täter sich doch was ganz anderes einfallen lassen können.
4. Möglichkeit: der Täter hat alles geplant und vorbereitet und Frauke erfolgreich entführt und mitten im Tatgeschehen fällt ihm auf: O das wird mir doch etwas zu heikel, das gibt mir doch nicht so den Kick wie gedacht.
Er will alles beenden, Frauke freilassen, fürchtet aber die Konsequenzen und bringt sie lieber um. Aber würde jemand, der genug kriminelle Energie hat, ein Verbrechen zu planen vorzubereiten und durchzuführen, echt dann Schiss bekommen und einen Rückzieher machen? Eher nicht, oder?
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Meiner Meinung nach hatte die Tat – falls sie geplant war, was ich stark vermute – ein sexuell-dominanzbezogenes Motiv. Aber nicht unbedingt rein sexuell; das könnte auch „nur“ ein Zusatz gewesen sein.
Ein psychisch gestörter Täter, der schon lange davon fantasiert hat, eine Frau zu dominieren, hat seine Entführung bis ins Detail geplant. Er hat sich psychisch, mental und logistisch darauf vorbereitet. Vielleicht waren sogar die Anrufe im Voraus so eingeplant, dass er maximale mentale Befriedigung daraus zieht: Er hat die Frau dominiert und entführt und hat zugleich Macht über ihr gesamtes Umfeld, weil er alle täuscht.
So etwas in der Art. Für ihn wäre das die Erfüllung seiner geheimsten Fetische und Wünsche gewesen, die er in seinem persönlichen Leben nicht ausleben konnte.
Was Fraukes Stimme während der Telefonate angeht, finde ich die Berichte so widersprüchlich, dass man daraus kaum verlässliche Schlüsse ziehen kann. Ich bin besonders überrascht, dass irgendein Psychologe daraus überhaupt etwas ableiten will, obwohl er ihre Stimme nicht einmal hören kann – es gibt ja keine einzige aufgezeichnete Aufnahme.
Frauke war desorientiert, hatte Todesangst, sie war entführt. Am Telefon könnte jeder unterschiedlich klingen und sehr unterschiedlich reagieren – auch abhängig davon, was der Täter gerade mit ihr gemacht hat. Außerdem verstehe ich nicht, warum eine „ausgewaschene“, völlig emotionslose Stimme nicht ebenso auf Vergewaltigung oder sexualisierte Gewalt hinweisen könnte. Das kann man nicht ausschließen. Laut Chris klang ihre Stimme manchmal sehr emotionslos – und das ist eine häufige Reaktion nach Gewalt, auch nach sexualisierter Gewalt.