MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von JohnLemon » Montag, 26. Januar 2026, 11:43:03

Jolu65 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 11:29:58 Nun die Theorie mit dem "Bestattungsgewerbe" ließe sich ja leicht ausermitteln.
Aber der Hinweis- ich bin noch am Leben könnte schon in die Richtung weisen. Selbstverständlich sind Leichenwagen eher unauffällig und laden nicht zu einer Polizeikontrollen ein - schon aus Pietätsgründen.
Es geht dann Anknüpfungspunkte, die ja bei einer Tätigkeit im Krankenhaus zum Bestattergewerbe in gewissem Maß auch gegeben sind.
Also ich finde die Idee nicht abwegig.
Abwegiges gibt es in diesem Fall kaum, alles ist (fast) möglich. Der Grundsatzgedanke, dass es sich um einen Täter aus ihrem (beruflichen) Umfeld handelt, ist aus meiner Sicht absolut plausibel, das kann aber auch in alle anderen Richtungen gedacht werden.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Jolu65 » Montag, 26. Januar 2026, 11:29:58

Nun die Theorie mit dem "Bestattungsgewerbe" ließe sich ja leicht ausermitteln.
Aber der Hinweis- ich bin noch am Leben könnte schon in die Richtung weisen. Selbstverständlich sind Leichenwagen eher unauffällig und laden nicht zu einer Polizeikontrollen ein - schon aus Pietätsgründen.
Es geht dann Anknüpfungspunkte, die ja bei einer Tätigkeit im Krankenhaus zum Bestattergewerbe in gewissem Maß auch gegeben sind.
Also ich finde die Idee nicht abwegig.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 11:00:32

Miss_Erfolg hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 09:30:47 Ich würde gerne auf die Punkte eingehen.

1. Was du beschreibst, bedeutet aber z. B. auch mehr Präsenz von Polizei, Sicherheitspersonal und Rettungsdiensten. Außerdem Menschen, die in Wohnungen zusammen Fußball schauen und plötzlich aus Hauseingängen kommen …
Zudem war es kein Deutschlandspiel, also vielleicht nicht ganz so euphorisch und partylastig. Ich halte das nach wie vor für eine aus Tätersicht unkontrollierbare Situation. Aber wir waren beide nicht dabei, deine Überlegungen können natürlich zutreffend sein. Zumindest verstehe ich deine Gedankengänge jetzt besser.

2. Dem würde ich widersprechen. Es gibt sehr viel, was seitens der Polizei nicht gut lief. Und ich halte es für den fatalsten Fehler, dass sie wegen der Anrufe ihre Maßnahmen wieder herunterfuhren. Aber reagiert haben sie durchaus. Bedenkt man die Volljährigkeit von Frauke, eigentlich sogar ziemlich schnell.

Wie gehen deine Überlegungen denn weiter? Warum wollte der Täter irgendeine beliebige Frau abgreifen?
Zu Deinem ersten Satz: Mehr Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten stimmt. Aber man muss bedenken, dass Sicherheitskräfte und Polizei sich dann vor allem mit der Kontrolle der Sicherheit der Spiele, von Ausländern, Fan-Zonen beschäftigen, eine Menschenmenge überwachen, und nicht mit einzelnen Straßenereignissen. Denn, wie ich gesagt habe, während der WM-Atmosphäre hat man ein wenig das Gefühl, als hätten Verbrechen Urlaub gemacht.

Das ist eine gute Frage, ich werde später ausführlicher darauf eingehen. Aber ich sehe den Täter als jemanden, der seine sadistischen und sexuellen Fantasien erfüllen wollte, die darin bestehen, die volle Kontrolle über eine Frau zu haben. Psychopathische Neigungen, Ungeschick im persönlichen Leben, aber ziemlich hohe Intelligenz, eine Art nerdhafte Fähigkeit zu planen und auf verschiedene Handlungen der Umgebung zu reagieren.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 10:54:59

Wiesenblume hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 09:16:50 Ich gehe von einem Täter aus, der nicht nur gegenüber Frauke gewaltbereit war, sondern der angedroht hat, diese Gewaltbereitschaft auch in Bezug auf ihre Angehörigen anzuwenden. Weiterhin habe ich das Gefühl, dass er das ganze Tatgeschehen bis heute inszeniert. Er breitet Geschichten aus, die Menschen glauben. Aber es ist eine Inszenierung. In diesem Fall , stelle ich fest, muss man sich ständig fragen, was könnte der Wahrheit entsprechen und was ist wieder eine Geschichte, die dem Täter hilft weiter in Deckung zu bleiben. Und ich denke, dass er diese Methode von Anfang an angewendet hat. Frauke konnte hinter die Kulisse schauen, konnte aber niemandem durch die ungefährliche Blume erklären, was genau passiert. Ihre Antworten wurden nicht enträtselt. Sie fürchtete nicht nur um Ihr Leben, sondern auch um das Leben ihrer Angehörigen.(Sag Mama und Papa, dass ich sie ganz doll liebe)Und bei den Angeboten, die Frauke sich wagte preiszugeben, hat sich wohl eher der Täter entlarvt gefühlt, weil er verstand, was sie andeutete als dass die Angehörigen eine Chance hatten, es zu verstehen. Zusätzlich bin ich mir auch sicher, dass Frauke nicht wirklich jeden Satz so gesagt hat, wie wir ihn jetzt lesen. --Erkläre ich dir, wenn ich zu Hause bin,-- wäre wirklich in Gegenwart des Täters sehr kontraproduktiv gewesen zu sagen. Da könnte sie ihm dann noch hoch und heilig versprechen, dass sie nichts ausplaudern wird, wenn sie so einen Satz wirklich sagt. Ingried Liebs scheint eine sehr unerschrockene Frau zu sein, die sich von einem solchen Täter nicht einschüchtern lässt. Aber auch sie hat es nicht verstanden, ihn zu demaskieren.--Ich habe das Gefühl, dass der Täter es sichtlich genießt, dass er bis jetzt nicht enttarnt wurde. Dass er auf keinen Fall der ängstliche Täter ist, der jeden Tag Angst hat, dass die Kripo vor seiner Tür steht.
Ich kann dem, was ich geschrieben habe, nur zustimmen. Ich stimme zu 100 % zu.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 10:52:12

@HP1
Du gehst immer davon aus, dass die Telefonate eine Reaktion des Täters auf den Beginn der Ermittlungen waren und dass das einer der Kernpunkte deiner Argumentation ist – dass er „versuchte, einen Brand zu löschen, den er selbst gelegt hat“.
Aber was, wenn nicht? So wie ich es vermute: Was, wenn die Telefonate vielmehr eine Manifestation der vollständigen Kontrolle des Täters über die Situation waren?
Ich würde nicht zu 100% annehmen, dass die Telefonate schon seit langer Zeit Teil seines Plans waren – aber vielleicht gefiel ihm das Chaos, das die SMS ausgelöst hatte, so sehr, dass er beschloss, auf diese Weise mit der Familie und der Polizei zu spielen, weil es seine tiefsten Bedürfnisse nach Dominanz erfüllte.
Er fühlte sich dabei auch jedem psychologisch überlegen, als hätte er Macht über jeden.
Ich sehe diese Telefonate anders als du.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von JohnLemon » Montag, 26. Januar 2026, 10:37:29

Jolu65 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 09:58:10 Ich persönlich finde die Idee mit dem Bestattungsfahrzeug sehr interessant.....
Das ist alles weit hergeholt und würde aktuell jeder verfügbaren Grundlage entbehren.

Dennoch: ein Bestatter, ein Mitarbeiter eines solchen Instituts, hätte die Schnittmenge zum beruflichen Umfeld: das Abholen von Verstorbenen im Hospital und damit natürlich unweigerlich Kontakt zu hiesigen Mitarbeitern. Daraus ergibt sich ggf. Smalltalk und das ein oder andere Gespräch. Der Theorie nach könnte also ein solcher Bestatter/Mitarbeiter durch Smalltalk gewusst haben, wo sich Frauke an jenem Abend aufhält. Auch wäre die Zufallsopfer-Theorie möglich. Ein Bestatter/Mitarbeiter in jenem Segment ist nun mal als vertrauenswürdig zu sehen - das würde ein mögliches Zusteigen ins Fahrzeug erklären. Vielleicht sogar unter einem entsprechenden Vorwand.

Bestatterfahrzeuge sind auffällig unaufällig zu bewerten. Die Transportmöglichkeiten gegeben, ebenso Zugriff auf Festhalteorte. Jene Fahrzeugen könnten problemlos in PB (siehe Anrufe aus Innenstadt) geparkt worden sein ohne großes Risiko einer Fahrzeug/Personenprüfung einzugehen. Jener kennt sich logischerweise sehr gut aus, sicherlich auch was Spurenbeseitigungsmöglichkeiten angeht. Einen Körper einfach so abzulegen kann u. U. so ganz bewusst so durchgeführt worden sein, um den Zerfall-Prozess des Körpers zu beschleunigen.

Aber: das ist - wie geschrieben - sehr weit hergeholt, es gibt nicht den Ansatz solcher Optionen aktuell.

Dieses Thema könnte man aber auch adaptieren, zum Beispiel auf andere Berufsgruppen mit entsprechenden Einsatzfahrzeugen, etc. pp

Hier könnte der Kreis sich ebenso wieder Richtung berufliches Umfeld schließen mit Zugriff auf Medikamente/Sedierungen, Fahrzeuge, etc.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Montag, 26. Januar 2026, 10:02:09

Ein LKW wäre in einem Industriegebiet tausend mal weniger auffällig als ein Leichenwagen. Also bitte. Das ist doch jetzt auch nicht so ganz euer Ernst.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Jolu65 » Montag, 26. Januar 2026, 09:58:10

Ich persönlich finde die Idee mit dem Bestattungsfahrzeug sehr interessant.....

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Montag, 26. Januar 2026, 09:49:38

1. Was glaubt ihr, wieso musste Frauke jeden Tag sagen, sie komme noch heute, aber nicht zu spät? Weshalb hat er sie nicht zB gleich sagen lassen, sie komme am Mittwoch/Donnerstag/Freitag wieder um sich selbst Zeit zu verschaffen? Mit der Rückkehr für den selben Tag hat er sich selbst Stress gemacht, der doch eher unnötig war, denn er musste sie ja dann auch täglich anrufen lassen.

2. Frage: Haltet ihr es für möglich, dass Chris die ganze Zeit über als Täter beschuldigt werden sollte und das das Ziel des Täters war? Wirkt beim letzten Anruf so als habe er gewartet bis Chris wieder alleine in der Wohnung ist/alle Zeugen weg sind, damit man ihm das alles in die Schuhe schieben kann. Dass Karen noch da ist, hat er wohl nicht gewusst. Kann es aber sein, dass er das Haus beobachtet hat MIT Frauke im Auto? Oder hatte er/sie dafür Helfer?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Miss_Erfolg » Montag, 26. Januar 2026, 09:30:47

Detective Bartek hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 14:27:26
Die Weltmeisterschaft ist außerdem ein logistisches Großereignis, Menschenmassen aus der ganzen Welt reisen an, die Polizei muss im ganzen Land auf vielen Ebenen Sicherheit gewährleisten. Der Täter könnte sehr genau gewusst haben, was das für eine Zeit ist, falls er das so geplant hat – und damit komme ich zur Psychologie der Masse.
Während solcher Ereignisse, in denen die Euphorie der Menschen und die Aufregung über die Spiele ihren Höhepunkt erreichen, ist die Aufmerksamkeit der Menge und die Toleranz gegenüber bestimmten Verhaltensweisen viel größer, als es sonst der Fall wäre. Betrunkene Menschen singen, tanzen, prügeln sich manchmal, wälzen sich auf dem Boden, machen einfach alles Mögliche.
Es könnte also sein, dass Frauke mitten in einer Menschenmenge entführt und in ein Auto gezogen wurde, und die feiernden, betrunkenen Leute haben es entweder gar nicht bemerkt oder für einen harmlosen Spaß unter Freunden gehalten – genau solche Verhaltensweisen meine ich. Und leider war es in diesem Fall eben kein harmloser Spaß, sondern ein Täter, der eine Frau mit voller Absicht entführt hat.
Detective Bartek hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 14:27:26 Und leider hat auch die Reaktion der Polizei gezeigt, dass der Täter mit der Wahl des Zeitpunkts für die Entführung von Frauke recht gehabt haben könnte. Anfangs nahmen sie die Gefahr für Frauke überhaupt nicht ernst, sie hatten völlig andere Dinge im Kopf.

Ich würde gerne auf die Punkte eingehen.

1. Was du beschreibst, bedeutet aber z. B. auch mehr Präsenz von Polizei, Sicherheitspersonal und Rettungsdiensten. Außerdem Menschen, die in Wohnungen zusammen Fußball schauen und plötzlich aus Hauseingängen kommen …
Zudem war es kein Deutschlandspiel, also vielleicht nicht ganz so euphorisch und partylastig. Ich halte das nach wie vor für eine aus Tätersicht unkontrollierbare Situation. Aber wir waren beide nicht dabei, deine Überlegungen können natürlich zutreffend sein. Zumindest verstehe ich deine Gedankengänge jetzt besser.

2. Dem würde ich widersprechen. Es gibt sehr viel, was seitens der Polizei nicht gut lief. Und ich halte es für den fatalsten Fehler, dass sie wegen der Anrufe ihre Maßnahmen wieder herunterfuhren. Aber reagiert haben sie durchaus. Bedenkt man die Volljährigkeit von Frauke, eigentlich sogar ziemlich schnell.

Wie gehen deine Überlegungen denn weiter? Warum wollte der Täter irgendeine beliebige Frau abgreifen?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Wiesenblume » Montag, 26. Januar 2026, 09:16:50

Detective Bartek hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 22:27:41 Wir sind uns einig, was die Planung der Tat durch den Täter betrifft.
Ich habe eine Frage an dich – und auch an die anderen Mitlesenden: Wie erklärst du dir, woher die Überzeugung des Täters kam, dass Frauke während der Telefonate absolut nichts verraten würde?

Ich verstehe, dass er sie möglicherweise mit dem sofortigen Tod bedroht hat, falls sie irgendetwas preisgibt. Trotzdem kann man niemals sicher davon ausgehen, wie sich ein Mensch in einer existenziellen Extremsituation verhält. Manche Menschen sind bereit, sehr riskante oder sogar verzweifelte Dinge zu tun, um ihr eigenes Leben zu retten, wenn sie wissen, dass ihnen der Tod droht.

Frauke hätte alles Mögliche verraten können – selbst Kleinigkeiten wie den Aufenthaltsort, die Straße, auf der sie sich befanden, oder irgendein Detail, das den Täter hätte belasten können. Besonders während des letzten Telefonats hätte sie das tun können, zumal sie dort zu Beginn sogar einräumte, dass sie entführt worden war. Sie wusste, dass der Tod nahe war – warum hat sie dennoch nichts verraten?
Ich gehe von einem Täter aus, der nicht nur gegenüber Frauke gewaltbereit war, sondern der angedroht hat, diese Gewaltbereitschaft auch in Bezug auf ihre Angehörigen anzuwenden. Weiterhin habe ich das Gefühl, dass er das ganze Tatgeschehen bis heute inszeniert. Er breitet Geschichten aus, die Menschen glauben. Aber es ist eine Inszenierung. In diesem Fall , stelle ich fest, muss man sich ständig fragen, was könnte der Wahrheit entsprechen und was ist wieder eine Geschichte, die dem Täter hilft weiter in Deckung zu bleiben. Und ich denke, dass er diese Methode von Anfang an angewendet hat. Frauke konnte hinter die Kulisse schauen, konnte aber niemandem durch die ungefährliche Blume erklären, was genau passiert. Ihre Antworten wurden nicht enträtselt. Sie fürchtete nicht nur um Ihr Leben, sondern auch um das Leben ihrer Angehörigen.(Sag Mama und Papa, dass ich sie ganz doll liebe)Und bei den Angeboten, die Frauke sich wagte preiszugeben, hat sich wohl eher der Täter entlarvt gefühlt, weil er verstand, was sie andeutete als dass die Angehörigen eine Chance hatten, es zu verstehen. Zusätzlich bin ich mir auch sicher, dass Frauke nicht wirklich jeden Satz so gesagt hat, wie wir ihn jetzt lesen. --Erkläre ich dir, wenn ich zu Hause bin,-- wäre wirklich in Gegenwart des Täters sehr kontraproduktiv gewesen zu sagen. Da könnte sie ihm dann noch hoch und heilig versprechen, dass sie nichts ausplaudern wird, wenn sie so einen Satz wirklich sagt. Ingried Liebs scheint eine sehr unerschrockene Frau zu sein, die sich von einem solchen Täter nicht einschüchtern lässt. Aber auch sie hat es nicht verstanden, ihn zu demaskieren.--Ich habe das Gefühl, dass der Täter es sichtlich genießt, dass er bis jetzt nicht enttarnt wurde. Dass er auf keinen Fall der ängstliche Täter ist, der jeden Tag Angst hat, dass die Kripo vor seiner Tür steht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Montag, 26. Januar 2026, 09:12:07

@HP
Das vermute ich auch. Das "Wir räumen auch die Wohnung" könnte man so interpretieren, als schluge Karen ihr vor, die Wohnung auszuräumen/leer zu räumen.
Da passt ein sinngemäßes "Na, sag mal, das geht doch nicht, ich lebe ja noch und bin noch nicht tot."

Sie meinte aber damit, dass sie die Wohnung verlassen wollen, damit sie in Ruhe heimkommen kann. Scheinbar war das nicht nur missverständlich hier, sondern auch Frauke hat ihre Aussage falsch verstanden. Ich vermute, sie hat das einfach falsch verstanden und dachte, man will ihre Wohnung leer räumen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Jolu65 » Montag, 26. Januar 2026, 09:10:32

Doch, die Tat muss vorbereitet durchgeführt worden sein.
Warum ?
Das ergibt sich daraus, dass spontan kaum jemand- also so gut wie niemand- in der Lage ist spontan eine Person über einen mehrtägigen Zeitraum gefangen zu halten und darüber hinaus diese Person in der Gegend herumzufahren. Davon abgesehen müsste man bei einer spontanen Aktion so kaltblütig sein, um ein solches psychopathisches Nachtatverhalten hinzubekommen.

Ich glaube, dass eine Tatperson über pharmakologisches Wissen verfügt. Man kann durch eine unvermittelt zugefügte Injektion durchaus jemand handlungsunfähig machen und durch andere Arzneimittel eine Person über längere Zeiträume sediert halten. Offenbar wirkte FL bei den Telefonaten auch sediert.

Ja, der Begriff "Wohnung räumen"- was hat es damit auf sich ?
Ich hatte schon einmal den Gedanken geÄußert, dass FL mehr oder weniger intensiv nach einer neuen Wohnung gesucht hat.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von JohnLemon » Montag, 26. Januar 2026, 09:08:21

Wenn schon so viel in „Ich lebe noch“ interpretiert wird, dann sogar eine Verknüpfung zu einem Bestatter.

Das wäre wohl auch das „perfekte“ Transportfahrzeug. weil es so auffallend ist, das es schon wieder unauffällig wäre. Mit einem Leichenwagen kann überall geparkt werden, ohne auffallend zu sein. Der Kontakt <Hospital - Bestattungsunternehmen> wäre plausibel, ebenso das Wissen rund um die Ablage von Verstorbenen, etc. pp

Das Horrorszenario wäre dann wohl ein wenig zu weit hergeholt…

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 08:54:22

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 02:37:30 Aber hätte es für einen Täter, der Frauke entführen wollte, denn eine bessere Option gegeben?
Und auch bei einem zufällig ausgewählten Entführungsopfer hätten sich Zeugen oder auffällige Spuren nicht mit Sicherheit ausschließen lassen.

Es gibt nach meiner Ansicht bei den weitaus meisten Verbrechen keine völlige Sicherheit für den Täter - begangen werden sie trotzdem.

Viele Täter bemühen sich aber, die Gefahr des Gefasstwerdens zu verringern. Und diese Absicht kann man auch Fraukes Entführer unterstellen.

Bei einer geplanten Tat wäre nach meiner Meinung genau das der Sinn der 1. SMS aus Nieheim gewesen:
Die Polizei von Fraukes Nachhauseweg, wo es unweigerlich Spuren von dem Täter geben musste, abzulenken und den Schwerpunkt auf Nieheim zu verlagern, wo Frauke sich, wenn man der SMS glaubte, noch freiwillig aufhielt und das Verbrechen also erst nach diesem Zeitpunkt stattgefunden haben konnte.

Außerdem wurde mit einer vorgeblich freiwilligen Fahrt Fraukes nach Nieheim der Täterkreis eingeschränkt. In diesem Fall war es naheliegend, dass der Täter Frauke vertraut war oder sie zumindest großes Interesse an ihm hatte. Eine für den Täter günstige Schlussfolgerung, wenn beides auf ihn (wie ich annehme) nicht zutraf.
Ich habe hier einen Vorbehalt – meiner Meinung nach wurde die SMS um 00:49 bereits unter dem Druck des Täters von Frauke verschickt oder sogar vom Täter selbst, aber zu dem Zeitpunkt, als Frauke schon in Gefangenschaft war.
Ich denke, es war genügend Zeit vergangen, damit der Täter sie entführen und überwältigen konnte, und sich danach um ihre SMS an die Außenwelt kümmern konnte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 08:47:24

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 01:56:22 Du hast die Situation in Deutschland sehr zutreffend beschrieben.
Davon hätte nicht nur ein Täter, der Frauke gewaltsam entführte, profitieren können, sondern auch ein Täter, dem es gelang, Frauke freiwillig in sein Auto einsteigen zu lassen.
Die Stimmung war in der Regel sehr gelöst, viele sahen sich die Spiele mit anderen zusammen an (z. B. in Kneipen), während andere, die sich nicht dafür interessierten, oft lieber gar nicht ausgingen. Auch wenn in den Straßen viele unterwegs waren - in einer solchen Atmosphäre gehen die anderen eher in der Masse unter.
Eine aufmerksamere und vielleicht argwöhnische Betrachtung entgegenkommender Menschen ist nach meinem Eindruck an einem normalen Abend mit weniger Passanten wahrscheinlicher.
Genau. Es geht hier vor allem um diese psychologisch positive Atmosphäre: das Gefühl, dass wir alle ein Volk sind, dass wir uns über ein großes Turnier freuen. Dadurch steigt das Vertrauen, während die Wachsamkeit sinkt. Das hat Frauke ganz sicher auch so empfunden – sie lebte dieses Turnier, ging zu den Spielen und kleidete sich in den Nationalfarben.

Ein Täter, der einen Plan hatte und sie in dieser positiven Stimmung ansprach, hätte sie meiner Meinung nach durchaus zu etwas überreden können. Und wie du richtig sagst: Es könnte auch freiwillig gewesen sein – dann hätte es erst recht keine Zeugen gegeben, die auf irgendetwas aufmerksam geworden wären.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Montag, 26. Januar 2026, 08:46:51

Gast2 hat geschrieben: Sonntag, 25. Januar 2026, 23:09:33 (...)
Ich meine, Frauke hat eventuell doch einen starken Hinweis gegeben.
"Das geht nicht - ich lebe noch."
Schaut euch diesen Satz mal genau an, er ergibt keinen Sinn, aber ist auch nicht so auffällig, dass der Täter direkt hellhörig wird.
(...)
Im Kontext laut Gedächtnisprotokoll antwortet Frauke damit auf Karens Äußerung "...wir räumen auch die Wohnung."

Ich verstehe das so dass Karen damit gemeint hat, man würde sie auch in Ruhe lassen, nicht bedrängen, wenn sie zurückkommt. In der Woche befanden sich permanent Leute (abwechselnd) in der Wohnung, an jenem Abend zu etwas früherer Uhrzeit auch eine größere Anzahl. "Die Wohnung räumen" also im Sinne von "nicht x Anwesende, die dich bedrängen, ausfragen würden". Das passt auch zu der Wahrnehmung des Umfelds, dass in der Woche durchaus nicht sicher war, ob ein Verbrechen vorliegt, dass man dies nur vermutet und vor allem befürchtet hat. Dass Frauke nicht nach Hause kommen will, weil sie irgendeine Scheiße gebaut hat, damals ja auch vertretene Ansicht ihres Bruders Frank.
Klar, in diesem letzten Telefonat ergab sich dann ein anderer Eindruck, aber das heißt nicht, dass Karen das da so schnell erfasst und verarbeitet haben müsste, dass eine spontane Äußerung entsprechend "vielleicht traut sie sich nicht heim" von ihr unsinnig gewesen sein müsste.

Ja, und Frauke war bei dem Telefonat augenscheinlich mental ziemlich derangiert, ihre Antworten teils viel mehr spontan-assoziativ als überlegt sinnhaft.
Ich verstehe ihre Antwort "Das geht nicht - ich lebe noch." so, dass sie bei "die Wohnung räumen" das Bild von "leerräumen, auflösen" der Wohnung hatte, im Zusammenhang mit ihrer da wohl (fast) alles bestimmenden Befürchtung eines Ausgangs, bei dem sie nicht mehr heimkommen würde, wäre ihre Antwort eine nicht unerwartbare assoziative Reaktion. Ihr Bild von "Wohnung räumen" also, man würde die Wohnung leerräumen/auflösen, da sie nicht wiederkommen würde. Wie gesagt, ich gehe da nicht von einer sortierten Frauke aus, die überlegt sinnvoll antwortet, sondern davon, dass sie assoziativ reagiert.
Dass ihre Antwort "keinen Sinn ergibt", sehe ich also nicht so.


Aber als möglicher Hinweis auf einen Ort - spontan denke ich da an Friedhof. Man lebt noch, und deshalb geht es nicht (dass man dort ist). Tatsächlich dann natürlich wohl eher in der Nähe von als direkt auf einem Friedhofsgelände.
Oder (wenn man in Gedanken das "ich" etwas betont): ich lebe noch, anders als...
Oder dass irgendetwas (gar nicht das "Wohnung räumen" gemeint) nicht geht, weil sie noch lebt. In dem Sinne, dass sie wohl sterben muss, damit (im Interesse des Täters) etwas gehen/passieren kann?
Alles nur Ideen, bin nicht so der Fan von geheimen Botschaften in den Telefonaten.


Mal abgesehen von Botschaften, in "ich lebe noch" steckt viel drin.
Zum einen, dass Frauke zu dem Zeitpunkt zumindest ernsthaft befürchtet, bald nicht mehr zu leben, vielleicht auch davon ausgeht.
Vielleicht auch ein "ich habe bisher überlebt". Anzeichen, dass ihr möglicher Tod vielleicht schon früher hätte eintreten können, dies dann aber nicht stattfand, vielleicht von ihr(?) abgewendet werden konnte?
Zum anderen aber auch, ich weiß nicht, ob ich das gut verständlich ausdrücken kann: Wäre Frauke da vollkommen fatalistisch, sich also ihres baldigen Todes zweifellos sicher gewesen - ich weiß nicht, ob sie dann spontan genau dies geäußert hätte. Für mich drückt "ich lebe noch" eher einen zwar bedrohten Zustand aus, der aber auch noch aufrecht erhalten werden kann, als die Gewissheit, dass dieser Zustand demnächst enden würde.
Auch im Zusammenhang meines Verständnisses dieser Äußerung als Reaktion auf das "Wohnung räumen": Wäre sich Frauke in diesem Moment ihres baldigen Todes sicher gewesen, hätte sie nicht spontan auf das "Wohnung räumen" (als Handlung in Folge ihres dauerhaften Verschwinden/Ablebens verstanden) so mit Widerspruch reagiert.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 08:43:58

caro hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 01:37:04 Hallo Hamburger, gute Einwände.
Ich möchte das kurz umreissen, weil ich auch jemand bin, der nicht glaubt, dass dieses Verbrechen von Anfang bis Ende "durchgeplant" gewesen ist.
Ich schliesse einen gewissen Plan keineswegs aus, nur ist die Frage, bis wohin und wie weit dieser reichte.
Um bei dem Beispiel sexueller Übergriff zu bleiben:
In diesem Szenario wäre es z.B. denkbar, dass der Täter mit der Hoffnung auf ein ONS mit Frauke an einem ruhigen, eventl. abgeschiedenen, ( von Niemanden die Zweisamkeit störenden) Ort gefahren ist. Dafür hatte er einen geeigneten Ort/Räumlichkeit zur Verfügung.
Erst dort ist die Sache aus dem Ruder gelaufen und etwas ist vorgefallen, dass nicht beabsichtigt war.
Ablehnung, ein Streit, Handgreiflichkeit. Eine Verletzung bei Frauke, mit der er sie unmöglich gehen lassen konnte.
Und ebenfalls erst im Nachhinein, hat sich dieser Ort ebenfalls als geeignet erwiesen, Frauke für noch längere Zeit dort festzuhalten.
Geht man von dem von dir beschriebenen Szenario aus, müsste das bedeuten, dass Frauke sich freiwillig darauf eingelassen hat, mit dem Täter an einen abgelegenen Ort zu fahren.

Hätte Frauke dem mit jemandem zugestimmt, den sie nur vom Sehen kannte – oder mit jemandem, den sie gar nicht kannte?
Als Frau hätte sie doch zumindest ahnen müssen, dass es um einen One-Night-Stand ging. Hätte sie damit kein Problem gehabt?

Zumal – wie hier bereits jemand angemerkt hat – es vor der Entführung nach den Erkenntnissen des Mobilfunkanbieters offenbar keinen telefonischen Kontakt zwischen ihr und dem Täter gab. Hätte sie sich auf dem Weg nach Hause wirklich zu einem solchen Schritt entschlossen?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 08:36:40

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 01:23:48 Wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt, ist auch ein Keller nicht sehr geeignet.
Andere Mieter könnten im Keller Geräusche hören und benutzen die Garage ebenfalls. Wer besitzt mit 25 oder 30 ein eigenes Haus? Und auch im Alter darüber ist es nach meinem Eindruck unter Alleinstehenden (es sei denn, sie sind geschieden oder verwitwet) eher üblich, in einer Wohnung zu leben als sich den Aufwand von Haus und Garten zuzumuten, wenn man als Berufstätiger ohnehin nicht viel davon hat.

Einem Täter, der keine Entführung plante, hätte es nichts genutzt, wenn Kabelbinder und Seile zu Hause in seinem Keller liegen. Er musste Frauke an Ort und Stelle überwältigen.

Er hätte sie, körperliche Stärke vorausgesetzt, zwar niederringen, aber nicht gleichzeitig Auto fahren können. Nach meinem - allerdings unzulänglichen - Wissensstand ist es keineswegs so einfach, jemanden bewusstlos zu schlagen. Ein paar brutale Ohrfeigen reichen in der Regel nicht, und bei einer stärkeren Gewalteinwirkung auf den Schädel hätten sich später davon doch noch wahrscheinlich Spuren finden lassen?

Wenn es dem Täter gelungen wäre, Frauke zu sich nach Hause zu locken, hätte er im Fall einer Wohnung die oben geschilderten Probleme gehabt. Abgesehen von der Gefahr, dass Frauke Wohnungsnachbarn auf sich hätte aufmerksam können, hätte der Täter sie für die Anrufe fünfmal zu seinem Auto und mindestens viermal zurückbringen müssen – und zwar in einem nicht bewusstlosen Zustand, denn sie musste ja telefonieren.

In einem Mehrfamilienhaus hätte er sie auf dem Weg zur Garage also knebeln müssen, und viele solcher Häuser haben keinen direkten Zugang zu einer Garage. Frauke hätte sich, eine Übelkeit oder eine Verletzung vortäuschend, fallen lassen können, etc.
Das Einkaufen wäre wirklich kein Problem gewesen, aber vieles andere schon.
Auch hier stimme ich dir wieder zu. Meiner Ansicht nach hätte ein Täter, der sie „spontan“ entführt hat, sich mit einer unglaublichen Anzahl von Widersprüchen auseinandersetzen müssen. Damit eine Entführung überhaupt möglich gewesen wäre und so hätte ablaufen können, hätten sehr viele günstige Umstände gleichzeitig zusammentreffen müssen – was statistisch äußerst unwahrscheinlich ist.

Schauen wir dagegen noch einmal auf einen Täter, der alles im Voraus geplant hatte und genau wusste, was er an jenem Abend tun würde: Ein solcher Täter hätte sich über Monate hinweg ohne größere Probleme genau diese günstigen Bedingungen für eine Entführung schaffen können.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 08:32:05

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 00:17:58


1.

Der Gegenentwurf zu einer geplanten Tat besteht in unserer Diskussion vor allem in der Vorstellung, der Täter habe Fraukes Entführung gar nicht beabsichtigt und sei eher aus Hilflosigkeit in eine ausweglose Lage geraten. "Irgendetwas" sei "aus dem Ruder gelaufen" (etwa ein sexueller Übergriff) und er habe Frauke aus Angst vor den Folgen festgehalten, in panischer Überforderung und mit der Absicht, sie später wieder nach Hause gehen zu lassen.

Wie ist ein solches Verhalten mit dem Bild eines sehr rational und überlegt handelnden Täters vereinbar?

Einem solchen Täter wäre vollkommen klar gewesen, dass er das Ausmaß seines Anfangsverbrechens ständig verschlimmert und die Aussicht, einigermaßen gut aus der Sache herauszukommen, drastisch vermindert.

Ihm wäre bewusst gewesen, dass er nicht nur seine erste Tat nicht ungeschehen machen könnte, sondern dass die Qual der tagelangen Gefangenschaft kaum Fraukes Bereitschaft fördert, sie niemandem zu verraten.
Dass Frauke bei ihrer Rückkehr erst nach Tagen einem ganz anderen Aufklärungsdruck ausgesetzt wäre, als wenn sie noch in der ersten Nacht bedrückt nach Hause gekommen wäre.
Ein solcher Täter, der seine Lage sehr rational reflektiert hätte, hätte früh begriffen, dass mit jeder Stunde und erst recht mit jedem Tag die Hoffnung auf eine gute Lösung für ihn schwindet. Die Anrufe hätten ihm nichts genutzt, weil nach Fraukes Freilassung kein vernünftiger Mensch daran gezweifelt hätte, dass sie zu ihnen gezwungen war.

2. Der Vergleich mit Karens Beispiel passt nach meiner Ansicht nicht. Die meisten von uns werden sich schon mal überlegt haben, wie sie im Fall eines Brandes reagieren, oder von Menschen gelesen haben, die in einer solchen Situation waren.
Bei einem Brand kommt es darauf an, die Nerven zu behalten. Aber wenn das gelingt, ist klar, was zu tun ist: das zu retten, was einem das Wichtigste ist. Man mag irgendwelche Dokumente oder wertvollen Bilder vergessen, aber die Richtung des Handelns ist klar – darüber muss man nicht erst mal noch grübeln.
Und in dieser Lage war ein Täter eben nicht, der völlig unvorbereitet und unbeabsichtigt in ein Verbrechen „hineinschlitterte“.
[/quote]
Genau, da stimme ich dir zu hundert Prozent zu. Ich würde sogar ausschließen, dass es sich um einen spontanen sexuellen Übergriff gehandelt hat, denn der Täter hätte gewusst, dass Frauke sofort zur Polizei gegangen wäre. Ein sexueller Übergriff in Verbindung mit einer geplanten Entführung hingegen – das halte ich durchaus für möglich.

Alle anderen Erklärungen passen einfach nicht zusammen.
Ein Täter, der sich in der Vergangenheit in Frauke verliebt hatte, von ihr zurückgewiesen wurde – etwa weil er versucht hat, sie zu küssen –, sie daraufhin geschlagen hat, sodass sie Nasenbluten bekam, und dann was?
Dann wäre es „logischer“ gewesen, sie zu entführen und später zu töten, mit dem Risiko, den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen, statt sich zu entschuldigen, sie nach Hause zu fahren und die Sache auf sich beruhen zu lassen? Das ist nicht logisch.

Und selbst wenn ein Täter in einer solchen Situation zunächst irrational gehandelt und sie deshalb entführt hätte, dann hätte er sich während der Entführung anschließend rational und überlegt verhalten müssen – aber genau das passt ebenfalls nicht.

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