JohnLemon hat geschrieben: ↑Donnerstag, 22. Januar 2026, 03:27:09
Exakt drei Bereiche/Labortypen gibt es:
1. Staatliche Labore: Landeskriminalämter (LKA):
Jedes Bundesland hat ein LKA mit einer Kriminaltechnik-Abteilung, die DNA-Spuren von Tatorten analysiert und mit der nationalen DNA-Analyse-Datei (DAD) abgleicht (z. B. LKA NRW, LKA Brandenburg). Bundeskriminalamt (BKA): Das BKA ist für, nationale und internationale Koordination sowie die zentrale DAD zuständig.
2. Wissenschaftliche Labore (Universitäten): Rechtsmedizinische Institute: Institute an Universitätskliniken (z. B. Heidelberg, Jena, Köln, Ulm, Gießen und Marburg) führen forensische Analysen durch, oft auch für Gerichte und Privatpersonen.
3. Kommerzielle Anbieter: z. B. Eurofins Medigenomix Forensik GmbH: Eines der größten privaten Labore in Deutschland, spezialisiert auf Tatortanalysen, Abstammungsgutachten, etc.
Untersuchungsaufträge an die Privatwirtschaftlichen Labore (kommerzielle Anbieter) konkurrieren mit privatwirtschaftlichen Aufträgen. Da geht es natürlich und in erster Linie um Verträge und damit verbundene Kohle. Privatwirtschaftliche Aufträge können durchaus bevorzugt behandelt werden. Das habe ich gemeint. Dass staatliche Institutionen logischerweise nur maximal bedingt für die Privatwirtschaft aktiv sind, ist selbsterklärend.
Das Hauptbudget wird im Haushalt geregelt, also reines Steuergeld.
Innerhalb des Budget gibt es entsprechende Untertöpfe, die daraus befüllt werden. Dass sich die Behörden und Ermittler nicht einfach maßlos bedienen können, steht außer Frage. Ressourcen und Budgets sind eng verknüpft und endlich. Die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt werden. Das betrifft aber auch zeitliche Ressourcen.
Um den Bogen zu Frauke Liebs zu spannen:
Auch Waschkies und Co. haben nur gewisse Zeitfenster, die sie Fällen zuordnen können. Wer also meint dass Ermittler ggf. aktuell rund um die Uhr sich mit dem Fall rund um Frauke Liebs auseinandersetzen, der irrt. Genau aus diesen Gründen heraus ist die Nach- und Zuarbeit, insbesondere in CC-Fällen, so sehr wichtig und auch oft erfolgreich. Es gibt (leider) ein Menge anderer Fälle, die genauso nach Aufklärung schreien.
Alles weitere und inwiefern mit welcher Intensität Asservate, im Fall von Frauke sind es die Kleidungsstücke,
komplett untersucht wurden, wissen nur die Ermittler. Dass hier in Abständen von mehreren Jahren forensische Untersuchungen vorgenommen werden zeigt offensichtlich das die Kleidungsstücke eben nicht mit jeder Methodik und in Gänze und schon gar nicht mit grenzenlosem Budgeteinsatz/Aufwand und Umfang untersucht wird/wurde. Das ist intern auch nicht zu verkaufen aufgrund Verhältnismäßigkeiten im Gesamtgefüge offener Fälle.
Dass Privatermittler und deren Forderungen an die StA zum Beispiel zur Wiederaufnahme von forensischen Untersuchungen keinerlei Reaktion erhalten werden, sehe ich genauso.
Und dennoch ist meine persönliche Meinung im Fall von Frauke Liebs: Wenn ein Täter über derart langen Zeitraum, womöglich auf engerem Raum, sein Opfer festhält, logistisch „verfrachtet“ (Anruforte) und abschließend (wahrscheinlich leblos) im Wald ablegt, dann muss sich eine Spur finden lassen: das kann ein Haar, ein Körperhaar, eine Hautschuppe, eine Faser (Auto-Innenauskleidung), ein Dreckkrümmel am Schuhwerk, Flüssigkeiten jeglicher Art, etc. etc. pp. sein.
In den Foren wird doch eine Sache klar: der Fall kann in verschiedenste Richtungen gedacht werden. Es gibt so viele Eventualitäten und Vermutungen und letztlich so wenige wirkliche sachdienliche verwertbare Spuren, die dem Täter zugeordnet werden können.
Solange der/die Täter nicht auspacken, solange es nicht DEN einen Zeugen gibt, der das Kartenhaus zum Einsturz bringt, solange drehen wir uns alle nur im Kreis und können weiterhin mutmaßen.
Daher halte ich es für unabdingbar den wirklich letzten verwertbaren Sachen (Fraukes Kleidungsstücke), die in dieser einen Woche alles „miterlebt“ haben, die höchste Aufmerksamkeit zu schenken, um diese eine kleine Spur zum Täter(kreis) zu finden.