MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

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Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Kjansen86 » Montag, 12. Januar 2026, 16:59:55

HP1 hat geschrieben: Montag, 12. Januar 2026, 09:00:11 Danke für die substantiellen Antworten. Wenn es nichts ausmacht, würde ich gerne das "du" anbieten, wie hier unter den Teilnehmern allgemein üblich.
Alles klar, gerne.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Shadow » Montag, 12. Januar 2026, 12:34:15

die Jungs konnten als Tatverdächtige ausgeschlossen werden.
Entweder oder , die Welt ist schwarz und weiß.
Es gibt doch noch mehr als nur Tatverdächtige, z.b. eingeschüchterte Zeugen.
Mögliche Anzeichen könnten sein : Widersprüchlichkeiten der Erzählungen ,abzustreiten Sonja gekannt zu haben, verheimlichte Kontakte

Naja , nun gut das macht ja auch nur Sinn wenn man für solch Möglichkeit auch offen ist , die vorherrschende Meinung ist nunmal der alternativlose SMP , dann gebe ich mal wieder ab. :arrow:

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von HP1 » Montag, 12. Januar 2026, 09:00:11

Kjansen86 hat geschrieben: Montag, 12. Januar 2026, 08:11:26 Wie ich schon sagte, mein Punkt ist nicht, dass die Theorie unmöglich ist, sondern dass sie irrelevant ist. Daher mein Verweis auf "Priviliging the Hypothesis". Das Argument von „Russells Teekanne” weist ebenfalls in eine ähnliche Richtung. Außerdem ist das Verfolgen von irrelevanten Theorien nicht ohne Kosten. Aber auch hier wiederhole ich mich. Sie mögen jedoch eine andere Meinung darüber haben, wie irrelevant diese Theorie ist, was letztlich eine Frage von Wahrscheinlichkeiten ist.

Es freut mich auf jeden Fall zu hören, dass Sie ein Interesse an Wahrscheinlichkeiten haben. Ich habe viele Jahre in dem Bereich Uncertainty Analysis gearbeitet. Auch wenn ich aus finanziellen Gründen in den Bereich Data Science gewechselt bin, ist das immer noch mein Steckenpferd. Leider ist das ein sehr technisches Feld und ich habe daher meine Argumentation hier immer rein begrifflich gehalten. Wenn Sie wollen kann ich aber versuchen darzulegen warum diese Theorie tatsächlich im Bereich irrelevant anzusiedeln ist.

Sagen Sie einfach Bescheid.
Danke für die substantiellen Antworten. Wenn es nichts ausmacht, würde ich gerne das "du" anbieten, wie hier unter den Teilnehmern allgemein üblich.

Mein Bezug zum Thema ist ein Mathematikstudium in jungen Jahren, Schwerpunkt gegen Ende im Bereich der Modelltheorie. "In der Zielgeraden" dann nicht zu Ende geführt, ich hatte da irgendwann einfach gänzlich andere Interessen. Nach ebenso unstetigem wie anregendem Lebensverlauf im Folgenden habe ich dann Sozialwissenschaften studiert und bin da, vergleichsweise oberflächlich, nochmal praktisch orientiert mit Statistik in Berührung gekommen, etwa bei Design und Auswertung von Studien. Beruflich habe ich allerdings dann nie nennenswert in diesen Richtungen zu tun gehabt.

Tja, und hier... hier postet jeder, was er denkt, was ihm zu diesem oder jenem Fall oder anderen Kommentaren dazu so einfällt. Jeder halt mit dem mentalen Werkzeug, das er zur Verfügung hat. Natürlich kritisiert man da auch andere, bisweilen auch deren Denk- und Herangehensweise. Aber letztlich ist hier jeder willkommen, der sich beteiligen will, ein friedliches Miteinander pflegt und sich auch sonst im Wesentlichen an die einschlägigen Forenregeln hält. Und wenn man mit den Beiträgen eines anderen Teilnehmers so gar nicht kann, ist "übersehen" früher oder später wohl die beste Strategie.
Das letzte nur meine Empfehlung, natürlich.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Kjansen86 » Montag, 12. Januar 2026, 08:11:26

HP1 hat geschrieben: Montag, 12. Januar 2026, 02:49:21 @Kjansen86

Bin ich ganz dabei.
Aber ich hab mich in der Vergangenheit hier wie auch im Frauke-Fall redlich bemüht, @Shadow´s Hypothesen kritisch zu hinterfragen. Irgendwann muss auch mal gut sein und man muss es als "prinzipiell möglich" stehen lassen.
Mal ein Zitat zur "wissenschaftlichen Methode": Wenn man etwas beweisen will, dann sollte man erstmal alles dransetzen, es zu widerlegen. Scheitert man daran nach redlichem Bemühen, kann man sich vielleicht erlauben die Möglichkeit zuzulassen, dass da tatsächlich was dran sein könnte.
Nun, ich habe nicht versucht, @Shadow´s Theorien zu beweisen, bin aber beim Versuch der Widerlegung letztlich nicht über begründete Wahrscheinlichkeitsannahmen hinaus gekommen. Ich würde (und werde) wohl nicht sagen, dass ich glaube, es wäre so oder ähnlich gewesen. Aber dem claim, es könnte so gewesen sein, widerspreche ich auch nicht mehr, hat langsam echt einen Bart, wie man so sagt.
Wie ich schon sagte, mein Punkt ist nicht, dass die Theorie unmöglich ist, sondern dass sie irrelevant ist. Daher mein Verweis auf "Priviliging the Hypothesis". Das Argument von „Russells Teekanne” weist ebenfalls in eine ähnliche Richtung. Außerdem ist das Verfolgen von irrelevanten Theorien nicht ohne Kosten. Aber auch hier wiederhole ich mich. Sie mögen jedoch eine andere Meinung darüber haben, wie irrelevant diese Theorie ist, was letztlich eine Frage von Wahrscheinlichkeiten ist.

Es freut mich auf jeden Fall zu hören, dass Sie ein Interesse an Wahrscheinlichkeiten haben. Ich habe viele Jahre in dem Bereich Uncertainty Analysis gearbeitet. Auch wenn ich aus finanziellen Gründen in den Bereich Data Science gewechselt bin, ist das immer noch mein Steckenpferd. Leider ist das ein sehr technisches Feld und ich habe daher meine Argumentation hier immer rein begrifflich gehalten. Wenn Sie wollen kann ich aber versuchen darzulegen warum diese Theorie tatsächlich im Bereich irrelevant anzusiedeln ist.

Sagen Sie einfach Bescheid.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von HP1 » Montag, 12. Januar 2026, 02:49:21

@Kjansen86

Bin ich ganz dabei.
Aber ich hab mich in der Vergangenheit hier wie auch im Frauke-Fall redlich bemüht, @Shadow´s Hypothesen kritisch zu hinterfragen. Irgendwann muss auch mal gut sein und man muss es als "prinzipiell möglich" stehen lassen.
Mal ein Zitat zur "wissenschaftlichen Methode": Wenn man etwas beweisen will, dann sollte man erstmal alles dransetzen, es zu widerlegen. Scheitert man daran nach redlichem Bemühen, kann man sich vielleicht erlauben die Möglichkeit zuzulassen, dass da tatsächlich was dran sein könnte.
Nun, ich habe nicht versucht, @Shadow´s Theorien zu beweisen, bin aber beim Versuch der Widerlegung letztlich nicht über begründete Wahrscheinlichkeitsannahmen hinaus gekommen. Ich würde (und werde) wohl nicht sagen, dass ich glaube, es wäre so oder ähnlich gewesen. Aber dem claim, es könnte so gewesen sein, widerspreche ich auch nicht mehr, hat langsam echt einen Bart, wie man so sagt.

@Shadow

Was sagst du denn zu den Einwänden der Eltern?
Ich sage, dass die Eltern mehr als jeder andere ein starkes Bedürfnis nach Antworten haben sowie einem Schuldigen, an dem sie ihr Leid in Aversion transformieren können. Ich sage, dass niemand Jugendliche so gut kennt und sich gleichzeitig ein so unzutreffendes Bild von ihnen macht wie deren Eltern. Ich sage, dass Menschen Wirklichkeiten so sehen, wie sie sie sehen wollen - und dann auch so kommunizieren. Ist dieses Wollen stark vom Bedürfnis nach Lustgewinn oder Leidvermeidung/Leidtransformation geprägt, kommen abenteuerliche Sachen dabei heraus.
Du weißt, dysfunktionale Familiensysteme und insbesondere die Interaktion zwischen den verschiedenen Generationen darin sind mein täglich Brot, deshalb diese Antwort ;)
Zu den Einwänden (inhaltlich) selbst: Finde ich zu wenig gewichtig als Grundlage für einen ausgeprägten Verdacht.

Findest du es richtig den SMP zum Schwerpunkt zu setzen, obwohl es keinen Beleg dafür gibt?
Es ist ausgesagt, man wäre dort gewesen und habe sich dort getrennt. Ohne triftige Gründe, das in Frage zu stellen, ist das die Arbeitshypothese.
Ich meine, Sonja könnte gut möglich von dort auch Richtung Hbf gelaufen sein, etwa um einen besseren Anschluss zu bekommen. Aber das meinst du ja nicht. Für mich deutet die Aussage mehrerer Prostituierter Gegend Hbf, von einem Mann komisch/befremdlich angesprochen worden zu sein, in Richtung eines möglichen Tateinstiegs. Die zeitliche Übereinstimmung (die Tage vor dem Verschwinden) stand zwar im Raum, konnte aber nicht als gesichert gelten.

Findest du es richtig, wegen dem Schwerpunkt nicht in der Schelling WHG zu ermitteln & die Zeugin wegzuschicken?
Wenn drei jugendliche Typen zum Hergang eines gemeinsamen Abends separat befragt werden, und zwar durchaus mit dem in einem solchen Fall zu vorauszusetzender Gründlichkeit - dann stelle ich massiv in Frage, dass die eine abgesprochene und von der Wirklichkeit erheblich abweichende Version ohne erhebliche einschlägige Auffälligkeiten glaubhaft zum Besten gegeben haben könnten.
Mag sein, der Ablauf war letztlich nicht in allen Punkten so wie öffentlich bekannt. Das mag an der einen oder anderen Stelle zu Irritationen zusammen mit anderen Erkenntnissen führen. Nur, solche abweichenden Befragungsergebnisse werden gerade bei jugendlichen Befragten halt nicht öffentlich gemacht, insbesondere wenn es Vergehen beinhaltet, ich denke da etwa an Kiffen, in Bayern damals wie heute ebenso weit verbreitet wie geächtet und mit aller Härte der Staatsgewalt verfolgt.
Kurz, dass es aufgrund von Zeugen fraglich erscheint, dass es genau so wie öffentlich berichtet abgelaufen ist, ist in meinen Augen nicht hinreichend dafür, dass es an der Stelle stattdessen eine bitterböse vertuschte Geschichte gewesen sein muss.

Aber wie soll man sich eine Gesamtschau machen ,wenn die Hälfte fehlt?
Deswegen ist mein Weg immer, anhand von dem was tatsächlich gegeben ist einzuschränken, was passiert sein kann. Manches kann man ausschließen, aber mehrheitlich landet man bei einem Blumenstrauß möglicher Varianten, deren jeweilige Wahrscheinlichkeit/Plausibilität man aufgrund der gegebenen Fakten versuchen kann einzuschätzen. Macht man das aus verschiedenen Richtungen, also von unterschiedlichen (und unabhängig betrachteten) Fakten aus, findet man Überschneidungen, oder auch nicht.
So komme ich zu (allgemeinen) Szenarien, Motiven, Tätertypen, die ich(!) als begründet wahrscheinlich ansehe. Erst dann erfolgt der Abgleich mit evtl. tatsächlich gegebenen Personen aus dem Umfeld bzw. mit tatsächlichen oder möglichen Berührpunkten zum Opfer.
Natürlich komme ich so kaum zur Lösung eines Falles, aber im Ergebnis gilt das bei allen offenen Fällen soweit ja genauso für jeden anderen Mitdenker oder die EB. Von daher, kein Grund für mich zu rechtfertigen, ob meine Herangehensweise nun effektiv, effizient, oder (beides) nicht ist ;)

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Shadow » Sonntag, 11. Januar 2026, 17:20:00

Mein Onkel ist selber Black Metal & Satanist , einer der liebsten Menschen den es gibt.
Auch wenn es den Eindruck erweckt , habe ich keinen „Lieblings Täter Typ“. ;)
Ich behaupte ja auch nicht das JEDER Satanist gleich böse sein muss und Rituale ausübt.

HP1, gerade bei deinem analytischen Verstand , wägst du doch eig sonst auch mehrere Möglichkeiten ab.
Was sagst du denn zu den Einwänden der Eltern?
Findest du es richtig den SMP zum Schwerpunkt zu setzen, obwohl es keinen Beleg dafür gibt?
Findest du es richtig, wegen dem Schwerpunkt nicht in der Schelling WHG zu ermitteln & die Zeugin wegzuschicken?
Ich mache mir immer erst eine Gesamtschau.
Aber wie soll man sich eine Gesamtschau machen ,wenn die Hälfte fehlt?

Der Unterschied ist doch : wenn die Ermittlungen lückenlos erfolgt wären, hätte es keine Einwände / Kritik gegeben.
Und die Eltern hätten nicht selber zur fehlenden Hälfte nachforschen müssen.
Die Eltern konnten zwar Hinweisgeber finden aber allein auswerten geht ja nunmal schlecht.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Kjansen86 » Sonntag, 11. Januar 2026, 12:11:48

HP1 hat geschrieben: Sonntag, 11. Januar 2026, 11:09:14 Aber grundsätzlich kann nun auch keiner von uns behaupten und belegen, dass es nicht so gewesen wäre, oder?
Dies läßt sich für einen Haufen Theorien sagen, welche hier aber nie mit so einer Vehemenz vetreten werden. Möglich ist halt vieles. Was mich an diesen Theorien besonders stört sind jedoch folgende Dinge.

(i) Theorien die möglich aber nicht wahrscheinlich sind, aber trotzden oft vertreten werden, sind ein klassicher Fall von "Privileging the Hypothesis" (https://www.readthesequences.com/Privil ... Hypothesis) Ein klarer Fehler im menschlichen Schlussfolgern.
(ii) Satanisten eines Mordes zu verdächtigen, ist so gut wie nie richtig. Es ist ein typischer Fall von Moral Panic.
(iii) Die Theorie hat, so wie sie aufgebaut ist eine ganze Reihe von Problemen. Ich habe einige der wichtigsten vor ein paar Posts zusammengefasst und werde daher hier nur daruf verweisen.
(iv) Die Theorie wird von der Polizei seit Jahrzehnten zurück gewiesen. Wenn man ihr dennoch folgt, muss man davon ausgehen, dass die ermittelnden Beamten entweder imkompetent sind oder den Fall nicht lösen wollen. Ersteres ist falsch, letzteres eine Verschwörungstheorie.
(v) Die Theorie bezichtigt lebende Personen, welche nie offiziel verdächtigt wurden, des Mordes. Das ist, vorsichtig ausgrdrückt, ein starkes Stück. Einfacher menschlicher Anstand gebietet, dass man so etwas nur tut wenn man sehr, sehr gute Gründe dafür hat. Hier ist definitiv das Gegenteil der Fall.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von HP1 » Sonntag, 11. Januar 2026, 11:09:14

Kjansen86 hat geschrieben: Sonntag, 11. Januar 2026, 09:34:25 In meiner Jugend habe ich selbst viel mit Leuten aus der Gothic Szene abgehangen, aus der Sonja ja kam. Die waren alles andere als gewalttätig. Eher romantische Softies. Nihilistische und gewalttätige Ideen hingegen waren eindeutig in der Black-Metal-Szene verwurzelt. Die hatten teilweise wirklich menschenfeindliche Ansichten aber selbst unter ihnen hat es hier noch nie einen Ritualmord gegeben.

Ich finde es sehr aufschlussreich, dass einige Nutzer die wahrscheinlichste Theorie (die der Polizei) ablehnen und sich immer wieder von sensationellen, aufregenden und spannenden Theorien angezogen fühlen. Im Gegensatz zu den Ermittlungsbeamten leben diese Menschen nicht in der Realität, sondern in der Fantasiewelt eines Abenteuerromans. Argumente wie die, dass ihre Theorie keinen Sinn ergibt oder dass die Satanic Panic ein gut dokumentierter Schwachsinn war, stoßen daher auf taube Ohren.
Kann ich soweit aus eigener, natürlich rein anekdotischer Erfahrung bestätigen. Goths und auch Black Metaler sind in aller Regel liebenswürdige, harmlose Menschen.

Gewalt-/Ritualtaten gab es in der BM-Szene schon, wenn man mal international statt nur in D schaut. Gerade wenn man mal in Richtung Mayhem schaut, Mord, Brandstiftung und so einiges anderes, so einige Vorbilder haben es klar vorgemacht, dass man den ganzen Quatsch durchaus auch ernst nehmen und durchziehen könnte.

Musikhistoriker und Genrefans mögen es etwas differenzierter sehen, aber in meinen Augen ist gerade die Nähe zu satanistischer Symbolik und Inhalten ohne erkennbares "Augenzwinkern" das, was Black Metal vom Death Metal abgrenzt. Klar ist vieles nur Show, oder nennen wir es ein Kunstprodukt, aber echte Spinner gibts halt überall, auch bei Satanisten, auch bei Black Metalern.

Was ich eher aufschlussreich finde, dass @Shadow im anderen "großen" Fall, wo sie engagiert ist, dem Fall Frauke Liebs, einen tief in der schwarzen Szene verhafteten Kunstschaffenden der Verschwörung (zusammen mit seiner Schwester) gegen Frauke Liebs mit Nachdruck verdächtigt. Da allerdings aufgrund persönlicher Rachemotive, und die Person existiert erwiesenermaßen, ist im weiteren Frauke-Umfeld am Rande mal aufgetaucht.
Auch hier die bösen Schwarzen, auch hier eine umfangreiche Geschichte um obsessive Tatmotive und abgrundtief niederträchtiges Handeln. Nix für ungut @Shadow, aber der Eindruck, dass du da einen persönlichen "Lieblings-Tätertyp" gefunden hast, drängt sich einem schon etwas auf ;)

Aber grundsätzlich kann nun auch keiner von uns behaupten und belegen, dass es nicht so gewesen wäre, oder?

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Gast562 » Sonntag, 11. Januar 2026, 11:08:00

Kjansen86 hat geschrieben: Sonntag, 11. Januar 2026, 09:34:25 In meiner Jugend habe ich selbst viel mit Leuten aus der Gothic Szene abgehangen, aus der Sonja ja kam. Die waren alles andere als gewalttätig. Eher romantische Softies. Nihilistische und gewalttätige Ideen hingegen waren eindeutig in der Black-Metal-Szene verwurzelt. Die hatten teilweise wirklich menschenfeindliche Ansichten aber selbst unter ihnen hat es hier noch nie einen Ritualmord gegeben.

Ich finde es sehr aufschlussreich, dass einige Nutzer die wahrscheinlichste Theorie (die der Polizei) ablehnen und sich immer wieder von sensationellen, aufregenden und spannenden Theorien angezogen fühlen. Im Gegensatz zu den Ermittlungsbeamten leben diese Menschen nicht in der Realität, sondern in der Fantasiewelt eines Abenteuerromans. Argumente wie die, dass ihre Theorie keinen Sinn ergibt oder dass die Satanic Panic ein gut dokumentierter Schwachsinn war, stoßen daher auf taube Ohren.

Meine Nachbarin kommt aus München und gehörte auch der Gothikszene an. Sie beschrieb mir das auch mal so, dass man einfach zeigen wollte, dass man anders ist, dass man nicht mit dem großen Autonormalofluss mitschwam. Das hatte mit Gewalt überhaupt nichts zu tun. Mich ärgert es etwas, wenn immer wieder in diese Richtung gelenkt wird. Ich kann mir nur vorstellen, dass manche User sich nicht eingestehen wollen, dass die Eltern falsch lagen und sie deren Meinung tatkräftig unterstützt haben.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Kjansen86 » Sonntag, 11. Januar 2026, 09:34:25

Gast562 hat geschrieben: Samstag, 10. Januar 2026, 11:58:45 Weshalb aus der Szene. Kaum stellt shadow eine Theorie auf, wird es schon zum Fakt. Es wurde von den Ermittlern zu keiner Zeit bestätigt, dass Sonja und ihre Freunde zu irgendeiner Sekte oder satanistischen Gruppe gehörten. Lediglich die Familie hat irgendwann behauptet, dass Freunde von Sonja zu so einer Gruppe gehört haben sollen. Einfach mal bei den Fakten bleiben.
In meiner Jugend habe ich selbst viel mit Leuten aus der Gothic Szene abgehangen, aus der Sonja ja kam. Die waren alles andere als gewalttätig. Eher romantische Softies. Nihilistische und gewalttätige Ideen hingegen waren eindeutig in der Black-Metal-Szene verwurzelt. Die hatten teilweise wirklich menschenfeindliche Ansichten aber selbst unter ihnen hat es hier noch nie einen Ritualmord gegeben.

Ich finde es sehr aufschlussreich, dass einige Nutzer die wahrscheinlichste Theorie (die der Polizei) ablehnen und sich immer wieder von sensationellen, aufregenden und spannenden Theorien angezogen fühlen. Im Gegensatz zu den Ermittlungsbeamten leben diese Menschen nicht in der Realität, sondern in der Fantasiewelt eines Abenteuerromans. Argumente wie die, dass ihre Theorie keinen Sinn ergibt oder dass die Satanic Panic ein gut dokumentierter Schwachsinn war, stoßen daher auf taube Ohren.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Shadow » Samstag, 10. Januar 2026, 14:49:52

Sie hätte auch an Weihnachten, Happy Kadaver oder an sonst einem bedeutsamen Tag verschwinden können. Derer gibt es genug über's Jahr verteilt. Was hättet ihr dann in die Sache reininterpretiert?? 🧐🤔
Uleb, du hast ja alle Feiertage zusammengewürfelt.
z.B. Weihnachten und Ostern ist für die Szene und für Normalo Bürger bekannte Feiertage.
Es gibt aber Ausnahmen und das ist der 11.4.
Für ein Normalo Bürger ist das ein stinknormaler Tag, für die Szene ein bedeutsamer.
Als Nicht Mitglied gab es nur wenige Möglichkeiten an die Info des bedeutsamen Datums zu gelangen.u.a.
A) ein Nicht Mitglied wird eingeweiht von Mitgliedern
B) Info von Aussteigern ,Sektenbeauftragten

So, Familie Engelbrecht waren keine Mitglieder.
Sonja könnte also z.b.über A) einem Mitglied eingeweiht worden sein, das in der Nacht zum 11. etwas stattfindend.
Die Eltern erlangten wissen über B) den Sekten beauftragten und erkundigten sich bei Aussteigern.

Sonja also in schwarzer Kluft mit Pentagramm Kette um den Hals, verlässt die elterliche Wohnung.
Ihren Eltern sagt sie vorher noch , sie wolle in den Vollmond zur Kneipe mitkommen.
Es gibt keinen Beweis für ihren Besuch im Vollmond.
Aber es gibt eine konträre Nachbar Sichtung , die sie zeitgleich im Hausflur sah & dadurch sich die Möglichkeit eröffnete das der Vollmond nur vorgeschoben gewesen sein könnte.
@ Gast562
Der Ursprung ist der Sektenbeauftragte mit Namensliste
(Fakt), nicht eine haltlose wilde Behauptung von den Eltern.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Gast562 » Samstag, 10. Januar 2026, 11:58:45

Jolu65 hat geschrieben: Freitag, 09. Januar 2026, 21:31:44 Gut, die Gruppe war in der Wohnung.
SE und einige Mitglieder aus der Szene waren in der Wohnung. Man begeht einige Rituale. Es geht schief- SE ist tot-
Was würde dann passieren ?
Entweder es waren Personen zugegen, sie wussten "was zu tun ist"
oder
solche Personen waren nicht zugegen. Was dann ?
Hat man dann jemanden angerufen, beispielsweise die Eltern ?

Ich weiß das nazürlich nicht.

Die ganze Sache nahm jedenfalls- so glaube ich inzwischen und ich kann mich natürlich irren- ihren Ausgang in der Wohnung.
Weshalb aus der Szene. Kaum stellt shadow eine Theorie auf, wird es schon zum Fakt. Es wurde von den Ermittlern zu keiner Zeit bestätigt, dass Sonja und ihre Freunde zu irgendeiner Sekte oder satanistischen Gruppe gehörten. Lediglich die Familie hat irgendwann behauptet, dass Freunde von Sonja zu so einer Gruppe gehört haben sollen. Einfach mal bei den Fakten bleiben.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Jolu65 » Freitag, 09. Januar 2026, 21:31:44

Gut, die Gruppe war in der Wohnung.
SE und einige Mitglieder aus der Szene waren in der Wohnung. Man begeht einige Rituale. Es geht schief- SE ist tot-
Was würde dann passieren ?
Entweder es waren Personen zugegen, sie wussten "was zu tun ist"
oder
solche Personen waren nicht zugegen. Was dann ?
Hat man dann jemanden angerufen, beispielsweise die Eltern ?

Ich weiß das nazürlich nicht.

Die ganze Sache nahm jedenfalls- so glaube ich inzwischen und ich kann mich natürlich irren- ihren Ausgang in der Wohnung.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Shadow » Freitag, 09. Januar 2026, 18:10:09

@ Uleb
Na, sagen wir mal Uleb du würdest eine fiktive Einladung zu einem Szene Treff erhalten , würdest du dich als nicht Mitglied entsprechend anpassen?
z.B. dich versuchen in schwarzer Kluft zu kleiden mit passendem Schmuck oder in Blue Jeans und ADIDAS Turnschuhe auftauchen?
doch bestimmt wohl anpassen.
Und selbst wenn du dich Kleidungsmäßig in schwarz angepasst hättest ,so wärest du ja trotzdem kein Satanist sondern weiterhin ein Normalo.
Die Vorstellung das ein Nicht Mitglied zu einem Szene Treff eingeladen werden könnte, scheint dir schwer vorstellbar.
Deswegen ordnest du allein die Vorstellung , gleich ins Land der Schauer Märchen ein.

@ Julo65
Wenn du dich an die Nachbarn orientierst, so ist fraglich ,ob die Gruppe in der Nacht überhaupt in der Wohnung war
Ich hab noch den alten Kommentar vom Mitglied Die Krähe gefunden, der selbst Vorort beim Fundort war.

Von der Seite kommt man hoch, ich bin da auch hochgestiegen, ein Kletterer muss man da nicht sein, nur aufpassen das man nicht abrutscht.
Möglich das Sonja dort wie auf einem Altar aufgebahrt wurde.

Aber wenn man da rein kommt, das hat irgendwie schon was von einer Kultstätte.
Da liegen auch noch Felsen rum, ca. 1,50 Meter hoch und ca. 3 Meter lang.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Jolu65 » Freitag, 09. Januar 2026, 16:00:01

Entschuldigung, natürlich Decke und nicht Handtuch. Ich kann da nicht mitdiskutieren, weil ich keinen Ansatz erkenne, den es aber geben kann, wenn ein Zeuge dahingehende etwas aussagt.

Pentagramm, entsprechender Schmuck und schwarze Kleidung sind eben Markenzeichen der Gothic/Satanisten/Okkultisten-Szene. Die Frage ist halt, wer in der Wohnung war und was dort geschah. Daraus leitet sich natürlich die Frage ab, ob SE die Wohnung lebend verlassen hat.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Uleb » Freitag, 09. Januar 2026, 15:57:34

Shadow hat geschrieben: Freitag, 09. Januar 2026, 14:06:09 Frau Engelbrecht war an dem Abend überrascht weil Sonja sich zum ersten Mal in solch schwarzer Kluft geschmissen hatte.
Bitte nicht falsch verstehen, natürlich ist es auch normal das junge Leute Experimentieren wollen ,um auch mal was neues auszuprobieren.
Aber sie trug eine schwarze Kluft kombiniert mit ihrer Pentagramm Kette um den Hals und zwar so offensichtlich das es ihre Mutter wahrnahm.
Die erste Assoziation bei einem Pentagramm ist ,das es ein satanisches Symbol ist.
Wir kennen ihre Beweggründe nicht und ob sie die Pentagramm Kette schon vorher trug oder erst nach den Überredungskünsten extra umlegte.
Was erzählst du denn da wieder für Schauermärchen?? 🧐
Das Einzige, was wohl schwarz war an der Kluft, waren Lederhose und Stiefel. Beides übertrieben hip gewesen Mitte der 90er und weit weg von Satan und co. Der Pulli von ihr war wohl lila, die Jacke ein altes Stück der Oma. Auch Pentagramm Gedöns als Schmuck wurde in den 90ern viel getragen, vor allem von Normalos. Grauselig, deine Gespensterjagd!

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Uleb » Freitag, 09. Januar 2026, 15:51:44

Soweit ich mich erinnere stammte die Decke aus Ägypten. So hatte es die SZ berichtet, meinem Gedächtnis nach. War wohl absolute Massenware.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von HP1 » Freitag, 09. Januar 2026, 14:23:24

Jolu65 hat geschrieben: Freitag, 09. Januar 2026, 12:07:34 Das Handtuch scheint zwar interessant zu sein, aber offenbar führt es in der Sache zunächst nicht weiter. Ich habe ein solches Handtuch selbst noch nie gesehen, würde aber auf eine Herstellung in den 1980er tippen. Könnte vielleicht in einem Swinger- oder Saunaclub verwendet worden sein oder rein privat.....
Das war kein Handtuch, sondern eine Decke, wie man sie vielleicht für den Boden im Strandbad oder zum Picknick mitnehmen würde - oder auch zu Hause aufm Sofa, natürlich. Material sythetische Wolle/fleeceartig.
Wann diese Decken wo hergestellt wurden, wurde herausgefunden, ich mein es war um 1990 irgendwo CZ oder so. Steht sicher hier irgendwo früher im Thread. Vertriebswege ließen sich nicht mehr rekonstruieren (Hersteller gibts nicht mehr, mein ich), vermutlich wären große Kaufhäuser ein guter Tip.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Shadow » Freitag, 09. Januar 2026, 14:06:09

Danke @ HP1, das du auch nochmal an den Schmuck erinnerst hast.
folgendes fiel mir dann später noch auf auf.
Zu ihren Wertsachen zählten : Nasenring, FingerRinge, Pentagramm Halskette.
Auf den Internet Fotos sah man Sonja entweder gänzlich ohne Schmuck oder mit ihren Nasenring /Fingerringen.
Jedoch konnte man nirgends ihre Pentagramm Kette sehen.

Frau Engelbrecht war an dem Abend überrascht weil Sonja sich zum ersten Mal in solch schwarzer Kluft geschmissen hatte.
Bitte nicht falsch verstehen, natürlich ist es auch normal das junge Leute Experimentieren wollen ,um auch mal was neues auszuprobieren.
Aber sie trug eine schwarze Kluft kombiniert mit ihrer Pentagramm Kette um den Hals und zwar so offensichtlich das es ihre Mutter wahrnahm.
Die erste Assoziation bei einem Pentagramm ist ,das es ein satanisches Symbol ist.
Wir kennen ihre Beweggründe nicht und ob sie die Pentagramm Kette schon vorher trug oder erst nach den Überredungskünsten extra umlegte.

@ Jolu65
Es hieß ihr Freundeskreis war in der Szene.
Möglich das die anderen beiden auch dazugehörten.
Vielleicht könnte die Wohnung sogar ein Szene Treff gewesen sein ,weil dort wenn sturmfreie Bude war oft obskure Gestalten gesichert wurden.
Es wurde angegeben das sie Orangensaft tranken und Gitarre spielten in der fraglichen Nacht.
Niemand von den Nachbarn hörte jedoch Geräusche.
Deswegen bleibt offen ,ob nicht ein Szene Treff am Unsichtbarkeitstag & gleichzeitig Geburtstag von Anton La Vey außerhalb stattgefunden haben könnte.

Re: MORDFALL SONJA ENGELBRECHT (19 †), MÜNCHEN, 1995

von Uleb » Freitag, 09. Januar 2026, 13:37:14

Sie hätte auch an Weihnachten, Happy Kadaver oder an sonst einem bedeutsamen Tag verschwinden können. Derer gibt es genug über's Jahr verteilt. Was hättet ihr dann in die Sache reininterpretiert?? 🧐🤔 Die ganze Satans und Okkultismus Geschichte ist einfach nur Banane ☝️

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