von HP1 » Montag, 12. Januar 2026, 02:49:21
@Kjansen86
Bin ich ganz dabei.
Aber ich hab mich in der Vergangenheit hier wie auch im Frauke-Fall redlich bemüht, @Shadow´s Hypothesen kritisch zu hinterfragen. Irgendwann muss auch mal gut sein und man muss es als "prinzipiell möglich" stehen lassen.
Mal ein Zitat zur "wissenschaftlichen Methode": Wenn man etwas beweisen will, dann sollte man erstmal alles dransetzen, es zu widerlegen. Scheitert man daran nach redlichem Bemühen, kann man sich vielleicht erlauben die Möglichkeit zuzulassen, dass da tatsächlich was dran sein könnte.
Nun, ich habe nicht versucht, @Shadow´s Theorien zu beweisen, bin aber beim Versuch der Widerlegung letztlich nicht über begründete Wahrscheinlichkeitsannahmen hinaus gekommen. Ich würde (und werde) wohl nicht sagen, dass ich glaube, es wäre so oder ähnlich gewesen. Aber dem claim, es könnte so gewesen sein, widerspreche ich auch nicht mehr, hat langsam echt einen Bart, wie man so sagt.
@Shadow
Was sagst du denn zu den Einwänden der Eltern?
Ich sage, dass die Eltern mehr als jeder andere ein starkes Bedürfnis nach Antworten haben sowie einem Schuldigen, an dem sie ihr Leid in Aversion transformieren können. Ich sage, dass niemand Jugendliche so gut kennt und sich gleichzeitig ein so unzutreffendes Bild von ihnen macht wie deren Eltern. Ich sage, dass Menschen Wirklichkeiten so sehen, wie sie sie sehen wollen - und dann auch so kommunizieren. Ist dieses Wollen stark vom Bedürfnis nach Lustgewinn oder Leidvermeidung/Leidtransformation geprägt, kommen abenteuerliche Sachen dabei heraus.
Du weißt, dysfunktionale Familiensysteme und insbesondere die Interaktion zwischen den verschiedenen Generationen darin sind mein täglich Brot, deshalb diese Antwort

Zu den Einwänden (inhaltlich) selbst: Finde ich zu wenig gewichtig als Grundlage für einen ausgeprägten Verdacht.
Findest du es richtig den SMP zum Schwerpunkt zu setzen, obwohl es keinen Beleg dafür gibt?
Es ist ausgesagt, man wäre dort gewesen und habe sich dort getrennt. Ohne triftige Gründe, das in Frage zu stellen, ist das die Arbeitshypothese.
Ich meine, Sonja könnte gut möglich von dort auch Richtung Hbf gelaufen sein, etwa um einen besseren Anschluss zu bekommen. Aber das meinst du ja nicht. Für mich deutet die Aussage mehrerer Prostituierter Gegend Hbf, von einem Mann komisch/befremdlich angesprochen worden zu sein, in Richtung eines möglichen Tateinstiegs. Die zeitliche Übereinstimmung (die Tage vor dem Verschwinden) stand zwar im Raum, konnte aber nicht als gesichert gelten.
Findest du es richtig, wegen dem Schwerpunkt nicht in der Schelling WHG zu ermitteln & die Zeugin wegzuschicken?
Wenn drei jugendliche Typen zum Hergang eines gemeinsamen Abends separat befragt werden, und zwar durchaus mit dem in einem solchen Fall zu vorauszusetzender Gründlichkeit - dann stelle ich massiv in Frage, dass die eine abgesprochene und von der Wirklichkeit erheblich abweichende Version ohne erhebliche einschlägige Auffälligkeiten glaubhaft zum Besten gegeben haben könnten.
Mag sein, der Ablauf war letztlich nicht in allen Punkten so wie öffentlich bekannt. Das mag an der einen oder anderen Stelle zu Irritationen zusammen mit anderen Erkenntnissen führen. Nur, solche abweichenden Befragungsergebnisse werden gerade bei jugendlichen Befragten halt nicht öffentlich gemacht, insbesondere wenn es Vergehen beinhaltet, ich denke da etwa an Kiffen, in Bayern damals wie heute ebenso weit verbreitet wie geächtet und mit aller Härte der Staatsgewalt verfolgt.
Kurz, dass es aufgrund von Zeugen fraglich erscheint, dass es genau so wie öffentlich berichtet abgelaufen ist, ist in meinen Augen nicht hinreichend dafür, dass es an der Stelle stattdessen eine bitterböse vertuschte Geschichte gewesen sein muss.
Aber wie soll man sich eine Gesamtschau machen ,wenn die Hälfte fehlt?
Deswegen ist mein Weg immer, anhand von dem was tatsächlich gegeben ist einzuschränken, was passiert sein
kann. Manches kann man ausschließen, aber mehrheitlich landet man bei einem Blumenstrauß möglicher Varianten, deren jeweilige Wahrscheinlichkeit/Plausibilität man aufgrund der gegebenen Fakten versuchen kann einzuschätzen. Macht man das aus verschiedenen Richtungen, also von unterschiedlichen (und unabhängig betrachteten) Fakten aus, findet man Überschneidungen, oder auch nicht.
So komme ich zu (allgemeinen) Szenarien, Motiven, Tätertypen, die ich(!) als begründet wahrscheinlich ansehe. Erst dann erfolgt der Abgleich mit evtl. tatsächlich gegebenen Personen aus dem Umfeld bzw. mit tatsächlichen oder möglichen Berührpunkten zum Opfer.
Natürlich komme ich so kaum zur Lösung eines Falles, aber im Ergebnis gilt das bei allen offenen Fällen soweit ja genauso für jeden anderen Mitdenker oder die EB. Von daher, kein Grund für mich zu rechtfertigen, ob meine Herangehensweise nun effektiv, effizient, oder (beides) nicht ist

@Kjansen86
Bin ich ganz dabei.
Aber ich hab mich in der Vergangenheit hier wie auch im Frauke-Fall redlich bemüht, @Shadow´s Hypothesen kritisch zu hinterfragen. Irgendwann muss auch mal gut sein und man muss es als "prinzipiell möglich" stehen lassen.
Mal ein Zitat zur "wissenschaftlichen Methode": Wenn man etwas beweisen will, dann sollte man erstmal alles dransetzen, es zu widerlegen. Scheitert man daran nach redlichem Bemühen, kann man sich vielleicht erlauben die Möglichkeit zuzulassen, dass da tatsächlich was dran sein könnte.
Nun, ich habe nicht versucht, @Shadow´s Theorien zu beweisen, bin aber beim Versuch der Widerlegung letztlich nicht über begründete Wahrscheinlichkeitsannahmen hinaus gekommen. Ich würde (und werde) wohl nicht sagen, dass ich glaube, es wäre so oder ähnlich gewesen. Aber dem claim, es könnte so gewesen sein, widerspreche ich auch nicht mehr, hat langsam echt einen Bart, wie man so sagt.
@Shadow
[i][b]Was sagst du denn zu den Einwänden der Eltern?[/b][/i]
Ich sage, dass die Eltern mehr als jeder andere ein starkes Bedürfnis nach Antworten haben sowie einem Schuldigen, an dem sie ihr Leid in Aversion transformieren können. Ich sage, dass niemand Jugendliche so gut kennt und sich gleichzeitig ein so unzutreffendes Bild von ihnen macht wie deren Eltern. Ich sage, dass Menschen Wirklichkeiten so sehen, wie sie sie sehen wollen - und dann auch so kommunizieren. Ist dieses Wollen stark vom Bedürfnis nach Lustgewinn oder Leidvermeidung/Leidtransformation geprägt, kommen abenteuerliche Sachen dabei heraus.
Du weißt, dysfunktionale Familiensysteme und insbesondere die Interaktion zwischen den verschiedenen Generationen darin sind mein täglich Brot, deshalb diese Antwort ;)
Zu den Einwänden (inhaltlich) selbst: Finde ich zu wenig gewichtig als Grundlage für einen ausgeprägten Verdacht.
[i][b]Findest du es richtig den SMP zum Schwerpunkt zu setzen, obwohl es keinen Beleg dafür gibt?[/b][/i]
Es ist ausgesagt, man wäre dort gewesen und habe sich dort getrennt. Ohne triftige Gründe, das in Frage zu stellen, ist das die Arbeitshypothese.
Ich meine, Sonja könnte gut möglich von dort auch Richtung Hbf gelaufen sein, etwa um einen besseren Anschluss zu bekommen. Aber das meinst du ja nicht. Für mich deutet die Aussage mehrerer Prostituierter Gegend Hbf, von einem Mann komisch/befremdlich angesprochen worden zu sein, in Richtung eines möglichen Tateinstiegs. Die zeitliche Übereinstimmung (die Tage vor dem Verschwinden) stand zwar im Raum, konnte aber nicht als gesichert gelten.
[i][b]Findest du es richtig, wegen dem Schwerpunkt nicht in der Schelling WHG zu ermitteln & die Zeugin wegzuschicken?[/b][/i]
Wenn drei jugendliche Typen zum Hergang eines gemeinsamen Abends separat befragt werden, und zwar durchaus mit dem in einem solchen Fall zu vorauszusetzender Gründlichkeit - dann stelle ich massiv in Frage, dass die eine abgesprochene und von der Wirklichkeit erheblich abweichende Version ohne erhebliche einschlägige Auffälligkeiten glaubhaft zum Besten gegeben haben könnten.
Mag sein, der Ablauf war letztlich nicht in allen Punkten so wie öffentlich bekannt. Das mag an der einen oder anderen Stelle zu Irritationen zusammen mit anderen Erkenntnissen führen. Nur, solche abweichenden Befragungsergebnisse werden gerade bei jugendlichen Befragten halt nicht öffentlich gemacht, insbesondere wenn es Vergehen beinhaltet, ich denke da etwa an Kiffen, in Bayern damals wie heute ebenso weit verbreitet wie geächtet und mit aller Härte der Staatsgewalt verfolgt.
Kurz, dass es aufgrund von Zeugen fraglich erscheint, dass es genau so wie öffentlich berichtet abgelaufen ist, ist in meinen Augen nicht hinreichend dafür, dass es an der Stelle stattdessen eine bitterböse vertuschte Geschichte gewesen sein muss.
[b][i]Aber wie soll man sich eine Gesamtschau machen ,wenn die Hälfte fehlt?[/i][/b]
Deswegen ist mein Weg immer, anhand von dem was tatsächlich gegeben ist einzuschränken, was passiert sein [i]kann[/i]. Manches kann man ausschließen, aber mehrheitlich landet man bei einem Blumenstrauß möglicher Varianten, deren jeweilige Wahrscheinlichkeit/Plausibilität man aufgrund der gegebenen Fakten versuchen kann einzuschätzen. Macht man das aus verschiedenen Richtungen, also von unterschiedlichen (und unabhängig betrachteten) Fakten aus, findet man Überschneidungen, oder auch nicht.
So komme ich zu (allgemeinen) Szenarien, Motiven, Tätertypen, die ich(!) als begründet wahrscheinlich ansehe. Erst dann erfolgt der Abgleich mit evtl. tatsächlich gegebenen Personen aus dem Umfeld bzw. mit tatsächlichen oder möglichen Berührpunkten zum Opfer.
Natürlich komme ich so kaum zur Lösung eines Falles, aber im Ergebnis gilt das bei allen offenen Fällen soweit ja genauso für jeden anderen Mitdenker oder die EB. Von daher, kein Grund für mich zu rechtfertigen, ob meine Herangehensweise nun effektiv, effizient, oder (beides) nicht ist ;)