von HP1 » Freitag, 09. Januar 2026, 09:17:52
Gastii hat geschrieben: ↑Donnerstag, 08. Januar 2026, 23:03:04
@HP
… hattest Du hier nicht geschrieben dass Du den Pünktchenmann für unglaubwürdig hältst. Und ich glaube sogar angedeutet, er könnte auf Deinen Ideen seine Fake-Storyline aufgebaut haben.
Viel absurder, voreingenommener und von sich selbst überzeugter geht es fast nicht.
Natürlich ist die Story des Pünktchenmannes glaubwürdig und authentisch und baut nicht auf Deinen Ideen zum Fall auf.
Auch wenn vielleicht nicht alles genau so passiert ist, wie von ihm geschildert, waren die Beitröge des Pünktchenmannes mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit - Hans-Ludwig Kröber würde begutachten - „erlebnisbasiert“.
Ich hatte lange vor diesem Auftritt das Szenario entwickelt und hier gepostet, dass Frauke mit einer ihr aus dem Alltag bekannten männlichen Person, gut möglich Kollege aus dem KH, denkbar auch Berufsschule oder z.B. auch Nachbarschaft, zusammengetroffen ist. Jemand mit hinreichend Bekanntschaft, um noch zu quatschen, sich vielleicht auf ein Bier einladen zu lassen, möglicherweise spontan etwa noch schnell zum McDrive nach Bad Driburg mitzufahren. Aber nicht so, dass anderen die Person als "bekannt" präsent/auffällig gewesen wäre, keine "gemeinsamen Freunde", kein auffälliger Niederschlag in Telefonaten, Chats, Freundschaften auf Fraukes genutzten social media Plattformen. Die Möglichkeit, dass sie von sich aus noch wo vorbeigeschaut haben könnte betont, aber immer offengelassen, dass sie genauso gut auch zufällig zusammengetroffen sein könnten.
Ausgangspunkt die Frage, wie die erste SMS an Chris zustande gekommen sein könnte. Ein Verfassen bald nach 23 Uhr in PB wäre situativ und in ihrem Wortlaut gut passend, ohne Irritation. Irgendwelche täterseitige Agitation bei dieser SMS (Fake-SMS in Nieheim verfasst, um...) hielt und halte ich aus verschiedenen Gründen für unwahrscheinlich.
Eine bald nach 23 Uhr verfasste SMS würde auf eine vorgesehene Heimkehr so etwa 0-1 Uhr hindeuten meine ich, früher wäre keine SMS nötig, merklich später Chris gegenüber etwas rücksichtslos und hätte zumindest einen entsprechend etwas anderen SMS-Text bedingt. Mit etwas mehr als nur einem kurzen Quatschen "im Vorbeigehen" passt das, die spontane Fahrt zum Mecces würde etwa gut in dieses Zeitfenster reinpassen.
Dass so ein Szenario um die SMS technisch praktisch gar nahe gelegt wird, habe ich mit umfangreichen Tests mit zwei baugleichen Geräten sowie mehreren alten sowie identischen (baugleich, selber Hersteller) neuen Akkus mehrfach reproduzierbar nachgestellt, überprüft (und hier ebenfalls veröffentlicht): Wenn das Handy im Pub mit ihrem Akku beim simsen ausgegangen war, lässt es sich idR erneut einschalten, eine SMS tippen, geht aber beim versuchten Versand wieder aus. Nach etwas Stromversorgung (die so oder so wahrscheinlich benötigt wurde, ohne ging es in der Mehrzahl der Testdurchläufe nicht) geht die SMS dann beim erneuten Einschalten (im Szenario also 0.49) automatisch raus, WENN zwischenzeitlich der Akku nicht aus dem Gerät entfernt wurde. Also Aufladen per Kabel, KEIN weiterer Akkutausch zwischen Pub und FZ Nieheim. Das ein Knackpunkt, denn wenn man, um den möglichen Ablauf nachzustellen, den leegehenden Akku durch Entnahme simuliert, ist die zu versendende SMS nicht mehr im Speicher, kommt man zu unzutreffenden Schlussfolgerungen.
In meinem Szenario kommt es nach einem abgelehnten Annäherungsversuch zur Eskalation, Insistieren oder frustriert aggressive Reaktion seinerseits. Verortet hatte ich das spekulativ zum Mecces-Parkplatz oder irgendwo dort in der Pampa, wo man vielleicht gehalten hat, um seinen Burger zu essen, im Restaurant ists nicht so dolle. Von seiner Seite vielleicht dabei der Hintergedanke, bessere Situation, um sein Glück zu versuchen? (Den Punkt hatte ich damals nicht ausgeführt).
Die Verortung zum Mecces, Bad Driburg, bei meinem Szenario durch die Nähe zur FZ Nieheim motiviert, wo man dann ja etwas später jedenfalls gewesen ist.
Beim Pünktchenmann an der Stelle die Abweichung, die Szene habe in PB auf einem Uni-Parkplatz stattgefunden. Er sei nach einer der Schelle für Frauke ohne konkretes Ziel losgefahren (mit Frauke), Kopf freikriegen, nachdenken, vielleicht mit ihr die Sache klären, wie auch immer. Mir völlig plausibel. Er hat nach der Schelle Stress, Handlungsdruck, aber keinen Plan, keine Zielstrebigkeit. Erstmal den Ort verlassen, Frauke nicht gehen lassen (ob "festsetzen" da schon explizites Motiv, wäre offen) - mE gut nachvollziehbares Verhalten.
Im Weiteren die Situation, dass Frauke zumindest zunächst noch klar von ihrer baldigen Heimkehr ausging, dass die Anrufe eine Reaktion auf die Donnerstag einsetzende medial öffentliche (uA Radio) und "offizielle" (Polizeilogo auf den ausgehängten Flyern) Suche nach ihr als potentiellem Verbrechensopfer gewesen seien. Die Situation vor Ort die, dass man einen möglichst folgenlosen Ausgang (für beide) suchte/anstrebte, was sich aber angesichts ihres immer länger dauernden Fernbleibens und vielleicht auch seinerseits fehlendem Vertrauen, dass sie die Klappe halten würde, zunehmend als unrealistisch erwies.
Hatte ich so aus den Anrufen (Timing, Inhalte) als gut passendes Szenario hinter den Anrufen geschlossen. Auch als Motivation für das so ungewöhnliche Stattfinden der Anrufe als solches passt es mMn: Wenn Frauke tatsächlich (wie auch immer man das gestaltet hätte) bald heimkommen und dabei dann im Rückblick soweit "Harmlosigkeit" bestehen sollte, dass sie einfach "die Klappe halten" kann, dann sind diese Anrufe mit ihrem Inhalt doch genau das, was naheliegt, wenn es sich noch unbestimmt (aber "jedenfalls nur kurz, bis morgen") verzögert. Der Täter (und Frauke) hier vielmehr noch ganz in der Vorstellung, dass es irgendwie einen solchen Ausgang nehmen
muss - zu realisieren, dass es das nicht
kann, da muss man beiden bei so einem Verlauf doch ein paar Tage Zeit einräumen können, meine ich.
Auch der Punkt, dass in dem Szenario die eigene Wahrnehmung gar nicht die einer zielgerichteten, von vornherein böswilligen Entführung mit geplanter Tötung, sondern vielmehr ein "hineingeraten sein" mit zunächst Zielsetzung eines für alle möglichst folgenlosen Ausgangs wäre, dürfte die Hemmschwelle, mit seinem (de facto) Entführungsopfer herumzufahren und die Anrufe zu machen, erheblich gesenkt haben. Geht man dagegen stattdessen von der klaren Perzeption eines zu vertuschenden Kapitalverbrechens aus, wäre mMn jegliches zusätzliche Risikoempfinden massiv stressbehaftet und entsprechend mit hohen Hemmschwellen versehen. Nicht ohne Grund telefonieren Entführungsopfer in aller Regel nicht mehr mit ihren Leuten.
An der Stelle auch mal anders bedacht: Eine Frauke, die vom ersten Tag an Todesangst gehabt hätte, situativ dem Täter gewaltsam zur Willenlosigkeit unterworfen, in der Zeit ggf. wiederholt misshandelt (etwa sexuell, irgendein Motiv für fortgesetztes Festhalten des lebenden Opfers muss es da ja auch geben) - wäre die in der Lage gewesen, auch nach 5 Tagen (Sonntag) noch ihr Sprüchlein aufzusagen, die bald heimkommende Frauke zu mimen, der es soweit gut geht, dass man sich keine Sorgen machen soll?
Klar kenne ich da die üblichen Schlagwörter des Einwands, Drogen, Sedierung, Drohung. Nur mal so: Bevor Drogen/Medis einen Menschen in Todesangst wirksam beruhigen, setzen sie vor allem deren Fähigkeit zur Selbstkontrolle herab, Verhalten wird deutlich impulsgesteuerter - und damit das Opfer weit unzuverlässiger und weniger befähigt, etwas glaubhaft vorzuspielen. Achtung: Heißt nicht, es wären keine Drogen/Medis im Spiel gewesen (weiß man nicht), sondern dass auch bzw. gerade in dem Fall eine Frauke, die an ihre baldige Heimkehr glaubt, wahrscheinlich gewesen wäre.
Dagegen eine Frauke, die zwar unfreiwillig und fremdbestimmt in einer absolut unerwünschten Situation ist, aber dennoch zunächst die ihr glaubhafte (weil noch zutreffende) Perspektive auf Freilassung und Kooperation als sinnvollem Weg hatte? Die mit dem Täter wegen gemeinsamem Interesse in gewisser Weise auch "auf Augenhöhe" war, jedenfalls im Vergleich zu einem Entführungsopfer, das missbraucht und mit Aussicht auf spätere Ermordung völlig objektifiziert, "entmenschlicht" gewesen wäre? Passt so viel besser zu ihrem Auftreten, dazu, dass sie überhaupt tagelang so auftreten
konnte.
Es wird immer wieder angeführt, ihr Auftreten wäre auffällig gewesen, gedämpft, Fragen nicht oder nur teilweise oder ausweichend beantwortend. Natürlich, wie auch sonst? Das war Stress, Frauke stand unter Druck und Zwang, war mutmaßlich übermüdet (glaube nicht, dass sie in der Woche gut geschlafen hat). Natürlich konnte/durfte sie nichts über ihre tatsächliche Situation preisgeben, antwortete ausweichend oder gar nicht.
Aber Chris, der Frauke ja gut kannte, berichtet darüber hinaus nichts von Eindrücken, Frauke hätte irgendwelche Anflüge von Angst, Panik, Fassungsverlust usw. in ihrer Stimme oder in ihren Antworten gezeigt (also Do-So, der letzte Anruf am Dienstag kommt noch). Man war sich zu dieser Zeit nicht
sicher, ob etwas Schlimmes passiert sei, viel eher maximal beunruhigt darüber nicht zu wissen, was los sei. Dass man da gleichzeitig ganz von der katastrophalen
Möglichkeit eines schlimmen Verbrechens vereinnahmt war, völlig klar. Ich denke die entsprechenden Interviewpassagen mit Ingrid Liebs geben diese damalige Situation gut nachvollziehbar wieder. Die Äußerungen von Karen zum letzten Telefonat, das sie sehr betroffen gemacht hatte und ihr/ihnen wie ein Abschied vorgekommen war drücken implizit aus, dass dies zuvor von ihnen/Umfeld nicht so bzw. nicht so eindeutig wahrgenommen wurde.
Beim letzten Anruf eine klare Veränderung bei Frauke. Ein Tag Pause davor, gut möglich dass da "etwas passiert" war, eine Veränderung eingetreten war, was ihre Sicht auf ihre Situation verändert hatte. Wäre aber eine fragwürdige Annahme, wenn sie bereits davor von Beginn an in Todesangst gewesen wäre, in einer ihr als aussichtslos wahrnehmbaren Situation gefangen, in der sie nichts als sich unterwerfen konnte.
Ja, der letzte Anruf. Es wird immer wieder gefragt, warum hat er sie da noch anrufen lassen, warum hat er sie so frei sprechen lassen, warum hat sie selbst da nichts ausgeplaudert?
Der sonst eiskalte, da aber generöse Täter, der nichts zu befürchten gehabt hätte, weil Frauke eh nichts zu seiner Identifizierung Hinreichendes gewusst hätte - immer wieder angeführt, und jedesmal und bis heute eine Antwort, die nicht passt aus verschiedenen Gründen. Kann ich gern auch nochmal begründen, muss hier aber irgendwann auch mal zum Ende kommen.
Jedenfalls:
Ich hatte ein Szenario lange vor dem Auftritt des PM entworfen und als mir hoch wahrscheinlich benannt und argumentativ detailliert begründet, das eben dessen Darstellung ziemlich genau vorweggenommen hat. Die Abweichungen bei der Verortung des Übergriffs und anschließend die Erklärung wie es zur (bei ihm nicht weiter bedeutsamen) Ortsmarke "Nieheim" gekommen war, interessant und jedenfalls einleuchtend.
Nenn es voreingenommen, selbst überzeugt - es ist, wie es ist.
Ich halte die Story des Pünktchenmannes nicht für per se unglaubwürdig, bzw. ihn für nicht authentisch. Da hast du vielleicht eine oder zwei Äußerungen von mir herausgegriffen und isoliert wiedergegeben.
Der eine oder andere Beitrag von mir nach dessen Auftritt mag auch provokativ in seine Richtugn gemeint gewesen sein, um etwa eine möglich Reaktion zu erreichen.
Ich frage mich vielmehr ergebnisoffen und bislang unbeantwortet:
- Ist der Pünktchenmann und seine Darstellung echt, und habe ich einfach mit meiner Hypothese richtig gelegen? (Würdest du wahrscheinlich sofort für zu selbst überzeugt halten, wenn du diese Möglichkeit von mir isoliert lesen würdest)
- Oder ist das "fan fiction" von irgend jemand? Als mutmaßlich hier regelmäßig mitlesender Autor könnte der sich natürlich dann an meiner früheren Hypothese bedient haben. So wie ich schreibe, ist das schon keine schlechte Vorlage, um so eine Story aus der Täterperspektive wiederzugeben, braucht natürlich dennoch (so oder so) noch erheblich Eigenleistung. Aber auch diese so geäußerte Möglichkeit wahrscheinlich in deinen Augen nur Hinweis auf Selbstgefälligkeit oder was auch immer meinerseits.
- Oder der Pünktchenmann hat als tatsächlicher Täter hier eine Geschichte erzählt, die jedoch nicht den tatsächlichen Ablauf wiedergibt, vielmehr war es ganz anders gelagert. Könnte ja auch sein, etwa als Ablenkung, weil sich manche neueren Gedankengänge oder Ermittlungsaktivitäten für ihn beunruhigend in Richtung Wahrheit bewegten, dann so als Ablenkungsmanöver, Nebelkerze motiviert. Auch der hätte als mutmaßlich treuer Mitleser hier sich gut bei meiner Hypothese bedienen können. Jaja, ich weiß, auch hier wieder meine Selbstgefälligkeit...
Hatte ich zumindest ansatzweise so hier zum Ausdruck gebracht, kann dir auch jeder bestätigen, mit dem ich ausführlicher (und nichtöffentlich) darüber geschrieben habe. Dass ich, wie du sagst, den Pünktchenmann für unglaubwürdig halten würde, trifft schlicht und einfach nicht zu. Bin nur unentschieden, kein entweder-oder.
Ansonsten, ich habs weiter oben mal erwähnt, sind für mich nach wie vor die Asseln-Brüder hoch interessant. Teils auch aus Gründen, die nichts hier im Öffentlichen verloren haben.
Und das ganze Bohei um das Stawski-Kasperletheater - Niels, der tote Thomas, Bella, Jamie, Chris, wenn man will auch noch der "Nieheim-Schrauber" - wie gesagt, das habe ich in verschiedenem Rahmen, mit verschiedenen Leuten und inklusive einiger Infos, die so nicht in den Dokus oder sonstwo öffentlich zu finden sind, aus verschiedenen Perspektiven und Hypothesen heraus wiederholt und zum Teil sehr umfangreich diskutiert in den letzten Jahren.
Bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass das letztlich immer im völlig Optionalen und mit Irritationen und unbeantworteten Fragen verbleibt, insgesamt mir nur wenig wahrscheinlich erscheint. Wenn ich dazu im Verlauf was poste, dann immer im Zusammenhang/Reaktion auf die Beiträge anderer, hab ansonsten keinen Anlass hier irgendwelche "Niels-Stories" zu kolportieren.
Den "Nieheim-Schrauber" hatte ich zuletzt noch auf dem Schirm, dann aufgrund Infos zu diesbezüglichen Ermittlungsergebnissen (seitens EB) aber abgehakt.
Ja, der Punkt, dass die zeitnah aufgetretenen, als Ereignisse per se schon unwahrscheinlichen Tode in Niels damaligem Leben, stochastisch betrachtet ausgesprochen auffällig sind, das ist mir schon ein Anlass, mir irgendeinen Reim darauf machen zu wollen, wie die sinnhaft zusammenhängen könnten. Ist aber der einzige Aufhänger, da soweit nichts weiter auf eine Tat entsprechend meiner "Mobbing-Skizze" hindeutet. Oder doch? Gibt da ein Detail, das allerdings optional zu sehen und definitiv vertraulicher Natur ist. Kann ich mit einem "Gastii" schon wegen fehlender Möglichkeit zu Austausch per PN nicht auseinandersetzen.
So weit, und nun mach dir am besten wieder mehr Gedanken über den Fall als zu mir, kommt vielleicht mehr dabei raus

[quote=Gastii post_id=317090 time=1767909784]
@HP
… hattest Du hier nicht geschrieben dass Du den Pünktchenmann für unglaubwürdig hältst. Und ich glaube sogar angedeutet, er könnte auf Deinen Ideen seine Fake-Storyline aufgebaut haben.
Viel absurder, voreingenommener und von sich selbst überzeugter geht es fast nicht.
Natürlich ist die Story des Pünktchenmannes glaubwürdig und authentisch und baut nicht auf Deinen Ideen zum Fall auf.
Auch wenn vielleicht nicht alles genau so passiert ist, wie von ihm geschildert, waren die Beitröge des Pünktchenmannes mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit - Hans-Ludwig Kröber würde begutachten - „erlebnisbasiert“.
[/quote]
Ich hatte lange vor diesem Auftritt das Szenario entwickelt und hier gepostet, dass Frauke mit einer ihr aus dem Alltag bekannten männlichen Person, gut möglich Kollege aus dem KH, denkbar auch Berufsschule oder z.B. auch Nachbarschaft, zusammengetroffen ist. Jemand mit hinreichend Bekanntschaft, um noch zu quatschen, sich vielleicht auf ein Bier einladen zu lassen, möglicherweise spontan etwa noch schnell zum McDrive nach Bad Driburg mitzufahren. Aber nicht so, dass anderen die Person als "bekannt" präsent/auffällig gewesen wäre, keine "gemeinsamen Freunde", kein auffälliger Niederschlag in Telefonaten, Chats, Freundschaften auf Fraukes genutzten social media Plattformen. Die Möglichkeit, dass sie von sich aus noch wo vorbeigeschaut haben könnte betont, aber immer offengelassen, dass sie genauso gut auch zufällig zusammengetroffen sein könnten.
Ausgangspunkt die Frage, wie die erste SMS an Chris zustande gekommen sein könnte. Ein Verfassen bald nach 23 Uhr in PB wäre situativ und in ihrem Wortlaut gut passend, ohne Irritation. Irgendwelche täterseitige Agitation bei dieser SMS (Fake-SMS in Nieheim verfasst, um...) hielt und halte ich aus verschiedenen Gründen für unwahrscheinlich.
Eine bald nach 23 Uhr verfasste SMS würde auf eine vorgesehene Heimkehr so etwa 0-1 Uhr hindeuten meine ich, früher wäre keine SMS nötig, merklich später Chris gegenüber etwas rücksichtslos und hätte zumindest einen entsprechend etwas anderen SMS-Text bedingt. Mit etwas mehr als nur einem kurzen Quatschen "im Vorbeigehen" passt das, die spontane Fahrt zum Mecces würde etwa gut in dieses Zeitfenster reinpassen.
Dass so ein Szenario um die SMS technisch praktisch gar nahe gelegt wird, habe ich mit umfangreichen Tests mit zwei baugleichen Geräten sowie mehreren alten sowie identischen (baugleich, selber Hersteller) neuen Akkus mehrfach reproduzierbar nachgestellt, überprüft (und hier ebenfalls veröffentlicht): Wenn das Handy im Pub mit ihrem Akku beim simsen ausgegangen war, lässt es sich idR erneut einschalten, eine SMS tippen, geht aber beim versuchten Versand wieder aus. Nach etwas Stromversorgung (die so oder so wahrscheinlich benötigt wurde, ohne ging es in der Mehrzahl der Testdurchläufe nicht) geht die SMS dann beim erneuten Einschalten (im Szenario also 0.49) automatisch raus, WENN zwischenzeitlich der Akku nicht aus dem Gerät entfernt wurde. Also Aufladen per Kabel, KEIN weiterer Akkutausch zwischen Pub und FZ Nieheim. Das ein Knackpunkt, denn wenn man, um den möglichen Ablauf nachzustellen, den leegehenden Akku durch Entnahme simuliert, ist die zu versendende SMS nicht mehr im Speicher, kommt man zu unzutreffenden Schlussfolgerungen.
In meinem Szenario kommt es nach einem abgelehnten Annäherungsversuch zur Eskalation, Insistieren oder frustriert aggressive Reaktion seinerseits. Verortet hatte ich das spekulativ zum Mecces-Parkplatz oder irgendwo dort in der Pampa, wo man vielleicht gehalten hat, um seinen Burger zu essen, im Restaurant ists nicht so dolle. Von seiner Seite vielleicht dabei der Hintergedanke, bessere Situation, um sein Glück zu versuchen? (Den Punkt hatte ich damals nicht ausgeführt).
Die Verortung zum Mecces, Bad Driburg, bei meinem Szenario durch die Nähe zur FZ Nieheim motiviert, wo man dann ja etwas später jedenfalls gewesen ist.
Beim Pünktchenmann an der Stelle die Abweichung, die Szene habe in PB auf einem Uni-Parkplatz stattgefunden. Er sei nach einer der Schelle für Frauke ohne konkretes Ziel losgefahren (mit Frauke), Kopf freikriegen, nachdenken, vielleicht mit ihr die Sache klären, wie auch immer. Mir völlig plausibel. Er hat nach der Schelle Stress, Handlungsdruck, aber keinen Plan, keine Zielstrebigkeit. Erstmal den Ort verlassen, Frauke nicht gehen lassen (ob "festsetzen" da schon explizites Motiv, wäre offen) - mE gut nachvollziehbares Verhalten.
Im Weiteren die Situation, dass Frauke zumindest zunächst noch klar von ihrer baldigen Heimkehr ausging, dass die Anrufe eine Reaktion auf die Donnerstag einsetzende medial öffentliche (uA Radio) und "offizielle" (Polizeilogo auf den ausgehängten Flyern) Suche nach ihr als potentiellem Verbrechensopfer gewesen seien. Die Situation vor Ort die, dass man einen möglichst folgenlosen Ausgang (für beide) suchte/anstrebte, was sich aber angesichts ihres immer länger dauernden Fernbleibens und vielleicht auch seinerseits fehlendem Vertrauen, dass sie die Klappe halten würde, zunehmend als unrealistisch erwies.
Hatte ich so aus den Anrufen (Timing, Inhalte) als gut passendes Szenario hinter den Anrufen geschlossen. Auch als Motivation für das so ungewöhnliche Stattfinden der Anrufe als solches passt es mMn: Wenn Frauke tatsächlich (wie auch immer man das gestaltet hätte) bald heimkommen und dabei dann im Rückblick soweit "Harmlosigkeit" bestehen sollte, dass sie einfach "die Klappe halten" kann, dann sind diese Anrufe mit ihrem Inhalt doch genau das, was naheliegt, wenn es sich noch unbestimmt (aber "jedenfalls nur kurz, bis morgen") verzögert. Der Täter (und Frauke) hier vielmehr noch ganz in der Vorstellung, dass es irgendwie einen solchen Ausgang nehmen [i]muss[/i] - zu realisieren, dass es das nicht [i]kann[/i], da muss man beiden bei so einem Verlauf doch ein paar Tage Zeit einräumen können, meine ich.
Auch der Punkt, dass in dem Szenario die eigene Wahrnehmung gar nicht die einer zielgerichteten, von vornherein böswilligen Entführung mit geplanter Tötung, sondern vielmehr ein "hineingeraten sein" mit zunächst Zielsetzung eines für alle möglichst folgenlosen Ausgangs wäre, dürfte die Hemmschwelle, mit seinem (de facto) Entführungsopfer herumzufahren und die Anrufe zu machen, erheblich gesenkt haben. Geht man dagegen stattdessen von der klaren Perzeption eines zu vertuschenden Kapitalverbrechens aus, wäre mMn jegliches zusätzliche Risikoempfinden massiv stressbehaftet und entsprechend mit hohen Hemmschwellen versehen. Nicht ohne Grund telefonieren Entführungsopfer in aller Regel nicht mehr mit ihren Leuten.
An der Stelle auch mal anders bedacht: Eine Frauke, die vom ersten Tag an Todesangst gehabt hätte, situativ dem Täter gewaltsam zur Willenlosigkeit unterworfen, in der Zeit ggf. wiederholt misshandelt (etwa sexuell, irgendein Motiv für fortgesetztes Festhalten des lebenden Opfers muss es da ja auch geben) - wäre die in der Lage gewesen, auch nach 5 Tagen (Sonntag) noch ihr Sprüchlein aufzusagen, die bald heimkommende Frauke zu mimen, der es soweit gut geht, dass man sich keine Sorgen machen soll?
Klar kenne ich da die üblichen Schlagwörter des Einwands, Drogen, Sedierung, Drohung. Nur mal so: Bevor Drogen/Medis einen Menschen in Todesangst wirksam beruhigen, setzen sie vor allem deren Fähigkeit zur Selbstkontrolle herab, Verhalten wird deutlich impulsgesteuerter - und damit das Opfer weit unzuverlässiger und weniger befähigt, etwas glaubhaft vorzuspielen. Achtung: Heißt nicht, es wären keine Drogen/Medis im Spiel gewesen (weiß man nicht), sondern dass auch bzw. gerade in dem Fall eine Frauke, die an ihre baldige Heimkehr glaubt, wahrscheinlich gewesen wäre.
Dagegen eine Frauke, die zwar unfreiwillig und fremdbestimmt in einer absolut unerwünschten Situation ist, aber dennoch zunächst die ihr glaubhafte (weil noch zutreffende) Perspektive auf Freilassung und Kooperation als sinnvollem Weg hatte? Die mit dem Täter wegen gemeinsamem Interesse in gewisser Weise auch "auf Augenhöhe" war, jedenfalls im Vergleich zu einem Entführungsopfer, das missbraucht und mit Aussicht auf spätere Ermordung völlig objektifiziert, "entmenschlicht" gewesen wäre? Passt so viel besser zu ihrem Auftreten, dazu, dass sie überhaupt tagelang so auftreten [i]konnte[/i].
Es wird immer wieder angeführt, ihr Auftreten wäre auffällig gewesen, gedämpft, Fragen nicht oder nur teilweise oder ausweichend beantwortend. Natürlich, wie auch sonst? Das war Stress, Frauke stand unter Druck und Zwang, war mutmaßlich übermüdet (glaube nicht, dass sie in der Woche gut geschlafen hat). Natürlich konnte/durfte sie nichts über ihre tatsächliche Situation preisgeben, antwortete ausweichend oder gar nicht.
Aber Chris, der Frauke ja gut kannte, berichtet darüber hinaus nichts von Eindrücken, Frauke hätte irgendwelche Anflüge von Angst, Panik, Fassungsverlust usw. in ihrer Stimme oder in ihren Antworten gezeigt (also Do-So, der letzte Anruf am Dienstag kommt noch). Man war sich zu dieser Zeit nicht [i]sicher[/i], ob etwas Schlimmes passiert sei, viel eher maximal beunruhigt darüber nicht zu wissen, was los sei. Dass man da gleichzeitig ganz von der katastrophalen [i]Möglichkeit[/i] eines schlimmen Verbrechens vereinnahmt war, völlig klar. Ich denke die entsprechenden Interviewpassagen mit Ingrid Liebs geben diese damalige Situation gut nachvollziehbar wieder. Die Äußerungen von Karen zum letzten Telefonat, das sie sehr betroffen gemacht hatte und ihr/ihnen wie ein Abschied vorgekommen war drücken implizit aus, dass dies zuvor von ihnen/Umfeld nicht so bzw. nicht so eindeutig wahrgenommen wurde.
Beim letzten Anruf eine klare Veränderung bei Frauke. Ein Tag Pause davor, gut möglich dass da "etwas passiert" war, eine Veränderung eingetreten war, was ihre Sicht auf ihre Situation verändert hatte. Wäre aber eine fragwürdige Annahme, wenn sie bereits davor von Beginn an in Todesangst gewesen wäre, in einer ihr als aussichtslos wahrnehmbaren Situation gefangen, in der sie nichts als sich unterwerfen konnte.
Ja, der letzte Anruf. Es wird immer wieder gefragt, warum hat er sie da noch anrufen lassen, warum hat er sie so frei sprechen lassen, warum hat sie selbst da nichts ausgeplaudert?
Der sonst eiskalte, da aber generöse Täter, der nichts zu befürchten gehabt hätte, weil Frauke eh nichts zu seiner Identifizierung Hinreichendes gewusst hätte - immer wieder angeführt, und jedesmal und bis heute eine Antwort, die nicht passt aus verschiedenen Gründen. Kann ich gern auch nochmal begründen, muss hier aber irgendwann auch mal zum Ende kommen.
Jedenfalls:
Ich hatte ein Szenario lange vor dem Auftritt des PM entworfen und als mir hoch wahrscheinlich benannt und argumentativ detailliert begründet, das eben dessen Darstellung ziemlich genau vorweggenommen hat. Die Abweichungen bei der Verortung des Übergriffs und anschließend die Erklärung wie es zur (bei ihm nicht weiter bedeutsamen) Ortsmarke "Nieheim" gekommen war, interessant und jedenfalls einleuchtend.
Nenn es voreingenommen, selbst überzeugt - es ist, wie es ist.
Ich halte die Story des Pünktchenmannes nicht für per se unglaubwürdig, bzw. ihn für nicht authentisch. Da hast du vielleicht eine oder zwei Äußerungen von mir herausgegriffen und isoliert wiedergegeben.
Der eine oder andere Beitrag von mir nach dessen Auftritt mag auch provokativ in seine Richtugn gemeint gewesen sein, um etwa eine möglich Reaktion zu erreichen.
Ich frage mich vielmehr ergebnisoffen und bislang unbeantwortet:
- Ist der Pünktchenmann und seine Darstellung echt, und habe ich einfach mit meiner Hypothese richtig gelegen? (Würdest du wahrscheinlich sofort für zu selbst überzeugt halten, wenn du diese Möglichkeit von mir isoliert lesen würdest)
- Oder ist das "fan fiction" von irgend jemand? Als mutmaßlich hier regelmäßig mitlesender Autor könnte der sich natürlich dann an meiner früheren Hypothese bedient haben. So wie ich schreibe, ist das schon keine schlechte Vorlage, um so eine Story aus der Täterperspektive wiederzugeben, braucht natürlich dennoch (so oder so) noch erheblich Eigenleistung. Aber auch diese so geäußerte Möglichkeit wahrscheinlich in deinen Augen nur Hinweis auf Selbstgefälligkeit oder was auch immer meinerseits.
- Oder der Pünktchenmann hat als tatsächlicher Täter hier eine Geschichte erzählt, die jedoch nicht den tatsächlichen Ablauf wiedergibt, vielmehr war es ganz anders gelagert. Könnte ja auch sein, etwa als Ablenkung, weil sich manche neueren Gedankengänge oder Ermittlungsaktivitäten für ihn beunruhigend in Richtung Wahrheit bewegten, dann so als Ablenkungsmanöver, Nebelkerze motiviert. Auch der hätte als mutmaßlich treuer Mitleser hier sich gut bei meiner Hypothese bedienen können. Jaja, ich weiß, auch hier wieder meine Selbstgefälligkeit...
Hatte ich zumindest ansatzweise so hier zum Ausdruck gebracht, kann dir auch jeder bestätigen, mit dem ich ausführlicher (und nichtöffentlich) darüber geschrieben habe. Dass ich, wie du sagst, den Pünktchenmann für unglaubwürdig halten würde, trifft schlicht und einfach nicht zu. Bin nur unentschieden, kein entweder-oder.
Ansonsten, ich habs weiter oben mal erwähnt, sind für mich nach wie vor die Asseln-Brüder hoch interessant. Teils auch aus Gründen, die nichts hier im Öffentlichen verloren haben.
Und das ganze Bohei um das Stawski-Kasperletheater - Niels, der tote Thomas, Bella, Jamie, Chris, wenn man will auch noch der "Nieheim-Schrauber" - wie gesagt, das habe ich in verschiedenem Rahmen, mit verschiedenen Leuten und inklusive einiger Infos, die so nicht in den Dokus oder sonstwo öffentlich zu finden sind, aus verschiedenen Perspektiven und Hypothesen heraus wiederholt und zum Teil sehr umfangreich diskutiert in den letzten Jahren.
Bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass das letztlich immer im völlig Optionalen und mit Irritationen und unbeantworteten Fragen verbleibt, insgesamt mir nur wenig wahrscheinlich erscheint. Wenn ich dazu im Verlauf was poste, dann immer im Zusammenhang/Reaktion auf die Beiträge anderer, hab ansonsten keinen Anlass hier irgendwelche "Niels-Stories" zu kolportieren.
Den "Nieheim-Schrauber" hatte ich zuletzt noch auf dem Schirm, dann aufgrund Infos zu diesbezüglichen Ermittlungsergebnissen (seitens EB) aber abgehakt.
Ja, der Punkt, dass die zeitnah aufgetretenen, als Ereignisse per se schon unwahrscheinlichen Tode in Niels damaligem Leben, stochastisch betrachtet ausgesprochen auffällig sind, das ist mir schon ein Anlass, mir irgendeinen Reim darauf machen zu wollen, wie die sinnhaft zusammenhängen könnten. Ist aber der einzige Aufhänger, da soweit nichts weiter auf eine Tat entsprechend meiner "Mobbing-Skizze" hindeutet. Oder doch? Gibt da ein Detail, das allerdings optional zu sehen und definitiv vertraulicher Natur ist. Kann ich mit einem "Gastii" schon wegen fehlender Möglichkeit zu Austausch per PN nicht auseinandersetzen.
So weit, und nun mach dir am besten wieder mehr Gedanken über den Fall als zu mir, kommt vielleicht mehr dabei raus ;)