MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Freitag, 06. November 2026, 04:05:32

Weiß eigentlich jemand hier, ob es vor der SMS an Chris am Freitag Abend einen (erfolglosen) Anrufversuch an ihn gab, einen Anruf in Abwesenheit?
In den Dokus ist nichts Derartiges erwähnt, aber das wäre auch ein Detail, das man da vielleicht zur Straffung des Contents auch weglassen würde.
Alternativ wäre sowas natürlich auch Täterwissen, wenn man es gezielt nicht verbreitet.

Jedenfalls, ich frage mich, wenn es keinen vorangegangenen Anrufversuch gab, war dann von vornherein nur eine SMS vorgesehen? Aber warum war Frauke dann überhaupt mit dabei? Wäre doch viel einfacher und völlig risikofrei gewesen, dann nur mit ihrem Handy zu fahren.
Oder war sie relativ spontan nicht bereit oder in der Lage zu telefonieren und man entschied sich stattdessen für die SMS? Aber dann hätte sie doch kaum zwei Minuten später Franks Anruf entgegennehmen und im Gespräch mit ihm relativ normal wirken können/dürfen.

Interessant auch der sehr ähnliche Wortlaut der SMS und Teilen ihrer Äußerungen Frank gegenüber kurz danach. Frauke kannte den Wortlaut der SMS.
Hat der Täter ihn ihr diktiert? Viel zu umständlich, hätte er einfach selbst getippt.
Hat der Täter ihr den Text dann vorgelesen? Vielleicht, aber - wozu?
Oder hat sie womöglich den SMS-Text einfach selbst geschrieben gehabt, so ganz ohne Täter-Diktat?

Man könnte sich auch herbeikonstruieren, dass geplant war, eine SMS zu schicken und dann den erwartbaren Rückruf entgegenzunehmen (der dann ungeplant tatsächlich von Frank statt Chris kam). So als Maßnahme, die irgendwie besonders glaubwürdig wirken sollte, weil sie da telefonisch erreichbar war oder so.
Dagegen spricht erstens, dass das als "um die Ecke gedacht" etwas unwahrscheinlicher ist und bei Licht betrachtet überhaupt nichts an zusätzlicher Glaubwürdigkeit produziert.
Und zweitens wurden SMS und Frank-Telefonat zwar über die selbe FZ abgewickelt, waren jedoch zwei verschiedenen, aneinander grenzenden Richtantennen zugeordnet. Das ist zwar kein hundertprozentiger Beweis, jedoch ein Hinweis auf eine wahrscheinliche Ortsverlagerung zwischen SMS und Anruf. Das heißt, in den 1-3 Minuten (Zeitstempel Differenz zwei Minuten, jedoch ohne Auflösung nach Sekunden) dazwischen hat man sich mutmaßlich fortbewegt - das klingt so gar nicht nach "unmittelbaren Rückruf erwarten". Sondern vielmehr danach die SMS zu schreiben, loszufahren, und dann klingelt das Telefon, Frauke geht (während das Auto fährt?) dran. Am Rande, Frauke hat den Anruf recht zügig/schnell entgegengenommen, kein langes Klingeln - sagt jemand, der es wohl wissen muss.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Freitag, 06. November 2026, 03:11:45

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 23:58:30 Da unterscheiden sich wohl unsere Werte. Frau Liebs, Chris und Fraukes Umfeld schlugen schon am Mittwochmorgen Alarm, man hat sehr schnell realisiert, daß da jemand ist, der Frauke daran hindert Heim zu kommen.
Habe selbst Kinder und wäre eins in Gefahr hätte ich sicher nicht das Gemüt auf einem Ball präsent zu sein, das mag die Familie Liebs anders gehandled haben... das kann man ok finden, oder nicht.
Meine ursprüngliche Frage war, ob es diesen Ball mit Anwesenheit der Familie Liebs überhaupt gab.
Joa, im letzten Satz sagst du ja selbst, dass du gar nicht weißt, ob und wer jetzt wirklich auf Karens Abiball war aus Fam. L.. Warum soll man es dann überhaupt beurteilen oder gar verurteilen, wenn man letztlich nicht mal weiß, ob das Beurteilte stattfand? Erschließt sich mir nur unvollständig.
Und für den Fall, dass sie wirklich dahingingen: Es gibt ja auch die Philosophie, dass wenn etwas Schockierendes in den Alltag einbricht, dass es dann hilft, an Normalität festzuhalten.
Und wenn sie dagegen jetzt nicht auf dem Abiball gewesen sein sollten, dann dürften sie eben zuhause gesessen sein und ihre Hirne mit Horrorgedanken gemartert haben. Was bringt das? Sie hätten durch eine Ballteilnahme ja kaum irgendwelche Schritte unterlassen, mit denen sie Frauke hätten retten können. Seh das jedenfalls nicht. Wenn sie nicht da waren, würde ich vermuten dass ihnen nicht danach war.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Freitag, 06. November 2026, 02:38:51

Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31 Du hast Recht. Danke für die Aufklärung. Dann fällt auf, dass sie mit jedem Anruf mehr „durfte“, mehr Freiheiten haben konnte bis sie schließlich über 5 Minuten lang telefonieren durfte. Wer weiß, womöglich hätte sie noch länger sprechen dürfen, wäre das Telefonat nicht durch C beendet worden. K hätte mit ihr vielleicht noch länger gesprochen, wenn man sie gelassen hätte.
Darüber kann man nur spekulieren.

Während sie bei ihrem ersten Anruf noch monoton klang und wie auf Drogen, beschrieb sie Bruder Frank bei seinem Telefonat als relativ normal. Wobei hier davon auszugehen ist, dass sie wenig sprach, da ja er eher redete und ihr eine „Ansage“ machte.
Wiederum beim allerletzten Anruf soll sie dann wieder verwaschen und langsam gesprochen haben.
"Mit jedem Mal mehr" sehe ich bei Fr-So nicht unbedingt buchstäblich. Aber Fr-So erscheint in mehreren Aspekten "freier" als der Donnerstag. Der Donnerstag-Anruf wirkt auf mich wie unter großer Anspannung gestaltet, man hat sich genau überlegt, was da zu sagen ist (und was nicht) und hat den Verlauf vorgegeben - vor meinem geistigen Auge sehe ich Frauke mit einem Zettel mit Stichworten. Buchstäblich vorgelesen eher nicht, dann wäre die verräterische Floskel "ich wollte sagen, dass..." rausgefallen. Spielt aber letztlich im Detail natürlich keine Rolle.

Beim letzten Anruf war Frauke mental komplett durch. Erkennbar Verzweiflung, Todesangst, stellenweise Fassungsverlust. Das wird ihr nicht plötzlich bei Beginn des Anrufs gekommen sein, sondern einen zeitlichen Vorlauf gehabt haben. Völlig klar, dass sie da entsprechend klingt, da brauchts keine Drogen oÄ.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31 Glaubst du, der Täter fuhr mit Frauke in ihrer ursprünglichen Kleidung zu den Standorten? Denn ihr Shirt war auffällig rot, sie wurde so ja damals schon gesucht und für ihn muss es ja auch eine enorme Stresssituatiom gewesen sein diese relativ weiten Wege mit ihr zurück zu legen in diesem Outfit. Das ist nun einmal eine Signalfarbe. Das konnte man sich recht einfach merken und hätte das womöglich bei Beoabtungen oder beim Warten an der Ampel sehen können. Kannst du dir vorstellen, dass er sie dafür umgezogen hat?
Oder fuhr er gar nicht mit einem normalen Pkw?
Naja, rot ist zwar eine Signalfarbe, aber als Oberteil ohne Aufdruck oder sonstige auffällige Besonderheiten auch nicht weiter bemerkenswert. Wenn er sich da einen Kopf gemacht haben sollte, hätte er sie auch eine leichte Jacke drüberziehen lassen können, oder einen Hoodie mit Kapuze vielleicht. Ich denke, die Frage hat keine Relevanz, weil es dazu weder irgendwelche Indizien gibt, noch darin irgendwelche weiterführenden Schlussfolgerungen liegen würden.
Was den Stress (Entdeckungsangst) bei den Fahrten angeht: Ich denke es könnte einen wesentlichen Unterschied machen, ob da ein Täter mit vorausgeplanter Entführung und Tötungsabsicht unterwegs war oder einer, für den die Anrufe quasi Bestandteil einer tatsächlich beabsichtigten spätere Freilassung Fraukes waren, der sich als "Entführer" von Öffentlichkeit/Polizei falsch gesehen fühlte. Nur so ein Gedanke.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31 Ich frage mich häufiger, wieso er sie in diesem auffälligen Outfit und diesem roten Shirt abgelegt hat, was ja erheblich dazu beitrug, dass man sie auch aus einer Entfernung hätte sehen können. Und dann denke ich manchmal, dass er sie entweder wieder umgezogen hat extra für diesen letzten Ausflug oder - und das finde ich fast wahrscheinlicher - dass sie die gesamte Woche so bekleidet war und er körperlich mit ihr gar nichts zu tun hatte.
Hätte man sie vielleicht nur 6 Wochen eher gefunden, hätten weitreichende Erkenntnisse vorhanden sein können. Wieso also legt er sie nicht ohne Kleidung ab und vernichtet Beweismaterial, was die Kleidung ja nun einmal ist. Sie hätte noch einige Zeit vieles erzählen können. Wiederum behält er persönliche Gegenstände, die er vielleicht berührte. Logisch, dass er ihr Handy öfter in der Hand hatte, auch ihre Tasche, denn darin lag ja das Handy. Und die Geldbörse musste er anfassen, denn er musste checken, um wenn es sich handelt (Personalausweis oder Bankkarte mit Namen und Wohnort). Das fasste er, spekuliere ich, noch bei der ersten Begegnung an, vielleicht unvorsichtig und ohne Handschuhe.
Aber ihre Kleidung, die eine Woche lang in ihrem Versteck lag, ihre Schuhe, die nimmt er ihr nicht ab. Daraus schließe ich, dass er sie nicht angefasst hat, dass es kein sexuelles Motiv war.
Bei der Ablage, soweit man das nach Bildern und Schilderungen von Ortskundigen sagen kann, wäre keine Sicht aus nicht unmittelbarer Nähe auf das auffällig rote Shirt möglich gewesen. Die Überreste lagen in einer kleinen, hinreichend tiefen Senke.
Die Ablage wird von vielen als ausgesprochen gut geeignet angesehen, und da wird dann gern gleich hineininterpretiert, der Täter müsse doch eine derart gute Stelle vorab gekannt haben. Nun, sie hätte gut auch deutlich früher gefunden werden können, der Jäger, der sie letztlich gefunden hat, wunderte sich, dass sie so spät entdeckt wurde. Ich sag mal so, wäre sie an exakt derselben Stelle deutlich früher gefunden worden, würde hier keiner dafür schwärmen, wie geeignet die Stelle doch gewesen sei.
Eine Leiche nicht nur hinreichend weg von jedem nachvollziehbaren eigenen räumlichen Bezug zu schaffen (was mMn gegen einen Täter aus Lichtenau oder Herbram-Wald sprechen würde), sondern auch zu verstecken, ist intuitiv nahe liegendes Verhalten. Leichen werden selten auf Parkbänke gesetzt, sondern im Wald abgelegt/vergraben oder im Fluss versenkt (nur beispielhaft, gibt natürlich weitere Varianten). Um tatsächlich hoch wahrscheinliches oder gar sicheres spätes Auffinden (oder gar "nie") geht es da oft ebenso wenig wie um tatsächlich erfolgreiches Beseitigen möglicher Spuren. Das mögen Täter durchaus auf dem Schirm haben, aber die Umsetzung ist dann oft naiv, nicht zuverlässig zielführend - sonst würde man nicht die meisten Todesopfer, die irgendwohin verbracht und "versteckt" wurden, relativ bald und relativ unversehrt dennoch finden.
Und die Frauke-Ablage passt da für mich genau ins Bild. Sichtschutz ja, wenig frequentiert auch (vor allem weil man wirklich nah ran musste, um was zu sehen), über die Geruchsentwicklung nur ein paar Meter neben der Straße hätte ich mir an der Stelle wohl einen Kopf gemacht. Spuren an der Kleidung? Offenbar nicht so auf dem Schirm, oder die Hoffnung, dass sie lang genug unentdeckt bliebe, so dass da nichts mehr zu finden sei. Ein Täter nicht aus dem nahen Umfeld und ohne irgendwo registrierte DNA hätte ja auch erstmal ins Visier geraten müssen für einen Abgleich mit gefundenen Spuren.
Jedenfalls, die Verbringung von Fraukes Leiche keinesfalls "perfekt", kein Tathandeln eines detailliert durchgeplanten und gründlichen Täters. Vielmehr das nahe liegende Handeln im Rahmen der Möglichkeiten von jemand, der eine Leiche loswerden muss, nicht mehr und nicht weniger. Kannte der die Stelle vorher? Der wird kaum mit der Leiche im Kofferraum umhergefahren und eine geeignete Stelle gesucht haben. Obwohl, wenn er Frauke tatsächlich "unterwegs und spontan" (etwa direkt nach dem letzten Telefonat) getötet haben sollte, dann vielleicht schon. Aber ansonsten, entweder kannte er die Stelle vorher, oder er ist mit der Leiche (oder noch lebenden Frauke) im Keller herumgefahren und hat eine geeignete Stelle gesucht. So besonders wie manche hier tun ist die Stelle nicht, da hätte man in der ländlichen Gegend dort noch andere gefunden.
Klar muss man überlegen, wer die Örtlichkeit wohl kannte, auch weil das mögliche Zeugen sind für jegliche Auffälligkeiten vor Ort vor, während und nach der Tat. Aber dass hier der Täter zu finden wäre, halte ich für eher unwahrscheinlich.

Was Handtasche/Uhr/Geldbörse/Handy angeht:
Das Handy hatte mit Sicherheit der Täter, das war nicht bei Frauke. Die Handtasche mit Geldbörse dürfte sie ebenfalls nicht permanent bei sich gehabt haben, die lag irgendwo rum oder hat der Täter irgendwo hin geräumt. Die Uhr könnte Frauke beim Waschen aus- und nicht wieder angezogen haben, da könnte bei einer Handgreiflichkeit das Band gerissen sein, die könnte beim Fesseln der Hände im Weg gewesen sein, wie auch immer. Viele Möglichkeiten, warum die bei Fraukes Tod nicht an ihrem Handgelenk war.
Tja, und dann - Frauke ist tot, mutmaßlich in ihren Klamotten vom letzten Dienstag, besagte Gegenstände befinden sich nicht an oder unmittelbar neben ihr. Der Täter verbringt ihre Leiche und hat den Kram, der irgendwo außer Sichtweite liegt, gar nicht auf dem Schirm. Als ihm die Sachen einfallen denkt er sich, die wirft er halt woanders weg.
Kurz, ich sehe da beim besten Willen weder ein demonstratives Handeln ("Er hat ihr alles genommen" - Ingrid Liebs), noch etwas, das groß durchdacht mit Spurenvermeidung zu tun hätte.
Gast hat geschrieben: ↑Freitag, 06. November 2026, 00:06:31 Was ist mit der Mutter/Mama von diesem jungen Mann (Ns Freund), der sich das Leben nahm?! Das ist die einzige Mama, die mir in den Sinn kommt, die ggf. einen Groll hegen könnte gegen N und ihm seine neue Bekanntschaft nehmen möchte, weil auch ihr der Sohn genommen wurde.
Sie kriegt mit, der N lebt sein Leben weiter, während ihr Sohn gerade tot ist. Sie könnte erleben wie er sogar ein neues Mädchen kennenlernt, kurz nach dem Suizid ihres Sohnes.
(...)
Ja, Niels verliert seinen engsten Freund ("Doppelpack", sagt Isabella) auf dramatisch tragische und gewaltsame Weise, und wenige Wochen später verschwindet seine neue Bekannte und stirbt, mit der er picknicken war usw. Das erscheint so unwahrscheinlich, dass man an einem Zufall zweifeln mag.
Mittlerweile hat sich ja herauskristallisiert, dass wohl eher Frauke an Niels weiter gehendes Interesse hatte als umgekehrt. Aber von außen betrachtet mag das jemand durchaus anders interpretiert haben und von einem ebensolchen Interesse seitens Niels ausgegangen sein.
Dass T´s Familie Niels sein Weiterleben inklusive Feiern und "neuer Freundin" übel nahmen ist eine Möglichkeit, sollte man aber nicht unterstellen. Ebenso die Möglichkeit, dass sie Niels irgendwie verantwortlich für T´s Tod machten - aber auch hier ohne Verdachtsmoment. Da T dem Vernehmen nach außer Niels ausgesprochen wenig sozial angebunden war, könnte man hier weitere Freunde ausschließen wollen, aber wer weiß, vielleicht gab es ja dennoch jemanden?
Ein Detail ist, dass das Wohnhaus von T´s Eltern recht nah an den Gewerbegebieten Dören/Benhausen liegt.
Was allerdings völlig fraglich ist: Woher sollten die Frauke (oder auch nur wie sie aussieht) gekannt haben? Woher sollten sie gewusst haben, dass sie Dienstag Nacht nach 23 Uhr allein von der Innenstadt nach Hause laufen würde, und in welcher Richtung ihr Zuhause lag? Was sollten sie mit ihr etwa 1,5h später im Raum Nieheim zu suchen gehabt haben?
Aber was mich am meisten davon abhält, in dieser Richtung weiterzudenken: Die Familie hat ihren Sohn tragisch verloren. Und um dessen besten Freund für was auch immer zu strafen, entführen und töten sie einen anderen, eigentlich unbeteiligten jungen Menschen? Und wenn, bereuen es bis heute nicht so, haben so wenig Empathie mit Fraukes Familie, dass sie es bis heute nicht offenbart haben? Nicht nur eine, sondern zwei Personen, die das so zusammen durchziehen? An der Stelle bin ich dann nicht bereit, einen auch nur hypothetischen Verdacht zu formulieren. Das wäre nicht nur ausgesprochen unwahrscheinlich, sondern ebenso völlig infam.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass jemand Niels Übles wollte und, "inspiriert" von dessen Verlust bzgl. T, seine "neue Freundin" verschwinden ließ. Zunächst vielleicht nur als derber Scherz, der dann eskalierte, weil man sie nicht wieder gehen lassen konnte ohne erhebliche Konsequenzen erwarten zu müssen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Freitag, 06. November 2026, 00:59:56

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 23:43:19 Gut geschrieben und kombiniert. Zwischen den Zeilen könnte man aber durchaus ein freiwilliges Wegbleiben interpretieren.
Danke.

"Freiwillig" im Sinne von "sie hätte jederzeit heimgehen können" sicher nicht, da dürften sich wohl alle einig sein.
Aber dass Frauke bei den Anrufen offenbar kooperativ war und außer vielleicht beim ersten Anruf auch der Eindruck einer selbst formulierenden Frauke entsteht, insbesondere sie das letzte Telefonat trotz Abweichen vom Duktus selbstbestimmt führt, das ist bemerkenswert.
Ich bin mir sehr sicher, dass das keine Frauke war, die von Beginn an in akuter Todesangst war und unter massiv übergriffigem Täterhandeln (abseits des Festhaltens) stand. Die gesamte Anrufhistorie passt weit mehr zu einer Frauke, die "man letztlich nicht gehen lassen konnte" als zu einem Entführungsopfer, dessen Leid und Tod von vornherein durch ein entsprechendes Motiv (sexuell, sadistisch, Rache...) festgestanden und ihr entsprechend durch das Täterhandeln auch offensichtlich gewesen wäre.

Ja, ich halte einen Tathergang wie etwa vom "Pünktchenmann" vor etwa einem Jahr beschrieben für sehr nahe liegend bis alternativlos, wobei hier natürlich ein Spielraum für Variationen besteht. Es ist ja nicht so, dass der diese Version als erster oder einziger skizziert hätte, der ist nur der Einzige, der das aus Täterperspektive in die Tastatur getippt hat - ob man das jetzt als potentiell authentisch oder doch eher als "künstlerische Leistung" werten will, tut hier nichts zur Sache.
Variationen (nicht abschließend): Statt einem missglücktem Annäherungsversuch mit frustrierter Handgreiflichkeit könnte Frauke auch sonstwas mitbekommen haben, was sie keinesfalls weitererzählen/anzeigen durfte. Sie könnte da im Prinzip auch zunächst selbst beteiligt gewesen sein - man denke an einen Unfall mit Fahrerflucht, nur so als Beispiel. Selbst ein zunächst selbstbestimmtes Wegbleiben, weil sie selbst Scheiße gebaut hat, wäre in so einem Kontext denkbar - wenn sie es nicht alleine war. Bekanntermaßen nahm Frank so etwas an, soll ihr auch beim Telefonat am Freitag entsprechend einen Text gelassen haben, aber auch Chris äußert sich in dieser Richtung (Doku 2015, bzgl. dem Samstag-Telefonat):
Mitbewohner Chris: Warum betonte sie Paderborn so
sehr? Und wieso kündigt sie an, sie komme, und kommt
nicht? Wir haben gerätselt, ob etwas mir ihr nicht
stimmen könnte. Ob sie Mist gebaut hatte und deswegen
nicht zurückwollte.
Das sagt natürlich nichts aus darüber, was tatsächlich war. Wohl aber, dass man sich prinzipiell vorstellen konnte, dass Frauke Scheiße baut und dann erstmal so damit umgehen würde. Daraus muss man jetzt keine Hypothese stricken, aber zur Kenntnis nehmen sollte man solche Details durchaus, meine ich.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Frau Holle_X » Freitag, 06. November 2026, 00:09:58

SGE hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 22:12:13 Und diese Frage ist wichtig, weil...?

Es ist deswegen wichtig, weil wiederholt die Existenz eines Informanten diskutiert wird.
Man stelle sich nun einen eingehenden Anruf vor WÄHREND des Abiballs

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Freitag, 06. November 2026, 00:06:31

Gast hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 22:16:11 Interessanterweise gilt das genau nicht für den ersten Anruf. Ich kopiere hier mal die entsprechende Passage aus der Stern-Doku von 2015 rein:
Du hast Recht. Danke für die Aufklärung. Dann fällt auf, dass sie mit jedem Anruf mehr „durfte“, mehr Freiheiten haben konnte bis sie schließlich über 5 Minuten lang telefonieren durfte. Wer weiß, womöglich hätte sie noch länger sprechen dürfen, wäre das Telefonat nicht durch C beendet worden. K hätte mit ihr vielleicht noch länger gesprochen, wenn man sie gelassen hätte.
Darüber kann man nur spekulieren.

Während sie bei ihrem ersten Anruf noch monoton klang und wie auf Drogen, beschrieb sie Bruder Frank bei seinem Telefonat als relativ normal. Wobei hier davon auszugehen ist, dass sie wenig sprach, da ja er eher redete und ihr eine „Ansage“ machte.
Wiederum beim allerletzten Anruf soll sie dann wieder verwaschen und langsam gesprochen haben.

Glaubst du, der Täter fuhr mit Frauke in ihrer ursprünglichen Kleidung zu den Standorten? Denn ihr Shirt war auffällig rot, sie wurde so ja damals schon gesucht und für ihn muss es ja auch eine enorme Stresssituatiom gewesen sein diese relativ weiten Wege mit ihr zurück zu legen in diesem Outfit. Das ist nun einmal eine Signalfarbe. Das konnte man sich recht einfach merken und hätte das womöglich bei Beoabtungen oder beim Warten an der Ampel sehen können. Kannst du dir vorstellen, dass er sie dafür umgezogen hat?
Oder fuhr er gar nicht mit einem normalen Pkw?

Ich frage mich häufiger, wieso er sie in diesem auffälligen Outfit und diesem roten Shirt abgelegt hat, was ja erheblich dazu beitrug, dass man sie auch aus einer Entfernung hätte sehen können. Und dann denke ich manchmal, dass er sie entweder wieder umgezogen hat extra für diesen letzten Ausflug oder - und das finde ich fast wahrscheinlicher - dass sie die gesamte Woche so bekleidet war und er körperlich mit ihr gar nichts zu tun hatte.
Hätte man sie vielleicht nur 6 Wochen eher gefunden, hätten weitreichende Erkenntnisse vorhanden sein können. Wieso also legt er sie nicht ohne Kleidung ab und vernichtet Beweismaterial, was die Kleidung ja nun einmal ist. Sie hätte noch einige Zeit vieles erzählen können. Wiederum behält er persönliche Gegenstände, die er vielleicht berührte. Logisch, dass er ihr Handy öfter in der Hand hatte, auch ihre Tasche, denn darin lag ja das Handy. Und die Geldbörse musste er anfassen, denn er musste checken, um wenn es sich handelt (Personalausweis oder Bankkarte mit Namen und Wohnort). Das fasste er, spekuliere ich, noch bei der ersten Begegnung an, vielleicht unvorsichtig und ohne Handschuhe.
Aber ihre Kleidung, die eine Woche lang in ihrem Versteck lag, ihre Schuhe, die nimmt er ihr nicht ab. Daraus schließe ich, dass er sie nicht angefasst hat, dass es kein sexuelles Motiv war.

Was ist mit der Mutter/Mama von diesem jungen Mann (Ns Freund), der sich das Leben nahm?! Das ist die einzige Mama, die mir in den Sinn kommt, die ggf. einen Groll hegen könnte gegen N und ihm seine neue Bekanntschaft nehmen möchte, weil auch ihr der Sohn genommen wurde.
Sie kriegt mit, der N lebt sein Leben weiter, während ihr Sohn gerade tot ist. Sie könnte erleben wie er sogar ein neues Mädchen kennenlernt, kurz nach dem Suizid ihres Sohnes.

„Wo bist du?“
„Mama“
Wo bist du?“
„Mama“
Wo bist du?“
„Mama“

Sie ist jedenfalls die einzige Mama in diesem Konstrukt, die ein Motiv haben könnte N jemanden oder etwas zu nehmen. Die Eltern trauern, statt mit ihnen zu trauern geht N auf eine Party, lebt sein Leben weiter, lernt eine junge Frau kennen, geht mit ihr picknicken.
Die Eltern hatten die Räumlichkeiten. Sie hatten in diesen Tagen alle Gründe nicht das Haus zu verlassen, Rollläden sind alle unten, dunkel. Das wundert niemanden, weil sie gerade ihren Sohn verloren haben und trauern. Die gehen ja auch nicht arbeiten und treffen keine Freunde, man lässt sie in Ruhe und auch die Nachbarn wundern sich nicht.
Spekulativ könnte man in den Raum stellen, dass diese Tat für zwei Personen ohnehin deutlich einfacher zu realisieren gewesen wäre.
Ist das denkbar für irgendjemanden außer für mich?

Frauke kannte diese Personen gar nicht. Die werden ihr auch nicht ihre Namen gesagt haben. Insofern hätte sie sowieso wenig sagen können am Telefon. Da war „Mama“ schon bedeutsam.

Sie ging am Anfang vielleicht noch freiwillig mit, logisch dass man sich vor einem Ehepaar im Auto nicht fürchtet, die vielleicht ankündigen, sie können sie zu N fahren oder sowas. Sie werden von Frauke erzählt bekommen haben, über I oder sonst wen aus der Clique. Vielleicht waren sie auch gut informiert darüber wo das Spiel geschaut wird und wo Frauke wohnt. Sie hätten in der Nähe ihrer Wohnung warten können im Auto.

Die Verbindung über drei Ecken ist aber zu weit, als dass da jemals das Haus überprüft worden wäre. T war zwar oft Thema, alles sehr zentral, irgendwie drehte sich alles vor Fraukes Verschwinden um T. Aber dessen Eltern waren vermutlich niemals im Fokus, weil Frauke ja wiederum dann dort als Opfer zu weit weg war und man keine Verbindung sehen konnte. Außer N natürlich, aber das wäre ja dann für die echten Täter exakt das gewünschte Ergebnis gewesen.
Gab es da mal eine Vernehmung, weiß das jemand?
Weiß man grob, was der Vater von T beruflich machte zu dieser Zeit?

Ich spekuliere nur und denke laut nach, falls das also jemand mehr als absurd findet, kann ich das nachvollziehen. Es ist vermutlich auch Quatsch.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Frau Holle_X » Donnerstag, 05. November 2026, 23:58:30

z3001x hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 23:19:00 Abiball hat man nur einmal im Leben. Karen dabei alleine lassen wäre nicht schön. Und Frauke hätte es nicht geholfen. Glaub das kann man niemand wirklich vorwerfen, wenn sie bei so einem Ereignis an der Seite ihrer (zweiten) Tochter stehen. Wobei ich gar nicht weiß wie die Faktenlage wirklich ausschaut und wer von den Liebs Karen begleitet hat, an dem Abend.
Da unterscheiden sich wohl unsere Werte. Frau Liebs, Chris und Fraukes Umfeld schlugen schon am Mittwochmorgen Alarm, man hat sehr schnell realisiert, daß da jemand ist, der Frauke daran hindert Heim zu kommen.
Habe selbst Kinder und wäre eins in Gefahr hätte ich sicher nicht das Gemüt auf einem Ball präsent zu sein, das mag die Familie Liebs anders gehandled haben... das kann man ok finden, oder nicht.
Meine ursprüngliche Frage war, ob es diesen Ball mit Anwesenheit der Familie Liebs überhaupt gab.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Donnerstag, 05. November 2026, 23:51:33

z3001x hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 23:19:00 Abiball hat man nur einmal im Leben. Karen dabei alleine lassen wäre nicht schön. Und Frauke hätte es nicht geholfen. Was also soll der moralisch maskierte Vorwurf?
Ich denke, man sollte sich da in die Situation auch nicht zu einseitig reindenken.
Ja, Frauke kam nicht wie erwartet nach Hause und auch zum Zeitpunkt des Abiballs vier Tage später weiß keiner, wo sie steckt. Natürlich ist man da maximal beunruhigt als Eltern/Familie.
Gleichzeitig ist Frauke erwachsen, hat sich gemeldet und verlauten lassen, sie komme bald heim - auch wenn sie über die Umstände ihres Fernbleibens am Telefon geschwiegen hat. Das tun Entführungsopfer in aller Regel nicht, und man neigt in so Situationen auch dazu, auf den guten Verlauf zu hoffen und die Ungewissheit was los ist, wird durch die erhoffte Klärung nach ihrer Rückkehr gemildert.
Ist das dann also eine Situation, wo man alles andere als bedeutungslos fallen lassen würde, bis sich die Situation um Fraukes Fernbleiben ("verschwunden" ist sie ja wegen den Anrufen nicht, gewissermaßen) geklärt hat? Ich meine nicht. Zumal wenn man sich die Eltern Liebs anschaut, Frau Liebs in verantwortungsvoller Führungsposition und dem Auftreten nach eine sortierte, resolute Frau, da ist Multitasking und der Blick dafür, dass alles andere "läuft", auch wenn grad eine Sache hohe Priorität hat, ebenso Kernkompetenz wie die eigene belastbare Zuverlässigkeit, das eigene "Funktionieren". Und als Arzt (ok, Zahnarzt) ist auch dem Vater das zuverlässige Funktionieren wohl nicht wesensfremd.
Also ja, auch unter der Ungewissheit zu Fraukes Verbleib war es anzunehmend selbstverständlich, dass man als Eltern an Karens Abiball gebührend teilnimmt.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Frau Holle_X » Donnerstag, 05. November 2026, 23:43:19

Gast hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 23:13:33
Gut geschrieben und kombiniert. Zwischen den Zeilen könnte man aber durchaus ein freiwilliges Wegbleiben interpretieren.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von z3001x » Donnerstag, 05. November 2026, 23:19:00

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:53:54Während die Tochter vermisst und in einer Gefahrensituation vermutet wird gehen die Liebs gemütlich aufn Abiball der jüngsten Tochter?
Abiball hat man nur einmal im Leben. Karen dabei alleine lassen wäre nicht schön. Und Frauke hätte es nicht geholfen. Glaub das kann man niemand wirklich vorwerfen, wenn sie bei so einem Ereignis an der Seite ihrer (zweiten) Tochter stehen. Wobei ich gar nicht weiß wie die Faktenlage wirklich ausschaut und wer von den Liebs Karen begleitet hat, an dem Abend.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Donnerstag, 05. November 2026, 23:13:33

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:53:54 Nein, es riecht eben nicht nach spätem Feierabend. Alle Zeiten wo per Anruf und SMS KOntakt hergestellt worden ist, sind in einer Unterkategorie des Forums haarklein aufgelistet, User !ettib 101 remmiZ hat recht, da ist tatsächlich kein Ssystem hinter den Kontaktzeiten, man muss nur ganz in Ruhe darauf achten.
Es könnte ein Schichtarbeiter sein, es könnte sich aber auch um jemand handeln, der nur Frühdienst leistet, genauso gut kommt auch ein Urlauber in Betracht oder jemand der ganz ohne Job ist. Können wir alles nicht wissen und müssen uns mit Spekulationen behelfen. Diese sind ja auch in einem gewissen Maß ok, aber den Bogen zu spannen zu Schützenfesten und anderen Veranstaltungen hilft das iwie ? ..ich denke eher nicht.
Eine andere Sache: Ein User erwähnte einen Abiball. Kann aber dazu nicht einen einzigen Artikel finden. Was hat es damit auf sich?
Während die Tochter vermisst und in einer Gefahrensituation vermutet wird gehen die Liebs gemütlich aufn Abiball der jüngsten Tochter?
Die Zeiten sind, ausgenommen dem Samstag, spätabends. Aber sie variieren soweit, dass man da auch mit der Annahme unterschiedlich weiter Anfahrtstrecken von passenden hypothetischen geografischen Festhaltepunkten nicht zu einem kleinen Zeitfenster für den jeweiligen Aufbruch findet, der etwa auf einen festen Zeitpunkt (Schichtende etc.) hindeuten würde. Nein, man ist einfach abends irgendwann losgefahren.
Ende Juni geht die Sonne in Deutschland etwa 21 Uhr (Sommerzeit) unter, dunkel wirds etwa eine Stunde später. In den bevorzugt angefahrenen Gewerbegebieten im östlichen Paderborn hat es Großmärkte, Baumärkte, Möbelhäuser, Zoogeschäfte, Tankstellen, Waschanlagen usw. Viel Publikumsverkehr in der Gegend, etwas über den Geschäftsschluss um üblicherweise 20/21 Uhr hinaus, danach nicht mehr.
Da ist beim besten Willen kein Muster herauszulesen außer dem Umstand, dass man wohl Dunkelheit und wenig Straßen- und Publikumsverkehr bevorzugt hat.

Ja, und der Samstag.
Da war um 17 Uhr das Achtelfinale Deutschland - Schweden (nicht gegen England...). Man könnte annehmen, dass der Täter vielleicht das Spiel sehen wollte. Man könnte auch annehmen, dass von seinem Umfeld erwartet würde, dass er das Spiel mitschaut und danach noch zum Feiern bleiben würde. Man könnte auch annehmen, dass der Täter angenommen hat, dass nach dem Deutschlandspiel (zumal am Wochenende) bis in die Nacht noch erheblich mehr Verkehr als sonst zu Fuß und per Auto unterwegs sein würde, inklusive erhöhter Polizeipräsenz im Straßenverkehr und zumindest an manchen Orten. Man könnte annehmen, dass dem Täter deshalb eine Anrufzeit nachmittags statt am späteren Abend naheliegender war.
An diesem Samstag Abend war Karens Abiball. Wer von ihrer Familie oder Umfeld daran teilgenommen hat, weiß ich nicht. Frauke spricht laut Protokoll bereits Freitag kurz von Mitternacht davon, "heute" nach Hause zu kommen (meint damit evtl. bereits den folgenden Samstag?), "nicht zu spät", und am Samstag dann auch "heute, nicht so spät". Möglich, dass das auf den Abiball als sicherlich länger vorher als wichtiges Familienevent gewertetes Ereignis und ihre Teilnahme bezogen war, wissen tun wir es nicht.

Bemerkenswert am Samstag-Anruf ist aber noch etwas ganz anderes, nämlich der Anrufort. Nicht Nieheim östlich von Paderborn, nicht die Gewerbegebiete im östlichen Paderborn, nicht Dreihausen "ganz woanders", sondern der nördliche Rand des Industrie- und Gewerbegebiets Mönkeloh im südlichen Paderborn.
Erstens, das liegt grad an der Borchener Straße. Von ihrem Wohnort grad ein paarhundert Meter die Hauptstraße runter. Könnte, so ganz spekulativ, die Samstagfahrt mit einer möglicherweise tatsächlich vorgesehenen Freilassung Fraukes zusammenstehen?
Fraukes wiederholter (und in meiner Vorstellung aufgeregter) Ausspruch "Ich bin in Paderborn!" bei diesem Telefonat sagt mir, dass sie die wohnortnahe Gegend bei Tageslicht nicht nur wiedererkannt (natürlich...) hat, sondern auch die Heimkehr, das gute Ende "zum Greifen nah" erschien. Muss nicht so sein, aber im Gesamtbild sehe ich da schon die Möglichkeit einer tatsächlich vorgesehenen oder zumindest glaubhaft(!) in aussicht gestellten Freilassung. Hätte eine Frauke, die da eh weiß, dass das weder jetzt noch in Zukunft passieren wird, da so auf die vertraute wohnortnahe Umgebung reagiert? Ist natürlich viel Interpretation an der Stelle, ergibt aber ein stimmiges Gesamtbild, meine ich.
Da an der Stelle gehts direkt nach dem Unterfahren der B64 links zu Industriebetrieb und Bürogebäuden der Bauwirtschaft, da ist Samstag Nachmittag tote Hose, kein Publikumsverkehr - anders als etwa in den Gewerbegebieten Benhausen/Dören, wo die abendlichen Fahrten hingingen. Und ich meine, die Funkzelle dieses Anrufs deckt insbesondere auch gerade diesen Bereich links der Borchener Straße ab.

Lässt sich da nun aus der abweichenden Tageszeit am Samstag etwas über den Täter erfahren? Wohl nur, dass er offensichtlich an diesem Samstag Nachmittag nicht arbeiten musste, ob an anderen Samstagen manchmal oder nicht, nicht zu sagen. Ob an den anderen Tagen? Ebenfalls nicht. Der kann genauso gut jeweils bis 20/21 Uhr gearbeitet oder den lieben langen Tag frei gehabt haben.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Frau Holle_X » Donnerstag, 05. November 2026, 23:05:15

Nuschka hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 22:48:52 Gemütlich ????
Diese Äußerung ist respektlos und zeugt von großer Empathielosigkeit.
Lern lesen!
Mein Kommentar ist mit Fragezeichen versehen. Bedeutet im Klartext das ich es nicht nachvollziehen könnte sollten die Liebs tatsächlich auf einem Ball anwesend sein während ihr anderes Kind vermisst wird.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Nuschka » Donnerstag, 05. November 2026, 22:48:52

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:53:54
Während die Tochter vermisst und in einer Gefahrensituation vermutet wird gehen die Liebs gemütlich aufn Abiball der jüngsten Tochter?
Gemütlich ????
Diese Äußerung ist respektlos und zeugt von großer Empathielosigkeit.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast N » Donnerstag, 05. November 2026, 22:30:00

SGE hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 16:32:06 Das kann schon passen. Wenn man früher Schluss macht, um für den Frühschoppen und das ganze Tagesprogramm am Montag fit zu sein.

Eventuell auch fürs Arbeiten. Könnte natürlich auch auf Montag Abend/Dienstag Morgen zutreffen. Aber da war ja der Abschluss des Schützenfestes.
Dann müsste derjenige allerdings am Sonntagabend noch irgendwie nach PB/ Benhauser Feld gekommen sein. Möglich ist's natürlich.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Donnerstag, 05. November 2026, 22:16:11

Gast hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 19:34:16 Super auf den Punkt gebracht. Das möchte ich betonen, dass es genau das ist, was doch auffällt. Niemand ihrer Gesprächspartner berichtete, sie habe einfach aufgelegt, das Gespräch wurde zu keiner Zeit abrupt beendet. Und es war überhaupt nicht so, dass sie nur einen sturen Satz sagte und sofort auflegte. Sie hatte enorme Freiheiten bei diesen Telefonaten. Der Täter hat sie scheinbar einfach telefonieren lassen, sogar Anrufe annehmen lassen.
Im letzten Telefonat klingt die Nacherzählung viel eher ja geradezu so, als habe C das Gespräch final beendet und nicht Frauke, was ja vollkommen grotesk wirkt.
Interessanterweise gilt das genau nicht für den ersten Anruf. Ich kopiere hier mal die entsprechende Passage aus der Stern-Doku von 2015 rein:
Donnerstag, 22. Juni 2006, 22.25 Uhr,
Gedächtnisprotokoll von Mitbewohner Chris: "Hallo
Christos, ich wollte sagen, dass es mir gut geht und dass
ich bald nach Hause komme. Sage Mama und Papa und
den anderen Bescheid.

Mitbewohner Chris: Christos? Das sagte sie nur zu mir,
wenn sie sauer war. Wenn ich genau zuhören sollte. Das
war wie ein Text, den sie langsam und monoton
vorgetragen hat. Total benommen, wie auf Drogen, gar
nicht sie selbst. Ich glaube, sie war in einem Raum, aber
sicher bin ich mir nicht. Sie legte direkt wieder auf. Ich
konnte keine Frage stellen. Ich war so erleichtert, dass sie
sich gemeldet hatte. Ein Lebenszeichen.
Es klang wie ein langsam und monoton vorgetragener Text, also auch monologisch. Eine Äußerung der Begrüßung von Chris ist anzunehmen, im Protokoll aber nicht wieder gegeben - da ging es vorrangig darum, was Frauke gesagt hatte.
Am Ende legt sie direkt wieder auf.
Der Passus "Ich wollte sagen, dass..." ist dabei absolut plakativ dafür, dass jemand vorher genau überlegt oder aber vorgegeben bekommen hat, was man denn "sagen wollte", und dass es da nicht um ein Gespräch, sondern ein Statement gehen soll.
Inhaltlich beschränkt auf genau das, was einem etwa als Abwehrreaktion einfallen würde auf die am Donnerstag tagsüber öffentlichen Suchmaßnahmen mit Flyern, Radio, regionaler Tageszeitung, sichtbar involvierter Polizei, Veröffentlichung der Ortsmarke "Nieheim" und dem als mutmaßliche Entführung kommunizierten Verschwinden. Mir gehts gut, ich komme bald nach Hause, sag den andern Bescheid (...dass ich bald nach Hause komme, dass alles OK ist). Keine Erklärung, keine Klapperstorchgeschichten, das Gegenüber gar nicht dazu kommen lassen nachzufragen, direkt wieder auflegen.
Da hat wer (Täter, aber ggf. auch eine kooperative Frauke selbst) mMn offensichtlich darauf reagiert, dass ihr Verschwinden an just demselben Tag von Null auf Hundert als mutmaßliche Entführung öffentlich präsent geworden war.

Der Anruf kam von Dreihausen, einem kleinen Gewerbe-/Wohngebiet direkt an der A33 (Ausfahrt PB-Sennelager) nordwestlich von Paderborn. Recht genau entgegengesetzt dem Raum Nieheim östlich von Paderborn, ebenfalls etwas außerhalb und die Lage direkt an der Autobahnausfahrt legt eine möglichst zügige und "anonyme" Anfahrt vielleicht "von einer ganz anderen Ecke" nahe.
Natürlich mögen das manche als genau so vom Täter als Hoax geplante Konstellation interpretieren wollen, aber wenn man mal etwas Abstand vom Bild eines brainfucked Dr. Evil Mastermind nimmt, liegt die Deutung als etwas zu plakativ umgesetzter Gegenpol zur Ortsmarke Nieheim doch nahe. Muss nicht heißen, dass Raum Nieheim etwas über Täter oder Festhalteort verraten müsste, aber einfach als Reaktion auf die vielleicht nicht erwartete schnelle Lokalisierung der SMS könnte das dem Täter als eine gute Idee erschienen sein. Vielleicht gab es ja mögliche Zeugen oder Kameraaufnahmen bei Fahrt/Aufenthalt im "Raum Nieheim"?

Sie klang benommen, wie auf Drogen, gar nicht sie selbst.
Da spielen viele Aspekte mit rein. Frauke, die dem Vernehmen nach sonst lebhaft und selbstbewusst kommunizierte (allgemein und mit Chris), sagt hier nur einen Text auf, der bestenfalls halb wahr ist und vermeidet ein Gespräch. Der Elefant ist und bleibt im Raum, dass sie weg ist und keine Erklärung dafür gegeben ist. Ohne das genaue Geschehen zu kennen ist trotzdem klar, dass Frauke zu dem Zeitpunkt knapp zwei Tage hinter sich hat, die man als belastend, psychisch/emotional fordernd/überfordernd und gut möglich als ziemlich schlaflos annehmen kann. All das würde mMn schon für eine sehr gedämpfte, bedrückte Stimmung Fraukes beim Anruf ausreichen, der Chris vielleicht als "wie benommen" vokrkäme im Vergleich zu der lebhaften Frauke, die er sonst kennt.
Ob darüber hinaus tatsächlich Drogen/Medis/Alkohol im Spiel waren, ist offen. Wäre natürlich ohne Weiteres möglich, aber ich wäre vorsichtig, Chris´ Vergleich 1:1 als starken Hinweis darauf werten zu wollen, nur um dann in Richtung Arzt etcpp. spekulieren zu können. Spontaner Gedanke: Insbesondere stark verkatert nach erheblichem Substanzeneinfluss wäre so ein Eindruck ebenfalls naheliegend bei gleichzeitig ausreichender Sortiertheit, so einen Anruf zuverlässig wie vorgesehen führen zu können.

Im Weiteren (Doku) äußern sich Karen und Ingrid Liebs:
Schwester Karen: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass
sie sich noch meldet. Ich hatte das Schlimmste
befürchtet, auch wenn ich mich nicht getraut habe, das
vor den anderen auszusprechen.

Mutter Liebs: Dass sie Chris anrief, war logisch. Sie
vertraute ihm. Und sie wusste, dass ich damals nicht
immer mein Handy in der Tasche hatte. Ihr Vater nutzte
das Handy damals gar nicht. Nach dem Anruf haben wir
in der WG gewartet. Gewartet und gewartet. Auf dem
Handy konnten wir sie nicht erreichen.
Karens Äußerung bezieht sich auf die Zeit vor Fraukes Anruf. Klar, sie ist spätabends auf dem Heimweg spurlos verschwunden, es gibt noch eine kurze SMS an Chris, dass sie später kommt, dann zwei Tage nichts mehr.
Was Karens geäußerte Befürchtung an dieser Stelle nicht ist: Eine Überzeugung, die auch nach dem Anruf dann durchgehend und bei allen Beteiligten gegeben war.

Von Ingrid Liebs möchte ich das "Dass sie Chris anrief, war logisch" hervorheben. Sie begründet es damit, dass Chris eine vertraute Person war, zwischen den zeilen mag man lesen, dass er ihr vielleicht auch zumindest im gewöhnlichen/alltäglichen Rahmen näher stand (buchstäblich...) als etwa ihre Eltern.
Und wie auch weiter oben schon geschrieben, wenn eine erwachsene Frau Bescheid sagt, dass sie selbstbestimmt ein paar Tage weg ist (oder diesen Eindruck vermitteln will), dann sagt sie da Bescheid, wo sie wohnt. Und gerade wenn der Eindruck von Freiwilligkeit und Harmlosigkeit weiter kolportiert werden soll fängt man nicht an, noch alle möglichen anderen Leute zu "informieren" - mit ein bisschen Überlegung gerade dann nicht wenn man annehemn kann, dass die sich Sorgen machen. Klingt vielleicht erstmal paradox, aber es geht ums Auftreten, nicht darum, jeden Einzelnen tatsächlich zu überzeugen - das wäre eh nicht möglich, wenn man keine wirklich gute und glaubwürdige Erklärung parat hat. Da ist ein Mitbewohner mit der Info, sie habe angerufen und gesagt, sie komme bald heim, doch viel realistischer.

So weit, die folgenden Kontaktaufnahmen sind natürlich nicht weniger interessant. Gerade auch deshalb, weil sie keine einfache Fortsetzung des ersten Anrufs sind - inhaltlich größtenteils schon, aber der Rahmen scheint anders, es kommen Details hinzu.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von SGE » Donnerstag, 05. November 2026, 22:12:13

Frau Holle_X hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 21:53:54
Eine andere Sache: Ein User erwähnte einen Abiball. Kann aber dazu nicht einen einzigen Artikel finden. Was hat es damit auf sich?
Während die Tochter vermisst und in einer Gefahrensituation vermutet wird gehen die Liebs gemütlich aufn Abiball der jüngsten Tochter?
Und diese Frage ist wichtig, weil...?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Frau Holle_X » Donnerstag, 05. November 2026, 21:53:54

Hybla_Valley hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 19:42:26 Sie riechen aber schon verdammt nach spätem Feierabend oder eben Spätschicht ....
(und, ja, an manchen Tagen haben auch Mörder mal einen freien Tag ...)
Nein, es riecht eben nicht nach spätem Feierabend. Alle Zeiten wo per Anruf und SMS KOntakt hergestellt worden ist, sind in einer Unterkategorie des Forums haarklein aufgelistet, User !ettib 101 remmiZ hat recht, da ist tatsächlich kein Ssystem hinter den Kontaktzeiten, man muss nur ganz in Ruhe darauf achten.
Es könnte ein Schichtarbeiter sein, es könnte sich aber auch um jemand handeln, der nur Frühdienst leistet, genauso gut kommt auch ein Urlauber in Betracht oder jemand der ganz ohne Job ist. Können wir alles nicht wissen und müssen uns mit Spekulationen behelfen. Diese sind ja auch in einem gewissen Maß ok, aber den Bogen zu spannen zu Schützenfesten und anderen Veranstaltungen hilft das iwie ? ..ich denke eher nicht.
Eine andere Sache: Ein User erwähnte einen Abiball. Kann aber dazu nicht einen einzigen Artikel finden. Was hat es damit auf sich?
Während die Tochter vermisst und in einer Gefahrensituation vermutet wird gehen die Liebs gemütlich aufn Abiball der jüngsten Tochter?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Searchabout » Donnerstag, 05. November 2026, 20:12:50

Was mir da noch einfiehl..

Damals waren noch etliche Telefonzellen im Gebrauch?
Wie sah dass dazumal in Paderborn aus in der Nähe des Pubs? Hab es da wo eine T.Zelle?
Wärs möglich das Frauke von da aus jemand kontaktierte? Vl ihren späteren Täter?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hybla_Valley » Donnerstag, 05. November 2026, 19:42:26

!ettib 101 remmiZ hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 18:33:42 warum versucht ihr euch so krampfhaft im herbeireden und konstruieren von zeitlichen zusammenhaengen?
die anrufe und sms en sind unsystematisch und folgen keinem schema
Sie riechen aber schon verdammt nach spätem Feierabend oder eben Spätschicht ....
(und, ja, an manchen Tagen haben auch Mörder mal einen freien Tag ...)

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Gast » Donnerstag, 05. November 2026, 19:34:16

Gast hat geschrieben: ↑Donnerstag, 05. November 2026, 14:37:33 Der Täter war da anzunehmend natürlich dabei, hat das Gespräch aber nicht abgebrochen und es gibt zumindest im Protokoll keine Stelle, wo man meinen könnte, dass sich da Fraukes Auftreten schlagartig ändern würde (weil der Täter ihr entsprechend was signalisiert hätte, Drohung...), auch Chris und Karen, die ja einiges über ihren Eindruck von dem Telefonat berichteten, haben zumindest öffentlich nicht von so etwas gesprochen. Und das wäre doch augenfällig gewesen, wenn man eh schon die naheliegende Möglichkeit sieht, dass sie festgehalten wird. Karens "irgendwie klang das wie ein Abschied" (sinngemäß) spricht dagegen, dass da die Anwesenheit des Täters bzw. dessen Einflussnahme auf den Gesprächsverlauf wahrnehmbar gewesen wäre.
Kurz - nur weil der Täter wohl die Macht hatte zu entscheiden, heißt das nicht, dass Frauke nur die Sprechmarionette für die von ihm vorgegebenen Äußerungen zu von ihm bestimmten Zeiten/Tagen gewesen wäre. Diese Vorstellung ist einfach und Schwarzweiß, eckt aber an mehreren Stellen an.
Super auf den Punkt gebracht. Das möchte ich betonen, dass es genau das ist, was doch auffällt. Niemand ihrer Gesprächspartner berichtete, sie habe einfach aufgelegt, das Gespräch wurde zu keiner Zeit abrupt beendet. Und es war überhaupt nicht so, dass sie nur einen sturen Satz sagte und sofort auflegte. Sie hatte enorme Freiheiten bei diesen Telefonaten. Der Täter hat sie scheinbar einfach telefonieren lassen, sogar Anrufe annehmen lassen.
Im letzten Telefonat klingt die Nacherzählung viel eher ja geradezu so, als habe C das Gespräch final beendet und nicht Frauke, was ja vollkommen grotesk wirkt.

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