MORDFALL LIEBS -- Diskussion

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Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HHmoin » Dienstag, 27. Januar 2026, 07:04:32

Hey Leute und @ Detectiv Bartek..
Hab mich wohl geirrt ich dachte ich hätte das hier im Forum mal gelesen das es ein Verdacht gab im Bezug auf Pferd verkauft im Zusammenhang mit dem Hof am Strang.

Ich konnte den Beitrag so nicht mehr finden.. hab mich also warscheinlich getäuscht..

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von ghost80 » Dienstag, 27. Januar 2026, 05:36:44

Nancy hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 18:22:59 Wie gesagt die Videos ..ein Mann ist auch darauf der Frauke kannte und der vom Horrorhaus Paar bedroht wurde.
Diese Frau hat sich nicht irgendwie dumm verhalten. Es hätte jeden Treffen können. Sie wurde während ihrer Pause bei der Arbeit unter Drogen gesetzt. Dementsprechend kam auch der Fall im Chemiewerk als Vermutung noch dazu. Muss nicht. Ist nur etwas ähnlich, nur das es da Gift war. Bei ihr wohl aber Drogen.

Und wann hat N Geburtstag und wann war der angebliche Selbstmord von N Kumpel?

Zufällig nach Auffinden der Leiche von Frauke, erschießt sich urplötzlich ein Jäger ausversehen selbst im Kreis Paderborn. Vielleicht hatte der Jäger ja W im Wald gesehen und dachte, er wäre jetzt schon verrückt geworden und hatte es abgespalten. Nur W wusste das z.b mal angenommen und folgt ihn unauffällig. Zufälle über Zufälle

Also die Frau traf auch auf N z.B ab Mai 2006

Daher ist ja entscheidend, 2 Männer die ihr Motorrad von W reparieren ließen, kennen 2 unterschiedliche Frauen

Plus wichtig Drogendealer security Araber oder so
Die womöglich Funk der Polizei abhörten
Du schreibst die selben Dinge wie der User Sonne/Licht aber sagst du bist es nicht.Warum?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Dienstag, 27. Januar 2026, 04:16:00

@HP1
Ich hinke in der Antwort auf Deine Beiträge leider sehr hinterher.
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...]

Gerade einem intelligenten planenden Täter wäre klar, dass "keep it simple" das Erfolgsrezept ist, dass dagegen jedes aus irgendeinem raffinierten Hirnfick geborene Detail im Zweifel erstens nicht so laufen muss wie gedacht und zweitens unterm Strich geeignet ist, mehr zu offenbaren als nötig.
Dass sie weg ist und nach ihr gesucht bzw. ihr Verschwinden aufzuklären versucht werden wird ist klar. Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.
Wie gesagt, eine "gut" geplante Entführung findet in einer kontrolliert maximal risikofreien Situation (Zeit, Ort) statt und Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.. Kein beobachtbares Zusammentreffen oder gar Abgriff in der Öffentlichkeit mit (wenn überhaupt) nur kurzfristig planbarem Ort+Zeit. Keine ominösen Ablenkungs-SMS in der Nacht. Keine notwendigen wiederholten Opfer-Anrufe, "weil sie unerwartet früh vermisst wurde". Keine Ablage, die zwar unwahrscheinlich, aber dennoch möglicherweise sehr kurzfristig gefunden werden konnte, Stichwort Spuren und Zeugen.
[...]
Ich kann mir beim besten Willen keine Entführung vorstellen, die überhaupt keine Spuren des Täters hinterlässt.

Eine intelligente Person (und ich halte hier nicht etwa überdurchschnittliche Intelligenz für erforderlich), die eine Tat plant, würde nach meiner Ansicht versuchen, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. Oder. z. B. von vorhandenen Spuren ablenken und falsche Spuren legen – was der Täter nach meiner Ansicht mit der 1. SMS aus Nieheim auch beabsichtigte (und was ihm dann auch gelungen wäre).
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...] Kein beobachtbares Zusammentreffen oder gar Abgriff in der Öffentlichkeit mit (wenn überhaupt) nur kurzfristig planbarem Ort+Zeit.
Wenn der Täter Frauke nur flüchtig gekannt hätte, aber unbedingt sie und keine andere entführen wollte, wäre ein Zusammentreffen in der Öffentlichkeit nicht zu vermeiden gewesen. (Deshalb die Risikominderung durch die 1. SMS aus Nieheim.)

Was spricht dagegen, dass der Täter einfach auf eine passende Gelegenheit wartete? Gerade ein Täter, der die Tat geplant hatte, der also nicht nur über verlässliche „Rahmenbedingungen“, sondern vor allem über die skrupellose Entschlossenheit und Kaltblütigkeit verfügte, die eine solche Tat erfordert, hätte sich da nach meiner Meinung durchaus etwas Flexibilität leisten können.

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...] "keep it simple" das Erfolgsrezept ist, [...]
Da ist jedes sichtbare Detail von Nachteil, und zwar insbesondere all das, was vom Allgemeinen abweichend auf ein wie auch immer gelagertes "besonderes" Vorgehen hinweist.
Ich stimme Dir zu, dass ein planender Täter, der nicht dumm ist, versucht hätte, in seinem Handeln so wenig „sichtbar“ wie möglich zu sein, aber das „keep it simple“ bedeutet doch nicht, gedankenlos vorzugehen.

Die „ominöse“ SMS aus Nieheim hätte ja gerade die Funktion gehabt, die Spuren, die der Täter unvermeidlich hinterlassen musste, dem Fokus der Polizei zu entziehen.
Und wenn der Täter ohne Frauke und nur mit ihrem Handy nach Nieheim gefahren wäre, wäre das ein völlig ungefährliches (aber auch sehr effektives) Manöver gewesen. Und der Erfolg (d. h. die Annahme der Polizei, Frauke habe diese SMS freiwillig versandt) hätte ja gerade darin bestanden, dass hier kein „besonderes Vorgehen“ des Täters erkannt worden wäre.

Ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass ein Täter, der eine solche Tat plant, sich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie er der Polizei entgehen kann. Und in Fraukes Fall müsste ihm mit großer Wahrscheinlichkeit klar gewesen, dass der kritische Punkt in seiner Begegnung mit Frauke liegt.
Die Idee mit der SMS aus Nieheim mag dem Täter nicht sofort eingefallen sein, aber ich glaube, dass die Sache ihm einiges Grübeln wert war.
Wenn einer von uns eine Reise durch die Normandie oder Schweden plant, investieren wir in die Vorbereitung eine Menge Zeit: Auswahl der Orte, die man besuchen will, Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, nach Flügen, Bahnverbindungen etc. Das ist ordentlicher Aufwand, und hier geht es nur um einen Urlaub und nicht etwa um die gesamte Existenz. Und du findest es unwahrscheinlich, dass der Täter sich intensiver mit den Möglichkeiten einer Risikovermeidung beschäftigt hat?

[...]
HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:42:26 [...]danach ist das Opfer weg, spurlos verschwunden, das wars.
Ich nehme an, das war auch der Plan des Täters.
Ich glaube, dass es seine ursprüngliche Absicht war, nach der 1. SMS nicht mehr in Erscheinung zu treten. Aber die polizeilichen Ermittlungen begannen ungewöhnlich früh, und das hat nach meiner Vermutung den Täter in eine unvorhergesehene Bedrängnis gebracht.

Nach meiner Auffassung war das mit den Anrufen verbundene Risiko für den Täter weitaus geringer als das Risiko, dem er durch sie entgehen zu können glaubte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Dienstag, 27. Januar 2026, 03:00:23

Trodat5203 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 19:55:42 [...]

Und jetzt kommen wir zum Punkt der Opferbeschaffung: wenn er das genauso für diese Woche geplant hatte, dann muss er an dem Abend auf Beutezug gewesen sein. Dann dürfte Frauke eher ein Zufallsopfer gewesen sein oder? Denn für sie lief der Abend nicht nach Plan. Woher konnte denn der Täter wissen wann Frauke wo sein wird und dass sich eine Gelegenheit für ihn ergibt?
[...]
Du hast natürlich recht: Ein Täter, der die Tat geplant hatte, konnte überhaupt nicht sicher sein, dass es ihm an diesem Abend gelingen würde.

Ich gehe davon aus, dass Frauke kein Zufallsopfer war und dass der Täter auf eine passende Gelegenheit zu warten bereit war.

Das setzt aber, wie Du schreibst, ein Versteck voraus, das dem Täter länger als eine Woche zur Verfügung stand. Ich gehe davon aus, dass das der Fall war.
Ich vermute, dass der Täter in Paderborn lebte und seine eigene Wohnung nicht in Frage kam. Dass er eine Halle o.ä. für Fraukes Entführung mietete, halte ich für sehr unwahrscheinlich: zu auffällig und auch zu unsicher mit Blick auf die Spurenvernichtung.

Die Orte, von denen Frauke telefonierte, waren auffallend gut über die B 64 zu erreichen; ich nehme an, dass Frauke außerhalb Paderborns gefangen gehalten wurde.
In ländlicher Gegend gibt es viele (größere und kleinere) Bauernhöfe. Ältere Eigentümer verkaufen oder verpachten öfter ihr Land, leben aber noch in ihrem Haus. Die Häuser auf dem Land stehen selten dicht beieinander, weil zu dem Grundstück noch Ställe und eine größere Nutzfläche (für Gemüse und Obst) gehören.

Ich vermute, dass der Täter Verwandte auf dem Land in der Nähe Paderborns hatte. Ein wild spekulatives Beispiel: Vielleicht lag der Großvater im Krankenhaus und es war klar, dass er danach in ein Seniorenheim übersiedeln musste. In einem solchen Fall ist es nett, wenn der Enkel im Haus nach dem Rechten sieht, und völlig unauffällig, wenn er dort auch ein paar Sommertage verbringt.

Ein solches Versteck wäre nach meiner Ansicht optimal gewesen. Es gibt noch einen anderen Grund, der mich zu einer Beziehung zu Verwandten auf dem Land tendieren lässt. Soweit ich weiß, haben alle Gewerbe- bzw. Industriegebiete, in denen die Anrufe stattfanden, eine (bei einer ländlichen Umgebung allerdings nicht gerade ungewöhnliche) Gemeinsamkeit: Es gibt dort Firmen für landwirtschaftlichen Bedarf.

Nach meiner Einschätzung muss der Täter diese Gebiete gut gekannt haben, aber ich glaube, er hätte sie nicht gewählt, wenn sie einen offensichtlichen (beruflichen) Bezug zu ihm gehabt hätten. Ich vermute eher, er half öfter seinen Verwandten, aus familiärer Verpflichtung oder für einen Nebenverdienst.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von caro » Dienstag, 27. Januar 2026, 02:11:21

JohnLemon hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 06:43:34 Natürlich wäre der Zusammenhang denkbar. Quasi ein Racheakt, da bei irgendwem der Eindruck entstand, dass mit den Gefühlen des „gebeutelten“ Niels gespielt wird/wurde.

Niemand weiss wie das Picknicken wenige Tage zuvor verlaufen ist. Durchaus möglich dass Frauke ihm gesagt hat, das mehr als Freundschaft nicht drin ist.

Anders herum war Niels womöglich in Frauke verschossen, jemand Drittes hat es auch so aufgenommen und will dieser Konstellation zwischenfunken, um Niels einen auszuwischen, aufgrund der Konstellation mit T. (vlt, hat Jemand aus T. seinem Kreis die Schuld für seinen Suizid bei N. ausgemacht).

Warum denn dann die Anrufe an Chris? Passt alles nicht wirklich.

Eine Racheakt aufgrund von nicht erwiderter Zuneigung/Liebe stellt für mich allerdings ein doch sehr denkbares, grundsätzliches Szenario dar. Wer auch immer derart getriggert wurde..

Niels wurde aufgrund der Alibis (..) ausgeschlossen, dennoch sollte das Umfeld genauestens geprüft werden, sofern nicht getan
Und ob dessen Umfeld genauestens geprüft wurde, da habe ich eher Zweifel.
Man hatte sich auf Nieheim und auf Fraukes letzte Kontakte konzentriert.
Gegen N. hatte man ermittelt. Es wurde versucht die Pubbesucher als mögliche Zeugen ausfindig zu machen.
Und die ganzen Chatkontakte von Frauke ebenfalls.
Bis man (und ob überhaupt) das gemeinsame Umfeld von T. und N. in den Fokus nahm, ist sehr viel Zeit verstrichen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 02:09:51

Hamburger hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 01:43:55 Meinst Du, "ich (im Unterschied zu einer anderen Person) lebe noch"?
War noch jemand zeitgleich verschwunden, der oder die vielleicht in der Hand desselben Entführers zu dem Zeitpunkt bereits verstorben war?
Oder irgendwann früher, irgendeine Tanja Mühlinghaus oder so, von der der Täter Frauke berichtet hatte?
Oder befand sie sich an einem Ort, wo Menschen sterben, oder tote Menschen sind (Palliativstaton, Pflegeheim, Krematorium, Friedhof...)?

Oder ganz phantasielos der Thomas K.?
Das wäre dann allerdings wieder Futter für meine Skizze zu jemandem, der den Verlust für Niels quasi nachstellt, wiederholt.
Oder für die Story, wonach Frauke etwas von "Unregelmäßigkeiten" bzgl. Thomas´ Suizid erfahren hätte und deshalb am Reden gehindert werden musste. (Halte ich überhaupt nichts davon...)

Im Zusammenhang mit dem "Das geht nicht -" als Antwort auf das intuitiv missverstandene "Wohnung räumen" mMn allerdings immer noch als spontan-assoziative Antwort plausibel, und das würde dann letztlich wohl weitgehend ausschließen, dass da gleichzeitig eine versteckte Botschaft enthalten sein könnte.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 01:54:29

Detective Bartek hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 01:15:51 Also gehst du davon aus, dass Frauke während der Telefonate vielleicht nicht einmal gefesselt oder außer Gefecht gesetzt war, sondern ruhig auf dem Rücksitz des Autos saß, weil sie zugestimmt hatte, bei den Anrufen mitzuwirken, da sie darin auch ein eigenes Interesse sah?
Nein, das habe ich nirgends geschrieben.
Ich meine nur, dass eine Frauke, die (zunächst) sicher davon ausgeht, so oder so wieder freizukommen, einfach weil für beide(!) die "andere Lösung" zunächst gar nicht realistisch denkbar ist und die im Kontext selbst jedenfalls ein Interesse an den Anrufen hat, weil sie im Kontext zielführend auf ihre tatsächliche Freilassung hindeuten - dass so eine Frauke eine deutlich kooperativere und verlässlichere Entführte bei den Anruffahrten gewesen wäre als eine Frauke, die ihre einzige Überlebenschance in Gegenwehr und/oder Flucht gesehen hätte.
Dass sie physisch/mechanisch am Abhauen gehindert werden musste, davon gehe ich in diesem Szenario aus. Aber nicht dass er unbedingt damit rechnen musste, dass sie bei jeder Gelegenheit versucht hätte, auf sich aufmerksam zu machen und so. Da hätte zumindest ein weit geringeres Drohszenario gereicht, das zuverlässig gewährleisten.

Man muss da halt auch das andere Extrem sehen:
Eine Frauke, die geplant entführt worden wäre, was wäre denn mit der in der Woche passiert? Wozu hätte der Täter sie denn entführt? Fortgesetzter sexueller Missbrauch, sadistische psychische und/oder physische Gewaltausübung, Machtdemonstration, mit ihrer Todesangst spielen... Ich meine, ein planender Täter hätte sie nicht entführt und lebend festgehalten, damit sie ihm eine Woche lang die Zeitung vorliest.
Und dann braucht es auch noch ein erhebliches und wohl auch teils unmittelbares Drohszenario, damit sie bei den Anrufen erstens keinen Scheiß baut und zweitens überhaupt tut was sie soll anstatt zusammenzubrechen, Fassung und die Fähigkeit zu koordiniertem Handeln zu verlieren.
Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Und diese Frauke sehe ich nicht fünf Tage lang bis Sonntag mit Chris telefonieren und dabei soweit unauffällig sein, dass er zwar von komisch, wie benommen spricht (genau genommen nur im Bezug auf den ersten Anruf), Chris (der sie überdies mehr als gut kennt) ansonsten aber nichts davon zu berichten weiß, bei ihr irgendwelche Anflüge von Panik, Verzweiflung, Fassungsverlust oder auch nur klar unmittelbarem Druck wahrgenommen zu haben. Man war sich bis zum letzten Anruf nichtmal sicher, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt oder ob sie tatsächlich aus nicht nachvollziehbaren Gründen und nicht erkennbarem Anlass freiwillig weg war.
Da reden wir definitiv nicht von einer Frauke, die fünf Tage in Todesangst die Hölle durchmachte, meine ich. Sondern vielmehr von einer Frauke, der es den Umständen entsprechend halbwegs gut ging.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Dienstag, 27. Januar 2026, 01:43:55

Iven hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 01:23:18 Ich kann mir noch einen ganz anderen Hinweis vorstellen:

Versetze Dich mal in Frauke Liebs' Lage, als sie "ich lebe noch" gesagt hat und spreche dann den Satz einmal selber aus. Betone dabei das Wort "ich" (also etwas lauter und/oder langsamer aussprechend).
Meinst Du, "ich (im Unterschied zu einer anderen Person) lebe noch"?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Iven » Dienstag, 27. Januar 2026, 01:23:18

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 21:41:24 Wenn ich versuche, die Worte "ich lebe noch" als Botschaft an ihre Familie zu deuten, sehe ich nur einen Hinweis in dem "noch" - dass ihr Leben also in großer Gefahr ist.

Ich kann mir noch einen ganz anderen Hinweis vorstellen:

Versetze Dich mal in Frauke Liebs' Lage, als sie "ich lebe noch" gesagt hat und spreche dann den Satz einmal selber aus. Betone dabei das Wort "ich" (also etwas lauter und/oder langsamer aussprechend).

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Dienstag, 27. Januar 2026, 01:15:51

HP1 hat geschrieben: Dienstag, 27. Januar 2026, 00:36:46 Naja, so in etwa wie von dir ausgemalt. Wobei ich da zwei Anmerkungen machen würde:

- Das gilt genauso für eine geplante Tat. Da hätte der Täter soweit vor genau derselben Aufgabe gestanden. Und dass ein planender Täter jedenfalls einen Camper oÄ gehabt, ein spontaner Täter jedoch jedenfalls keinen gehabt hätte... naja. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass er tatsächlich sowas oder von privat Zugriff darauf gehabt haben könnte - hier wurde in der Vergangenheit auch schon überlegt, jemand der abends und am Wochenende Zugriff auf ein Firmenfahrzeug (Transporter) hatte. Wenn ich mich hier im Wohngebiet umschaue, da stehen jeden Abend so einige Transporter von Handwerksbetrieben und Lieferdiensten rum, mit denen die Angestellten nach Feierabend heimfahren.

- Darüber hinaus: In dem Szenario, wo Frauke festgehalten wird, um die Folgen eines Übergriffs gegen sie zu vermeiden. Wo also einerseits der Täter ihr nicht sicher vertrauen kann, ob sie nach einer Freilassung dichthält, sie vielleicht auch wegen sichtbarer Verletzung (aufgeplatzte Lippe?) noch nicht gehen kann. Wo gleichzeitig beide(!) dieselbe Zielvorstellung zur Situation haben, nämlich Fraukes Freilassung, der Täter eben mit dem Zusatz, dass sie auf jeden Fall die Klappe hält, ihr Fernbleiben dann als selbstbestimmt erklärt (hier machen die Anrufe als "vorbereitende Erklärung" dann plötzlich weit mehr Sinn als in jedem anderen Szenario, haben ein plausibles Motiv). Wo es Frauke zuallererst darum geht, endlich freizukommen, eine Anzeige wegen dem Übergriff da vergleichsweise unwichtig. Vielleicht hat sie sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis für ihn, frustrierter Ausraster nach ihrer Ablehnung, danach sein Handeln für sie sichtbar von großer Not getrieben - und Frauke wird ja als sehr empathisch und so beschrieben. Ist so sicher zu plakativ dargestellt, aber als Tendenz jedenfalls denkbar, meine ich.
Quasi gemeinsames Ziel, die Umsetzung scheitert aber letztlich wiederholt(?) an seinem fehlenden Vertrauen in ihr Stillschweigen, das sie ihm in diesem Szenario wohl jedenfalls zugesichert hätte. "Wiederholt", wenn man die wiederholten Ankündigungen baldiger, teils heutiger Rückkehr einfach mal wörtlich nimmt.
Nun, also in diesem Szenario: Natürlich wäre Frauke da nicht freiwillig geblieben, hätte sich bei Gelegenheit aus dem Staub gemacht. Natürlich musste er sie daran hindern, ob nun mit Fesseln, Einsperren, vielleicht Gewaltandrohung. Aber dennoch, Frauke hätte hier eine klare Perspektive auf Freilassung gehabt, berechtigte Annahme, die Möglichkeit stattdessen zu sterben zumindest die ersten Tage noch völlig außerhalb der Vorstellung, eben weil das auch für ihn wohl zunächst völlig außerhalb der möglichen Lösungsmenge gelegen hätte.
In so einer Situation hätte Frauke zwar am Gehen gehindert werden müssen, für sie wäre aber ansonsten Kooperation bei den Anrufen völlig selbstverständlich die beste Strategie gewesen - im Kontext der Situation würde ich es vielleicht "bedingt einvernehmlich" nennen. Wie gesagt, an sich gemeinsame Zielsetzung. Und das, so eine situativ begründete Kooperationsbereitschaft, die nicht unmittelbar erzwungen und kontrolliert werden musste, wäre dann allerdings eine recht gute Voraussetzung für die Durchführung der Anruffahrten - weit besser als bei einem dominant-bösartigen Täter und einer Situation, wo Frauke schon von Beginn an in Todesangst gewesen wäre.
Man muss in dem Szenario auch sehen: Für Frauke wären die Anrufe als vorbereitende Handlungen für ihre Freilassung definitiv und essentiell positiv belegt gewesen, ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst da mindestens ebenso großes Interesse am Stattfinden hatte wie der Täter.
Irgendwann kippt es, muss es kippen. Die Einsicht, dass der Weg der Freilassung offenbar nicht gangbar ist, jedenfalls wiederholt(?) im Ansatz gescheitert ist. Die Erkenntnis, dass die Alternative letztlich ihren Tod bedeuten muss. Löst bei ihr Verzweiflung aus, vielleicht Panik, massives Bitten und Betteln. Und bei ihm massiven Stress, die Entscheidung aufzugeben und sich der Konsequenzen (nun auch der mehrtägigen Entführung, als die Fraukes Verschwinden von Polizei, Medien und Öffentlichkeit gehandelt wird) zu stellen, oder eben nicht. Überforderung, und wenn man ihn als unter Stress/Frust zu Aggression neigend annimmt (entsprechend postuliertem Tatanlass), dann dürfte er da auch Frauke gegenüber zunehmend aggressiv aufgetreten sein - also nicht im sinne von kontrollierend Druck ausüben, sondern eigenen Druck ablassen.
Auch vom Zeitrahmen erscheint mir das stimmig, für eine solche Entwicklungsdynamik halte ich einige Tage "funktionieren" bis zu einem deutlichen eskalativen Kippen für einen erwartbaren Zeitrahmen - hängt halt stark von den Personen selbst ab. Aber man würde sich an die "Freilassungslösung" geklammert haben, so lange es geht, bis es eben nicht mehr geht. 5 Tage bis dahin ist keinesfalls zu kurz, passt mMn.
Der letzte Anruf: Frauke in der Situation wie geschildert, mental stark angegriffen, labil. Dennoch bricht sie da nicht völlig zusammen, wir haben keine in Verzweiflung völlig aufgelöste Frauke, wobei sie mehrfach dicht dran ist, soweit man das den Äußerungen von Chris und Karen entnehmen kann. Nein, sie ist bis zum Schluss bemüht (und es gelingt ich auch bis auf einzelne Ausnahmen) das Gespräch so zu führen, dass es die Voraussetzungen zum schwindenden Narrativ "Freilassung" erfüllt. Also nicht Ankündigung der Heimkehr, aber eben nichts verraten, ihre tatsächliche Lage nicht preisgeben ("Wirst du festgehalten?" - "Ja, nein, nein!").
Ob er sich letztlich für ihren Tod entschieden und entschieden gehandelt hat oder ob das situativ spontanes Handeln in maximaler Überforderung war, völlig offen. Thema wird es zuvor jedenfalls gewesen sein.

Ein Nebengedanke noch: Ein Täter, dessen Wahrnehmung der Situation zunächst (die ersten Tage) gar nicht die einer Entführung mit böswilligen Absichten und geplantem Tod Fraukes war, sondern eine eigene Notsituation, die er ohne Schaden für irgendwen (insbesondere sich selbst, natürlich) irgendwie wieder geradebiegen wollte - der hätte doch weit geringere Hemmschwellen gehabt, mit Frauke zu den Anrufen zu fahren. Klar, der ist in dem Moment davon getrieben, den Übergriff zumindest folgenmäßig irgendwie ungeschehen zu machen, aber mit ein bisschen Selbstgerechtigkeit (passt gut dazu, sich nicht einfach dafür verantworten zu wollen/können) nimmt er sein Handeln weit weniger als kriminell wahr als es ein geplanter Täter mit Tötungsabsicht täte.
Die spätestens ab Donnerstag deutlich wahrnehmbare Einordnung von Fraukes Verschwinden als möglichem schweren Verbrechen durch Polizei und Medien Anlass für die Idee/Entscheidung zur ersten Anruffahrt, um dieser Darstellung seines Handelns etwas entgegenzusetzen, sich dagegen zu wehren. Starkes emotionales Motiv, weit hinreichender als irgendwelche verkopft-logischen Begründungen, warum die so ungewöhnlichen Anruffahrten für einen Täter "sinnvoll" und deshalb wahrscheinlich/erwartbar gewesen sein sollten.
Wie oben gesagt, weitere (bzw. im Weiteren) Funktion der Anrufe dann auch die Vorbereitung einer Heimkehr Fraukes nach vorgeblich selbstbestimmten Fernbleiben.

Ein paar mehr Details im Bezug auf die Anrufinhalte hätte ich noch, nicht (nur) Wortklaubereien, sondern allgemein inhaltlich. Aber irgendwann muss ich ja auch zu einem Schluss kommen.

So, das war jetztin einem Rutsch runtergeschrieben. Wenn du eine besser sortierte und argumentierte Fassung willst, die findest du zwei- oder dreimal unter meinen Beiträgen der letzten drei Jahre (Suchfunktion). Aber ich denke, das hier tuts auch, ich finds verständlich :P
Also gehst du davon aus, dass Frauke während der Telefonate vielleicht nicht einmal gefesselt oder außer Gefecht gesetzt war, sondern ruhig auf dem Rücksitz des Autos saß, weil sie zugestimmt hatte, bei den Anrufen mitzuwirken, da sie darin auch ein eigenes Interesse sah?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 00:36:46

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:52:04 Zuerst eine Frage, ganz wörtlich und rein technisch gemeint.
Wie stellt ihr euch konkret vor, wie der Täter vorgegangen ist, wenn er mit Frauke für diese Telefonate losgefahren ist?
Frauke muss dabei doch gefesselt gewesen sein – sonst hätte sie jederzeit versuchen können zu fliehen. Und da kommt bei mir die praktische Frage: Lässt sich sowas überhaupt in einem normalen Pkw sinnvoll umsetzen? Nehmen wir an, sie war im Kofferraum oder auf der Rückbank gefesselt. Dann müsste der Täter anhalten, aussteigen, mit ihrem Handy zu ihr gehen, es ihr in die Hand geben und während des gesamten Telefonats kontrollieren, was passiert. Wenn sie im Kofferraum gewesen wäre, erscheint mir das sogar fast unmöglich, weil er dafür den Kofferraum hätte öffnen müssen. Und wir dürfen nicht vergessen: Auch wenn die Anrufe fast immer nachts in Industriegebieten stattfanden, hätte jederzeit jemand vorbeikommen und etwas sehen können. Wie stellt ihr euch also den Modus operandi des Täters während dieser Telefonate vor – ganz praktisch? Und zur Erinnerung: Einmal fand das Ganze sogar am helllichten Tag statt.
Wenn man dagegen an einen Bus oder Camper denkt, wirkt es auf den ersten Blick einfacher und für den Täter vermutlich auch psychologisch weniger „riskant“. Nur bleibt dann die Frage: Würde Frauke am Abend ihres Verschwindens überhaupt in einen Bus oder Camper einsteigen, wenn sie die Person kaum kannte? Und falls eher nicht: Ist es denkbar, dass der Täter über zwei Fahrzeuge verfügt hat?
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.
Naja, so in etwa wie von dir ausgemalt. Wobei ich da zwei Anmerkungen machen würde:

- Das gilt genauso für eine geplante Tat. Da hätte der Täter soweit vor genau derselben Aufgabe gestanden. Und dass ein planender Täter jedenfalls einen Camper oÄ gehabt, ein spontaner Täter jedoch jedenfalls keinen gehabt hätte... naja. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass er tatsächlich sowas oder von privat Zugriff darauf gehabt haben könnte - hier wurde in der Vergangenheit auch schon überlegt, jemand der abends und am Wochenende Zugriff auf ein Firmenfahrzeug (Transporter) hatte. Wenn ich mich hier im Wohngebiet umschaue, da stehen jeden Abend so einige Transporter von Handwerksbetrieben und Lieferdiensten rum, mit denen die Angestellten nach Feierabend heimfahren.

- Darüber hinaus: In dem Szenario, wo Frauke festgehalten wird, um die Folgen eines Übergriffs gegen sie zu vermeiden. Wo also einerseits der Täter ihr nicht sicher vertrauen kann, ob sie nach einer Freilassung dichthält, sie vielleicht auch wegen sichtbarer Verletzung (aufgeplatzte Lippe?) noch nicht gehen kann. Wo gleichzeitig beide(!) dieselbe Zielvorstellung zur Situation haben, nämlich Fraukes Freilassung, der Täter eben mit dem Zusatz, dass sie auf jeden Fall die Klappe hält, ihr Fernbleiben dann als selbstbestimmt erklärt (hier machen die Anrufe als "vorbereitende Erklärung" dann plötzlich weit mehr Sinn als in jedem anderen Szenario, haben ein plausibles Motiv). Wo es Frauke zuallererst darum geht, endlich freizukommen, eine Anzeige wegen dem Übergriff da vergleichsweise unwichtig. Vielleicht hat sie sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis für ihn, frustrierter Ausraster nach ihrer Ablehnung, danach sein Handeln für sie sichtbar von großer Not getrieben - und Frauke wird ja als sehr empathisch und so beschrieben. Ist so sicher zu plakativ dargestellt, aber als Tendenz jedenfalls denkbar, meine ich.
Quasi gemeinsames Ziel, die Umsetzung scheitert aber letztlich wiederholt(?) an seinem fehlenden Vertrauen in ihr Stillschweigen, das sie ihm in diesem Szenario wohl jedenfalls zugesichert hätte. "Wiederholt", wenn man die wiederholten Ankündigungen baldiger, teils heutiger Rückkehr einfach mal wörtlich nimmt.
Nun, also in diesem Szenario: Natürlich wäre Frauke da nicht freiwillig geblieben, hätte sich bei Gelegenheit aus dem Staub gemacht. Natürlich musste er sie daran hindern, ob nun mit Fesseln, Einsperren, vielleicht Gewaltandrohung. Aber dennoch, Frauke hätte hier eine klare Perspektive auf Freilassung gehabt, berechtigte Annahme, die Möglichkeit stattdessen zu sterben zumindest die ersten Tage noch völlig außerhalb der Vorstellung, eben weil das auch für ihn wohl zunächst völlig außerhalb der möglichen Lösungsmenge gelegen hätte.
In so einer Situation hätte Frauke zwar am Gehen gehindert werden müssen, für sie wäre aber ansonsten Kooperation bei den Anrufen völlig selbstverständlich die beste Strategie gewesen - im Kontext der Situation würde ich es vielleicht "bedingt einvernehmlich" nennen. Wie gesagt, an sich gemeinsame Zielsetzung. Und das, so eine situativ begründete Kooperationsbereitschaft, die nicht unmittelbar erzwungen und kontrolliert werden musste, wäre dann allerdings eine recht gute Voraussetzung für die Durchführung der Anruffahrten - weit besser als bei einem dominant-bösartigen Täter und einer Situation, wo Frauke schon von Beginn an in Todesangst gewesen wäre.
Man muss in dem Szenario auch sehen: Für Frauke wären die Anrufe als vorbereitende Handlungen für ihre Freilassung definitiv und essentiell positiv belegt gewesen, ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst da mindestens ebenso großes Interesse am Stattfinden hatte wie der Täter.
Irgendwann kippt es, muss es kippen. Die Einsicht, dass der Weg der Freilassung offenbar nicht gangbar ist, jedenfalls wiederholt(?) im Ansatz gescheitert ist. Die Erkenntnis, dass die Alternative letztlich ihren Tod bedeuten muss. Löst bei ihr Verzweiflung aus, vielleicht Panik, massives Bitten und Betteln. Und bei ihm massiven Stress, die Entscheidung aufzugeben und sich der Konsequenzen (nun auch der mehrtägigen Entführung, als die Fraukes Verschwinden von Polizei, Medien und Öffentlichkeit gehandelt wird) zu stellen, oder eben nicht. Überforderung, und wenn man ihn als unter Stress/Frust zu Aggression neigend annimmt (entsprechend postuliertem Tatanlass), dann dürfte er da auch Frauke gegenüber zunehmend aggressiv aufgetreten sein - also nicht im sinne von kontrollierend Druck ausüben, sondern eigenen Druck ablassen.
Auch vom Zeitrahmen erscheint mir das stimmig, für eine solche Entwicklungsdynamik halte ich einige Tage "funktionieren" bis zu einem deutlichen eskalativen Kippen für einen erwartbaren Zeitrahmen - hängt halt stark von den Personen selbst ab. Aber man würde sich an die "Freilassungslösung" geklammert haben, so lange es geht, bis es eben nicht mehr geht. 5 Tage bis dahin ist keinesfalls zu kurz, passt mMn.
Der letzte Anruf: Frauke in der Situation wie geschildert, mental stark angegriffen, labil. Dennoch bricht sie da nicht völlig zusammen, wir haben keine in Verzweiflung völlig aufgelöste Frauke, wobei sie mehrfach dicht dran ist, soweit man das den Äußerungen von Chris und Karen entnehmen kann. Nein, sie ist bis zum Schluss bemüht (und es gelingt ich auch bis auf einzelne Ausnahmen) das Gespräch so zu führen, dass es die Voraussetzungen zum schwindenden Narrativ "Freilassung" erfüllt. Also nicht Ankündigung der Heimkehr, aber eben nichts verraten, ihre tatsächliche Lage nicht preisgeben ("Wirst du festgehalten?" - "Ja, nein, nein!").
Ob er sich letztlich für ihren Tod entschieden und entschieden gehandelt hat oder ob das situativ spontanes Handeln in maximaler Überforderung war, völlig offen. Thema wird es zuvor jedenfalls gewesen sein.

Ein Nebengedanke noch: Ein Täter, dessen Wahrnehmung der Situation zunächst (die ersten Tage) gar nicht die einer Entführung mit böswilligen Absichten und geplantem Tod Fraukes war, sondern eine eigene Notsituation, die er ohne Schaden für irgendwen (insbesondere sich selbst, natürlich) irgendwie wieder geradebiegen wollte - der hätte doch weit geringere Hemmschwellen gehabt, mit Frauke zu den Anrufen zu fahren. Klar, der ist in dem Moment davon getrieben, den Übergriff zumindest folgenmäßig irgendwie ungeschehen zu machen, aber mit ein bisschen Selbstgerechtigkeit (passt gut dazu, sich nicht einfach dafür verantworten zu wollen/können) nimmt er sein Handeln weit weniger als kriminell wahr als es ein geplanter Täter mit Tötungsabsicht täte.
Die spätestens ab Donnerstag deutlich wahrnehmbare Einordnung von Fraukes Verschwinden als möglichem schweren Verbrechen durch Polizei und Medien Anlass für die Idee/Entscheidung zur ersten Anruffahrt, um dieser Darstellung seines Handelns etwas entgegenzusetzen, sich dagegen zu wehren. Starkes emotionales Motiv, weit hinreichender als irgendwelche verkopft-logischen Begründungen, warum die so ungewöhnlichen Anruffahrten für einen Täter "sinnvoll" und deshalb wahrscheinlich/erwartbar gewesen sein sollten.
Wie oben gesagt, weitere (bzw. im Weiteren) Funktion der Anrufe dann auch die Vorbereitung einer Heimkehr Fraukes nach vorgeblich selbstbestimmten Fernbleiben.

Ein paar mehr Details im Bezug auf die Anrufinhalte hätte ich noch, nicht (nur) Wortklaubereien, sondern allgemein inhaltlich. Aber irgendwann muss ich ja auch zu einem Schluss kommen.

So, das war jetztin einem Rutsch runtergeschrieben. Wenn du eine besser sortierte und argumentierte Fassung willst, die findest du zwei- oder dreimal unter meinen Beiträgen der letzten drei Jahre (Suchfunktion). Aber ich denke, das hier tuts auch, ich finds verständlich :P

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Dienstag, 27. Januar 2026, 00:14:51

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 23:40:06 Frauke, die da nicht wie zuvor nur eintönig ihr Gutgehen und baldige Heimkehr kundtut, sondern beim letzten Gespräch in ein richtiges Gespräch einsteigt und dabei offensichtlich emotional labil ist, weiterreden zu lassen - für mich genauso gut (nein, eher) ein Zeichen mangelnder Souveränität und echter Dominanz des Täters.

Freitag, der Anruf von Frank: Da haben sich schon einige den Kopf zerbrochen.
Möglichkeit: Es wurde an Chris eine SMS geschrieben (statt Anruf wie zuvor am Donnerstag), vielleicht weil man meinte, der Donnerstag-Anruf habe schon nicht sonderlich überzeugend geklungen, Frauke könne Chris einfach nicht glaubhaft einen Scheiß erzählen. Das könnte des Täters, insbesondere aber genauso auch Fraukes eigene Auffassung gewesen sein.
Als dann zwei Minuten (genauer: 1-3 Minuten) später das Handy klingelt, geht man naheliegend spontan davon aus, das müsse Chris sein, der auf die SMS hin zurückruft. Frauke geht dran, ohne dass überhaupt wer aufs Display schaut - wäre ja für Chris/Umfeld recht irritierend, wenn sie zwei Minuten nach einer SMS den Anruf am da erreichbaren Handy nicht annehmen würde, nicht wahr?
Mir wurde auf Nachfrage berichtet (nur aus 2. Hand), es habe nur kurz geklingelt, bis Frauke dranging.

Der Täter fuhr entweder kurze Wege (wenn im östlichen PB wohnhaft, wie nicht wenige schon lang vermuten), oder auf direktem Weg grad nach PB rein, ohne durch Wohngebiete oder Ampelkreuzungen zu müssen, wenn er aus dem östlichen/südöstlichen Umland kam. "Höhle des Löwen" wenn überhaupt nur dann, wenn man von außerhalb kam.
Gewerbegebiete nach 22 Uhr top Wahl für solche Anrufe. Da ist nicht mehr viel los, aber auch nicht so tot, dass einzelne Fahrzeuge irgendwem auffallen würden, und zwar so ziemlich jede Art von Fahrzeug. Es war nach der Info zur Nieheim-SMS bekannt, dass die Polizei die Anruforte kurzfristig lokalisieren könnte und mutmaßlich würde. Irgendwo in der Pampa, da bist du dann halt auch das einzige Auto, an das sich jemand erinnert, wenn ein oder zwei Tage später gefragt wird, ob in der Gegend an diesem Datum zu jener Uhrzeit irgendwo ein Auto am Rand oder auf einem Parkplatz stand. Spricht weder für geplant noch ungeplant, aber besonders "mutig"? Ich hab da halt die Gewerbegebiete hier vor Ort vor Augen (benachbarte Stadt, geringfügig größer als PB). Da fahr ich über die Schnellstraße rein, stell mich auf den Parkplatz oder die Liefereinfahrt von irgendeinem Markt, oder auch einfach auf den Parkstreifen an der Straße und gut ist. Heute da natürlich überall Kameras, aber nicht vor 20 Jahren.

Samstag, Anruf am Nachmittag:
Der kam erstens auffällig autonah von ihrem Zuhause, grad einige hundert Meter die Borchener Str. hoch. Wäre denkbar, dass der Anruf und die ungewöhnliche Zeit im Zusammenhang mit einem abgebrochenen Versuch zusammenhing, sie gehen zu lassen? Glaube ich nicht unbedingt, aber wissen tun wir es beide nicht.
Jedenfalls der Anrufort da links ab in ein Industriegebiet (Bürogebäude von Firmen, Zementwerk) - im Gegensatz zu den Gewerbegebieten, wo die Märkte auch Samstag ganztags offen sind dort jedenfalls zumindest in eingen Bereichen völlig tote Hose am Samstagnachmittag bzw. am ganzen Samstag.
Anfahrbar direkt von der B64, zweimal abbiegen und du bist im samstäglichen Nirgendwo. Spricht für Ortskenntnis, aber nicht für große Kühnheit.


Niemand spricht von feige, niemand spricht von einem kleinen Jungen.
Wir sprechen von Motiven, von Gründen, warum dies und jenes stattfand.
Warum sollte ein Täter, für den es wie vorausgeplant lief, diesen Anrufscheiß veranstalten? Warum sollte ein so befähigter Täter eine Tat so geplant haben, dass dabei die Anrufe irgendwie (wozu?) die Anrufe nötig wurden?
Ich erkläre es dir.
Schau es dir mal von einer anderen Seite an: Wie viele Fälle kennst du in der weltweiten Kriminalistik, in denen ein Entführungsopfer fast eine Woche lang per SMS und Telefon mit Angehörigen in Kontakt stand – und am Ende dennoch tot aufgefunden wurde? Und das war dann das Finale?
Ich kenne keinen einzigen außer Frauke. Dieser Fall ist so außergewöhnlich, dass er mich interessiert wie kaum ein anderer – und ich bin nicht einmal deutscher Staatsbürger.
Und nicht jede Entführung, die es weltweit gab, ist aus einer durchgeplanten Täterstrategie entstanden; oft war es eher ein „bottom-up“-Faktor, etwas, das sich aus der Situation ergeben hat. Solche Entführungen endeten unterschiedlich, leider oft mit dem Tod des Opfers.
Aber kein Täter kam auf die Idee, sein Opfer bei den Angehörigen anrufen zu lassen, um die Ermittlungen zu verzögern, die Polizei in die Irre zu führen und so weiter.
Wenn so ein Vorgehen nur ein einziges Mal in der Geschichte dokumentiert wurde – heißt das dann, der Täter war kühn und wagemutig, oder nicht? Für mich spricht gerade das dafür: Er hat etwas umgesetzt, wovon andere Entführer nicht einmal träumen würden. Er fuhr mit seinem Opfer herum und zwang sie zu telefonieren.
Mehr noch: Er wurde dabei kein einziges Mal gefasst, nicht einmal gesehen oder bemerkt – weder während dieser „Manöver“, noch am Abend von Fraukes Verschwinden, noch beim Ablegen der Leiche.
Und bei deiner Frage komme ich zurück zu dem, was ich, glaube ich, sogar heute in der Gruppe geschrieben habe. Die Antwort auf deine Fragen kann einfach sein: Vielleicht waren diese Telefonate schon vor der Entführung Teil des Plans des Entführers – und keine Notlösung, keine Improvisation. Vielleicht ist es dieses eine Mal in der Geschichte so gewesen, dass ein psychopathischer Täter auf die Idee kam, sein entführtes Opfer würde seine Angehörigen kontaktieren und sagen, sie komme gleich nach Hause, während er in Wahrheit seit dem Moment der Entführung wusste, dass er sie töten wird. Das wäre die Erfüllung seiner verborgensten Fetische und Fantasien von Dominanz „über die ganze Welt“ – der Herr über Schicksal, Leben und die Situation zu sein.
Du selbst beschreibst, wie genial er das hinsichtlich der Details der Orte, von denen aus telefoniert wurde, ausgespielt hat; wie geschickt er wusste, wann und wo er auftauchen musste, um das Risiko zu minimieren. Wirkt das nicht wie eine vorherige Planung?
Ähnlich ist es mit dem Ort, an dem die Leiche abgelegt wurde: Auch der wirkt durchdacht und rational.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Montag, 26. Januar 2026, 23:43:03

@DetectiveBartek
Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 08:54:22 Ich habe hier einen Vorbehalt – meiner Meinung nach wurde die SMS um 00:49 bereits unter dem Druck des Täters von Frauke verschickt oder sogar vom Täter selbst, aber zu dem Zeitpunkt, als Frauke schon in Gefangenschaft war.
[...]
Ich habe mich leider nicht klar genug ausgedrückt. Ich vermute wie Du, dass Frauke zum Zeitpunkt des SMS-Versands bereits in der Gewalt des Täters war, und der Täter die Tat geplant hatte. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die SMS vom Täter verfasst wurde und er Frauke gar nicht nach Nieheim mitnahm, sondern sie vorher in dem vorbereiteten Versteck unterbracht hatte.

Als Grund für eine solche vom Täter versandte SMS aus Nieheim vermute ich seine Absicht, eine falsche Fährte für die Polizei zu legen.
Diese SMS sollte nach meiner Ansicht vortäuschen, dass Frauke Paderborn freiwillig verlassen hatte und zum Zeitpunkt des Absendens (0.49 h) noch freiwillig mit dem Täter zusammen war.

Eine solche Vortäuschung hätte nach meiner Ansicht für den Täter folgende entscheidende Vorteile gehabt:

1.

Sie hätte von der Umgebung des Pubs oder dem weiteren Nachhauseweg (wo der Täter Frauke begegnet sein muss) abgelenkt und den Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungen auf Nieheim verlagert, wo Frauke sich angeblich noch freiwillig aufhielt. (Das war tatsächlich die Wirkung der 1. SMS aus Nieheim, ob vom Täter beabsichtigt oder nicht.)

Der Täter hätte also mit der 1. SMS die Polizei über Ort und Zeitpunkt von Fraukes Entführung zu täuschen versucht. Er hätte zu suggerieren versucht, dass das Verbrechen erst nach 0.49 h begangen wurde, und zwar in Nieheim oder Umgebung – damit die Polizei dort nach Spuren sucht, wo keine von ihm und Frauke zu finden waren.

2.

Wenn Frauke, wie die 1. SMS suggerierte, Paderborn freiwillig verließ und sich um 0.49 h noch offenbar vergnügt in der Gesellschaft des Täters befand, legt das die Schlussfolgerung nahe, dass der Täter eine ihr sehr vertraute Person war oder eine, an der sie sehr großes Interesse hatte.
Und eine solche Schlussfolgerung wäre für einen Täter extrem vorteilhaft gewesen, auf den beides nicht zutraf.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Montag, 26. Januar 2026, 23:40:06

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 17:24:02 Der Täter beschränkte sich nicht nur auf kurze Telefonate – der letzte Anruf war lang.
Zudem zeigte der Täter eine große Flexibilität: Er erlaubte Frauke sogar, einen Anruf ihres Bruders entgegenzunehmen.

Der Täter fuhr nicht durch irgendwelche Dörfer, um die Anrufe von Frauke zu ermöglichen – er fuhr direkt nach Paderborn, also genau dorthin, wo sie gesucht wurde und wo sie lebte, wie man so sagt: in die Höhle des Löwen.
Er wagte es sogar, Frauke am Nachmittag aus Paderborn heraus anrufen zu lassen.
Frauke, die da nicht wie zuvor nur eintönig ihr Gutgehen und baldige Heimkehr kundtut, sondern beim letzten Gespräch in ein richtiges Gespräch einsteigt und dabei offensichtlich emotional labil ist, weiterreden zu lassen - für mich genauso gut (nein, eher) ein Zeichen mangelnder Souveränität und echter Dominanz des Täters.

Freitag, der Anruf von Frank: Da haben sich schon einige den Kopf zerbrochen.
Möglichkeit: Es wurde an Chris eine SMS geschrieben (statt Anruf wie zuvor am Donnerstag), vielleicht weil man meinte, der Donnerstag-Anruf habe schon nicht sonderlich überzeugend geklungen, Frauke könne Chris einfach nicht glaubhaft einen Scheiß erzählen. Das könnte des Täters, insbesondere aber genauso auch Fraukes eigene Auffassung gewesen sein.
Als dann zwei Minuten (genauer: 1-3 Minuten) später das Handy klingelt, geht man naheliegend spontan davon aus, das müsse Chris sein, der auf die SMS hin zurückruft. Frauke geht dran, ohne dass überhaupt wer aufs Display schaut - wäre ja für Chris/Umfeld recht irritierend, wenn sie zwei Minuten nach einer SMS den Anruf am da erreichbaren Handy nicht annehmen würde, nicht wahr?
Mir wurde auf Nachfrage berichtet (nur aus 2. Hand), es habe nur kurz geklingelt, bis Frauke dranging.

Der Täter fuhr entweder kurze Wege (wenn im östlichen PB wohnhaft, wie nicht wenige schon lang vermuten), oder auf direktem Weg grad nach PB rein, ohne durch Wohngebiete oder Ampelkreuzungen zu müssen, wenn er aus dem östlichen/südöstlichen Umland kam. "Höhle des Löwen" wenn überhaupt nur dann, wenn man von außerhalb kam.
Gewerbegebiete nach 22 Uhr top Wahl für solche Anrufe. Da ist nicht mehr viel los, aber auch nicht so tot, dass einzelne Fahrzeuge irgendwem auffallen würden, und zwar so ziemlich jede Art von Fahrzeug. Es war nach der Info zur Nieheim-SMS bekannt, dass die Polizei die Anruforte kurzfristig lokalisieren könnte und mutmaßlich würde. Irgendwo in der Pampa, da bist du dann halt auch das einzige Auto, an das sich jemand erinnert, wenn ein oder zwei Tage später gefragt wird, ob in der Gegend an diesem Datum zu jener Uhrzeit irgendwo ein Auto am Rand oder auf einem Parkplatz stand. Spricht weder für geplant noch ungeplant, aber besonders "mutig"? Ich hab da halt die Gewerbegebiete hier vor Ort vor Augen (benachbarte Stadt, geringfügig größer als PB). Da fahr ich über die Schnellstraße rein, stell mich auf den Parkplatz oder die Liefereinfahrt von irgendeinem Markt, oder auch einfach auf den Parkstreifen an der Straße und gut ist. Heute da natürlich überall Kameras, aber nicht vor 20 Jahren.

Samstag, Anruf am Nachmittag:
Der kam erstens auffällig autonah von ihrem Zuhause, grad einige hundert Meter die Borchener Str. hoch. Wäre denkbar, dass der Anruf und die ungewöhnliche Zeit im Zusammenhang mit einem abgebrochenen Versuch zusammenhing, sie gehen zu lassen? Glaube ich nicht unbedingt, aber wissen tun wir es beide nicht.
Jedenfalls der Anrufort da links ab in ein Industriegebiet (Bürogebäude von Firmen, Zementwerk) - im Gegensatz zu den Gewerbegebieten, wo die Märkte auch Samstag ganztags offen sind dort jedenfalls zumindest in eingen Bereichen völlig tote Hose am Samstagnachmittag bzw. am ganzen Samstag.
Anfahrbar direkt von der B64, zweimal abbiegen und du bist im samstäglichen Nirgendwo. Spricht für Ortskenntnis, aber nicht für große Kühnheit.
Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 17:24:02 Ich sehe darin keinen feigen Jungen, sondern einen Täter, der genau wusste, was er tat, der alles geplant hatte und dabei zudem große Kühnheit und Entschlossenheit zeigte.
Niemand spricht von feige, niemand spricht von einem kleinen Jungen.
Wir sprechen von Motiven, von Gründen, warum dies und jenes stattfand.
Warum sollte ein Täter, für den es wie vorausgeplant lief, diesen Anrufscheiß veranstalten? Warum sollte ein so befähigter Täter eine Tat so geplant haben, dass dabei die Anrufe irgendwie (wozu?) die Anrufe nötig wurden?

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 23:08:44

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:45:10 Gleichzeitig wäre es auch für einen planenden Täter einer erhebliche Herausforderung, so einen Ort klarzumachen, wenn er ihn nicht sowieso schon am Start hätte.
Haus in Ortsrandlage mit Zufahrt, bei der man keinen Meter durch den Ort muss (tatsächlich kenn ich so eins in der Gegend).
Haus mit angebauter Garage (oder wenig einsehbarem Carport) und von dort direktem Nebeneingang ins Haus, sowas ginge auch mitten im Wohngebiet.
Selbst eine Einliegerwohnung mit separatem, nicht zur Straße zeigendem Eingang, wo man direkt davor fahren kann, wäre denkbar. Bis zu einem gewissen Grad würde ich da auch das Risiko, bei Abfahrt/Ankunft mit Frauke gesehen zu werden, zulassen als Möglichkeit bei einem spontanen, angstgetriebenem Täter (Risiko, dass jemand ihn dabei sieht vs die Alternative, sich auf jeden Fall verantworten zu müssen).
Ein landwirtschaftlich/forstlich/jagdlich genutztes Gebäude, das man entweder allein nutzt oder wo man weiß, dass da derzeit kein anderer Anlass hat hinzugehen.
Ein ebensolches Gebäude bei der Arbeit - Lagerräume, eine Baustelle, wo man grad der einzig aktive Handwerker ist.
Wartungs-/Steuerraum eines Windrads wurde ja schon öfters angebracht.
Gab es damals in PB, Bad Driburg oder so leerstehende Gebäude, von denen jemand hätte wissen können?
Oder vielleicht fuhr derjenige tatsächlich einen VW-Bus oÄ?

Während ich bei einem vorab planenden Täter davon ausgehen würde, dass er die Tat nicht ohne eine (mehr oder weniger) maximal risikofreie Unterbringung in Angriff genommen hätte, würde ich einem Spontantäter, der getrieben von der Angst vor Folgen eines erheblichen Übergriffs handelt, ein gewisses Maß an Risikobereitschaft oder stellenweise auch Risikoblindheit zugestehen.
Die Idee, von der ich hier übrigens schon gelesen habe – ich erinnere mich, dass dieser Beitrag sehr interessant war – also zurück zum Punkt: Die Vorstellung, der Täter könnte so etwas wie ein Nomade bzw. Reisender gewesen sein, mit einem Lebensstil, bei dem er in einem Bus oder Camper wohnte (z. B. um Miete zu sparen) und gar keine feste Wohnung hatte, finde ich sehr spannend. Das könnte viele unserer logischen Probleme, mit denen wir uns hier herumschlagen, erklären. Praktisch alles würde dazu passen.
Nur stellt sich dann die Frage: Haben damals viele Studierende in Paderborn so gelebt? War das überhaupt verbreitet? Gab es bekannte „Stadt-Hippies“, die auf diese Weise lebten? Und hätte Frauke solche Leute irgendwo kennenlernen können?
Zum zweiten Punkt deiner Aussage: Ich bleibe weiterhin bei der Meinung, dass ein impulsiver, spontaner Täter, der für die Telefonate mit Frauke alles riskiert und sich extrem waghalsig verhält, nur damit Frauke überhaupt telefonieren kann, weniger wahrscheinlich ist als ein Täter, der alles geplant hatte. Warum? Aus reiner Wahrscheinlichkeitsrechnung: Wenn er tatsächlich so riskant gehandelt und es übertrieben hätte, wäre die Chance sehr gering, dass er bei einer ganzen Woche Herumfahren mit dem Opfer nicht irgendwann bemerkt worden wäre. Ein Täter, der alles von A bis Z durchgeplant hatte, hätte diese Risiken gezielt reduziert – und das Ergebnis ist eben, dass bis heute niemand etwas gesehen oder gehört hat.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 22:55:54

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:44:13 Karen, Fraukes Schwester, sagte mal, Frauke sei überhaupt kein Typ für einen One-Night-Stand gewesen.
(Ich glaube, diese Äußerung wurde in dem Stern-Artikel von Dominik Stawski veröffentlicht, der jetzt im Internet nicht mehr kostenlos abrufbar ist.)
Das habe ich auch gelesen. Deshalb schließe ich aus, dass Frauke freiwillig mit irgendjemandem, den sie erst kurz kannte, so weit aus der Stadt hinausgefahren ist. Was hätte sie so spät noch in der Gegend von Nieheim-Entrup machen sollen? Ich bin sicher, dass sie, als sie weit außerhalb von Paderborn war, bereits wusste, dass sie entführt worden war.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Detective Bartek » Montag, 26. Januar 2026, 22:52:04

HP1 hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:01:06 Chris war ab Donnerstag in Lübbecke (bei Vater/Freundin). Jemand, der es "so gedreht hätte", dass Chris bei den Anrufen alleine war, der hätte das doch jedenfalls gewusst. Der hätte das auch gewusst, wenn er nur so halbwegs was von Chris aktuellem Lebensalltag gewusst hätte, ganz ohne so genaue Einblicke, dass er was hätte "drehen können".
Und dass Chris nicht gleichzeitig in Lübbecke (er wird ja zeitnah vor und/oder nach den Anrufen mit jemandem dort Kontakt gehabt haben) und zum Telefonieren mit Fraukes Handy in PB sein konnte, müsste dem klar gewesen sein.
Auch, dass die Anruforte wohl jedenfalls ermittelt werden würden, war klar nach der öffentlichen Info, die nächtliche SMS sei aus dem Raum Nieheim gekommen - noch vor dem ersten Anruf.
Kurz, so ein Bohei, um Chris was anzuhängen und gleichzeitig schon vor dem ersten Anruf offensichtlich, dass es auf diese Weise und mit dieser zeitlichen Abfolge der Anrufe nicht funktionieren wird? Eher nicht.


Ja, das ist das Ding mit den Wahrscheinlichkeiten, da lauern Milchmädchen hinter jeder Ecke, um einem was vorzurechnen. Ich meine, wir beide hatten es auch schonmal davon, hier im ÖF oder PN.

Richtig, um das Opfer ohne Vorplanung aus einer Situation heraus eine Woche festhalten und zudem an andere Orte transportieren zu können, müssen Voraussetzungen gegeben sein.
Klar ist das für sich genommen unwahrscheinlich, dass das bei einem gegebenen Spontantäter so gegeben ist.

Man muss dabei aber auch nicht päpstlicher sein als der Papst - ein Transporter oder WoMo wäre natürlich ideal, ein planender Täter hätte vielleicht sowas besorgt, aber für den Spontantäter hätte es genauso auch ein Kombi getan. Opfer fesseln, knebeln, in den Kofferraum und Decke drüber, Fahrt bei Dunkelheit und nicht durch Wohngebiet, Ampelkreuzungen... passt doch. Wäre so sogar mit einer Limousine und Frauke so auf der Rückbank machbar. Und wenn ich überlege, ob ich selbst jemanden eine Woche unbemerkt wo unterbringen und holen/zurückbringen könnte, da fällt mir auch was ein. Nicht ideal, wohne in MFH/Wohngebiet und mein Ferienhaus ist 1500km weit weg, aber nach kurzem Überlegen hab ich da schon zwei machbare Optionen am Start.

Aber darum gehts an der Stelle bzgl. Wahrscheinlichkeiten gar nicht.
Es ist das Gesetz der großen Zahlen - wenn etwas ausreichend häufig vorkommt, ist das Auftreten eines unwahrscheinlichen Details keine Frage des Ob, sondern des Wann.
Heißt in dem Fall: Es passieren tagtäglich ungeplante Situationen aus spontanen Übergriffen, wo der Täter das lieber verheimlichen, Folgen für sich vermeiden und das vielleicht mit dem Opfer "klären" will. Ich gehe davon aus, dass in vielen(!) dieser Situationen erstmal so ein spontanes Folgeverhalten auftritt, das Opfer (aufgebracht, evtl. sichtbar verletzt) am sofortigen Gehen zu hindern, nach einer Lösung suchen zu wollen ohne Plan, wie das denn aussehen soll.
Nun hätte in den meisten Fällen der Täter nicht die Möglichkeit, das Opfer längerfristig unentdeckt festzuhalten - schon weil irgendwer weiß, dass sich das Opfer bei ihm befindet/befinden könnte, weil im Kontext klar wäre, dass er als wahrscheinlicher Täter identifizierbar im Falle ihres Verschwindens wäre, weil ein Festhalten genau da ebenso wie ein unbemerkter Abgang mit dem Opfer nicht möglich wäre usw.
In all diesen Fällen kommt es zu keinem Fall, den wir hier besprechen würden. Das Opfer geht, der Täter kriegt ne Anzeige oder zumindest soziale Konsequenzen, oder das Opfer hält dicht, aus welchen Beweggründen auch immer. Alltag in Deutschland.
Nun ist es unwahrscheinlich, aber eben möglich, dass es eben doch passt - Situation geeignet für unauffälliges Verschwinden, der Täter keine Person, auf die man (mangels Kenntnis?) sofort (oder überhaupt) als Verdächtigen kommen würde, und er hat zufällig die Möglichkeiten für Unterbringung und Transport.
Gesetz der großen Zehlen - wenn viele solche Tatanlässe stattfinden und mit einer geringen Wahrscheinlichkeit alles für einen derartigen Tatvollzug "passt", dann wird es irgendwann passieren. Wenn nicht bei Frauke, dann würden wir hier halt nicht über einen Frauke-Fall diskutieren, sondern über eine Mandy aus Cottbus oder so. Und würden uns da fragen, ob denn diese ach so unwahrscheinlichen Voraussetzungen tatsächlich zutreffen könnten.

Ich weiß aus Erfahrung, das ist nicht jedem nachvollziehbar, weil nicht gut intuitiv erfassbar. Aber die konkrete Zufallstat mit passenden Voraussetzungen ist nur eine unter vielen anderen, in dieser Hinsicht gleichberechtigten anderen Anlässen, bei denen die Voraussetzungen ebenfalls so hätten sein können und die ggf. zum Tatvollzug geführt hätten.


Und ich bin auch ganz dabei beim zweiten Teil: Aufgrund des kurzfristig und spontan entstandenen Bewegungsprofils von Frauke an jenem Abend (zudem nur sehr wenigen überhaupt "live" bekannt), wäre eine geplante/vorbereitete Tat eigentlich nur mit Frauke als Zufallsopfer eines (oder mehrerer) ihr unbekannten Täters plausibel. Und da wäre jedes Gezappel mit nächtlichen SMS aus der Pampa und wiederholten Anruffahrten noch sinnloser.
Außer natürlich, Frauke ging selbstbestimmt nicht direkt nach Hause, sondern noch wohin, wo jemand auf sie wartete der wusste, dass sie kommen würde. Und der hinreichend sicher sein konnte, dass niemand sonst von ihrem Umweg wusste. Und wo er hinreichend sicher sein konnte, dass es keine Zeugen für das Zusammentreffen geben würde. Ach ja, und da er nicht wissen konnte, dass Fraukes Handy aus sein würde, sollte der Ort/die nähere Gegend nicht groß mit ihm (oder einer PErsonengruppe, der er zugehört) in Verbindung stehen - innerstädtisch sind die FZ relativ klein, man hätte etwa Fraukes gewählten Heimweg ohne Weiteres rekonstruieren und bestätigen können, wenn ihr Handy an gewesen wäre.
Ziemlich viel, was so einer hätte wissen müssen, nicht wahr?
Zuerst eine Frage, ganz wörtlich und rein technisch gemeint.
Wie stellt ihr euch konkret vor, wie der Täter vorgegangen ist, wenn er mit Frauke für diese Telefonate losgefahren ist?
Frauke muss dabei doch gefesselt gewesen sein – sonst hätte sie jederzeit versuchen können zu fliehen. Und da kommt bei mir die praktische Frage: Lässt sich sowas überhaupt in einem normalen Pkw sinnvoll umsetzen? Nehmen wir an, sie war im Kofferraum oder auf der Rückbank gefesselt. Dann müsste der Täter anhalten, aussteigen, mit ihrem Handy zu ihr gehen, es ihr in die Hand geben und während des gesamten Telefonats kontrollieren, was passiert. Wenn sie im Kofferraum gewesen wäre, erscheint mir das sogar fast unmöglich, weil er dafür den Kofferraum hätte öffnen müssen. Und wir dürfen nicht vergessen: Auch wenn die Anrufe fast immer nachts in Industriegebieten stattfanden, hätte jederzeit jemand vorbeikommen und etwas sehen können. Wie stellt ihr euch also den Modus operandi des Täters während dieser Telefonate vor – ganz praktisch? Und zur Erinnerung: Einmal fand das Ganze sogar am helllichten Tag statt.
Wenn man dagegen an einen Bus oder Camper denkt, wirkt es auf den ersten Blick einfacher und für den Täter vermutlich auch psychologisch weniger „riskant“. Nur bleibt dann die Frage: Würde Frauke am Abend ihres Verschwindens überhaupt in einen Bus oder Camper einsteigen, wenn sie die Person kaum kannte? Und falls eher nicht: Ist es denkbar, dass der Täter über zwei Fahrzeuge verfügt hat?
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Montag, 26. Januar 2026, 22:46:13

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:44:13 Karen, Fraukes Schwester, sagte mal, Frauke sei überhaupt kein Typ für einen One-Night-Stand gewesen.
(Ich glaube, diese Äußerung wurde in dem Stern-Artikel von Dominik Stawski veröffentlicht, der jetzt im Internet nicht mehr kostenlos abrufbar ist.)
Interview aus Stern Crime Video von Ende 2021.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von HP1 » Montag, 26. Januar 2026, 22:45:10

Hamburger hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 22:17:09 (...)
Dass es dem Täter gelang, Frauke an einem solchen Ort zu verbergen, spricht nach meiner Ansicht weitaus mehr für einen Täter, der die Auswahl dieses Versteckes sorgfältig planen konnte, als für einen Täter, der in Panik und innerhalb weniger Stunden improvisieren musste.
Gleichzeitig wäre es auch für einen planenden Täter einer erhebliche Herausforderung, so einen Ort klarzumachen, wenn er ihn nicht sowieso schon am Start hätte.
Haus in Ortsrandlage mit Zufahrt, bei der man keinen Meter durch den Ort muss (tatsächlich kenn ich so eins in der Gegend).
Haus mit angebauter Garage (oder wenig einsehbarem Carport) und von dort direktem Nebeneingang ins Haus, sowas ginge auch mitten im Wohngebiet.
Selbst eine Einliegerwohnung mit separatem, nicht zur Straße zeigendem Eingang, wo man direkt davor fahren kann, wäre denkbar. Bis zu einem gewissen Grad würde ich da auch das Risiko, bei Abfahrt/Ankunft mit Frauke gesehen zu werden, zulassen als Möglichkeit bei einem spontanen, angstgetriebenem Täter (Risiko, dass jemand ihn dabei sieht vs die Alternative, sich auf jeden Fall verantworten zu müssen).
Ein landwirtschaftlich/forstlich/jagdlich genutztes Gebäude, das man entweder allein nutzt oder wo man weiß, dass da derzeit kein anderer Anlass hat hinzugehen.
Ein ebensolches Gebäude bei der Arbeit - Lagerräume, eine Baustelle, wo man grad der einzig aktive Handwerker ist.
Wartungs-/Steuerraum eines Windrads wurde ja schon öfters angebracht.
Gab es damals in PB, Bad Driburg oder so leerstehende Gebäude, von denen jemand hätte wissen können?
Oder vielleicht fuhr derjenige tatsächlich einen VW-Bus oÄ?

Während ich bei einem vorab planenden Täter davon ausgehen würde, dass er die Tat nicht ohne eine (mehr oder weniger) maximal risikofreie Unterbringung in Angriff genommen hätte, würde ich einem Spontantäter, der getrieben von der Angst vor Folgen eines erheblichen Übergriffs handelt, ein gewisses Maß an Risikobereitschaft oder stellenweise auch Risikoblindheit zugestehen.

Re: MORDFALL LIEBS -- Diskussion

von Hamburger » Montag, 26. Januar 2026, 22:44:13

Detective Bartek hat geschrieben: Montag, 26. Januar 2026, 08:43:58 [...]

Hätte Frauke dem mit jemandem zugestimmt, den sie nur vom Sehen kannte – oder mit jemandem, den sie gar nicht kannte?
Als Frau hätte sie doch zumindest ahnen müssen, dass es um einen One-Night-Stand ging. Hätte sie damit kein Problem gehabt?
[...}
Karen, Fraukes Schwester, sagte mal, Frauke sei überhaupt kein Typ für einen One-Night-Stand gewesen.
(Ich glaube, diese Äußerung wurde in dem Stern-Artikel von Dominik Stawski veröffentlicht, der jetzt im Internet nicht mehr kostenlos abrufbar ist.)

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