von HP1 » Dienstag, 27. Januar 2026, 00:36:46
Detective Bartek hat geschrieben: ↑Montag, 26. Januar 2026, 22:52:04
Zuerst eine Frage, ganz wörtlich und rein technisch gemeint.
Wie stellt ihr euch konkret vor, wie der Täter vorgegangen ist, wenn er mit Frauke für diese Telefonate losgefahren ist?
Frauke muss dabei doch gefesselt gewesen sein – sonst hätte sie jederzeit versuchen können zu fliehen. Und da kommt bei mir die praktische Frage: Lässt sich sowas überhaupt in einem normalen Pkw sinnvoll umsetzen? Nehmen wir an, sie war im Kofferraum oder auf der Rückbank gefesselt. Dann müsste der Täter anhalten, aussteigen, mit ihrem Handy zu ihr gehen, es ihr in die Hand geben und während des gesamten Telefonats kontrollieren, was passiert. Wenn sie im Kofferraum gewesen wäre, erscheint mir das sogar fast unmöglich, weil er dafür den Kofferraum hätte öffnen müssen. Und wir dürfen nicht vergessen: Auch wenn die Anrufe fast immer nachts in Industriegebieten stattfanden, hätte jederzeit jemand vorbeikommen und etwas sehen können. Wie stellt ihr euch also den Modus operandi des Täters während dieser Telefonate vor – ganz praktisch? Und zur Erinnerung: Einmal fand das Ganze sogar am helllichten Tag statt.
Wenn man dagegen an einen Bus oder Camper denkt, wirkt es auf den ersten Blick einfacher und für den Täter vermutlich auch psychologisch weniger „riskant“. Nur bleibt dann die Frage: Würde Frauke am Abend ihres Verschwindens überhaupt in einen Bus oder Camper einsteigen, wenn sie die Person kaum kannte? Und falls eher nicht: Ist es denkbar, dass der Täter über zwei Fahrzeuge verfügt hat?
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.
Naja, so in etwa wie von dir ausgemalt. Wobei ich da zwei Anmerkungen machen würde:
- Das gilt genauso für eine geplante Tat. Da hätte der Täter soweit vor genau derselben Aufgabe gestanden. Und dass ein planender Täter jedenfalls einen Camper oÄ gehabt, ein spontaner Täter jedoch jedenfalls keinen gehabt hätte... naja. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass er tatsächlich sowas oder von privat Zugriff darauf gehabt haben könnte - hier wurde in der Vergangenheit auch schon überlegt, jemand der abends und am Wochenende Zugriff auf ein Firmenfahrzeug (Transporter) hatte. Wenn ich mich hier im Wohngebiet umschaue, da stehen jeden Abend so einige Transporter von Handwerksbetrieben und Lieferdiensten rum, mit denen die Angestellten nach Feierabend heimfahren.
- Darüber hinaus: In dem Szenario, wo Frauke festgehalten wird, um die Folgen eines Übergriffs gegen sie zu vermeiden. Wo also einerseits der Täter ihr nicht sicher vertrauen kann, ob sie nach einer Freilassung dichthält, sie vielleicht auch wegen sichtbarer Verletzung (aufgeplatzte Lippe?)
noch nicht gehen kann. Wo gleichzeitig beide(!) dieselbe Zielvorstellung zur Situation haben, nämlich Fraukes Freilassung, der Täter eben mit dem Zusatz, dass sie
auf jeden Fall die Klappe hält, ihr Fernbleiben dann als selbstbestimmt erklärt (hier machen die Anrufe als "vorbereitende Erklärung" dann plötzlich weit mehr Sinn als in jedem anderen Szenario, haben ein plausibles Motiv). Wo es Frauke zuallererst darum geht, endlich freizukommen, eine Anzeige wegen dem Übergriff da vergleichsweise unwichtig. Vielleicht hat sie sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis für ihn, frustrierter Ausraster nach ihrer Ablehnung, danach sein Handeln für sie sichtbar von großer Not getrieben - und Frauke wird ja als sehr empathisch und so beschrieben. Ist so sicher zu plakativ dargestellt, aber als Tendenz jedenfalls denkbar, meine ich.
Quasi gemeinsames Ziel, die Umsetzung scheitert aber letztlich wiederholt(?) an seinem fehlenden Vertrauen in ihr Stillschweigen, das sie ihm in diesem Szenario wohl jedenfalls zugesichert hätte. "Wiederholt", wenn man die wiederholten Ankündigungen baldiger, teils heutiger Rückkehr einfach mal wörtlich nimmt.
Nun, also in diesem Szenario: Natürlich wäre Frauke da nicht freiwillig geblieben, hätte sich bei Gelegenheit aus dem Staub gemacht. Natürlich musste er sie daran hindern, ob nun mit Fesseln, Einsperren, vielleicht Gewaltandrohung. Aber dennoch, Frauke hätte hier eine klare Perspektive auf Freilassung gehabt, berechtigte Annahme, die Möglichkeit stattdessen zu sterben zumindest die ersten Tage noch völlig außerhalb der Vorstellung, eben weil das auch für ihn wohl zunächst völlig außerhalb der möglichen Lösungsmenge gelegen hätte.
In so einer Situation hätte Frauke zwar am Gehen gehindert werden müssen, für sie wäre aber ansonsten Kooperation bei den Anrufen völlig selbstverständlich die beste Strategie gewesen - im Kontext der Situation würde ich es vielleicht "bedingt einvernehmlich" nennen. Wie gesagt, an sich gemeinsame Zielsetzung. Und das, so eine situativ begründete Kooperationsbereitschaft, die nicht unmittelbar erzwungen und kontrolliert werden musste, wäre dann allerdings eine recht gute Voraussetzung für die Durchführung der Anruffahrten - weit besser als bei einem dominant-bösartigen Täter und einer Situation, wo Frauke schon von Beginn an in Todesangst gewesen wäre.
Man muss in dem Szenario auch sehen: Für Frauke wären die Anrufe als vorbereitende Handlungen für ihre Freilassung definitiv und essentiell positiv belegt gewesen, ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst da mindestens ebenso großes Interesse am Stattfinden hatte wie der Täter.
Irgendwann kippt es, muss es kippen. Die Einsicht, dass der Weg der Freilassung offenbar nicht gangbar ist, jedenfalls wiederholt(?) im Ansatz gescheitert ist. Die Erkenntnis, dass die Alternative letztlich ihren Tod bedeuten muss. Löst bei ihr Verzweiflung aus, vielleicht Panik, massives Bitten und Betteln. Und bei ihm massiven Stress, die Entscheidung aufzugeben und sich der Konsequenzen (nun auch der mehrtägigen Entführung, als die Fraukes Verschwinden von Polizei, Medien und Öffentlichkeit gehandelt wird) zu stellen, oder eben nicht. Überforderung, und wenn man ihn als unter Stress/Frust zu Aggression neigend annimmt (entsprechend postuliertem Tatanlass), dann dürfte er da auch Frauke gegenüber zunehmend aggressiv aufgetreten sein - also nicht im sinne von kontrollierend Druck ausüben, sondern eigenen Druck ablassen.
Auch vom Zeitrahmen erscheint mir das stimmig, für eine solche Entwicklungsdynamik halte ich einige Tage "funktionieren" bis zu einem deutlichen eskalativen Kippen für einen erwartbaren Zeitrahmen - hängt halt stark von den Personen selbst ab. Aber man würde sich an die "Freilassungslösung" geklammert haben, so lange es geht, bis es eben nicht mehr geht. 5 Tage bis dahin ist keinesfalls zu kurz, passt mMn.
Der letzte Anruf: Frauke in der Situation wie geschildert, mental stark angegriffen, labil. Dennoch bricht sie da nicht völlig zusammen, wir haben keine in Verzweiflung völlig aufgelöste Frauke, wobei sie mehrfach dicht dran ist, soweit man das den Äußerungen von Chris und Karen entnehmen kann. Nein, sie ist bis zum Schluss bemüht (und es gelingt ich auch bis auf einzelne Ausnahmen) das Gespräch so zu führen, dass es die Voraussetzungen zum schwindenden Narrativ "Freilassung" erfüllt. Also nicht Ankündigung der Heimkehr, aber eben nichts verraten, ihre tatsächliche Lage nicht preisgeben ("Wirst du festgehalten?" - "Ja, nein, nein!").
Ob er sich letztlich für ihren Tod entschieden und entschieden gehandelt hat oder ob das situativ spontanes Handeln in maximaler Überforderung war, völlig offen. Thema wird es zuvor jedenfalls gewesen sein.
Ein Nebengedanke noch: Ein Täter, dessen Wahrnehmung der Situation zunächst (die ersten Tage) gar nicht die einer Entführung mit böswilligen Absichten und geplantem Tod Fraukes war, sondern eine eigene Notsituation, die er ohne Schaden für irgendwen (insbesondere sich selbst, natürlich) irgendwie wieder geradebiegen wollte - der hätte doch weit geringere Hemmschwellen gehabt, mit Frauke zu den Anrufen zu fahren. Klar, der ist in dem Moment davon getrieben, den Übergriff zumindest folgenmäßig irgendwie ungeschehen zu machen, aber mit ein bisschen Selbstgerechtigkeit (passt gut dazu, sich nicht einfach dafür verantworten zu wollen/können) nimmt er sein Handeln weit weniger als kriminell wahr als es ein geplanter Täter mit Tötungsabsicht täte.
Die spätestens ab Donnerstag deutlich wahrnehmbare Einordnung von Fraukes Verschwinden als möglichem schweren Verbrechen durch Polizei und Medien Anlass für die Idee/Entscheidung zur ersten Anruffahrt, um dieser Darstellung seines Handelns etwas entgegenzusetzen, sich dagegen zu wehren. Starkes emotionales Motiv, weit hinreichender als irgendwelche verkopft-logischen Begründungen, warum die so ungewöhnlichen Anruffahrten für einen Täter "sinnvoll" und deshalb wahrscheinlich/erwartbar gewesen sein sollten.
Wie oben gesagt, weitere (bzw. im Weiteren) Funktion der Anrufe dann auch die Vorbereitung einer Heimkehr Fraukes nach vorgeblich selbstbestimmten Fernbleiben.
Ein paar mehr Details im Bezug auf die Anrufinhalte hätte ich noch, nicht (nur) Wortklaubereien, sondern allgemein inhaltlich. Aber irgendwann muss ich ja auch zu einem Schluss kommen.
So, das war jetztin einem Rutsch runtergeschrieben. Wenn du eine besser sortierte und argumentierte Fassung willst, die findest du zwei- oder dreimal unter meinen Beiträgen der letzten drei Jahre (Suchfunktion). Aber ich denke, das hier tuts auch, ich finds verständlich

[quote="Detective Bartek" post_id=319815 time=1769464324]
Zuerst eine Frage, ganz wörtlich und rein technisch gemeint.
Wie stellt ihr euch konkret vor, wie der Täter vorgegangen ist, wenn er mit Frauke für diese Telefonate losgefahren ist?
Frauke muss dabei doch gefesselt gewesen sein – sonst hätte sie jederzeit versuchen können zu fliehen. Und da kommt bei mir die praktische Frage: Lässt sich sowas überhaupt in einem normalen Pkw sinnvoll umsetzen? Nehmen wir an, sie war im Kofferraum oder auf der Rückbank gefesselt. Dann müsste der Täter anhalten, aussteigen, mit ihrem Handy zu ihr gehen, es ihr in die Hand geben und während des gesamten Telefonats kontrollieren, was passiert. Wenn sie im Kofferraum gewesen wäre, erscheint mir das sogar fast unmöglich, weil er dafür den Kofferraum hätte öffnen müssen. Und wir dürfen nicht vergessen: Auch wenn die Anrufe fast immer nachts in Industriegebieten stattfanden, hätte jederzeit jemand vorbeikommen und etwas sehen können. Wie stellt ihr euch also den Modus operandi des Täters während dieser Telefonate vor – ganz praktisch? Und zur Erinnerung: Einmal fand das Ganze sogar am helllichten Tag statt.
Wenn man dagegen an einen Bus oder Camper denkt, wirkt es auf den ersten Blick einfacher und für den Täter vermutlich auch psychologisch weniger „riskant“. Nur bleibt dann die Frage: Würde Frauke am Abend ihres Verschwindens überhaupt in einen Bus oder Camper einsteigen, wenn sie die Person kaum kannte? Und falls eher nicht: Ist es denkbar, dass der Täter über zwei Fahrzeuge verfügt hat?
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.
[/quote]
Naja, so in etwa wie von dir ausgemalt. Wobei ich da zwei Anmerkungen machen würde:
- Das gilt genauso für eine geplante Tat. Da hätte der Täter soweit vor genau derselben Aufgabe gestanden. Und dass ein planender Täter jedenfalls einen Camper oÄ gehabt, ein spontaner Täter jedoch jedenfalls keinen gehabt hätte... naja. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass er tatsächlich sowas oder von privat Zugriff darauf gehabt haben könnte - hier wurde in der Vergangenheit auch schon überlegt, jemand der abends und am Wochenende Zugriff auf ein Firmenfahrzeug (Transporter) hatte. Wenn ich mich hier im Wohngebiet umschaue, da stehen jeden Abend so einige Transporter von Handwerksbetrieben und Lieferdiensten rum, mit denen die Angestellten nach Feierabend heimfahren.
- Darüber hinaus: In dem Szenario, wo Frauke festgehalten wird, um die Folgen eines Übergriffs gegen sie zu vermeiden. Wo also einerseits der Täter ihr nicht sicher vertrauen kann, ob sie nach einer Freilassung dichthält, sie vielleicht auch wegen sichtbarer Verletzung (aufgeplatzte Lippe?) [i]noch[/i] nicht gehen kann. Wo gleichzeitig beide(!) dieselbe Zielvorstellung zur Situation haben, nämlich Fraukes Freilassung, der Täter eben mit dem Zusatz, dass sie [i]auf jeden Fall[/i] die Klappe hält, ihr Fernbleiben dann als selbstbestimmt erklärt (hier machen die Anrufe als "vorbereitende Erklärung" dann plötzlich weit mehr Sinn als in jedem anderen Szenario, haben ein plausibles Motiv). Wo es Frauke zuallererst darum geht, endlich freizukommen, eine Anzeige wegen dem Übergriff da vergleichsweise unwichtig. Vielleicht hat sie sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis für ihn, frustrierter Ausraster nach ihrer Ablehnung, danach sein Handeln für sie sichtbar von großer Not getrieben - und Frauke wird ja als sehr empathisch und so beschrieben. Ist so sicher zu plakativ dargestellt, aber als Tendenz jedenfalls denkbar, meine ich.
Quasi gemeinsames Ziel, die Umsetzung scheitert aber letztlich wiederholt(?) an seinem fehlenden Vertrauen in ihr Stillschweigen, das sie ihm in diesem Szenario wohl jedenfalls zugesichert hätte. "Wiederholt", wenn man die wiederholten Ankündigungen baldiger, teils heutiger Rückkehr einfach mal wörtlich nimmt.
Nun, also in diesem Szenario: Natürlich wäre Frauke da nicht freiwillig geblieben, hätte sich bei Gelegenheit aus dem Staub gemacht. Natürlich musste er sie daran hindern, ob nun mit Fesseln, Einsperren, vielleicht Gewaltandrohung. Aber dennoch, Frauke hätte hier eine klare Perspektive auf Freilassung gehabt, berechtigte Annahme, die Möglichkeit stattdessen zu sterben zumindest die ersten Tage noch völlig außerhalb der Vorstellung, eben weil das auch für ihn wohl zunächst völlig außerhalb der möglichen Lösungsmenge gelegen hätte.
In so einer Situation hätte Frauke zwar am Gehen gehindert werden müssen, für sie wäre aber ansonsten Kooperation bei den Anrufen völlig selbstverständlich die beste Strategie gewesen - im Kontext der Situation würde ich es vielleicht "bedingt einvernehmlich" nennen. Wie gesagt, an sich gemeinsame Zielsetzung. Und das, so eine situativ begründete Kooperationsbereitschaft, die nicht unmittelbar erzwungen und kontrolliert werden musste, wäre dann allerdings eine recht gute Voraussetzung für die Durchführung der Anruffahrten - weit besser als bei einem dominant-bösartigen Täter und einer Situation, wo Frauke schon von Beginn an in Todesangst gewesen wäre.
Man muss in dem Szenario auch sehen: Für Frauke wären die Anrufe als vorbereitende Handlungen für ihre Freilassung definitiv und essentiell positiv belegt gewesen, ich könnte mir vorstellen, dass sie selbst da mindestens ebenso großes Interesse am Stattfinden hatte wie der Täter.
Irgendwann kippt es, muss es kippen. Die Einsicht, dass der Weg der Freilassung offenbar nicht gangbar ist, jedenfalls wiederholt(?) im Ansatz gescheitert ist. Die Erkenntnis, dass die Alternative letztlich ihren Tod bedeuten muss. Löst bei ihr Verzweiflung aus, vielleicht Panik, massives Bitten und Betteln. Und bei ihm massiven Stress, die Entscheidung aufzugeben und sich der Konsequenzen (nun auch der mehrtägigen Entführung, als die Fraukes Verschwinden von Polizei, Medien und Öffentlichkeit gehandelt wird) zu stellen, oder eben nicht. Überforderung, und wenn man ihn als unter Stress/Frust zu Aggression neigend annimmt (entsprechend postuliertem Tatanlass), dann dürfte er da auch Frauke gegenüber zunehmend aggressiv aufgetreten sein - also nicht im sinne von kontrollierend Druck ausüben, sondern eigenen Druck ablassen.
Auch vom Zeitrahmen erscheint mir das stimmig, für eine solche Entwicklungsdynamik halte ich einige Tage "funktionieren" bis zu einem deutlichen eskalativen Kippen für einen erwartbaren Zeitrahmen - hängt halt stark von den Personen selbst ab. Aber man würde sich an die "Freilassungslösung" geklammert haben, so lange es geht, bis es eben nicht mehr geht. 5 Tage bis dahin ist keinesfalls zu kurz, passt mMn.
Der letzte Anruf: Frauke in der Situation wie geschildert, mental stark angegriffen, labil. Dennoch bricht sie da nicht völlig zusammen, wir haben keine in Verzweiflung völlig aufgelöste Frauke, wobei sie mehrfach dicht dran ist, soweit man das den Äußerungen von Chris und Karen entnehmen kann. Nein, sie ist bis zum Schluss bemüht (und es gelingt ich auch bis auf einzelne Ausnahmen) das Gespräch so zu führen, dass es die Voraussetzungen zum schwindenden Narrativ "Freilassung" erfüllt. Also nicht Ankündigung der Heimkehr, aber eben nichts verraten, ihre tatsächliche Lage nicht preisgeben ("Wirst du festgehalten?" - "Ja, nein, nein!").
Ob er sich letztlich für ihren Tod entschieden und entschieden gehandelt hat oder ob das situativ spontanes Handeln in maximaler Überforderung war, völlig offen. Thema wird es zuvor jedenfalls gewesen sein.
Ein Nebengedanke noch: Ein Täter, dessen Wahrnehmung der Situation zunächst (die ersten Tage) gar nicht die einer Entführung mit böswilligen Absichten und geplantem Tod Fraukes war, sondern eine eigene Notsituation, die er ohne Schaden für irgendwen (insbesondere sich selbst, natürlich) irgendwie wieder geradebiegen wollte - der hätte doch weit geringere Hemmschwellen gehabt, mit Frauke zu den Anrufen zu fahren. Klar, der ist in dem Moment davon getrieben, den Übergriff zumindest folgenmäßig irgendwie ungeschehen zu machen, aber mit ein bisschen Selbstgerechtigkeit (passt gut dazu, sich nicht einfach dafür verantworten zu wollen/können) nimmt er sein Handeln weit weniger als kriminell wahr als es ein geplanter Täter mit Tötungsabsicht täte.
Die spätestens ab Donnerstag deutlich wahrnehmbare Einordnung von Fraukes Verschwinden als möglichem schweren Verbrechen durch Polizei und Medien Anlass für die Idee/Entscheidung zur ersten Anruffahrt, um dieser Darstellung seines Handelns etwas entgegenzusetzen, sich dagegen zu wehren. Starkes emotionales Motiv, weit hinreichender als irgendwelche verkopft-logischen Begründungen, warum die so ungewöhnlichen Anruffahrten für einen Täter "sinnvoll" und deshalb wahrscheinlich/erwartbar gewesen sein sollten.
Wie oben gesagt, weitere (bzw. im Weiteren) Funktion der Anrufe dann auch die Vorbereitung einer Heimkehr Fraukes nach vorgeblich selbstbestimmten Fernbleiben.
Ein paar mehr Details im Bezug auf die Anrufinhalte hätte ich noch, nicht (nur) Wortklaubereien, sondern allgemein inhaltlich. Aber irgendwann muss ich ja auch zu einem Schluss kommen.
So, das war jetztin einem Rutsch runtergeschrieben. Wenn du eine besser sortierte und argumentierte Fassung willst, die findest du zwei- oder dreimal unter meinen Beiträgen der letzten drei Jahre (Suchfunktion). Aber ich denke, das hier tuts auch, ich finds verständlich :P